Technik und der menschliche Instinkt

27. September 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Technium

avatar-quentin150Peter Sloterdijk hat sich in seinem Buch »Was geschah im 20. Jahrhundert« auch dem Begriff Anthropozän gewidmet. Ich will nicht wiederholen was er schrieb, aber ein paar Gedanken könnten interessant sein. Zum Beispiel der, dass die Technik die Lösung aus der angenommenen Begrenztheit der Erde sein könnte. Wörtlich: „Wir wissen noch nicht, welche Entwicklungen möglich werden, wenn Geosphäre und Biosphäre durch eine intelligente Technosphäre und Noosphäre weiterentwickelt werden. Es ist nicht a priori ausgeschlossen, daß hierdurch Effekte auftreten, die einer Multiplikation der Erde gleichkommen.“ Mich überzeugt das noch nicht ganz, weil er nicht auf das eingeht was die Technik für den Menschen eigentlich ist. Könnte es sein, so meine Überlegung, dass die Technik eine Naturkonstante ist, sie also zum Menschsein gehört wie seine Sprache und seine Kultur oder seine Sexualität? Also etwas spezifisch menschliches.

Dann, ein bisschen weiter gedacht, wäre auch keine Ideologie oder kein spezielles Kulturmodell nötig um zu begreifen, was Technik für den Menschen ist. Menschsein bedeutet dann, die Technik als Teil des Selbst zu begreifen, als eine Naturkonstante die es dem Menschen ermöglicht aus seiner Begrenztheit im Realen heraus zu kommen.

Die Technik ist dann nicht nur eine Antwort auf reale oder imaginäre Probleme, oder ein Hilfsmittel dafür Imagenationen und Wünsche real werden zu lassen, sondern sie ist im Menschen selbst begründet, ist wie sein Atmen oder seine Verdauung, und nicht etwas kulturell erlerntes.

So gesehen wäre auch die Rede vom Technium falsch, von einem Zeitalter der Technik, weil es etwas ist, was im Menschen selbst angelegt ist, zu seinem Wesen gehört und schon immer da war. Es ist etwas was bereits durch die biologische Evolution entstanden ist, und nicht erst über den Umweg des Bewusstseins und der Kultur. Technik wäre dann ein Instinkt des Menschen.

Bewusstsein und Kultur können diesen Instinkt befördern oder behindern, wie das beispielsweise in den Religionen mit der Sexualität geschieht, oder mit Ernährungsvorschriften. Instinkte und Triebe werden eingehegt und kanalisiert, auch kulturell. Meinen Gegner töte ich nicht und ich gebe mich beim Anblick eines schönen Mädchen nicht automatisch meinen sexuellen Begierden hin. Nur als Beispiel und theoretisch.

Doch es gehört zur Problemlösungsstrategie des Menschen die Technik zu Hilfe zu nehmen, schon immer seit Menschen Menschen sind. Es ist sein Instinkt nach der Technik zu greifen, sobald er ein Problem entdeckt, angenommene oder tatsächliche Probleme sollen eigentlich schon immer mittels Technik gelöst werden.

Zwar wird manches wird verboten, anderes gefördert, je nach Befindlichkeit und Kenntnisstand, was aber gar nicht geht, ist, Triebe und Instinkte gänzlich zu unterdrücken. Nur wenige schaffen dies, und meist nur unter Zuhilfenahme von Religion. Suffizienz, oder Verzicht auf Bedürfnisse die so tief im Menschen verwurzelt sind und auf seinem Instinkt beruhen, ist in der Masse unmöglich. Kulturell einhegen lässt sich es eine gewisse Zeit, nur werden dann die Mechanismen der Evolution auf die gesamte Kultur wirksam. Diejenige Kultur die Instinkte besser zu nutzen weiß, wird die Oberhand bekommen.

Sollten also wirklich die Ressourcen der Erde begrenzt sein, dann multiplizieren wir sie eben. Das ist eine Aufgabe die die Technik bewältigen kann. Intelligente Technosphäre und Noosphäre sind ja nur Beispiele wie es gehen könnte. Der Wunsch nach Vermehrung dessen was ist, vor allem dessen was knapp ist oder erscheint, ist ebenfalls eine anthropologische Konstante. Vermehrung, sprich Wachstum, zu unterdrücken geht auch nicht. Solange keine Technik dafür zur Verfügung steht knappe Ressourcen zu vermehren, greifen die Menschen zu symbolischen Hilfsmitteln, zu Regentänzen bei Wassermangel beispielsweise. Die erfolgreicheren Kulturen vertrauten aber mehr auf die Technik und schafften Wasser her um zu bewässern, gar um zu baden.

Abschließend: Nein, ich bin kein Technikfreak der glänzende Augen bekommt wenn er technische Errungenschaften sieht. Doch um die Technik ging es hier auch nur nebenbei, mehr um die Menschen, um ihre Instinkte, Triebe, Wünsche und um die Potentiale die in ihnen stecken. Dazu gehört eben auch die Technik. Sie ist ein menschlicher Instinkt. Die Evolution hat diesen Instinkt nicht aussortiert, im Gegenteil, sie hat ihn bestätigt.

Was dies für die Rede vom Anthropozän, vom Zeitalter der Menschen, bedeutet, werden wir sehen, die Debatte darüber beginnt ja erst. Vielleicht ist dieser Begriff Anthropozän, diese Rede, nur dem mangelnden Verständnis für die Natur des Menschen geschuldet. Der Natur insgesamt womöglich, vor allem wenn er von der Begrenztheit der Erde ausgeht. „Bisher hat niemand bestimmt, was der Erdkörper vermag.“ schreibt Sloterdijk in leichter Veränderung eines Spinoza Zitats. Die Potentiale können wir sicher nur erahnen, dass da aber noch viel möglich ist, sagt mir mein Instinkt.

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64 Kommentare
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  1. Vielleicht sollte man vorab den Begriff „Technik“ definieren, gehört der Faustkeil auch schon dazu ?
    Der Mensch ist evolutionär unspezialisiert, er braucht Kleidung, Werkzeuge, muß seine Nahrung zubereiten, nachdem er sie erst mal „produziert“ hat.
    Dann sollte weiterhin eine Definition des Instinkts erfolgen -- was nicht so ganz einfach sein dürfte, oder man legt sich auf einen kleinsten gemeinsamen Nenner fest.
    Werkzeuge sind nicht menschspezifisch, die benutzen auch einige Vögel, Affen sowieso.
    Seine Intelligenz befähigt ihn aber, einfache Werkzeuge zu verbessern, die Effizienz zu steigern, was auch für alle anderen Bereiche Gültigkeit hat -- Nahrungsproduktion z. B.
    Ich würde das keinem Instinkt zuschreiben, sondern der Intelligenz und deren Nutzung.

  2. Sagen wir es mal so…der Mensch hat seinen Verstand und wenn er diesen Verstand auch Vernünftig einsetzt, dann kann er vom Überleben (Armut und Mangel) zum Leben (Wohlstand und Überfluss) sein Darsein auf dieser Erde weiterentwickeln/verbessern.
    Die Grün-Sozialistische Politik der Merkel Ära ist eine Äre des Rückschrittes einer Gesellschaft vom Leben wieder hin zum Überleben.

  3. Ein paar Spinozafreunde in den Niederlanden haben meine These zumindest zur Kenntnis genommen:

    Dat het in de kop van dit blog van Spinoza geleende zinnetje bij hem voorkomt, ontleen ik aan een artikeltje van Quentin Quencher, “Technik und der menschliche Instinkt” dat eergisteren op zijn weblog verscheen en gisteren op twee andere sites onder dezelfde titel [cf.] resp. als “Technik könnte ein Instinkt des Menschen sein” [cf.] werd overgenomen.

  4. Ich sage es mal direkt: Sloterdijk ist ein Schwätzer, dessen -- durchaus erfolgreiche -- Qualifikation im hochgeschraubten Umschreiben von Banalitäten besteht.

    Natürlich ist Technik im weitesten Sinne das, was den Menschen ausmacht. Es ist das Externalisieren und Nutzbarmachen anderer Energiequellen neben dem Essen, das sich anpassen und geschickte Ausnutzen veränderter Bedingungen.

    „Es ist nicht a priori ausgeschlossen, daß hierdurch Effekte auftreten, die einer Multiplikation der Erde gleichkommen.“

    Typischer Sloterdijk-Slang. Würde man sagen, durch den Bau mehrstöckiger Häuser multipliziere man die Grundfläche, oder durch Pflanzenzüchtung den Ertrag pro Hektar, wäre das ja jedem verständlich und Sloterdijk sein Job los.

    „Bisher hat niemand bestimmt, was der Erdkörper vermag.“

    Bisher hat auch niemand bestimmt, zu welchem Geschwurbel der Mensch noch fähig ist …

  5. Der Erdkörper vermag „von sich aus“ garnix -- es sei denn, man nennt ihn „Gaja“ und er rächt sich. 😀

  6. Technik als Teil der menschlichen Natur? Aber sicher. Im Outsourcen von Körperfunktionen ist die Spezies Mensch unübertroffen.Vögel mögen Nester bauen, Menschen bauen vom Haus bis zum Brutkasten alle möglichen „künstlichen Umgebungen mit kontrollierten Umweltbedingungen“. Ameisen mögen sich Blattläuse halten und melken, aber Menschen beschränken sich nicht allein auf die Viehzucht: fast alle wichtigen Grundnahrungsmittel werden mittels externer Energiequellen zubereitet. Es heißt im Vaterunser nicht „unser täglich Getreide gib uns heute“ sondern „täglich Brot“. Brot. Gebacken. Im Ofen, bei ca. 200°, entweder mit Feuer oder mit Strom. Täglich, seit mehreren tausend Jahren, so, daß sich unser Verdauungsapparat bereits daran angepasst hat, bzw. so daß der Ofen bereits zu einem Teil unseres Verdauungsapparates geworden ist. Ebenso wie mein Fahrrad manchmal Teil meines Bewegungsapparates ist: wenn meine Knie nicht in Ordnung sind, spüre ich meine Knie. Wenn das Tretlager nicht in Ordnung ist, spüre ich das Tretlager. Wenn der Reifendruck nicht stimmt, spüre ich die Reifen. Aber wenn alles gut zusammenpaßt, die organischen wie die mechanischen Komponenten, dann spüre ich den Asphalt unter den Reifen, und es ist ein gutes Gefühl. Mensch und Maschine bilden dann eine Einheit, ganz ohne daß ich ein Cyborg sein müßte.

  7. @Archophob #6
    Das ist der Vorteil unseres großen Gehirns, das Einzige, in dem „wir“ uns evolutionär spezialisiert haben. Alles, was wir per Evolution nicht können, können / müssen wir uns anderweitig erschließen oder uns behelfen.
    Dass z. B. gebratenes Fleisch verträglicher ist als rohes ist ja keine eigene „Erfindung“, sondern eher dem Zufall geschuldet, indem man verbrannten Tierleichen verspeiste, die man bei der Suche nach Aas gefunden hatte. Und sicher hat es ein paar Generationen und Gehirnzellen gedauert, dieses Wissen auch praktisch gezielt in die Tat um zu setzen.

  8. re archofob: all diese menschlichen Externalitäten hat Dawkins schon lange vor Schlotterdeich in seinem Buch „the extended Phenotype“ beschrieben und zwar ausgehend von Tieren, wie Spinnen, die mit ihrem Netz eine Umgebung schaffen, die ihnen erlaubt, Beute zu fangen.

  9. @Steinbock,
    ich hatte überlegt, ob ich mich auf Dawkins beziehen sollte, aber ich finde es albern, Bücher zu zitieren,. von denen man nur die Zusammenfassung gelesen hat. Wobei auch Dawkins nicht eindeutig sagen können wird, welches Gen für die Phänotyp-Erweiterung „Internet“ verantwortlich ist. Da diese Phänotyp-Erweiterung aber z.B. mir (indirekt) dabei hilft, meine Familie zu ernähren, gehören die Gene meiner Kinder ganz klar zu den Profiteuren dieses Phänotyps. Genau wie die Phänotyp-Erweiterungen Mobiltelefon, Auto und Schraubendreher.

  10. Plan für neues Erdzeitalter -- Epochaler Irrtum

    Leben wir bereits im Anthropozän? Aktivisten, Künstler und Forscher fordern, ein neues Erdzeitalter auszurufen -- der Mensch habe den Planeten entscheidend verändert. Sie irren.

  11. @Krishna Gans

    Das Anthropozän ist nun der Versuch, das was wir in der Klimawandeldebatte erlebt haben, in einen größeren Rahmen und in weitere Zusammenhänge zu bringen. Es ist geschieht nun genau das, was ich und auch Peter schon vor langer Zeit vorher gesehen haben.

    Reinhold Leinfelder hat per Twitter an Axel Bojanowski einen Artikel als quasi Gegenrede bezeichnet. Ich finde, man sollte diesen Artikel lesen, einfach um sehen, wohin die kommende Argumentation gehen wird. Ich will das als so bezeichnete Fazit hier mal einbringen, auch wenn es ein längeres Zitat ist.

    Das auf wissenschaftlicher Erkenntnis basierende Anthropozän-Konzept zeigt neben der erdsystemisch-geologischen Analyse des derzeitigen Zustands des Planeten zum einen in aufklärerischem Sinne die vielfältigen Wechselwirkungen auf, die zwischen allen Lebensbereichen (bspw. Ernährung, Wohnen, Gesundheit, Energie, Arbeiten und Wirtschaften) bestehen. Darüber hinaus eröffnet es eine neue Sicht auf die Welt, ohne selbst weltanschaulich zu sein. Das Konzept bedeutet ausdrücklich nicht eine Engführung in der Entwicklung von Zukunftsoptionen. Die Erdsystem- und Sozialwissenschaften geben lediglich gemeinsam den dringenden Hinweis darauf, dass wir zur Erreichung globaler Entwicklungsziele, wie Gerechtigkeit, Nahrungssicherheit, Gesundheit und Frieden, auch weiterhin „einschätzbare“ Bedingungen des Erdsystems benötigen. Um die relative Stabilität des Holozän nicht gegen unwägbare Risiken vollständig einzutauschen, sondern in ein dauerhaft habitables Anthropozän zu gestalten, wird es notwendig im Sinne des Anthropozän-Konzepts planetarische Grenzen (sensu Rockström et al. 2009, Steffen et al. 2015) nicht zu überschreiten. Innerhalb dieses weiten Rahmens kann je nach Bereich, je nach Kulturkreis, je nach gesellschaftlichen Erfordernissen und Wünschen sehr frei verhandelt und werden, wohin die Zukunftsreise im Einzelnen gehen soll. In diesem Sinne ist das Anthropozän-Konzept auf keiner Ebene »technikverliebt« oder »forschungsverliebt«, ebenso wenig ist es positivistisch. Stattdessen hebt es die Orientierung an diversen gesellschaftlichen Wünschbarkeiten hervor, die allerdings hinsichtlich potentieller Nebenwirkungen durchdacht sein müssen. Nur so kann das Anthropozän tatsächlich zu einer langen erdgeschichtlichen Epoche der Integration menschlicher Gesellschaften in ein funktionsfähiges Erdsystem werden. Aufgrund der integrativen und transdisziplinären wissenschaftlich-gesellschaftlichen Ausrichtung erscheint das Anthropozän-Konzept, von dem der Impuls für eine erdsystemkompatible Gestaltung der Zukunft ausgeht, als ein geeigneter Kommunikations- und Diskursansatz, um einen kollaborativen Gesellschaftsvertrag vorstellbar und umsetzbar zu machen. Durch das Skizzieren möglicher Zukunftspfade und das Aufzeigen vielfältiger Handlungsoptionen soll im ersten Schritt ein Umdenken vorangetrieben werden, im zweiten Schritt können auf dieser Basis auch praktikable Handlungsvorschläge erarbeitet werden.

    Texte dieser Art müssen von uns gelesen und verstanden werden, sonst werden wir nicht begreifen was passiert. Das ganze Klimawandelgedöns ist nur ein ganz kleiner Aspekt in einer viel umfassenderen Idee. Das Thema Klimawandel hat sich als schlagfertig im Sinne eines Ziels ergeben, was aber wirklich dahinter steckt, wird in solchen Texten wie den von Herrn Leinfelder klar. Ich wiederhole den letzten Satz des Zitates noch mal, der hat es nämlich in sich:

    Durch das Skizzieren möglicher Zukunftspfade und das Aufzeigen vielfältiger Handlungsoptionen soll im ersten Schritt ein Umdenken vorangetrieben werden, im zweiten Schritt können auf dieser Basis auch praktikable Handlungsvorschläge erarbeitet werden.

    Soll ich noch erwähnen, dass sich, so jedenfalls war aus der Gerüchteküche zu hören, ein gewisser Herr Schellnhuber versucht als Bundespräsidentenkandidat in Stellung zu bringen?

    Diese Leute, ich muss mich wiederholen, machen aus ihren Absichten keinen Hehl, nur liest keiner ihrer Gegner was sie schreiben, und noch viel weniger verstehen was geschrieben steht. Statt dessen wird sich übers CO₂ gestritten. Wie eine hungrige Wolfsmeute stützt sich das Skeptikerrudel auf diesen hingeworfenen Knochen, und im Hintergrund und unbemerkt laufen die eigentlich entscheidenden Prozesse ab. Nicht im geheimen, sondern nur unbeachtet.

    Ich persönlich erlebe nun einige Déjà-vu, fast alles was ich nun zu hören und lesen bekomme, war schon in der von mir beobachteten Enquete besprochen und mehrheitlich verworfen worden. Ich kann nicht von den „normalen Leuten“ verlangen, dass die sich in ein Thema so tief hineinarbeiten wie ich es gelegentlich tue, das wäre eine Aufgabe der Presse. Das Systemversagen der sogenannten 4. Gewalt wird aber deutlich. Die müssten diese Debatte an die Öffentlichkeit bringen und für den Normalo übersetzen, damit er sie versteht. Tun sie aber nicht, außer jetzt mal der Bojanowski.

    Ich sage es euch: Ich habe einen ganz schön dicken Hals, wenn ich über den Zustand der Bundesrepublik heute am Tag der deutschen Einheit nachdenke.

  12. Das Anthropozän ist nun der Versuch, das was wir in der Klimawandeldebatte erlebt haben, in einen größeren Rahmen und in weitere Zusammenhänge zu bringen.

    Tja, dass führt u.a. dann dazu, dass es jetzt Ärzte für Klimatologie gibt. Ungelogen. U.a. auf Juist gibt es einen solchen Arzt, der eigentlich aufgrund seiner Herkunft eher Probleme mit der Kälte an der Nordsee haben sollte.

    http://www.juist.de/inselurlaub/wellness/aerzte/dr-med-paul-okot-opiro.html

    Facharzt f. Allgemeinmed., Chirotherapie Balneo- u. Klimatologie, Ernährungsmedizin, FK Rettungsdienst, Neuraltherapie, Psychosomatik

  13. Ich habe gerade nachgelesen. Sog. frühere Bade- und Kurärzte nennen sich jetzt Klimatologen.

  14. @QQ #11

    Ich habe Deinen Artikel nicht gerade als Kritik am s. g. Anthropozän verstanden, weswegen ich den Bojanowki Artikel verlinkt habe.

  15. @QQ
    Um direkt zu Deinem Artikel und meiner #1 zurück zu kommen:

    Dazu gehören unter anderem: Nahrungssuche -- Nahrungsaufnahme, Partnersuche -- Begattung, Jungenaufzucht, Fluchtverhalten, Körperpflege und Ruheverhalten. *)

    Ich würde noch hinzu nehmen, das Gehenwollen im Kleinkindalter, der Spieltrieb etc.
    Die Technik, in ihren diversen und variablen Formen, ist kulturell durch abgucken / lernen erworben und je nach Kultur unterschiedlich ausgeprägt.
    Wer als Eingeborener im Busch / Urwald lebt holt sich nicht mal eben das Internet in die Hütte oder düst im Jet um die Welt, auch mit einem hier bereits gepriesenen Fahrrad hätte er so einige Probleme, selbst auch nur auf die Idee zu kommen.
    *) Verhalten bei Tier und Mensch

  16. @Michael Krüger

    Bade- und Kurärzte nennen sich jetzt Klimatologen.

    Ich würde dies einfach als allgemeine Scharlatanerie einordnen. Hier geht es bestimmt hauptsächlich um die Monetanesierung von Ängsten. Der Arzt missioniert nicht, er bedient Ängste, er macht Kohle damit. Vielleicht glaubt er auch selbst dran, wie die die sich der Homöopathie verschrieben haben.

    Zuerst ist die Angst da, dann ein Geschäftsmodell um mit der Angst Kohle zu machen. Aber dieser Klimakapitalismus ist nur nebenbei entstanden, die Ängste wurden nicht von denen erschaffen, sondern werden nur bedient. Geschaffen haben die Ängste die die unser Gesellschaftsmodell für falsch halten. Das Stichwort ist: „Planetarische Grenzen“.

    Wir müssen davon ausgehen, dass diese Vorstellung von den planetarischen Grenzen quasi Allgemeingut ist, es wird nicht hinterfragt. Es werden nur Zeithorizonte diskutiert, oder die Intensität der Veränderungen die die Überlastung der Erdsystemkräfte betrifft. Prinzipielle Hinterfragung findet nicht statt, ja selbst die Klimaskeptiker benutzen mehrheitlich diese Denkschablonen, die Ökomodernisten sowieso. Peter hatte mich ja, als ich die Ökomodernisten positiv besprochen hatte, kritisiert. Wenn ich aber meine Kritik am Konzept des Gedankenprojekts Anthropozän ernst meine, muss ich natürlich Peters Kritik an meinen Ausführungen Recht geben.

    Meine Befürchtung ist halt nur, wenn wir die Existenz von planetarischen Grenzen verneinen, werden wir als Sektierer und Spinner, im besten Fall noch als Utopisten wahr genommen werden. Der Sloterdijk verneint diese Grenzen ja auch nicht, meint eben nur, dass die Technik diese Grenzen verändert.

    Um es mal ganz zu verdichten: Das gegenwärtige Denken wird von der Wahrnehmung von Begrenzungen bestimmt, nicht mehr von der Entdeckung von Möglichkeiten und Chancen. Dies geschieht nur innerhalb der Begrenztheiten, wie etwa die Konzepte vom grünen Wachstum oder die Ökomodernisten.

    Kann man gegen diesen Megatrend ankämpfen, und wie? Ich bin da sehr skeptisch was unsere Möglichkeiten diesbezüglich betrifft. Eigentlich hoffe ich nur, dass der Mensch instinktiv die für ihn richtigen Entscheidungen trifft. Die evolutionäre Selektion, zur Not die von ganzen Gesellschaften, wird stärker sein als alle Theorien.

  17. @Krishna Gans

    Die Technik, in ihren diversen und variablen Formen, ist kulturell durch abgucken / lernen erworben und je nach Kultur unterschiedlich ausgeprägt.

    Das möchte ich auch gar nicht bestreiten, allerdings in der Absolutheit der Aussage. Die Kultur macht sich den Instinkt zu nütze, in unterschiedlichen Ausprägungen. Es sind zwei Sachen die zusammen wirken. Werden Instinkte kulturell eingehegt und kanalisiert, befördert oder behindert, so sieht das Ergebnis so aus, als ob es ein Produkt der Kultur ist. Es ist ja auch nicht falsch, aber letztlich wurde doch mit dem Instinkt gearbeitet.

  18. @QQ #17
    Und welcher Instinkt soll das sein ? Gehe doch mal in’s Detail -- ich habe Dir ja einige Instinkte aufgezählt, zu #1 fehlt jegliche Äußerung.

  19. PS
    Wenn ich Technik in irgend einen Zusammenhang mit Instinkt bringen wollte, dann als Ergebnis der Neugierde und des Spieltriebs im Kleinkind Alter. Neugierde und Spieltrieb sind wohl Instinkte, die sich bis ins Erwachsenenalter halten können und je nach Mensch unterschiedlich ausgeprägt sein können.
    Aus der Neugierde können auch Reflexe resultieren, zum Beispiel, wenn man feststellt, dass heiße Herdplatten an den Händen weh tun, zuckt man wohl zukünftig bei ähnlichen Hitzeempfindungen zurück.

  20. @Krishna Gans

    Natürlich gehört der Faustkeil, die Kleidung usw. dazu. Tiere haben diesen Instinkt, wie du beschreibst, auch. Meine These gründet sich aber hauptsächlich auf die Beobachtung, wie Menschen reagieren wenn sie neue Herausforderungen entdecken. Die erste Antwort ist Technik, mit Technik versucht der Mensch Herausforderungen anzunehmen und Probleme zu lösen. Ich würde es als anthropologische Konstante sehen wollen, die ihren Niederschlag in der Kultur findet.

    Im übrigen möchte ich mich noch vollumfänglich dem Kommentar von Archophob #6 anschließen.

  21. @QQ #20

    Meine These gründet sich aber hauptsächlich auf die Beobachtung, wie Menschen reagieren wenn sie neue Herausforderungen entdecken.

    Aber dem voran gestellt ist die Neugierde und das Suchen nach Lösungen. Die Neugierde ist der Instinkt, der Rest Resultat, auch nach Abwägung des bestmöglichen Lösungsansatzes in Form von trial and error.
    Der #6 kann ich mich nicht anschließen -- ich zähle den Backofen auch nicht zu meinem Verdauungsapparat.

  22. Wenn man sich die Geschichte z. B. Bier, Wein und Brot betrachtet stellt man fest, das alle 3 auf Zufälligkeiten beruhten, in dem Trauben liegen gelassen wurden, die gärten, ähnlich mit nass gewordener, gelagerter Gerste, oder auch stehen gelassenem Fladenbrot Teig (Wasser, Mehl) der zu gären begann. Daraus was zu machen, zu entwickeln war der Neugierde geschuldet.

  23. @QQ #20
    Der Faustkeil ist ja letztendlich das Ergebnis einer sehr langen Entwicklung, die aus der ursprünglichen einfachen Benutzung eines scharfkantigen, nicht mitgeführten Steins als ad hoc Werkzeugs resultierte.

  24. @ Krishna Gans 3. Oktober

    Hätte nie gedacht, dass ich 100% bei Ihnen bin.
    Hier hat sich das wiederholt revidiert.

    Ich kann zurückdenken an ein Leben, fast ein ganzes.
    Mir wird heute flau im Magen was ich mir alles getraut habe, in meiner Zeit.
    Zunächst; Es ist gutgegangen, noch lebe ich.

    Ich war Pragmatiker in technischen Dingen, der erlernte Berug erforderte es,
    auch meine Interessen. Schon in der „Schulzeit“ damals gab es noch keine
    Indoktrination. Die waren dann auch breit gefächert. Den Umfang spare ich
    mir hier, würde den Rahmen sprengen.
    Mein Leben war bunt, aber nicht nach den Begriffen der Grün/punten. Sondern
    deswegen da ich, nachgewisenermaßen, alles aufnahm was um mich vorging.

    Wenn sich heute Leute/ Institutionen anmaßen, wie ich zu denken habe kann
    ich nur noch kotzen. Das Leben/Erfahrung spricht dagegen.
    „Anpassung ist alles“!!

    @ Q.Q.
    Da sage ich im Momment nichts dazu, nur soviel,; Manchmal ist er schwer zu
    lesen. Ist evtl. auch nur mein Problem. Trotzdem weitermachen. 😉

  25. @Krishna Gans

    Neugierde und spielerische Erlernen von Techniken steht doch nicht Gegensatz zu meiner These. Entscheidender sind, meines Erachtens nach, die Phantasien. Ob in Märchen (Tischlein deck dich, beispielsweise) oder religiösen Schriften (Arche Noahs) ganz zu schweigen von der Literatur der Neuzeit, ob Jules Verne oder die Zeitreisen, das ganze Gebiet der Science Fiktion, die Phantasien spielen so oft mit der Technik, durch die Probleme entstehen oder behoben werden, das es mir unmöglich erscheint, dass sich Problemlösungen hauptsächlich durch spielerisches Erkennen ergeben. Das kommt natürlich vor, nur scheint mir das untergeordnet.

    Freilich ist auch viele Technik später ganz anders verwendet wurden, als für den Zweck für den sie entwickelt wurde. Dennoch bleibt in der Phantasie die Verknüpfung Problem zu Technik vorhanden. Heute ist das nicht anders. Die Klimaschützer rufen nach ihrer Technik, die Skeptiker ebenfalls. Nicht alle, bei den Skeptikern, gerade hier bei ScSk, gibts welche die Technik nicht in mein und dein aufteilen, doch das ist nicht die Mehrheit.

    Auch die Beispiele von Brot, Wein und Bier sind kein Argument gegen meine These, sondern hier wurde versucht Naturbeobachtungen mittels Technik so zu wiederholen, dass ein Nutzen entsteht. In dem Fall ist das Problem, welches es zu lösen gibt, mit der Naturbeobachtung entstanden. Also nochmals, spielerisches Erkennen und Zufälle bringen Erkenntnis, Problemlösungen werden gesucht in der Technik. Und zwar bei Skeptikern und Alarmisten gleichermaßen, sofern sie von einem Problem gleichermaßen überzeugt sind. Und hier an dieser Stelle wird auch das Dilemma der Klimawandeldebatte klar. Skeptiker gehen zwar mehrheitlich nicht von einem Problem diesbezüglich aus, doch dem Argument von den planetarischen Grenzen sind sie ebenso mehrheitlich zugeneigt.

    Niemand wird mit der Erkennung eines Problems beginnen dieses zu lösen zu wollen durch spielen oder hoffen auf den Zufall. Mit dem Erkennen des Problems schaltet sich die Phantasie ein, und hier ist ein Automatismus zu beobachten, der nach Technik sucht. Wird keine Technik fürs Problem gefunden, geht es auf die Suche nach alternativen Erklärungen in Religion oder Mystik, Beispiel Regenmacher, oder in Verbote und Beschränkungen: Suffizienz. Völlig nebensächlich ist dabei, ob die Probleme überhaupt real existieren oder fühlbar sind. Imagenationen von Problemen genügen völlig.

    Eine Einschränkung will ich aber nicht verschweigen. Der Automatismus ist eigentlich auf Vermehrung bezogen. Wie kann ich etwas vermehren was knapp ist? Ursprünglich rief man nach Geistern diesbezüglich, nach imaginären Kräften. Mit dem Verschwinden der Geister aus der realen Lebenswelt entstand aber eine Lücke, die nun von der Technik ausgefüllt wurde. Zurück zu den Geistern gehts erst wieder, wenn keine technische Lösung zur Hand ist. Zu Gaia beispielsweise, oder zur Homöopathie.

    Ich will das hier nicht noch weiter ausführen, ich denke auch so ist deutlich geworden was ich meine. Die Vermehrung abzulehnen ist etwas neues, ebenso in der Vermehrung eine Gefahr zu sehen. Dies geht erst mit der Imagenation von den planetarischen Grenzen. Das ist eine ganz andere Hausnummer als der Klimaschutz. Den kann man ja noch zur Not mit dem Trieb zu Vermehrung in Verbindung bringen: Grünes Wachstum!

  26. @QQ #25

    das es mir unmöglich erscheint, dass sich Problemlösungen hauptsächlich durch spielerisches Erkennen ergeben

    Der Grundstein für alles ist die Neugierde, die als Instinkt bereits im Kleinstkindalter angelegt ist, heißt am Beispiel Brot, Wein, Bier, der Zufall / Natur hat zu etwas geführt, die Neugierde läßt versuchen, a) was ist das, b) wie funktioniert es, c) was kann ich daraus machen, d) kann ich es verbessern, e) läßt es sich nutzen.
    Das Ergebnis, ggfs. nach viel trial and error, kann dann zu einer „technischen Nutzung“ führen.
    Wenn ich von Spieltrieb gesprochen habe, der beim erwachsenen Menschen auch, wenn auch reduziert vorhanden ist, dann denke ich nicht an Schach oder Halma, sondern daran, wie alles mögliche ausprobiert wird, an Grenzen gegangen wird, in die Hand genommen wird, um etwas zu „begreifen“ und was Kinder sonst noch alles spielen, teilweise den Erwachsenen nacheifernd.
    Da haben jetzt Alarmisten und Skeptiker mal überhaupt nix verloren.
    Instinkt ist a priori ein biologisches „Problem“ und kein gesellschaftliches. Das kann im Falle der Reproduktion zu einem gesellschaftlichen Problem werden, welches dann zu einer gesellschaftlichen ethisch-moralischen Norm führen kann
    Wenn Du also Technik als Instinkt festlegen willst, wie Du es in dem Artikel versuchst, setze Dich mit der Biologie und den Instinkten auseinander, und nicht mit gesellschaftlichen Problemen, egal ob grün, bunt, skeptisch oder alarmistisch.

    Niemand wird mit der Erkennung eines Problems beginnen dieses zu lösen zu wollen durch spielen oder hoffen auf den Zufall. Mit dem Erkennen des Problems schaltet sich die Phantasie ein, und hier ist ein Automatismus zu beobachten, der nach Technik sucht.

    Du verstehst den Begriff „Spielen“ nicht so ganz richtig, wie heißt es doch so schön: „sie spielten verschieden Möglichkeiten durch“ .
    Phantasie ist durchaus richtig, basiert aber ebenfalls auf der Neugierde, die da fragt, was ist das, wie geht das, wie kann es noch gehen., was ist noch möglich. Um die Phantasie in spiel kommen zu lassen, muß die Fragestellung formuliert sein, die aus der Neugierde resultiert.
    Das Ergebnis mag „Technik“ sein, oder auch überhaupt nix..
    Und wie oft der Zufall, auch wenn man nicht darauf gewartet hat zu Ergebnissen führt, weißt Du auch.
    Nun, die ersten Homos haben das Grillen auch nicht erfunden, sondern zufällig entdeckt, dass ein im Steppenfeuer angesengtes Stück Großwild besser schmeckt und bekömmlicher ist als rohes Fleisch. Bis zum selbstgemachten Feuer hat es dann noch einen recht lange Zeitspanne gedauert, wie Du aus der Evolution des Menschen gelernt haben solltest.

  27. @QQ PS
    Mir kommt da so ein Gedanke, kann es sein, dass Du die Begriffe Instinkt und Reflex durcheinander bringst ?
    Ich stelle mir gerade vor, ich will mal soeben was aufschreiben, ich ritze nicht mit dem Finger irgend es in den Boden sondern greife zu einem Stift und ’nem Stück Papier, dass aber ist ein Reflex, und Reflexe sind erlerntes Verhalten.
    Denk mal drüber nach.

  28. @Quentin

    Ich denke man muss zwei Aspekte unterscheiden.
    Probleme und Möglichkeiten. Wobei man jede Möglichkeit als Problem formulieren könnte.
    Ich meine mit Problem zunächst mal ein akutes Problem das sich dem Menschen stellt. In dem Moment in dem sich das Problem stellt sind wir Menschen so gestrickt, dass wir sofort auf einen Lösungsweg fokussieren und den auch einschlagen der als erstes vielversprechend zu sein scheint. Probleme sind der Reiz für „Trial and error“. Wir sehen das ganz gut an den erneuerbaren Energie und dem EEG. Da wird ohne Sinn und Verstand alles gefördert was irgendwie eine Lösung verspricht, egal wie teuer das ist.
    Der andere Aspekt beschreibt Neugierde, Möglichkeiten und Innovation. Hier werden Dinge erforscht und weiterentwickelt um Möglichkeiten auszuloten. Beispiele hierfür wären Roboter und Drohnen aber auch die Gentechnik. Hier wird nicht auf einen bestimmten Lösungsweg fokussiert, sondern frei Möglichkeiten ausgelotet.

  29. @Krishi
    Mich deucht, die Neugier und der Entwicklergeist ist in der Vergangenheit Antriebsmotor der Gesellschaft gewesen…..wie war das noch mit der Dampfmaschine?……Inginiere hab das Dingens gebaut obwohl die physikalischen Gesetzmäßigkeiten dahinter wohl noch nicht vollumfänglich klar waren, die ham einfach probiert und irgendwann hat es funktioniert.
    Mittels Physik aber….konnte man diese Maschinen verbessern….
    Halbleiterchips…..die minimale Größe der Leiterbahnen konnten angeblich nicht kleiner sein als die Wellenlänge des Lichts sein….und trotzdem haben findige Entwickler es noch kleiner hinbekommen (grobe Erinnerung, müssste erstmal nachgoogeln).

    Manchmal reichen 1-3 Genies pro Generation um die technische Entwicklung der Menschheit vorran zu treiben….oder sich vom beamteten Bewahrern maßregeln zu lassen.

    MfG
    H.E.

  30. @Günter & Heinz
    Alles schön und gut, nur hat das mit der Aussage Quentins, die da wäre der Gebrauch von „Technik“ wäre ein Instinkt nichts zu tun.
    Damit gehe ich in keiner Weise konform und habe das auch begründet.
    Instinkte sind angeborene Verhalten, Fähigkeiten und Notwendigkeiten, den Bestand der Art zu erhalten / zu sichern, wobei sich diese Instinkte im Laufe der Evolution bis hin zum Homo sapiens sapiens erhalten und weiter entwickelt haben. Dazu ist keine „Technik“ notwendig.
    Dank der Hirnentwicklung, die entstand, nachdem der Mensch (Homo x x) aufrecht ging und sich in die Savanne begab, ist der Mensch in der Lage, logische Verbindungen zu knüpfen und logische Schlüsse zu ziehen, wobei die Hirngröße eines Schimpansen sogar schon ausreicht, um Werkzeuge und Hilfsmittel zu verwenden, nicht die selben, aber bei ähnlich gelagerten Problemen die gleichen Werkzeuge -- wobei da nicht der Instinkt nach der „Technik“ griff, sondern da nur der Wunsch nach der Termite in ihrem Loch war und er versuchte, an diese heran zu kommen, wobei der Griff zum Stöckchen nicht erste war, sondern Resultat von reichlich aufgescheuerten Fingerspitzen. Die Fragestellung ist da: Komme ich ran ? Wie komme ich da ran.
    Für uns heute ist der Griff zur „Technik“ ein ganz simples, erlerntes Verhalten, ggfs. auch ein Reflex. Dass wir uns der Technik bedienen, wenn sie da ist hat nichts aber auch garnichts mit Instinkt zu tun.

  31. @Krishi
    Ok, ick hab mich da etwas undeutlich/mistverständlich ausgedrückt, sorry.

    Die Fragestellung ist da: Komme ich ran ? Wie komme ich da ran.

    Jup, Danke, das war das passende Stichwort und olle Onkelchen lag doch richtig, grins.

    Wie krieg ich das raus?……das olle Grundwasser aus den Steinkohlebergwerk….richtitsch, Dampfmaschine:

    Die Anwendungen der ersten funktionsfähigen Dampfmaschine von Thomas Newcomen fanden sich ab Anfang des 18. Jahrhunderts im Steinkohlebergbau zur Wasserhaltung, wo sie zunächst ältere mechanische Kraftquellen wie z. B. Wasserräder ergänzten und später auch ersetzten. Nach allmählichen Verbesserungen des Wirkungsgrades lohnte es sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts, sie ebenfalls in der wachsenden Textilindustrie zum Antrieb von Textilmaschinen einzusetzen und sie verbreiteten sich schließlich auch in weiteren Industriebranchen, wo sie ebenfalls Wasser- und Windmühlen ergänzten.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Dampfmaschine

    Tja, und da die schon mal da war, die jute alte Dampfmaschine…..konnte man damit auch Generatoren antreiben die Strom erzeugt haben……den man mittels Kupferdrähtle nach sonstwohin schicken konnte…..um dort wiederum, Motoren zu betreiben die ihrerseits irgendwelche Maschinen antreiben.
    (Hab da mal ne nette Doku gesehen, das Wettrennen zwischen den Franzosen Denis Papin und den britische Ingenieur Thomas Savery….und eine Giesserei zu finden, die derart große Kolben giessen konnte).
    Zwei Leute hatten eine Idee….und alles was danach kam, hat die Sache nur noch verbessert…..und optimiert.

    Also nix „Instinkt“ sondern Anwendung von erlernten Wissen, mit einem Schuss Genialität, gepaart mit starrsinnigen Durchaltevermögen……und verdammt viel Neugier.
    H.E.

  32. @Heinz #31
    Ich sehe, wir verstehen uns 😀

  33. @Heinz PS
    Man muß aber mal festhalten, dass umgangssprachlich der Begriff „instinktiv“ sehr oft vollkommen falsch gebraucht wird, aber eben nur in der Umgangssprache und da gerne beim Sport / Fußball. In Fachartikeln kommt das eher selten bis nicht vor.

  34. @Krishi
    Hast recht….ziemlich Kaugummi der Begriff….ich bevorzuge aber diese Definition:
    „Nikolaas Tinbergen (1956) definierte Instinkt als einen hierarchisch organisierten Mechanismus im Nervensystem, der auf bestimmte innere und äußere, vorwarnende, auslösende und richtende Impulse anspricht und sie mit koordinierten, lebens- und arterhaltenden Bewegungen beantwortet: also ein komplexes System aus Schlüsselreizen, hierdurch verursachten inneren Zustandsänderungen (vgl. Angeborener Auslösemechanismus) und nachfolgenden Aktivitäten.“
    https://de.wikipedia.org/wiki/Instinkt

    Vllt sieht der gute Quentin das ja etwas anders…..
    H.E.

  35. @Heinz #34

    Neugier, Wissensdurst; ein Zustand, der einhergeht mit einer erhöhten Bereitschaft eines Organismus, sich neuen, ungewohnten und komplexen Situationen und Objekten auszusetzen bzw. diese aktiv aufzusuchen. W. McDougall definierte Neugier als Instinkt, bestehend aus einer Antriebskomponente, einer Affektkomponente und einer Verhaltenskomponente. Er bezeichnete Neugier als den wichtigsten Kern der Motivation.

    Neugier

  36. @Krishi
    Obwohl…………ist die bewusste Nutzung des Feuers durch unsere Urahnen schon Technik oder doch eine instinkive Handlung zum Erhalt der Art…..oder die Eiszeit ein Grund, sein Überleben durch Bedeckung mit Tierfellen zu sichern?
    (Überlebensinstinkt)

    Oder gar eine Antithese zu Quentin…..unterdrückt die Technik nicht zunehmend unsere natürlichen Instinkte durch Suggestion von Sicherheit?
    Hmm….ich hätte doch die Finger von lassen sollen……der Denkapperat springt grad im philosophischen Dreieck.

    H.E.

  37. @Heinz #36
    Das schrieb ich #1 schon dazu:

    Vielleicht sollte man vorab den Begriff „Technik“ definieren, gehört der Faustkeil auch schon dazu ?

    Übrigens von QQ bejaht, der Faustkeil ist „Technik“ -- nichts gegen einzuwenden. -- nur eben nicht Instinkt.
    Bisher weiß ich nicht, was QQ mit „Technik“ meint, daher setze ich das hier ja auch in „“.
    Affen halten sich auch Blätter über den Kopf, wenn es regnet, sind sie jetzt schon Techniker ?

  38. @Krishi
    Eine Stunde lang in der heißen Badewanne liegen, bringt Erkenntnisse, die mich selber erschrecken.

    Erstens…..der Begriff „Anthropozän “ ist Bullshit, der uns nur die Augen verkleistern soll…….denn richtig heißt es, Atomzeitalter. Von der Steinzeit, wo man mittels Faustkeil geile Pfeilspitzen und Steinmesser basteln konnte, von der Bronzezeit, wo die Waffen schon effektiver zum Töten hergestellt werden konnten bis zur Eisenzeit…..wo die Schwerter den der Bronzeschwerter überlegen waren…..am Ende zielt die technische Entwicklung der Menschheit nur auf ein Ziel hin, Krieg.
    Begründung:
    Nicht die Instinkte waren entscheidend, sondern der menschliche Trieb, ich zitiere mal Freud:
    „Nach der Entstehung: Primärtriebe sind von Geburt an vorhanden und sichern die Erhaltung der Art und des einzelnen Individuums. Zu ihnen zählen das Bedürfnis nach Nahrung, Wasser, Sauerstoff, Ruhe, Sexualität und Entspannung. Die Sekundärtriebe (z. B. das Bedürfnis nach Anerkennung und Sicherheit), entwickeln sich zwischen dem ersten halben und zweiten Lebensjahr. Ohne Sekundärtriebe würden wir auf dem Niveau eines Kleinstkindes bleiben.“
    Mag umstritten sein, trifft aber den Nagel auf den Kopp…..und durchzieht die Entwicklung der Menschheit seit den Anfängen bis heute.
    Erhaltung der Art und Sicherung der Ressourcen…..samt Ausbreitung des eigenen Stammes….samt Vernichtung des anderen Stammes um sich dessen Ressourcen zu sichern.
    Im Gegensatz zur Wanderheuschrecke ham wir Menschen jetzt Kanonen und Bomben um gegnerische Gebiete zu erobern…und kahl zu fressen..und der ganze Quatsch mit Kultur und Religion dient nur dazu, die nötigen Arbeitssklaven bei Laune zu halten.
    Wir schnell der zivilisatorische Lack ab ist, sieht man an den Gräueltaten die in jeden Krieg passiert sind und noch passieren werden.
    Und der Club of Rome und das Geschwätz vom KLimawandel dient nur einem Zweck, dem Sieger dieses Expansionsdranges das Weiterleben, samt ausreichender Ressourcen, zu ermöglichen.
    Denk mal drüber nach…..globale Pflanzen-Samenbank in Norwegen, …Hiroschima und Nagasaki sind auch wieder bevölkert……na gut, ick verkneif mir jeden weiteren Gedanken dazu.

    Kann natürlich auch sein, das ick einfach nur zu heiß gebadet habe……wer steckt schon in so eine wirres überhitzes Hirn drinnen?
    H.E.

  39. Nachtrag……denk mal an die Neutronenbombe….die Zerstörung hielt sich in Grenzen aber sämtlich Säugetiere (Menschen) könnten schön entsaftet werden…….bisher die perfideste Art…..ausser biologische Waffen natürlich um das eroberte Gebiet, Menschfrei zu kriegen.
    Naja….jetzt gibbet Nanobots, Drohnen und künstliche Intelligenz, da muss der potentielle Sieger sich nich mal mehr selber die Finger dreckig machen.
    Autsch……ich geh jetzt ne Runde Monster killen, und Tschüß.

    Onkel Heinz…..muss wohl noch ein Stück weit Restindoktrination sein, die mir bis vor der Einheit ins Hirn gepflanzt wurde

  40. Nö, Heinz, zu heiß gebadet hast Du nicht, du bis auch nicht mit dem Klammerbeutel gepudert, wie man so schön sagt.
    Krieg ist definitiv kein angeborener Instinkt, genauso wenig wie Töten im Kampf. Tiere kämpfen innerartlich auch, teilweise ritualisiert, oder es handelt sich um einen reine Kommentkämpfe, Tiere kennen aber die Demutsgeste, die dem Sieger signalisiert, ich gebe auf. Diese Geste gibt s beim Menschen auch, aber Mensch ist ja erfindungsreich und suchte nach Lösungen, die direkte Konfrontation zu vermeiden und über die Entfernung diese natürliche Hemmschwelle zu überwinden.Das ist beim Menschen einzigartig, dieses bewusste überschreiten dieser Hemmschwelle,. Ist aber auch keine Frage des Instinkts, mMn.

  41. @Krishna Gans

    Ich verstehe nicht richtig worauf du hinaus willst. Da du aber den Begriff Reflex ins Spiel brachtest, so habe ich die Vermutung, dass es dir um den Unterschied zwischen erlernten und gegebenen geht. Bei Reflexen ist ja beides möglich: angeborene und erlernte. Das was ich beschrieb, würde ich aber nicht als Reflex bezeichnen, also eine direkte Reaktion auf einen Reiz, sondern eher als Gefühl ansehen welches dann Handlungen hervorruft. Aber sicher gibts da Überschneidungen wo nicht sicher ist, ob es hier oder dort zugeordnet werden will.

    Problematisch ist auch, genau zu definieren, was erlernt und was angeboren ist. Vor allem wenn man davon ausgeht, dass der Mensch bei der Geburt nicht fertig ist. Sloterdijk greift da eine Theorie auf und spricht von der Neotenie des Menschen. Ich will es mit meinen Worten einfach so beschreiben, dass der Mensch die Kultur benötigt wie ein Frühgeborenes den Brutkasten, nur in diesem kann er überleben, sie schafft ihm die Umgebung in der er als Mensch leben kann. In dieser Umgebung erfährt er seine Prägung und seine Identität. Die verschiedenen Prioritäten werden auf den Menschen übertragen was dann wieder seine Mentalität bestimmt. Es ist jedenfalls ein ziemlich komplexer Vorgang.

    Im selben Text schreibt Sloterdijk, und deshalb bin ich auf Instinkt gekommen, dass der Mensch durch seine Neotenie, also quasi Frühgeburtlichkeit, Instinkte durch Autoritäten ersetzt hat. Die Autoritäten wiederum sind kulturell bedingt. Das ist aus einer Rede und gibt gerade mal 35 gedruckte Seiten und ist dementsprechend verdichtet. Ich hoffe er schreibt noch mal ein ganzes Buch darüber. Vor allem, weil ich mit ein paar Aspekten nicht einverstanden bin, und darauf hoffe, dass S. sich in einem Buch besser erklärt. Gerade dieser Verlust von Instinkt und dafür Hinwendung zur Autorität ist mir suspekt. Denn bei mir war das immer anders, ich habe Autoritäten misstraut und meinen Instinkten geglaubt. Der Brutkasten der Kultur ist möglicherweise falsch und in Wirklichkeit mehr einer der Familie. Aber das muss ich erst mal nur so dahin gestellt lassen, weil ich selbst keine Antwort auf meine Fragen habe. Vielleicht bin ich ja auch nur ein kultureller Mutant.

    Also, um es noch mal zu verdeutlichen. Instinkt weckt ein Gefühl. Man spürt dass etwas richtig oder falsch ist, ohne es sich erklären zu können. Sie können kulturell anerzogen sein, Stichwort Neotenie.

    Ich will aber hier noch mal auf ein prinzipielles Problem hinweisen, dass in der Art zu Denken und zu analysieren besteht. Einzelaspekte, auch der des Instinktes, erklären meist gar nichts, ja können sogar auf die völlig falsche Spur locken. Alles was mit Menschen zu tun hat ist komplex, und in der Natur der Komplexität liegt nun mal, dass Wechselwirkungen entstehen, ja dass gerade die Wechselwirkungen nicht selten das eigentlich Entscheidende sind.

    Die einfachen Erklärungen der Evolution sind in Wirklichkeit ebenfalls viel komplexer und nicht auf den Vorteil im Überlebenskampf der Individuen zu reduzieren. Aus der Tierwelt kennen wir das von Gruppen, Horden oder Staaten (Insekten) bei dem ein Opfer des Einzelnen, gar der Tod eines Einzelnen der Gemeinschaft nützt und somit der Gemeinschaft Vorteile bringt, die dann im Schnitt besser abschneidet als konkurrierende Gemeinschaften. Es ist also eine Wechselwirkung vorhanden, die beim Menschen auf jeden Fall die entsprechende Kultur beinhaltet. Angesprochen hatte ich dies ja schon mal mit der sogenannten kulturellen Phasenverschiebung in einem früheren Artikel.

    Oben hatte ich mal die Vermehrung angesprochen, den Wunsch danach was knapp ist zu vermehren. Dies war früher oft mit Zauber und Spiritualität verbunden, oben kurz angedeutet durch die Regenmacher. Seit Wissenschaft und Technik allerdings diesen erklärenden Part übernommen hat, die Geister verdrängt, die man nun nicht mehr zu Hilfe rufen kann, übernimmt die Technik diese Aufgabe. Dass nun die Technik die Lösungen bringen soll, und nicht mehr die Geister, ist die eigentliche evolutionäre Weiterentwicklung, der Instinkt nach der Technik zu rufen, ist möglicherweise ein kulturell erlernter Instinkt, doch wenn wir die Kultur als Teil der Evolution des Menschen begreifen, und dies in Verbindung setzten mit der Neotenie des Menschen, dann wird es klarer.

    Wenn ich jetzt hier noch die verschiedenen Welten des Menschen in Spiel bringe: Die reale, die imaginäre, die spirituelle, dann wird es völlig konfus. Aber diese konfuse Komplexität ist die Natur des Menschen. Die Technik hat sich zum Instinkt des Menschen entwickelt, in dem sie den den Sprung von der realen Welt in die imaginäre geschafft hat. Vielleicht ist das kein evolutionärer Vorteil, sondern nur ein Kollateralvorgang der mit Verdrängung der Geister die für Vermehrung zuständig waren zusammenhängt. Es ist sozusagen eine Aufgabenübertragung.

  42. @QQ #41
    Wenn man die Literatur zur Evolution des Menschen bemüht kommt man zu dem Ergebnis, das Homo sapiens sapiens kein Produkt der Neotenie ist. Josef H. Reichholf -- Das Rätsel der Menschwerdung
    Beleg, ohne große Details: Haarwuchs reduziert -- Nacktheit, aber voll ausgebildete Schweißdrüsen, voll ausgebildetes Gehirn, Schädelwachstum zurückgestellt auf nachgeburtlich (Fontanelle)

    Ich verstehe nicht richtig worauf du hinaus willst. Da du aber den Begriff Reflex ins Spiel brachtest, so habe ich die Vermutung, dass es dir um den Unterschied zwischen erlernten und gegebenen geht.

    Na was denn sonst. Instinkt ist nicht erlernt, sondern angeboren und dient im Großen und Ganzen der Art-und Individualerhaltung und (Ver)Mehrung. Wenn Du schreibst, Technik Gebrauch wäre ein Instinkt, dann ist das biologisch und evolutionär falsch.
    Man kann, wie ich in #40 schrieb, Instinkte unterdrücken, aber nicht erlernen.

    Instinkt weckt ein Gefühl. Man spürt dass etwas richtig oder falsch ist

    Welcher Instinkt soll das sein ?
    Das Gefühl „Richtig oder Falsch“ setzt gewisse Erfahrungen voraus, nämlich die für „was ist richtig, was ist falsch“ -- folglich also Vergleiche, oder logische Schlüsse.
    Wenn du Geister, Religion ins Spiel bringst, dann sehe ich dass ganz simpel als Versuch der Erklärung des unerklärlichen, für das das Wissen, die Kenntnis fehlt, hat man die, ist es nicht mehr unerklärlich, Geister also überflüssig.

    Dass nun die Technik die Lösungen bringen soll, und nicht mehr die Geister, ist die eigentliche evolutionäre Weiterentwicklung, der Instinkt nach der Technik zu rufen, ist möglicherweise ein kulturell erlernter Instinkt,

    Instinkte lernt man nicht, und der Ruf nach Technik (welche eigentlich, siehe #1) ist der Rückgriff auf Erlerntes, auf erworbenes Wissen (siehe Heinz #31) -- das man irgendwann mal als Resultat der Neugier gewonnen hat.
    Die evolutionäre Entwicklung, die Du hier ansprichst hat mit der Ausbildung des Gehirns auf durchschn.1200 ccm angefangen. Man greift auf das zurück, was man hat, was man kennt, und hat man noch nix, sucht man was neues, auf Basis des bereits bekannten.

  43. @QQ #41 PS

    Die einfachen Erklärungen der Evolution sind in Wirklichkeit ebenfalls viel komplexer und nicht auf den Vorteil im Überlebenskampf der Individuen zu reduzieren. Aus der Tierwelt kennen wir das von Gruppen, Horden oder Staaten (Insekten) bei dem ein Opfer des Einzelnen, gar der Tod eines Einzelnen der Gemeinschaft nützt und somit der Gemeinschaft Vorteile bringt, die dann im Schnitt besser abschneidet als konkurrierende Gemeinschaften.

    Nun, diese Individuen bringen sich aber nicht wissentlich und absichtlich zum Vorteil der Gruppe um, darüber hinaus passiert sowas auch bei Menschen, wenn einzelne zu Helden mutieren und eine Gruppe oder auch einzelne vor Schlimmen bewahren.
    Natürlich ist die Evolution des Menschen viel komplexer, das hat aber hier im Zusammenhang mit Technik und Instinkt keinen Platz, da könnte ich Dir seitenweise antworten. Aber, und da muß ich dir widersprechen, es läuft immer auf den Vorteil im Überlebenskampf der Individuen und der Art (das hattest du vergessen aus meinen Antworten zu übernehmen) hinaus.
    Du sprichst wieder einmal mehr „die Kultur des Menschen“ an, welche meinst Du ? Es gibt und gab so viele in der Historie und Prähistorie.

    Ich will aber hier noch mal auf ein prinzipielles Problem hinweisen, dass in der Art zu Denken und zu analysieren besteht. Einzelaspekte, auch der des Instinktes, erklären meist gar nichts, ja können sogar auf die völlig falsche Spur locken.

    Zum Beispiel ?

  44. @QQ #41 weiters PS
    Ich bin mal so frech und werfe einen weiteren Begriff in die Runde: Intuition (u.a. in Hinblick auf das Gefühl, da ist was falsch, da läuft was nicht richtig)

    Im selben Text schreibt Sloterdijk, und deshalb bin ich auf Instinkt gekommen, dass der Mensch durch seine Neotenie, also quasi Frühgeburtlichkeit, Instinkte durch Autoritäten ersetzt hat.

    wie soll das gehen, Instinkte durch Autoritäten ersetzen ?
    Zum Einen habe ich mal, siehe oben, die Neotenie, zu den Akten gelegt, ist für mich kein Argument für irgend was, am allerwenigsten für den „nackten Affen“ (Desmond Morris) -- zum Anderen suche ich mal die Autoritäten, die den Instinkt ersetzt haben sollen, wieder einmal mehr die Frage, welchen Instinkt ?

    Denn bei mir war das immer anders, ich habe Autoritäten misstraut und meinen Instinkten r Intuition geglaubt.

    Ich habe das mal korrigiert, siehe Einganssatz.

  45. @QQ #41

    doch wenn wir die Kultur als Teil der Evolution des Menschen begreifen, und dies in Verbindung setzten mit der Neotenie des Menschen, dann wird es klarer.

    Was hat hier die Neotenie mit der Kultur zu tun ? Und was wird Dir da klar ?

  46. @ Krishna Gans

    Es muss genügen, dass ich andeute woher ich meine Infos habe, und warum ich zu meinen Schlüssen komme. Ich werde hier keine Frage-Antwort-Stunde durchführen, die Zeit habe ich nicht. Ist nichts persönliches. Du kannst mir meinen Gedanken nicht so viel anfangen, das ist völlig ok.

    Denke einfach darüber nach was ich geschrieben habe, entwickle Gegenthesen (machst du ja, find ich gut) und lassen wir es dann für den Leser so stehen. Diese Frage und Antwortspielchen führen zu keinem Ziel.

    Du kannst davon ausgehen, dass ich mich mit dem was ich geschrieben habe auseinandergesetzt habe. Ich schreibe aber keine wissenschaftlichen Texte, sondern Betrachtungen. Ich würde die Texte nur zerreden. Also lies sie, wenn Du was damit anfangen kannst, widerspreche wenn sie dir unsinnig erscheinen. Auf dieser Basis bin ich bereit einen Disput zu führen, nicht aber solche Frage-Antwort-Spielchen durchführen. Das ist kindisch und artet nur in gegenseitige Hinweise mittels Links aus, etwas was ich sowieso immer weniger mag und Kommentarspalten in denen so was ständig vorkommt, meide.

  47. @ Günter #28

    Ja natürlich. Ich denke aber, menschliche Entwicklung hat auch immer mit den imaginären Welten des Menschen zu tun, auch den spirituellen. Dir als Naturwissenschaftler wird dies wahrscheinlich ein Graus sein, nur denke ich, dass die Menschen im Grunde immer noch Mystiker sind und ihr Weltbild aus der Vermischung den drei Welten Realität, Imagenation und Spiritualität (eventl. Mystik) entsteht. So unterschiedliche Bücher wie von Eva Horn (Zukunft als Katastrophe), von Pettenkofer (Die Entstehung der grünen Politik) oder jetzt Sloterdijk bestätigen mich darin. Du hattest dich ja mal etwas distanziert zu meinen Text über König Ubu und der Pataphysik geäußert, für mich ist das aber, obwohl es auf den ersten Blick als Nonsens erscheint, ein Konzept mit tieferer Weisheit.

    Wenn ich beispielsweise die Mystik als etwas reales betrachte, weil es den Menschen bewegt ist es real, dann kann ich mir auch vorstellen, dass Aufgaben die früher die Geister hatten nun von der Technik übernommen werden. Conrad Lorenz beschrieb mal den heutigen modernen Menschen als »Steinzeitjäger im Cockpit«, ich denke da ist was dran.

    Ich weiß nicht, ob schon mal jemand meine These von der Technik als Instinkt auch so gesehen hat. Wenn nicht, dann war ich wohl hier innovativ. Wie auch immer, die These macht nur Sinn, wenn man die (mindestens) drei Welten der Menschen (Real, Imaginär, Spirituell) als sich gegenseitig befruchtend und mit unklaren Grenzen innerhalb eines Ganzen betrachtet.

  48. @Quentin

    Alle diese Hypothese über den Menschen und meines Erachtens auch Deine Hypothese kranken an der selben Schwäche. Sie versuchen das Verhalten des Menschen deterministisch und nachgelagert zu erklären und lassen den Hauptfaktor unberücksichtigt. Zwischen dem äußeren Reiz und der Handlung eines Menschen, egal wie lang die Spanne dazwischen ist, hat der Mensch die Freiheit zu wählen. In diese Freiheit zu wählen fließen alle Erfahrungen, Instinkte, erlernte Reflexe, Informationen ein die der Mensch individuell zur Verfügung hat. Eine Mystik ist nur eine Art von äußerem Reiz bzw. Information.
    Technik entsteht in diesem Spannungsfeld das im Grunde die Freiheit des Menschen konstituiert. Deshalb bremsen auch Verbote die Entwicklung von Technik, weil die dynamische Wahlfreiheit eingeschränkt wird. Technik weiter zu entwickeln bedeutet eben immer weiter zu verbessern. Ein instinktgesteuertes Verhalten aus der Tierwelt würde beim erstbesten Erfolg Schluss machen. Instinktgesteuertes verhalten führt meines Erachtens zu Verboten und Einschränkungen, aber nicht zu entwickelter Technik. Nein, wir sind keine Steinzeitmenschen im Cockpit.

  49. @Krishi
    Sorry, das ich Dir gestern Abend nicht mehr geantwortet habe…..es brauchte erst die Nacht um den Knäul im Hirn zu entwirren.

    Neotenie
    „Demnach sei der Mensch ein in seiner Entwicklung stark verzögerter Affe – bzw. ein vorzeitig geschlechtsreif gewordener Affenfötus“
    Naja…..erste Frage dazu, wäre dieses Exemplar (behinderter Affe) überhaupt lebensfähig gewesen und wäre es in der Lage gewesen, sich in der Rangordnung der Affenhorde so hoch zu arbeiten um sich paaren zu dürfen?

    Mal janz persönlich gesprochen….je mehr ich von diesen Peter Sloterdijk höre, umso gelangweileter werde ich, wie schrieb PeterD in #4 so schön….“ Sloterdijk ist ein Schwätzer, dessen — durchaus erfolgreiche — Qualifikation im hochgeschraubten Umschreiben von Banalitäten besteht.“

    Banalitäten…..oder wie ich des Pudels Kern gern nenne….genetische Variationen.
    Im Laufe der Menschheitsgeschichte waren es vllt ein paar Tausend Menschen mit aussergewöhnlichen Fähigkeiten, die Geschichte schrieben, sei es als Forscher, als Künstler oder als Feldherr/Diktator……der Rest der Menschheit hat lediglich „Dienst nach Vorschrift“ gemacht.
    Galileo, DaVinci, Einstein, Hawkings…….Hannibal, Stalin, Napoleon, Hitler….Ming, Dschingis Khan…haben die Entwicklung der Menschheit maßgeblich beeinflusst……neben dem Sexualtrieb und den Kampf um die Königin waren es aussergewöhnlich Persönlichkeiten, die in ihrer Art genial waren…..oder wo der absolute Wille zur Macht es schaffte, sich jeden untertan zu machen.
    Deswegen ist der überwiegende Teil der Menschheit lediglich Nutzer/Mitläufer der Technik/Wissenschaft…..die instinktiv zum Smartphone greifen um das schreckliche Ereignis (Unfall) anschließend auf Facebook zu stellen.
    Ganz nach Darwin….die stärksten Gene setzen sich am Ende durch und Dekadenz kann ein Imperium zu Fall bringen.

    Nochmals Sorry….ick kann Vieles…..aber nicht „gestelzt“ texten.
    H.E.

  50. @QQ #46

    Es muss genügen, dass ich andeute woher ich meine Infos habe, und warum ich zu meinen Schlüssen komme. Ich werde hier keine Frage-Antwort-Stunde durchführen, die Zeit habe ich nicht. Ist nichts persönliches. Du kannst mir meinen Gedanken nicht so viel anfangen, das ist völlig ok.

    Ich bedauere zutiefst, Dich in Deinen tief geschürften Kreisen belästigt zu haben, und dann auch noch mit F r a g e n ! -- die dazu dienen, dass, was Du geschrieben hast (besser) zu verstehen. Ich sehe ein, das geht nun mal überhaupt nicht !
    Punkt 1 -- nein, es genügt nicht, insbesondere dann nicht, wenn Du so abenteuerliche Dinge schreibst wie, „wegen der Neotenie wird Instinkt durch Autoritäten ersetzt“. Das ist, mit Verlaub, Bullshit ! Du könntest auch schreiben „ich öffne das Telefonbuch auf Seite 186 und lese den Namen “ Müller, Heinrich, daher weiß ich dass heute Donnerstag ist“
    Das muß einfach nachgefragt werden, die Alternative wäre, du würdest solche Phrasen besser ungeschrieben lassen.

    Punkt 2 -- nein, mit Deinen Gedanken kann ich nichts anfangen, weil sie so, wie Du sie teilweise derart verwirrend formulierst und in Zusammenhänge stopfst keine Schlußfogerung zulassen.

    Diese Frage und Antwortspielchen führen zu keinem Ziel.

    Das dient 2 Zielen: besseres Verständnis dessen, was Dir da durch den Kopf geht, und Dir könnte es helfen, an Deinen Formulierungen zu feilen, und sie so in de Tastatur zu bringen, dass Rückfragen unnötig machen.

    Das ist kindisch und artet nur in gegenseitige Hinweise mittels Links aus, etwas was ich sowieso immer weniger mag und Kommentarspalten in denen so was ständig vorkommt, meide.

    Was sollen Links bewirken ? Demjenigen, dem man antwortet Aussagen zu belegen oder verständlicher zu machen. Oder warum verlinkst Du immer auf Dein Glitzerwasser ?

    Denke einfach darüber nach was ich geschrieben habe,

    Genau das hab ich gemacht und komme zu dem Ergebnis:
    Deine These, „Technik =menschlicher Instinkt“ ist schlicht und ergreifend falsch -- aus bereits in meinen Kommentaren benannten Gründen.

    Dazu kommt, dass Du eine Deiner Hauptkomponenten Deiner These nicht näher definierst, Technik.
    Wie ich bereits schrieb, benutzt auch der Schimpanse / Bonobo gezielt Werkzeuge, der gehört nicht zu den Menschen, sondern ist ein Vertreter einer Seitenlinie, der Menschenaffen. Hat der auch einen Technik Instinkt ?
    Wo also fängt Technik an ? Daher auch diese von Dir verpönte Frage, ich weiß, ich bin unverbesserlich.

    Ich schreibe aber keine wissenschaftlichen Texte, sondern Betrachtungen

    Das bedeutet aber nicht, dass man da alles ungefragt akzeptieren muß.

    Wenn Dir sachliche Diskussion so zuwider ist, Du nicht mal Zeit dafür investieren willst, warum stellt Du Deine Texte dann zur Diskussion ?

  51. @Heinz #49
    Ich antworte später, muß kurz weg.

  52. @Heinz #49
    Hab mein Rezept vor Praxisschluß noch bekommen 🙂
    Vorab, Peter Sloterdijk ist ein Miefquirl der belletristischen Art, wie PeterD das in #4 schon erläutert hat und nach dem, was Quentin da in seinen Text gepackt hat kann ich mich dem nur anschließen

    Zur Neotenie ist zu sagen, dass man von der These wieder abgekommen ist, weil der Haarverlust nicht auf Grund zu früher Geburt zustande gekommen ist, sondern um im späteren Leben in der Ostafrikanischen Gras- und Savannenlandschaft, die zu Fuß, mal schneller, mal langsamer durchwandert wurde auf der Suche nach verendeten Tieren, eine bessere Wärmeabgabe zu gewährleisten. Aus diesem Grund (Wärmeabgabe) wird der Mensch auch mit Schweißdrüsen geboren, die es sonst in der Form nirgends gibt.

    Dass der Kopf / Schädelknochen noch weich ist hängt damit zusammen, dass wir auf Grund des erworbenen aufrechten Gangs eine zu kleine Beckenöffnung haben, dass Gehirn ist von der Größe her bereits voll entwickelt, nur die Schädelgrüße nimmt, bevor sich die Knochen verfestigen noch an Größe zu. Andernfalls würde es keine Geburten gegeben haben.

    Der Homo sapiens neanderthalenis war da besser gebaut, fliehende Stirn, größere Beckenöffnung, und größerers Hirnvolumen -- aber keinen runter gewanderten Kehlkopf, dier es ihm zu sprechen ermöglichte.
    So gesehen ist alles, was aus dieser Neotenie geschlossen wird oder darauf aufgebaut wird falsch.

  53. @Günter #48
    Zustimmung.

    @QQ #47

    Ich weiß nicht, ob schon mal jemand meine These von der Technik als Instinkt auch so gesehen hat. Wenn nicht, dann war ich wohl hier innovativ.

    Mit Verlaub, dann wäre Dr. Paul bei EIKE in Grenzen auch Innovativ 😀
    SCNR

  54. @Krishi
    Danke, wieder was dazu gelernt…..aber ein wenig muss ick Dich ooch verbessern.
    Pferde schwitzen am ganzen Körper und Affen ham wohl unter den Armen Schweißdrüsen.
    Aufrechter Gang und Körperbehaarung…..dazu gibbet auch keine einhelligen Meinungen:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Hominisation

    Auffallend beim heute lebenden Menschen ist, dass er – als einziger aller heute lebenden Primaten – neben dem meist unauffälligen Vellushaar allenfalls eine außerordentlich geringe Körperbehaarung besitzt. Da bisher keine paläoanthropologisch relevanten Haarfunde entdeckt wurden, sind weder Aussagen zur Behaarung ausgestorbenen Spezies der Hominini möglich, noch lässt sich die Zeitspanne paläoanthropologisch belegen, während der bei seinen Vorfahren das Fell verloren ging. Das über einige Jahre ungebremste Wachstum des Haupthaares findet ebenfalls keine Parallele unter den Primaten; eine klare Funktion ist nicht ersichtlich.

    Aber wir driften grad zu weit weg von Quentins These…die da lautet:
    „Könnte es sein, so meine Überlegung, dass die Technik eine Naturkonstante ist, sie also zum Menschsein gehört wie seine Sprache und seine Kultur oder seine Sexualität? Also etwas spezifisch menschliches.“

    Bereits mit dieser Fragestellung beginnt sein erster Irrtum, denn eine Naturkonstante ist dat hier:
    „Eine physikalische Konstante oder Naturkonstante (gelegentlich auch Elementarkonstante[1]) ist eine physikalische Größe, deren Wert sich weder beeinflussen lässt noch räumlich oder zeitlich verändert.“

    Man könnte ja mal ein fieses Experiment mit Babys machen…..10 Stück in neutraler Umgebung, Futter und Fäkalienentsorgung inklusive….und mal 10 Jahre beobachten, was aus den Gören wird……ich schätze mal, die können weder sprechen noch auf 2 Beinen laufen, geschweige denn wat mit Legobausteinen anfangen.
    Einzig der Sexualtrieb und der Überlebensinstinkt wäre noch sichtbar…..denn alles andere, muss mühsam erlernt werden.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Wolfskind

    Allein das reicht aus um Quentins These zu verwerfen….ohne jetzt in die seelischen Untiefen von Onkel Heinz abtauchen zu müssen, *Grins.
    Was zu beweisen war.
    H.E.

  55. @Heinz #54
    Zu den Schweißdrüsen Pferd 400 -- 500 St., Mensch mehrere Mio St. -- davon ab ist mir das bei Pferden neu, hatte ich keine Ahnung -- ist aber auch kein Widerspruch. (wie schrieb ich: „die es sonst in der Form nirgends gibt.“)

    Bei den Menschenaffen, die ja besonders eng mit uns verwandt sind, sollte man erwarten, dass sie ähnlich schwitzen wie wir. Allerdings weiß man dar
­über noch sehr wenig. Schweißdrüsen wie sie vom Menschen bekannt sind, kommen bei den Menschenaffen erst in Ansätzen vor. Bei zu starker Hitze ziehen sich die Tiere an kühle Plätzchen zurück, trinken viel und bewegen sich wenig. Auf gar keinen Fall sind sie ein Beispiel für jemand, der besonders stark schwitzt. Deshalb ist die Redewendung schwitzen wie ein Affe ziemlich übertrieben.

    Quelle
    „Unsere“ Schweißdrüsen sind über den ganzen Körper verteilt, wenn auch ungleich.
    Das Kopfhaar schützt den Schädel vor Sonneneinstrahlung. Die Länge soll irgendwo bei ca 1m genetisch begrenzt sein -- wie auch die Waschtumsdauer, die aber mehrere Jahre dauern kann, bis es ersetzt wird.
    Längeres Haar schützt auch den weniger als der Schädel empfindlichen Nacken vor Sonneneinstrahlung.

    Stattdessen setzte sich die “Wasserkühlung” über Schweißdrüsen durch, die bei nackter Haut besonders effektiv ist; und noch mehr bei aufrechtem Gang, der den Körper in den Wind stellt. Ein Quadratmeter Haut kann 700 Watt Wärme abgeben, damit ist der Mensch selbst in afrikanischer Hitze zu körperlicher Aktivität fähig. Es gibt kein anderes Tier, das in warmem Klima so ausdauernd laufen kann wie der Mensch, gute Läufer können selbst Pferde schon nach wenigen Kilometern einholen, da es in deren Körper zu einem Hitzestau kommt.

    Keep cool „grüner Kasten im Text“

  56. @Krishi
    Kleiner Nachtrag…….
    http://www.survivalinternational.de/indigene

    Kein technischer Fortschritt seit 55.000 Jahren, mit Pfeil und Bogen nackig durchs Gelände…..ohne Aussenimpulse nicht weiter entwickelt, was meine These von #49 stark untermauert.

    Technik, wie auch Kultur sind angelernte Fähigkeiten, so einfach ist dat.
    H.E.

  57. @Krishi
    Die Entwicklung der Menschheit ergibt einen interessanten Nebeneffekt…..Klimawandel.

    Migration in vier großen Wellen

    Doch ihre Studie hat noch ein zweites wichtiges Ergebnis erbracht: Sie enthüllt, welche Klimaeffekte hinter dieser An- und Abschwellenden Migration aus Afrika standen. Die Haupttriebkraft war demnach der planetare Klimaeffekt der Präzession. Sie beschreibt die kreisförmige Bewegung, die die Erdachse im Laufe von rund 21.000 Jahren gegenüber dem Sternenhintergrund vollführt. Als Folge verändert sich auch die Neigung der Erde zur Sonne in diesem regelmäßigen Zyklus – die Erde taumelt gewissermaßen. Das aber hat klimatische Folgen: „Alle 21.000 Jahre sorgt eine verringerte Präzession und eine höhere Sonneneinstrahlung in den höheren nördlichen Breiten für verstärkten Regen in Nordafrika, der Levante und der Arabischen Halbinsel“, erklären Timmermann und Friedrich. Und genau diese feuchten Phasen waren es, die unseren Vorfahren grüne Korridore aus Afrika eröffneten. Deshalb ereigneten sich die vier großen Migrationswellen auch in etwa im Takt der taumelnden Erdachse.

    Ups, ich schweife schon wieder ab, sorry.
    H.E.

  58. @Heinz #56

    Technik, wie auch Kultur sind angelernte Fähigkeiten, so einfach ist dat.

    Genau so ist es, siehe hier 😀

  59. @Heinz #57
    Wenn man sich mal detailliert in die Eiszeit, Menschwerdung und -migration einliest, ist das eine höchst interessante Geschichte, auch und insbesondere was die Lebensqualität in unseren Breiten angeht. 😀

  60. @Heinz

    Man denkt an mich, also bin ich

    Der Philosoph Peter Sloterdijk spricht über seine Selbsterfahrungstrips bei Bhagwan in Poona, seine langjährige Fehde mit Jürgen Habermas und seinen Plan, einen erotischen Roman zu schreiben.

    Und was Der Spiegel so über ihn schreibt.
    So Typen sind nun mal überhaupt nicht meine Kragenweite, selbst wenn er als Philosoph und Autor so daher kommen sollte wie Joseph Beuys als Künstler 😀

  61. @Krishi
    Nun ja, wenn ein Diez beim Spiegel über ihn rumäzt, ist das schon fast wieder eine Auszeichnung, für den Donald Trump der Philosophen. Denn eins kann ick noch weniger leiden….den Diez samt Augstein.

    Wenn ick eins in meinen Leben nich ausstehen kann, dann Salonkommunisten mit ererbten Millionen, sorry.
    Ist fast so wie ein Veganer, der sich heimlich mit fetten Steaks vollstopft, nämlich genauso verlogen.

    Übrigens…..viele tolle Erfinder aus der Vergangenheit sind bettelarm gestorben….weil sich andere tierisch daran bereichert haben……dat is genauso ekelhaft in meinen Augen.
    H.E.

  62. @Heinz #81
    Alternativ kannst du auch in „Die Zeit“ über Peter Sloterdijk lesen, auch nicht besser.
    Oder auch hier:

    Vorfreude ist die schönste, sagt man. So auch hier. Mehr als zwei Monate lang lag Peter Sloterdijks Suhrkamp-Taschenbuch „Mein Frankreich“ auf dem Nachtisch, und erst jetzt, in den letzten Tagen, hatte ich Zeit gefunden, es zu lesen. Wenn ein wortgewandter Philosoph sich zu Frankreich äußert, und dann den sehr persönlichen Titel wählt „Mein Frankreich“, dann werden sicher geistreiche Beobachtungen, Analysen, Aperçus folgen. Und elegante Bögen und Querverweise zu heute in seinen Betrachtungen zur Geschichte und Philosophie Frankreichs seit dem 18. Jahrhundert für kleine Feuerwerke und Ahas beim Lesen sorgen. Nun ja…

  63. Link Korrektur zu #60 -- Man denkt an mich, also bin ich

  64. Krishna und Heinz

    oh je, bei Euch ist ja alles zu spät. Macht keinen Sinn hier zu diskutieren. Absolut nicht. Ihr wollt etwas wiederlegen, von dem ihr noch nicht mal ansatzweise begriffen habt um was es geht. Ne, das hat keinen Sinn hier.