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Die technischen Grenzen der volatilen Stromerzeugung

1. Februar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Kohle, Photovoltaik, Windkraft

ego150Energie ist nicht gleich Energie. Es genügt nicht, über sie in bedarfsgerechter Menge zu verfügen. Energie hat zusätzlich in einer für den jeweiligen Einsatzzweck geeigneten Form und in einer bestimmten Qualität bereitgestellt zu werden. So wenig, wie der Mensch von unverdaulicher Nahrung leben kann, so wenig hilft dem Hochofen eine Befeuerung mit Stroh. Diesen Umstand berücksichtigen die Befürworter einer Umstellung auf regenerative Energieträger nicht. Potentielle Primärenergiequellen sind beispielsweise hinsichtlich der mit ihnen erreichbaren Prozesstemperaturen zu bewerten. Bei Raumtemperatur wäre eine Wärmemenge von einem Kilojoule völlig nutzlos, bei mehreren hundert Grad dagegen für viele Anwendungen tauglich. Und Strom bedarf einer konstanten, im gesamten Verteilnetz einheitlichen Frequenz von fünfzig Hertz. Sonst funktionieren weder die Regelungs- und Schaltmechanismen der Netzinfrastruktur, noch die meisten der bei den Endverbrauchern eingesetzten Geräte.

Auf vier unterschiedlichen Spannungsebenen verbindet das Stromnetz Erzeuger und Verbraucher. Private Haushalte und kleine Gewerbetriebe sind an das Niederspannungsnetz (230 Volt) angeschlossen. Dieses bezieht seine Energie aus dem Mittelspannungsbereich (1.000 bis 50.000 Volt), in das neben kleineren städtischen Kraftwerken auch große Solarparks und Windkraftwerke einspeisen. Kraftwerke mittlerer Größe bilden das Hochspannungsnetz (110.000 Volt), auf das Eisenbahn und Schwerindustrie zugreifen. Von der obersten Ebene aus, dem Höchstspannungsnetz (220.000 bis 380.000 Volt), dirigieren die leistungsstarken



Auch die Energiewende hat ein Integrationsproblem

25. Januar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Photovoltaik, Politik, Windkraft

Die Energiewende stockt. Von ihrem Ziel einer massiven Reduzierung des Energieverbrauches hat man sich im vergangenen Jahr erneut entfernt. Daran ändert auch der fortschreitende Ausbau von Solar- und Windenergie nichts. Deren Integration in die Stromversorgung verursacht dagegen immer größere Schwierigkeiten und Kosten.  

Nach den Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen ist der Primärenergieverbrauch Deutschlands in 2015 um 1,3% gegenüber dem Vorjahr auf nun 13.335 PJ gestiegen. Das Ziel, diesen bis 2050 um die Hälfte zu reduzieren, rückt in weite Ferne. Etwa 40% der Primärenergie dienen der Produktion von Elektrizität. Die Bruttostromerzeugung hat im vergangenen Jahr mit 647 Milliarden kWh sogar den höchsten Wert seit 1990 erreicht. Auch in diesem Sektor ist man den Sparvorgaben der Bundesregierung nicht näher gekommen.

Dabei wurden für die alternativen Quellen Biomasse, Onshore-Wind und Photovoltaik die für 2020 und 2050 angestrebten Ausbauziele bereits erreicht oder gar übertroffen. Die Gier nach Subventionen erwies sich als größer, als von der Bundesregierung in 2010 vermutet. Einzig die Offshore-Windenergie hinkt hinterher. Nach wie vor aber stellen die konventionellen Energieträger die Basis unserer Stromversorgung dar. Es handelt sich bei diesen um die Technologien, für die in der Energiewende kein weiterer Ausbau (Wasser, Müll), eine deutliche Reduzierung (Steinkohle, Erdgas) oder gar ein Ausstieg



NovoArgumente Online: Ein Schüler liest den Ökos die Leviten

17. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ressourcenverknappung

novo_logoWenn ich die moralinsauren Empfehlungen Revue passieren lasse, die während meiner Schulzeit in den 1970er und 1980er Jahren so auf mich niederregneten, kann ich im Nachhinein nur feststellen: Eure Indoktrinationsversuche, liebe Lehrer, haben nicht funktioniert. Schon damals standen Ressourcenverknappung, Umweltschutz und der böse Kapitalismus ebenso auf der Tagesordnung, wie praktische Regeln für den Alltag. Vor den aufkommenden Computern wurde ebenso gewarnt, wie vor Groschenheftchen (Perry Rhodan, Jerry Cotton und Co.) und vor Drogen aller Art (gleich ob legal oder illegal). Am Ende hat das alles nur neugierig gemacht und den Blick auf die Dinge gerichtet, die man sich zumindest intensiver anschauen, wenn nicht gleich hinterfragen sollte. Genau so, liebe Lehrplangestalter, läuft es heute immer noch ab:

Warum also verbietet meine Kantonschule Stadelhofen das Fliegen, wenn wir auf Klassenreisen gehen? In meinen Augen ist es ein elender Versuch einer Reue induzierenden Verhaltenskontrolle, die uns von der grünen Moralpolizei, die diese Schule beherrscht, serviert wird.

…schreibt der schweizerische Abiturient Andreas Seaman in einem empfehlenswerten Text bei NovoArgumente Online. Und gelangt nach einem Galopp durch die Zukunftsängste der Gegenwart zu folgendem Ergebnis:

Anders als die Grünen denke ich, dass wir die Armen aus ihrem Unglück heben und das Leben aller verbessern sollten, indem



So geht Elektromobilität

12. Januar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Mobilität, Technium

ego150Bei der Suche nach neuen Ideen für innovative Produkte wird man häufig in der Vergangenheit fündig. Vor allem die Technikgeschichte der letzten 200 Jahre bietet viele faszinierende, damals zukunftsweisende Konzepte, die heute in Vergessenheit geraten sind. Die Ursachen des Scheiterns können meist auf einen oder mehrere der folgenden Umstände zurückgeführt werden:

  • Manche Visionen waren in der zu ihrer Zeit zur Verfügung stehenden technischen Umwelt nicht marktfähig umsetzbar. Beispiele sind das Fehlen geeigneter Materialien, geeigneter Steuerungs- und Antriebssysteme oder auch der erforderlichen Produktionstechnologien. Den Bodeneffektfahrzeugen geht es bis heute so, obwohl ich nach wie vor eine Renaissance derselben erwarte.
  • Manchen Erfindern gelang es nie, ausreichend Unterstützung zur Überwindung von Hindernissen aller Art zu generieren. Dies betrifft nicht nur das erforderliche Kapital, sondern auch ideelle und organisatorische Hilfen sowie geeignete Mitstreiter. Ohne die Allgegenwart von Massenmedien, ohne das Internet als Kommunikationskanal waren insbesondere Entwicklungen aus dem Umfeld des Militärs häufig so wenig Menschen bekannt, daß sie leicht augebremst und verhindert werden konnten. Mit dem Tragschrauber (Gyrocopter) und dem Flüssigsalzreaktor seien zwei Produkte genannt, deren Wiederentdeckung erst nach Jahrzehnten durch kleine Unternehmen und Startups erfolgte.
  • Manche Entwickler konzentrierten sich schlicht auf ein völlig falsches Marksegment, in dem andere technische Paradigmen die Bedarfe der


Zur Zukunft der Mobilität

11. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Mobilität, Technium

lichtblicke-686x439Mein neues Stück auf Tichys Einblick:

Wenn Politik auf Innovationen schaut und Gründer unterstützen will, ist häufig nur von Informationstechnologie die Rede. Deutschland aber ist das Land des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Ein Silicon Valley hierzulande erzwingen zu wollen, scheint daher weniger erfolgsversprechend, als die Potentiale zu fördern, die wir schon haben. Sollte das Mutterland des fahrenden nicht auch anstreben, das des fliegenden Automobils zu werden?

Wie das gehen soll? Bitte hier weiterlesen…



Diskussionen mit Kernenergiegegnern? Reden ist Silber!

6. Januar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Kernenergie, Ökologismus

ego150Vor einigen Jahren hatte man mich zu einem Vortrag vor Managern aus der Telekommunikationsindustrie eingeladen. Es ging um Innovationen, wie sie entstehen und wie man sie befördern kann. In der anschließenden Diskussion allerdings kam ein anderes Thema zur Sprache: Der teils heftige Widerstand in der Bevölkerung gegen die Errichtung neuer Mobilfunkmasten, der auf irrationalen weil wissenschaftlich nicht begründbaren Ängsten vor elektromagnetischer Strahlung beruhte. Ich wurde um eine Empfehlung gebeten. Mit welcher Kommunikationsstrategie man denn dieser Opposition begegnen könne?

Mit keiner, lautete meine Antwort. Sie werden diese Menschen nicht erreichen, ganz gleich, was Sie anstellen, führte ich aus. Deswegen unternehmen Sie am besten nichts. Haben Sie einfach einen langen Atem und sitzen Sie es aus.

Die Historikerin und Politologin Anna Veronika Wendland wäre da sicher anderer Meinung. Jedenfalls hat sie zu dieser Frage ein bedenkenswertes Essay im Blog der Nuklearia veröffentlicht, das ich uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen kann. Ihr geht es natürlich nicht um „Handystrahlung“, sondern um die Kernenergie. Deren Scheitern in Deutschland sie vor allem auf eine gescheiterte Kommunikation zurückführt. Eine „Diskurshegemonie“ hätten die Kernkraftgegner hierzulande errungen. Was auch an einem entsprechenden Versagen der kerntechnischen Industrie läge, die sich nicht ausreichend oder in einer unzureichenden Weise bemüht hätte,



Realpolitik statt Utopie: Das Pariser Klimaabkommen

21. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik

ego150Auch als Skeptiker hätte ich das neue Abkommen zur Klimapolitik nicht besser gestalten können. Der Jubel aus dem Pariser Veranstaltungszentrum ist nur als Ausdruck die Erleichterung verständlich, nun wieder nach Hause fahren und ausschlafen zu dürfen. Die teils euphorischen Schlagzeilen und Kommentare in den berichtenden Medien spiegeln vor allem den Versuch wieder, Deutungshoheit zu gewinnen. Der Inhalt der Vereinbarung rechtfertigt die Freude der Klimaschützer jedenfalls nicht.

Fünf Elemente finden sich in der Übereinkunft, die keine Fortschritte im Sinne der herrschenden Vorsorge-Doktrin darstellen. Es handelt sich dabei um die Anregung zur Verschärfung der Zielmarke, um den Verzicht auf ein globales Reduktionsziel, um die Herabstufung der Priorität der Klimafrage gegenüber anderen Politikfeldern, um das Fehlen des Begriffes „Dekarbonisierung“ und um die Verankerung von Anpassung als gleichrangig mit der Vermeidung.

Wer sich an die neue Ziffer 1,5 statt zwei Grad mit Begeisterung klammert, wird am Ende nur schneller enttäuscht. Denn je ehrgeiziger man die Hürden für das Maß der noch tolerierbaren Erderwärmung definiert, desto eher werden sie gerissen. Zu beachten ist die Definition der Überprüfung dieser Ziele, die sich nicht an realen Messungen orientiert, sondern an Hochrechnungen auf der Basis von Klimamodellen. Die Zeit, die bei der gegenwärtigen Entwicklung der Emissionen noch bleibt,