Die Sehnsucht nach Arkadien

18. Februar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen

Was wollen Ökologisten?
Von was träumen sie?
Was treibt sie an?

Meist wird ihnen unterstellt, sie wären einfach nur rückwärts gewandt, wollten die Zeit zurückdrehen.
Nichts wäre falscher.
Sie wollen nicht zurück, sondern in ein anderes Land: Nach Arkadien.

Arkadien01

Schon in der Antike war Arkadien ein mythischer Ort. Glückliche Hirten, so glaubte man, lebten dort frei und von der freundlichen Natur verwöhnt ohne Zwang und ohne Sorgen.

Nachdem Vergil das Land in Rom als entrücktes Ideal besungen hatte, geriet es im Mittelalter in Vergessenheit. Die Menschen suchten ihr Paradies im Jenseits.
Doch in der Renaissance erwachte die alte Sehnsucht wieder und im Barock erlebte sie eine Blüte.

Warum?

Sicherlich, weil es eine Art Archetyp ist, fest verankert im menschlichen Bewusstsein. Aber es gehört noch mehr dazu.
Im antiken Rom war es eine Überflussgesellschaft, die, sicher vor materiellen Nöten, in einer dekadenten Stimmung dem goldenen Käfig entfliehen wollte.
In der Renaissance wurde die Antike verehrt, die Menschen fühlten sich ‚wiedergeboren‘ nach der dunklen Zeit des Mittelalters, vor allem aber bildete sich wieder eine reiche, übersättigte Oberschicht, die erneut an der Grenze zur Dekadenz nach Fluchten suchte, Zwänge und Konventionen abstreifen wollte und sich nach dem ‚einfachen Leben‘ sehnte, von dem sie allerdings so weit entrückt war, dass sie gar nicht wusste, wie dieses Leben denn wirklich aussah.

Das galt besonders für die Kinder und Enkel der Renaissance, der Adelsgesellschaft des Barocks und des dekadenten Rokoko. Sie hatten geerbt, nicht erarbeitet und zelebrierten den Glanz ihres Stands durch Prunk und strenges Zeremoniell in einer hierarchischen Klassengesellschaft. Die Herrscher machten Gott den Thron streitig, den er im Mittelalter hatte und setzten sich selbst als absolute, ’sonnengleiche‘ Herrscher darauf und das Paradies wurde wieder als irdischer Platz der Lust und des Glücks gesucht.

Genauer: Das Paradies wurde errichtet, in den Gärten der Paläste.

Das Hameau de la Reine

Schaeferin01

Die Schäferin, laszives Idealbild einer übersättigten Aristokratie

 

Das ‚Dorf der Königin‘ war das Ideal dieser Kulissen, stilprägend für die ‚Schäferei‘ (Bergerie), wie diese Sehnsucht und dieser Lebensstil genannt wurde.

Es wurde abseits des geometrisch-höfischen Gartens von Versailles beim Schlößchen Petit Trianon gebaut und war streng abgeschirmt.

Man erholte sich von der Etikette des strengen Hofzeremoniells in ungezwungener Atmosphäre, spielte, machte Ausflüge, genoß das Leben und beneidete die einfachen Leute, die es doch so gut haben. Überlebt hat aus dieser Zeit das Wort ‚Schäferstündchen‘ für die amourösen Abenteuer, die sich bei diesem Zeitvertreib ergaben.

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Der Weiler der Königin, eine künstliche Idylle.

Hameau02

Die Mühle ist besonders bezeichnend: Nie wurde in ihr Korn gemahlen, das Rad ist nur eine Attrappe ohne Mahlwerk, der Mühlbach führt gar nicht genug Wasser.

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Die Molkerei: Kostbarer Marmor, Wasserspender aus Bronze. Von aussen waren die Häuser rustikal, krumm, bescheiden. Doch im Inneren herrschte Luxus wie in den Palästen, der jedoch leider bis auf Spuren die Zeiten nicht überdauert hat.

Im Weiler wurde von angestellten Statisten das Landleben nachgespielt. Es gab einen Bauern, Mägde, Vieh, es wurde gesät und geerntet. Aber nichts war echt, der Betrieb funktionierte nur, weil er hochsubventionert war.
Wenn die Königin Marie Antoinette Bäuerin spielte, benutzte sie Melkeimer aus Sèvres-Porzellan mit dem königlichen Wappen.

Doch nichts zeigt den Abgrund zwischen ihrer erträumten arkadischen Idylle und der Realität mehr, als Marie-Antoinettes Ausspruch „Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen!“

Zurück zur Natur und zum einfachen Leben wollten die ‚Schäfer‘ und ‚Schäferinnen‘ keinesfalls; sie wollten in eine Traumwelt entfliehen.

Arkadien wird bürgerlich

Waren im Rokoko noch die Schäfereien in abgelegenen Winkeln der ansonsten strengen höfischen Gärten versteckt, dehnte sich das künstliche Arkadien später aus und wurde zum beherrschenden Thema der Landschaftsgestaltung.
Diese Parks waren bewusste Symbole für ein verlorenes Paradies, sie waren Scheinwelt und Kulisse.

Park01

Versatzstücke aus Arkadien: Idylle, antikisierte Bauten und ‚Ruinen‘, mediterrane Atmosphäre, wie hier im Park von Stourhead, England.

Auch diese Parks waren durch Mauern streng von der äusseren Realität abgeschirmt und dienten als Bühne für ein schmachtendes Lebensgefühl der Oberschicht.

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Caspar David Friedrich drückt die romantische Sehnsucht nach einer Verschmelzung mit der Natur aus, betont Gefühle gegenüber dem Intellekt

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Carl Spitzweg zeigt, wie klein die Idylle des arkadischen Gartens im Biedermeier sein konnte.

Das ursprüngliche Adels-Sentiment verbürgerlichte sich mit dem Wandel zur Moderne, doch es ging nicht verloren, Ganz im Gegenteil wurde die Idylle gerade in der Zeit der Technisierung und Urbanisierung noch mehr zum Fluchtpunkt, die ‚gute alte Zeit‘ wurde romantisch verklärt, das ‚verlorene Paradies‘ gesucht.

Der engere Horizont der bürgerlichen Welt wählte auch neue, angepasstere Symbole, doch die Sehnsucht nach arkadischem Glück und Idylle blieb. Wer sich keinen Park hinter hohen Mauern als Bühne leisten konnte, suchte in der ‚Natur‘ nach passenden Kulissen oder wählte das nostalgische Dorf als Symbol des kleinen Glücks und der Sorglosigkeit einer genügsamen Behaglichkeit.

Doch auch Italien, das mit zunehmendem Wohlstand als Reiseziel für großbürgerliche Kreise zugänglich wurde, zehrte vom alten Ruf und das antike Mittelmeer wurde durch das ‚häusliche‘ Biedermeier keineswegs abgelöst,

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Wilhelm von Gloeden suchte in der mediterranen Antike, im sorglosen und toleranten Arkadien die homoerotische Freiheit. Zu seinen Gönnern und Besuchern in Sizilien gehörten übrigens der ‚Kanonenkönig‘ Alfred Krupp und Wilhelm II.

sondern eher bestärkt und blieb mythisches Ideal für die verschiedensten unerfüllten Sehnsüchte, die in das irdische Paradies hinein interpretiert wurden.

Die Grundstimmung änderte sich genau so wenig wie die soziale Herkunft der Adepten aus der Oberschicht: Das breite Volk wusste mit dieser Romantik nichts anzufangen und empfand sein einfaches Leben keineswegs als idyllisch und sorgenfrei. Ganz im Gegenteil nahm die Not im frühen Kapitalismus zu und in den Hinterhöfen der Mietskasernen goß niemand behaglich Blumen am Fenster. Auch Ausflüge in die Natur waren Privileg, erst recht Reisen nach Italien und Griechenland.

Die strenge Klassengesellschaft war zwar nun in der Oberschicht um ein starkes und reiches Bürgertum ergänzt, doch diese Bürger schotteten sich gegenüber dem Proletariat ebenso ab wie es früher der Adel tat. Sie lebten von der Produktivität der Masse, doch das wurde nicht honoriert, sondern verdrängt.

Wirtschaftliche Zusammenhänge, technisches Verständnis waren nicht Teil des humanistischen Bildungskanons, der in den Salons zur Schau gestellt wurde. Man nahm das eigene, reichliche Einkommen als selbstverständliche und garantierte Pfründe. Das Ideal war die ‚Rente‘, gewährleistet durch Grundbesitz oder Beamtenstellung. Industrie und Technik wurden zwar gewürdigt, man war sogar stolz darauf, doch kulturell blieb die Schöngeistigkeit bestimmend.

Aber unter der Idylle gärte es.

 Die neue Ordnung

Arbeiter der Faust und der Stirn

Der Weltkrieg als Gleichmacher: Von diesem Mythos nährte sich der Nationalsozialismus, bürgerlicher Ingenieur und proletarischer Arbeiter sollten gemeinsam, ohne Klassenschranken, die ‚Volksgemeinschaft‘ bilden – und der neuen Ordnung dienen.

Bezeichnenderweise gingen Reformideen weniger vom Proletariat selbst aus, sondern vom Bürgertum; Marx war Gelehrter, Engels Unternehmer.

Sie versprachen nichts weniger als ein Arkadien für alle, eine Traumwelt, in der jedermann ein Schlaraffenleben führen sollte. Ihre Zukunftsvisionen waren völlig utopisch und es scheint, als hätten sie im edlen Proletariat die arkadischen Hirten gesehen, die, wenn man sie nur frei liesse, wieder ihr Paradies errichten würden.

Doch als die neue Ordnung kam, war erst mal Schluß mit dem Bürgertum und auch der Traum von Arkadien ging unter. Politik wurde von ganz und gar unromantischen Revolutionären gemacht. Der ‚Arbeiter‘ wurde tatsächlich zum Leitbild, wenigstens in der Propaganda. Alte Vorrechte und Pfründe wurden dagegen entwertet, das Bildungs- und Beamtenbürgertum verlor den Anschluß. eine barbarische Zeit brach an.

Die Revolution, die die alte Standesgesellschaft wegfegte, begann schon im Kaiserreich zu keimen. Sie brach im Lauf des ersten Weltkrieg aus, der in Deutschland bekanntlich durch einen proletarischen Umsturz beendet wurde, der den Adel vom Thron stieß. Das Bürgertum hielt sich eher schlecht als recht, bis die Wirtschaftskrise seine materielle Basis zerstörte. Doch die brutale Utopie des Nationalsozialismus gab ihm den Todesstoß und nach dem zweiten Weltkrieg war das Bürgertum als Klasse zerschlagen.

Doch das war nur vorläufig.

Die Restauration

Es ist müßig, darüber zu diskutieren, wie es dazu kam: Tatsache ist jedoch, dass es seit dem Erfolg des ‚Wirtschaftswunders‘ zu einer erneuten Standesbildung in Deutschland kam. Bürgertum und Proletariat haben sich mehr und mehr entflochten.

Das wurde für lange Zeit durch den wachsenden Wohlstand der Arbeiter verdeckt, doch die Entwicklung war stets fühlbar und durch nachlassendes Wirtschaftswachstum und dem Ende der Vollbeschäftigung wurde sie offensichtlich.

Einige Symptome:

National und international wird beklagt, dass trotz aller Fördermaßnahmen und Gerede von ‚Chancengleichheit‘ in kaum einem anderen Industrieland der Bildungsgrad so sehr von der Herkunft, also dem Bildungsgrad der Eltern, abhängt, wie in Deutschland:
Arbeiterkind wird Arbeiter, Akademikerkind wird Akademiker.
Dadurch werden Klassenschranken von vorn herein verfestigt.

Deutschland ist zu einem Beamtenstaat geworden, der Bundestag wird von ihnen dominiert, was nicht zuletzt daran liegt, dass nur Beamte keinerlei berufliche Nachteile fürchten müssen, wenn sie ihre Karriere für eine Kandidatur unterbrechen.
Und während die vergleichsweise schlechte Bezahlung talentierte Führungskräfte von einer Parlamentarierkarriere abschreckt, ist es für mediokre Angehörige des gehobenen öffentlichen Dienstes ein höchst erstrebenswertes Ziel, wenigstens einmal einen Parlamentssitz zu erringen.
Dadurch wurden aus den Dienern des Volks seine Herren und diese Herren sind bemerkenswert inkompetent in wirtschaftlichen und technischen Fragen.
Berufsstruktur des Deutschen Bundestags

Doch was immer auch der Grund ist, Tatsache bleibt, dass sich wieder ein tonangebendes Bürgertum als Mittelschicht gebildet hat, welches satt und in gesicherter Position ein ausgeprägtes Klassenbewusstsein entwickelt hat. Die Grünen sind ihr politischer Arm, im Ursprung Kinder des Bürgertums, heute dessen Kern, besserverdienend und verbeamtet.

Das ‚Prekariat‘ ist ihnen weitestgehend entfremdet, statt gesamtgesellschaftlicher Sicht dominiert die Nabelschau, nur mühsam kaschiert von demonstrativem Mitleid für spezielle Randgruppen, die gerade in Mode sind. Dieser Salonkommunismus ist jedoch nur Begleitmusik zur erneuten Suche nach Arkadien, dem gelobten Land.

Weit entfernt von den Produktionsquellen und deren realen Bedingungen, naturwissenschaftlich inkompetent, schöngeistig, sozial desinteressiert oder besser entrückt (Man denke nur an den Vorschlag, armen Leuten, die ihre Stromrechnung nicht bezahlen können, doch Münzautomaten für die Stromzähler zu geben!) wird das Selbstmitleid gepflegt und ein utopisches Paradies herbei gewünscht, ‚Ganzheitlich‘ und ’sanft‘, ’nachhaltig‘ und ’natürlich‘.

Doch diese Schwärmerei darf nicht darüber hinweg täuschen, dass diese Traumwelt genau so wenig natürlich ist wie das Hameau de la Reine in Versailles.

Symptome der Utopie

Einige markante Beispiele:

Das Energiesparhaus

Jeder halbwegs vernünftig denkende Mensch erkennt nach kurzer Überlegung, dass das effizienteste Domizil sich am Bienenstock orientieren muss: Kleine, genormte Wohneinheiten, zusammengefasst in einem grossen Gebäude. Das verringert nicht nur die Aussenfläche und spart dadurch Heizenergie, sondern verkürzt auch Wege, entlastet den Verkehr, rationalisiert die Versorgungseinrichtungen, spart Baumaterial, verbraucht weniger Fläche etc.

Die Utopien kreisen jedoch allesamt um Einfamilienhäuser mit großem Grundstück, und dazu noch möglichst auf dem Land und natürlich mit allem Komfort.

Das sind Spielzeug-Häuser, wie die der Königin Marie-Antoinette. Sie sind ebenso wenig autark wie deren Bauernhof, die Eigenproduktion ist nur symbolisch.

Magische Windräder

Windrad 01

Neoromantik: Würde Caspar David Friedrich heute dieses Motiv malen?

Genau so, wie die Mühle im Hameau nie Korn mahlte und das Spielzeug-Dorf auf ‚echte‘ Mühlen zur Versorgung angewiesen war, können auch die Windräder nicht ohne ‚echte‘ Kraftwerke auskommen. Ihre Einspeisung ist nur symbolisch, denn obwohl sie tatsächlich Strom erzeugen, sparen sie ja kein einziges Kraftwerk und nicht einmal Brennstoff ein.

Sie sind nur Kulisse, magische Symbole einer Sehnsucht. Und sie sind so natürlich wie die künstlichen Ruinen in den Landschaftsgärten der Schlösser.

So, wie damals die Natur keineswegs reale Natur sein durfte, sondern nur pseudo-natürliches Ideal eines Wunschbilds, wird auch bei den Windrädern und anderen Bühnenkulissen keine Rücksicht auf die echte Natur genommen. Wo sie bei der Gestaltung des öko-arkadischen Landschaftsparks im Weg ist, wird Natur rücksichtslos und radikal abgeholzt und planiert, betoniert und technisiert, notfalls auch im Vogelschutzgebiet.

Essen auf Rädern

Marie-Antoinette hatte für ihre hungernden Untertanen noch den Rat, sie sollten doch Kuchen essen, wenn sie kein Brot haben, Ihre Nachfolger verbrennen Brot für ihre Utopie und falls sie überhaupt einen Gedanken an die verschwenden, denen sie das Essen wegnehmen, kommt nur der zynische Rat, die sollten doch Vegetarier werden, das spare Anbaufläche, denn Viehmast sei verschwenderisch.

Dass ‚Energiepflanzen‘, die für den Traum vom ’natürlichen‘ Arkadien angebaut werden, unweigerlich auch zur rücksichtslosen Zerstörung echter Natur, zur Abholzung von Regenwald, zur Vermaisung der einheimischen Landschaft führen, wird ebenso erfolgreich ausgeblendet:
Können die nicht Blümchenwiesen statt Mais anbauen? (Bärbel Höhn).

Energie in Bürgerhand

Eine verräterische Wortwahl: ‚Bürger‘, nicht ‚Volk‘!

Die bürgerliche Mittelschicht ist voller Ressentiments gegen die Oberschicht der Unternehmer, Industriellen und Finanzmanager.
Ihr ‚Antikapitalismus‘ nährt sich gleich aus mehreren Quellen, von denen die grösste jedoch der Neid ist. Neid auf die wirklich erfolgreichen, gegen die das eigene soziale Ansehen, das eigene Häuschen und der Zweit-Kleinwagen recht schäbig aussehen.
Um das eigene Selbstwertgefühl zu beruhigen, redet man sich gerne ein, dass so grosse Erfolge doch unmöglich auf ehrlichem Weg zustande gekommen sein können. Selbst ist man doch nicht dümmer, nicht weniger wert – Also kann das nicht mit rechten Dingen geschehen!
Man pflegt, wenn schon das Konto kleiner ist, wenigstens die moralische Überlegenheit.

Zudem hat man auch noch einen bequemen Sündenbock; Treten trotz aller guten Absichten Mißstände auf, ist die egoistische Sabotage der Kapitalisten schuld, an steigenden Strompreisen, an zusätzlichen Hochspannungsleitungen, an immer noch laufenden Kernkraftwerken, neuerdings sogar an Kohlekraftwerken. Man selbst ist entlastet.
Dass eine der bösen ‚Viererbande‘, die EnBW, ganz und die RWE zu einem bedeutenden Teil in der Hand des deutschen Volks sind (Und Vattenfall dem schwedischen Volk gehört) kann die Vorwürfe genau so wenig entkräften wie die simple Tatsache dass jedermann für wenig Geld Aktien kaufen und dadurch Partizipant und Miteigentümer werden kann.

Nein, man muss diese Moloche enteignen, zerschlagen, ruinieren!

Allerdings nicht zum Wohl des Volks, sondern des Besitzbürgertums: Allzu gerne möchte man selbst den Gewinn haben, aber risikolos, nicht als unternehmerische Erfolgsprämie, sondern garantiert, als Pfründe oder Rente.
Und wie früher soll der Vierte Stand, das gemeine Volk, die Last der Rendite tragen, via EEG-Umlage. Die Eintrittskarte in die Klasse der bürgerlichen Rentiers ist Grundbesitz und flüssiges Kapital, die Gesetze sind maßgeschneidert für die bürgerliche Mittelschicht, auf Kosten des verachteten ‚Prekariats‘ das ja tugendhaft sparen kann, wenn ihm die Last der Schmarotzer zu groß wird.

Marie-Antoinette hätte das gut verstanden, denn sie lebte auch nach diesem Prinzip, jedenfalls bis ihr Kopf rollte.

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74 Kommentare
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  1. Lieber Tritium

    Der Spruch „das sollen sie eben Kuchen essen“ ist Marie Antoinette untergeschoben wurden, das war wahrscheinlich Propaganda, mindestens ein Missverständnis.

    Die Sehnsucht nach der Idylle ist nicht nur auf Adel und Bürgertum beschränkt, die hatten nur die Möglichkeit sich solchen Idyllen zu schaffen. Der Garten, der Park, als Sinnbild für die gezähmte Natur hat sich als Idyll bis in die heutigen Tage erhalten. Die Wildnis hingegen, die wurde als Bedrohung empfunden. Der Mensch blieb Gestalter und Herr der Abläufe.

    Die Wildnis als Ideal, als Idylle, ist erst später aufgekommen und hat sich eigentlich nie richtig durchgesetzt. Der unberührten Natur, der Wildnis eben, wurde kein besonderer Wert beigemessen, und wenn, dann nur als Erfahrung und Läuterung. In der Wildnis zu sein, bedeutete mehr über sich selbst zu erfahren (Jesus in der Wüste, Thoreau im Wald).

    Erst mit der Verklärung der Wildnis, man denke an Rousseaus „edlen Wilden“ bekam die unberührte Natur einen eigen Wert, wurde als ursprüngliche Schöpfung angesehen. Was natürlich im Widerspruch zum Garten Eden steht, der eben ein Garten war und keine Wildnis. Mit diesen Vorstellungen wurde sozusagen eine Außensicht auf die jeweilige Zivilisation geschaffen. Gutes Beispiel dafür ist auch der Papalagi. Anfang der achtziger Jahre ist mir dieses Buch mehrfach geschenkt wurden, war also sehr populär, vor allem in grünen Kreisen.

    All diese älteren Vorstellungen hatten aber, meines Erachtens, mit dem heutigen Ökologismus nur eine Gesellschaftskritik gemeinsam. Der heutige Ökologismus gibt sich als Wissenschaft aus in dem Ressourcen berechnet werden, die Kapazität der Aufnahmefähigkeit von Schadstoffen (Senken) erklärt werden. Es ist keine philosophische Betrachtung mehr, sondern gibt sich als Naturwissenschaft aus.

    Das ist natürlich Humbug, weil das Streben nach dem Idyll nach wie vor vorhanden ist, man darf es aber nicht darauf beschränken. Die Gesellschaftskritik ist geblieben, die romantischen Vorstellungen beim Prekariat auch, das Bürgertum neigt mehr zu Pseudowissenschaft. Letzteres hat den Vorteil, dass Gesellschaftskritik nicht zwingen notwendig ist im Sinne von Analyse und Handlung, sondern Handlungen vorgeblich wissenschaftlich (Ökologismus) begründet werden.

    Also das wären jetzt mal meine ersten Anmerkungen dazu.

  2. Lieber Quentin:

    Der Spruch „das sollen sie eben Kuchen essen“ ist Marie Antoinette untergeschoben wurden, das war wahrscheinlich Propaganda, mindestens ein Missverständnis.

    Ich denke eher, dass sie das als lustiges Bonmot empfand. Sie wollte witzig sein.
    Ich halte sie nicht für so dumm, dass sie das ernst meinte.
    Aber gerade darin zeigt sich ihre Verachtung für den Vierten Stand und das gilt sogar, wenn es ihr angedichtet wurde. Es passt einfach zu ihr.

    Die Wildnis hingegen, die wurde als Bedrohung empfunden

    Zustimmung. Früher war sie bedrohlich, heute wird sie verklärt. Und der ‚Robinson‘ ist auch eine Geschichte von Arkadien: Einem unter Schwierigkeiten und Gefahren selbstgeschaffenem, einer gezähmten Natur.
    Aber die Wildnis ist nicht Thema. Es geht doch darum, ob der sehnsüchtige Ökologist ins beschauliche Dorf des 19. Jahrhunderts zurück will oder nach Arkadien. Niemand unterstellt, er wolle als Eremit in die Wildnis.

    Der heutige Ökologismus gibt sich als Wissenschaft aus

    Ja. Richtig: er gibt sich aus. Ist er aber nicht. Er hat nur ein anderes Mäntelchen an, drunter ist die selbe schwärmerische Sehnsucht.
    Genau das versuchte ich doch im Kapitel ‚Symptome der Utopie‘ zu zeigen: Da ist nichts logisches, rationales, wissenschaftliches, sondern nur Träumerei mit einer gehörigen Prise Klassenkampf.
    Und auch Marie-Antoinette redete sich ein, sie würde einen ‚wirklichen‘ Bauernhof betreiben und tatsächlich Werte schaffen und zur Versorgung beitragen, also rational handeln.

  3. Lieber Tritium

    drunter ist die selbe schwärmerische Sehnsucht.

    Das denke ich auch. Was uns zu der Frage bringt, ob diese Sehnsucht nicht vielleicht der Hauptgrund für die Ökologisten ist, die ganze Angstmacherei ums Klima und die Ressourcen lediglich zur Rechfertigung dienen? Sind die Ängste wirklich angekommen und verinnerlicht?

  4. Vielen Dank für den wunderbaren und umfassend recherchierten Artikel.

    Ich will nur ein kleines Detail hinzufügen: Für den Traum von Arkadien ist nicht nur eine im Wohlstand gesicherte und von der wirklichen Natur weitgehend entwöhnte dekadente Schicht von bürgerlichen Parasiten erforderlich, sondern auch der Zusammenbruch der überlieferten religiösen Bindung. So war es schon zur Zeit Vergils, und so war es natürlich im Zeitalter der Renaissance und insbesondere Goethes.

    Es fehltle den Menschen daher die seelische Kraft, mit der Härte des „im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ und mit dem „Dornen und Disteln soll er dir tragen“, der Acker nämlich, innerlich fertig zu werden. Deshalb suchte man Tröstungen in Ersatzreligionen wie den Träumen von Arkadien oder z.B. in der Kunst (siehe die Wagnerbegeisterung des 19. Jhdts.)

  5. 1.

    Ihr ‘Antikapitalismus’ nährt sich gleich aus mehreren Quellen, von denen die grösste jedoch der Neid ist. Neid auf die wirklich erfolgreichen, gegen die das eigene soziale Ansehen, das eigene Häuschen und der Zweit-Kleinwagen recht schäbig aussehen.

    Dieses ist auch ein wesentlicher Motivator der politischen Klasse, ein ausgeprägter Minderwertigkeitskomplex gegenüber tatsächlich kompetenten, die als Quereinsteiger nur selten geduldet werden, zumeist schnell kirchoffisiert werden, den, wie richtig erkannt:

    2.

    Und während die vergleichsweise schlechte Bezahlung talentierte Führungskräfte von einer Parlamentarierkarriere abschreckt, ist es für mediokre Angehörige des gehobenen öffentlichen Dienstes ein höchst erstrebenswertes Ziel, wenigstens einmal einen Parlamentssitz zu erringen.
    Dadurch wurden aus den Dienern des Volks seine Herren und diese Herren sind bemerkenswert inkompetent in wirtschaftlichen und technischen Fragen.

    Hieraus, aus der Verbindung von 1. und 2. ergibt sich auch ein inniges Obrigkeits-Untertanverhältnis, da die geistige Verwandschaft der herrschenden Klasse mit ihren willigsten Helfershelfern unübersehbar ist, schon Mann schrieb bereits 1911:

    Aber es wäre unnütz, euch zu raten. Die Geschlechter müssen vorübergehen, der Typus, den ihr darstellt, muß sich abnutzen: dieser widerwärtig interessante Typus des imperialistischen Untertanen, des Chauvinisten ohne Mitverantwortung, des in der Masse verschwindenden Machtanbeters, des Autoritätsgläubigen wider besseres Wissen und politischen Selbstkasteiers. Noch ist er nicht abgenutzt. Nach den Vätern, die sich zerrackerten und Hurra schrien, kommen Söhne mit Armbändern und Monokeln, ein Stand von formvollen Freigelassenen, der sehnsüchtig im Schatten des Adels lebt …

    Was uns zu der Frage bringt, ob diese Sehnsucht nicht vielleicht der Hauptgrund für die Ökologisten ist, die ganze Angstmacherei ums Klima und die Ressourcen lediglich zur Rechfertigung dienen? Sind die Ängste wirklich angekommen und verinnerlicht?

    Ja, und das unterbewusst gewollt, von beiden , den Angstmachern und den Angsthasen, denn beider basalste Existenz hängt nur von zwei Faktoren ab, der Angst und dem Wunsch nach Macht. Ohne diese Faktoren würden sie ihre überlebenswichtige Gemeinsamkeit aufgeben, ohne die sie allein und nackt darstehen würden. Wie schrieb Tucholsky zu Mann:

    Die alte Ordnung, die heute noch genau so besteht wie damals, nahm und gab dem Deutschen: sie nahm ihm die persönliche Freiheit, und sie gab ihm Gewalt über andere. Und sie ließen sich alle so willig beherrschen, wenn sie nur herrschen durften! Sie durften. Der Schutzmann über den Passanten, der Unteroffizier über den Rekruten, der Landrat über den Dörfler, der Gutsverwalter über den Bauern, der Beamte über Leute, die sachlich mit ihm zu tun hatten. Und jeder strebte nur immer danach, so ein Amt, so eine Stel-lung zu bekommen – hatte er die, ergab sich das Übrige von selbst. Das Übrige war: sich ducken und regieren und herrschen und befehlen.

    Vielleicht hatte Adorno doch recht, nur nicht weit genug gedacht, dass seine Schüler des immergleichen Geistes Kinder sind.

  6. Danke für den ausführlichen Artikel.

    Die romantische Schwärmerei geht weiter wie man hier sehen kann

    http://www.germanenergiewende-derfilm.de/

    Es mutet schizophren an, wie reale Widersprüche komplett ausgeblendet werden. Mit Begeisterung an ein Märchen zu glauben und dabei im wirklichen Leben als Geisterfahrer eine Gefahr zu sein, hat wohl was mit Hirnfunktionen zu tun.

  7. @Hans Meyer steht doch da

    ein deutsches EnergiMÄRCHEN

    der Herr ist ja auch Mitglied bei GREEN ME, dass liesst sich sehr…ach hier:

    Die GREEN ME Story Drehbuchförderung würdigt den Nachwuchs talentierter Drehbuchautoren, die mit ihren umwelt- und klimakritischen Geschichten die Welt berühren. Drehbuchautor und Vorstandsmitglied des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren Prof. Peter Henning unterstützt als prominentes Mitglied der Jury vielversprechende grüne Filmstoffe, denen ein fester Platz in der Filmindustrie gebührt. Mit der Präsentation der Stoffe im Rahmen der GREEN ME Lounge während der Berlinale und der Vergabe der Drehbuchförderung im März 2010 macht GREEN ME auf das grüne Filmgenre und seine wichtigsten Personen, die Drehbuchautoren, aufmerksam. Die GREEN ME Initiative wurde gemeinsam mit dem NABU Berlin Anfang 2009 ins Leben gerufen.

  8. @ Reiner Vogels # 4:

    Dass die Sehnsucht nach dem irdischen Paradies nur dann gedeihen kann, wenn der ’starke‘ Glaube an einen transzendentalen Gott und ein jenseitiges Paradies seine Kraft verliert, ist eigentlich nur logisch.
    Ich ging auf diesen Aspekt auch ein:

    …geriet es im Mittelalter in Vergessenheit. Die Menschen suchten ihr Paradies im Jenseits.

    Die Herrscher machten Gott den Thron streitig, den er im Mittelalter hatte und setzten sich selbst als absolute, ‘sonnengleiche’ Herrscher darauf und das Paradies wurde wieder als irdischer Platz der Lust und des Glücks gesucht.

    Und in Arkadien tummeln sich auch Pan und Bacchus, wie Herr v. Gloeden so schön zeigt.

  9. @ Quentin #3:

    Was uns zu der Frage bringt, ob diese Sehnsucht nicht vielleicht der Hauptgrund für die Ökologisten ist, die ganze Angstmacherei ums Klima und die Ressourcen lediglich zur Rechfertigung dienen?

    Völlig richtig!
    Technik wird als Bedrohung für das Paradies empfunden.

    Einerseits, weil die Furcht herrscht, die Technik würde auch noch die letzten Reste des ‚alten‘ Arkadiens überrollen, die Orte, an denen es auf der Welt noch glückliche Naturkinder gibt, die das herrlich einfache Hirtenleben zelebrieren.

    Andererseits, weil Technik die Errichtung des zukünftigen Arkadien aufgrund ihrer Verlockungen erschwert; denn sie ist das Goldene Kalb, das den Schwärmern die Adepten abspenstig macht.

    Die neuen Arkadier haben bemerkenswerterweise absolut nichts gegen Technik so lange sie ihnen dient! Nur herrschen darf sie nicht.
    Sie möchten, wie Marie-Antoinette, aus dem Palast gehen, um die glücklichen Bauern und Hirten zu besuchen*, aber ganz selbstverständlich erwarten sie, dass ihre glücklichen Hirten gefälligst in ihren malerischen Hütten zu bleiben haben und nicht den Verlockungen der Moderne nachgeben.
    Kurz: Sie fürchten um ihr Pesonal!
    Ich denke, man könnte beispielsweise die Club Meds als moderne Gegenstücke zum Hameau de la Reine sehen; sie spiegeln diese Einstellung sehr gut.
    Aber auch das ‚Autarkie-Haus‘ ist so ein Beispiel: Man hat eine kleine (technisierte!) Insel der Seligkeit, in der es an nichts fehlt und möchte die vor äusseren Gefahren und Wertminderungen bewahren (NIMBY!), schert sich aber nicht im geringsten darum, welche Nachteile dieser Egoismus für die nicht so glücklichen hat, denen man durch diese Haltung eine Verbesserung der Lebensumstände verwehrt oder sie gar verschlechtert, weil man sie mit höheren Lebenshaltungskosten belastet. Die Plebs sollen ruhig mal das Sparen lernen! Für die genügen Wohnwaben und Busse, selbst hat man ein schickes, subventioniertes E-Mobil mit privilegierter Fahrspur und Parkplätzen, mit dem man vom autarken Landsitz in die Stadt zum Shoppen fährt.

    * Wozu sie heute Fernreisen in ’natürliche‘ Urlaubsziele buchen und erwarten, dass SIE modernste Flugzeuge und Resorts geboten bekommen und sich nicht daran stören, dass sie so eben mal in ein paar Stunden eine Tonne Kerosin verbrennen.

  10. #5

    1. Januar 2013 monatlich 8.252 €. Außerdem bekommt jeder Parlamentarier eine Kostenpauschale von derzeit 4.029 € monatlich zur Deckung von Reisekosten und anderen berufsbedingten Ausgaben. Damit kommt der Bundestag dem Prinzip des chancengleichen Zugangs zum Abgeordnetenmandat nach. Das Amt des Parlamentariers muss finanziell so ausgestattet sein, dass es für alle Bürger – ob abhängig Beschäftigte, Selbstständige oder Freiberufler -- offen steht.
    Ein Abgeordneter hat keinen eigenen Dienstwagen. Der Bundestag betreibt am Sitz des Parlaments in Berlin einen Fahrdienst. Diesen können Abgeordnete für dienstliche Belange nutzen.

    12*8252€ = 99024€ + Reisekosten ca. 140000€

    Wenig? Die üblichen Durchschnittsgehälter in der Industrie googeln oder anderswie besorgen. Und Ihnen wird ein bzw. zwei Augen aufgehen.
    In einem mittelständischen Unternehmen an diese Bezahlung ranzukommen (Größe 50 bis 200 MA) müssen Sie schon Geschäftsführer sein. Und ich möchte einen Geschäftsführer nicht mit einem Bundestag Hinterbänkler vergleichen wollen.
    Nur als BSP. In einer Krise sind hier tatsächliche Gewissenkonflikte zum Teil hat man den MA, den man auf die Straße setzen muss gut gekannt.

    Gruß
    Steinzeit

  11. @ FK 9 Pilot # 5:

    Ich habe ganz bewusst die Thematik, die Du ansprichst, von Tucholsky bis zum ‚Untertan‘, nur im nötigsten angerissen, genau wie Wandervogel, Freikörperkultur-Bewegung und ähnliches, naheliegendes, WEIL es so nahe liget,

    Denn dann besteht die Gefahr, dass das Phänomen als Problem der Moderne, der Industrialisierung angesehen wird obwohl seine Wurzeln -- da wirst Du mir sicher zustimmen -- sehr, sehr viel älter sind.
    Dass dann die übrigen Bausteine ganz von selbst an ihren Platz gleiten, hast du mit deinem Kommentar sehr schön bestätigt 🙂

  12. Wenig? Die üblichen Durchschnittsgehälter in der Industrie googeln oder anderswie besorgen. Und Ihnen wird ein bzw. zwei Augen aufgehen.

    Lieber Steinzeit,
    wir sprechen hier vom Vorstand des Mega-Konzerns ‚Deutschland‘ mit einer Bilanzsumme von mehreren Billionen € und 80 Millionen Mitarbeitern, nicht von einem mittelständischen Unternehmen.

    Als Vergleich solltest du dir die Gehälter der Top 1000-Manager ansehen. Dagegen sind die paar Mille eines Abgeordneten oder gar Ministers Peanuts.

  13. Warum trifft man beim Stochern so oft auf den Kommunismus?

  14. #12
    war klar jetzt kommt der Vergleich zu den TOP-Manager.
    Richtig man kann diese Nicht mit Top-Manager oder Geschäftsführer vergleichen.
    Wer hat 80 Millionen MA, Frau Merkel?
    Ich bezeichne mich lieber als Bürger, denn als MA.
    Aber die Bundestagsabgeordneten dürfen doch auch Ihr Glück in der Wirtschaft suchen.Die meisten kommen allerdings aus Verwaltungsapparaten, Schulen etc.

    Gruß
    Steinzeit

  15. Warum trifft man beim Stochern so oft auf den Kommunismus?

    Wir sprechen ja von einer Utopie 😉

    Das Arkadien für Arme heisst Schlaraffenland

  16. Mir fällt dazu auch noch was ein: Man sollte doch ein oder mehrere Arkadien einrichten, z.B in (fast) verlassenen Dörfern in Meck- Pomm oder Brandenburg, wie z.B. Feldheim. Allerdings unbedingt ohne Anschluss ans öffentliche Stromnetz. Dann können die Träumer endlich konsequent Windmühlen basteln, Blumenwiesen vergasen, Sonne einfangen und das einfache Leben genießen. Ich weiß nur noch nicht, wie ich das den Höhn’s Özdemir’s, Roth’s usw. beibringen soll. Solche Spitzenbeiträge wie Ihrer lieber Tritium schaffen es leider (noch) nicht in die mainstream- Medien.

  17. FK 9 Pilot,

    Vielleicht hatte Adorno doch recht, nur nicht weit genug gedacht, dass seine Schüler des immergleichen Geistes Kinder sind.

    Was hat nun Adorno damit zu tun?

  18. #16. Rolf Pietzsch

    z.B in (fast) verlassenen Dörfern in Meck- Pomm

    oh neeee, ich möcht die nicht bei mir in der Nähe haben 😉

    karl.s

  19. In Zeiten existentieller Not gab es kein Arkadien, wie in der Nachkriegszeit. Das ging erst wieder in den Sechzigern los. Arkadien ist aber nicht nur Öko. Esoterik ist die andere Seite dieser Medaille.

  20. Denn dann besteht die Gefahr, dass das Phänomen als Problem der Moderne, der Industrialisierung angesehen wird obwohl seine Wurzeln — da wirst Du mir sicher zustimmen — sehr, sehr viel älter sind.

    Ja, da stimme ich Dir zu. Aber ich darf zunächst ein wenig abschweifen, bis ich genau dazu komme:

    Eines unterscheidet SSc. inzwischen von anderen Klima- und Energieblogs. Wir sind inzwischen soweit, vielleicht auch soweit resigniert, dass wir uns nicht darauf beschränken, natur- und ingenieurwissenschaftlich aufklären zu wollen. Wir suchen inzwischen nach Erklärungen, warum sich gerade unsere Nation mal wieder benimmt, als wäre sie Hameln, respektive die dortige Nagerpopulation, die wieder mal den Rattenfängern folgt, entgegen der Ratio, entgegen offensichtlicher Fakten -- von Termperaturstillstand über Eisbärenpopulationen bis Strompreisentwicklung.

    Durch die Koordinaten Schlieffenplan, Barbarossa und Energiewende kann man eine gerade Linie ziehen, die Linie beinhaltet kosequente Faktenresistenz gepaart mit der letalen Hybris, anderen Nationen in allen Punkten überlegen zu sein. Eine esotherische, kollektive Fata Morgana.

    In der Entdeckung der Irrationalität unserer Umgebung bemühen wir Naturwissenschaftler und Techniker plötzlich die Philosopie.

    Zum Procedere der „Energiewende“ und der Ethikkomission Töpfers schrieb ich seinerzeit im Schawan-Dialog noch: „…dem Deutschland von Planck, Meitner, Hahn, Einstein und Heisenberg unwürdig.“

    Inzwischen bemühe ich Heine, Mann, Tucholsky, Adorno, Habermas…irgendwie „typisch deutsch“. Meine Herkunft kann ich nicht verleugnen.

    Ja, Tritium, ich denke die Urkatastrophe der Deutschen liegt weiter zurück als die „Stunde Null“ und die unsäglichen „Tausend Jahre“ zuvor, sie liegt auch weiter zurück als 1914.

    Ich vermute die erste greifbare Urkatastrophe im Jahre 1806, dem Untergang des Hl. Römische Reiches. Die Niederlage gegnüber Napoleon war möglicherweise sehr viel prägender als die Niederlagen gegen Foche und Pershing sowie Bernie, Eisenhower und Schukow zusammen.

    Nicht, weil man sich irgendwie mit seinem Kleinstaat identifizierte, aber Napoleon brachte Hoffnung, konnte die Hoffnung auf Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit aber nicht erfüllen: er war ein brutaler Despot und nach seiner Niederlage hinterließ er restaurierten Despotismus. Nichts ist schlimmer, als enttäuschte Erwartung und Hoffnung, das Gefühl, von der Realität verarscht worden zu sein. Kommt daher das gespaltene Verhältnis der Deutschen zu Realität und Tatsachen?

    Es folgte die innere Emigration des Biedermeier, der Vormärz scheiterte. 1848 war eine gescheiterte Halbheit und ausgerechnet ein adliger Reichskanzler erschafft 1871 den konservativ-bürgerlichen Traum deutschen Nation auf dem Boden eines gewonnenen Krieges und schafft 40 Jahre Frieden und das Sozialgesetzbuch- da flüchtet man doch als „Bürgerlicher“ in die Esotherik, wenn man es nicht schon 1832 getan hatte -- und traut der Obrigkeit zu, einfach besser und erfolreicher zu sein, als man es selbst je hinbekommen könnte. Tatsachen können grausam sein.

    Als threuer Unterthan partizipiert man doch lieber am Erfolg, als zu revolutionieren. Nur ein kurzes Murren folgt selbst ob der Toten von Verdun und vom Kemmel -- selbst die erste demokratische Verfassung kommt wieder von oben, bzw. von der Entente, durchgesetzt mittels Freikorps und Noskeknechten. Tatsachen werden geschaffen.

    Wer bitte käme auf die Idee, dieses ’33 verteidigen zu wollen, wenn da doch jemand die esotherischen Versprechung der „lichten“ Zukunftsvision mit eigener, völkischer Überlegenheit in den Raum stellt? Und als diese sich als Irrtum herausstellt, spielt man ganz unterthänig wieder ein wenig Demokratie (mit revidierter Verfassung -- und mit Genehmigung der gleichen Entente, wie 30 Jahre zuvor). Das Grundgestz von ’49 gebar der normativen Kraft des Faktischen, Tatsachen, nicht der Aufklärung der Bevölkerung.

    Das lässt vergessen und man macht es ja auch ganz gut, bis -- Kinder, Kinder -- die eigene Brut ganz esotherisch das „New Age“ zelebriert, aber auch erkennt, nur an der Macht partizipieren zu können, wenn sie sich ganz unterthänigst genau so benimmt, wie die Alten und durch die Institutionen marschiert („Marsch“ und „Institution“ -- welch schöne, teutsche Wörter, fast besser, als „Auslegware“ und „Sitzgruppe“).

    Mit Orwell gesprochen, die Schweine lernten recht schnell, auf zwei Beinen, wie die Bauern zu laufen. Wer das nicht beherrschte, kam nach Stammheim oder auch nach Brüssel.

    Ja, und dann endete der östliche Schweine und Bauern Staat ’89 als Urkatastrophe der noch marschierenden westlichen Schweine und Bauern. Populus vult und selbst die Russen hatten keinen Bock mehr auf die Junge Garde in Berlin (Ost), so wurde per decretum 2+4xEntente (schon wieder, nach 40 Jahren) die Bonner- durch die spätere Berliner Republik ersetzt, in welcher die westlichen Schweine (rot) und Bauern (grün) am Ende des Gleichschritts die Macht übernahmen.

    Dieses geschah einfach, ohne das jemand von denen wusste, wozu eigentlich noch, außer zum Selbstzweck -- und für den klassischen Dreiteiler, Marke Brioni plus Schuhe von John Lobb -ach ja, und französischen Rotwein plus amerikanische Ehrendoktorwürde und russisches Gas (schon wieder die sch** Entente…). Ja, die Farm der Tiere und der Schorsche lassen grüßen.

    Was bekommt man als Deutschland eigentlich alleine hin, dachten die sich. Napoleon und die Aufklärung enttäuschten. Wachstum und Wirtschaftswunder, Exportweltmeister, Krisenbewältiger? Voll Fünfziger und man würde den verhassten Alten posthum noch recht geben! Meister Joga und der SoWi-Pauker lehrten: Unmöglich, den eigenen Lebensirrtum sich einzugestehen. Von Tatsachen man sich nich beirren lassen soll!

    Bleibt nur der ökologische Biedermeier, die esotherische Umerziehung in die innere Emigration, in die innnere Kuschelrepublik, gendergerecht und in Einklang mit Juchtenkäfer, Windmühle und Güllegrube.

    Genfrei und nachhaltig zurück in die Zukunft des 19ten Jahrhunderts, unter der weisen Führung von Mutti und Gerd, der jetzt „Siegmal“, oder so ähnlich heißt und deren Motto lautet:

    populus vult decipi ergo decipiatur

    Alles in Allem: Kein Wunder, die deutsche Sehnsucht nach Arkadien-bei der langen Geschichte.

    Da haben es die Amerikaner einfacher, sie können Ihre Geschichte zusammen mit ihrer Vision, wie Victoria Nuland es neulich tat, in drei einfache, selbstbewusste Worte fassen.

    Dafür brauchen sie keine Philosophen, am Ende halten die sich an die Tatsachen.

  21. FK 9 Pilot,

    Was hat nun Adorno damit zu tun?

    Siehe „Dialektik der Aufklärung“

  22. Es ist ja „nicht nur“ die Energiewende. Und die Methapher Arkadien soll sicher auch die Einfalt des Simplicissimus umschließen, verkörpert durch immer weniger gebildeten Nachwuchs, obwohl dieser ja im Mittelalter erst verfasst wurde.

    Wenn das mit der „Bildung“ hierzulande so weitergeht, ist es bald soweit, dass das was heute als Wissenschaft gilt, bzw. als anerkannte Theorien Basis für technische Produkte ist, in Schulen als „Naturphänomene“ gelehrt wird.

    Natürlich neben promiskuitiver Lebensweise ohne Achtung vor der Sexualität des Anderen. Biologie wird in BaWü 2015 abgeschafft, „Naturphänomene und Technik“ solls dann werden, neben ausufernder Sexualkunde ab 11-12 Jahren.

    http://goo.gl/mdoP5w

    Ich kann da nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Und OT, es gibt eine Petition, von gestern, -- in der gefordert wird:

    „Steuerverschwendung als Straftatbestand: Politiker in die Haftung nehmen!“

    Schon am zweiten Tag, also heute, wo sie noch kaum einer kennt 711 Zeichner. Mögen es Millionen werden.

    https://www.openpetition.de/petition/online/steuerverschwendung-als-straftatbestand-politiker-in-die-haftung-nehmen

    Ich hoffe, ich habe hier jetzt kein Hausverbot wegen „Spam“.

    Beste Grüße an alle,
    Orwell

  23. FK 9 Pilot,

    Adorno und Horkheimer sind doch nur kleine Ableger von Marx , welche die Aufklärung marxistisch verschwurbelten. Sie brauchten immerhin bis 68, um ihren Unsinn unters Volk zu bringen. Lauter kleine umerzogene deutsche Marxisten.

    Ein Deutscher erklärte die Aufklärung hinreichend, alles andere sind ideologische Märchen, die sich mit Staatskapitalismus, Sozialismus,Kommunismus, Kapitalismus, Demokratie und Ökologismus betitelten, um Aufklärung zu behindern. So leben wir immer noch in einem Zeitalter der Aufklärung und noch nicht in einem aufgeklärten Zeitalter.

    Dieser Deutsche hieß Immanuel Kant

    In der Berlinischen Monatsschrift. Dezember-Heft 1784. S. 481-494 sagte er was Aufklärung ist:

    AUFKLÄRUNG ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

    Kein Wunder, wenn ihn Adorno zw. de Sade und Nitzsche marxistisch-dialektisch verreisst.

    Adorno und Konsorten spielte dann auch eine Rolle bei der Umerziehung der Deutschen:

    Ein weiteres Ziel bestand in der „Aufdeckung potentiell faschistischer Individuen“. Hier begegnen wir schon den Topoi, die unser aller Leben verändern sollten. Horkheimer und Adorno kümmerten sich gleichfalls intensiv um eine Analyse der deutschen Seele. Ihr Befund war niederschmetternd: die deutsche Gesellschaft sei krank. Eine Reform an Haupt und Gliedern sei geboten. „Zentrale reaktionäre Keimzelle sei die Familie“,deren „autoritäre Struktur“ müsse zerbrochen, das Übel der „Autorität“ infragegestellt resp. beseitigt werden. Dann werde sich der Charakter des Volksganzen ändern. Der Deutsche würde langfristig friedlich werden. Folglich gehöre die Erziehung zu den wichtigsten Aufgaben eines Neuanfangs. Alliierte Kontrolloffiziere und geeignete deutsche Emigranten böten sich als Lehrer an.

    Genannt die Alleinschuld der Deutschen. Thomas Dehler, der letzte Liberale in Deutschland :

    * Im Januar 1950 in Hamburg: „Deutschlands Verantwortung für den ersten Weltkrieg war nicht größer als diejenige Frankreichs.“ Wütende Demarche François-Poncets bei Konrad Adenauer.

    * Im September 1950 in Erlangen: „Es kann in Deutschland keine unabhängige Demokratie geben, solange die Heiligen Drei Könige vom Petersberg die Macht in den Händen halten.“ Protest der Hohen Kommission in Bonn.

  24. @ W.Rassbach

    Danke, teilweise auch meine „Denke“.

    Nur wie wollen wir das dem „Volke“ klarmachen, -- wie?

    Ich glaube man sollte sich der Sprache des Volkes bedienen.
    Wer kennt schon die hier alle erwähnten Denker, und Schreiber?
    Wer vollzieht, ihm unbekante Formerln nach? Fast keiner.
    Schon Kirchhoffsche Sätze habe ich nicht gelehrt bekommen,
    später beim Basteln aber doch bergriffen. Sogar nach seinen
    Regeln habe ich Elektronik verändert, die funktioniert noch heute.

    Weiter betrachtet; Ich kaufe ein neues Auto, 25% des Handbuchs
    sind gefüllt mit Sichrheits-, und Warnhinweisen; Die Belegung des
    Sicheungskasten fehlt! Ich soll den Service rufen wen eine evtl. eine
    Sicherung durch ist, … wegen alter Oma usw. Wenn Service nicht
    verfügbar, dürfe ich dahin einfach nicht fahren!!! Tolle Lösung.
    (Alle Aussagen von VW)
    Für wie blöd werden wir mittlerweile gehalten? Da steckt System
    dahinter. Auch hinter og. Handbuch.

    Wir kommen nicht mit intelligenten Beiträgen weiter, so gut sie auch
    sind, wer macht sich schon die Mühe die zu kapieren? Nur wenige.

    Eine deftigere Sprache ist gefordert, nicht in Stümmelsprache wie
    SMS, und bitte nicht in Neusprech, aber ein Niveau das, das
    „normale“?, Fußvolk noch versteht.
    Ala Onkel Heinz, +Einschränkung.

    Sonst sind alle Bemühungen hier für die Katz.
    Das musste ich einfach mal sagen, trotzdem Dank an Tritium für
    seine „hevoragenden“ Beiträge.

  25. @ FK 9 Pilot

    Danke für #20, dem ich weitestgehend zustimmen kann. Allerdings nicht dem:

    vielleicht auch soweit resigniert, dass wir uns nicht darauf beschränken, natur- und ingenieurwissenschaftlich aufklären zu wollen.

    Es ist schon länger meine Meinung, dass es ein Fehler ist sich auf Naturwissenschaft und Technik zu beschränken. Diese beiden Felder sind ganz wichtig, wahrscheinlich die wichtigsten in der Debatte. Was die Debatte aber wirklich für die Gesellschaft bedeutet, das zu begreifen, geht nicht ohne Philosophie.

  26. Adorno und Horkheimer sind doch nur kleine Ableger von Marx , welche die Aufklärung marxistisch verschwurbelten.

    Eben. Ich bin wahrlich kein Fan der Frankfurter Schule. Nur auf dem Wege, wie sie den Faschismus interpretierten, leisteten sie dem ökologistischen Neofaschismus vorschub. Eine Kritik oder eine epische Aufarbeitung ist immer auch eine Anleitung, siehe Orwell 1984.

  27. Lieber Quentin,

    so sehr ich mir auch wünsche, dass das, was ich sage vielleicht dazu beiträgt, bei dem einen oder anderen Paradigmenwechsel zum besseren etwas zu helfen, ist das doch nicht das Hauptmotiv.

    Eigentlich will ich mir selbst klar werden.
    Es ist meine Lernmethodik, etwas ’so zu beschreiben, dass es ein anderer versteht‘ oder ‚lernend zu lehren‘. Wenn ich es schaffe, einen Sachverhalt so zu beschreiben, dass er verstanden wird, habe ich ihn selbst verstanden. So kommen Oberflächlichkeiten und Fehler zutage und können korrigiert werden.
    Ich bin also weniger Missionar sondern Suchender.
    Und die Leser hier sind zuerst mal Prüfer, die mir sagen sollen, wie gut ich es geschafft habe -- Und ich muss nicht mal dafür zahlen 😉

    Aber selbstverständlich hast Du recht; man muss das Thema ‚ganzheitlich‘ (Verzeihung!) betrachten. Mit dem oben wollte ich im Grund der Frage nachgehen,warum der Vorwurf ‚du willst also zurück ins Mittelalter/in die Steinzeit‘ an einem Ökologisten einfach abprallt. Der versteht das überhaupt nicht, obwohl es real natürlich darauf hinausläuft, weil er eben NICHT einfach rückwärts will, sondern wo anders hin.
    Und, als Nebenerkenntnis: Ökologisten sind noch viel irrationaler als man es gemeinhin für möglich hält.

  28. Was die Debatte aber wirklich für die Gesellschaft bedeutet, das zu begreifen, geht nicht ohne Philosophie.

    Stimme ich auch zu, nur die Stärke der Deutschen, das Volk der Denker zu sein, ist auch seine Archillesferse. Uns fehlt der anglo-amerikanische Pragmatismus, der verhindert nicht jeden Fehler, erlaubt aber Revisionen, ohne mal wieder zur Sinn- und Indentitätskrise eines ganzen Volkes zu führen, die weite Teile der Menschen in Esoterik und Mystizismus treiben.
    Einmal ist dieses auch in den USA passiert, Stichwort Vietnam.

    Ja, und meditteranes Laissez faire fehlt uns Deutschen manchmal auch ein wenig -- man sollte sich nicht zu ernst und wichtig nehmen.

  29. @6 Herr Meier

    Dieser Filmtrailer ist wirklich sehr interesant. Vielen Dank dafür. Und das Epiezentrum dieses Gutmenschentums liegt gleich in meiner Nachbarschaft und bemüht sich nun unser Landschaftsbild nachhaltig zu verspargeln. Das Hällische Landschwein auf dem Trailer passt wunderbar nach Arkadien. Es hat ein schönes Leben, schmeckt klasse, ist aber schweine teuer. Die Frage ist nur, ob man damit die Bevölkerung satt bekommt. Wenn nicht, muss wohl das gros der Bevölkerung seine Proteine von Insektenfarmen erhalten und/oder die Bevölkerungszahl wird sich dem geänderten Lebensmittelangebot entsprechend anpassen. Der Mensch muss halt auf diesen Weg mitgenommen werden. Ökologischer Markt, neue Lehrpläne und Werbekampagnen werdens schon richten. Die Infrastruktur dafür ist ja schon vorhanden.

  30. Lieber FK 9 Pilot #20 :

    Du sprichst den deutschen ‚Sonderweg‘ an. Der ist ein eigenes Kapitel und ich gebe dir da recht, das darf nicht aussen vor gelassen werden.

    Doch ich möchte da auch mal eine Stange FÜR die Deutschen brechen. Sie hatten es nicht leicht. Sie saßen mitten drin im Hexenkessel Europa. Die Geografie führte dazu, dass sie immer wieder mit fremden Interessen kollidierten, einfach weil sie da waren.
    Und es ist nunmal Tatsache, dass derjenige Europa beherrscht, der Deutschland beherrscht -- so ähnlich, wie die Geografie bestimmt, dass die Entscheidungsschlacht über Europa in Flandern geschlagen wird.
    Deutschland hatte immer nur die Wahl zu herrschen oder beherrscht zu werden, Groß zu sein oder Provinz.

    Konkret möchte ich nur ein Beispiel für die besonderen deutschen Bedindlichkeiten nennen, die Atomangst.
    WIR, in Deutschland, waren die Frontlinie des Kalten Kriegs, wir, in Ost und West, waren die Bewohner von Armaggedon, eine ganze Generation lebte unter der Gewissheit, im Fall des Falls als erste im nuklearen Feuer zu verbrennen und so sehr ich Kanzler Schmidt dafür schätze, dass er die Größe hatte, dazu zu stehen: Der ‚Doppelbeschluß‘ damals, an dem sich die Anti-Atom-Bewegung entzündete, hiess ja nichts anderes als einen zukünftigen Nuklearkrieg, ausgefochten mit SS 20 und Pershing, auf Deutschland zu begrenzen oder anders gesagt, Deutschland zu opfern, um dem Rest der Welt noch eine Chance zu geben, den finalen interkontinentalen Schlagabtausch zu vermeiden.
    Kein schönes Gefühl!
    Das prägt!
    ‚Atom‘ hiess für uns Deutsche eben -- Mehr als für alle anderen in der Welt! -- Drohung, Tod, Vernichtung, Weltuntergang.
    Ich habe Verständnis für die Ängste, auch wenn ich sie nicht teile.

  31. Lieber Tritium

    Eigentlich will ich mir selbst klar werden.

    Das geht mir genau so. Aber ich freue mich natürlich auch, wenn meine Gedanken und Überlegungen aufgenommen und diskutiert werden. Ein bisschen selbstverliebt sind wir wohl alle.

    Du spricht das Wort ganzheitlich an, mir ist da eine Vergleich dazu, spontan, eingefallen. Wenn ich einen Schwarm Fische fangen will brauche ich ein Netz, dessen Maschen klein genug sind um die gewünschten Fische zu fangen. Ich kann aber auch versuchen einen einzelnen Fisch zu fangen, dazu brauche ich aber eine Harpune, oder dergleichen. Wenn der Fisch das Einzelargument ist, auf das ich eingehen möchte, dann nützt mir mitunter der ganzheitliche Ansatz (das Netz) nicht viel; umgekehrt nützt mir die Harpune nicht viel, wenn ich den Schwarm (Ideologie) haben will.

    Ich denke, beides muss diskutiert werden, das einzelne Argument, wie auch die Ideologie. Da ist nicht das eine besser als das andere, es kann sich aber ergänzen.

  32. Photon #24,

    Nur wie wollen wir das dem “Volke” klarmachen, — wie?

    Gar nicht. I.Kant sagte es doch schon 1784, jeder einzelne Mensch muß seine selbstverschuldete Unmündigkeit alleine verlassen. Das erfordert Mut und heißt selbst Verantwortung zu übernehemen.

    Beispiele findet man genug und es werden eindeutig mehr, unsere lizensierten Medien berichten freilich nicht darüber , es gibt aber auch da viele Beispiele , das Journalisten ihr sicheres Nestchen verlassen. ScSk ist auch ein Beispiel.

    Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.

    Wer sich auf fremde Anleitung zum Denken verlässt, findet sich in der nächsten Revolution wieder und verlängert die Sklaverei.

  33. FK 9 Pilot #26,

    Ich bin wahrlich kein Fan der Frankfurter Schule

    Mein gesamtes Umfeld weiß gar nicht , was das ist.

    Nur auf dem Wege, wie sie den Faschismus interpretierten, leisteten sie dem ökologistischen Neofaschismus vorschub.

    Das war kein Versehen, das wollten sie so. Für Herscher ist es ideal, sich seine zukünftige Opposition selbst zu erschaffen.

  34. …soll ich….soll ich nicht…..soll ich….soll ich nicht……..ach egal, ich machs trotzdem.

    Lieber Tritium, wie Du sicherlich schon gemerkt hast, hab ick mir ebenso ne Waffel gemacht, was die Öko-Gutmenschen eigentlich antreibt…….und bin sogar höchstselbigst in die Höhle des Löwens gestiegen um die Deliquenten persönlich zu befragen.
    Ergebnis:
    1-My Home is my Castle
    2-Auf der Suche nach dem Sinn des Lebens.

    Typische Vertreter sind Leute mit Eigenheim, 2 oder mehr Kindern……oftmals verbeamtet oder sonstig begütert…..und gerade die scheißen sich tierisch ins Hemde, weil ja der böse Klimawandel ihnen alles nehmen könnte….das nette spießige Häusle und schlimmsten Falles sogar das eigene Leben. Natürlich will man den offensichtlichen Egoismus nicht allzu öffentlich zur Schau stellen, weswegen man die armen Negerlein und dessen Nachwuchs vorschiebt……warum man will, das Rest der Menschheit gefälligst Klimaschutz betreiben soll.
    Selber geben sie sich mit ein paar Pseudo-Sparmassnahmen und der Solarzelle uff´n Dach vollkommen zufrieden, als moralischer Anker sozusagen…..das gibt dat wohlige Gefühl, doch schon genug für die gute Sache getan zu haben.

    Tja, und dann kommt die Sinnsuche zum tragen…..beraubt der schweren körperlichen Arbeit….beraubt des Glaubens an den Erretter…..muss trotzdem jede Menge Freizeit mit Sinn gefüllt werden.
    Manche werden Vegetarier oder Nichtraucher, manche fangen an im hohen Alter Sport zu treiben um das Lebensende so weit wie möglich nach hinten zu verschieben…….und manche erfasst einfach nur der missionarische Eifer, den Rest der Welt von der eigenen Religion überzeugen zu müssen……und bei ein paar besonders krassen Exemplaren dieser Gattung artet das sogar in religiösen Fanatismus aus, gut zu erkenen an den Hasstirade, die se auf Menschen loslassen, die anderer Meinung sind.

    Ich glaube, die meisten Ökologisten leben schon längst im Schlaraffenland……..weswegen sie alles und jeden vehement und verbissen bekämpfen, der dies gefähren könnte.

    Bähh…..schwierige Materie…….hoffe mal, das meine Gedanken auch so ankommen, wie se mir gerade durch die Omme rasen.
    Onkel Heinz…………….so, Senf abgeliefert.

  35. Bist also zum selben Ergebnis gekommen wie ich, Heinz. 🙂

    Edit: Sozusagen Thorsten-Seifert-Klone 😉

  36. #34. Heinz

    Ich glaube, die meisten Ökologisten leben schon längst im Schlaraffenland……..weswegen sie alles und jeden vehement und verbissen bekämpfen, der dies gefähren könnte.

    So ist es wohl. Der Ökologismus (in all seinen Ausprägungen) ist per se eine Religion oder Bewegung, die sich aus einer Wohlstandsgesellschaft, im wesentlichen also der westlichen Staaten, heraus entwickelt hat. Und das eben, weil „echte“ Probleme, wie Hunger, Krieg, fehlende Bildung etc. im wesentlichen keine Rolle mehr spielen. Dort, wo diese Probleme real sind, da gibt es keinen Ökologismus. Es sei denn, der wurde von den good people`s dorthin exportiert.

    Karl.s

  37. Vielen herzlichen Dank! Eine aufhellendere Analyse habe ich noch nicht gelesen. So wie in der Diskussion der Energiewende durch die Fokussierung auf die Kosten die eigentliche Problematik der NIEs regelmäßig verdeckt wird, nämlich ihre physikalisch bedingte grundsätzliche Nichteignung für die Energieversorgung im 21. Jahrhundert, fehlt ohne den hier beschriebenen Blick das tiefere Verständnis für unsere Zeit. Das ist einfach eine ausgezeichnete Analyse. Meine Hochachtung.
    In wenigen Jahren werden die negativen Auswirkungen dieser Energiewende nicht mehr schön geredet werden können. Die dann folgende Sinnkrise der selbsternannten Eliten wird zum Fürchten sein. Wobei, vielleicht hat diese Zeit ja sogar schon begonnen.

  38. @Tritium
    Hihi….sieht wohl ganz danach aus…*grins.

    @Karlchen
    Religion……..und wir Skeptiker sind der Anti-Christ, der die Menschheit in die Hölle schubsen will, der Menschen verführt im Wohlstand leben zu wollen……der von Hohepriestern an jeden Ort der Welt ausgetrieben wird……..wie eine Krankheit.
    Damit das nicht nach billigen Katholiken-Abklatsch aussieht……schiebt man eben eine neue Bibel als Glaubensbekenntnis ins Rampenlicht………den IPCC-AR5.

    Nun jut, gelegentlich sind auch ein paar Ungläubige unter der Meute……die mit Energiewendequark, Klangschüsselrühren und Klimagebrösel ihren Unterhalt verdienen……aber wie sacht man so schön, Ausnahmen bestätigen die Regel.

    Onkel Heinz…………..666……….ich komme, um euch zu holen

  39. @Heinz Eng

    Der typische „Öko-Gutmensch“ ist also ein saturierter Beamter mit Eigenheim, zwei oder mehr Kindern, auf jeden Fall reich, ohne die Erfahrung körperlich harter Arbeit, ohne christlichen Glauben, mit viel zu viel Freizeit, Vegetarier, Nichtraucher, treibt ungeachtet seines fortgeschrittenen Alters Sport, um möglichst spät zu sterben und noch möglichst lange seinen Mitmenschen mit Öko-Moralpredigten auf den Wecker gehen zu können.

    Jetzt versuche ich mir einmal vorzustellen, wie Ihr (und vermutlich der meisten, die hier kommentieren) positiver Gegenentwurf zum „Öko-Gutmenschen“ aussieht:

    Ein Arbeiter oder kleiner Angestellter ganz ohne oder mit maximal einem Kind, der in Industrie oder Bergbau für einen Hungerlohn bis zum Umfallen am Fließband, Hochofen oder unter Tage schuftet, bibeltreu christlich gläubig ist, jeden Tag sein anständiges Stück Fleisch isst, eine Marlboro nach der anderen pafft, sich Sport vorzugsweise im Fernsehen (oder allenfalls auf Schalke) ansieht und spätestens mit 67 an Staublunge, Lungenkrebs oder Schlaganfall sozialverträglich frühablebt, selbstverständlich, ohne sich jemals Gedanken um irgendwelchen Ökokram gemacht, geschweige denn seine Kumpels vonne Maloche damit genervt zu haben.

    Irgendwie glaube ich Ihnen das nicht… das wäre ein Evangelikaler (oder meinetwegen papsttreuer Katholik) mit proletarischer Arbeitsethik, der ungeachtet seines Glaubens hartnäckig an gar nicht so christlichen Gewohnheiten (Rauchen!) festhält, aber trotzdem vor lauter Enthaltsamkeit gar nicht zur Fortpflanzung kommt (oder einfach nach der 12-Stunden-Schicht viel zu müde dazu ist)… kurz, politisch gesehen eine seltsame Mischung aus Old-School-Sozialdemokrat und Rechtskonservativem, ich kann mir nicht vorstellen, dass es solche Menschen in nennenswerter Anzahl gibt, jemals gegeben hat oder in Zukunft überhaupt geben kann -- da passt eine ganze Menge einfach nicht zusammen!

  40. Stimmt, Yadgar:

    da passt eine ganze Menge einfach nicht zusammen!

    Das liegt daran, dass Sie sich erst einen Strohmann flechten, um dann auf den einzuprügeln.

    Aber das typische Grüne Milieu besteht nun mal aus Beamten des höheren Dienstes (Die wählen zu 40% Grün, sind damit die stärkste Stammwählerschaft der Ökos) die vorzugsweise irgend was mit ‚Sozial‘ oder Jura studiert haben, Eigenheim-und Mehrkinderbesitzer sind und das ganze in der zweiten bis dritten Generation.
    Alles durch die diversen Wähleranalysen leicht zu eruieren.

    Andererseits gibt’s neben den Prolls noch die Naturwissenschaftler, Ingenieure, Handwerker in der Privatindustrie, Facharbeiter etc. und, um Ihnen mal was aus dem wirklichen Leben zu erzählen: 12-Stunden-Schichten sind schon lange verboten.
    Darf ich mal fragen, welchen Beruf Sie ausüben und bei wem?
    Sie scheinen nämlich ausserhalb des grünen Stammwähler-Lagers nicht viel zu kennen.

    Edit:
    Ich glaube ich muss noch hinzu fügen, dass natürlich jede pauschale Verallgemeinerung mehr oder weniger falsch ist.
    Dennoch ist das Mittel der Verallgemeinerung, die Beschreibung des ‚typischen‘, sofern sie denn eine statistische Basis hat, sehr nützlich um -- gerade auch in der Überspitzung -- Klarheit zu gewinnen und Muster zu erkennen.

  41. #27 tritium

    Es ist meine Lernmethodik, etwas ‘so zu beschreiben, dass es ein anderer versteht’ oder ‘lernend zu lehren’. Wenn ich es schaffe, einen Sachverhalt so zu beschreiben, dass er verstanden wird, habe ich ihn selbst verstanden.

    sehr guter ansatz!
    ich praktiziere dies ähnlich und umschreibe es mit ‚bunte bilder‘ mitunter hilft dem verständnis anderer dabei sogar die erklärung mittels ‚bunter bilder‘ obwohl die erklärung physikalisch falsch ist.
    dadurch, das ich zb versuche thermodynamische / verfahrenstechnische prozess stark vereinfacht darstellen, bin ich automatisch gezwungen nachzudenken und zu verstehen.

    🙂

    ps: ich bin aber ein schlechter ’schreiber‘
    muss halt nur gesagt werden, das dies von der physik her zwar quark ist aber trotzdem anschaulich das wirkprinzip erklärt.

  42. #41
    grrr, das ps sollte eigtl ganz zum schluss kommen

  43. „12 Stunden Schichten sind schon lange veboten“
    Und kommen trotzdem vor, zum Beispiel bei Zeitarbeitern in der Müllabfuhr. Da traut sich niemand, aufzumucken, denn wer von sich aus kündigt oder in den Verdacht gerät, eine Kündigung provoziert zu haben, bekommt 3 Monate lang nicht einmal ALG II.

    Allerdings ist unbestreitbar, welche beiden Parteien diese Zustaende möglich gemacht haben. ..

  44. #43
    Bei der BASF gibt es auch die 12h Schichten und ist von den MA sogar gewünscht.
    Allerding ist hier ein beonder Rhythmus gegeben.

    BASF SE, Abteilung Arbeitsmedizin und Gesundheitsschutz, Ludwigshafen
    Einleitung

    Schichtarbeit stellt eine Belastung für die Gesundheit dar. Schichtarbeit mit Chronodisruption wurde von der IARC im Jahr 2007 als wahrscheinliches Humankarzinogen eingestuft. Durch das Arbeitszeitgesetz wird sowohl die tägliche als auch die Wochenarbeitszeit begrenzt, um potenzielle negative Auswirkungen der Schichtarbeit so gering wie möglich zu halten. Bei der BASF wird bereits seit über 60 Jahren in einem Schichtsystem gearbeitet, welches einigen arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen scheinbar zuwiderläuft.

    Erfahrungen mit dem BASF-Schichtsystem

    Die BASF „Fliegerschicht“ ist ein schnell vorwärts rotierendes System, in dem auf eine 12-Stunden-Schicht jeweils eine 24-stündige Ruhephase folgt („3-er Schicht“). Seit 1992 wurde eine modifizierte Form eingeführt, in der die 12-stündige Nachtschicht jeweils von einer 48-stündigen Ruhephase gefolgt ist („4-er Schicht“). Das Schichtsystem findet bei den Arbeitnehmern hohe Akzeptanz.

    Die Einführung des neuen Schichtrhythmus wurde durch die Betriebsärzte der BASF durch Befragungen zu Gesundheitszustand und Befindlichkeit während eines Jahres intensiv begleitet. Hierbei zeigte sich eine deutliche Verbesserung aller Parameter während und nach der Umstellung. Da diese Umstellung ausschließlich auf freiwilliger Basis durch Mehrheitsentscheidung in den Betrieben stattfand, arbeitet allerdings auch aktuell noch ein Teil der Beschäftigten in der 3-er Schicht.

    In neuerer Zeit untersuchten wir an insgesamt über 900 Personen die Auswirkungen der Arbeit in den beiden Schichtsystemen auf die subjektiv beurteilte Arbeitsfähigkeit, gemessen anhand des Work Ability Index (WAI), und verglichen diese mit ausschließlichen Tagarbeitnehmern. Hierbei fanden wir in allen drei Gruppen die erwartete Altersabhängigkeit des WAI, aber keinen differenziellen Effekt einer der beiden Schichtformen im Vergleich zur Tagschicht.

    Schließlich verglichen wir in einer retrospektiven Kohortenstudie an über 30.000 Personen das Unfallgeschehen, die Häufigkeit akuter Erkrankungen, das chronische Krankheitsgeschehen sowie die allgemeine und Krebsmortalität zwischen Schicht- und Tagarbeitnehmern. Hierbei fanden sich für alle untersuchten Endpunkte keine erhöhten Risiken bei den Schichtarbeitern; wo Unterschiede festzustellen waren, tendierten diese im Gegenteil zumeist zu Gunsten der Schichtarbeitsgruppe.

    Aus unseren Untersuchungen kann somit belegt werden, dass sich die -- erwarteten -- Gesundheitsrisiken durch Schichtarbeit in der BASF-Belegschaft nicht zeigen.

    Warum ist das so?

    Bereits durch die individuelle werksärztliche Untersuchung und Beratung vor Aufnahme einer Schichttätigkeit werden Personen mit vermuteter erhöhter Gesundheitsgefährdung durch die erwartete Belastung tendenziell eher von dieser Arbeitszeitform ferngehalten. Hieraus resultiert natürlich eine gewisse Selektionsverzerrung, die aber das Ausmaß der bei uns beobachteten „Nicht-Effekte“ nicht ausreichend erklären kann. In den detaillierten Auswertungen der Kohortenstudien hatte sich im Übrigen gezeigt, dass die Schichtarbeitnehmer intensiver werksärztlich betreut wurden und häufiger Gelegenheit hatten, an BASF-intern angebotenen Gesundheitsförderungsmaßnahmen teilzunehmen. In einer weiteren Kohortenanalyse verglichen wir daraufhin den Gesundheitszustand und die allgemeine Mortalität zwischen Teilnehmern und Nichtteilnehmern an diesen Maßnahmen, wobei wir für die jeweilige Arbeitszeitform und andere Risikofaktoren adjustierten. Im Ergebnis konnten wir zeigen, dass die Teilnahme an Gesundheitsförderungsmaßnahmen zu einer Verringerung der Mortalität führte. Dieser Erfolg ist wahrscheinlich nicht einem „Einmaleffekt“ einer solchen Maßnahme geschuldet, sondern eher der infolge von positiven Erfahrungen hierbei erzeugten erhöhten Bereitschaft, zumindest einen Teil der dort erlernten gesundheitsförderlichen Verhaltensweisen beizubehalten und sich auch bei den regelmäßigen jährlichen Gesundheitsaktionen innerhalb der BASF vermehrt zu beteiligen.

    Schlussfolgerung

    Wir interpretieren unsere Erfahrungen dahingehend, dass das in der BASF seit vielen Jahren praktizierte ganzheitliche und nachhaltige Gesundheitsmanagement mit regelmäßigen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen, Bereitstellung einer Werksambulanz, regelmäßigen Gesundheitsförderungsprogrammen und zielgruppengerichteter Gesundheitsförderung die erwarteten negativen Effekte durch Schichtarbeit deutlich abschwächen bzw. bei einigen wichtigen Gesundheits-Endpunkten sogar aufheben kann.

  45. @Tritium……#40

    Nu sei mal nich so knarzig zum Yadgar, im Prinzip hatta ja Recht…….denn eins hatte ich wirklich vergessen……den Nachwuchs der vorgenannten Personenkreise.
    Die Kinderlein, die bei Mutti im Wagen oder bei Papi auf der Schulter auf jede Demo mitlatschen dürfen….sei es gegen die pösen Atomlobbyisten oder die fiese Kohlemafia…….die Kinderlein, die als erstes Wort nicht Mama oder Papa sagen….sondern Klimawandel……behutsam vom zarten Kindergartenalter bis ins 15 Semester an die Problematik der untergehenden, verglühenden Erde herangeführt…., kurz, auch Bildungsopfer genannt……..die nun meinen, uns alten Säcken endlich beibringen zu müssen, das ihr alt 68ér Uni-Prof. immer Recht hat und wie nur ne bescheuerte Randgruppe der Gesellschaft sind.

    Tja, so siehts aus…….wenn uns die übergroße Mehrheit in die Zange nimmt……wir werden als winselndes Häufchen Versprengter eines Tages bettelnd an die Türen unseres Blogwartes klopfen, wenn er als Strafe für unsere Verstocktheit mal wieder die Heizung abgestellt hat…….weil wir unser monatliches CO2-Kontigent mit der stundenlangen Internetpräsenz überzogen haben.

    Ich sehe Arkadien förmlich vor meinem inneren Augen , in all seinen ökologischen Glanz und Gloria entstehen……oder ist das nur der Fieberwahn………irgendwie fühl ick mich gerade nicht ganz richtig im Kopp.
    Ich werd mal zu den mir zugewiesenen Homöopathen gehen und meine Klangschüssel aufpolieren lassen.

    Onkel Heinz…………Ommmmmm

  46. @Yadgar

    Ach weißt Du, im Gegensatz zu den honorigen Akademikern hier, bin ick malochender Pöbel…..der in seinen persönlichen Umfeld mit anderen Pöbeln zu tun hat.
    Vom gemeinen Hartzer bis zu Minijobber……vom Bauarbeiter bis hin zum Herren mit der 2 unterbezahlten Jobs…..von Beschäftigten in der Gastronomie, für die mal eben 11-14 Stunden Arbeitszeit nix aussergewöhnliches ist……halt alles das blöde Präkariat, das von Ökos als Klimaschutzmanövermasse missbraucht wird, um den ganzen Dummfug mit der Energiewende, von ihren mickrigen Gehältern zu bezahlen.

    Und ja, ich geben es zu, wenn es im Winter kalt und Schneereich wird…..wenn es im Sommer heiß und trocken wird…….dann sind das die direkten Auswirkungen der menschengemachten Klimakatastrophe……..die ich verstockter Hund immer noch für ein völlig überzogenes Ammenmärchen halte.
    Naja, man kann es eben nicht jeden Recht machen………ich gebe aber mein Bestes…..um euch täglich ein Stück weit zu verärgern……..ist doch Ehrensache.

    Onkel Heinz………..Sandsack für gefrustete Öko-Gutmenschen

  47. @ Heraklit # 43:

    Nun ja, Diebstahl ist auch verboten und kommt trotzdem vor.
    Dass sich der Druck auf die ‚Proleten‘ deutlich erhöht hat und welche politischen Kräfte das ermöglichten, ist bekannt und passt ja auch zur These der wachsenden Klassengegensätze.
    Der eine wird ausgebeutet und wagt nicht zu mucken, der andere bekommt bei Unlust zum Arbeiten, neudeutsch ‚Burnout‘, die Frühpensionierung.
    Schaut man ins Parlament, wundert es nicht:
    6 Ingenieure, 5 Industriearbeitnehmer, 3 Techniker.
    Aber allein 222 Leitende Beamte und Berufsabgeordnete, 55 Lehrer, 94 Juristen, 17 Sozialberufler, 53 Geistes- und Naturwissenschaftler (Von denen aber kein einziger Mathematiker, Pysiker oder Chemiker ist, denn die werden gesondert geführt und sind mit Null Personen im Bundestag vertreten. Bei den ‚Naturwissenschaftlern‘ kann es sich also nur um ein paar Biologen handeln.).

    (Natürlich wandelt sich der Arbeitsmarkt und die goldenen Zeiten der Vollbeschäftigung sind nunmal Geschichte; ich bin kein Nostalgiker der das nicht versteht. Aber es ist schon bemerkenswert, wie von einem Anpassung verlangt wird und beim anderen nicht).

  48. @Tritium
    Guck mal den herrlichen Artikel hier………das es sowas noch in deutschen Medien geben darf……macht mich doch noch ein Stück weit optimistisch……

    Die Diktatur der politischen Korrektheit

    Linksliberale Empörungsolympioniken

    Wer derartige Selbstverständlichkeiten des Meinungskonsens kritisiert, gerät unter die Räder selbstgerechter Empörungsolympioniken und wird lautstark als „Populist“ abgekanzelt. „Die Reichen zur Kasse bitten“ und mit platten Parolen gegen Banken, Konzerne und „die Amis“ zu Felde zu ziehen ist dagegen offenbar Ausdruck ausgefeilter politischer Philosophie.

    Der Glaube, im Besitz der alleinseligmachenden Wahrheit zu sein, kann zu Absurditäten grotesken Ausmaßes führen. Mit der richtigen Überzeugung im Gepäck, bringen es die stets betroffenen Ritter des Guten fertig, gegenüber dem Leiden von Millionen Menschen gleichgültig zu bleiben, während sie gleichzeitig für die Rechte des Juchtenkäfers auf die Barrikaden gehen. Die „Wahrheit“, die so etwas möglich macht: „Grüne Gentechnik ist grundsätzlich böse, amoralisch, unnatürlich und gehört verboten.“…….

    Lohnt sich echt, dat Dingens komplett zu lesen.
    H.E.

  49. @Heinz Eng #48

    Lohnt sich echt, dat Dingens komplett zu lesen.

    Volle Zustimmung, hier werden Nägel mit Köpfen gemacht.

    Nun sind mehrheitsfähige Ideologien in allen Gesellschaften zuhause, in Deutschland allerdings werden sehr viele der herrschenden Mainstreamthesen nicht nur von einer großen Mehrheit geteilt, sondern auch als letztgültige Wahrheiten aufgefasst. Wer dem „Konsens“ dann nicht zustimmt, kann somit nur verrückt, böswillig oder korrupt sein: Statt Argumenten setzt es dann Hiebe mit der Moralkeule.

    Das faßt die Aufgabe des Skeptikers und sein Problem klar und knapp zusammen.

    Ein solches Meinungsklima fordert von so manchem Journalisten Selbstzensur; häufig werden Texte im Sinn der „erwünschten Wahrheiten“ zurechtgeschliffen. Kein Wunder also, dass konsenskonforme hohle Phrasen unhinterfragt bleiben und sich dadurch selbst verstärken. Wir sind heute so weit, dass selbst die dümmsten Klischees des Mainstream gar nicht mehr als solche erkannt, sondern als feinsinnige Verdichtung der Wahrheit beklatscht werden.

    Doch ist es ja nicht nur die Presse, die „durch-ideologisiert“ ist, sondern die deutsche Gesellschaft. Die Bandbreite der diskussionswürdigen Grundüberzeugungen hat sich seit Beginn der 1970er Jahre nicht nur nach links verschoben sondern auch sehr verengt. […] Das gesamte Meinungsspektrum aller heutigen Bundestagsparteien hätte in Willy Brandts SPD Platz gehabt – mit Luft nach beiden Seiten.

    Und das Fazit:

    Das aber ist das Kennzeichen von totalitärem Denken in einer Gesellschaft, die Freiheit nicht aushält, in der eine tonangebende Schicht von Besserwissern sich im Besitz der Wahrheit glaubt und das Recht auf Volkserziehung anmaßt.

    Besser kann man das nicht sagen.

  50. Lieber Heinz,

    danke für den Tip, ein ausgezeichneter Artikel!

  51. Die nächste Stern-Stunde:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/fleischhauer-kolumne-zu-den-kosten-der-energiewende-a-954503.html

  52. Noch so ein Fundstück:
    http://www.vde.com/de/fnn/arbeitsgebiete/tab/documents/fuerst_50-2-hz-problem.pdf

    Anhand dessen habe ich die Sache mit der Netzfrequenz mal richtig verstanden…

  53. @Testpilot ..#52

    Joo, der Spass der Umstellung der Alt-Wechselrichter hat uns Stromkunden ja auch bloss 260 Millionen Euro gekosten……50% über die EEG-Umlage und die andere Hälfte über die Netzkosten.

    Wie immer, mussten die Verursacher keinen Cent zahlen.

    So was funktioniert nur in Bananenrepubliken, die sich nur noch per Meinungsdiktatur über Wasser halten können.

    Öko-Schlaraffenland für wenige……….Bezahl-Hölle für Viele.
    H.E.

  54. Sehr schöner Artikel über die Wurzeln der grünen Parallelwelt.

    Diese Mischung aus Sendungsbewußtsein, Elitedenken und moralischer Selbsterhöhung läßt sich aber nur durchhalten, wenn die Realität ignoriert, geschönt oder verdrängt wird.

    Was mich an der grünen Ideologie besonders stört ist der krasse Widerspruch zwischen Alleinanspruch auf den richtigen Weg und den Folgeschäden, die einfach verschwiegen oder als notwendiges Übel dargestellt werden.

    Dafür gibt es zahllose Beispiele.

    Die Energiesparlampen und Solarpaneele werden in China produziert, der Giftmüll bleibt also dort.

    In Deutschland werden die KKW abgeschaltet, dafür importieren wir dann Strom aus den KKW an der deutschen Grenze in Frankreich, Polen und Tschechien.

    In Indonesien werden ganze Inseln gerodet, um Ölpalmen für unseren Biodiesel anzupflanzen.

    usw. usw.

    Dazu fällt mir immer die Worte von Friedensreich Hundertwasser ein:

    „Diejenigen, die das weißeste Hemd tragen, verdrecken die Natur am meisten.“

  55. #54

    Die Energiesparlampen und Solarpaneele werden in China produziert, der Giftmüll bleibt also dort.

    Nicht einmal das, bei den „Energiesparlampen“ ist die Realitätsstörung noch ausgeprägter: da holt man sich en gros quecksilberhaltigen künftigen Sondermüll ins Haus, während die Stromersparnis weitgehend in der Phantasie stattfindet. Bei einer Anwendung, bei der die Lichtquelle nur jedesmal wenige Minuten oder noch kürzer sinnvoll genutzt wird, fällt der Effekt, daß der Stromumsatz pro Leuchtleistung im langfristigen Dauerbetrieb ein Viertel oder Fünftel desjenigen einer Glühlampe billigster Bauart ist, völlig weg. Da hört man dann schon einmal das Argument, man müsse die Leuchtstofflampen eben durchbrennen lassen, um den Verschleiß und den geringen Wirkungsgrad beim Einschalten zu vermeiden; daß dabei insgesamt viel mehr Strom fließt als mit einer Glühbirne nötig gewesen wäre, wird mental einfach ausgeblendet. Leuchtstoffröhren sind gut und sparsam, wenn man Großräume dauerhaft ausleuchtet, z.B. Fabrikhallen oder Kaufhäuser, im Wohnbereich sind sie weitgehend sinnlos.

    OK, jetzt gibt es schon brauchbare LED-Leuchtkörper, die den Namen „Energiesparlampe“ eher verdienen, die sind aber noch arg teuer. Da diese angeblich unbegrenzt haltbar sind, bleibt der Müll dann wirklich in China; aber sie wären dann auch ein schlechtes Geschäft.

  56. Da hört man dann schon einmal das Argument, man müsse die Leuchtstofflampen eben durchbrennen lassen, um den Verschleiß und den geringen Wirkungsgrad beim Einschalten zu vermeiden

    Das ist aus Gründen der Sicherheit sowieso oft erforderlich.

    Ich hab‘ in der Firma ‚Sparlampen‘ ins Chemikalienlager schrauben lassen, weil Glühbirnen in den Ex-Schutz-Gehäusen ständig durchbrennen und das Wechseln ein elende Arbeit ist.
    Aber Gefahrstoffräume müssen SOFORT beleuchtet sein. Warten, bis die Funzeln auf Touren kommen, ist nicht zulässig. Als Konsequenz gibt’s ein Schild „Ausschalten untersagt!“ und die Lampen brennen jetzt 24/7 und der Stromverbrauch ist um ein vielfaches höher.
    Gleiches gilt aber auch im Privatbereich. Immerhin ist der Haushalt statistisch ein sehr gefährlicher Ort, besonders Küchen. In Treppenhäusern MUSS, im Bad sollte stets sofort volle Leuchtkraft da sein. Auch in der Garage kann zu schwaches Licht nerven und ist sogar vom Standpunkt der Unfallverhütung gefährlich. Das sind alles Orte, die in der Regel nur selten und kurz beleuchtet sein müssten, wo also ganz bestimmt nicht ‚gespart‘ werden kann -- Im Bad schon gar nicht, denn da ist die ‚Abfall-Wärme‘ einer Glühbire fast stets hochwillkommen und die paar Watt zusätzlich ’spart‘ dann der Heizlüfter.

    Energiesparen beim Licht hat eher den Charakter einer symbolisch-rituellen Handlung, viel Aufwand, wenig bis kein Nutzen, aber optisch höchst effektvoll und damit gut für die Seele. ‚Lichtfasten‘ könnte man es nennen.

  57. Der Begriff „Energiesparlampe“ ist ohnehin ein Etikettenschwindel: sparsam sind sie nur im Vergleich zu den ohnehin von der EU verbotenen Glühlampen -- wenn man sie dagegen mit der einzigen echten Alternative LED vergleicht, haben sie nur Nachteile: 5x mehr Energieverbrauch, entsprechend mehr unnütze Abwärme, wesentlich längere Einschaltzeit, kürzere Lebensdauer, zerbrechlicher, höherer Gefahrstoffgehalt…

    … ohne das Glühbirnenverbot hätte man direkt von Glühbirne auf LED umstellen können, wann immer es irgendwo nötig wurde. Nur der EU ist es zu verdanken, daß Osram und Philipps mit ihren Quecksilberdampflampen noch Reibach machen konnten, als der Glühbirnenmarkt bereits von no-name-Anbietern beherrscht wurde und die Blu-Ray-Player den Weg für bezahlbare Blaulicht- und Weißlicht-LEDs bereiteten. Es ist kein Zufall, daß die Erfindung der blauen LED und das Glühlampenverbot zeitlich so nah beieinander lagen. Osram und Philipps muß klargewesen sein, daß ihre Quecksilberdampflampen ohne großflächigen Staatseingriff keine Zukunft gehabt hätten.

  58. Wenn ich Kerry so lese, denke ich, wir bleiben Ökologisten.
    He likened climate change to global threats such as terrorism and the proliferation of weapons of mass destruction.

    Seeking to dismiss climate change sceptics, the top US diplomat said 97 percent of scientists agreed that global warming existed and was a direct result of human activity.

    Kerry sought to appeal to his young audience, adding: „Think about it this way: all 10 of the hottest years on record have actually happened since Google went online in 1998.“

    He warned of the costs of doing nothing, saying scientists believed that by the end of the century the seas could have risen by a meter (three feet).

    KLimawandel wurde von ihm als weapon of mass destruction definiert. Klimawandel ist jetzt der größte Terrorist?

  59. Was mich an dieser Heuchelei der Grünen am meisten anwidert, ist ein völliges Fehlen an Mitgefühl.

    Ein chinesischer Wanderarbeiter verdient etwa 10 € im Monat.

    Für diesen Dreckslohn müssen sie den ganzen Giftmüll, der bei der Produktion der Rohstoffe für die deutsche „Energiewende“ anfällt, mit ihrer Gesundheit bezahlen.

    Das interessiert die verbeamtete Sozialpädagogin, die jeden Morgen mit ihrem SUV die Kinder zur Schule bringt, nicht die Bohne.

    Der Prolet, der sich nicht wehren kann oder will, zahlt die Zeche.

  60. @ Fornax # 59:

    …Oder beim DDT-Verbot und anderem

    Sie haben ganz recht, da geht mir auch des öfteren das Messer in der Tasche auf.

  61. Schlaraffenland für Doofe……oder, wie verjage ich die wissenschaftliche Elite am effizientesten aus dem Land.

    Kampf um kluge Köpfe: Wissenschaftler wandern aus Deutschland ab

    Hamburg -- Im weltweiten Wettbewerb um die klügsten Köpfe weist Deutschland nach SPIEGEL-Informationen nur eine mäßige Bilanz auf. Zu diesem Ergebnis kommt die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) in einem bislang unveröffentlichten Gutachten, das sie diese Woche an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) überreichen wird.

    „Deutschland verliert viele der besten Wissenschaftler durch Abwanderung. Zwar gibt es Rückkehrer, jedoch können nicht Wissenschaftler gleicher Qualität zurückgewonnen werden“, schreiben die sechs von der Bundesregierung als Berater bestellten Wirtschaftsprofessoren. „Insbesondere für die Besten scheint das deutsche Forschungssystem derzeit nicht attraktiv genug zu sein“, kritisieren die EFI-Experten. ……………

    Nun ja, wenn grüne Ideologien schon die Forschung in bestimmten Fachrichtungen in Deutschland fast unmöglich machen, dauert es nicht mehr lange…..das der Rest auch noch den Bach runter geht.
    Naja, solange wir fehlerfrei unseren Namen tanzen können und gendergerecht allesamt is rosaroten Klamotten rumlaufen…..wird schon alles gut werden….und das Geld kommt vom Arbeitsamt und die Industrie wird ja eh völlig überbewertet.
    In etwa 20 Jahren kacken wir dann wieder ins Töpfchen und schütten dann morgens den Inhalt uff de Straße…..weil dann niemand mehr in der Lage ist unsere Infrastruktur zu bedienen und instand zu halten.
    Latrinen-Pferdewagen…….werden dann als innovative Klimaschutzmassnahmen der große Schrei in Europa sein…..ick sollte für die Idee schon mal ne Patentanmeldung machen…..man weiß ja nie, wie schnell der Bedarf dafür in Deutschland anstehen wird.

    Verblödung ist oberste Bürgerpflicht…….damit sich dieses Volk endlich widerspruchslos führen lässt.
    Dumm nur…..das Alkohol alleine viel zu langsam wirkt…….wird Zeit, das auch in Deutschland Kanabis freigegeben wird…..das Zeuch macht dann den Untergang der Gesellschaft wenigstens etwas bunter……ups.

    Onkel Heinz……….Ist bei der Marsmission noch ein Platz frei?

  62. Latrinen-Pferdewagen…….werden dann als innovative Klimaschutzmassnahmen der große Schrei in Europa sein…..

    Wäre doch was für den Greentec Award.

  63. …oder wie Werner es in den 80gern noch über dem Bett hängen hatte: Wir sch*** aufs Getreide, wir sch*** auf die Saat, Hurra wir verblöden, für uns bezahlt der Staat.

  64. @Testpilot

    Wäre doch was für den Greentec Award.

    Sorry, ein scheiß Idee…….nachher gewinn ick auch noch…..

    Onkel Heinz………Mit nachwachsenden Rohstoffen betriebenes Fäkalien-Entsorgungsmobil.

  65. Das Thema „Arkadien in Deutschland“ ist auch mehr unbewusst als bewusst in deutschen Landschaftsgeographie bestimmend gewesen, hat in den siebziger Jahren großen Einfluss auf die Erforschung der sogenannten „ökologischen Zusammenhänge“ gehabt. Die Verbiegung wissenschaftlichen Denkens ist schon früh von einigen kritischen geographischen Geistern (vor allem Gerhard Hard) hinterfragt und bloßgestellt worden. Hat allerdings dem ökologischen Mainstream nicht nachhaltig den Nährboden entziehen und verhindern können, dass aus harmonisch-arkadischen Landschaften die Utopie im Gleichgewicht ersehnter Ökosysteme wurde.

    Ich darf hier zunächst -- ein kurze Passage -- aus der Ehrendoktorrede des em. Geographen Prof. Dr. Dr. Gerhard Hard zitieren (2007):

    http://www.geographie.uni-osnabrueck.de/uploads/Hard_Ortsanknuepfungen_Jena.pdf

    „Der zweite Text [=Publikation] hieß dann schon direkt „Arkadien in Deutschland -- Bemerkungen zu einem landschaftlichen Reiz“ [1965], und hier versuchte ich dann mit enormem philologischem Aufwand quer durch die geographischen und außergeographischen Literaturen Europas hindurch zu beweisen, dass die typischen Steppenheidelandschaften Mittel- und Westeuropas seit mehr als 200 Jahren als eine liebliche Diaspora arkadisch-mediterraner Landschaften beschrieben, geliebt und verherrlicht werden; dass sie sozusagen atmosphärisch mehr als alle anderen mittel- und westeuropäischen Landschaften nicht nur mit dem „großen Süden“ identifiziert, sondern immer auch mit Liebe, Glück und einem wahrhaft guten Leben konnotiert worden sind.“

    Was den Einfluss des „landschaftlichen Arkadiens“ auf die Umweltwissenschaften angeht, erlaube ich mir, auf folgende Rubrik meiner Website hinzuweisen:

    http://www.kritische-naturgeschichte.de/Seiten/geografiker.html

  66. Ich frage mich manchmal, ob der Ursprung des Landschaftsbilds von Arkadien und der dazugehörige Landschaftstypus nicht einfach eine Ur-Erinnerung an unseren Ursprungsort, das Rift-Valley in Afrika („Wiege der Menscheit“), ist?

    Wir sind Kinder des Savanne, weiten Graslandschaften mit vereinzelten Schirmbäumen, das Rift hat Seen und Wasserläufe, begrenzt ist es von steilen Bergflanken.
    Es sieht auch heute noch recht ‚arkadisch‘ aus und an die Savanne sind wir biologisch am besten angepasst. Warum also nicht auch psychisch?

  67. Geoman,

    Das Thema “Arkadien in Deutschland” ist auch mehr unbewusst als bewusst in deutschen Landschaftsgeographie bestimmend gewesen, hat in den siebziger Jahren großen Einfluss auf die Erforschung der sogenannten “ökologischen Zusammenhänge” gehabt.

    Ich halte dies für einen Schmarrn.
    Der einzige Einfluß auf die Erforschung der sogenannten “ökologischen Zusammenhänge” heißt GELD.
    In Blöddeutschland wird erforscht, was bezahlt wird.

    Genscher und Menke Glückert haben die Ideologie Grenzen des Wachstums 1970 politisch eingeführt. Genscher sagte schon damals, wir Deutschen sollen Teilen lernen. Die dazu erschaffene Pseudowissenschaft ist geistiger Müll.

    So wurde Deutschland vom Land der Dichter und Denker zum Land der Dichter und Dämmer.

  68. Latrinen-Pferdewagen…….werden dann als innovative Klimaschutzmassnahmen der große Schrei in Europa sein…..

    Leider muss ich euch, Heinz und Pilot, enntäuschen:

    Es wurde schon vor längerem modelliert, dass Pferde mehr Mist erzeugen als sie abtransportieren können (Pferde sind also sozusagen vierbeinige Politiker):

    The Great Horse Manure Crisis of 1894

    (Leider gibt’s keinen guten deutschen Link dazu…alles muss man selber machen… 🙁 )

  69. Der Artikel ist eine hochinteressante und notwendige Analyse. Wir Naturwissenschaftler und Techniker sind gezwungen uns auch mit diesen Themenkomplexen auseinanderzusetzen, um den gegen uns erklärten Krieg in das Lager der Ökologisten zurück zutragen, die sich größtenteils unter den Geisteswissenschaftlern befinden. Erfreulich ist, dass auch zunehmend Geisteswissenschaftler beginnen, die Ökologisten zu bekämpfen. Häufig wegen ganz persönlicher, schmerzlicher Erfahrungen beim Aufschlag auf der Realität.

    Die Teilmenge der Ökologisten, auf die die Analyse zutrifft, dürfte die der (Gut)gläubigen sein. Die sehr viel kleinere Teilmenge, der Nullraum, des harten ideologischen Kerns der vom Selbsthass zerfressenen Ökofaschisten, will mittels des vorsätzlichen Herbeiführens des Zusammenbruchs der technischen Zivilisation die Weltbevölkerung auf 2 Mrd (Mittelalterwirtschaft) oder 300 Mio (Jäger und Sammler) reduzieren; das bisher größte Massenmordprogramm überhaupt, eben Grüne Khmer.

    In der Domäne des menschlichen Geistes und menschlicher Gesellschaften sind alle nur Suchende. Die Neurologie ist noch weit davon entfernt, eine brauchbare naturwissenschaftliche (d.h. mathematisch formulierte) Theorie dessen zu erzeugen. Nur Ideologen wähnen sich im Besitz eines sicheren Wissens darüber.

    Ich möchte mir daher erlauben, auf eine Unzulänglichkeit der Analyse hinzuweisen bzw. wo sie fehl läuft. Der ‚Lobgesang‘, der im letzten Abschnitt auf die heutige Oberschicht angestimmt wird, ist unangebracht. Im Gegenteil: Ohne Billigung und Förderung maßgeblicher Teile der Oberschicht hätte die Ökologismus-Ideologie niemals eine so weitreichende politische Implementierung erringen können. Und das hat weniger mit dem Traum von Arkadien zu tun als vielmehr mit handfesten niederen Motiven.

    Zunächst einmal ist hier mit Oberschicht nicht die Einkommensdefinition gemeint nach der man recht schnell zur Oberschicht gehörte, sondern die Familien, die jeweils signifikante Anteile der Wirtschaft besitzen, etwa die Erben der Gründer der heutigen Großkonzerne und Banken mit ihren beherrschenden Aktienpaketen. Mit einem solchen Besitz geht zwangsläufig Macht einher.

    Das tief liegende Motiv dieser Oberschicht zur Förderung des Ökologismus ist Angst. Angst vor dem Wettbewerb und damit vor dem Leistungsprinzip und Angst vor dem Verlust ihrer Vormachtstellung. Diese Angst speist sich aus dem Wissen oder zumindest der halb bewussten Ahnung, dass sie im freien Wettbewerb nicht bestehen würden. Und diese Angst ist gerechtfertigt. Der Grund dafür ist einfach angewandte Genetik. Die Gründer der heutigen Großunternehmen waren in der einen oder anderen Hinsicht außergewöhnlich. Bei technischen Industrieunternehmen stand am Anfang eine kreative Idee der Gründer die sie mit außergewöhnlichen Kompetenzen umsetzten. Natürlich spielten auch glückliche Zufälle eine Rolle. Aber außergewöhnliche Fähigkeiten waren unabdingbar und sie sind nun einmal das: außergewöhnlich. Nimmt man als Überbegriff dieser Fähigkeiten Intelligenz und trägt die als Häufigkeitsverteilung auf, so ist bekannt, dass sie annähernd der berühmten Gauss-Glockenkurve folgt. Die Intelligenz der Gründer lag zumeist im oberen dünnen Ausläufer dieser Kurve, ist also die Ausnahme im Vergleich zur breiten Masse darunter und um den Mittelwert. Entscheidend ist nun, dass bei der Zeugung ein genetisches Würfelspiel abläuft, bei dem entschieden wird, wie sich die Gene der Eltern kombinieren, und welche davon aktiviert werden. Das dies so ist, ist unmittelbar erkenntlich, da Geschwister gleichen Geschlechts sonst wie eineiige Zwillinge wären. Das Ergebnis dieses Würfelspiels, ganz gleich um welche menschliche Eigenschaft es sich auch handelt, folgt in der Wahrscheinlichkeit der jeweiligen statistischen Verteilung, was bedeutet, dass das wahrscheinlichste und damit häufigste Resultat die Mittelmäßigkeit ist. Daraus folgt, dass die Kinder eines in welcher Hinsicht auch immer außergewöhnlichen Menschen eben am häufigsten mittelmäßig sind, selbst wenn das andere Elternteil ebenso gesegnet war; dann ist lediglich der Mittelwert der Verteilung gegenüber der allgemeinen Bevölkerung leicht nach oben verschoben. Das beweist das Jahrhunderte alte Zuchtprogramm des europäischen Adels nur untereinander zu heiraten: die Ergebnisse sind eher dürftig. Die genetische Ausstattung des Gehirns legt das Potential zur Intelligenz fest. In wie weit dieses Potential ausgeschöpft wird, hängt von Ausbildung und Entfaltungsmöglichkeiten des Menschen ab.

    Ein Beispiel dafür sind die ‚Elite‘-Internate der Oberschicht, wo der schon nicht mehr mittelmäßige, sondern eher minderbemittelte und/oder wohlstandsverwahrloste Nachwuchs untergebracht und zum Abitur getragen wird, der es auf keiner normalen Schule schaffen würde. Diese Internate sind auf hochbegabte Stipendiaten dringendst angewiesen, weil sonst rapide Verblödung eintritt. Gefolgt wird dies vom Studium bei Professoren, die Ihrem Posten dem Netzwerk der Eltern zu verdanken haben und damit in der Bringschuld stehen (alternativ teure Privatuni mit Spendenaufschlag), bis hin zur gekauften Doktorarbeit (gekauft, nicht plagiiert, für viel Geld gibt es auch garantierte Unikate) und der anschließenden Unterbringung durch das Netzwerk auf einem Posten, dessen Anforderungen weit jenseits der tatsächlichen Fähigkeiten des Adepten liegt. Diese ‚Elite‘-Karriere gilt so nur für den unteren Ausläufer der Glockenkurve, illustriert das Problem aber ganz hübsch. Die Mittelmäßigen brauchen weniger Unterstützung, aber der letzte Schritt auf den überfordernden Posten bleibt meist gleich.

    Ganz gleich, wie die Gründer das Nachfolgeproblem lösen, das Problem des Kompetenzverlusts innerhalb des Unternehmens wird damit nur auf der Zeitachse verschoben; ganz einfach durch die schiere Masse der Mittelmäßigkeit. Landet erst einmal ein Inkompetenter auf einem Führungsposten und kann daraus nicht mehr entfernt werden, weil Familienbande oder das korrupte Netzwerk in stützen, nimmt das Unheil seinen Lauf. Ein Unfähiger kann in seiner Umgebung keine echten Könner dulden (Könner: Leute, die tatsächlich können, was sie tun; im Unterschied zu den „Machern“, die zu den anderen gehören). Entweder aus der rationalen Überlegung heraus, dass diese an seinem Stuhl sägen und die Folgen seiner Inkompetenz gegen ihn verwenden würden, oder aus dem Gefühl eines Unwohlseins heraus, da ihm die Könner wie in einem Spiegelbild ständig seine eigene Unfähigkeit vor Augen halten. Deshalb entledigt er sich ihrer so rasch er kann. Und dies ist ein progressiver Vorgang, der schließlich das gesamte Unternehmen durchsetzt. Das Leistungsprinzip innerhalb des Unternehmens ist abgeschafft (mit Ausnahme der Malocher unten, die immer an die gläserne Decke stoßen) und auf diese Weise stirbt die Firma den langsamen Entropietod. Für eine funktionierende freie Wirtschaft ist das kein Problem. Das Unternehmen verliert immer mehr Umsatz, geht bankrott und wird von Tüchtigeren ersetzt. Nur sind die unfähigen Besitzer/Führer nicht so dumm, dass sie das nicht wüssten, und trachten daher danach dies zu verhindern. Da sie im freien Wettbewerb nicht bestehen können, muss der Wettbewerb eben zunehmend eingeschränkt und am besten abgeschafft werden. Ist der Besitz und die damit einhergehende politische Macht groß genug, bewirkt man über die nicht minder inkompetenten Parteipolitiker Änderungen von Recht und Gesetz in die gewünschte Richtung. Auch ist man nicht allein, bei der Konkurrenz sieht es selten besser aus. Des weiteren musste man die Implementierung grundsätzlich neuer Technik verhindern, um auch den Innovationswettbewerbsdruck zu eliminieren; daher Downgrade von naturwissenschaftlich-technischer Forschung und Bildung. Dieses Phänomen ist in den Industriestaaten der westlichen Welt ab den 80er Jahren immer deutlicher zu beobachten und kommt wie alle zeitgeistigen Entwicklungen von jenseits des Atlantiks.

    Zu diesem Zweck nun kommt die totalitäre Zwangs- und Verzichtsideologie des Ökofaschismus wie ein Gottesgeschenk (naja, nicht wirklich; man musste nur Malthus reanimieren). Man braucht nicht mehr konspirativ Politiker mit Geldkoffern bestechen und muss sich nicht dafür schämen, die Freiheit der Menschen einschränken zu wollen, ihre Löhne immer weiter zu drücken und ihnen Aufstiegsmöglichkeiten zu nehmen. Man spendet offen für die Rettung von Gaia und die Verzichtsprediger und Volkserzieher übernehmen die Drecksarbeit. Auf diese Weise wurde die exponentielle technisch-industrielle Entwicklung gestoppt, die uns mitten in das Technium heineingetragen und die degenerierten Herrschenden schlicht technisch überholt und entmachtet hätte. Seit den 80er Jahren herrscht Stagnation; alles unter 5% Wachstum des BIP ist Stagnation.

    Aber zurück zu der im Artikel so gescholtenen Mittelschicht. Dadurch das die industrielle Entwicklung so abgebremst wurde, konnten die kompetenten Leute, die früher in großer Zahl das noch gute Bildungssystem durchliefen in immer geringerem Ausmaß ihren Fähigkeiten angemessene Arbeitsplätze finden. Gefährliche Unternehmensgründungen wurden durch die Konzerne rasch eliminiert. Diese führte zu einem stetigen Realeinkommensverlust der Mitglieder der Mittelschicht; je jünger die Leute desto schlimmer. Viele leben nur noch eine Mittelschichtenillusion. Der SUV, die Privatausbildung der Kinder und das Eigenheim sind bis zum Anschlag auf Kredit finanziert. Ein kleiner Schicksalsschlag und man findet sich nach Privatinsolvenz in den Wohnwaben der Plebs wieder. Für viele gerade ohne technische Bildung ist daher die Verzichtsideologie attraktiv, da sie aus der Not eine Tugend macht und man sich wenigstens noch so moralisch von den Plebs abgrenzen kann. Die Plebs wiederum waren in den 70er Jahren ein fast ausgestorbenes Phänomen, da es reichlich gut bezahlte Industriearbeitsplätze gab. Die handwerklich begabten Industriearbeiter wurden ab den 90ern in immer größerer Zahl entlassen. Der Verlust der Arbeit in einer Mannschaft die auch Ihrem Leben Sinn vermittelte, führte bei nicht wenigen zu einer Abwärtsspirale, die auch die Familie und den Nachwuchs betraf und zu Verwahrlosung und Bildungsferne führte, da mit Arbeit kein Aufstieg mehr über das Hartz-Niveau zu erreichen war. Die Ironie ist, dass jene Angehörigen der Mittelschicht, die dem Ökofaschismus anhängen, das degenerierte Geschäftsmodell der zu recht verachteten Oberschicht und deren Konzerne damit fördern und ihren ureigensten Interessen entgegenarbeiten.

    Mittels des Ökofaschismus verlagert die degenerierte Oberschicht den verdienten Bankrott ihrer Unternehmen auf die gesamte Gesellschaft. Nach dem unvermeidlichen Zusammenbruch, bekommen die Könner die besten Chancen und bauen wieder neu auf. Und dann wiederholt es sich. Dieser Teufelskreis ist keineswegs neu, sondern wir sind seit langem darin gefangen. Üblicherweise wird in der Endphase zur Ablenkung und zum Verwischen der Spuren ein Krieg angezettelt. Aber es gibt Anlass zur Hoffnung: 1. Dank Oppenheimer, Teller & Co dürften die großen Interstaatenkriege durch die schiere Existenz der Kernwaffen der Vergangenheit angehören. Dafür spricht der stille Untergang der UdSSR, früher wäre das Kriegsgrund gewesen. 2. Der Rückblick in die Geschichte zeigt, das der Zusammenbruch umso weniger katastrophal ausfiel, je höher das Ausgangsniveau war, letztendlich also der Grad der Technisierung. 3. Die wahre Sprengkraft des Internets ist noch nicht einmal andeutungsweise sichtbar geworden. Blogs sind ein bescheidener Anfang. Die Quell-offene Kryptographiesoftware hat den Rüstungswettlauf mit den staatlichen Überwachern praktisch schon gewonnen, wie der NSA-Skandal auch zeigte. Stichwort: GPG, Freenet, I2P. Es wird sich erweisen, dass das Internet wesentlich besser geeignet ist, die Mächtigen zu überwachen als umgekehrt. Damit wird es technisch möglich eine dem Bürger verpflichtete Staatsorganisation zu realisieren, die den heutigen Verhältnissen entspricht und nicht dem 18. Jhd, und effektiv verhindert, dass es eine abgehobene, sich der Kontrolle entziehende Politkaste schon wieder so weit kommen lassen konnte. Exit-Weg: Art. 146 GG „Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist.“ 4. Das Vorantreiben der technischen Entwicklung und dabei zunächst zuvorderst der Effizienz der nuklearen Energietechnik wird unsere materiellen Freiheiten so vergrößern, dass es immer schwieriger wird, Macht auszuüben. Denn dies geschieht vor allem über eingeschränkte Zuteilung knapper Güter. In einer Nachknappheitsgesellschaft heißt es für die Machtgierigen: LMAA! Oder wie Orwell sagte: Eine hierarchische Gesellschaft lässt sich nur auf Armut und Unwissenheit aufrechterhalten.

    Also ab mit dem Ökofaschismus auf den Müllhaufen der Geschichte und auf ins Technium!

    P.S.: Ich spreche hier von keiner Verschwörungstheorie dunkler Hintermänner, die in Geheimen orchestrieren, sondern von einem Selbstorganisationsphänomen interagierender Individuen, die ihren Interessen folgen (Das Ökosystem der Erde entstanden durch die Evolution ist auch Selbstorganisation -- Kreationismus ist die Verschwörungstheorie dazu). Die wesentlichen Aussagen dazu lassen sich im Internet finden, schließlich braucht man sich dank des Ökofaschismus nicht zu schämen. Ich empfehle ab und zu mal „eigentümlich frei“ zu lesen, auch wenn man nicht alle Ansichten teilen muss, erweitert es das Blickfeld. Für viele der Aussagen oben ließen sich leicht weitere Belege und Fallbeispiele heranziehen, wäre aber dann schon eine Abhandlung und kein Kommentar mehr.

    Tritiums guter Artikel hat mich im letzten Teil so provoziert, dass ich nicht mehr anders konnte als mich auf diese weise mal gründlich auszukotzen, da ich sonst überaus ungern schreibe. Aber dieser Blog ist thematisch breit und tiefgehend aufgestellt, so dass es wohl Sinn hat.

  70. @Xenomorph

    Tritiums guter Artikel hat mich im letzten Teil so provoziert, dass ich nicht mehr anders konnte als mich auf diese weise mal gründlich auszukotzen, da ich sonst überaus ungern schreibe. Aber dieser Blog ist thematisch breit und tiefgehend aufgestellt, so dass es wohl Sinn hat.

    Prächtig gebrüllt Löwe……..kannst öfters mal Dein Senf hier ablassen, gefällt mir.
    Onkel Heinz…….erstaunt……und bewundernd

  71. @ Xenomorph # 69:

    Ich leugne nicht, dass ein gewisser Drang zum ‚Auskotzen‘ auch bei mir selbst Pate stand.
    Ein schlechtes Gewissen habe ich deshalb nicht, angesichts der ungehemmten Hetze und Verunglimpfung, die bei Ökologisten zum Standardrepertoire gehört.
    Natürlich ist jede Verallgemeinerung mehr oder weniger falsch, das muss man im Auge behalten. Aber eine Typisierung schafft auch Klarheit, da damit ein Modell kreiert wird, mit dem man die Realität bemessen kann.

    Nun etwas konkreter:
    Dass das Bürgertum sich an die beneidete Oberschicht anlehnt und die scharfe Abgrenzung nur nach unten gilt, ist nicht neu:
    Das Bürgertum bewunderte und beneidete den Adel und hatte keinen sehnlicheren Wunsch als selbst dazu zu gehören. Es wurde von einer Art Haßliebe getrieben.
    Das drückte ich auch oben aus:

    Das ursprüngliche Adels-Sentiment verbürgerlichte sich mit dem Wandel zur Moderne, doch es ging nicht verloren

    Die strenge Klassengesellschaft war zwar nun in der Oberschicht um ein starkes und reiches Bürgertum ergänzt, doch diese Bürger schotteten sich gegenüber dem Proletariat ebenso ab wie es früher der Adel tat.

    Das lässt sich auch heute genau so beobachten. Das ganze pseudolinke Repertoire ist Vorwand, um den eigenen Weg nach oben zu ebnen. Orwell hat das mit seinen Schweinen charakterisiert.

    Und auch Ihre Oberschichtcharakterisierung halte ich für treffend:
    ‚Der erste erbaut, der zweite erhält, der dritte verfällt“

    Wie sehr das ‚alte Geld‘ sich die Sahne abschöpft und den Ehrgeiz der Parvenüs ausbeutet, habe ich mir hier mal angeschaut:
    Das EEG – Monopoly

  72. http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/dav_aktuelles_2014-02-20_solardach.html

    Lesenswert in Ergänzung zu Tritium’s Beitrag.

    Auf den jüngsten Artikel „Quoten – Einstieg in den Ausstieg aus der freiheitlichen Gesellschaft …“ kamen so viele Rückmeldungen wie selten. Ganz offensichtlich sind viele Menschen erzürnt und finden kein Ventil mehr in der veröffentlichten Meinung. Hundertfach kam die Frage, warum sich Menschen freiwillig einem Weltbild unterwerfen, dass fatal an den Märchenkönig mit den neuen Kleidern erinnert. Und ebenso oft wurde die Hoffnung ausgedrückt, dass rationale Argumente auf Sicht die Dinge wieder richten werden.

    Diese Hoffnungen gehen, leider und fälschlich, davon aus, dass den vom „Gutmenschen“ initiierten gesellschaftlichen Umwälzungen rational-wirtschaftliche, rational-politische Überlegungen zu Grunde liegen.

  73. Sehr treffend!

    „Wenn die Königin Marie Antoinette Bäuerin spielte, benutzte sie Melkeimer aus Sèvres-Porzellan mit dem königlichen Wappen“

    Heute wohnt sie auf dem energiesparend renovierten Resthof (als Ferienhaus) und benutzt die Produkte von Manufactum 😉

  74. @ Blume Durch Ihren Beitrag wurde ich auf den alten Beitrag von 2014 aufmerksam. Die Problematik ist so aktuell wie der grüne SUV am Walddorfkindergarten und das Nein der FdP zu Jamaica. Jetzt geht es weiter: Avanti Dilletanti!

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