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Ein Termin bei der Kanzlerin?

4. Februar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Wirtschaftsförderung

“Die Absender jener zehn Vorschläge, denen die meisten Nutzer ihre Stimme gegeben haben, werden nach dem Ende des Zukunftsdialogs ins Bundeskanzleramt eingeladen, um mit der Bundeskanzlerin über ihre Ideen zu sprechen.”

So heißt es im neuen Zukunftsdialog der Bundeskanzlerin.

Ich würde auch gerne mal direkt mit der Kanzlerin sprechen. Und ich hänge der Illusion an, man könne die Physikerin Angela Merkel mit einer neuen Idee für eine saubere, sichere, verläßliche und preiswerte Energieversorgung erreichen. Ich habe daher einen kurzen Text geschrieben, um eine aus meiner Sicht sehr vielversprechende Erfindung, den Thorium-Flüssigsalzreaktor, dem Publikum näherzubringen.

Hier ist er:

Thorium als Energiequelle

Vorschlag: Die Bundesregierung soll ein ambitioniertes Programm zur Entwicklung und Realisierung des Thorium-Flüssigsalzreaktors auflegen.

Nein, ich möchte hier nicht den Anstoß für die Fortsetzung einer ideologiebasierten Energiedebatte liefern, die von beiden Seiten voller Fanatismus und Bitterkeit geführt wird. Wollen wir denn nicht alle dasselbe? Eine bessere Zukunft für uns und unsere Kinder? Wenn wir uns doch in diesem Ziel einig sind, ist es dann nicht möglich, Gräben zu überwinden und die klügsten unserer jeweiligen Ideen miteinander zu verbinden, statt Gegensätze zu betonen und sich gegenseitig zu neutralisieren?

Auch und gerade als Befürworter der Kernenergie bin ich zu Einsicht in der …



Deutschlands Energiediät – Teil 2: Gegen alle Trends

30. Januar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Wir hatten einen Kohlenkeller. Die Erinnerung an diese Episode meiner frühesten Kindheit ist natürlich nur noch schwach. Aber die regelmäßige Lieferung durch den örtlichen Brennstoffhändler, die es damals noch in fast jedem Stadtteil gab, gehörte zu den kindgerechten Attraktionen, die man wohl nie vergißt. Durch das Fenster wurden die Eierkohlen direkt in den Keller geschüttet, Staub und Lärm inklusive. Mein Vater dann nahm die Aufgabe wahr, ständig kleine Portionen zur Versorgung unserer Heizung nach oben zu tragen. Ich kann mich auch an die große Begeisterung und den Gewinn an Lebensqualität erinnern, die mit der Umstellung auf eine strombetriebene Nachtspeicherheizung verbunden waren. Ja tatsächlich, elektrische Energie galt für einige Jahre als die Lösung aller Probleme, sie beinhaltete – man mag es sich kaum vorstellen – das Versprechen ständig sinkender Kosten bei ständig wachsender Verfügbarkeit. Heute nun heize ich mit Gas, das durch eine Leitung direkt in unser Haus gelangt. Und wieder blicke ich optimistisch in die Zukunft, denn Gas erscheint als zukunftssicher. Das Angebot wird steigen, die Preise werden fallen. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Abbildung 1 vermittelt einen Teil dieser Geschichte. Sie zeigt die Struktur des Primärenergieträgeraufkommens für Deutschland von 1950 bis 2010. In den Aufbaujahren der Nachkriegszeit dominierten Stein- und …



Deutschlands Energiediät – Teil 1: Verzicht statt Fortschritt

25. Januar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kohle, Politik, Wirtschaftsförderung

Gelbglühend bahnt sich das zähflüssige Roheisen seinen Weg durch die in den Boden der großen Halle eingelassenen Kanäle. Das Sprühen der Funken an der Abstichöffnung, das Leuchten der Schmelze, die auch in mehreren Metern spürbare, fast heimelige Wärme und die Gestalten in den silbernen Anzügen unmittelbar am Hochofen vermitteln eine dem Büroarbeiter fremd gewordene Welt. In der nicht flüchtige und virtuelle Produkte entstehen, sondern der Einsatz von Energie zur Umwandlung von Stoffen reale, fühlbare und dauerhafte Werte hervorbringt. Stahl. Der Werkstoff, der unsere Lebenswelt wie kaum ein zweiter durchdringt und prägt. Der Besuch im Hüttenwerk mag vielen in der Besuchergruppe wie eine Reise in eine fremde Welt vorkommen. Es ist laut und schmutzig, die Dimensionen der Hallen und Maschinen sind für die an die Enge kleiner Zimmer gewöhnten Augen nur schwer zu erfassen. Der Hochofen selbst, die Pfannenwagen, mit denen auf Schienensträngen das Roheisen in das Stahlwerk gelangt, die tiefroten Brammen, die dieses wieder verlassen, um durch kilometerlange Walzstraßen zu Blechen geformt zu werden – all dies macht Begriffe wie Leistung und Kraft erfahrbar. Energie ist nicht das Leuchten der Betriebsanzeigediode am Monitor des Umweltaktivisten. Energie – das ist die Fähigkeit, große Mengen an Materie umzuwandeln. Energie sind nicht 22 …



Die deutsche Energieratlosigkeit

11. Januar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Politik

von Heinz Horeis (mit freundlicher Genehmigung von NovoArgumente)

Verglichen mit dem, was Erdbeben und Tsunami am 11. März im Nordosten Japans angerichtet haben, erscheinen die materiellen Auswirkungen der havarierten Nuklearanlage in Fukushima recht klein. In Deutschland war der psychologische Fallout allerdings enorm und hat dem Land die Energiewende beschert: die Schnellabschaltung von acht tadellos funktionierenden Kernkraftwerken, der endgültige Ausstieg aus der Kernenergie bis 2022 und die Hinwendung zu einer Energieversorgung, die unsere Industriegesellschaft mit Windrädern, Solarzellen und Biogasanlagen antreiben soll. Naturenergie, wie es die Ökoindustrie seit kurzem nennt. Das Natürliche an diesen ineffizienten Energiequellen ist, dass sie launisch und unzuverlässig sind, periodisch auftreten und von Wetter und Klima abhängen.

Es gibt eine schöne Geschichte in den Abenteuern von Tim und Struppi des belgischen Zeichners Hergé. Beide sind zusammen mit Kapitän Haddock Gefangene auf einem Schiff, das explosives Material geladen hat. Auf hoher See bricht ein Feuer aus. Kapitän, Offiziere und Mannschaft springen voller Panik in die Rettungsboote und rudern mit aller Kraft weg von dem gefährlichen Schiff. In sicherer Entfernung warten sie auf die große Explosion. Doch nichts passiert. Eine große Welle hat das Feuer gelöscht. Die beiden Helden, Haddock und Tim, bringen das Schiff wieder in Fahrt und dampfen …



Rösler zeigt Kante

6. Januar 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Innovationspolitik, Kohle, Politik, Wirtschaftsförderung

Ich habe die Rede zwar nicht live anschauen können, aber in dem veröffentlichten Text finde ich mich an vielen Stellen wieder. Natürlich ist Science Skeptical politisch unabhängig. An einigen Stellen haben wir aber schon über eine mögliche Rückkehr der Vernunft in die deutsche Politik diskutiert. Viele Leser identifizierten dabei die FDP als eine der wenigen verbliebenen Chancen, eine Stimme gegen die schleichend realisierte Ökodiktatur in diesem Land  in den Parlamenten und Regierungen zu verankern. Daher möchte ich mit einigen Zitaten Philipp Röslers Rede zum Dreikönigstreffen hier zur Diskussion stellen.

Es geht um die Frage, ob Wachstum auch zukünftig noch den Wohlstand breiter Bevölkerungsschichten und Zukunftschancen für unsere Kinder ermöglichen wird.

Genau. Es geht exakt darum.

In dieser Auseinandersetzung gibt es die Fortschrittsverweigerer, die Pessimisten und Gutmenschen. Die, die reflexartig den warnenden und belehrenden Zeigefinger erheben, wenn man von der Notwendigkeit des Wachstums spricht, von Zukunftschancen und den Möglichkeiten der Globalisierung. Gefahren über Gefahren, die angeblich überall lauern.

Endlich wurden die Gegner klar benannt.

Wir Liberale bekennen uns zu Fortschrittsoptimismus und Zukunftschancen. Zu Weltoffenheit und Freiheit durch Verantwortung.

Es wurde Zeit, diesen Gemeinplatz wieder einmal deutlich herauszustellen.

Das ist nicht neu: Sie alle kennen das Buch des Club of Rome “Die



Das IPCC und Arnell (2004): Der Klimawandel als konstruierte Katastrophe

2. Januar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Wasser kann man nicht verbrauchen. Man kann es nur verwenden. Trinkwasser, Waschwasser, Wasser zur Bewässerung von Feldern und Wasser für die industrielle Produktion entstammen einem Kreislauf, dem sie entnommen und anschließend wieder zugeführt werden. Eigentlich ist die Nutzung von Wasser durch die Menschen nur ein Teil, eine Erweiterung dieses Kreislaufes.

Wieviel Wasser in einer bestimmten Region zur Nutzung zur Verfügung steht, hängt zunächst von der Menge ab, die durch Niederschläge oder Flüsse in das Gebiet gelangt und es auch wieder (durch Verdunstung oder Abfluß) verläßt, dem sogenannten Volumenstrom (engl.: runoff). Aber es gibt noch weitere wichtige Faktoren, unter anderem:

  • Wieviele Menschen leben in der betroffenen Region?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf des Volumenstroms (gleichmäßig oder stark differenziert zwischen den Jahreszeiten)?
  • Welche natürlichen Speicher (Puffer) sind vorhanden (Seen, grundwasserführende Schichten) und welche Möglichkeiten der Nutzung bieten diese?
  • Welche technischen Einrichtungen zur Wasserversorgung bestehen (Stauseen, Zisternen, Leitungen, Klärwerke, usw…)?
  • Welcher Bedarf an Wasser besteht für welche Nutzungsart?

Man darf auch nicht außer Acht lassen, inwieweit die Bewohner einer bestimmten Region den natürlichen Wasserkreislauf aus anderen Quellen ergänzen können. Ein hoher Lebensstandard ermöglicht Importe (insbesondere von Trinkwasser) ebenso, wie beispielsweise den Aufbau von Systemen zur Meerwasserentsalzung.

Man kann die Zukunft nicht vorhersehen. …



Ein X-Prize für X-Mas

16. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Ich bekomme immer sehr viele Einladungen zu Kongressen und Konferenzen aller Art. Die meisten sind seit einigen Jahren Hochämter des Pessimismus – eigentümlich viele ältere Herren (und auch ein paar Damen) schwingen sich zu Mahnern und Warnern auf und vermitteln dem Publikum düstere, von Angst und Gefahren geprägte Blicke auf die Zukunft. Man bestätigt sich gegenseitig in klimatisierten und oft geradezu luxuriösen Tagungszentren bei mehr oder weniger leckeren Häppchen oder manchmal auch opulenten Buffets, wie schlimm doch die Aussichten seien und wie wichtig, nun aufzustehen und die Menschen zur Umkehr aufzufordern. Wer nicht der Klimakatastrophe huldigt, wer nicht atomare Schreckgespenster malt, wer nicht Nachhaltigkeitssprech pflegt und nicht scheinheilig genug für eine Distanzierung von Konsumwünschen ist, der wird erstens kaum als Redner in Betracht gezogen und zweitens bei den Gesprächen in den Pausen und den Rahmenveranstaltungen als Exot betrachtet, als rückständig.

Da war es für mich ein besonderer Moment, als jüngst mal wieder eine solche Einladung in meinem Postfach landete, die ich resignierend öffnete um dann doch dieses zu lesen:

„Das Schwerpunkt-Thema nimmt die Überzeugung auf, dass große Visionen jahrzehntelang für Dynamik und Innovation in der Wirtschaft gesorgt haben; von der Mondlandung bis zum “Europa ohne Grenzen”. Doch offenbar sind uns die