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Aufruf an die Leser: Empfehlen Sie unsere wichtigsten Texte!

17. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Blog, Internes

ScSKPodiumIm Oktober 2009 ging Science Skeptical online. In den letzten fünf Jahren haben wir nahezu 900 Beiträge hier veröffentlicht. Darunter viele kurze Denkanstöße und Hinweise, aber eben auch hunderte von längeren Analysen. Stetig steigende Nutzerzahlen bestätigen unser Konzept. Gerade in den letzten Wochen und Monaten sind viele neue Leser zu uns gestoßen. Das spiegelt sich auch im Kommentarbereich wieder.

Nun ist das Internet ein schnelles, tagesaktuelles Medium. Auf unserer Startseite finden sich gerade mal die jüngsten 25 Artikel und Blogbeiträge. Manchmal rutschen wichtige Texte schon nach wenigen Wochen ins Archiv und geraten damit leider aus dem Blickfeld. Gerade für die neuen Leser ist es daher mitunter schwierig, einen Einstieg zu finden und sich ein umfassendes Bild von diesem Blog zu machen. Manche Gedanken werden ja über mehrere Beiträge kommuniziert und häufig erweitern neue Artikel eine Argumentation, die durch ältere Texte schon vorbereitet wurde.

Ich ertappe mich jedenfalls oft bei dem Gedanken: Hey, das Thema haben wir doch bereits erschöpfend behandelt. Aber sich im Archiv auf gut Glück etwas herauszusuchen, ohne genau zu wissen, wonach man denn eigentlich sucht, suchen sollte, suchen kann, ist schwierig und aufwendig.

Ich würde daher gerne eine Art “Einstiegsseite” für neue Leser gestalten, auf der



Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres 2014

16. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Internes

Blog-TeufelchenDie Wahl zum Wissenschaftsblog des Jahres ist eröffnet. Sie können hier für uns abstimmen.

Reiner Korbmann hat eine Idee. Die heftigen Auseinandersetzungen des vergangenen Jahres rund um seine Initiative “Wissenschaftsblog des Jahres” will er heuer vermeiden. Diskussionen, die sich allein an der Tatsache entzündeten, daß Science Skeptical überhaupt zu den Nominierten gehörte. Aufgrund eines obskuren Rankings, dessen Algorithmus keiner kennt. Obwohl wir noch nicht einmal auf dem Treppchen landeten, lehnte der Sieger die Auszeichnung (mit der keinerlei “Preis” im herkömmlichen Sinne verbunden ist) ab. Korbmann fand das alles wenig erfreulich. Dabei hat die Debatte Aufmerksamkeit (die Währung im Web) auf seinen kleinen Blog gelenkt, wie kein anderes seiner Themen. Und sie verdeutlichte den unvoreingenommenen Lesern, wie Fundamentalisten und Ideologen wirklich denken. Ein Blog kann nach deren Auffassung kein Wissenschaftsblog sein, wenn er nicht dem politischen Mainstream folgt. Die Klima- und Energiewendeskeptiker seien daher auszuschließen und zu ignorieren.

Sich dieser Haltung öffentlich zu unterwerfen, behagt Reiner Korbmann aber scheinbar auch nicht. Durch einen Trick möchte er es allen Seiten recht machen. Zunächst hat er einen undurchschaubaren Wortnebel über die Frage gelegt, was denn nun ein “Wissenschaftsblog” sei. Wenn ich das richtig verstanden habe, ist die dafür entscheidende Bedingung, nicht einfach nur



Minimalinvasiver Bergbau

15. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

ego150Als Fracking-Gegner hätte ich ein Gespenst gesehen. Gemeint ist Dr. Harald Kassner, Chemiker und Öffentlichkeitsarbeiter bei ExxonMobil. Denn eben jener trank für das in der ARD am 2. September 2014 ausgestrahlte Politmagazin “Panorama” ein Glas Frackflüssigkeit. Und sollte daher doch eigentlich verstorben oder zumindest schwer erkrankt sein. Würde man in den Kreisen der Antifracking-Aktivisten jedenfalls erwarten. Tatsächlich aber erfreut er sich bester Gesundheit. Was neben mir auch alle anderen Teilnehmer der VDI-Fachkonferenz “Hydraulic Fracturing in Erdöl- und Erdgaslagerstätten” bestätigen können.

Mehr als 80 Experten aus der Wissenschaft und der Erdöl- und Erdgasindustrie trafen sich zu dieser Tagung am 10. und 11. Dezember in Hannover. Eine Rekordzahl für die Reihe der VDI-Fachkonferenzen, wie Konferenzleiter Prof. Dr.-Ing. Mohammed Amro zu Beginn stolz vermelden konnte. Die Vorträge wiesen allesamt rhetorisch und inhaltlich ein hohes Niveau auf. Diskutiert wurde angeregt und ausführlich. Auch ich, der ich erstens dachte, ziemlich gut informiert zu sein und zweitens trotzdem in diesem Umfeld als interessierter Laie zu gelten hatte, konnte folgen und eine Menge Neues erfahren. Genug Stoff für mehrere Artikel liegt jedenfalls vor. In diesem Text aber möchte ich mich auf einen Aspekt konzentrieren, der alle Präsentationen wie ein roter Faden miteinander verband: die aktuelle



Umfrage zur Energiewende für den Bundestag

6. Dezember 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

ego150In den Sozialwissenschaften ist die Vorstellung populär, Innovationen wären eine Folge kultureller und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen. Aus diesem Ansatz folgt unmittelbar die Idee, politisches Handeln könne den Weg des technischen Fortschrittes definieren. Es wäre demnach mittels gesetzlicher Regelungen möglich, Entwicklungen in bestimmten Bereichen gezielt zu verhindern und in anderen Bereichen gezielt zu erzeugen. Eine Entscheidungsgrundlage liefert die sogenannte Technikfolgenabschätzung, die als geeignet angesehen wird, Risiken und Gefahren denkbarer Technologien im Vorfeld ebenso einschätzen zu können, wie deren potentiellen Nutzen.

Und da es unserem Gesetzgeber, also dem Bundestag, für diese Art der Zukunftsforschung an Kompetenz mangelt, gibt es seit 20 Jahren ein durch die öffentliche Hand finanziertes Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS) am Karlsruher Institut für Technologie. Durch das ein Büro für Technikfolgen-Abschätzung beim Deutschen Bundestag (TAB) betrieben wird. Letzteres wiederum versorgt die Parlamentarier mit Studien und Untersuchungen zu aktuellen Themen, oft auf Anfrage, häufig aber auch aus eigenem Antrieb.

Daneben existieren noch viele weitere Beratungseinrichtungen, die in der Technikfolgenabschätzung tätig sind und sich fast ausschließlich durch öffentliche Aufträge ernähren. Eines davon ist das Berliner IZT. Und von diesem habe ich eine Mail erhalten:

Sehr geehrte Damen und Herrn, sehr geehrte energiepolitisch Interessierte,

bitte verbreiten Sie diesen Hinweis in Ihren



Bojanowski und die Klimafanatiker

22. November 2014 | Von | Kategorie: Artensterben, Artikel, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Ökologistische Mythen

ego150Da mediale Aufmerksamkeitszyklen wesentlich hochfrequenter verlaufen als etwa der wissenschaftliche Erkenntnisfortschritt oder gar klimatische Veränderungen unserer Umwelt, sind besondere Maßnahmen erforderlich, um ein Thema dauerhaft in den Schlagzeilen zu verankern. Spätestens seit 2001 verfolgt das IPCC eine entsprechende Taktik. Jeder Bericht wird in drei Teilen angeboten, die mit mehrmonatigem Abstand unter entsprechendem Tamtam der Öffentlichkeit einzeln präsentiert werden. Zu jedem der Teile gibt es zudem eine Zusammenfassung (Summary), die schon Wochen vorher durch gezielte PR-Aktivitäten Debatten schürt und Erwartungen weckt. Und wenn sich dann die Journalisten wieder anderen Themen zuwenden, erfolgt mit mehr als einem Jahr Verzögerung die Veröffentlichung einer Synthese aus allen drei Teilwerken, die natürlich auch noch von einer eigenen Summary begleitet wird.

Spiegel-Redakteur Axel Bojanowski ist schließlich aufgefallen, wie willig man als Journalist diesen hingeworfenen Stöckchen hinterherspringt. Reflexhaft immer wieder aufs Neue, auch wenn es gar nichts Neues zu berichten gibt. Er beginnt seinen vieldiskutierten Artikel jedenfalls mit den Worten (Hervorhebung durch mich):

Unter weltweitem Mediengetöse hat der Klimarat IPCC in den letzten 13 Monaten drei umfassende Berichte herausgebracht, die den Stand des Wissens darlegen. Jetzt das Finale. In Kopenhagen hat die Uno den IPCC-Synthesereport veröffentlicht, er soll das Wichtigste aus den drei Klimaberichten sammeln, neue Kenntnisse



Energiewende: Ziel ohne Plan?

16. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

Ein Gastbeitrag von Dr. Martin Leonhard und Ulrich Dreizler

Energiewende: Ziel ohne Plan?

Energiegipfel 2014 des Wirtschaftsrates Baden-Württemberg setzt energiewirtschaftliche Impulse

Noch nie war die Lage so ernst: Die deutsche Energiewirtschaft erlebt die schwerste Krise seit ihrem Bestehen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wirkt wie ein Brandbeschleuniger für die De-Industrialisierung Deutschlands: Fast ein Viertel der Unternehmen prüft die mögliche Verlagerung ihrer Betriebsstätten ins Ausland. In den USA sinken die Energiepreise, hierzulande wird die Belastung der Industrie ständig erhöht. Ohne konsequentes Gegensteuern droht der Ausverkauf.

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Dr. Martin Leonhard mit den Diskutanten (Foto: Robert King)

Der Wirtschaftsrat konnte mit Jochen Homann, dem Präsidenten der Bundesnetzagentur in Bonn, und Privatdozent Dr. Dietmar Lindenberger, Direktor für Anwendungsforschung des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln, hochkarätige Referenten zu Impulsvorträgen gewinnen. Lokaler Impulsgeber war die Sektion Rottweil-Tuttlingen, die mit ihrer Initiative deutlich auf absehbare, gravierende Defizite im Bereich der Energieversorgung hinweisen möchte.

Süddeutschland droht Notstandsgebiet zu werden – Kapazitätsmarkt für Kraftwerke

In Sachen Strom werde Süddeutschland -so Homann wörtlich- zum Notstandsgebiet, sofern bis 2022 nicht ausreichend zusätzliche Stromtrassen geplant und gebaut würden. Bis zum Tag der Veranstaltung läge bei der Bundesnetzagentur noch kein einziger Antrag vor. Deutlicher als Jochen Homann kann man es kaum ausdrücken. Spätestens 2022



Fracking? – Eine etablierte Standardtechnologie!

12. November 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

Fossil1Interview mit Prof. Dr.-Ing. Mohammed M. Amro, Professur für Geoströmungs-, Förder- und Speichertechnik und Direktor des Instituts für Bohrtechnik und Fluidbergbau an der TU Bergakademie Freiberg

Science Skeptical: Herr Professor Amro, das sogenannte “Hydraulic Fracturing” oder kurz “Fracking” wurde in Deutschland seit den 1960er Jahren schon häufig praktiziert…

Mohd Amro: Fracking wird seit 1948 in den USA und seit 1961 in Deutschland in Öl- und Gaslagerstätten praktiziert und hat sich wissenschaftlich-technisch zu einer Standardtechnologie beim Tiefbohren entwickelt.

Science Skeptical: Und warum findet die Debatte dann erst heute statt?

Mohd Amro: Bisher gab es in Deutschland keinen Umweltunfall bei Frack-Operationen, aber die Bevölkerung ist mit den Jahren immer sensibler in Sachen möglicher Umweltschäden geworden. Das betrifft eine Vielzahl von Bereichen wie z.B. die Nutzung der Kernkraft, der natürlichen Meeresressourcen – selbst die Errichtung neuer Windkraftanlagen oder Stromtrassen verliert an Akzeptanz. Die öffentliche Diskussion hat sich an den Fernsehberichten von tatsächlichen Unfällen in den USA, aber vor allem an den gefälschten Bildern von „brennendem Trinkwasser aus der Leitung“ entzündet.

Science Skeptical: Hat sich diese Technologie in den letzten Jahren in einer Weise entwickelt, die die oft geäußerten Ängste rechtfertigt?

Mohd Amro: Die Ängste sind an den Berichten über die Shale-Gas-Gewinnung in