Das IPCC, GEWEX und die Wolkenbedeckung Teil II

17. Juli 2014 | Von | Kategorie: Artikel

Während das IPCC eine wohl bekannte Organisation ist, mit viel medialer Aufmerksamkeit, hört man über Projekte wie GEWEX eher selten etwas. Ich möchte deshalb im folgenden dieses Projekt einmal kurz vorstellen

„Global Energy and Water Cycle Experiment“ – GEWEX

GEWEX ist ein Projekt des „World Climate Research Programm“ – WCRP. Es hat den Auftrag die neuesten Satellitengenerationen zu nutzen um den Einfluß des Energie- und Wasserkreislaufes auf die globale Erwärmung zu untersuchen. Dabei sollte es globale Messungen benutzen, um die Energie- und Wasserflüsse in diesen Kreisläufe zu bestimmen. Aber auch den Wasserkreislauf und seinen Einfluß auf Atmosphäre, Ozeane und Landfläche modellieren, sowie Beobachtungstechniken entwickeln die experimentelle Daten liefern die als Basis für Wetter- und Klimavorhersagen dienen.

Ein Auszug aus dem Vorwort der Broschüre zu den Ergebnissen der Phase 1 des GEWEX Projekts zitiere ich, um zu zeigen, dass wir es hier mit Wissenschaft vom Feinsten zu tun haben.

The Global Energy and Water Cycle Experiment (GEWEX) of the World Climate Research Programme (WCRP), sponsored by the World Meteorological Organization (WMO), the International Council for Science (ICSU), and the Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC) of the United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO), has amassed an out- standing record of accomplishments during the first phase of its planned program. From bringing hydrology, land surface, and atmospheric sciences communities together, to showing the impor- tance of understanding soil moisture/atmosphere and cloud/radiation interactions and their param- eterization within prediction models, GEWEX has been on the leading edge of science since its inception. Pulling together the global data sets necessary for validation of our predictive models and fostering direct applications with water resources user groups have also provided significant advances in climate research.

Die Wolkenbedeckung aus der Sicht von GEWEX

Zur Wolkenbedeckung (CA = cloud amount) schreibt das GEWEX Projekt:

Global Energy and Water Cycle Experiment (GEWEX)

Water in its various forms plays a dominant role in nearly all aspects of the Earth’s climate system. As vapor, it is the Earth’s strongest and most plentiful greenhouse gas and a primary carrier of atmospheric energy. Clouds play competing roles in both warming and cooling the atmosphere depending on their composition and altitude. Precipitation controls soil moisture and runoff to the oceans. The cycle is closed by evaporation from both the land and the ocean to the atmosphere. The highest scientific priority for predicting climate change and the goal of GEWEX is to understand the full cycle of evaporation, cloud formation, and precipitation.

Da kann ich nur zustimmen. Wolken sind ein zentrales Element für unser Klima. Sehen wir uns deshalb zunächst die Hauptergebnisse des GEWEX Projektes an.

ISCCP has produced a 19-year (1983-2001) cloud and related parameter data set that is now available on CD-ROM or ftp from the Web site at http://isccp.giss.nasa.gov. These data sets and analysis products are being used to understand cloud dynamical behavior (especially as part of the GCSS Data Integration for Model Evaluation—http://gcss-dime.giss.nasa.gov), to determine cloud effects on the radiation budget, to examine cloud processes in the hydrological cycle, and to eluci- date cloud-climate feedbacks.

Die beiden Bilder zeigen zunächst die Wolkenverteilung auf der Erde und eine Abnahme der Wolkenbedeckung gegen Ende des 20. Jahrhunderts von ca. 1986 bis ca. 2000. Das sind die Daten auf denen Palle et al 2004 ihre Albedorekonstruktion aufgebaut haben die ich in Teil 1 vorgestellt habe. Die Abnahme der Wolkenbedeckung gegen Ende des 20. Jahrhunderts ist eines der Schlüsselergebnisse des GEWEX Projektes:

CA_GEWEX_99

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Key Results:

  • Established and maintained common radiance calibration standards for the entire weather satellite constellation.
  • Produced the first, globally complete, diurnally resolved cloud climatology.
  • Provided the first global measurements of cloud optical thicknesses.
  • Developed the global cloud properties used to reconstruct the complete radiation budget, showing that clouds reinforce the mean atmospheric circulation and damp the oceanic circulation.

Wolkenverteilung_GEWEX_100

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Überprüfung der Ergebnisse

In der Phase 2 des GEWEX wurde die Wolkenbedeckung weiter experimentell mit Hilfe von Satelliten ermittelt. Eine Zusammenfassung aller Messdaten ist in dem folgenden Bild gezeigt. Die ausgefüllten blauen Rechecke zeigen die Daten des ISCCP Projektes die eine feiner Auflösung haben als die anderen Satellitenmessungen. Diese Daten zeigen wie schon gezeigt eine deutliche Abnahme der Wolkenbedeckung von 1985 bis etwa 2000.

CAanomaly_104

 

 

 

 

 

Satellitendaten sollte man mit Vorsicht genießen, solange mögliche systematische und experimentell bedingte Messfehler nicht untersucht wurden.

Nachdem diese Kritik auch laut wurde hat sich das ISCCP dieser Kritik gestellt und ihr Datenprodukt einer kritischen Untersuchung unterzogen. Dabei wurden Änderungen in der Kalibrierung, Änderungen der geographischen Abdeckung, Änderungen der tag/Nacht Abdeckung sowie Änderungen des Beobachtungswinkels des Satelliten mit der Zeit untersucht, Das Ergebnis ist im Annex 2 des hier verlinkten Berichtes beschrieben: „Assessment of Global Cloud Data Sets from Satellites. A Project of the World Climate Research Programme Global Energy and Water Cycle Experiment (GEWEX) Radiation Panel“

Als Schlüsselergebnis ist darin beschrieben, dass etwa 1/3 der experimentell beobachten Abnahme der Wolkenbedeckung durch systematische Änderungen verursacht sein kann. Ich bin jetzt kein Klimaforscher, aber für mich heißt das, mindestens 2/3 könnten real sein.

ISCCP results including all daily observations are similar to the ones at 3:00 PM local observation time. Detailed investigations (Annex 2) on possible sources leading to spurious changes in the ISCCP CA time record show that, although they can change the magnitude of the slow CA variations by about one third, they cannot account for all of the variation.

Fazit

Die im folgenden Bild gezeigten experimentellen Ergebnisse des ISCCP Projektes haben einer kritischen Überprüfung standgehalten.

ISCCP_102

 

 

 

Die Wolkenbedeckung von 1985 bis 2000 hat in einem Maße abgenommen welches die Erwärmung in den letzten beiden Dekaden des 20. Jahrhunderts erklären könnte.

 

 

 

Wendet man die Methode von Palle et al. 2004 an, bestimmen wir daraus eine Albedoänderung, die in etwa 5 W/m2 an Änderung der absorbierten Solarstrahlung entspricht.

Das ist das experimentelle Ergebnis eines der Spitzenprojekte der experimentellen Klimaforschung. Da wundere ich mich schon, dass die von mir gezeigten Daten nicht an prominenter Stelle im jüngsten IPCC Bericht zu sehen sind. Vielleicht habe ich ja was übersehen.

Anscheinend bevorzugt das IPCC Klimamodelle gegenüber Experimenten, obwohl wir hier gesehen haben, dass die Klimamodelle mit Wolkeneigenschaften „getuned“ werden, das heißt an die vermeintliche „Realität“ angepasst werden bzw. die Wolkenbedeckung schlecht simulieren.

Quellen:

[1] GEWEX Accomplishments Phase 1: http://www.gewex.org/GEWEXAccompBroc.pdf

[2] Changes in Earth’s Reflectance over the Past Two Decades
E. Pallé, et al. Science 304, 1299 (2004); DOI: 10.1126/science.1094070

[3] Assessment of Global Cloud Data Sets from Satellites. A Project of the World Climate Research Programme Global Energy and Water Cycle Experiment (GEWEX) Radiation Panel.

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19 Kommentare
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  1. Vielen Dank Herr Heß für Ihre Arbeit. Mit Aufklärung erreichen wir aber nicht mehr, oder noch nicht wieder, die Bevölkerung.Die Gehirnwäsche hat vor allem in Deutschland zu gründlich gewirkt. Damit erreichen wir aber auch nicht mehr die Politiker, die der Mehrheit, den Wählern, hinterherlaufen und eben mit weiter so ihre Pfründe sichern. Der Knall kommt leider nachdem Mandat. Der „Endsieg“ der Ökoreligion und aller damit verbundenen Erscheinungen, ist nicht mehr aufzuhalten. Warten wir auf den Knall, die Deutschen haben darin Übung, der Rest der zu rettenden Welt ist ohnehin vorsichtiger/Klüger.

  2. Lieber Karl Reichart,

    Ich denke, wir sollten die beiden Sachen auseinanderhalten. Zum einen die Information, so wie sie hier von Günter Heß vermittelt wird, und zum anderen, die gesellschaftliche oder politische Bewertung. Das eine ist so wichtig wie das andere. Ja, manchmal baut sogar das eine auf dem anderen auf und wird wechselseitig benutzt um das jeweilig andere zu begründen.

  3. Zur Ansichtnahme

    http://www.eiscat.rl.ac.uk/Members/mike/Open%20solar%20flux%20data/OSFvars.png

    Sonne……..solar magnetic flux…….oder doch nur wieder eine Falle für Skeptiker?

    H.E.

  4. Danke, Herr Heß!

    … unter climate4you, Thema „cloud data“ sind die ISCCP-Daten weiter fortgeschrieben bis Dez. 2009. Ein starker Zusammenhang zwischen Wolkenbedeckung und der „Globaltemperatur“ wird dabei immer auffälliger.

    MfG

    G.Wedekind

  5. Lieber Herr Hess

    Interessanter Artikel. Mir als Laie stellt sich jetzt aber die Frage, was denn die Ursache der rückläufigen Wolkenbildung ist? Hat man diesbezüglich schon Vermutungen aufgestellt? Ich bin kein Sachkundiger, darum entschuldigen Sie, falls die Antwort auf meine Frage klar sein sollte.

    MfG
    S. Christensen

  6. Hllo herr Heß

    Sie schreiben:

    Wendet man die Methode von Palle et al. 2004 an, bestimmen wir daraus eine Albedoänderung, die in etwa 5 W/m2 an Änderung der absorbierten Solarstrahlung entspricht.

    Und das ist offenischtlich gewaltig.

    Mit den ISCCP CA Ergebnissen bestätigen sich auch die grundsätzlichen Aussagen der Trends von Palle (2008). An den Details kann man immer noch irgend welche Abweichungen finden, aber weit wichtiger ist, die Hauptaussage damit nicht zu verschleiern.

  7. Lieber Herr Wedekind,

    Mir sind die schönen Übersichten bei climate4you bekannt. Der Autor ist Klimaforscher. Damit kann und will ich auch nicht konkurrieren. Auch Nicht mit den schönen Artikeln die man von Herrn Krüger zu diesem Thema im Netz findet.

    Die ISCCP Daten wurden ja in der Vergangenheit auf SkepticalScience und anderswo kritisiert indem vermutet wurde, dass Messartefakte komplett die Abnehmende Wolkenbedeckung in den ISCCP Daten verursacht haben könnten. Das wurde in dem GEWEX Assesment untersucht und von den Autoren des GEWEX Assesment verworfen.

    Das ist die wichtige Kernaussagen des GEWEX Assesment und meines Artikels.
    Die ISCCP Daten haben Bestand. Das habe ich bisher noch nirgendwo so deutlich gelesen.
    Das ist die Botschaft meines Artikels.

    Trotzdem findet man die ISCCP Daten nicht im neuesten IPCC Bericht. Das ist in meinen Augen ein schweres Versäumnis .

    Grüße
    Günter Heß

  8. Lieber Herr Christensen,

    Die Vermutung die mir bekannt ist, ist eine natürliche Variation des Klimasystems die periodisch Auftritt und dazu führte, dass es in den letzten drei Jahrzehnten wärmer war als zuvor.

    Grüße
    Günter Heß

  9. Hallo Herr Landvoigt,

    Das ist genau der Punkt. Es existiert experimentell beobachtet eine alternative Erklärung für die Erwärmung von 1980 bis etwa 2000.

    Grüße
    Günter Heß

  10. Lieber Herr Reichart,

    Ich bin nicht so pessimistisch. Ich persönlich finde, dass vor allem das Beispiel mit der Wolkenbedeckung und der GEWEX Bericht zeigen, dass der IPCC Bericht selektiv berichtet. Gefühlt glaube ich das das vielleicht sogar unbewusst geschieht, da möglicherweise Klimmodellierer überrepresentiert sind. Ich finde es wichtig das aufzuzeigen und zu mindestens mit unseren bescheidenen Mitteln darzustellen. Was in der politischen Öffentlichkeit daraus wird, ist ungewiss und wenn geschieht es langsam.

    Grüße
    Günter Heß

  11. Herr Heß,

    Es existiert experimentell beobachtet eine alternative Erklärung für die Erwärmung von 1980 bis etwa 2000.

    dies ist nur eine mögliche Erklärung. Die politisch bestellte pseudowissenschaftliche Erklärung mit der Hauptursache CO2 , vom Menschen verursacht, ist keine Erklärung sondern eine Lüge.

    Auch die Wolkenbedeckung kann nicht alle Beobachtungen, z.B. von Schlüchter und Mangini, erklären.
    Gletschervorstöße anfang der 80er, gegensätzliche Trends auf Nord-u. Südhalbkugel in der Vergangenheit, die Alpen waren in den letzten 10000 Jahren zu 60% weitgehend Gletscherfrei…..

    Mathematisch stelle ich mir das Klimageschehen als einen Komplex von zig offenen Regelkreisen vor, der nicht mal annähernd mathematisch beherrscht werden kann.

    Gefühlt glaube ich das das vielleicht sogar unbewusst geschieht, da möglicherweise Klimmodellierer überrepresentiert sind

    Einverstanden, wenn Sie das so fühlen.
    Ich fühle, es ist ein organisierter Betrug, für den es zahlreiche Anhaltspunkte gibt.

  12. Hallo Günter

    Gefühlt glaube ich das das vielleicht sogar unbewusst geschieht, da möglicherweise Klimmodellierer überrepresentiert sind.

    Und ich finde, das ist völlig normal. Jeder von uns nimmt Nachrichten oder Ergebnisse bereitwillig an, wenn sie ins Bild passen. Natürlich wird ein Naturwissenschaftler auch skeptisch seinen eigenen Schlussfolgerungen sein, schon allein deswegen, weil er eine Reputation zu verlieren hat, wenn andere ihm Fehler aufzeigen. Doch wie weit geht diese Skepsis? Und ist in einem Meinungsklima in dem die political correctness wichtiger scheint für die Karriere, und keine Gefahr für die Reputation besteht, da das empfundene Meinungsklima auch andere beeinflusst.

    Das sind ja alles immer Abwägungsprozesse, die auch unterbewusst ablaufen. Man muss nicht immer gleich Böswilligkeit unterstellen. Aber die Frage ist natürlich schon, inwieweit die Klimamodellierer unter politischen Druck stehen. Zuerst haben sie die Katastrophe an die Wand gemalt, dann ist die Politik darauf angesprungen, nun können sie nicht mehr so einfach zurück.

    Um aus der verfahrenen Situation heraus zu kommen, braucht es vielleicht einen Prügelknaben, irgend jemanden, irgend etwas , was beschuldigt werden kann.

    In Asien habe ich gelernt, das man in einem Disput dem Gegenüber immer eine Hintertür offen lassen muss, damit dieser seine Postion ohne Gesichtsverlust verlassen kann. Und die Klimamodelle könnten eine solche Hintertür sein, da sie einfach zu komplex geworden sind, und letztlich niemand dafür verantwortlich gemacht werden kann, wenn die Voraussagen nicht stimmen.

  13. Hallo Quentin,
    es gibt aber noch andere Aspekte die ich beobachte.
    Zum Einen kostet es weniger Ressourcen ein Klimamodell laufen zu lassen, als ein globales Satellitenexperiment durchzuführen. Dadurch entstehen in der Fachliteratur in einem Jahr mehr Artikel die sich auf Modelle beziehen als auf globale Experimente.
    Zum Anderen gibt es meiner Beobachtung nach einen seltsamen Effekt. Wenn ein experimenteller Naturwissenschaftler ein Experiment veröffentlicht, welches sich als falsch erweist nimmt seine Reputation sehr leicht Schaden. Werden aber Ergebnisse veröffentlicht von Klimamodellen die sich als falsch erweisen sagt irgendwie jeder, das das ja klar war, weil es ein Modell war und der Wissenschaftler benutzt einfach das nächste Modell.
    In den Medien aber werden die Ergebnisse von Modellen sehr viel absoluter verkauft, als die Wissenschaft sie wohl selber ernst nimmt.
    Grüße
    Günter

  14. Hallo Quentin Quencher @12

    Sie schrieben:

    Das sind ja alles immer Abwägungsprozesse, die auch unterbewusst ablaufen. Man muss nicht immer gleich Böswilligkeit unterstellen. Aber die Frage ist natürlich schon, inwieweit die Klimamodellierer unter politischen Druck stehen. Zuerst haben sie die Katastrophe an die Wand gemalt, dann ist die Politik darauf angesprungen, nun können sie nicht mehr so einfach zurück.

    So sehe ich es auch. Selbst wenn es bewusste Fälschungen und unseriöse Wissenschaftler gibt, so ist es doch wenig hilfreich, auf moralische Fehlleistungen und Böswilligkeit zu argumentieren. Denn derartige Vorwürfe werden meist reflexartig zurückgewiesen und mangels Nachweis ergeben sich Grabenkampf-Situationen. Wenn allerdings derartige Vorwürfe als Antwort auf entsprechende Angriffe der Gegenseite erfolgen, sind diese als berechtigte Tu Quoque zu verstehen und dienen eher der Neutralisierung des Angriffs.

    Interessant sind eher die Bewegungen zwischen den Lagern: Wer wechselt? Im Besonderen denke ich an RICHARD A. MULLER. Der sich selbst als bezeichnete.
    Der Artikel
    The Case Against Global-Warming Skepticism ist noch recht neutral, aber The Conversion of a Climate-Change Skeptic lässt an Mullers Meinung keinen Zweifel.

    Zwar kann man bezweifeln, ob er sich jemals zu den Skeptikern zählen durfte, aber das ist sekundär. Si schrieb er:
    bereits 2004 zu Mann’s Hockey Stick:

    He went on to state „If you are concerned about global warming (as I am) and think that human-created carbon dioxide may contribute (as I do), then you still should agree that we are much better off having broken the hockey stick. Misinformation can do real harm, because it distorts predictions.“[

    Es wundert, wie er da von einer Konversion sprechen kann. Und noch mehr wundert mich seine Argumentation. Immerhin ist er ein hochdekorierter Professor. Aber seine Argumente erscheinen mir eher die eines recht blutigen Laiens zu sein, bei denen bereits ich vielfach sehr viel mehr weiß.

    Was also treibt Menschen dahin, Dinge zu behaupten, die keine hinreichende sachliche Belege haben? Fällt auch der Informierte auf Propaganda herein?

  15. Zur Einnerung:

    A consistent reduction in cloud height would allow Earth to cool to space more efficiently, reducing the surface temperature of the planet and potentially slowing the effects of global warming. This may represent a „negative feedback“ mechanism -- a change caused by global warming that works to counteract it. „We don’t know exactly what causes the cloud heights to lower,“ says Davies. „But it must be due to a change in the circulation patterns that give rise to cloud formation at high altitude.“

    NASA Satellite Finds Earth’s Clouds are Getting Lower

    Ferner:

    Water vapour is the single most important greenhouse gas, wherefore it is interesting to note that global warming since 1978 apparently terminated in 1998, simultaneously with the step-like decrease in atmospheric water vapour content. Global climate models forecast an increasing amount of atmospheric water vapour along with global temperature increase.

    Climate and clouds

  16. Martin Landvoigt schrieb am 18. Juli 2014 12:10:

    Hallo herr Heß

    Sie schreiben:

    Wendet man die Methode von Palle et al. 2004 an, bestimmen wir daraus eine Albedoänderung, die in etwa 5 W/m2 an Änderung der absorbierten Solarstrahlung entspricht.

    Und das ist offenischtlich gewaltig.

    Gewaltig, wenn man die Methode von 2004 anwendet. Aber eigentlich war eines der Ergebnisse der Diskussion des letzten Artikels, dass Palle in 2008 ein Update nachgeschoben hat, in der die Albedoänderungen nicht mehr so groß sind. Wenn ich da nichts falsch interpretiert habe, sind die Albedoänderungen nur noch halb so groß, was dann nur noch 2,5W/m^2 entsprechen würde. Und das wiederum passt zu dem, was im IPCC AR4 basierend auf den ISCCP Daten (ISCCP FD) berichtet wird: -2.4W/m^2 TOA SW (top of atmosphere, short wave).

    Und die schreiben dann sogar etwas vergleichbares zu dem, was Herr Heß hier zum Ausdruck bringen will:

    Since most of the net tropical heating of 1.4 W m–2 is a decrease in reflected SW radiative flux, the change implies a similar increase in solar insolation at the surface …

    (Tropical, da sich die Daten auf die Tropen beziehen; 1.4W/m^2 da den 2,4W/m^2 weniger reflektierter SW Strahlung eine größere Abstrahlung an der TOA gegenüberstehen und wohl nicht alles, was an TOA ankommt auch unten auf der Oberfläche ankommt.)

    Das steht übrigens im gleichen Kapitel, in dem auch Palle 2004 diskutiert wird, das angeblich ignoriert wurde. Und man findet im AR4 auch jede Menge Referenzen auf die ISCCP Daten. Nur kommen die zu nicht ganze so drastischen Schlüssen, wie Herr Heß hier. Aber wenn Herr Heß sich hier mal von Palle 2004 lösen würde und Palle 2008 anwenden würde, käme er IMHO auch in den Bereich der Zahlen, die im AR4 aus den ISCCP Daten abgeleitet werden.

    (AR4 hat übrigens ein Kapitel, das allein den Sattelitengestützten Wolken beobachtungen gewidment ist und in dem auch die 4% Verringerung in „Cloud Cover“ von 87-2001 erwähnt und diskutiert wird)

  17. Lieber Herr Müller,

    das Palle et al. 2004 Paper bietet und bot damals eine alternative Erklärung für die Erwärmung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es ist im Science Magazin erschienen und meines Wissens haben Palle et al. ihre Ergebnisse zur Albedo nicht zurückgezogen. Wir können uns gerne darauf einigen, dass die Zahlen von Palle et al. zu hoch ausgefallen sind. Das hat er dann ja 2008 nach dem IPCC AR4 korrigiert. Und sie haben Recht im IPCC AR4 wurden die Daten auch zitiert, wenn gleich ich finde dass experimentelle Daten von dieser Qualität ein Bild verdient gehabt hätten. Klimamodelle bekommen ja ein ganzes eigenes Kapitel mit Bildern.

    In der Summary for Policymakers des IPCC AR4 steht von diesen experimentellen Daten und Ergebnissen jedoch kein Wort. Stattdessen:

    Most of the observed increase in global average temperatures since the mid-20th century is very likely due to the observed increase in anthropogenic greenhouse gas concentrations.[12] This is an advance since the TAR’s conclusion that “most of the observed warming over the last 50 years is likely to have been due to the increase in greenhouse gas concentrations”. Discernible human influences now extend to other aspects of climate, including ocean warming, continental-average temperatures, temperature extremes and wind patterns (see Figure SPM.4 and Table SPM.2). {9.4, 9.5}

    Das bedeutet, dass die experimentellen Daten des ISCCP zur Wolkenbedeckung vom IPCC für ihre Zusammenfassung für die Politiker ignoriert wurden.

    Grüße
    Günter Heß

  18. Günter Heß schrieb am 23. Juli 2014 05:00

    Lieber Herr Müller,

    das Palle et al. 2004 Paper bietet und bot damals eine alternative Erklärung für die Erwärmung in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Es ist im Science Magazin erschienen und meines Wissens haben Palle et al. ihre Ergebnisse zur Albedo nicht zurückgezogen.

    Da sich das eher auf Palle bezieht, habe ich meine Antwort im Teil 1 gepostet: Marvin Müller 23. Juli 2014 10:51

  19. mit den Wolken ist es nämlich noch weit komplizierter!

    das diese auf die bodennahe Temperatur wärmend als auch kühlend wirken können, ist allgemein bekannt.

    Die erste Differenzierung betrachtet die Wolkentypen. Also Cumulus, Stratus, Cirrus etc. und all die Subtypen.
    Global gemittelt mehr an dünner Cirrus Bewölkung ergibt z.B eine geringfügige Erwärmung, mehr Cumulus mediocris, Cu congestus od. Cb´s im Mittel eine Abkühlung.
    Das wäre aber noch nicht so schlimm. Dazu kommt die geographische Breite als auch die Jahreszeit. Allgemein erfahren Regionen um 50°N die stärkste Kühlung durch Wolken. In polaren Gebieten wirken alle Wolken erwärmend (Jahresmittel), in den Tropen ist man sich noch sehr unsicher, wenngleich stark konvektive Bewölkung dort im Mittel eher zu einer Abkühlung führen soll. Selbst in Deutschland zB. führen in den Monaten Dez. und Jänner stratiforme Wolken eher zu einer Erhöhung der Tagesmitteltemperatur, im Sommer zu einer deutlichen Abkühlung.
    Alles sehr komplex. Das IPCC gibt die forcing Schätzungen über die LOSU an, mit großen Unsicherheitsbalken.

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