Der vorzeitige Todesfall als Herrschaftsinstrument unserer Zeit

13. März 2017 | Von | Kategorie: Artikel, Gesundheit, Mobilität, Ökologistische Mythen

ego150Uns plagt eine Geißel, deren Herkunft und Wirkung weitgehend unbekannt sind. Gemeint ist der sogenannte „vorzeitige Todesfall“, eine gedankliche Konstruktion, auf deren Basis umfangreiche regulatorische Eingriffe der Politik möglich werden, die nicht nur die Wertschöpfungsmöglichkeiten der Wirtschaft begrenzen, sondern auch tief in die private, individuelle Lebensgestaltung eingreifen. Wer sich fragt, warum selbst ursprünglich freie und liberale Demokratien in vielen Aspekten zunehmend diktatorisch agieren, wird beim „vorzeitigen Todesfall“ fündig. Perfide an diesem Konzept ist sein vordergründig fürsorglicher Charakter. Wer will schon vor der Zeit sterben? Wer möchte nicht so lange wie möglich bei bester Gesundheit leben? Für wen ist nicht der Tod eines Freundes, eines Angehörigen oder Partners ein tragisches Ereignis, auf das man gut verzichten kann? Der Staat, so die mit dem „vorzeitigen Todesfall“ verknüpfte Botschaft, setzt sich mit aller Macht dafür ein, unser Wohlergehen und das unserer Lieben zu erhalten. Damit niemand vor der Zeit dahinscheidet. Und dagegen kann man schwer opponieren. Obwohl es nicht die ganze Wahrheit ist.

Denn sterben müssen wir alle. Bislang kann keine Macht der Welt etwas daran ändern. Natürlich wird an Technologien gearbeitet, die Alterung und körperlichen Verfall bremsen und uns vielleicht sogar die relative Unsterblichkeit ermöglichen, in der allein ein Unfalltod ins Jenseits führt. Aber noch ist es nicht so weit. Irgendwann versagen das Herz oder andere lebenswichtige Organe und die potentiellen Auslöser dafür sind unüberschaubar vielfältig. Im allgemeinen Sprachgebrauch ist ein „zu früher Tod“ auf sehr schwammige und gleitende Weise mit dem Lebensalter verknüpft. Von Amts wegen aber gibt es eine klare Grenze. Und die liegt bei 75 Jahren. Wer dieses Alter erreicht, so sehen es die diversen Gesundheitsbehörden, der hat es geschafft. Der stirbt nicht vorzeitig. Alle anderen sind aus dieser Perspektive Opfer ihrer Lebensweise oder ihrer Umwelt. Das möchte der Staat nicht hinnehmen. Warum nicht, ist aus guten Gründen nirgends beschrieben. Denn der „vorzeitige Todesfall“ hat mit Fürsorge in Wahrheit nichts zu tun. Er ist lediglich ein Instrument zur Durchsetzung ideologischer Interessen.

Spannend für die Behörden sind dabei gerade nicht die Todesfälle, deren Ursachen klar auf der Hand liegen, also Unfälle, Unglücke oder genetische Dispositionen. Viel interessanter sind solche, bei denen der Wirkungszusammenhang auf individueller Ebene unklar ist und möglicherweise mehrere Faktoren zusammenkommen. Denn solche Fälle eröffnen Interpretationsspielräume und bieten Chancen für statistische Fiktionen, aus denen Maßnahmen abgeleitet werden können, die politisch opportun und daher hilfreich erscheinen. Warum ein scheinbar gesunder Mensch im besten Alter plötzlich eine Herzattacke oder einen Schlaganfall erleidet, warum er plötzlich an Krebs erkrankt, das weiß man in der Regel nicht. Der menschliche Körper ist ein komplexes System miteinander verknüpfter Regelkreise, in der eine kleine Störung meist folgenlos bleibt, mitunter aber auch schwere Probleme verursachen kann. Was nun hat den Infarkt eigentlich entscheidend begünstigt? Übergewicht, Bluthochdruck, Tabak, Alkohol, Diabetes, eine andere Vorerkrankung oder gar ein Feinstaubpartikel? Und falls letzteres zutrifft: Welches Teilchen war es denn und aus welcher Quelle stammt es?

Feinstaub – ein konstruierter Killer?

Im Jahr 2012 seien nahezu drei Millionen Menschen weltweit durch die Aufnahme von Feinstaubteilchen mit einer Größe von bis zu 2,5 Mikrometer vorzeitig gestorben, meldet die Weltgesundheitsorganisation WHO in einer vielbeachteten Studie. Genau gesagt waren es 2.975.400, davon 26.160 in Deutschland. Woher wissen die das?

Sie wissen es nicht. Die Sicherheit in dieser Frage ist nur vorgetäuscht. Schließlich hat man nicht alle der 2.975.400 Leichen wieder ausgegraben und die genauen Zusammenhänge ihres Sterbens im Detail analysiert. Das wäre ohnehin aussichtslos, da viele der physiologischen Zusammenhänge in Verbindung mit den betrachteten Atemwegserkrankungen, mit Lungenkrebs oder dem Herzinfarkt nach wie vor unklar sind. Da stellen sich Fragen nach Vorerkrankungen, nach dem allgemeinen Lebenswandel und nach sonstigen Belastungen. Die behandelnden Ärzte könnten die Details über den Einzelfall wissen, die Angehörigen auch. Wichtige Informationen, die auf dem Weg vom individuellen Ereignis zu einer aggregierten gesamtstaatlichen Statistik schlicht verlorengehen. In Deutschland beispielsweise wird nicht einmal erhoben, ob ein an Lungenkrebs Verstorbener tatsächlich Raucher war, oder nicht.

Die Behauptung der WHO basiert vielmehr auf einem Rechenmodell, dessen Grundlage Kohortenstudien aus der Epidemiologie darstellen. Man betrachtet in solchen Erhebungen beispielsweise zwei definierte Gruppen, von denen die eine einem vermuteten Risikofaktor, hier dem Feinstaub, besonders ausgesetzt ist, und die andere nicht. Stellt man für die exponierte Gruppe eine höhere Erkrankungsrate an Lungenkrebs fest, als für die andere, kann man Feinstaub als Auslöser der Krankheit vermuten. Sterben von hundert Feinstaubexponierten zehn an Lungenkrebs, von hundert nicht Belasteten aber nur einer, so ist das Erkrankungsrisiko der ersten Gruppe um einen Faktor zehn höher, als das der zweiten. Der Kern der Vorgehensweise der WHO besteht in der Umkehrung dieses Resultats in die Ausgangshypothese, von elf Lungenkrebsfällen unter den insgesamt betrachteten zweihundert Personen seien zehn mit großer Sicherheit auf Feinstaub zurückzuführen. Aus der Kombination solcher Risikoverhältnisse mit Messungen zur Feinstaubbelastung und mit amtlichen Todesfallstatistiken für Erkrankungen der Atemwege, für Herzattacken, für Lungenkrebs in einem komplexen statistischen Modell ergibt sich dann eine Zahl. Wobei die WHO wenigsten noch eine Fehlermarge angibt. Es sind vielleicht nicht genau 26.160 Menschen in Deutschland im Jahr 2012 an der hiesigen Feinstaubbelastung gestorben, sondern mindestens 12.729 und höchstens 34.229. Vorzeitig wohlgemerkt, also vor ihrem 75. Geburtstag.

Eine Steilvorlage für Politik und Medien, auf deren Basis eine Korrelation zu einer Kausalität und ein Risikofaktor zu einer Todesursache erklärt werden können, was in vielerlei Hinsicht nützlich ist.

Manch dumme Idee erhält auf diese Weise eine zusätzliche Rechtfertigung. Man denke nur an die Energiewende oder an die Forderung, Verbrennungsmotoren zu verbieten. Neue Ängste liefern neue Möglichkeiten der Mobilisierung. Mit Vorschlägen zur Risikominimierung vermag sich ein Politiker als besonders verantwortlich zu verkaufen. Vorschläge, die von weiteren Fesseln für die Industrie bis hin zu individuellen Verhaltensvorschriften reichen. Wenn Feinstaub so gefährlich ist, dann müssen eben seine Quellen ausgetrocknet werden, die zu einem großen Teil in der Verbrennung fossiler Kohlenwasserstoffe bestehen. Für Ideologen, die von der Ökodiktatur und dem Nanny-Staat träumen, ist dieses Thema ein wertvolles Geschenk.

Und es endet nie. Da jedes einzelne Partikel bei einer entsprechenden Verquickung ungünstiger Umstände zum Tode führen kann, wird kein Grenzwert jemals ausreichend niedrig sein. Neben Feinstaub bieten auf diese Weise auch andere Luftschadstoffe wie Stickoxide, Schwefeloxide, Kohlenmonoxid und Ozon sowie zahllose Chemikalien existenzsichernde Beschäftigungsmöglichkeiten für Politik und Verwaltung. Die Übergänge von wohlmeinenden Empfehlungen über Gängelei und neue Gesetze bis hin zur Tyrannei sind dabei fließend.

Heilung statt Vorsorge  

Der vorzeitige Todesfall liefert eine Strategie mit der Garantie, ewig eingesetzt werden zu können. Erstens wird es all die vielen mit seiner Hilfe dämonisierten Schadstoffe immer geben, solange Menschen existieren und irgendeine Art von Technik zur Verbesserung ihrer Lebensumstände nutzen. Zweitens steigt die Zahl der vorzeitigen Todesfälle zwangsläufig mit zunehmender Bevölkerungszahl, was gegenwärtig vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer trifft. Und drittens bietet selbst eine steigende Lebenserwartung die Möglichkeit, noch mehr Panik zu schüren.

Weil sich die Grenze, bis zu der von „vorzeitig“ gesprochen wird, entsprechend anpassen läßt. Noch vor zwanzig Jahren starben Menschen „vorzeitig“, die nicht mindestens ihren 65. Geburtstag feiern konnten. Dann rechnete man eine kurze Zeit mit 70 bis schließlich die heute gültigen 75 Jahre etabliert wurden. Auf die Zählung der mit der Zeit gewonnenen Lebensjahre verzichtet man wohlweislich, denn dadurch würde die Absurdität der Orientierung politischer Maßnahmen am „vorzeitigen Todesfall“ erst recht deutlich.

An meiner Magnettafel im Büro hängt eine Karikatur, die in vielen unterschiedlichen Versionen im Netz kursiert. Zwei Steinzeitmenschen sind auf ihr zu sehen, die sich über ihre Lebensumstände austauschen. Wir atmen saubere Luft, sagt der eine zum anderen, haben viel Bewegung und essen nur ökologisch erzeugte Produkte. Trotzdem wird kaum jemand älter als Dreißig. Irgendwas machen wir falsch. Aber was?

Das Risiko gehört zum Leben dazu. Vom Zeitpunkt seiner Geburt an beginnt jeder Mensch nicht nur zu altern, sondern ist auch zahlreichen Attacken seiner Umwelt ausgesetzt. Krankheitserreger in großer Vielfalt stürzen sich auf ihn, Schadstoffe und Gifte natürlichen wie künstlichen Ursprungs gelangen über den Stoffwechsel in seinen Körper. Das alles ist letztendlich unvermeidbar, die einzig wirklich wirksame Vorsorge dagegen wäre, erst gar nicht auf die Welt zu kommen. Selbst in einer Umgebung völlig ohne Feinstaub werden Menschen aus den ein oder anderen Gründen an Lungenkrebs erkranken. Die Statistiken der WHO nutzen den Betroffenen dann nichts. Statt den „vorzeitigen Todesfall“ zur Grundlage einer postfaktischen, an statistischen Korrelationen orientierten Gesundheitspolitik zu machen, sollte der Fokus auf der Entwicklung von Heilverfahren für den konkreten, individuellen Einzelfall liegen. Allein dafür sind epidemiologische Studien geeignet. Sie zeigen der medizinischen Forschung die Richtung, in der man suchen sollte, um genaue Wirkmechanismen aufzudecken und Diagnose- und Therapieverfahren zu entwickeln. Was bei Pest, Pocken und Polio einst gelungen ist, sollte doch bei Krebs, Atemwegs- oder Herzkrankheiten ebenfalls möglich sein.

Fossile Energieträger sind die Basis unseres heutigen Wohlstandes. Der nicht nur die Erfüllung von Grundbedürfnissen nach Nahrung, Wohnraum, Kleidung und Hygiene sichert, sondern auch Investitionen in neues Wissen und neue Technologien ermöglicht, insbesondere in der Medizin. Wir werden überhaupt erst alt genug, um uns über Feinstaub Gedanken zu machen, weil wir ihn produzieren. Und können uns nun entscheiden, was wir lieber wollen. Eine Welt der Fahrverbote, oder eine Welt, in der Lungenkrebs nicht mehr als eine Unannehmlichkeit vergleichbar einem herkömmlichen Schnupfen darstellt.

Der Artikel erschien im Dezember 2016 in meiner Kolumne bei Tichys Einblick. Siehe dazu auch Holger Douglas: Feinstaub, eine Posse.

 

Greenpeace-Protest gegen Feinstaub aus Dieselmotoren, Hannover, Februar 2017

Greenpeace-Protest gegen Feinstaub aus Dieselmotoren, Hannover, Februar 2017


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33 Kommentare
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  1. „Die behandelnden Ärzte könnten die Details über den Einzelfall wissen, die Angehörigen auch.“ Ein Herzinfarkt ist ein Herzinfarkt. Es findet sich kein Arzt, der auf der Sterbeurkunde mehr angeben kann, als die endgültige Todesursache. Was den Herzinfarkt ausgelöst hat, wird weder der jahrelange Hausarzt noch eine Obduktion klären können, insbesondere was den Feinstaub betrifft.
    Ich habe die Sterbeziffern (Todesfälle pro 1000 Einwohner) der 24 Schweizer Kantone für Herzinfarkte aufgezeichnet. die Werte umfassen eine Spanne zwischen 6 und 12, je nach Kanton. Bei der Grösse der Schweiz lässt sich dieser Unterschied wohl weder am Feinstaub noch am Tabakgenuss festmachen.

  2. Die Grünen und Greenpeacler sind vor allen eins, Stadtpflanzen. Auf dem Land sind die kaum zu finden. Ist denen zu langweilig und nicht multikulti genug. Seit 3 Jahrzehnten atmet die grüne Klientel den Feinstaub und Smog in den Städten ein, anstatt aufs „sichere Land“ zu ziehen. Jetzt, wo wir die geringsten Feinstaubemissionen seit der Industrialisierung haben, machen die mit der WMO das Fass Feinstaub auf.

  3. Und das Klientel, das sich über Feinstaub aufregt und auf die Straße rennt, zieht in der Freizeit genüsslich an der Sheesha, oder einen Joint durch und betreibt Holzfeuerstellen. 😉

    Aber bekanntlich macht nur Feinstaub aus Dieselmotoren krank. 😉

  4. PS

    Und wer demonstriert eigentlich gegen die Kreuzfahrtschiffe, die mitten im Hamburger Hafen einlaufen und ihre Motoren betreiben, mit Schiffsdiesel, oder Schweröl? Außer der NABU?

    http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Kreuzfahrtschiffe-NABU-beklagt-Abgase-an-Bord,nabu318.html

    Demnach ist eine Kreuzfahrt gesundheitsschädlich und lebensgefährlich.

  5. PPS

    http://www.ndr.de/nachrichten/hamburg/Kreuzfahrt-Abgase-NABU-sieht-kaum-Fortschritte,nabu304.html

  6. Zum Feinstaubrückgang:

    https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/378/bilder/image008.jpg

  7. Jetzt, wo wir die geringsten Feinstaubemissionen seit der Industrialisierung haben, machen die mit der WMO das Fass Feinstaub auf.

    Der ganzen grünen Mischpoke samt NGO’s gehen halt die existenzbegründenden (echten) Probleme, bzw. die lukrativen Geschäftsmodelle zur Versorgung ihrer Studienabbrecher aus.

    Bin mal gespannt, wann die das schädliche, oxidative Potential von Sauerstoff auf das Erbgut entdecken… oder nach LNT berechnen, wie viele Menschen dem Stickstoff zum Opfer fallen (Stickstoffhypoxie), und auch Wasser hat eine Letaldosis von 6 Litern: Wie viele „vorzeitige Todesfälle“ ereignen sich wohl aufgrund einer Tagesexposition von 1/3 der Letaldosis von 2 Liter? Fragen ????

  8. @FK 9 Pilot #7

    Wie viele „vorzeitige Todesfälle“ ereignen sich wohl aufgrund einer Tagesexposition von 1/3 der Letaldosis von 2 Liter? Fragen ???

    Wein, Schnaps ? Allohol is eine Droooge !

  9. Einfach mal eine Praxistest machen:

    EURO5 Diesel BMW320D BJ2013 ca. 140tkm

    Einmal mit dem Finger in den Auspuff, und dann in die vordere Felge:

    Feinstaub

    Eigentlich müsste man Bremsen und Reifen verbieten.

    Wer in Tempo 30-Zonen, und damit rechts vor links anordnet, muss sich nicht wundern, das vor jeder Kreuzung gebremst und danach wieder beschleunigt wird, daß dabei Lärm und Feinstaub zunehmen.

    Und von Stuttgartern habe ich gehört, dass hunderte LKW ohne Abdeckplane den Aushub von „Stuttgart 21“ durch die Stadt transportieren.

  10. @ #8 Krishna Gans

    Wein, Schnaps ? Allohol is eine Droooge !

    Oh, sehr scharfsinnig. Was ist jetzt Ihre Aussage? Daß Alkohol eine Droge ist? Gut, daß ich es nun dank Ihnen weiß, vielen Dank! Wenn Sie mir jetzt noch den Zusammenhang mit Ihrem Zitat erläutern, wäre ich sehr erfreut.

  11. Hallo Herr Heller,

    vielen Dank für diesen Artikel. Er fördert die vor vielen Jahren beginnende und derzeitige Mehrheitsgeisteshaltung unserer Gesellschaft und Politik treffend zu Tage. Es wäre schön, wenn sehr viele Menschen dies lesen und sich mal Gedanken machen, was sie da täglich veranstalten, wen und was sie unterstützen, welch unsägliche Ideen und Forderungen pausenlos vom Stapel gelassen werden und ob uns das allen wirklich nützt. Die Gängelung, der Dirigismus, das moralische Getue. Der Devise „Leben und leben lassen“ wieder mehr Raum zu verschaffen, täte allen gut! In jeder Hinsicht.

    Aber ich fürchte, die Weisheit von Dieter Bohlen („Erklär mal einem Bekloppten, daß er bekloppt ist“) wird noch länger nicht auf fruchtbaren Boden fallen. Es wird wohl wieder erst mal was passieren müssen (Krieg, Bürgerkrieg), damit einiges wieder auf Null gestellt wird. Wir werden dann erst mal eine Zeitlang keine Zeit zu solchen Spinnereien mehr haben, uns wieder mit ganz banalen, basalen Dingen beschäftigen müssen (sprich dem Kampf ums Überleben). Hatten wir das nicht schon mal, noch gar nicht so lange her? Meine Beobachtung ist, daß wir auf dem „besten“ Weg dorthin sind und das Irrsinnskarussell sich tagtäglich schneller dreht. Hoffentlich irre ich!
    Aber das Mantra der Deutschen (am deutschen Wesen soll die Welt genesen) scheint mir nicht so leicht ausrottbar. Die linksrotgrünen Gutmenschen zeigen es uns täglich.

  12. @Herbert Frankel #10

    Wenn Sie mir jetzt noch den Zusammenhang mit Ihrem Zitat erläutern, wäre ich sehr erfreut.

    Na dann trinken Sie mal 1/3 der Letaldosis H2O in Form von Wein oder Schnaps, dann wissen Sie was ich meinen könnte ;.)

  13. Wenn ich im Kollegenkreis frage, warum nun zum x-ten Male der Schwefelgehalt im Schiffsbrennstoff gesenkt werden muss, wo die Messwerte des Schwefeldioxidgehaltes in der Luft an schifffahrtsnahen Messpunkten, z. B Brunsbüttel, weit unter dem kritischen Wert liegen, herrscht brüllendes Schweigen.

  14. Wie stark müsste denn ein Hinweis auf eine Gefährdung, z.B. Feinstaub, sein, um regulatorische Eingriffe zu rechtfertigen?

  15. @ # 12 Krishna Gans:

    H2O in Form von Wein oder Schnaps trinken? Sie meinen wohl 2 Liter Wein oder Schnaps trinken. Na, sagen Sie das doch gleich. Sie haben nämlich was anderes gesagt. H2O läßt sich nicht „in Form von Wein oder Schnaps“ trinken, nur in Form von H2O. Und Wein oder Schnaps nur in Form von Wein oder Schnaps. 1 Liter Urin läßt sich auch nicht in Form von 1 Liter Champagner trinken, auch nicht als halber Liter oder als ein schöner Frühlingsanfang.

    Haben wir das jetzt ausgeschnapst? Lustigkeit kennt keine Grenzen, Lustigkeit kennt kein Pardon, was?
    Lustvoller wäre gewesen, wenn Sie etwas gehaltvolles zu # 7 gesagt hätten.

  16. Wie stark müsste denn ein Hinweis auf eine Gefährdung, z.B. Feinstaub, sein, um regulatorische Eingriffe zu rechtfertigen?

    @14 Gute Frage Herr Ullrich, andersrum gefragt: Wie stark waren denn die Hinweise (Studien) + Risikozuschlag, um die vorhandenen und festgelegten Grenzwerte zu rechtfertigen?
    Ich hab mir gestern Abend zum zweiten Male „Die Anstalt“ angesehen, auch zum Thema. Sonst gehört das zu meinen Lieblingssendungen, gestern nicht mehr.
    Josef Hader (österreichischer Kabarettist, Schauspieler, usw. ) hat’s mal so formuliert: Die Medien treiben jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf, sie müssen ja davon leben. Gute Satire setzt sich damit kritisch auseinander, schlechte Satire setzt sich mit auf die Sau.
    Also, wer hat warum die Grenzwerte für Feinstaub, Stickoxide, radioaktive Strahlung… (kann ergänzt werden) so festgelegt? Und was soll damit erreicht werden?

  17. @Herbert Frankel #15

    Lustvoller wäre gewesen, wenn Sie etwas gehaltvolles zu # 7 gesagt hätten.

    #7 war auch nicht so ernst gemeint, Sie dürfen auch gerne ausrechnen, wieviel Wasser in Wein oder Schnaps enthalten sind und sich überlegen, war’s der Alk oder das zuviele Wasser 🙂
    Ansonsten bin ich nicht zu Ihrer Belustigung hier, anhand Ihrer diversen Postings ist eher der Umkehrschluß zulässig, Sie sind zu (nicht nur) meiner Belustigung hier 🙂

  18. "Wie stark müsste denn ein Hinweis auf eine Gefährdung, z.B. Feinstaub, sein, um regulatorische Eingriffe zu rechtfertigen?"

    Ja, schlagen Sie was vor, samt nachvollziehbarer Begründung, nur mal z.B. für „Feinstaub“. Und erläutern Sie bitte, was ein „Hinweis auf eine Gefährdung“ sein soll. Meinen Sie eine Gefahr? Braucht diese noch einen Hinweis auf sich selbst, wenn sie existent ist? Gibt es also nur Hinweise auf eine Gefährdung, also mögliche Gefahren, die aber noch keiner verifiziert hat oder eine reale Gefahr? Welche? Und ab wann ist ein Hinweis auf eine Gefährdung „stark“ und wann noch nicht? Meinen Sie mit stark nachdrücklich? Also nachdrücklich vorgetragen? Von wem und von wievielen? Oder ab einer bestimmten Anzahl von Wiederholungen von Hinweisen? Und stellen Sie bitte klar, was sie mit „regulatorischen Eingriffen“ genau meinen, die ggfs. gerechtfertigt sind, wenn sie der Meinung sind, daß ab einem „starken“ Hinweis auf eine Gefahr ein solcher gerechtfertigt ist. Wenn nicht, dann bitte auch Klarstellung. Bitte!

  19. In war übrigens im Sommer letzten Jahres auf den „Eisbrecher“ Arctic Sunrise von Greenpeace. Genau der, der von den Russen gestürmt und interniert wurde. Der Fußtritt der Russen befindet sich noch auf der Tür zur Brücke.

    Ich fragte auf den Rundgang durchs Schiff, womit fährt das denn, bei den Kreuzfahrtschiffen gibt es ja auch ein Feinstaubproblem und teils fahren die noch mit Schweröl. Der Ober-Greenpecler erkälte mir, mit Schiffs-Diesel, wie sich herausstellte sogar noch Dieselmechanisch, nicht Dieselelektisch. Man arbeite aber daran das zu ändern. Ich konnte mir das Schmunzeln nicht verkneifen und wollte noch fragen, wie E-Antrieb? Oder Wind? Habe ich dann aber doch nicht gemacht.

    Die Hälfte der Besatzung haust im Unterdeck/ Ladedeck in Containern. Das Unterdeck ist mit Bauschaum isoliert, damit es in der Arktis den Leuten nicht zu kalt wird!

    Auf den Deck stehen mehrere Schlauch-Schnellboote, alle PS-kräftigen Außenbordern.

    Das zu Greenpeace, zum Foto zum Artikel.

  20. @Herbert Frankel #18
    Es ist nicht verboten, unter einer Leiter durch zu laufen, obwohl eine potentielle Gefährdung definitiv nicht zu verneinen ist.
    Sie dürfen auch über eine befahrene Straße gehen….

  21. zu # 17:

    Wow, jetzt haben Sie’s mir aber gegeben. Bin beeindruckt. Aber halt: Wenn Sie nicht zu meiner Belustigung da sind, dann war Ihr bisheriger Post also doch ernst gemeint. Aber wieder halt, er war ja nicht so ernst gemeint. Oder sind Sie zu aller Belustigung hier, nur nicht zu meiner? Also: was wollen Sie eigentlich sagen? Ich warte dann lieber mal ab, bis was ernst gemeintes kommt. Oder war das jetzt schon Ihr Ernst?
    Haben Sie eigentlich einen Auftrag aller hier Postenden, in deren Namen zu sprechen? Bleiben Sie jetzt aber bitte auf alle Fälle ernst!

    Trotz allem: Sie scheinen die Argumentation von # 7 nicht so recht verstanden zu haben. Deshalb paßt ihr nicht so ernst gemeint nicht so gut. # 7 hat völlig recht. Worüber wir noch vor wenigen Jahren müde gelächelt haben, ist heute bittere Realität (Ablaßhandel mit „Zertifikaten“) und wird nach allen Anzeichen noch schlimmer. Was hoffentlich nach den BT-Wahlen wieder zurückgeschraubt wird.

  22. @ # 20:
    Sie setzen also einen „Hinweis auf eine Gefährdung“ bereits mit einer potentiellen Gefährdung gleich?
    Gratuliere, werde Sie für den Preis „bedeutendster Denker des 21. Jahrhunderts“ vorschlagen.

    Erklären Sie mir doch bitte nur noch ganz kurz, was auf dieser Welt nicht eine potentielle Gefahr darstellt. Nur mal so, fällt Ihnen bestimmt ganz leicht. Ist nicht so schwer. Schütteln Sie sicher locker aus dem Ärmel.

  23. @ 19:

    Ja ja, die Greenpeaser, Wasser predigen, Wein trinken, die alte Leier.

  24. Peter Heller: Danke für den Artikel. Ich habe mich schon immer gefragt, woher denn die vielen Feinstaub-, NOx und Strahlungstoten denn kommen, wenn man sich auf keine Obduktionsergebnisse beziehen kann. Aber auch ausgeklügelte statistische Verfahren sind auf belastbare Basisdaten angewiesen. Wie benpal nannte, scheint das aber äußerst kritisch zu sein.

    Wäre es da nicht hilfreich, gerade jene Studien genauer zu prüfen, die hier diese Aussagen machen? Ich wäre für konkrete Verweise dankbar. Denn offensichtlich bleiben die Angaben zumeist unhinterfragt. Oder sind die tatsächlich so gut abgesichert, dass die kritische Rückfrage zu nichts führt?

  25. Mich würde ja mal eine Studie interessieren, die aufrechnet wie viele Menschen jährlich vorzeitig an einem Herzinfarkt ableben weil sie die Horror-Studien der WHO gelesen haben. 🙂

  26. immerhin gab es in den letzten 10 Jahren 59 Tote (echte, keine „Statistischen“ +100te Schwerverletzte) durch Biosprossen. Sollte uns das nicht den ganzen Bioanbau übedenken lassen?

  27. Lustig.

    shader greint wieder wie ein Waschweib und will dann Herrn Heller zum Bier einladen.

    http://scienceblogs.de/primaklima/2017/01/30/der-neue-dies-und-das-das-journal-of-alternative-facts-veroeffentlicht-den-ersten-klimawandelartikel/#comment-187966

    Die Leute begreifen ja noch nicht mal, dass wir heute die geringsten Feinstaub-Emissionen seit der Industrialisierung haben und sehen hinter jeder Stadtecke einen Feinstaubtorten. Leben selbst aber in der Stadt und ziehen nicht aufs Land. 😉

  28. PS

    Wäre auch mal ein Aufgabenfeld für einen Psychologen.

    Die Leute ängstigen sich vor Feinstaub und rennen dagegen auf die Straße, leben aber in der „smogbelasteten“ Stadt und fordern freien Sheesha- und Jointkonsum und betreiben Holzfeuerstellen.

    Und ich kenne auch keinen Grünen, der gegen Raucher auf die Straße gerannt wäre.

    Früher waren die Clubhäuser und Discos der Grünen und Alternativen alle verraucht. Z.B. Lila Eule in Bremen, Römer, etc.. Ebenso die Kommunen.

  29. PPS

    Und Räucherstäbchen haben die auch in den 70ern in den WGs und Kommunen verbrannt. Meine Schwester auch.

    Die rennt heute auch gegen Feinstaub, etc. auf die Straße.

  30. PPPS

    Dort wohnen übrigens die Grünwähler in Bremen. Mitten in der Innenstadt/ Viertel:

    https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/c/c2/B%C3%BCrgerschaftswahl_Bremen_2015.svg/800px-B%C3%BCrgerschaftswahl_Bremen_2015.svg.png

    Die CDU-Wähler wohnen in den ländlichen Stadtbereichen mit Wiesen und Weiden.

  31. PPPPS

    Und in den Bremer Grünenvierteln ist auch die Drogenkriminalität und Ausländerkriminalität am größten. Mit weiten Abstand. Das sehen die Leute aber nicht als Gefahr, aber Feinstaub.

  32. @ 31 Und als Bayer seit Geburt und jetzt im gefährdeten BW lebend: Eine ganze Menge von möglichen Gefahren sind in ihren Auswirkungen in Bayern seit Jahrzehnten wegen konsequenter Politik geringer als im Rest der Repubklik. Selbst mit Seehofer läuft es noch viel besser als in Bremen und anderen „Brennpunkten“.

  33. sehen hinter jeder Stadtecke einen Feinstaubtorten

    Ein Missverständnis der gutmeinenden Fraktion der Grünlinge -- basierend auf dem früheren Konsum von Italowestern: Diese können sich aufgrund ihrer pazifistischen post68er Sozialisation der friedensbewegten 80ger einfach nicht vorstellen, dass der im Kontext des Ablebens von Revolverhelden häufig fallende Ausdruck „Staubfressen“ („Byte the dust“), nicht die eigentliche Todesursache „äußere Gewalteinwirkung“, umschreibt -- diese wäre ja unvereinbar mit dem naiven Weltbild der Notwendigkeit schwangerengeeigneter Schützenpanzer mit Gendertoilette und Walldorfkita.

    Die kadermäßig besser geschulten suchen jedoch wohl schon prospektiv für die nahzukünftlich denkbarerweise hinter jeder Straßenecke liegenden „Einzelfallopfa“ eine politisch korrekte Todesursache: Die haben dann eben „Staub gefressen“ und endlich kann man die zahlreichen Toten deutscher (also auf dem Territorium der Bundesrepublik sich aufhaltender) Ingenieurkunst seit Rudolf Diesel fleischlich und nicht nur statistisch nachweisen und neben Fahrverboten auch klimaschonende Ausgangssperren verhängen.

    Eine ähnliche Dialektik beherrschte schon Stalin, der das Ausmaß des Verrats mit der Zahl der auf seinen Befehl erschossenen Verräter bewies. Warum sollten seine Urenkel einer anderen Logik folgen?

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