Lügenpresse? Ignoranzpresse!

14. Februar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Medien, Ökologismus

ego150Die Ursache für das Scheitern der Sonde Philae auf dem Kometen Tschurjomow-Gerrasimenko könnte politischer Natur sein.

Moment.

Scheitern? Überschlugen sich nicht die Medien vor Begeisterung, war nicht allüberall von einem großen Erfolg die Rede?

Fassen wir mal zusammen: Nachdem nahezu jedes der für einen sicheren Stand Philaes auf der Kometenoberfläche vorgesehenen Systeme versagte, hüpfte die Sonde unkontrolliert hin und her, nur um schließlich im Schatten eines Felsen zum Stehen zu kommen. Wodurch ihre Solarzellen nicht mehr in der Lage waren, ausreichend Energie zur Erfüllung der Missionsziele zu generieren.

Erfolg oder Mißerfolg sind mitunter eine Frage der Perspektive. Eine sichere Energieversorgung ist eine Frage der Technik. Warum also verfügt Philae nicht über eine Radionuklidbatterie?

Ein hochrangiges Mitglied des DLR gab mir im direkten Gespräch die Antwort: Aus politischen Erwägungen. Wer da genau in welcher Form Einfluß genommen hat, wollte oder konnte er mir nicht sagen. Aber es ging tatsächlich darum, der bösen Kerntechnik keine positiven Schlagzeilen zu verschaffen. Während die NASA mit dem „atomgetriebenen“ Curiosity auf dem Mars herumfuhr und Dawn und New Horizons auf dem Weg zur Ceres beziehungsweise zum Pluto ununterbrochen Daten lieferten, war Rosetta für Jahre im Standby zu betreiben und konnte Philae die Erwartungen nicht erfüllen. Weil unsere heimischen Wissenschaftler und Techniker zu einem Kniefall vor dem Ökologismus gedrängt wurden.

Nein, ich werde meine Quelle nicht nennen (sonst erzählt der Mann mir nie wieder etwas). Und nein, ich werde auch nicht weiter recherchieren. Ich habe nicht die Zeit dafür und nicht die Ressourcen. Ich bin kein investigativer Journalist. Es gab sicher andere Erwägungen, insbesondere technischer Natur, die ebenfalls in die Entscheidung über Rosettas und Philaes Energiesysteme eingeflossen sind. Wichtig ist aus meiner Sicht ein anderer Punkt. Denn Sie, liebe Leser, sind durch die mediale Berichterstattung in keiner Weise auf diese Frage hingewiesen worden. Warum hat Philae keine Radionuklidbatterie an Bord? Amerikanische Blogger haben sich dieser Frage gewidmet. Deutsche Medien nicht. Manch ein Journalist wird sich, wenn er das hier liest, womöglich erst einmal fortbilden müssen: Was genau ist denn eigentlich eine Radionuklidbatterie?

Dahinter steckt noch nicht einmal böse Absicht. „Lügenpresse“ ist mein Wort nicht. Die Medien können nicht lügen. Denn dazu werden sie zu scharf beobachtet. Vor allem von sich selbst. Gleich ob Print, Radio, TV oder Online, jede Lüge würde irgendwann durchschaut und durch einen Wettbewerber auch publik gemacht. Und wenn wirklich mal etwas nicht sofort auffällt, stehen immer noch zahlreiche Blogger bereit. Nein, die Krise des Wissenschafts- und Technikjournalismus in Deutschland hat andere Ursachen. Ignoranz ist der treffende Begriff. Ignoranten lügen nicht. Sondern irren.

Das IPCC macht seit Jahrzehnten einen guten Job. Weil es seinen Auftrag erfüllt. Der da lautet: Durch geeignete Argumente den Boden für eine alarmistische Politik zu bereiten. Das wichtigste Werkzeug hierfür stellen die „Zusammenfassungen für Politiker“ dar. Die mitunter durchaus ausgewogenen und vielschichtigen Ausführungen auf den vielen tausend Seiten der Hauptberichte liest niemand. Zusammenfassungen und zugespitzte Presseinformationen hingegen vermag die Zielgruppe zu verarbeiten. In diesen aber fehlen fast alle Hinweise auf Unsicherheiten, die in den Hauptberichten häufig anzutreffen sind. Was keinem Fachjournalisten jemals auffiel.  Statt zu hinterfragen pflegen die Medien einen Verlautbarungsjournalismus, der ungeprüft alles verbreitet, was ihm das IPCC anbietet. Bis Axel Bojanowski die Unterschiede zwischen Hauptbericht und Zusammenfassung schließlich thematisierte. Die Motivation seines vielbeachteten und diskutierten Artikels bringt er in der Klimazwiebel auf den Punkt: Ich fand es wichtig, dass wenigstens ein Medium die Diskrepanzen berichtet. Wenigstens eines. Ein einziges. Nach fünfundzwanzig Jahren.

Wie soll man als Journalist dem IPCC auch kritische Fragen stellen, wenn man sich noch nicht einmal bemüht herauszufinden, wie diese denn lauten könnten?

Es ist bezeichnend wie sehr die Medien auf die „wissenschaftliche Autorität“ eines politisch agierenden UN-Gremiums vertrauen, in vielen anderen Fällen aber die Wissenschaft ignorieren. Nach der Havarie des Kernkraftwerkes im japanischen Fukushima ließ man in Deutschland nur Kernkraftgegner von Greenpeace und Co. als „Experten“ zu Wort kommen. Deutsche Professoren für Reaktortechnik aber nicht. Kein Text über die Grüne Gentechnik erscheint mehr ohne den Hinweis, das Risiko eines Risikos könne ja nicht ausgeschlossen werden. Obwohl ganze Generationen an Forschern bislang daran scheiterten, auch nur das geringste Indiz für eine Gesundheitsgefährdung durch gentechnisch optimierte Pflanzen zu finden. Die hierzulande grassierende Ablehnung wichtiger Zukunftstechnologien ist auch die Folge einer medialen Potenzierung ökologistisch motivierter Schreckensszenarien.

Man denke nur an die häufige Ausstrahlung des Propagandastreifens „Gasland“ durch die öffentlich-rechtlichen Sender. Der Film ist, so sehen es viele Kommentatoren, entscheidend verantwortlich für die unvermittelt aufflammenden Proteste gegen eine seit Jahrzehnten etablierte und millionenfach durchgeführte Bergbau-Technologie. Von Hydraulic Fracturing oder kurz Fracking werden wohl die meisten Wutbürger noch nie etwas gehört haben, bevor sie mit der Dokumentation konfrontiert wurden. Gasland ist ein wunderbares Beispiel für den DHMO-Effekt. Man mag die unbedarften Menschen belächeln, die sich von einem forsch auftretenden Kamerateam auf der Straße zu einer Unterschrift gegen DiHydrogenMOnoxid (alltagssprachlich auch als „Wasser“ bezeichnet) verleiten lassen. Doch das ist nicht angebracht. Denn auf diese Weise manipulierbar sind wir alle. Auch die Medien selbst. Obwohl gewarnt, sind sie sind mit Gasland einer verfälschenden Darstellung aufgesessen, die sie unkritisch und ungeprüft weiterverbreitet haben. Vier lange Jahre hat es gedauert, den Fehler zu erkennen und zu korrigieren. Aber der Schaden ist angerichtet.

Man kann es sich natürlich einfach machen und die Schuld dem Publikum zuschieben. Niemand ist schließlich gezwungen, an das zu glauben, was gesendet oder gedruckt wird. In gewisser Weise jedoch haben sich die Medien ein manipulierbares Publikum selbst geschaffen.

Eine verhängnisvolle Abwärtsspirale wurde mit dem Wunsch der Verlage und Sender eingeleitet, Auflagen und Reichweiten auch auf Kosten der Qualität zu steigern. Das Buhlen um die Aufmerksamkeit von immer mehr Lesern, Hörern und Zuschauern erfordert, es diesen so leicht wie möglich zu machen. Das Rezept dazu lautet: reduzierte Textmengen, kurze Sätze und grobe Vereinfachungen – gepaart mit einer dramatisierenden oder zumindest aufregenden Bildsprache. Vor allem soll  sich nach dem Konsum einer Veröffentlichung beim Publikum das wohlige Gefühl einstellen, nun ganz genau Bescheid zu wissen. Denn dann schalten sie auch beim nächsten Mal wieder ein oder kaufen das nächste Heft. Gasland hat auf diese Weise sehr viele Fracking-Experten produziert, und das IPCC viele Klima- und Energiefachleute. Merkwürdigerweise vor allem in den gesellschafts- und geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Und einige von denen, da bin ich sicher, werden mir auch ganz genau darlegen können, warum Rosetta und Philae ohne Radionuklidbatterien auskommen. Wenn eben wissenschaftliche und technische Themen in den Bereich des Banalen herabgewürdigt werden, öffnet dies einen Kommunikationskanal zwischen fachlich ungeeigneten Journalisten auf der einen und erregbaren Laien auf der anderen Seite, die sich gegenseitig in ihrem Tun bestärken. Am Ende steht (durchaus gegenseitige) Erziehung statt Aufklärung.

Im Spiegel  wurde jüngst (Ausgabe 7/2015) ein erhellendes Interview mit dem Reporter Christoph Maria Fröhder veröffentlicht, der seit Jahrzehnten für die ARD aus allerlei Krisen- und Kriegsgebieten berichtet. Er geht darin mit der journalistischen Qualität und dem Anspruch von Tagesschau und Tagesthemen hart ins Gericht und kündigt öffentlich die Zusammenarbeit mit den zuständigen Redaktionen auf. Seine Kritik gipfelt in der Aussage, das Überprüfen wäre der eigentliche Beginn der Arbeit eines Journalisten. Mit Warum hat sich etwas so entwickelt? und Kann es auch anders sein? formuliert er zwei Leitfragen zur Verdeutlichung dieses Credos, die aus seiner Sicht in der politischen Berichterstattung zu kurz kommen.

Nicht nur dort, möchte ich ergänzen. Sondern bei wissenschaftlich/technischen Themen auch. Die Frage ist ja immer, wie gelingt die Komplexitätsreduktion ohne zu verfälschen?, meint Axel Bojanowski und zeigt damit das Problem. Es gibt keine Komplexitätsreduktion ohne Verfälschung und deswegen sollten Journalisten eine solche auch nicht versuchen. Sie sollten den Leser anregen, sich die Frage nach dem Warum auch selbst zu stellen. Und sie sollten sein Interesse daran wecken und ihn dazu befähigen, nach der Antwort durch einen Wechsel der Perspektive auch selbst zu suchen. Warum also fürchten sich so viele Menschen vor einem Klimawandel? Unter welchen Umständen wäre diese Angst unbegründet? Warum begrüßen so viele Menschen die Energiewende? Kann es sein, daß diese sich als eine wirklich dämliche Idee herausstellt? Diese Fragen sind nicht simpel. Sie  auf eine den gegenteiligen Eindruck erweckende Weise zu besprechen, öffnet den Pfad für Trickser und Täuscher. Wer Komplexität leugnet, verdeckt oder verschweigt, setzt sich sogar dem Verdacht aus, selbst als Gaukler agieren zu wollen.

ESA und DLR feiern eine Sonde, der nach wenigen Minuten der Strom ausgeht. Berechtigt? Die merkwürdig knappe Stellungnahme auf der Missionswebseite der ESA „weil wir das eine nicht entwickelt haben, haben wir das andere entwickelt“ (wörtlich: ESA has not developed RTG (i.e. nuclear) technology, so the agency decided to develop solar cells that could fill the same function.) hat mich aufmerksam werden lassen. Ich bin ja auch kein Journalist. Warum haben Rosetta und Philae keine Nuklearbatterien an Bord?  Diese Frage mag am Ende tatsächlich nicht zu tieferen Einsichten führen. Aber dessen kann man nur sicher sein, wenn man sie auch stellt.

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50 Kommentare
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  1. In Deutschland wird schon lange nicht mehr Nutzen und Risiko gegeneinander abgewogen, Entscheidungen in allen Bereichen werden aufgrund von platten Parolen emotional und scheinbar politsch korrekt getroffen. Egal ob es um Mindestlohn oder Mietpreisbremse geht, die den Geringqualifizierten oder den Mietern langfristig schaden oder um Solar, Wind, Biomasse oder Kernkraft.

    Das liegt am System. Kinder kommen zunächst in staatliche Kitas und Kindergärten in denen groß Antiatomsonnen der Grünen hängen, dort werden sie von Erziehern indoktriniert, die gegen Gentechnik, Kernkraft und den freien Markt sind. In den staatlichen Schulen geht es dann weiter, da werden sie von gewerkschaftlich organisierten und größtenteils verbeamteten Lehrern, die größtensteil ebenfalls kapitalismus- und fortschritt-feindlich sind, umerzogen und auf Linie gebracht. Kreativität, Diversität, Eigeninitiative und Selbstständigkeit wird ihnen da genauso wie kritisches Denken ausgetrieben.

    Unterstützt wird das ganze dann noch vom GEZ-Staatsfernsehen, wo als Dokumentationen getarnte Sendungen ebenfalls kaptialismusfeindliches und technophobes verbreiten. Egal ob es um Fracking, Kernkraft, Gentechnik, Nanopartikel oder gesellschaftliche Fragen geht, immer wird der bestehende Staat, mit seiner viel zu hohen Staatsquote, seinen zu hohen Subventionen, seinen zu hohen Steuern und Ausgaben von Journalisten, die weder was von Physik oder Technik oder Wirtschaft verstehen, verteidigt und gerechtfertigt.

    Wenn man etwas kritisches sehen will, muss man schon zu den Privatsendern gehen, wo auch schon mal ein Buch wie „Total beschränkt: Wie uns der Staat mit immer neuen Vorschriften das Denken abgewöhnt“ von Alexander Neubacher mal rezensiert wird. In den GEZ-Propagandamedien wird man soetwas vergeblich suchen.

    Die einzige Hoffnung, die noch besteht sind die sozialen Netzwerke. Man kann nur hoffen das keiner mehr sich die Staatspropaganda im GEZ anschaut.

    Es wäre vergebens zu hoffen das mal irgendwann bei der Bildung Wettbewerb eingeführt wird, zB durch Bildungsgutscheine, so das die Kosten sinken und die Qualität mal irgendwann steigt. Ein Ende des GEZ ist auch trotz Millionen von Bürgern, die nicht mehr zahlen wollen, für etwas das sie nicht haben wollen, nicht zu erwarten.

    Letztendlich bleibt nur Auswandern in ein freieres Land, wie Hong Kong, Singapur, Neu Seeland, Australien, die Schweiz, Kanada, oder Chile. Man mag es kaum glauben, aber selbst Mauritus ist freier als Deutschland.

    Freiheitsranking der Länder

  2. Die Leute sind heutzutage in Mitteleuropa komplett vertrottelt. Die Hochkultur in Europa ist auf dem absteigenden Ast. Auch früher gab es Hetze, Propganda, Aberglaube. Aber wer heutzutage mit Internet, massenhaft Zeitungen, TV-Stationen, Radiostationen noch so eine debile Einstellung gegenüber Atomkraft und Fracking hat, ist einfach nur kognitiv beschränkt aka saudumm. Natürlich kann man gegen Atomkraft und Fracking sein, aber mit rationalen Argumenten. Aber das Gesabbel, das einem entgegenschlägt bei obgenannten Themen, ist einfach nur noch bizarrer Schwachsinn. Es tut mir um die nachfolgenden Generationen leid. Das Verhindern von Fracking in Europa wird man verschmerzen können, aber wer glaubt die Dummheit wird sich darauf beschränken, irrt sich wohl

  3. Das ist doch alles nur Märchenerzählerei! Punkt.

  4. ESA Lösungen sind oft irgendwie „under-engineereed“.

    Siehe auch “ Beagle“ -- Eine „Taschenuhr“ legt eine Bruchlandung auf dem Mars hin, während die NASA Spirit und Opportunity absetzt, von denen einer selbst heute noch herumfährt.

    Ein Radioisotopengenerator muss bei einer so langen Missionsdauer natürlich auch etwas überdimensioniert werden, aber das wäre im Prinzip kein Problem.

    Insgesamt wirken diese Missionen ein bisschen wie der Versuch, bewusst unkonventionell und kreativ zu sein. Vielleicht auch etwas billiger, aber wenn die Mission dann wegen ein paar Millionen fehlschlägt, ist billig in diesem Fall eher teuer.

  5. Danke Peter, für die Infos und die Kommentierung.

    In der Tat ist der Begriff Lügenpresse ein politisches Kampfwort, welches ohne weitere Beschreibung oder Deutung, missverständlich ist, das es unterstellt, wissentlich zu lügen. Kommt sicher auch vor, aber es ist nicht das wirkliche Problem. NGOs, der Politikbetrieb und die Presse haben sich einen eigenen Kosmos geschaffen, der aber wie eine Blase wirkt, und Alternativen nicht ausreichend in Betracht nimmt. In Firmen nennt man so was auch »Betriebsblindheit«. Eigene Wahrheitsordungen, die wiederum um eine selbst geschaffene Moral kreisen, verhindern den Blick auf pragmatische Lösungen. Dies ist nicht nur im Bereich der Technik so, eigentlich sollte man meinen, die Technik ist davon gar nicht betroffen, aber das Beispiel hier illustriert sehr deutlich, dass es doch so ist.

    Die die sich in der Blase befinden, ignorieren die Welt außerhalb dieser. Es ist tatsächlich die Ignoranz gegenüber Alternativen im Denken, was ein großes Problem derzeit darstellt.

  6. Nur Ignoranz? Das bezweifle ich doch stark. Schaut man sich die politischen Präferenzen der meisten Journalisten an – je nach Umfrage bekäme eine Grün-Rot-Rote Koalition mehr als 70% der Stimmen! – und bedenkt das gerade in diesen Kreisen weit verbreitete nicht unerhebliche Sendungsbewusstsein, so muss man wohl in vielen Fällen durchaus vorsätzliche Lüge unterstellen.

    http://www.focus.de/finanzen/news/money-inside-was-journalisten-waehlen_aid_1032835.html

    https://www.dfjv.de/documents/10180/178294/DFJV_Studie_Politikjournalistinnen_und_Journalisten.pdf

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/s-p-o-n-der-schwarze-kanal-warum-sind-so-viele-journalisten-links-a-895095.html
    Ich kenne aus meinem persönlichen Umfeld etliche Fälle von falsch zusammengeschnittenen Interviews, bestellten Elogen auf Atom“experten“ und verabredeten Gefälligkeitsartikeln zu politischen Fragestellungen im Bereich der Kernenergie. Man muss sich doch nur mal die aktuelle Propagandashow bei Monitor zu den Fragen der Entschädigungen für das Moratorium anschauen. Ein ganzes Politikmagazin als Pressestelle von Frau Kotting-Uhl und ihrem „persönlichen Referenten“ Herrn Renneberg, der darüber schwadroniert, dass er die Anordnung selbstverständlich mit Sicherheitsdefiziten begründet hätte. Die gab es aber nicht, die sind auch durch Fukushima nicht hinzugekommen. Hätten sie existiert, so muss man fragen, warum er als oberster Atomaufseher Deutschlands (1998 bis 2009) nichts dagegen unternommen hat!?

  7. Lach…..wieder mal der Beweis, wie nutzlos erneuerbare Energien sind…..oh Gott, er hat Atom gesagt…..ähm, Plutonium.

    ich schätze mal, die Wissenschaftler ham sich dumm und dämlich geärgert….da ham se dat Dingelchen so toll an den Kometen rangebracht…..und dann versagt die dämliche Sonde, weil irgendwer bei der stabilen Stromversorgung geschlampt hat.
    Wundert mich eigentlich, das sie die Sonde nich aus nachhaltigen Holz gebaut haben…dat dann im All biologisch abgebaut wird…..oder so, oder so ähnlich.
    Sorry, dat hätte ein echt großes Ding werden können für die europäische Raumfahrt…..und dann sowas, ick könnt heulen.

    H.E.

  8. Ich hatte ja das MPI für Sonnensystemforschung quasi nebenan. Ich habe da bei Führungen die Frage nach Radionucleidbatterien für Rosetta mehrmals gehört. Die Wissenschaftler hielten sich da immer ziemlich bedeckt. Ich habe jedenfalls nie ein technisches Argument gehört, was dagegen gesprochen hätte. Etwas Auskunft gibt vielleicht das Ianus Working Paper „Energy supply for deep space missions“ von 1998, wo auf Seite 78 über Rosetta steht:

    The consortium formed of leading institutes of Europe includes the scientific organisations of Germany, Finland, Italy, Hungary, Great Britain and Austria, which have not the technological capacity to manufacture RTGs.It was therefore decided to develop new high-efficiency solar cell for this deep space mission

  9. Sowas hier wie das hier Innovation und die Kultur Fehler machen zu dürfen wird man wohl weder in der Schule noch in der Lügenpresse zu Gesicht bekommen.

  10. @ Straten, #8:

    Es gibt schon seit einigen Jahren ein ESA-Programm zur Entwicklung von RTGs, die Americium 241 nutzen sollen. Dieses wird vor allem von britischen Partnern aus der Forschung und der Industrie durchgeführt. Deutschland ist -- ich glaube über irgendein Fraunhofer Institut -- am Rande beteiligt bzgl. der thermoelektrischen Materialien. Einen Link zu diesem Programm habe ich jetzt nicht, kann man aber bestimmt ergoogeln.

    Das Vorhaben kommt natürlich für Rosetta zu spät. Hätte man allerdings ein paar Jahre früher begonnen, sähe das anders aus.

    Zu sagen, wir hier in Europa könnten das nicht, wie in dem von Ihnen zitierten Paper, ist daher nicht nur albern, sondern auch ignorant.

    Für Rosetta hätte man den RTG auch einfach bei der NASA einkaufen können. In der Regel fließt bei solchen Geschäften auch kein Geld, man revanchiert sich bei Gelegenheit durch eine Kompensation in einem anderen Projekt.

    Um das noch einmal deutlich zu machen: Mein Gesprächspartner beim DLR hat mir versichert, auf die ESA, auf das Rosetta-Programm wäre politisch, also seitens der Regierungen, Druck ausgeübt worden, auf diese Option zu verzichten. Mir geht es hier nicht um die technische Frage. Die kann man lange und ausführlich diskutieren. Mir geht es schlicht darum, wie Politik aus ideologischen Motiven auf Wissenschaft und Forschung Einfluß nimmt, um diese in eine bestimmte Richtung zu lenken. Das halte ich für ein lohnendes Thema, an dem die Fachjournalisten hätten recherchieren können. Es aber nicht getan haben…

  11. Die Zeit schrieb
    folgendes:

    Man kann nicht sagen, dass Rosetta den direkten Weg zum Kometen genommen hätte. Europa schreckte davor zurück, seine Sonde nuklear zu betreiben, wie es die Nasa getan hätte. Zu riskant, hieß es; lieber eine grüne Energiequelle. Rosetta bekam Solarzellen für ihre Elektronik und für die Instrumente, genau wie Philae, jenes mobile Labor, das Rosetta mit sich trägt.

    Also lieber eine grüne Energiequelle, statt die sichere Energieversorgung, dafür die Bauchlandung

  12. Habe eben einen Kommentar versenkt. Nur ganz kurz zusammengefasst. Mein Link ist von 1998. Die Entwicklungen von RTGs, die die ESA vorhatte werden darin gut beschrieben. Für Rosetta war das zu spät. Bei der Nasa kaufen hätte den europäischen Character der Mission verwässert. Da würde ich nach politischer Einflußnahme suchen.
    @Günter Heß #11
    Der Zeitartikel glänzt wohl eher durch Formulierungskünste, als durch Sachkenntnis. Der Autor ist halt Germanist.

  13. Bei gentechnisch veränderten Pflanzen, ist die Gesundheitsgefährdung nicht das Problem. Sondern die Monopolstellung, die Firmen wie Monsanto dann auf Nahrungsmittel bekommen würden.

  14. Lieber Herr Biersack, in der Medienfrage stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Schon seit Jahren verzichte ich auf die dort gesendeten Dokumentationen, weil ich die volksverhetzende Propaganda vom Menschen, der die Welt vernichtet, einfach nicht mehr aushalten konnte. Bei der Jugend bin ich mir da nicht so sicher, Kinder, die so erzogen wurden, kommen irgendwann in die Pubertät und beginnen sich von den Eltern abzugrenzen. Dabei entwickeln sich mitunter sogar völlig diametrale Standpunkte. Diese sind durchaus bis ins Erwachsenenalter haltbar. D.h. ich betrachte die Öffentlichrechtlichen als verloren oder einfach nicht existent. Die Jugend würde ich aber nicht aufgeben. Und dann sind da ja auch noch die vielen Neudeutschen, die in der Regel eine völlig andere Haltung vertreten, als dem links -- grünen Mainstream lieb sein kann.

  15. @ Lara Berger

    Und weil die Gefahr der Monopolisierung von Medikamenten durch Pharmariesen besteht, spreche ich mich generell gegen die Entwicklung selbiger aus, oder?

    Geschäftsstrategien darf man gerne kritisieren oder Alternativen dazu aufzeigen, dies aber der Technologie anzulasten ist nicht tragbar. Eine Monopolisierung muß nicht unbedingt das Ergebnis eines Verdrängungungskampfes sein, ein freiwilliger Rückzug von Marktteilnehmern hat den gleichen Effekt. Wenn man in Europa nicht auf diesem Geschäftsfeld operieren möchte, haben andere Player das erfolgreiche Sagen. Global ist der Erfolg der Grünen Gentechnik ohnehin nicht mehr zu stoppen. Mit dem Verleugnen sieht es da schon besser aus.

    Wo bleiben die Aufschreie bei den anderen Farbvarianten der Gentechnik? Die Rote Gentechnik wirkt doch unmittelbarer auf den Menschen und die Graue Gentechnik bringt Vorteile für die Abfallwirtschaft und gilt so sogar als liebe, gute Umwelttechnologie. Von Verboten hört man hier wenig und von Ablehnung selten etwas.

    Gezielt wurden die wichtigen Posten der deutschen Verwaltungsbürokratie in der Vergangenheit mit diversen Parteigängern besetzt und vernetzt, die unabhängig von politischen Mehrheiten ihre ideologische Agenda durchsetzen können. Dies spürt man eben besonders bei der Anwendung der Kernkraft und eben auch bei der Grünen Gentechnik.
    Deshalb sollte Philae wohl eben auch ein potentieller Werbeträger für die Solartechnik werden.

    Beste Grüße B.

  16. Ein wirklich hoch interessaner Beitrag. Leider beschreibt es unsere deutsche Denke nur all zu gut. Nur nichts hinterfragen, dann kann man später sagen: „Wir haben ja von nichts gewusst!“.

    Gruß
    Oli

  17. @ Bibliothekar

    Danke, auf den Punkt gebracht. Gegen Monopolisierung gibt es andere Mittel als die, eine Technik zu verbieten. Diesen Satz möchte ich auch noch dick unterstreichen:

    Gezielt wurden die wichtigen Posten der deutschen Verwaltungsbürokratie in der Vergangenheit mit diversen Parteigängern besetzt und vernetzt, die unabhängig von politischen Mehrheiten ihre ideologische Agenda durchsetzen können.

    Die Indizien dafür sind überwältigend und entstammen einer Strategie die die Linken schon lange betreiben. Braucht man nur einmal bei Gramsci nachschauen, hier und hier (Stichwort: »Kulturelle Hegemonie«). Dies betrifft nicht nur die Themen die wir hier oft diskutieren, sondern zieht sich durch das ganze politische Spektrum. Anschaulich auch von Freya Klier in Bezug aufs Arbeitsamt dargestellt.

    Nun kann man einwenden, die Linken und die Ökos sind ja zwei paar Stiefel, dennoch hat es diese Vermischung gegeben und damit sind die Strategien wie sie von Gramsci beschrieben werden, auch bei den Ökos diskutiert und als eigene Strategie übernommen worden.

    Wer sich nicht mit strategischen Vorgehensweise der Linken beschäftigt, wird das Ausmaß dessen was geschehen ist nicht verstehen. Die Ökos haben das von den Linken gelernt.

  18. @15 & @17

    danke für die Richtigstellung! Außerdem sollte man nicht außer Acht lassen,
    dass die Zulassungsanforderungen für gentechnisch optimierte Nutzpflanzen
    auf politischen Druck der Gegner hin inzwischen so umfangreich wurden, dass die
    Kosten für neue Sorten inzwischen im 3stelligen Millionenbereich liegen.
    Welches mittelständige Unternehmen oder welche staatliche Forschungseinrichtung
    bzw. Universität kann so etwas leisten?
    Letztlich bleiben nur noch die ganz großen Konzerne mit Ihrem Budget übrig und das
    ist die Schuld derer, die die Verhinderungsgesetze verabschiedet haben,
    aber gleichzeitig vor einer Monopolisierung warnen… wenn es nicht so traurig wäre,
    wäre es zum Lachen!
    Es gibt genügend Fachleute -- also gelernte Biologen- nicht zu verwechseln mit den „ausgewiesenen Experten“
    diversere NGOs, die eine Deregulierung des Gentechnikgesetzes nach über 20 Jahren EU-weiter
    Sicherheitforschung ohne jeden Hinweis auf irgend einen Verdacht für ein erhöhtes Risiko von
    „transgenen“ gegenüber konventionell gezüchteten Pflanzen für dringend geboten halten…
    Gute Ideen (u.a. „Golden Rice“) und kluge Köpfe unter den Jungwissenschaftlern gäbe es sicher genug, sofern sie nicht schon alle in forschungsfreundlichere Ausland abgewandert sind…
    Aber grüne Gentechnik ist ja dank der Grünen, NGOs und der parallelgeschalteten Ignoranzpresse des Teufels und Bauchgefühle sind wichtiger als Ratio und wissenschaftliche Evidenz …
    Resultat: Die grüne Gentechnik in Deutschland ist -so gut wie- tot, so wie die Kernkraft und weitere Zukunftstechnologien….

    EIn ziemlich wütender Biologe

  19. Das Schlimme ist, die Wissenschaftler wissen noch nicht mal wo genau Philae steht. Die Position konnte bisher nicht ausfindig gemacht werden, da Philae im Schatten steht und die Stromversorgung fehlt und der Lander kein Piep von sich geben kann. Ein einfaches Blinklicht mit LED hätte da gereicht, um den Lander zu finden.

  20. @Micha #19

    Ein einfaches Blinklicht mit LED hätte da gereicht, um den Lander zu finden.

    Nur mit „kein Biostrom“ ? 😀

  21. PS

    Zur Stromversorgung hätte man auch sowas einbauen können

    http://www.maclife.de/news/kickstarter-kraftwerk-akku-pack-ueber-feuerzeuggas-laden-ios-geraet-ueber-wochen-ohne-steckdose-10061397.html

  22. @Krishna

    Schon traurig. Da bauen die ein solch teure Ding und haben noch nicht mal eine vernünftige Stromquelle, ein Ortungssystem (z.B. blinkende LED) und müssen die Sonde in Winterschlaf legen und mit Moden-Technologie steuern.

  23. Ein Beitrag auf Spiegel Online zum Thema mit einigen ganz guten Ansätzen:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/wissenschaft-in-den-medien-streitgespraech-mit-wormer-fischer-luethje-a-1014716.html

    Ein paar Auszüge:

    Lüthje: Das Problem wurde mir neulich in Österreich verdeutlicht. Dort sagte mir der Vorsitzende eines Verbands der Wissenschaftsjournalisten, der ausgerechnet in der PR arbeitet: „Ich bitte Sie. Ich kann doch keinen Professor kritisieren.“

    Fischer: Wir brauchen mehr Journalisten, die auch Nobelpreisträger kritisch hinterfragen und nicht vor ihnen auf die Knie sinken. Diese Hierarchie ist ohnehin verfehlt: Das Vermitteln von Wissenschaft ist intellektuell oft anspruchsvoller als das Betreiben von Wissenschaft.

    Wormer: Nicht selten deshalb, weil es an Personal fehlt. Die „ARD Aktuell“-Redaktion etwa hat meines Wissens nach wie vor keinen Wissenschaftsredakteur. Wozu das führt, konnte man etwa während der Fukushima-Atomkatastrophe besichtigen. Fast alle anderen Medien haben insgesamt einen guten Job gemacht. Aber das Fernsehen hatte eine komplett offene Flanke -- und das 25 Jahre nach Tschernobyl.

  24. Hallo Peter,

    in der Tat ein gutes Interview und ein guter Ansatz.
    Wie ich in der Klimazwiebel schrieb bedeutet naturwissenschaftliches Verständnis auch, dass man lernt einzuschätzen, wann man etwas nicht versteht. Das heißt Wissenschaftsjournalismus muss rüberbringen, wenn etwas nicht so einfach ist wie es der Experte vorstellt.
    Ich glaube aber, dass das nicht-trivial ist und sehr schwer ist. In den Medien gewinnen die Vereinfacher wie ich beobachte.
    Der Schlüssel wäre glaube ich auch Wissenschaft kontrovers zu diskutieren, statt immer nur in der belehrend vereinfachten Form.
    Im Grunde finde ich den Ansatz von Werner Krauss gut, Artikel wie den von Bojanowski einfach als Meinungsäußerung zu verstehen und möglichst viel Pluralität gegenüber zu stellen.

    Grüße
    Günter

  25. Einen Mangel an wissenschaftlich relevanten Themen gab es nie, gibt es nie und wird es nie geben. Alles zu untersuchen scheitert an endlichen Kapazitäten, sowohl in personeller Hinsicht aber auch an materieller Ausstattung. Die Frage der Finanzierung ist am Ende entscheidend für die Auswahl. Es gibt die private Forschung, die staatsfinanzierte Forschung und diverse Mischformen. In Deutschland wird die staatsfinanzierte Forschung überwiegen. Nun kann ich als Staat der Forschung einen Geldbetrag zur Verfügung stellen und den Einrichtungen (Universitäten, Hochschulen etc.) die Verfügungsgewalt darüber überlassen, wie diese Mittel genau verteilt werden. Dies ergebe dann eine weitgehende Unabhängigkeit der Wissenschaft. Doch leider ist dieses Modell heutzutage auf der roten Liste der Wissenschaft gelandet und vielfach vom Aussterben bedroht.

    Forschungsgelder für Gebiete, die nicht einen gewissen Bestandsschutz genießen müssen heute eingeworben oder zumindest beantragt werden. Das scharf umrissene Projekt stellt die freie Forschung dabei in den Schatten. Auch wenn es noch vertrauenswürdige Gremien, wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft, gibt, läßt sich der politische Einfluß bei diesen Genehmigungsverfahren nicht von der Hand weisen. Beispiele dafür sind die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder zur Förderung von Wissenschaft und Forschung an deutschen Hochschulen oder das Professorinnen-Programm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Ein beliebter Weg der Neuzeit ist auch den Universitäten An-Institute anzugliedern, die ihre Finanzkanäle oft im Dunkeln halten dürfen aber oft durch eine klare politische Ausrichtung geprägt sind, wie zum Beispiel das PIK.

    Wer hier nicht das Wohlwollen der Politik genießt bleibt halt außen vor oder, wie Philae, im Dunkeln. Die politische Agenda bestimmt so die Forschungsinhalte und -- zielrichtungen. Wie dieses zunehmende Primat der Politik über die Wissenschaft überwunden werden könnte, vermag ich nicht zu sagen. Sollte die Zeit der freien Wissenschaft somit zu Ende gehen? Am Geldmangel und am ausgebildeten Personal kann es ja in Deutschland nicht liegen. Hier liegt die richtige Verteilung schief.

    Beste Grüße B.

  26. @1 Alexander Biersack:

    Letztendlich bleibt nur Auswandern in ein freieres Land, wie Hong Kong, Singapur, Neu Seeland, Australien, die Schweiz, Kanada, oder Chile. Man mag es kaum glauben, aber selbst Mauritus ist freier als Deutschland.

    Freiheitsranking der Länder

    Was Sie verlinken ist ein Ranking nach wirtschaftlicher Freiheit. Ein Ranking nach Pressefreiheit sieht Deutschland auf Platz 12, Hongkong auf Platz 70 und Singapore auf Platz 153. Die anderen Laender koennen sie sich selbst zusammensuchen : http://index.rsf.org/#!/index-details

  27. Jetzt auch auf der Achse des Guten.

  28. Wer sich für die Hintergründe zu Philae und Co. interessiert sollte mal in den Raumzeit Podcast reinhören. Sehr interessante Gespräche mit Projektbeteiligten von ESA, DLR und Co. Link -> RZ020 Giotto und Rosetta

    Zum Artikel, es ist in Deutschland wirklich ein Trauerspiel das zu technischen Themen all zu oft nur Vertreter diverser „Geschwätzwissenschaften“ zu Wort kommen und ihre Paranoia verbreiten dürfen. Dann folgt ein unglaublicher Aktionismus der bei der Energiewende dafür gesorgt hat, dass alle deutschen Solarpanel HErsteller samt und sonders Insolvenz anmelden mußten, denn gekauft wurden nicht heimische Produkte sondern Panels aus China. Tja, wer hätte das wissen sollen… Kopf -> Tisch.

  29. Passend dazu auch der Wutausbruch eines Professors für Pflanzengenetik hier:

    http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/2015_02_16_dav_aktuelles_gentechnik.html

    (Mit Dank an die Achse für den Hinweis.)

    Preisfrage: Wann werden insbesondere linksliberale Leitmedien wie Spiegel, SZ oder Zeit diese Haltung eines im Fachgebiet ausgewiesenen Forschers in ihre Berichterstattung einfließen lassen? Ihm vielleicht sogar Raum für einen Gastbeitrag geben? Wann treffen Jocobsen und der von ihm heftig angegangene Potthoff zur besten Sendezeit live vor einem Millionenpublikum bei Günter Jauch oder Frank Plasberg aufeinander, weil die (noch nicht vorhandene) Wissenschaftskompetenz der ARD entschieden hat, dieses Thema sei wichtig und spannend genug, um die Öffentlichkeit damit zu befassen?

    Die Bojanowskis dieser Welt könnten endlich mal zeigen, daß sie was drauf haben. Aber ich befürchte, sie werden diese Chance nicht nutzen.

  30. Ein Kommentator auf der Achse schreibt wie folgt:

    Joachim Wundrak 16.02.2015
    Die Aussage, dass aus “politischen” Gründen auf den Einsatz einer Nuklearbatterie verzichtet wurde, kann ich unabhängig aus Gesprächen mit DLR und ESA Mitarbeitern bestätigen. Aus diesem Zwang heraus wurde die Entwicklung von Solarzellen mit “hohem” Wirkungsgrad als Alternative als großer Erfolg dargestellt.

  31. Opportunity hat Solarzellen. Ist Curiosity gemeint?

  32. @ Peter #30
    Ein Kommentator auf Florian Freistetters Blog äußerte sich ganz ähnlich:

    Ich habe Mitte Oktober einen Vortrag von Prof. Block vom DLR Braunschweig zum Thema Rosetta gehört. Dabei kam natürlich auch die Frage des Solarbetriebs auf. Seine Antwort darauf enthielt gar nicht die ganzen Themen Gewicht, Einkauf, etc., sondern er hat das allein mit Politik/Öffentlichkeit begründet. Selbst wenn die anderen Aspekte auch eine Rolle gespielt haben, war das wohl der Hauptgrund.

  33. @ heraklit, #31:

    Ist Curiosity gemeint?

    Ja sicher. Wie peinlich. Tja, wir können uns halt kein Lektorat leisten, dem so etwas auffallen würde. Ich habe es im Text korrigiert, danke für den Hinweis.

    @ Rudolf, #32:

    Auch meine Quelle sprach ausschließlich von politischen Gründen. Alle technischen Argumente seien konstruiert und vorgeschoben. Ich würde das noch nicht so extrem sehen, bevor nicht entsprechende Dokumente das belegen. Die Frage ist: Wer hat wann in welcher Weise auf DLR und ESA Einfluß genommen?

    Prof. Block ist immerhin Standortleiter des DLR Braunschweig/Göttingen/Trauen. Er gehört damit heute zur zweiten Führungsebene. Und war wohl damals einer der Köpfe des Teams, das Philae konstruiert hat. Er muß es wissen. Wäre ich Journalist, würde ich ihn fragen. Aber ich bin ja keiner…

  34. ich habe auch hier ma bisl was für nen kommentar bei WON geklaut^^

    is schon lustisch 😀

  35. Peter, Du fragst:

    Wer hat wann in welcher Weise auf DLR und ESA Einfluß genommen?

    Da sich die Indizien verdichten, dass es solche Einflussnahme gegeben hat, dürfen wir nicht nur nach dem »wer und wann« fragen, sondern müssen uns die Strukturen vornehmen, die es ermöglichen, dass jemand so was überhaupt tun kann, ohne dass es zu einem Aufstand der Beteiligten kommt. Das heißt, die kulturelle Hegenomie der Nachhaltigkeit, oder des Ökologismus, hat sich schon soweit verfestigt, dass derjenige der widerspricht, sich ins gesellschaftliche Abseits katapultiert.

  36. #35 QQ

    Da sich die Indizien verdichten, dass es solche Einflussnahme gegeben hat, dürfen wir nicht nur nach dem »wer und wann« fragen, sondern müssen uns die Strukturen vornehmen, die es ermöglichen, dass jemand so was überhaupt tun kann, ohne dass es zu einem Aufstand der Beteiligten kommt.

    näh, um mal als laie zu sprechen…
    mit dem einfachen anfangen und dan verkomplizieren 😉

    vor allem, da man die strukturen ohne kenntnis des ‚wer und wann‘ nicht aufzeigen kann.

  37. @ michael m.

    Das hat nichts mit verkomplizieren zu tun, sondern ist zwingende Notwendigkeit, will man die gesellschaftliche und kulturelle Dimension dessen begreifen was geschieht. Strukturen erkennt man nicht nur an »wer und wann« sondern vor allem mit einer Theorie der gesellschaftlichen Vorgänge.

  38. Thema wird jetzt auch bei Hadmut Danisch besprochen: Leere Batterien und Political Correctness
    Ist ja gut, wenn es die Runde macht, vielleicht macht sich doch mal ein Journalist dran und fragt an den richtigen Stellen nach.

  39. @Quentin Quencher

    Da sich die Indizien verdichten, dass es solche Einflussnahme gegeben hat, dürfen wir nicht nur nach dem »wer und wann« fragen, sondern müssen uns die Strukturen vornehmen, die es ermöglichen, dass jemand so was überhaupt tun kann, ohne dass es zu einem Aufstand der Beteiligten kommt. Das heißt, die kulturelle Hegenomie der Nachhaltigkeit, oder des Ökologismus, hat sich schon soweit verfestigt, dass derjenige der widerspricht, sich ins gesellschaftliche Abseits katapultiert.

    Von Einflussnahme seitens der Politik war eigentlich gar nicht die Rede; lediglich von „politschen Erwaegungen“ hat der DLR Mann berichtet. Herr Heller hat dann ein bisschen im naechsten Satz impliziert, dass jemand aus der Politik Einfluss genommen hat, was aber der DLR-Herr nicht bestaetigen konnte oder wollte. Politsche Erwaegungen koennen aber vieles bedeuten. Vielleicht hatte man (die ESA) keine Lust der Oeffentlichkeit zu erklaeren dass auch bei einem Fehlstart kein Plutonium in der Atmosphaere freigestzt wird. Vielleicht ist es auch aus politischen Gruenden nicht so leicht geeignetes Plutonium aus den USA oder Russland zu bekommen. Moeglicherweise waere es auch teurer geworden und die Geberlaender haben gesagt: „Nehmt die Solarzelle, die Batterie ist zu teuer.“

    Man muss nicht gleich bei jedem unbestaetigtem Geruecht die ganz grosse Empoerung lostreten, nur weil es gegen die boesen Oekologisten geht.

  40. @ Detlef Schulze

    Möglicherweise hat es verschiedene Gründe gegeben. Möglicherweise auch nicht. Das Problem ist, dass wir es nicht wissen, es nicht diskutiert wurde. Riesengroßes Hallo auf allen TV-Kanälen, in sämtlichen Leidmedien, doch spätestens als das Ding dann trocken rumstand, weil es keinen Saft mehr hatte, wäre es angebracht gewesen, darüber zu sprechen, warum alternative Lösungen nicht zum Einsatz kamen.

    Dies geschah nicht, obwohl überall darüber berichtet wurde. Und genau das ist symptomatisch und passt zur Theorie der kulturellen Hegemonie des Ökologismus, wie er sich in Medien und Gesellschaft darstellt. Das hat mit großer Empörung schon gar nichts zu tun. Es ist nur ein Indiz für einen Zustand, wobei sich natürlich noch herausstellen kann, dass dieses Indiz in diesem Fall doch nicht zutrifft und falsch ist.

  41. @ Schulze, #39:

    Herr Heller hat dann ein bisschen im naechsten Satz impliziert, dass jemand aus der Politik Einfluss genommen hat, was aber der DLR-Herr nicht bestaetigen konnte oder wollte.

    Sie sollten meinen Text nicht falsch interpretieren. Meine Quelle hat sich mir gegenüber eindeutig geäußert.

    Aber: Man darf nun keine wilde Verschwörungstheorie auf Basis der Aussagen einzelner konstruieren. Wenn ich mich aber in den oben verlinkten Blogs so umschaue, finde ich eine Menge technische Argumente, die bei näherem Hinsehen nicht haltbar sind (Masse, Volumen, Kosten, Verfügbarkeit). Hier wird eben auch der Versuch unternommen, etwas spekulativ zu rechtfertigen. Ich finde sogar Quellen, in denen gerade der Verzicht auf den RTG als Beweis dafür gefeiert wird, die Photovoltaik sei der Nukleartechnik in jeder Hinsicht überlegen (!).

    Die ESA selbst hingegen schreibt dazu lediglich (s. Artikel):

    ESA has not developed RTG (i.e. nuclear) technology, so the agency decided to develop solar cells that could fill the same function.

    Da steht nichts über technische Erwägungen. Vielleicht findet sich etwas mehr irgendwo anders auf den ESA-Webseiten. Ich habe nicht die Zeit für eine gründliche Suche.

    Ich sehe drei Gründe für dieses lapidare Statement:

    1. Man wollte nicht lügen und etwas vorschieben, was tatsächlich keine Rolle gespielt hat.
    2. Man wollte nicht den Eindruck erwecken, die Frage könnte eine Bedeutung haben.
    3. Man hat nicht damit gerechnet, daß sich jemand dafür wirklich interessiert.

    Alle drei Möglichkeiten gefallen mir überhaupt nicht.

    Letztendlich geht es mir in dem Text oben aber nicht darum, eine ökologistische Verschwörung gegen die Raumfahrt zu konstruieren. Ich wollte eine Medienkritik formulieren. Das Verhalten der Medien hinsichtlich der Themen Fracking und Gentechnik (meine anderen beiden Beispiele) ist für die Gesellschaft auch viel wichtiger, als nun die Frage nach der Energieversorgung von Philae.

    Es kann sein, daß wirklich technische (oder ökonomische) Gründe am Ende dazu führten, Philae und Rosetta ohne RTG auf die Reise zu schicken. Solange ich keine Gesprächsprotokolle o.ä. sehe, aus denen das Gegenteil hervorgeht, bin ich hinsichtlich einer direkten politischen Einflußnahme sehr skeptisch. Ich fand es einfach interessant, daß ich mir diese Frage gestellt habe und auch einen DLR-Vertreter in ein Gespräch darüber verwickeln konnte (in dem definitiv sehr eindeutige Aussagen fielen -- aber als Skeptiker glaube ich niemandem so einfach irgendwas ohne klare Belege), die Medien aber nicht (zumindest waren mir keine entsprechenden Berichte bekannt). Deswegen habe ich dieses Thema oben als Aufhänger benutzt. Ich verweise noch einmal auf meinen letzten Satz:

    Warum haben Rosetta und Philae keine Nuklearbatterien an Bord? Diese Frage mag am Ende tatsächlich nicht zu tieferen Einsichten führen. Aber dessen kann man nur sicher sein, wenn man sie auch stellt.

    Als Skeptiker bemühe ich mich, auch die Dinge zu hinterfragen, die eigentlich meine Kritik an den herrschenden Zuständen stützen. Die Kernfrage ist ja immer, warum es so viele Fragen gibt, die keiner stellt.

  42. Auch in diesem Video wird das Thema angesprochen und als ein Grund wird „political implications“ erwähnt.


    ESA hangout

  43. Link wurde nicht übernommen, also nochmal: http://youtu.be/7Xm6y0LzlLo?t=50m1s

  44. Mal zur Erinnerung. Eigentlich sollte es ja ein Streitgespräch zwischen den Klimarettern und Axel Bojanowski geben. So fragte per Twitter jemand:

    Lieber @Axel_Bojanowski , wann kommt es denn nun zum angekündigten IPCC-Battle mit den Klimarettern im taz-Café? Oder war das schon jewesen?

    Und der Gefragte antwortete:

    @TimBartels1 Hab nix mehr gehört. Schade eigentlich. Aber wenig überraschend…
    https://twitter.com/Axel_Bojanowski/status/568114051806568448

  45. Ich verstehe nicht, wie kommt diese.
    Das Wetter ist sehr kalt in diesen Tagen in den USA, polare Temperaturen müssen sie sind die großen Seen jetzt eingefroren, aber viele Wissenschaftler sagen, dass der Eisbär hat immer weniger Eis in seinem Lebensraum jedes Jahr.
    Da die Gletscher schmelzen ab, können die Eisbären nicht wie sie sollten von einem Ort zum anderen mit den kleinen Eis Teile, die heute fast ausgestorben zu reisen.

    Also, wie kommt das?
    Die US-Gesichter monströsen Schneestürme:

    http://www.alternative-energies.net/are-you-prepared-for-the-monstrous-snow-storm/

    und Eisbären in der Nähe des Nordpols haben weniger Eisschollen, mit zu reisen.

  46. @45 jan d.
    Twenty good reasons not to worry about polar bears

    polarbearscience
    ist sehr zu empfehlen.

  47. Wie ich finde, ist der Beriff Ignoranzpresse -zumindest im Falle der ÖR-„Medien“
    manchmal noch ein wohlwollend gemeinter Euphemismus:
    Der heutige Kommentar von Dirk Maxeiner auf der Achse des Guten läßt da m.E. keine Zweifel mehr:
    Fukushima: Jahrestag der Fälscher
    http://url9.de/Wig

  48. Eine Radionuklidbatterie wiegt im günstigsten Fall 30 -- 40 kg. Die Instrumente an Bord von Philae wiegen gerade einmal 26,7 kg. Solarpanels sind in der benötigten Größenordnung deutlich leichter und somit die einzige Wahl. Es ist einfach ein Unterschied, ob man eine Sonde mit den Ausmaßen Cassinis durchs All fliegt, oder aber ein Fliegengewicht wie Philae auf einem Objekt mit nahezu keiner Gravitation landen möchte, das hat aber nichts mit einer bösen grünen Verschwörung zu tun, sondern mit Physik. Sie können den Aluhut jetzt also wieder absetzen.

  49. @ Stresser, #48:

    In der Realität machen die paar Kilogramm gar keinen Unterschied. Man hätte Philae und Rosetta natürlich etwas anders konstruieren müssen. Das wäre problemlos möglich gewesen. Ohne wesentliche Mehrkosten und ohne das Missionsziel zu gefährden.

  50. Habe gerade mit einem ehemaligen Vorstandsmitglied der DLR gesprochen und kann das hier Gesagte bestätigen. Die Nutzung von Nuklearbatterien wurde aus politischen Gründen abgelehnt.

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