Wer sagt, Menschen könnten nicht fliegen?

10. Dezember 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Technium, Wirtschaftsförderung

Vordergründig könnte man meinen, die geringe Bedeutung technischer Visionen in nahezu allen gesellschaftlichen Debatten wäre ein Ausdruck mangelnder Phantasie. Tatsächlich ist es genau umgekehrt. Über Phantasie verfügen die Menschen reichlich. Genug jedenfalls, um sich allerlei Trugbildern hinzugeben. Die Risiken eines mutmaßlich menschgemachten Klimawandels sind im öffentlichen Bewusstsein fest verankert, obwohl keinerlei Anzeichen auf ihr Eintreten hindeuten. Der Störfall im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi gilt als Katastrophe, obwohl keinerlei Opfer zu verzeichnen sind. Globale Erwärmung und „Atomtod“ zusammen erzeugen ein Delirium, in dem die Halluzination von der Energieversorgung eines hochindustrialisierten Landes  aus volatilen, naturinvasiven Quellen gedeiht, obwohl sie weder technisch noch ökonomisch plausibel ist. Und man vermag sich sogar Batteriefahrzeuge als sinnvoll vorzustellen, die ihre Energie schneller verbrauchen, als sie nachgeladen werden kann. Was der Gesellschaft fehlt, ist nicht Phantasie, sondern Realitätssinn.

Meine Großeltern haben den Siegeszug des Automobils miterlebt, meine Eltern den des Flugzeugs. Und ich schließlich kenne noch eine Zeit, in der es keine Computer gab, kein Internet, keine Digitalphotographie und keine Mobiltelefone. Und dies sind nur einige wenige Beispiele. Was uns fehlt, ist nicht die Vorstellungskraft, solche Entwicklungen könnten sich erneut einstellen. Es mangelt an dem Wissen um die Zwangsläufigkeit, mit der solche Umwälzungen eintreten müssen, wenn sie bereits im Grundsatz angelegt sind.  Das Wort „Vision“ hat seine Wurzeln im Lateinischen und weist auf etwas bereits Sichtbares hin. Als meine Großeltern geboren wurden, fuhren die ersten Automobile schon durch die Welt, als unzuverlässige Spielzeuge für das Freizeitvergnügen der Begüterten. Die Massenmotorisierung aber war noch weit entfernt. In ihrer Kindheit werden meine Eltern sicher mal davon geträumt haben, wie ein Millionär den Luxus an Bord kleiner, tieffliegender Propellermaschinen zu genießen und auf die Erde herabzusehen. Der alltägliche Flug mit dem Düsenjet über den Wolken zum Geschäftstermin oder in den Urlaub stand noch lange nicht zur Debatte. Als ich geboren wurde, gab es schon eine Handvoll Computer auf der Welt, groß wie Häuser und aus heutiger Sicht erschreckend leistungsschwach. Und ich konnte hautnah miterleben, was aus diesen Anfängen geworden ist. In allen drei Fällen sind Visionen wahr geworden, nicht zufallsbedingt, sondern zwangsläufig und vorhersehbar, korrekt prognostiziert von Realisten und nicht von Phantasten.

Heute schwadroniert man dagegen von „Energiewenden“ und „Elektromobilität“, man träumt eine Zukunft für überkommene Technologien herbei, die den Wettbewerb mit Alternativen schon vor langer Zeit unter bis dato unveränderten Rahmenbedingungen verloren haben. Dabei übersieht man die Wirklichkeit und ist blind für das, was uns tatsächlich bevorsteht.

Der Blick für die Realität ist vielen Zeitgenossen trotz ihres Alltags in einer technisierten Welt verloren gegangen, weil man das Wesen der Innovation nicht mehr versteht. Die Vorstellung, technische Fortschritte würden Probleme lösen, ist heute weit verbreitet. Sie stellt die Grundlage nahezu der gesamten öffentlichen Innovationsförderung dar, auf ihr basieren aber auch die Innovationsstrategien vieler Unternehmen, insbesondere der großen Konzerne. Da ist es natürlich naheliegend, mit der Suche nach Problemen zu beginnen – eine durch die Politik meisterhaft beherrschte Disziplin. Neben der Klimakatastrophe sind auf diese Weise auch „Ressourcenknappheit“ und „demographischer Wandel“  zu beliebten sogenannten „gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen“ geworden, deren Lösung erstens als dringlich und zweitens als durch ganz spezifische technische Entwicklungen auch möglich angesehen wird. Ob diese Probleme nun erdacht oder wirklich sind, eines bleibt in jedem Fall festzuhalten: Weder Automobil, noch Flugzeug, noch Computer haben jemals etwas zur Lösung dieser Schwierigkeiten beigetragen. Ganz im Gegenteil gelten diese Fortschritte doch vielen als Mitverursacher der Ängste, die sich in den „gesamtgesellschaftlichen Herausforderungen“ manifestieren.

Massenmotorisierung, Luftverkehr und elektronische Datenverarbeitung haben nicht nur niemals einem Problem abgeholfen, sie waren zum Zeitpunkt ihres Entstehens noch nicht einmal nützlich. Sicher, eine Welt ohne Auto, Flugzeug und Computer, eine Welt aus der diese technischen Systeme wieder verschwinden, ist nicht mehr vorstellbar. Technologien wechselwirken mit Gesellschaften und prägen diese auf vielfältige Weise. Wenn sie hilfreich werden, verwenden wir sie in einer Intensität, die zu Unersetzlichkeit führt. Wenn überhaupt noch ein Gespür für Innovationsprozesse existiert, dann fasst es diese meist als Optimierung des Unersetzlichen auf. Im Mittelpunkt steht die Minimierung der Kosten und der Risiken, die den Gebrauch eingeführter Technologien zwangsläufig begleiten. Dies aber zementiert nur den Status Quo, es führt nicht zu wirklichem Fortschritt. Echte Innovationen lösen keine Probleme. Sie schaffen neue Möglichkeiten.

Von der Vision zur Sackgasse

Es war niemals erforderlich, zu fliegen. Otto Lilienthal aber hat es trotzdem getan. Die Motivation des genialen Erfinders lag allein in der Beobachtung der Flugfähigkeit anderer Lebewesen. Er wollte fliegen, weil ihm die Vögel diese Möglichkeit aufzeigten. Er konnte den Vogelflug sehen, seine Prinzipien entschlüsseln und daraus eine Vision entwickeln, die er unbeirrbar verfolgte. Nützlich waren seine Flugapparate nicht. Unter speziellen Windbedingungen trugen sie einen Menschen von einer Anhöhe aus einige Meter durch die Luft. Ein Vergnügen war es sicher, ein Spaßprodukt, ein Spektakel für die Zuschauer. Fragen nach Anwendungsbereich und Marktfähigkeit stellten sich nicht für Lilienthal. Der Versuch, entsprechende Antworten zu finden, hätte die Entwicklung mindestens behindert, vielleicht aber auch gänzlich verhindert. Auch die Gebrüder Wright, die auf Lilienthals Erkenntnissen aufsetzten, dienten sich den Militärs erst ein Jahrzehnt nach ihren ersten Flugversuchen an – vergeblich allerdings. Einen kommerziellen Gebrauch erlebten auch die Wright-Flugzeuge nie, von einigen Demonstrationsflügen abgesehen. Die Fliegerei blieb bis zum Zweiten Weltkrieg eine Domäne der Sportler und Abenteurer auf der einen und der Militärs auf der anderen Seite, wenngleich eine Handvoll Fluggesellschaften schon kurz nach 1918 Liniendienste anboten. Die Deutsche Luft Hansa wurde 1926 gegründet und beförderte in der Zeit zwischen den Kriegen jährlich um die 50.000 Passagiere. Heute ist es die dreifache Menge – pro Tag. Diese Entwicklung war schon zu Lilienthals Zeiten, spätestens aber mit den Erfolgen der Gebrüder Wright zwangsläufig und absehbar. Sobald das Fliegen technisch realisierbar wurde, konnte es keinen anderen Weg nehmen. Zu fliegen war niemals notwendig, aber als Methode, lange Strecken in kurzer Zeit bei vertretbarem Aufwand zurückzulegen, versprach es großen Nutzen. Die Luftfahrt löste kein Problem, sie schuf neue Möglichkeiten.

 

Seit Wiederzulassung in 2003 wurden in Deutschland etwa 2000 Tragschrauber hergestellt. Die meisten gingen in den Export.

 

Für die meisten Menschen bestehen diese neuen Möglichkeiten allerdings darin, sich für Stunden in eine enge, wenig komfortable Röhre stopfen zu lassen, bei schlechter Luft und noch schlechterer Verpflegung. Lange Wartezeiten und eine Vielzahl von Kontrollen sind in Kauf zu nehmen, nur um am Ende das Gepäck zu verlieren. Das ökonomische günstige Konzept des Bündelns individueller Reisepläne über große Drehkreuze („Hub and Spoke“) bedingt nicht nur ein bestimmtes technisches Paradigma für das System Flugzeug. Es zwingt den Nutzer auch, sein Leben an Flugplänen und den Standorten der Flughäfen auszurichten.  Kein Linienflugzeug bringt einzelne Menschen zu einem selbstbestimmten Zeitpunkt von dort, wo sie sind, zu dem Ziel, das sie erreichen wollen. Die Vision der Pioniere, Menschen zu Piloten zu machen, führte bislang nur zum Menschen als Passagier.

Neustart und Richtungswechsel

Ein wirklicher Individualverkehr in der Luft setzt Fluggeräte voraus, deren Bedienung jeder mit vertretbarem Aufwand erlernen kann, ganz wie heute das Führen eines Automobils. Fluggeräte, die für eine breite Masse der Bevölkerung in Anschaffung und Betrieb erschwinglich sind – ganz wie heute Automobile. Fluggeräte, deren Sicherheitsniveau dem des Straßenverkehrs vergleichbar ist und deren Lärmemissionen auch nicht über denen eines herkömmlichen PKW liegen. Solche Fluggeräte konnten nicht im neunzehnten und auch nicht im zwanzigsten Jahrhundert realisiert werden. Aber heute ist es möglich.

Denn es treffen in der Gegenwart zwei wichtige Faktoren aufeinander, die sowohl notwendig, als auch hinreichend sind, um die Vision Lilienthals Wirklichkeit werden zu lassen: Deregulierung und  Technologiekonvergenz.

Technologische Durchbrüche entstehen immer in Bereichen, in denen die staatliche Regelungswut noch nicht greifen konnte. Die ersten Automobile hätten eine Hauptuntersuchung sicher nicht bestanden. Maybach, Benz, Daimler und all die anderen wären kläglich gescheitert, hätten sie ein Fahrzeug gleich nach heutigen Bestimmungen entwickeln, hätten sie schon zu Beginn die perfekte Lösung mit Abgasreinigung, Korrosionsschutz, Airbag, Knautschzone, ABS und ESP präsentieren müssen. Eine echte Innovation sollte schon deswegen mit dem Betreten von Neuland verbunden sein, weil sie dann nicht von Behörden und Verwaltungen vorhergesehen und mit Vorschriften abgewürgt werden kann. Nun gibt es kaum einen Bereich mit strikteren Vorgaben als den gewerblichen Luftverkehr. Schon die Zulassung einzelner Bauteile für ein Flugzeug ist mit vielen Ordnern voller Papiere verbunden, der Flugbetrieb wird bis in die Details kontrolliert und die Ausbildung von Piloten ist langwierig und teuer. In diesem Umfeld haben sowohl die Hersteller, als auch die Fluglinien und Infrastrukturbetreiber in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte bei Effizienz und Sicherheit zu verzeichnen. Aber sie haben die Probleme gescheut, die sich mit der Erschaffung etwas wirklich Neuem verbinden und stattdessen all ihre Kraft auf die Optimierung des Bestehenden fokussiert. Nach allen vorliegenden Plänen und Konzepten wird dies auch in den kommenden Jahrzehnten so weitergehen. Visionen sind in dieser Branche nicht nur nicht gefragt, sie sind auch hinderlich. Nicht die Hersteller der großen Jets, nicht die Fluggesellschaften und auch nicht die Flughafenbetreiber werden die Quelle des fliegenden Autos sein. Man macht Menschen nicht zu Piloten, wenn man sie als Passagiere betrachtet.

Die Autogyro-Produktpalette auf der ILA 2012

In den 1960er Jahren konnten Spaziergänger an windreichen Küsten der USA beobachten, wie einige wagemutige Enthusiasten die Versuche Otto Lilienthals wieder aufnahmen. An einfachen Flügelkonstruktionen aus Holz und Stoff schwangen sie sich in die  Luft. Der neue Trend des Fliegens mit solchen Hängegleitern erreichte Anfang der 1970er auch Europa und wurde durch spektakuläre Flüge von den Gipfeln der Alpen in die bayerischen Täler schnell populär. Bald versah man die Drachen auch mit Motoren. Ein neuer Typ von Fluggeräten entstand, auf den die Gesetzgeber in den verschiedenen Ländern erst nachträglich reagieren konnten. Die Klasse der als Luftsportgeräte betrachteten Ultraleichtflugzeuge wurde in Deutschland 1982 eingeführt. Die Regeln, sowohl für die Pilotenausbildung, als auch für die Zulassung der Fluggeräte, durften sich die in entsprechenden Verbänden organisierten Nutzer weitgehend selbst geben. Entsprechend simpel und flexibel sind diese Rahmenbedingungen. Heute gelten in Deutschland Luftfahrzeuge mit einem maximalen Abfluggewicht von 475 kg als Ultraleichtfluggeräte.  Fluggeräte, die nur 120 kg auf die Waage bringen, sind von Zulassungspflichten sogar weitgehend befreit. Vergleichbare Regelungen, leicht differierend in den Gewichtsgrenzen, existieren mittlerweile fast überall auf der Welt. In den USA benötigt man nicht einmal eine Pilotenausbildung, will man mit einem Vehikel leichter als 115 kg durch die Gegend fliegen. Das Aufmerksamkeitsdefizit regulierender Behörden in diesem Bereich ist einfach zu erklären. Ultraleichtfluggeräte gelten als Domäne der Bastler und Freizeitpiloten, die bei schönem Wetter am Wochenende mal ein paar Runden drehen. Man hat schlicht nicht erwartet, in diesem Bereich jemals eine ernstzunehmende Entwicklung zu sehen, die die Erfüllung realer Mobilitätsbedürfnisse ermöglicht. Ein Irrtum mit positiven Folgen.

Denn exakt in diesem deregulierten Umfeld konnte die Zusammenführung technischer Entwicklungen aus unterschiedlichen Bereichen, eine Technologiekonvergenz, einen wahren Flächenbrand der Innovationstätigkeit entfachen. Mittlerweile stehen kleine und hocheffiziente Antriebssysteme zur Verfügung, mit denen auch ultraleichte Fluggeräte hohe Reichweiten und Geschwindigkeiten kostengünstig erzielen können. Die Entwicklung in der Miniaturisierung und Leistungssteigerung elektronischer Komponenten verläuft weiterhin rasant. Navigations-, Kommunikations- und Steuerungssysteme, die in den 1980er Jahren noch einige hundert Kilogramm auf die Waage brachten, wiegen heute nur noch wenige Gramm und sind dadurch für die Ultraleichtfliegerei geeignet. Neue Materialien, von hochfesten Stählen bis hin zu kunststoffbasierten Verbundwerkstoffen und die zugehörigen Fertigungstechnologien gestatten es auch Hobbybastlern, ihre kleinen Fluggeräte immer leichter und gleichzeitig trotzdem stabiler und sicherer zu bauen. Mit diesen Werkstoffen wird es dann auch möglich, fortgeschrittene aerodynamische Konzepte in der Freizeitfliegerei umzusetzen.

Ein Flugsimulator für Tragschrauber – für UL-Flugschulen gedacht (Aero 2012)

Zu den Hängegleitern gesellten sich durch das Zusammenwirken dieser Entwicklungen rasch weitere Typen. Zu nennen sind beispielsweise Trikes („fliegende Fahrräder“ an Gleitschirmen), aerodynamisch über drei Achsen gesteuerte „echte“ Flächenflugzeuge und die Gyrocopter (Tragschrauber, die Auftrieb durch die Autorotation des nicht angetriebenen Rotors erzeugen) als jüngster Familienzugang. Die Szene hat sich entsprechend entwickelt. Aus Garagenbastlern wurden Firmengründer, aus Start-Ups mittelständische Unternehmen, die weiter wachsen. Ihr Angebot besteht aus hocheffizienten, komfortablen und sicheren Fluggeräten, die ihren großen Vorbildern weder äußerlich, noch qualitativ nachstehen. Typische Ultraleichtflugzeuge haben heute Reichweiten von mehr als 1.000 km bei Reisegeschwindigkeiten von 200 km/h. Sie benötigen ähnlich viel Treibstoff wie gewöhnliche PKW, oft sogar weniger. Sie kosten nur noch so viel wie ein Automobil der Oberklasse und der Aufwand für den Erwerb des Pilotenscheins ist finanziell wie zeitlich überschaubar. Es werden bereits Flugsimulatoren gebaut, um die Pilotenausbildung weiter zu vereinfachen. Aus der Szene der drachenfliegenden Hobbybastler, der direkten Nachfahren Otto Lilienthals, ist eine vollwertige Industrie mit enormen Wachstumsraten entstanden.

Individualverkehr in der Luft

In den vergangenen zehn Jahren hat sich nach den Daten des Deutschen Aero Clubs die Anzahl der zugelassenen Ultraleichtfluggeräte in Deutschland von etwa 2.000 auf über 4.000 mehr als verdoppelt. Darunter sind fast 500 Gyrocopter, die erst seit 2003 in Deutschland wieder betrieben werden dürfen. Mehr als 17.000 Menschen verfügen bereits über eine Ultraleicht-Fluglizenz, darunter etwa 1.000 für den Tragschrauber. Eine Ausweitung der Gewichtsgrenzen, die den Konstrukteuren mehr Spielräume für zusätzliche Sicherheits- und Komfortsysteme einräumt, wird diskutiert. Die Ultraleichtfliegerei verbreitet sich schneller als batteriebetriebene PKW. Sie stellt schon jetzt eine echte Alternative zu den herkömmlichen Verkehrssystemen dar, wenn ein hoher Mobilitätsbedarf auf ein begrenztes, wertvolles Zeitbudget trifft. Auch die Schwelle zur kommerziellen Anwendung wird langsam überschritten. Erste Projekte befassen sich mit der Nutzung von beispielsweise Gyrocoptern in der Landwirtschaft oder für Polizei und Feuerwehr. Aufgrund der geringen Fläche, die sie für Start und Landung benötigen, sind Tragschrauber als Lufttaxis oder für Warentransporte besonders geeignet.

Man kann sich nun leicht ausmalen, wie mittels Effizienzsteigerungen Anschaffungs- und Betriebskosten solcher Fluggeräte weiter sinken und der Weg vom Fußgänger zum Piloten durch Automatisierungssysteme bei gleichzeitiger Steigerung von Sicherheit und Komfort weiter verkürzt wird. Aber dies ändert noch nichts an den beiden grundlegenden Einschränkungen, denen die Ultraleichtfliegerei unterworfen ist. Erstens kann man sie, da Sichtflugregeln im unkontrollierten Luftraum unterworfen, nur bei passenden Wetterbedingungen betreiben und zweitens bleiben Start und Landung auf zugelassene Flugplätze begrenzt. Es gibt zwar mehr als 500 geeignete Kleinflughäfen allein in Deutschland und damit sind kaum ein Nutzer und kaum ein potentielles Ziel weiter als 30 Kilometer von einem solchen entfernt. Aber diese 30 Kilometer können eine kaum zu überbrückende Distanz sein, ausgehend von einem Flugfeld im Nirgendwo, ohne Taxistand, Mietwagenservice oder eine Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr.

Der Carplane – noch als Modell auf der Hannover Messe 2011

Die Lösung für dieses Problem werden straßentaugliche Fluggeräte sein. Systeme, die sich verwandeln, die Auftrieb in der Luft erzeugen und Abtrieb am Boden, deren Antrieb in der Luft ein Propeller ist und deren Motor am Boden auf die Räder wirkt. Nach der Landung auf irgendeinem Flugfeld – bei für den Weiterflug ungeeigneten Wetterbedingungen oder schlicht, weil man seinem Ziel so nahe gekommen ist, wie auf dem Luftweg möglich – kann man mit solchen Fahrzeugen dann einfach den Rest des Weges auf der Straße zurücklegen. Eine Utopie? Ganz sicher, wenn man herkömmliche PKWs in die Luft bringen will. Die Vision ist eine andere. Ein fliegendes Auto wird nicht etwas sein, das fährt und manchmal fliegt. Das fliegende Auto wird ein fahrendes Flugzeug sein, etwas das fliegt und manchmal auch fährt. Auf der Basis leichter und ultraleichter fliegender Systeme sind in Verbindung mit der oben genannten Technologiekonvergenz genau solche Vehikel heute möglich. Und werden daher auch gebaut. Sicher, noch sind es Spielzeuge für reiche Leute. Aber so fing es ja immer an, ob bei herkömmlichen Flugzeugen, bei Automobilen oder bei Computern.

Von der Vision zur Innovation   

Utopien sind (noch) nicht realisierbare Wunschvorstellungen, sie sind Produkte unserer Phantasie.  Die Charakteristik von Visionen hingegen ist die doppelte Verneinung: Man kann sich keine Welt vorstellen, in der die Vision nicht eintreten würde. Vögel können eben beides: Laufen und fliegen. Otto Lilienthal sah keinen Grund, warum Menschen mit geeigneten technischen Hilfsmitteln das nicht auch können sollten. Eine Welt, in der nicht jeder Mensch auch Pilot sein kann, erschien ihm undenkbar. Und damit lag er richtig. Im Frühjahr 2012 präsentierte das holländische Unternehmen PAL-V seinen funktionsfähigen Prototypen eines straßenfähigen Gyrocopters. Auf der New Yorker Autoshow zeigte Terrafugia den Transition, ein straßenfähiges Kleinflugzeug. Die Luftfahrtmesse Aero in Friedrichshafen diente der Firma Fresh Breeze aus Langenhagen als Plattform für die Präsentation ihrer Pläne eines straßenfähigen Trikes. Nur wenige Meter weiter fand sich in derselben Halle die Carplane GmbH aus Braunschweig mit Modellen ihres fahrenden Flugzeuges. 

Ein Trike als Plattform für das fliegende Auto (Aero 2012)

Hier wird das Wesen der Innovation deutlich. Es geht nicht um die Verbesserung des Bestehenden, sondern um die Erschaffung des Neuen, das das bestehende in der Regel nicht ersetzt, sondern ergänzt. Zu Eisenbahn, Linienflugverkehr und Automobil gesellt sich der Individualverkehr in der Luft als zusätzliches Mobilitätssystem. Nicht etwa, weil er notwendig ist, sondern weil er möglich wird. Visionen sind Erkenntnisse über solche Möglichkeiten. Und diese erfordern nicht ein Übermaß an Phantasie, sondern eine genaue Kenntnis der Realität. Wer weiß schon, ob Menschen jemals hätten fliegen wollen, gäbe es nicht Vögel auf dieser Welt und damit die Chance, sie ganz genau zu beobachten. Da es Vögel aber gibt, wird in einigen Jahrzehnten ein Autor einen Text über den Fortschritt mit einer Aufzählung wie der folgenden beginnen: „Meine Urgroßeltern hatten kein Auto, meine Großeltern konnten vom Fliegen nur träumen und meine Eltern sind noch in einer Zeit aufgewachsen, in der es keine fliegenden Autos gab…“

 

Leseempfehlung: John Brown – Flugautos aus aller Welt (Geschichte, Konzepte, Technik) – Heel Verlag, ISBN-13: 978-3868526097

Hinweis: Artikel zuerst erschienen in Novo Argumente 114. Der Text behandelt zwar nicht direkt die Energie- und Klimapolitik, aber die Argumente hinsichtlich der Förderung und Entstehung von Innovationen können übertragen werden. Alle Bilder: Autor, Übernahme der Bilder und des Textes nur mit vorheriger Genehmigung des Autors möglich.

 

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47 Kommentare
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  1. Lieber Herr Heller,

    was ihrem Artikel noch fehlt so finde ich, die Antwort darauf, was Sie unter Innovation verstehen.
    Die Idee, das Funktionsmuster, den Prototyp oder das marktreife Produkt?

    Würde mich interessieren. Für mich ist erst das Letztere die Innovation.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  2. Ich bin davon ausgegangen, daß die Begriffsdefinition jedem klar und geläufig ist. Eine Innovation ist eine Neuheit zum Zeitpunkt ihrer Markteinführung. Also das marktreife Produkt.

  3. Lieber Herr Heller,

    Kann schon sein.
    Aber in den politischen Diskussionen in den Medien gibt es soviel Begriffsverwirrung, dass ich es gut finde Definitionen zu klären.

    Die Frage ist jetzt. Qualifizieren sich Solarzellen auf dem Dach, um Strom ins Netz einzuspeisen schon als Innovation, obwohl sie ohne das EEG und diese Subvention niemand kaufen würde?

    Ich meine bewußt nicht Solarzellen für Anwendungen wie Gartenbeleuchtung oder Kinderspielzeug.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  4. Und noch eine kurze Frage anschließend.
    Heißt marktreif, dass man damit Geld verdient?
    Denn es gibt ja auch Produkte die wieder vom Markt verschwinden, weil sie zu teuer sind.

  5. Als Querdenker würde mir ein Minizeppelin für jedermann noch besser gefallen. So einfach zu bedienen wie ein Motorboot, Start- und Landemöglichkeit überall, nahezu lautlos in der Luft, und schön langsam, so dass das Unfallrisiko gering ist. Hätte einen ungeheuren Freizeitwert.

  6. Es wäre von Vorteil, Herr Heß, wenn Sie gleich sagen, worauf Sie hinauswollen. Frage-Antwort-Spielchen mag ich nicht. Der Text erklärt sehr deutlich, worauf man achten sollte, will man Innovationen erzeugen, die uns wirklich voranbringen. Hier jetzt eine Debatte zu beginnen, nach der man zwischen verschiedenen Ebenen der Innovation unterscheidet, halte ich nicht für sinnvoll und auch nicht für zielführend.

  7. @ C-O:

    „Leichter als Luft“-Technologien sind im Grundsatz ungeeignet -- da eben leichter als Luft (anfällig für jede kleine Störung, bspw. Seitenwind).

    Wenn Sie einen Senkrechtstarter wollen, bitte: E-Volo

  8. @4 Lieber Herr Heß,

    kleiner Zwischenruf „aus der Wirtschaft“: Eine Innovation ist natürlich das marktreife Produkt, meist erfolgt auch dann erst die begleitende Kommunikation (wenigstens im größeren Stil in Richtung Kunden). Im Detail ist das mitunter komplizierter (Bsp. gemeinsame Pilotierung mit einem Kunden).

    Ob man damit Geld dauerhaft verdient oder nicht -- und wenn ja, in welchem Markt (D, USA, China…?), ist eine gänzlich andere Frage. Darüber entscheidet letztendlich das weitere Marktgeschehen.

    Und genau genommen können m.E. auch Produkte und Systeme Innovationen sein, die sich (zunächst) nur in einem „künstlichen“ oder verzerrten Markt etablieren. Die meisten Märtkte sind ohnehin verzerrt, und sei es „nur“ durch regulatorische (Eintritts-)Hürden. Wenn also bspw. für das Flugbenzin der fliegenden Autos von Herrn Heller zunächst keine Mineralolsteuer fällig würde, hätten diese einen zusätzlichen Wettbewerbsvorteil ggü. dem Bodenfahrzeug. Ob die Sache aufgrund ihrer anderen Vorzüge auch ohne Steuerprivilig „fliegt“, muss sich dann zeigen.

  9. Günter Heß 10. Dezember 2012 22:37
    Und noch eine kurze Frage anschließend.
    Heißt marktreif, dass man damit Geld verdient?
    Denn es gibt ja auch Produkte die wieder vom Markt verschwinden, weil sie zu teuer sind.

    @Günter Heß
    dachten Sie dabei an Luxusyachten, Autos der Luxusklasse, Privatjets und ähnliches?
    Na gut die Tüte Bio-Mehl für 12 Euronen wird sich wohl schlecht halten am Markt, obwohl es wohl kaum ein Produkt gibt welches nicht einen Käufer findet. Bei Mehl ist die Stückzahl verkaufter Einheiten maßgeblich, bei vielen anderen Produkten eher der Preis der hoch genug sein muss um auch bei kleiner Stückzahl noch zu verdienen.

    MfG

    P.Große

  10. Die unterschiedlichen Sportgeräte zum fliegen haben sicher das Potential unsere Mobilität zu verändern. Ich frage mich nur, ob das heute noch funktionieren wird. Als ich den Führerschein gemacht habe, hiess es immer so eine Kleinstadt kommt im Jahr im Strassenverkehr um. Das würde man wohl heute als Katasthrophe ansehen und sofort regulierend eingreifen. Sicher war das damals schon eine Katasthrophe, aber man hat es wegen der enormen Vorteile der Mobilität akzeptiert. Wenn man aber die Standards für das individuelle Fliegen gleich so hoch setzt, dass die die Unfallrate eher noch geringer als im Strassenverkehr ist, dann hat mat man die Situation aus dem Anfang des Artikels. Die mangelnde Risikobereitschaft und die daraus folgende Überregulation würgt die Innovation ab. Hoffe, dass ich das zu pessimistisch sehe, denn es wäre wirklich schön, wenn sich speziell in dem Bereich Mobilität etwas bewegen würde.

  11. Der für mich wichtigste Satz in diesem Artikel ist: „Echte Innovationen lösen keine Probleme. Sie schaffen neue Möglichkeiten.“

    Wenn wir einmal unter diesem Gesichtspunkt auf die Geschichte des Automobils schauen, so haben wir doch oftmals das Bild im Kopf, dass das Auto die Kutsche und das Pferd abgelöst hätte. Und gewissermaßen stimmt dies ja auch. Aber, wie viele Möglichkeiten hat uns das Automobil eröffnet, die mit Pferd oder Kutsche nicht möglich sind?

  12. @Peter Heller: Sind Sie selbst fliegerisch aktiv, oder haben Sie mit der Luftfahrtbranche zu tun?

  13. @ anorak2:

    Sind Sie selbst fliegerisch aktiv

    Nein.

    oder haben Sie mit der Luftfahrtbranche zu tun?

    Ja.

  14. Die Geschichte des Fliegens wird von Ihnen etwas eigenwillig interpretiert, Herr Heller.

    Es begann mit den leichter-als-Luft Ballons (Wenn man von theoretischen Maschinen absah, die z.B. schon da Vinci sah)
    Die zu bauen, war eine Folge der wachsenden chemischen und physikalischen Erkenntnisse. Aber der Bau war nicht zweckfrei, denn BEDARF gab es schon bevor der erste Ballon abhob:
    Abgesehen von der Nutzung als wissenschaftliches Instrument wartete das Militär schon lange auf solche Apparate.
    Die ‚Nebel des Kriegs’ wurden nämlich immer als höchst unvorteilhaft empfunden und folgerichtig war die erste praktische Anwendung die militärische Aufklärung die sofort vom Ballon Besitz ergriff als er ‚felddiensttauglich’ wurde. Der Nutzen war noch nicht groß weil die Technik unausgereift war, dadurch wird auch verständlich, warum es zu Vorbehalten und manchmal auch Ablehnung kam; nicht aus Prinzip, sondern als Forderung nach Verbesserung.
    Die Belagerung von Paris 1871 zeigte den unersetzlichen Nutzen der Luftfahrt bereits unmissverständlich, denn Ballons waren die einzige Nachrichtenverbindung der belagerten Stadt mit der Aussenwelt.
    Aber sogar der offensive Einsatz von Fluggeräten war schon vor deren Einführung ein Wunsch und bereits 1849 wurde Venedig von Österreich aus Ballons bombardiert.

    Dann darf nicht vergessen werden, dass zu Zeiten, in denen die elektrische Nachrichtenübermittlung noch nicht existierte, die ‚Post’ ein wichtiger Motor für die Entwicklung von Transportmitteln war und dem Flugwesen wichtige Impulse gab. Wie das in den Anfängen konkret war, kann ich aus dem stegreif nicht sagen, aber später führte die Nachfrage der Post zum Beispiel zu den ersten Katapultstarten von Schiffen aus und sogar Raketen wurden als Transportmittel ausprobiert.

    Die Flugpioniere waren also keineswegs Enthusiasten per se, denn es war durchaus die Aussicht auf einen ‚Markt’ da.

  15. Wenn wir einmal unter diesem Gesichtspunkt auf die Geschichte des Automobils schauen, so haben wir doch oftmals das Bild im Kopf, dass das Auto die Kutsche und das Pferd abgelöst hätte. Und gewissermaßen stimmt dies ja auch. Aber, wie viele Möglichkeiten hat uns das Automobil eröffnet, die mit Pferd oder Kutsche nicht möglich sind?</bloc

    Eine enorme Effizienzsteigerung im gesamten Transportsektor, Land , Luft, Wasser. Sehe ich jedenfalls so.

  16. Das Auto hat erst einmal 20-30 Jahre lang gar nichts ermöglicht. Das wird leider oft vergessen. Es war ein unzuverlässiges, unbequemes, schwer zu bedienendes und extrem teures System. Man konnte Rennen damit fahren (nun ja, was man damals so als „Rennen“ bezeichnet hat) und ansonsten blieb es ein Spielzeug für reiche Leute. Der sonntägliche Ausritt wurde durch die sonntägliche „Ausfahrt“ ersetzt. Gebunden war der Einsatz eines Automobils an das Vorhandensein eines Chauffeurs, der gleichzeitig auch noch Mechaniker sein mußte.

    Von Daimler selbst ist ja der Satz übermittelt, der weltweite Bedarf an Kraftfahrzeugen würde 1 Million nicht überschreiten, allein schon aus Mangel an Chauffeuren. Von Wilhelm II: heißt es, er hätte das Auto nur als Modeerscheinung angesehen, das Pferd würde bleiben. Heute belächeln wir das, aber aus ihrer damaligen Perspektive hatten die Leute völlig recht.

    Der Text oben möche aufzeigen, daß das für alle Innovationen gilt, zumindest für die, die nicht einfach nur Optimierungen des Bestehenden beinhalten. Das Beispiel „fliegendes Auto“ scheint mir einfach passend, weil es genau in der Situation ist, in der Autos um das Jahr 1890 waren.

    Ich möchte damit an die Debatte anschließen, die wir in der Plauderecke 3 begonnen haben. Ach, was sollen wir denn schon noch Neues erfinden, wir haben doch schon alles, hieß es da. Ach, was auch immer kommt, wird sich nicht durchsetzen, weil es diese und jene und solche Schwierigkeiten gibt. Ach nee, Optimismus ist Phantasterei, die Zukunft ist grau und langweilig. Deutschland geht den Bach runter. Wir sind alle so alt und so müde. Argumente, genau wie bei Daimler und Wilhelm II.

    Der Artikel zeigt auf, warum ich erstens an eine goldene Zukunft glaube (gerade für Deutschland) und was ich zweitens unter einer optimistischen Grundhaltung verstehe, die dieses Blog ausstrahlen sollte. Das „fliegende Auto“ ist nun einmal tausendmal geiler, als Klimaschutz oder gar Energiewende. Und damit blasen wir die Ökos weg, weil wir einfach die geileren, spannenderen, faszinierenderen Vorstellungen von der Zukunft haben, als die grüne Mischpoke. Das fliegende Auto ist dabei nur ein Beispiel von vielen, es stellt in diesem Zusammenhang nur eine Metapher dar. Es soll einfach nur den Blick der Leser auf einen bestimmten Aspekt der Realität lenken, der einfach noch immer von zu wenig Menschen wahrgenommen wird.

    Quentin hat den Kernsatz des Textes ja messerscharf erkannt. Aber es gibt noch weitere Botschaften, die wichtig sind:

    -- Innovationen entstehen immer an den Rändern. Große Konzernstrukturen sind innovationsfeindlich, es ist immer die Garage, in der das Neue auf die Welt kommt. Das gilt eben nicht nur für Microsoft, Apple und HP, das gilt und galt für so ungefähr alles, was unsere Welt heute prägt. Daimler hat ebenso in einer Garage mit zwei Leuten angefangen, wie Siemens oder Edison (General Electric) oder Hollerith (IBM). Es ist immer die Garage.
    -- Innovationen entstehen nicht durch staatliches Handeln, das der Regelsetzung oder Regelverfestigung dient. Sondern durch Regelbrüche.
    -- Innovationen kann man nicht verhindern, man kann sie behindern und verzögern, aber niemals aufhalten.
    -- Das, was unser Leben in den kommenden Jahrzehnten beeinflussen wird, ist bereits da, ist bereits sichtbar. Man muß nur die Augen öffnen.

    Und so weiter, aber der Rest steht ja oben. Von daher ist wohl vollkommen klar, daß weder Energiewende, noch Klimaschutz in irgendeinder Weise Innovationen befördern können. Ganz im Gegenteil. Das ist zumindest aus meiner Sicht ein sehr starkes Argument, was in der Debatte leider zu wenig beachtet wird (weil wahrscheinlich auch zu erklärungsbedürftig).

    Das Auto hat vor allem die Reichweite und die Geschwindigkeit unserer individuellen Mobilität erhöht. Auf Kosten allerdings der Flexibilität, denn es ist an eine Infrastruktur gebunden. Pferde sind noch immer dort wichtig, wo diese Infrastruktur fehlt oder nicht errichtet werden kann. Am flexibelsten ist ohnehin der Fußgänger, zu Fuß kann der Mensch jeden Punkt auf der Erdoberfläche erreichen. Der Individualverkehr in der Luft greift diesen Trend auf. Erneut werden Reichweiten und Reisegeschwindigkeiten steigen. Und erneut auf Kosten der Flexibilität, es sind Infrastrukturen erforderlich (Flugplätze) und es wird größere wetterbedingte Einschränkungen geben, als beim Automobil. Deswegen glaube ich, daß er kommen wird. Das fliegende Auto (besser: fahrendes Flugzeug) fängt ein wenig von diesem Flexibilitätsverlust ab. Deswegen glaube ich, der Individualverkehr in der Luft hat mit dem fliegenden Auto die besten Chancen. Sicher ist das natürlich nicht. Niemand kann die Zukunft vorhersehen. Aber eines scheint mir absolut sicher: Wenn es nicht das fliegende Auto ist, wird es irgendeine andere Entwicklung sein (bspw. die schon genannten 3D-Drucker, die Roboter, die private Raumfahrt, das Raketenflugzeug, die künstliche Intelligenz, das Holo-Deck, und, und, und…), die völlig neue Rahmenbedingungen für unser Leben schafft.

    Dann noch zum bösen, bösen Staat, der all dies, von einer internationalen Geheimgesellschaftselite gesteuert, zu verhindern trachtet: Wer dann auch mal den Links folgt, der mag registrieren, daß E-Volo vom Bund, mycopter von der EU, und der Carplane von der EU und vom Land Niedersachsen gefördert wird. Aber wahrscheinlich ist auch das nur perfider Teil innerhalb der Verschwörung, oder?

    Noch kurz zu der Frage von anorak2 oben: Ich habe in dem Text und in den Kommentaren (gilt also auch für E-Volo und mycopter) bewußt nur solche Projekte angesprochen, deren Verantwortliche ich persönlich kenne. Und ich versichere Ihnen: Das sind keine Spinner. Die meinen das absolut ernst. Und natürlich, Tritium, wollen die alle Geld verdienen, keine Frage. Was nichts daran ändert, daß die Leute sich dessen bewußt sind, daß sie erst einmal nur RMTs („Rich Mens Toys“) produzieren. Und zwar noch für viele Jahre. Aber das war eben immer so, ob beim Auto, beim Computer, bei Glühbirne oder Telefon…

  17. Ich hoffe das E-Volo noch erleben zu dürfen. Wenn solch ein Fahrzeug tatsächlich in Serie geht gibt es kein halten mehr.
    Das so ein Fahrzeug jeder haben möchte ist doch klar, und bei richtig großen Stückzahlen werden wir eine Menge Strom brauchen um das Fliegen zu ermöglichen. Diese Idee ist bahnbrechend in meinen Augen, Optimismus pur.

    MfG

    P.Große

  18. Da möchte ich, die Mobilität betreffend, allerdings eines einwenden:

    Ich riss ja schon bei der ‚Post‘ an, dass sie ein enormer Motor für die Entwicklung von Schnelltransportmitteln war. Doch das war, im Nachhinein betrachtet, eher ein Weg in die Sackgasse, denn am Schluss stand nicht die Rohrpost mit Überschallgeschwindigkeit und Anschluss für jeden Haushalt, sondern die Trennung von Botschaft und materiellem Träger in Gestalt des Webs.
    Eine echte Mobilitätssteigerung in diesem Sinn wäre es zweifellos, wenn sich Körper und Sinn ebenfalls trennen liessen und nicht der Mensch, sondern ein ‚Agent‘ das Reisen übernähme. Das ist gar nicht so abwegig, die ‚Virtual Reality‘ ist ja in vielen Ansätzen schon da, sogar in Gestalt von ‚Virtual Worlds‘!
    Mal ehrlich, was soll ich denn auf dem Mond, wenn ich in einem Simulator der Zukunft Sinneseindrücke bekomme, die so real sind, als wäre ich auf dem Mond?
    Warum soll ich zu einem Freund nach Australien reisen, wenn ich ihn auch in einem virtuellen Raum treffen kann ohne mein Haus zu verlassen -- so real als würden wir wirklich gemeinsam auf der Couch sitzen!

    Unter diesem Gesichtspunkt erscheint mir Ihre Verkehrs-Vision eher als ein Dinosaurierrezept -- Bloße Extrapolierung statt Innovation. Oder, etwas sinnbildhafter: Ganz tolle Telegramme statt E-Mail.
    Ganz nebenbei würde die virtuelle Mobilität auch sehr viel weniger Energie verbrauchen -- wobei ein Südseestrand natürlich schon ganz schön an der Steckdose saugen würde, so lange man nicht -- nun ganz visionär -- Gehirnströme direkt manipuliert statt eine 5000-W ‚Sonne‘ im Erlebnisraum einzuschalten.

    Im Grunde spreche ich natürlich von ‚Kino‘, das dürfte klar sein. Kino heisst aber Massenmarkt. Erst in einem klassischen Kino, zu dem man hin geht, oder eher einem Solarium vergleichbar, in dem man sich einen Erlebnisraum mietet, dann mehr und mehr Heimanwendungen, wo man einen eigenen Erlebnisraum besitzt.

  19. #17
    Der E-Volo könnte vor allem durch folgendes interessant sein: wenn man erst einmal einen (Batterie-) Speicher entwickelt hat, dessen Verhältnis von Masse zu Ladungskapazität hinreichend klein ist, um so einen Mini-Elektrohelicopter über eine nennenswerte Reichweite hinweg in der Luft zu halten, dann könnte man damit ein Elektroauto mit vernünftiger Reichweite antreiben.

    (Leider auch umgekehrt: solange das Elektroauto eine elend schwere Batterie herumschleppen muß und dennoch nur eine kaum alltagstaugliche Reichweite erzielt, wird der E-Volo ein Experiment bleiben. Aber so negativ dürfen wir ja nicht sein, sonst gibt’s was hinter die Ohren!)

  20. Ganz persönlich gesagt, find ick die kleenen Hubis echt geil…….und hätte ich genügend Geld und wäre noch etwas jünger, stände so ein Teil in der Garage.
    Leider ergibt sich bei Massenanwendung so einiges an Probleme menschlicher Art…..die im Strassenverkehr ja kaum mit den zweidimensionalen Verhältnissen so richtig klar kommen (rechts vor links), was passiert also, wenn dann noch oben und unten dazukommt? Ick hab mich damals auch der virtuellen Fliegerei hingegeben, samt Kriegsspielchen…..und da schon enorme Schwierigkeiten mit der dreidimensionalen Denke gehabt…..ergo wird es wohl in der praktischen Ausführung eines privaten Masssenflugbetriebes Luftstrassen geben mit strengen Höhenvorgaben und sonstige Einschränkungen.

    Mal was anderes, ick als, vom Landesumweltamtes gebranntes Kind, hab da noch paar technische Fragen.
    1. Wie hoch ist der durchschnittliche Spritverbrauch bei Reisegeschwindigkeit?
    2. Wie hoch ist die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dieser süssen Technikwunder?
    3. Wie ist der Wartungsaufwand samt TÜV-Prüfung einzuschätzen (in Euro)
    4. Welche Abgasemissionen erzeugen die Flieger? (TA-Luft)
    5. Wie hoch ist der Schallpegel in dB im Stand und im Flug (TA-Lärm)

    Einige Praktiker hier werden wissen, worauf was ich hinaus will…..bundesdeutscher Behördenwahn.

    PS. Toller Artikel übrigens, da blüht einem das Technikerherz so richtig auf.
    MfG
    H.E.

  21. 1. Wie hoch ist der durchschnittliche Spritverbrauch bei Reisegeschwindigkeit?
    2. Wie hoch ist die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dieser süssen Technikwunder?
    3. Wie ist der Wartungsaufwand samt TÜV-Prüfung einzuschätzen (in Euro)
    4. Welche Abgasemissionen erzeugen die Flieger? (TA-Luft)
    5. Wie hoch ist der Schallpegel in dB im Stand und im Flug (TA-Lärm)

    So als Passivpilot (Einige Freunde sind Flieger)

    2. Verflixt schnell, well du wie die Krähe fliegst. Ein Motorsegler mit 120 kmh Reisegeschwindigkeit hängt locker jedes Auto ab.
    3. Verflixt hoch, weil an Fluggerät enorme Anforderungen gestellt werden. Ein Flugmotor ist mit einem Fahrmotor überhaupt nicht zu vergleichen.
    4. Mehr als Autos, da kein Auspuff und kein Kat.
    5. Ohne Kopfhörer und Mike kannst Unterhaltung in so einem kleinen Ding vergessen

  22. Ich möchte damit an die Debatte anschließen, die wir in der Plauderecke 3 begonnen haben. Ach, was sollen wir denn schon noch Neues erfinden, wir haben doch schon alles, hieß es da. Ach, was auch immer kommt, wird sich nicht durchsetzen, weil es diese und jene und solche Schwierigkeiten gibt. Ach nee, Optimismus ist Phantasterei, die Zukunft ist grau und langweilig. Deutschland geht den Bach runter. Wir sind alle so alt und so müde. Argumente, genau wie bei Daimler und Wilhelm II.

    Sie haben recht. Was in Deutschland fehlt, ist eine echte Innovationskultur.

    Unter Wilhelm II war die allerdings durchaus noch gegeben, auch eine Unternehmerkultur, die etwas bewegte, wenn auch nicht immer nur gutes …

    Wir leben in einem Zeitalter, der indoktrinierten Technikfeindschaft -- die ganze Energiewende ist nichts anderes, als ein Ausdruck dieser, sie ist vor allem ein Ausstieg -- und an ein Wiedereinstieg in die gute alte Windmühle, eine Technologieplattform, die im Holland der Frühen Neuzeit „in“ war sowie in den Agrarstaat der Biomaisfelder und Sonnenspiegel -- „Innovation“ ist das sicherlich nicht, es ist „Restauration“.

    Wiener Kongresse finden heute allerdings nicht in Wien statt, ggf. in Doha, Cancun und anderswo. Die deutschen Metternichs sind ganz vorne dabei, die anderen fahren ihre eigene Agenda, so wie damals. Und daheim:

    Der wiedergeborene deutsche Biedermeier verhindert Bahnhöfe, Nachtflüge, sichere Energieversorgung und träumt vom risikofreien Wolkenkuckucksheim in dem das Wetter immer so bleibt, wie es ist.

    Heine passt wieder: in die Zeit:
    „Das ist schön bei den Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.“

  23. @Tritium #18
    Virtuell müsste dann auch das Arbeitsleben gestaltet sein.
    Oder, virtueller Urlaub ist langweilig, sorry.

  24. Virtuelles Arbeiten…..gabs da nich vor kurzem ein Film mit Bruce Willis….wo die Menschen ihren Avatar ganztägig durch die Gegend gejagt haben, einschließlich virtuellem Sex, bis der Schöpfer dieses Systems die Sache per Virus beendet hat?

    Schwarzeneggers virtuelle Reise zum Mars…….oder die „Matrix“…….wird da nicht nur eine Gehirnregion angesprochen, die uns ein Erlebnis nur vorgaukelt?………..Sind nicht schon heute viel zu viele Menschen mit den virtuellen Spielen ala WOW zu sehr eingetaucht in eine Wunschwelt?

    Ist ein Sonnenuntergang nur deswegen geil, weil wir selber an der Steilküste stehen……oder reicht das virtuelle Erlebnis?

    Aua……mein Geist ist gerade dabei im Dreieck zu springen…….weil ich die körperliche Erfahrung vorziehe, aber überlege, ob die virtuelle Erfahrung nicht auch täuschend echt diese Erfahrung simulieren kann.
    Am Ende ist es der Kopf…..besser gesagt das Hirn…..das uns schöne und nicht so schöne Erlebnisse einimpft, welchen Fortschritt wollen wir am Ende…….das gefahrlose, täuschend echte Erlebnis mit dem Resetknopf, falls was schief geht?
    Boah eyh……was ist echt, was besteht nur im Hirn……sind wir nicht alle etwas Bluna?
    Überlebenskampf im Sofa……und der Robot stirbt als Ersatz……..sorry, wollen wir alle diese Entwicklung?
    Onkel Heinz……philosophisch ohne Philosoph zu sein

  25. @ FK 9 Pilot # 22

    Ich möchte, natürlich eigentlich an die Adresse von Herrn Heller, anmerken, dass die Frage lautete, welche Innovationen mit hohem Energieverbrauch denn so denkbar wären und es wurde in der Plauderecke wohl auch nur unter dieser Prämisse geantwortet.

    Und dann möchte ich Wilhelm II etwas in Schutz nehen.
    Der Mann war kein Forschrittsfeind, was immer man ihm auch sonst vowerfen kann:
    -- Er hat die ‚Kaiser-Wilhelm-Institute‘ gegründet, die nun Max-Planck-Institute heissen.
    -- Er hat das Automobil (buchstäblich!) salonfähig gemacht, indem er sich hineinsetzte. Erst dadurch wurde es für den damals unbedingt tonangebenden Adel akzeptabel.
    -- Unter seiner Ägide wude aus dem Agrarstaat Deutschland der Industriestaat Deutschland, in einer beispiellosen Aufholjagd gegenüber England.
    -- Er war zwar Traditionen verhaftet, aber gleichzeitig sehr modern, ein zerrissener Mensch, der einerseits sein geliebtes Militär in den alten pfauenhaften Uniformen veraltete Attacken reiten liess, andererseits aber innovative Technik anschaffte, bei der Artillerie auf moderne Geschütze setzte, als in England noch bronzene Vorderlader gebraucht wurden, bei der Flotte deutsche Werften zu Spitzenleistungen brachte die sich bald mit den besten Konkurrenten messen konnten. Dass er zum Beispiel den Rohrrücklauf, der erst echtes Artillerie-Schnellfeuer ermöglichte, nicht gleich annahm, weil der nicht vom ‚Hoflieferanten‘ Krupp, sondern von der Konkurrenz Rheinmetall kam, ist ein lässlicher Fehler in einer Zeit des technologischen Umbruchs in der andere viel schwerere Irrtümer begingen und immerhin hatte Krupp mit seinen bahnbrechenden Gußstahl-Rohren auch einen wirklich höchst beeindruckenden Ruf, seine Kanonen hatten das Reich aus der Taufe gehoben!
    -- Wilhelm setzte sich auch sehr für die Fliegerei ein; Graf Zeppelins Apparate, das war damals so etwas wie das Mondflug-Programm der USA, High-Tech von besten, auch wenn sich später der praktische Nutzen als zweifelhaft erwies -- Technikfeindlichkeit kann man dem Kaiser also ganz bestimmt nicht vorwerfen.
    -- Das gilt umso mehr, als zu seiner Zeit das Deutsche Reich geradezu ein Abonnement auf Nobelpreise hatte, das beispiellos ist. Zufall war das ganz gewiss nicht!

    (Ich weiss, dass ich nun abgeschweift bin, und bitte das zu entschuldigen. Doch ich denke, der Hinweis passt schon insofern zum Thema als er zeigt, dass wir Deutsche nicht nur im ‚Wirtschaftswunder‘ zu Höhenflügen fähig waren und dass wir, wenn wir wollen, nur den Himmel als Grenze haben)

  26. @ Krishna Gans:
    Das Arbeitsleben IST bereits sehr ‚virtuell‘, schau dir mal einen CNC-Zerspanungsautomaten an und überleg‘ mal, wie viele Menschen Schwerarbeit leisten müssten, um ihn und seine Arbeitsleistung zu ersetzen.

    Wenn ich an den Automaten vorbei gehe, die in wenigen Minuten ein komplettes Blutbild für 1,10 € erstellen und das viele tausend mal am Tag und dann denke, wie viele MTAs an Mikroskopen nötig wären, um das gleiche althergebracht zu leisten wie die beiden, die diese Automaten bedienen und überwachen (sie würden einen ganzen Saal füllen), dann ist das eine Welt, die noch vor einer Generation völlig unvorstellbar war.

  27. @HeinzEng #20

    Ganz persönlich gesagt, find ick die kleenen Hubis echt geil…….und hätte ich genügend Geld und wäre noch etwas jünger, stände so ein Teil in der Garage.

    Das Bild oben im Artikel zeigt keine Hubschrauber, sondern Tragschrauber. Der Unterschied ist, dass der Rotor passiv vom Fahrtwind gedreht wird. Das Gerät hat hinter dem Piloten einen Antriebspropeller, mit dem es den nötigen Vorschub bekommt. Man stellt sowas nicht in die Garage, sondern in den Flugplatzhangar. Das sind keine „Flugautos“, und natürlich gilt für sie wie für jedes Luftfahrzeug der Flugplatzzwang. Es sind an sich Spaßgeräte, vielleicht kann man sie ein wenig mit Motorrädern vergleichen. Natürlich sind damit auch Streckenflüge möglich, aber man sitzt bei einigen der Modelle im Freien, das macht im Winter keinen Spaß. Und bei Regen, Nebel, niedriger Wolkendecke oder stark böigem Wind ist auch nix mit Fliegen. Auch Flächen-ULs, oder überhaupt alles was auf Sicht fliegt, kann man in Deutschland nicht ernsthaft als tägliches Verkehrsmittel einsetzen. Dazu braucht man schon ein für Instrumentenflug ausgerüstetes Flugzeug und die zugehörige Berechtigung. Was man aber schon damit machen kann ist ne Urlaubsreise. Man darf halt keine Termine festlegen, weil die Ankunftszeit vom Wetter abhängt.

    (rechts vor links), was passiert also, wenn dann noch oben und unten dazukommt?

    In der Luft gibt es Ausweichregeln, das ist alles geklärt. (Rechts vor Links gehört auch dazu)

    1. Wie hoch ist der durchschnittliche Spritverbrauch bei Reisegeschwindigkeit?
    2. Wie hoch ist die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit dieser süssen Technikwunder?
    3. Wie ist der Wartungsaufwand samt TÜV-Prüfung einzuschätzen (in Euro)
    4. Welche Abgasemissionen erzeugen die Flieger? (TA-Luft)
    5. Wie hoch ist der Schallpegel in dB im Stand und im Flug (TA-Lärm)

    1. Etwa 15 Liter SuperPlus pro Flugstunde.
    2. Ca 120 -- 150 km/h, allerdings Luftlinie und Dauergeschwindigkeit. In der Praxis deutlich schneller als ein Auto.
    3. Hoch. In Euro kann ich’s nicht sagen, auf jeden Fall im unteren vierstelligen Bereich pro Jahr.
    4. Ziemlich hohe, kein Katalysator. Da gibt es aber keine besonderen Regeln, da der Flieger die meiste Zeit weit über den Atemwegsöffnungen anderer Mitgeschöpfe rumkurvt, und nicht wie Autoauspuffe wenige Zentimeter neben Säuglingslungen. Soweit reicht die Einsicht des Gesetzgebers.
    5. Relativ hoch, dB keine Ahnung. Hauptlärmverursacher ist aber der Rotor. Zum Vergleich Flächen-Flugzeuge mit dem gleichen Motor sind im Leerlauf (z.B. Landeanflug) schon aus 100 Meter Entfernung kaum noch zu hören.

  28. @ Heinz:
    Du hast mit den virtuellen Welten völlig recht, momentan ‚lernen die Bilder erst das laufen‘, doch wachsende Rechenleistung und Datenübertragungsgeschwindigkeiten zeigen wohin die Reise geht: Ja, auch bis zum virtuellen Sex, ganz zweifellos.
    Das grösste Problem ist eigentlich noch das Mensch-Maschine-Interface, ich kann mir jedoch sehr gut eine Zukunft vorstellen, in der es selbstverständlich wird, entsprechende Implantat als Schnittstelle ins Gehirn einwachsen zu lassen während es sich noch entwickelt, möglicherweise schon im Mutterleib (sofern Frauen dann noch selbst Kinder austragen).
    Diese virtuellen Welten sind KEIN Ersatz für den echten Sonnenuntergang auf der Klippe, sondern werden uns zu völlig neuen Erlebnissen ühren die es real gar nicht gibt, also nicht Nachahmung, sondern Schöpfung, Erlebnisse wie auf LSD. Die Genzen zwischen Realitä und Schein werden immer mehr verschwinden, selbst das Gefühl des eigenen Körpers wird davon betroffen sein und macher wird den Avatar als die eigentliche Realität ansehen und den biologischen Körper nur als lästiges Überblebsel der Evolution.
    Der Wunsch und der BEDARF nach solchen Welten ist ungeheuer, was man am Erfolg der bisher noch höchst kläglichen Möglichkeiten sehr deutlich sieht.
    Dazu wird sich selbstverständlich auch eine neue Ethik erfinden, die alle Einwände, die wir heutigen machen, einfach beiseite wischt, denn es gibt keine ‚ewigen‘ Prinzipien. Das, was dir Angst macht, deine Bedenken, werden unsere Nachkommen gar nicht mehr verstehen, es wird ihnen so fremd sein, dass sie darüber lachen.

    Wer A sagt, muss auch B sagen. Wenn du meinst, das sei ein falscher Weg, das sei Un-menschlich, das müsse verhindert wrerden, dann denkst du im Grunde genommen nicht anders als der Öko, der in den Windmühlen von vorgestern das Heil sucht.
    Unsere Nachkommen werden ihre Welt selbst gestalten, selbst fühlen, selbst erklären und selbst regieren. Wir können und wir DÜRFEN ihnen da keine Vorschriften machen.

  29. @Tritium
    Virtuell…..=…..menschlicher Untergang.
    Ick halt es eher mit Perry Rhodan oder Star-Trek……..Nahrung und Unterkunft sind gesichert und jeder Mensch übt den Beruf aus, der ihm am meisten Spass macht und Befriedigung bringt. Dat ist wohl die Tatsache, die der Gesellschaft als Ganzes am meisten bringt…….ick würd auch lieber im Labor sitzen und die unsinnigsten Experimente machen…….in der Hoffnung, das meine Ideen am Ende doch ne praxistaugliche Lösung erbringen.
    Aber neeee, einmal eingefahren……macht man seinen Job nach besten Wissen und Gewissen……..obwohl da ein kleiner Forscher im Hinterkopp lauert, nur der schnöde Lebenunterhalt zwingt einem zum Alltäglichen, würg.

    In vielen von uns steckt ein Einstein…….nur wird der im Alltag zum Schlumpf geschrumpft.
    H.E.

  30. Virtuelle Welten. Hmm, das sollte man nicht überschätzen. Es werden sich natürlich neue Möglichkeiten ergeben, in der Arbeitswelt, Wissenschaft, in der Kunst oder der Unterhaltung. Aber solange nur die Augen und Ohren bedient werden, und nicht alle Sinne, können sie nicht ein Ersatz für das reell erlebte sein. Aber, wie bei den oben angeführten Beispiel vom Auto, es ergeben sich Anwendungsbereiche die kein Ersatz für irdendetwas sind, sondern eben was neues, anderes.

    Wir sollt wohl besser mit der Vorstellung aufräumen, dass das Neue das Alte ersetzt. Ergänzt oder erweitert wäre besser.

  31. @Tritium #26
    Ich meinte das virtuelle Berufsleben dann doch etwas anders 😀
    Wenn ich mich schon virtuell „erhole“ -- dann reicht virtuelle Anwesenheit im Büro auch. 😀

  32. #28 Tritium

    Das grösste Problem ist eigentlich noch das Mensch-Maschine-Interface, ich kann mir jedoch sehr gut eine Zukunft vorstellen, in der es selbstverständlich wird, entsprechende Implantat als Schnittstelle ins Gehirn einwachsen zu lassen während es sich noch entwickelt, möglicherweise schon im Mutterleib (sofern Frauen dann noch selbst Kinder austragen).

    Naja, das ist nun doch Zukunftsspinnerei und sicherlich auch nicht wünschenswert.

    Wer A sagt, muss auch B sagen. Wenn du meinst, das sei ein falscher Weg, das sei Un-menschlich, das müsse verhindert wrerden, dann denkst du im Grunde genommen nicht anders als der Öko, der in den Windmühlen von vorgestern das Heil sucht.

    Ich glaube, dieser Vergleich hinkt gewaltig. Sicher ist dieser zitierte Öko rückwärtsgewandt und nur ein nützlicher Idiot einer ökologistischen (oder auch ökofaschistischen ) Politik.
    Aber Ökos können nützlich sein (und waren es in ihren Gründerjahren auch ganz besonders) wenn es zum Beispiel um wirklichen Naturschutz geht oder um Raubbau an der Natur.

    Unsere Nachkommen werden ihre Welt selbst gestalten, selbst fühlen, selbst erklären und selbst regieren. Wir können und wir DÜRFEN ihnen da keine Vorschriften machen.

    Vorschriften dürfen wir nicht machen, aber wir müssen sie im Geist des Humanismus erziehen und da sollte das „Virtuelle“ seine Grenzen haben.
    Ironie on: (Statt Viagra ein Chip im Nüschel und auf Knopfdruck der Fernbedienung gehts los,ne, also das kanns nicht sein) Ironie off.
    JH

  33. Der sehr gute Artikel von Herrn Heller hat als Aufhänger das Thema Mobilität am Beispiel innovativer Flugtechnik, mit der sich der Autor auch beruflich -- zumindest beratend -- beschäftigt.
    Das Ganze wirkt aber doch so ein bißchen als Utopie, zumindest, was die breite Nutzung betrifft (Ich kann mich erinnern, dass wir in der Schule Ende der 60iger Jahre die Mobilität -- das Wort gab es damals natürlich noch nicht -- des Jahres 2000 zeichnerisch und textlich zu Papier bringen sollten. Ergebnis: Individuelle Flugapparate, und eine Art Magnetschienenbahn, beides mit einer Streichholzschachtel voll Atom angetrieben)
    Der folgende allgemeine Abschnitt viel mir besonders auf:

    Technologien wechselwirken mit Gesellschaften und prägen diese auf vielfältige Weise. Wenn sie hilfreich werden, verwenden wir sie in einer Intensität, die zu Unersetzlichkeit führt. Wenn überhaupt noch ein Gespür für Innovationsprozesse existiert, dann fasst es diese meist als Optimierung des Unersetzlichen auf. Im Mittelpunkt steht die Minimierung der Kosten und der Risiken, die den Gebrauch eingeführter Technologien zwangsläufig begleiten. Dies aber zementiert nur den Status Quo, es führt nicht zu wirklichem Fortschritt. Echte Innovationen lösen keine Probleme. Sie schaffen neue Möglichkeiten.

    Warum ist das so?
    M.E. spielt hier doch das verfluchte Geld eine Rolle: Für Grundlagenforschung ist wenig da. Drittmittel sind der Strohhalm, woran die Universitäten hängen, damit überhaupt Forschung und auch Lehre noch so halbwegs laufen.
    Auch namhafte Forschungsinstitute, ja selbst die Berfufsverbände ernähren sich von politischen Tagesthemen (Klima, Energie, Analytik von Stoffen in der Umwelt/Nahrungsmitteln bis in Bereiche, die physiologisch ohne Bedeutung sind, neuerdings Nanotechnik usw.)
    Ausnahmen gibt es vielleicht noch in der Medizin:
    Für mich sind Entwicklungen in der Analytik (ich habe Blutzucker noch nasschemisch bestimmt!) oder im Bereich der bildgebenden Diagnostik der letzten Jahre echte Innovationen. Tja, und hier hat eben nicht ein politisches Gremium irgendwann mal beschlossen: In x Jahren muss das so und zwar genau so erfolgen.
    JH

  34. Ich weiss, wir driften jetzt vom Thema weg, daher nur Stichworte und der Verweis, dass wir, bei Interesse, gerne im P3 weiter machen können:

    …und jeder Mensch übt den Beruf aus, der ihm am meisten Spass macht und Befriedigung bringt.

    Ist aber heute schon so, dass eine Menge Berufe von Maschinen besser gemacht werden. Komischerweise NICHT die Putzfrau, sondern anspruchsvolle Aufgaben:
    Denk nur mal an die Legionen von Bank- und Versicherungs-Sachbearbeitern, die rausgeworfen wurden, weil Computer mit programmierten Textbausteinen das besser können. Oder an den Medizinisch-Technischen Assistenten, der früher Blutbilder am Mikroskop gezählt hat.
    Immer mehr Menschen üben gar keinen Beruf mehr aus, unweigerlich, weil sie keiner mehr will.

    Virtuelle Welten. Hmm, das sollte man nicht überschätzen. Es werden sich natürlich neue Möglichkeiten ergeben, in der Arbeitswelt, Wissenschaft, in der Kunst oder der Unterhaltung…

    Ich glaube eher, das richtige Zugpferd ist Sex (and Crime), Wie beim Kino, da wurde am Anfang auch geschwurbelt von Bildung, Kunst etc, aber dafür gaben die Leute kein Geld aus.

    Aber solange nur die Augen und Ohren bedient werden, und nicht alle Sinne, können sie nicht ein Ersatz für das reell erlebte sein.

    Richtig. Aber eben nur, solange!. Doch das wird ganz bestimmt nicht so bleiben. Und dann? Dann eben doch.

    Naja, das ist nun doch Zukunftsspinnerei

    Das Mensch-Maschine Interface?
    Ganz bestimmt nicht.
    Heute gelingt es schon, Blinden per Elektroden-Implantat grobe Rasterbilder direkt ins Gehirn zu senden. Vor 20 Jahren gelang es im Web auch nur, kleine verpixelte Bildchen zu übertragen. Und heute?
    Ich sehe keinen grundsätzlich unüberwindlichen Hinderungsgrund, wirklich eine komplette Sensation, also eine auf allen Sinneseindrücken beruhende Illusion ins Gehirn zu senden.
    ‚Zukunftsspinnerei‘ -- so wie früher der Traum vom Fliegen…

    …aber wir müssen sie im Geist des Humanismus erziehen und da sollte das “Virtuelle” seine Grenzen haben.

    Ich kann mir im Gegensatz sehr gut vorstellen, dass eines Tages im Namen des Humanismus das Recht auf ein Mensch-Maschine-Interface für alle gefordert wird! Weil der ohne Interface als ein bedauernswerter Krüppel angesehen wird, so ähnlich wie ein kurzsichtiger Mensch, der eine Brille bräuchte, aber leider keine hat.
    Und schliesslich wird ja auch niemandem im Namen des Humanismus vom Lesen abgeraten, obwohl lesen ein Zugang zu virtuellen Welten ist.

  35. Ich weiss nicht, ob jemand von den Diskutierenden schon mal eine virtuelle Welt ausprobiert hat. Sich so einen Avartar aussuchen und damit eine neue Realität erleben. Die geht dann von kulturellen Ereignissen über virtuellen Landhandel bis zum Pixelsex. Verdienen schon etliche ihr Geld damit und noch mehr nehmen daran teil. Eine beliebte Platform is z.B. Second Life. Keine Mobilität und Real Life Begegnungen sind mehr erforderlich, es sei denn das Virtuelle reicht einem nicht. Kann eine schöne neue Zukunft sein, oder vielleicht auch nicht?

  36. Prognosen sind vor allem deswegen ein so schwieriges Geschäft, weil einzelne Entwicklungen miteinander unvorhersehbar wechselwirken können.

    So hat die elektronische Datenverarbeitung genau nicht dazu geführt, daß wir weniger Gedrucktes erzeugen. Ganz im Gegenteil: Durch den Computer konnten in viel kürzerer Zeit viel mehr Inhalte entstehen, der Bedarf, diese auch auszudrucken, stieg immens. Die moderne Telekommunikation hat nicht dazu geführt, daß wir weniger reisen. Im Gegenteil: Die elektronische Kommunikation hat vor allem mehr Gelegenheiten produziert, zu denen man reisen muß.

    Von daher kann auch das von Tritium in #18 beschriebene Holo-Deck das genaue Gegenteil von dem bewirken, was man im ersten Moment annimmt. Es kann einen höheren Mobilitätsbedarf induzieren, weil man durch die virtuelle Realität erst erkennt, was man sich alles eigentlich noch real anschauen müsste.

  37. da haben sie selbstverständlich recht, Herr Heller.

    Wobei ich noch einmal anmerken möchte, dass die virtuelle Realität wohl erst einmal als ‚Ersatz‘ antreten wird, aber höchstwahrscheinlich sehr bald nicht mehr Kopien der Realwelt im Vordergrund stehen werden, sondern völlig neue, eigenständige Welten für die es gar kein Vorbild gibt und die man real gar nicht erreichen kann.
    Nehmen wir Second Life (Ich bin, um Gerhard Stratens Frage zu beantworten, dort auch ‚Bürger‘):
    Dass nicht der lebensechte Avatar das Vorbild ist, sondern ‚idealisierte‘ Schwarzeneggers und Pamela Andersons, mag man noch als billige Eitelkeit betrachten. Ist auch in meinen Augen auch eher das genaue Gegenteil von Phantasie.
    Aber ein nicht geringer Teil der Bürger fühlt sich als ‚Furry‘ am wohlsten, als Pelzwesen, Fuchs, Katze, wie aus einer Aesop-Fabel. Bei den SIMs dominieren die immer gleichen Karibik-Strände, doch es gibt auch welche, die ausgesprochen surreal sind, eher ‚Installationen‘ als Landschaften.

    Diese Emanzipation vom Vorbild beobachten wir ja so häufig, dass sie eine fast zwangsläufige Erscheinung zu sein scheint.

  38. Dies paßt auch ein wenig zum Thema dieses Artikels (oder genauer gesagt, zu dem dem Artikel zugrundeliegenden Thema):
    Heute jährt sich zum 40. Mal der Tag, an dem der letzte Mensch den Mond verlassen hat. In sp!ked findet sich ein (allerdings englischer) Artikel zu diesem Thema, der u. a. darüber nachdenkt, wie sich der Optimismus, der hinter dem Mercury-Gemini-Apollo-Programm stand, seit Anfang der 70er Jahre in eine misanthrope Resignation verwandelt hat.

    We certainly aren’t likely to return to the moon in such cynical and pessimistic times, of Mayan prophecies, omens of economic stagnation and environmental catastrophe, Frankie Boyle misanthropy and books called Is It Just Me Or Is Everything Shit?. In other words, everything the Apollo programme didn’t represent.

    Wir sind gewiß nicht auf dem besten Wege zum Mond zurückzukehren, nicht in so zynischen und pessimistischen Zeiten von Mayaprophezeiungen, Vorzeichen wirtschaftlicher Stagnation und Umweltkatastrophen, der Misanthropie im Stil von Frankie Boyle [eines schottischen Comedian] und von Büchern mit dem Titel „Liegt es bloß an mir oder ist alles Sch***e?“ Also des genauen Gegenteils dessen, wofür das Apolloprogramm stand

    The sentiment that humanity is inherently bad for Mother Gaia is commonly heard today. It was summed up the late Tony Banks, British Labour MP and animal-rights supporter. ‘This House’, he told parliament in 2004, ‘believes that humans represent the most obscene, perverted, cruel, uncivilised and lethal species ever to inhabit the planet and looks forward to the day when the inevitable asteroid slams into the Earth and wipes them out, thus giving nature the opportunity to start again’.

    Die Ansicht, daß die Menschheit an sich schlecht für Mutter Gaia sei, ist heute weitverbreitet. Tony Banks, weiland Parlamentarier der Arbeiterpartei und Tierschützer, faßte sie 2004 so zusammen: „Dieses [Unter-]Haus glaubt daran, daß die Menschen die öbszönste, pervertierteste, grausamste, unzivilisierteste [!] und tödlichste Tierart ist, die je den Planeten bewohnt hat, und sieht mit Freude dem Tag entgegen, an dem der unvermeidliche Asteroid auf die Erde stürzt und sie [die Menschen] auslöscht und so der Natur die Gelegenheit zu einem neuen Anfang gibt.

    „Unzivilisiert“ finde ich witzig: nur Menschen haben Zivilisation, das ist ein rein menschlicher Begriff, also wie können sie unzivilisierter sein als der Rest der Fauna? Aber wo der Blödsinn blüht, sucht man vergeblich nach Logik.

    Der Autor des Artikels schließt trotz dieser trüben Aussichten optimistisch mit der frommen Hoffnung

    that one day we won’t need to observe the anniversary that falls today, of the last day a man set foot on the moon.

    …, daß wir eines Tages nicht mehr den heutigen Jahrestag feiern müssen, den letzten Tag, an dem ein Mensch auf dem Mond stand.

  39. Heute ist auf Master Resource ein schöner Artikel von Jeffrey Tucker, der gut zu dem Thema hier passt. Er drückt auch viel besser aus, was ich mit meinem Kommentar #10 sagen wollte. Er schliesst mit den Worten:

    The car was the foundation of the second industrial revolution. Encroaching government is robbing it of its rich future. We once dreamed of a flying car. The regulators are putting us in the position of just dreaming about returning to the glory days of the 1970s.
    (Das Auto war das Fundament der zweiten industrielle Revolution. Der Zugriff der Bürokratie beraubt es seiner vielversprechenden Zukunft. Wir träumten einst von einem fliegenden Auto. Die Regulatoren versetzen uns jetzt in die Lage, dass wir von einer Rückkehr zu den glorreichen Tagen der 1970ger träumen müssen.)

  40. #29 heinz

    Ick halt es eher mit Perry Rhodan oder Star-Trek…….

    die waren gestern 😀


    Gespaltene Gesellschaft mit „Superhumans“
    Geheimdienste warnen vor Cyborgs

    Von Roland Peters

    Gliedmaßen, die besser sind als das Original. Augen, die in der Nacht sehen können. Hacker, die solche Verbindungen von Mensch und Maschine ausnutzen. Es sind Szenarien des Jahres 2030, Teil eines offiziellen Berichts der US-Geheimdienste. Eine Entwicklung, die die Gesellschaft spalten könnte, heißt es.

  41. Na hier die aktuelle Pressemitteilung von e-volo …

    Erprobungsprogramm für eine neue Luftfahrtklasse gestartet!

    Mit dem weltweit ersten, rein elektrisch, bemannten und senkrecht gestartetem Flug mit dem VC1 hat das Karlsruher Unternehmen e-volo im letzten Jahr Luftfahrt-Pioniergeschichte geschrieben. Nach der Erteilung der Förderung von 2 Millionen Projektkosten durch das BMWi (Bundeswirtschaftsministerium) Mitte des Jahres baut e-volo zur Zeit mit einem Konsortium aus Forschung und Industrie den VC200, den ersten 2 Personen tragenden Volocopter der Welt.

    Der Volocopter ist ein absolut neuartiges Luftfahrzeug das in keine der bisher bestehenden Luftfahrklassen eingeordnet werden kann.

    Doch um solch ein Fluggerät später vermarkten zu können war nach der technischen Umsetzung, die Schaffung einer behördlichen Basis für die spätere Teilnahme am Luftverkehr die größte Herausforderung, so Alexander Zosel, Geschäftsführer von e-volo.

    Das innovative Konzept des elektrischen Senkrechtstarters hat die für die Luftfahrt obersten zuständige Behörde, das BMVBS (das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) so überzeugt, dass es nun ein 2 bis 3 jähriges Erprobungsprogramm zur Schaffung einer neuen Luftfahrklasse beauftragt hat.

    Die zuständigen Verbänden DULV (Deutscher Ultraleichtflug Verband) und DAeC (Deutscher Aero Club) und das LBA (Luftfahrt Bundesamt) werden nun neben einer neu zu schaffenden Bauvorschrift für die Volocopter, die Betriebsordnung (wo und wie darf geflogen werden) und das Ausbildungswesen für die späteren Piloten in Zusammenarbeit mit dem Projektteam von e-volo ausgearbeiten.

    Im Verlauf des Erprobungsprogramms wird für den Prototyp des VC200 nach umfangreichen Belastungstests der Fahrgastzelle, dem Landegestell und der Rotorebene eine vorläufige Verkehrszulassung erteilt. Das Ziel ist es dies noch bis Mitte 2013 zu erreichen um daraufhin zügig mit den Testflügen für das Erprobungsprogramm beginnen zu können. Die Testflüge werden auf dem Segelflugplatz in Bruchsal stattfinden, dort befindet sich auch das Werk der DG Flugzeugbau, die den mechanischen Aufbau des VC200 in Carbon-Leichtbauweise gerade fertigt.

    Am Ende des Erprobungsprogramms soll eine im Rahmen der somit neu geschaffenen Klasse der ultraleichten Rotorflügler namens Volocopter eine Musterzulassung des VC200 die zukünftig geplante Serienproduktion möglich gemacht werden.

    Die Volocopter von e-volo wird man somit schon bald in Deutschland mit einer Sportpilotenlizenz fliegen dürfen.

  42. Vielleicht geht alles viel schneller als gedacht:

    Unter Leitung von Heinrich Bülthoff, Professor am Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik in Tübingen, wollen die Mycopter-Forscher nun klären, wie sich solche Fluggeräte zu Drohnen für Pendler weiterentwickeln lassen – und wie sich Städte und Behörden darauf einstellen müssen: Welchen Führerschein brauchen Selbstflieger in Zukunft? Wie lässt sich der individuelle Flugverkehr lenken, wie in Städte integrieren? Schon bis 2014 wollen die Forscher alle Fragen beantworten, damit Fliegen mindestens so einfach wird wie Autofahren.

  43. @ #16

    Herr Heller!
    Wieder ein sehr schöner Artikel. Aber „warum ich erstens an eine goldene Zukunft glaube (gerade für Deutschland)“ verstehe ich nicht.

    Sicher steht die Welt vor wunderbaren Zeiten, aber in Deutschland gilt doch: solange sich etwas noch bewegt muss es mehr besteuert und mehr reguliert werden. Das sind keine innovationsförderlichen Rahmenbedingungen. Das ist auch der Grund warum der Anteil am globalen GDP rapide am Sinken ist, zuletzt von 5% im Jahre 2000 auf 3,9% im Jahre 2010.

    Deutschland kann froh sein wenn es beim GDP seinen 5ten Platz vor Russland und Brasilien noch eine Weile halten kann. Ein Deutschland in dem seine Bürger keine Hoffnung auf eine bessere Zukunft haben, verspricht aber keine goldenen Zeiten.

    Deutschland sinkt in den Indexen für Freiheit und Geschäftsfreundlichkeit immer weiter ab. Unter diesen Bedingungen kann man noch eine Weile von Erhards Wirtschaftswunder zehren, aber der Niedergang ist so unvermeidlich. In Deutschland gibt es nun nicht mal mehr die FDP, nachdem sie sich auch der Sozialdemokratie zugewandt und der Freiheit abgewandt hat. Da die Bürger keine weitere linke oder grüne Partei brauchen, ist sie überflüssig geworden.

    Derzeit rangiert Deutschland zum Beispiel im Heritage Ranking auf Platz 18 weit hinter Ländern wie Chile, Mauritius oder Estland. http://www.heritage.org/index/ranking

    Man kann nur hoffen, dass es irgendwann mal wieder eine Bewegung zu mehr persönlicher und wirtschaftlicher Freiheit in Deutschland geben wird. Vielleicht wird es ja die German Libertarian Party.

    Aber solange die GEZ auf Arte und Phoenix und ZDFinfo in ihren angeblichen Dokus weiterhin Fukushima, Fracking, Gentechnik und Kernkraft verteufeln und den menschgemachte Klimakatastrophe zelebrieren, kann es in Deutschland nur abwärts gehen. Ein wichtiger Schritt zu mehr Freiheit und mehr Sachverstand wäre die ersatzlose Abschaffung dieser anti-Propanda durch Abschaffung des GEZ und Schließung der Fernsehsender, die sowieso immer weniger Menschen sehen.

    Wie soll es Hoffnung für ein Land geben, in dem Unternehmer sozial ausgegrenzt werden und als Ausbeuter gemobbed werden? Wer wird unter solchen Bedingungen schon Arbeitsplätze schaffen? Wie soll es eine goldene Zukunft geben, wenn die Leistungsträger auswandern, weil sie woanders bessere Bedingungen vorfinden und sie statt 2/3 Staatsquote zu finanzieren nur 15% Steuern zahlen müssen?

    Der direkte wirtschaftliche Schaden der Energiewende beträgt inzwischen 400 Mrd €, wäre dieses Geld stattdessen in produktive Kanäle geflossen, hätte Deutschland statt minus 400Mrd heute plus 400Mrd. Das sind die direkten Opportunitätskosten, aber dabei bleibt es ja nicht. Die Papierindustrie ist abgewandert, die Stahlindustrie geht ins Ausland, Firmen wie Wackerchemie investieren Mrd woanders, weil ihnen die Politik zu unsicher scheint. So wird der Schaden insgesamt wohl eher bei 1000Mrd bzw bei 100 Mrd pro Jahr sein. Das sind pro Bürger pro Jahr 1000€ für die 100 millionen Bewohner von Deutschland. Und das ist nur die Auswirkung in einem Bereich der Politik.

    Was würde erst passieren, wenn man die 2/3 Staatsquote senken würde und die Staatsangestellten freisetzen würde und in produktive Tätigkeit bringen würde?

    Ich gebe mich aber keinen Illusionen hin, der Staat der soviel Geld einnimmt wie nie zuvor, arbeitet daran weitere Geldquellen zu erschliessen, zB über die Maut oder jetzt über eine Internetsteuer und so die Staatsquote weiter zu erhöhen. Der Staat wächst schneller als die Wirtschaft. Das ist keine Grundlage für goldene Zeiten.

    Goldene Zeiten wird es nur geben, wenn die Deutschen sich auf Freiheit besinnen werden.

  44. #26 Tritium

    Die Arbeit wird sich mit dem weiteren Einzug von Robotern und AI weiter verändern. Vieles wird durch die weitere Automation billiger werden, aber auch viele menschliche Arbeit wird im Preis sinken. So gemütlich wie bisher wird es mit den Veränderungen nicht weitergehen. Die Veränderung wird sich weiter beschleunigen, we are living in disruptive times, this is not your grandfathers or your fathers world any longer.

  45. #44
    Irgendwie ist der youtube Link verloren gegangen. Ich versuche es nochmal. https://www.youtube.com/watch?v=7Pq-S557XQU

  46. #33 Jürgen Hartung,

    Sie sitzen da einem großen Irrtum auf, wenn Sie glauben Innovation wäre eine Folge staatlicher Ausgaben für Grundlagenforschung. Ist das Faxgerät das Resultat von Grundlagenforschung, falls sich da noch jemand dran erinnert? Ist das Mobiltelefon Resultat staatlicher Forschung? Wohl eher konnte sich das Mobiltelefon trotz des Staates durchsetzen. Ist der Plasma oder LCD Bildschirm von IBM und anderen Entwickelt worden oder vom Staat?

    Hat Benz im Auftrag des Staates geforscht? Die Albert Santos Dumont seine Fluggeräte gebaut, weil der Staat vorher die Grundlagenforschung finanziert hat? Lilienthal? Leonardo da Vinci?

    Wir wären als Gesellschaft reicher, wenn wir Max Planck Institut, Frauenhofer und alle anderen staatlichen oder teilstaatlichen Institutionen schliessen würden und den Menschen das Geld lassen würden. Sie würden es sinnvoller und produktiver einsetzen.

    Hat Einstein die Relativität im Auftrag des Staates im Rahmen von Grundlagenforschung entwickelt?

    Der Staat und seine Vertreter können nicht in die Zukunft schauen, also können sie unmöglich die Forschung in die richtige Richtung lenken. Alles Geld was so ausgegeben wird, ist verschwendet und hemmt den natürlichen Fortschritt.

  47. @ Biersack:

    Sie sind aber spät dran mit Ihren Kommentaren. Freut mich aber, daß ältere Artikel immer noch Aufmerksamkeit erregen.

    Was würde erst passieren, wenn man die 2/3 Staatsquote senken würde und die Staatsangestellten freisetzen würde und in produktive Tätigkeit bringen würde?

    Ohje, Vorsicht. Sie wissen doch, mit wem Sie hier reden, oder? 🙂

    Außerdem habe ich Neuigkeiten, die Sie interessieren dürften. Vielleicht treffen wir uns mal wieder. 8. Dezember?

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