Ein Termin bei der Kanzlerin?
4. Februar 2012 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung
“Die Absender jener zehn Vorschläge, denen die meisten Nutzer ihre Stimme gegeben haben, werden nach dem Ende des Zukunftsdialogs ins Bundeskanzleramt eingeladen, um mit der Bundeskanzlerin über ihre Ideen zu sprechen.”
So heißt es im neuen Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin.
Ich würde auch gerne mal direkt mit der Kanzlerin sprechen. Und ich hänge der Illusion an, man könne die Physikerin Angela Merkel mit einer neuen Idee für eine saubere, sichere, verläßliche und preiswerte Energieversorgung erreichen. Ich habe daher einen kurzen Text geschrieben, um eine aus meiner Sicht sehr vielversprechende Erfindung, den Thorium-Flüssigsalzreaktor, dem Publikum näherzubringen.
Hier ist er:
Thorium als Energiequelle
Vorschlag: Die Bundesregierung soll ein ambitioniertes Programm zur Entwicklung und Realisierung des Thorium-Flüssigsalzreaktors auflegen.
Nein, ich möchte hier nicht den Anstoß für die Fortsetzung einer ideologiebasierten Energiedebatte liefern, die von beiden Seiten voller Fanatismus und Bitterkeit geführt wird. Wollen wir denn nicht alle dasselbe? Eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder? Wenn wir uns doch in diesem Ziel einig sind, ist es dann nicht möglich, Gräben zu überwinden und die klügsten unserer jeweiligen Ideen miteinander zu verbinden, statt Gegensätze zu betonen und sich gegenseitig zu neutralisieren?
Auch und gerade als Befürworter der Kernenergie bin ich zu Einsicht in der …
Wir hatten einen Kohlenkeller. Die Erinnerung an diese Episode meiner frühesten Kindheit ist natürlich nur noch schwach. Aber die regelmäßige Lieferung durch den örtlichen Brennstoffhändler, die es damals noch in fast jedem Stadtteil gab, gehörte zu den kindgerechten Attraktionen, die man wohl nie vergißt. Durch das Fenster wurden die Eierkohlen direkt in den Keller geschüttet, Staub und Lärm inklusive. Mein Vater dann nahm die Aufgabe wahr, ständig kleine Portionen zur Versorgung unserer Heizung nach oben zu tragen. Ich kann mich auch an die große Begeisterung und den Gewinn an Lebensqualität erinnern, die mit der Umstellung auf eine strombetriebene Nachtspeicherheizung verbunden waren. Ja tatsächlich, elektrische Energie galt für einige Jahre als die Lösung aller Probleme, sie beinhaltete – man mag es sich kaum vorstellen – das Versprechen ständig sinkender Kosten bei ständig wachsender Verfügbarkeit. Heute nun heize ich mit Gas, das durch eine Leitung direkt in unser Haus gelangt. Und wieder blicke ich optimistisch in die Zukunft, denn Gas erscheint als zukunftssicher. Das Angebot wird steigen, die Preise werden fallen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Gelbglühend bahnt sich das zähflüssige Roheisen seinen Weg durch die in den Boden der großen Halle eingelassenen Kanäle. Das Sprühen der Funken an der Abstichöffnung, das Leuchten der Schmelze, die auch in mehreren Metern spürbare, fast heimelige Wärme und die Gestalten in den silbernen Anzügen unmittelbar am Hochofen vermitteln eine dem Büroarbeiter fremd gewordene Welt. In der nicht flüchtige und virtuelle Produkte entstehen, sondern der Einsatz von Energie zur Umwandlung von Stoffen reale, fühlbare und dauerhafte Werte hervorbringt. Stahl. Der Werkstoff, der unsere Lebenswelt wie kaum ein zweiter durchdringt und prägt. Der Besuch im Hüttenwerk mag vielen in der Besuchergruppe wie eine Reise in eine fremde Welt vorkommen. Es ist laut und schmutzig, die Dimensionen der Hallen und Maschinen sind für die an die Enge kleiner Zimmer gewöhnten Augen nur schwer zu erfassen. Der Hochofen selbst, die Pfannenwagen, mit denen auf Schienensträngen das Roheisen in das Stahlwerk gelangt, die tiefroten Brammen, die dieses wieder verlassen, um durch kilometerlange Walzstraßen zu Blechen geformt zu werden – all dies macht Begriffe wie Leistung und Kraft erfahrbar. Energie ist nicht das Leuchten der Betriebsanzeigediode am Monitor des Umweltaktivisten. Energie – das ist die Fähigkeit, große Mengen an Materie umzuwandeln. Energie sind nicht 22 …
von Heinz Horeis (mit freundlicher Genehmigung von NovoArgumente)
Ich habe die Rede zwar nicht live anschauen können, aber in dem veröffentlichten Text finde ich mich an vielen Stellen wieder. Natürlich ist Science Skeptical politisch unabhängig. An einigen Stellen haben wir aber schon über eine mögliche Rückkehr der Vernunft in die deutsche Politik diskutiert. Viele Leser identifizierten dabei die FDP als eine der wenigen verbliebenen Chancen, eine Stimme gegen die schleichend realisierte Ökodiktatur in diesem Land in den Parlamenten und Regierungen zu verankern. Daher möchte ich mit einigen Zitaten
Wasser kann man nicht verbrauchen. Man kann es nur verwenden. Trinkwasser, Waschwasser, Wasser zur Bewässerung von Feldern und Wasser für die industrielle Produktion entstammen einem Kreislauf, dem sie entnommen und anschließend wieder zugeführt werden. Eigentlich ist die Nutzung von Wasser durch die Menschen nur ein Teil, eine Erweiterung dieses Kreislaufes.
Ich bekomme immer sehr viele Einladungen zu Kongressen und Konferenzen aller Art. Die meisten sind seit einigen Jahren Hochämter des Pessimismus – eigentümlich viele ältere Herren (und auch ein paar Damen) schwingen sich zu Mahnern und Warnern auf und vermitteln dem Publikum düstere, von Angst und Gefahren geprägte Blicke auf die Zukunft. Man bestätigt sich gegenseitig in klimatisierten und oft geradezu luxuriösen Tagungszentren bei mehr oder weniger leckeren Häppchen oder manchmal auch opulenten Buffets, wie schlimm doch die Aussichten seien und wie wichtig, nun aufzustehen und die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Wer nicht der Klimakatastrophe huldigt, wer nicht atomare Schreckgespenster malt, wer nicht Nachhaltigkeitssprech pflegt und nicht scheinheilig genug für eine Distanzierung von Konsumwünschen ist, der wird erstens kaum als Redner in Betracht gezogen und zweitens bei den Gesprächen in den Pausen und den Rahmenveranstaltungen als Exot betrachtet, als rückständig.


