Wie Klimamodelle an die Realität angepasst werden Teil I

12. Juli 2014 | Von | Kategorie: Artikel

ModellstrukturAuf der Webseite „Science of DOOM“ bin ich auf einen Artikel von Mauritsen et al. gestoßen über das „Tunen“ der Klimamodelle am Beispiel des „Max Planck Institut Earth System Model“ (MPI-ESM). Das ist der erste Artikel mit einer guten Ausführlichkeit über diesen Prozess den ich bisher gefunden habe. Meine Ergebnisse beim Durcharbeiten will ich im Folgenden mitteilen.

 

Warum müssen Klimamodelle an die Realität angepasst werden?

Wenn man sich eine physikalische Eigenschaft sucht die Klimamodelle simulieren sollen, die in aller Munde ist, dann stößt man schnell auf die mittlere globale Oberflächenlufttemperatur („Mean Surface Air Temperatur“ (mSAT) des Erdsystems. Darüber hinaus interessiert in den Medien wie diese Größe von der Zusammensetzung der Atmosphäre und der Einstrahlung durch die Sonne abhängt, aber auch wie diese Größe auf natürliche Art und Weise variiert. Schaut man genau hin, stellt man fest, dass in den meisten Fällen nur die Änderung der mittleren SAT betrachtet wird. Ich möchte mich deshalb im folgenden einmal auf die absoluten Werte der mittleren Oberflächentemperatur konzentrieren.

HadCrut3v_92

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild 1 aus dem Artikel von Mauritsen et al. zeigt einen Vergleich der beobachteten mSAT aus den HadCRUT3v (schwarz)und den CRUTEM3v (rot) Datensätzen, wobei der letztere nur die mittlere Temperatur über Land zeigt mit Ergebnissen von Klimasimulationen. Hierbei zeigen die blauen Linien drei Realisierungen des Modells vom MPI-ESM-LR, ein Klimamodell Des Max Planck Instituts für Metereologie, während die grauen Linien die Ergebnisse der Simulationen unter-schiedlicher Modelle aus den Modellvergleichsprojekten (CMIP3 und CMIP5) zeigen. Zusätzlich eingezeichnet sind 3 sogenannte RCP-Szenarien (orange, grün und braun) des IPCC aus dem AR5. RCP kürzt „Representative Concentration Pathways“ ab.

Was nun unmittelbar auffällt ist, dass zwischen dem kältesten und dem wärmsten Modell etwa 3 K Unterschied liegen. Die experimentell bestimmten Werte liegen in etwa in der Mitte. An der Dichte der Linien sieht man, dass die meisten Modelle kälter als die Beobachtung sind („cold-bias“).

Relativ zur  beobachteten Erwärmung im 20. Jahrhundert ist diese Spanne etwa um einen Faktor 4 größer und damit in der Größenordnung die das IPCC für eine Verdopplung von CO2 erwartet. Vor allem aber hat das Auswirkungen  für Prozesse die nichtlinear von der Temperatur abhängen. Das sind zum Beispiel  Phasenübergänge, z.B. das Schmelzen von Eis oder die Verdunstung.  Ein solcher „cold-bias“ sorgt also für eine Abweichung zwischen Modell und Realität.

Klimamodelle müssen also an die Realität angepasst werden. Mauritsen et al haben lobenswerterweise eine Lücke geschlossen in dem sie das auch mal ausführlich publiziert haben.

Wie werden Klimamodelle an die Realität angepasst?

Zunächst einmal wird die Strahlungsbilanz am Oberrand der Atmosphäre (TOA) angepasst, indem über die Wirkung der Treibhausgase und die Albedo die netto ausgehende langwellige Strahlung (OLR) sowie die netto reinkommende kurzwellige Strahlung balanciert und an die vorindustriellen Bedingungen angepasst werden. Wie ich Mauritsen et al. entnehme benutzen unterschiedliche Arbeitsgruppen auch unterschiedliche Rezepte.

Mauritsen et al. gehen üblicherweise nach folgendem Protokoll vor. Zunächst einmal werden kurze Kontrolläufe mit den Referenzparametern über einige Monate oder Jahre mit vorgeschriebenen Meeresoberflächentemperaturen (SST) und Meereiskonzentrationen vorgenommen. Anschließend erfolgt der gleiche Run mit geänderten Parametern. Danach folgt eine längere Simulation mit den geänderten Parametern deren Ergebnisse mit den SSTs zwischen 1976 und 2005 verglichen werden. Fällt der Vergleich günstig aus werden die Änderungen implementiert und es folgt ein Modellauf der unter vorindustriellen Bedingungen startet. Die geänderten Ergebnisse werden ausgewertet und verglichen. Häufig werden aber auch in diesem Schritt kleine Parameteränderungen durchgeführt ohne dass die Simulatoren zu den ersten beiden Schritten zurückzukehren.

Die Drift in Klimamodellen und die Flusskorrekturen

In den frühen Tagen der Klimamodelle hat man sogenannte Flusskorrekturen eingeführt, weil die Strahlungsbilanz am Oberrand der Atmosphäre ein sehr großes Ungleichgewicht zeigte, so dass Klimamodelle schnell in der Temperatur weggedriftet sind. Dabei hat man dem Modell entweder künstlich Wärme oder Frischwasser zugeführt oder entzogen. Diese Praxis ist aufgrund der Verbesserung der Modelle laut Mauritsen et al. heutzutage immer weniger akzeptiert. Stattdessen wird die Strahlungsbilanz dadurch geregelt, dass man Parameter anpasst die mit den Wolken zu tun haben oder indem man die Albedo der Ozeanoberfläche ändert.

Ein großes Problem beim Anpassen der Parameter ist es ausserdem, dass ein gekoppeltes Klimamodell 1000 Jahre braucht um mit den tiefen Ozeanen ins Gleichgewicht zu kommen.

Man könnte sich jetzt vorstellen, dass ein Klimamodell das eine Strahlungsbilanz hat die die beobachtete Energieaufnahme der Ozean entspricht und dem man die beobachteten Meeresoberflächentemperaturen sowie alle Strahlungsantriebe vorschreibt,  in guter Übereinstimmung mit den beobachteten globalen Mitteltemperaturen ist. Allerdings gibt es drei Gründe warum das nicht sein muss. Erstens Klimamodelle könnten die Energie nicht exakt erhalten, also ein Energieleck oder eine künstliche Energiequelle haben. Zweitens die Klimasensitivität des Modells in Bezug auf die Strahlungsantriebe entspricht nicht dem realen Klimasystem. Drittens, die lokale Verteilung der Meeresoberflächentemperaturen hat einen Einfluss auf den Zustand der Atmosphäre zum Beispiel über die Wolken.

Kontrollruns_93

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bild 2 zeigt nun die Drift in der Strahlungsbilanz für verschiedene Modelle und Kontrolläufe. Ein Kreis ist der Mittelwert der letzten 50 Jahre. Die Linien zeigen Kontrolläufe über 500 Jahre jeweils als 50 -Jahres Mittelwerte geplottet. Der Zielpunkt für die vorindustrielle Zeit ist eingezeichnet als 13.7°C +/- 0.2 °C. Die blaue und die roten Steigungen mit den Doppelpfeilen zeigen die angenährten Steigungen die Klimamodelle mit einer Klimasensitivität von 2 K bzw. 4.5 K folgen würden. Blau eingezeichnet aber schwer zu sehen ist ein 1000 Jahre Kontrollauf des MPI-ESM-LR das ins Zielgebiet getuned wurde. Wenn ein Modell mit einer positiven Strahlungsbilanz bei den Kontrolläufen isn Gleichgewicht geht hat es ein Energieleck was bei den meisten Modellen der Fall ist wie man im Bild sieht. Ist die Energiebilanz negativ hat das Modell künstliche Energiequellen. Mauritsen et al. beobachten, dass die meisten Modelle eine positive Strahlungsbilanz aufweisen während sie zu kalt sind und spekulieren daraus, das sie angepasst wurden ohne auf Energielecks zu achten.

Zusammenfassung und Fazit

Wir haben gesehen, dass Klimamodelle an die Realität angepasst werden müssen, um energetisch nicht von selbst weg zu driften. Wir können auch festhalten, dass die Anpassung der Klimamodelle kritisch auf die Modellergebnisse bzgl. Klimasensitivität und Wolken wirkt. Das Paper von Mauritsen et al. präsentiert diese Unsicherheiten in lobenswerte Weise, trotzdem bleibt festzuhalten, dass es bisher das einzige dieser Art ist das ich kenne. Da das Anpassen der Modelle in vielen Arbeitsgruppen anscheinend unterschiedlich erfolgt frage ich mich, was ein sogenannter „Multimodelmean“, also ein Mittelwert aus mehreren Läufen verschiedener Klimamodelle für eine Aussagekraft hat.

Quellen:

[1] Tuning the climate of a global model, Mauritsen et al. JOURNAL OF ADVANCES IN MODELING EARTH SYSTEMS, VOL. 4, M00A01. doi:10.1029/2012MS000154, 2012

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18 Kommentare
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  1. Schön, Herr Hess, dass Sie diese Arbeit gefunden haben, die ja Herr Kranm schon am 21. Mai 2014 in EIKE referenziert (http://tinyurl.com/napkv2r, haben Sie nicht gelesen?), und darin so zitiert hat:

    „Dass das ‚tuning‘ von GCMs gang und gaebe ist, dokumentiert der Artikel von Mauritsen et al. (2012), „Tuning the climate of a global model“, der aus dem Hause MPI fuer Meteorologie, Hamburg stammt. Im Abstract dieser Arbeit heisst es bereits:

    „During a development stage global climate models have their properties adjusted or tuned in various ways to best match the known state of the Earth’s climate system. These desired properties are observables, such as the radiation balance at the top of the atmosphere, the global mean temperature, sea ice, clouds and wind fields. The tuning is typically performed by adjusting uncertain, or even non-observable, parameters related to processes not explicitly represented at the model grid resolution. The practice of climate model tuning has seen an increasing level of attention because key model properties, such as climate sensitivity, have been shown to depend on frequently used tuning parameters. Here we provide insights into how climate model tuning is practically done in the case of closing the radiation balance and adjusting the global mean temperature for the Max Planck Institute Earth System Model (MPIESM). We demonstrate that considerable ambiguity exists in the choice of parameters, and present and compare three alternatively tuned, yet plausible configurations of the climate model. The impacts of parameter tuning on climate sensitivity was less than anticipated.“

    Das ist keine Wissenschaft, sondern eine Spielerei, mit dem Ziel, besser spielen zu koennen als andere, so wie Kneipenbesucher den Flipperkoenig am Automaten ausspielen. Es ist eine Spekulation mit numerischen Modellen, die mit Abstand teuerste und duemmste Form der Spekulation“

    Diese Einschätzung von Kramm („Flipperkönig“ der „Kneipenbesucher“) bezüglich der Computerspielereien teile ich vorbehaltlos und ist ganz leicht nachzuvollziehen.

  2. Hallo Günter,

    ich habe das mit dem „wegdriften“ nicht ganz kappiert. Also von sich heraus, zeigt das Modell eine Entwicklung, die nur durch zusätzliche Parameter, Wolken und Wasser beispielsweise, korrigiert wird?

  3. Schöner Artikel. Da alle Modelllierer diese Schwächen der Modelle kennen, wundert es mich immer wieder, wie beharrlich an deren Zuverlässigkeit festgehalten wird.

  4. Hallo Herr Krüger,

    Danke. Das wundert mich auch. Vor allem aber ist es wichtig die Klimamodelle zu testen. In einem Artikel von Li et al.
    in dem es es um die Modellierung einer CO2-Verdopplung und ihrer Auswirkung auf den regionalen Wasserkreislauf geht,
    habe ich folgendes Zitat gefunden:

    A heuristic evalua- tion based on various published climatological data showed that, despite difficulties in accurately modeling annual high-altitude precipitation cycles and distribution, CCSM with 355 ppm CO2 concentration generally produces acceptable results with respect to water-cycle-relevant quantities on monthly and annually averaged time scales and on global and regional spatial scales. Therefore, we conclude that CCSM describes water-cycle-relevant pro- cesses well, and is a suitable tool for examining the impact of doubling CO2 on interactions between global and re- gional water cycles.

    Die Autoren sind also überzeugt, dass die Wechselwirkung gut untersucht werden kann. Eine reine Spielerei scheinen die Klimamodelle nicht zu sein.

    Allerdings denke ich sieht man an meinem Artikel oben, dassdie Aussage, dass CO2 hauptsächlich für den Anstieg der Temperatur gegen Ende des 20. Jahrhunderts verantwortlich ist au tönernen Füßen steht, weil die Wolkenbedeckung sowohl unsicher ist als auch zum zum Tunen benutzt wird, was schon Herr Kramm auf EIKE bemerkt hatte, wie in dem Link den Herr Zuber in #1 dankenswerterweise verlinkt hat zu lesen ist.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  5. Hallo Quentin,

    wenn ich das richtig verstanden habe startet man in einem ausgeglichenen Szenario. und läßt über 1000 Jahre einen Kontrolllauf laufen. Dann tritt ja kein weiterer äußerer Zwang auf und die Temperatur sollte sich, um einen stationären Zustand herumbewegen. Das wäre die Simulation der natürlichen Variabilität nur in der Ersatzrealität.
    Real treten aber Trends in der Temperatur auf die nicht sein sollten. Diese Trends nennt man „Drift“.
    Um die zu korrigieren hat man früher Flusskorrekturen benutzt. Das heißt man hat zum Beispiel künstlich Energie zugeführt oder abgeführt. Das ist natürlich Murks. Mauritesen et al. schreiben, dass das immer weniger akzeptiert wird. Also wird es wohl in einigen Modellen noch gemacht, so liest sich das zu mindestens für mich.
    Aber vielleicht kann es der Herr Krüger genauer erklären. Ich versuche mich da zur Zeit einzuarbeiten.
    Wie gesagt, soviel Literatur findet man da leider nicht.
    Für Zitate oder Funde bin ich dankbar.
    Grüße
    Günter

  6. Danke Herr Zuber für den Link.
    So Schwarz -- Weiß wie sie es beschreiben ist es vermutlich nicht, da ja auch an der Uni von Herrn Kramm Klimamodelle benutzt werden.

  7. @Günter Heß #5
    Klimamodelle können aus einen wesentlichen Faktor die Zukunft nie abbilden.

    Und dies ist der Faktor ZEIT.

    Wenn man über das Erdklima sprechen will und es dann auch verstehen will, dann kommt man mit den Klimmodell-Zeiträumen von 30 Jahren in einer Klimazeit, die jetzt schon über 4 Millarden besteht und weiter 4 Mrd. Jahre bestehen wird, nicht weiter.
    Und weiterhin lässt die Zukunft (Zeit) ihre Klima Parameter (Sonnenaktivtiät, Erdachsenneigung, Rotationsgeschwindigkeit, Wolkenbildung, Landmassenverschiebungen usw.) immer veränderbar beibehalten, ansonsten würde wir ja kein Klima=Wandel nicht mehr auf unserer Erde haben.
    Das Klima=Wandel gehört zu unseren Leben auf Erden und ist unser Evolutions-Antriebs-Motor.

    Ohne Klima-Wandel, keine Anpassung, ohne Anpassung keine Evolution und ohne Evolution kein Lebens -(Sinn).

  8. Hallo Herr Krüger #3

    Sie schreiben:

    Da alle Modelllierer diese Schwächen der Modelle kennen, wundert es mich immer wieder, wie beharrlich an deren Zuverlässigkeit festgehalten wird.

    Nach lesen des Artikels bin ich mir nicht sicher, ab alle Modelleirer eine Hhinreichende Kenntnis der Schwächen der Modellierer haben. Ich bin mir auch nicht sicher, ob das Problem mit der Außendarstellung mittels Rollenteilung gelöst wird.

    Die Modellierer selbst kommen in der Öffentlichkeit nicht zu Wort, die Medieregisseure könnten meinen, dass die sich hinsichtlich der Modellunsichehieten allzusehr, verplappern könnten. Die Frontleute des Wissenschaftsbetriebes sind zumeist über 1 -- 3 Stufen von jenen getrennt. So kann jeder ohne angekraztes Gewissen genau den Text aufsagen, der von der Rolle vorgeschrieben ist.

    Zu dem Modelltuning generell:
    Wenn wir davon ausgehen, dass wir wichtige Parameter des Systems nur unzureichend kennen, zudem von gewissen Zufallswerten ausgehen müssen, die Gemäß Chaostheorie zu völlig unterschiedlichem Systemverhalten führt, ist eine Modelltuning auch keineswegs negativ zu bewerten, sondern ein Stück Notwendigkeit.

    Das grundsätzlich Probelm ist mit den Leakages angerissen. hier muss sich Realität vom Modell deutlich unterscheiden.

    Es gibt also zwar einerseits die Idee, dass das Modell die Realität hinreichend abbilden will, um so etwas wie eine Prognose auch zu leisten, andererseits die nüchterne Erkenntnis, dass dies nur in unbekannteer Näherung möglich ist. Das Modell-Tunig könnte im besten Fall zu einer besseren Anpassung des Modells an die Realität führen, aber noch in unbekannter Güte. Mittels einer Taylor-Reihenentwicklung kann man auch ein Polynom mit immer basserer Güte an einen Kurvenverlauf anpassen. dazu ist der Grad des Polynoms mehr oder minder frei wählbar.

    Sind wir aber in rückgekoppelten physikalischen Wirkketten, sagt eine deskriptive Polynomrekonstruktion ebeso wenig zur Prognose wie ein ausgefeiltes Simulationsmodell. Ich vermute aber, dass die Modellierer hier zur Betriebsblindhait neigen. Sie kennen sicher die punktuellen Schwächen der Modelle, aber ob da der Blick fürs große Ganze noch da ist, bezweifele ich. Dies ist im Besonderen so, dass man Mittelwerten immer noch eine sehr hohe Beachtung schenkt.

    PS.: Bei Betrachtung der Parameter fällt auf, dass man den vori 13,7° C Durchschnittstemperatur Mitte 19. Jahrhundert ausgeht und nun bei 14,5° C angekommen zu sein scheint. Wenn aber die oft kommunizierte Durchschnittstemperatur von 15° C ansetzt, ist es noch zu kalt, und das 2-Grad-zeil mit 15,7° C recht niedrig aufallen dürfte.

  9. @Martin Landvoigt #8
    Wie will man ein Modell, dass sich ja an der Realität messen lassen muss, über das Zukünftige Klima erstellen, wenn die Klima-Parameter, die man ja für die Berechnung der Modell, als Berechnungsgrundlage braucht, sich in jeder Sekunde, im hier und jetzt, ändern?
    Somit können doch Modelle über die Klimazukunft immer falsch schein und an der Realiät scheitern. Dies sollte doch jetzt jeden langsam mal einleuchten.

  10. Wie unterschiedlich die Modellergebnisse aussehen können, hatte ich auch schon mal hier dargestellt:

    http://klimakatastrophe.wordpress.com/2008/04/02/zum-strahlungsantrieb-forcing-und-ruckkopplungen-feedbacks-im-system-erde-wenn-klimamodelle-sich-widersprechenden/

  11. Sehr geehrter Herr Hofmann #9

    Wie will man ein Modell, dass sich ja an der Realität messen lassen muss, über das Zukünftige Klima erstellen, wenn die Klima-Parameter, die man ja für die Berechnung der Modell, als Berechnungsgrundlage braucht, sich in jeder Sekunde, im hier und jetzt, ändern?

    Nun, wir dehen nicht davon aus, dass das Modell jede zufällige Fluktuation abbilden muss. Wenn es aber wirksame Trende oder zufällige signifikante Änderungen gibt, dann müssen diese erkannt werden un im Modell berücksichtigung finden.

    Darum gibt es auch Rückkopplungen zwischen Realität und Modell. Die Hoffnung, die in jedem Modell ruht, ist die der korrekten und hinreichenden Abbildung der Realität. In wie weit die Hoffnung aber erfüllt wird, oder gar dramtisch verfehlt wird, kann eigentlich nicht hinreichend geklärt werden. Wenn sich Simulationsergebnisse später auch in der Messung bestätigt werden, kann dies als Bestätigung des Modells gewertet werden.
    Es kann aber auch aus Koinzedenen eine eher zufällige korrelation (Scheinkorrelation) geben.

    Somit können doch Modelle über die Klimazukunft immer falsch schein und an der Realiät scheitern. Dies sollte doch jetzt jeden langsam mal einleuchten.

    Korrekt. Allerdings ist die Simulation die einzige Möglichkeit, überhaupt ‚Prognosen‘ über künftige Entwicklung dynamischer hochkomplexer Systeme zu gewinnen, wennglaich unter massiven Vorbehalten.

  12. @Martin Landvoigt #11
    Ich komme wieder darauf zurück, dass Modelle für die Welt der Menschen von Menschen geschaffen worden sind.
    Und ich sehe auch die Notwendigkeit von Modellen bei bestimmten menschlichen Handlungen ein (zb. beim Bau von menschlichen Objekten). Diese bauten und menschlichen technischen Erschaffungen beruhen jedoch auf berechenbaren und für die Menschlich Zukunft einigermaßen stabilen Parametern/Faktoren (wie zb. Maßeinheiten, Winkelfunktionen usw.).
    Beim Thema Klima schaut dies jedoch ganz anders aus. Hier ist nichts stabil und berechenbar. Dies ist ja auch nicht das Wesen eines realen Klima. Ein Klima lebt so zu sagen von seiner Unberechenbarkeit. Somit ist das Klima außerhalb jedes menschlichen „berechenbaren“ Einfluss.
    Die Berechenbarkeit in der Naturwissenschaft ist die Konstante der Erdrotation. Es ist die Konstante die wir als Umgebungsfaktoren auf unserer Erde wahrnehmen.
    Der Faktor Zeit hat bei unseren menschlichen Tätigkeiten eine andere Bedeutung als beim Thema Klima-Vorhersage.
    Beim Thema Klima will man in die Zukunft vorausgreifen und beim Thema „Bau/Schaffung“ greift man auf die Vergangenheit und das bestehende zurück.
    In beiden Fällen kann man Modell anwenden. Nur ist das eine Modell berechenbar und das andere Modell ist nicht berechenbar.
    Und all dies, was nicht berechenbar ist, ist somit reine Spekulation / Kaffeesatz leserei.

  13. Sehr geehrter Herr Krüger

    In gwewohnt excellenter Qualitäe ihr Link:

    Wie unterschiedlich die Modellergebnisse aussehen können, hatte ich auch schon mal hier dargestellt:

    http://klimakatastrophe.wordpress.com/2008/04/02/zum-strahlungsantrieb-forcing-und-ruckkopplungen-feedbacks-im-system-erde-wenn-klimamodelle-sich-widersprechenden/

    Sowohl in detaillierter Theorie als auch am praktischen Beipiel gut erklärt:

    Fazit: Die Sache mit den Feedbacks in den Klimamodellen haut nach wie vor, vorne und hinten nicht hin. Aus diesem Grund weisen die Projektionen der einzelnen Emissionsszenarien des IPCC auch eine derart große Unsicherheit (Aufspreizung der Graphen) auf.

    Kleine Anmerkung: Die letzte Grafik funktioniert nicht mehr.

    Aber das Fazit sollte jedem -- vom verängstigten Schulkind, über den gemeinen Wähler bis hin zum entscheidenden Politiker -- zur Selbstverständlichkeit geworden sein.

  14. Lieber Herr HoffmannM #7,

    Das ist richtig. Die Modelle können die Zukunft nicht abbilden.
    Sie können höchstens unter Unsicherheit mögliche Entwicklungen aufzeigen.
    Wenn es aber unterschiedliche Modelle gibt, die auch noch unterschiedlich angepasst werden, die auch noch unterschiedliche Ergebnisse liefern dann haben wir ein Auswahlproblem. Vor allem wenn unterschiedliche Modelle diametral entgegengesetzte Ergebnisse liefern wie Herr Krüger eindrucksvoll gezeigt hat in seinem Link in #10.

    Grüße
    Günter Heß

  15. @Günter Heß #14
    Diese Klimamodelle, die das CO2 immer wieder in ihren Mittelpunkt (Dreh- und Angelpunkt) stellen, sind Modelle, die nur eines im Sinn haben….die Gesellschaft zu verändern und das Verhalten einer freien Gesellschaft (Marktwirtchaft) zu diktieren.
    So schnell werden wir ALLE nicht schauen können, haben diese CO2-Klimaerwärmungsmodellierer aus einer Erwärmung erst einen Wandel und wenn das mit der Abkühlung in der Zukunft so weiter geht, eine menschliche CO2-Klimaabkühlung, per Modell, gestrickt.
    Im Gegensatz zur aufklärenden Klimawissenschaft steht bei diesen Klimaerwärmungs-wandel-abkühlungs Prophetenwissenschaftlern nicht die SONNE (Aktivität) im Mittelpunkt der Wissenschaft, sondern das Spurengas CO2 mit seinen Anteil von 0,039% an der Gesamtatmosphäre.
    Sonne und Wasser sind die „Klimabilder“. Die Sonne ist dabei der Hauptantreiber und das Wasser reagiert auf die jeweilige Sonnen-Stärke (Aktivität). Dies geschieht zeitverzögert über einige Jahrzehnte-Jahrhunderte.
    Somit entstehen Eiszeiten und Wachstumsperioden (Warmzeiten). Und dies kann man dann auch das Evolutions-Klima nennen. Unabhängig davon, dass man sich über die Millarden von Erdjahren auf den Landmassen auch durch die Klimazonen der geneigten und rotierenden Erde bewegen kann. Vorausgesetzt man wird so alt. 😉
    Klima ist mehr als ein 30 Jahre-Zyklus. Klima kann man nicht in die Zukunft berechnen. Klima ist ein Einflussfaktor für unsere Evolution auf Erden und somit außerhalb unserer menschlichen Vorstellungs- und Berechnungskraft.

  16. Hallo,
    dies habe ich heute beim DLF gefunden:

    „Wir wählten dann nur die Modelle aus, deren interne Variabilität sich zufällig in der gleichen Phase befand, wie die internen Schwankungen des realen Klimasystems. So geeicht, schätzen die Modelle die Erwärmung der vergangenen 15 Jahre korrekt ein.“

    Die Modelle neigten also mitnichten dazu, den Klimawandel zu überschätzen, folgert James Risbey und nimmt damit Klimaskeptikern, die an der Aussagekraft von Klimamodellen zweifeln, den Wind aus den Segeln. Ähnlich sieht es der an der Studie nicht beteiligte Klimawissenschaftler Robert Kaufmann von der Universität Boston:

    „Ich denke, das ist eine sehr interessante Studie, denn sie liefert eine Erklärung dafür, warum Klimamodelle manchmal die Temperaturen und das Klima anders darstellen, als die historischen Beobachtungen nahelegen.“

    Sowohl Robert Kaufmann also auch James Risbey sind sich allerdings sicher, dass die kurzfristigen Differenzen zwischen Modell und Wirklichkeit keinen Einfluss auf die langfristigen Aussagen von Klimaprojektionen haben. Denn über lange Zeiträume hinweg glichen sich die internen Schwankungen des Klimasystems aus und die externen Faktoren gewännen zunehmend an Bedeutung.

  17. Beim Lesen dieses Freds kommt mir unwillkürlich ins Gedächtnis .
    „und bist nicht willig, dann brauch ich Gewalt“

  18. Gerade gefunden für Interessierte:

    The three models Liu and colleagues generated took two years to complete. They ran simulations of climate influences that spanned from the intensity of sunlight on Earth to global greenhouse gases, ice sheet cover and meltwater changes. Each shows global warming over the last 10,000 years.

    Das heißt, dass die Modelle zeigen, dass die Erwärmung (global warming) schon vor 10.000 Jahren begann.

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