Eine neue Rekonstruktion zum Meeresspiegelanstieg löste eine heftige Debatte in der Forschergemeinde aus. Die Kontroverse wird inzwischen über die Presse und in Internet-Blogs ausgetragen.
Seit Beginn der Industrialisierung ist der Meeresspiegel schneller gestiegen als in den rund zweitausend Jahren davor. Dies sagt eine Studie aus, welche kürzlich im Fachblatt “Proceedings of the National Academy of Sciences” unter dem Titel “Climate related sea-level variations over the past two millennia” erschienen ist.
Zu den Autoren der Studie zählen neben Stefan Rahmstorf (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) und Michael Mann (Pennsylvania State University, Urheber des sogenannten Hokeysticks) auch Benjamin Horton (University of Pennsylvania), Andrew Kemp (Yale University), Jeffrey Donnelly (Woods Hole Oceanographic Institution), Martin Vermeer (Aalto University School of Engineering, Finland). Die Untersuchung wurde unterstützt unter anderem von der US-amerikanischen National Science Foundation.
Die Forscher haben in Bohrkernen aus Salzwiesen an der nordamerikanischen Küste fossile Kalkschalen von Einzellern untersucht. Die Ablagerungen gelten als natürliches Archiv der Pegelstände des Ozeans. Sie zeigen den Wasserstand vergangener Jahrhunderte an, weil die Einzeller jeweils in einer ganz bestimmten Höhe im Gezeitenbereich lebten. Die in North Carolina gewonnenen Daten decken sich laut Aussage der Forscher mit Hafenpegeldaten, soweit diese zurückreichen, und sie wurden außerdem durch eine unabhängige Rekonstruktion aus …