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Gegen alle Vorbehalte: Das fliegende Auto kommt!

19. April 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Mobilität, Technium

Kaum eine Vision stößt auf so viel Ablehnung, wie die des fliegenden Autos. Natürlich gibt es die Diskussionen über die Kernenergie oder auch über die Gentechnik. Nur speist sich in diesen Fällen der Widerspruch aus dem Wissen über die Realisierbarkeit dessen, was man kritisiert. Beim fliegenden Auto dagegen sind es Unglaube und Ignoranz, die zu einer scharfen Opposition führen.

Im Laufe der Jahre habe ich in meinen Vorträgen dem Publikum schon immer viel zugemutet. Vom Weltraumbergbau über sich selbst replizierende Nanomaschinen bis hin zu nuklearen Batterien reichte das Spektrum. Sicher gab es bei jedem Thema Einsprüche und Gegenargumente. Daß es möglich wäre, wurde aber nie in Zweifel gezogen. Fliegende Autos allerdings induzieren noch nicht einmal solche Reaktionen, sondern vor allem Gleichgültigkeit. Nicht nur die Automobil- und Flugzeugbauer unter den Zuhörern betrachten es wie das technische Äquivalent zum physikalischen Perpetuum Mobile. Als eine Art Gedankenexperiment ohne reale Bedeutung, aus dem man nur lernen kann, wo die Grenzen des Machbaren liegen. Ein neues Las Vegas in den Einöden der Mondkrater – warum nicht? Samen, aus denen gleich Tische wachsen, ohne für diese erst Bäume fällen zu müssen? Tolle Vorstellung, sollte man mal drüber nachdenken. Atomgenaue Trenn- und Fügetechnologien und damit der Weg



Energiewende: Nicht die Kosten entscheiden über den technischen Erfolg

13. April 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Photovoltaik, Politik, Windkraft

ego150Den meisten Lesern wird die Frage merkwürdig vorkommen, aber ich möchte sie trotzdem stellen: Wozu eigentlich benötigen wir Strom?

Die Menschheit ist schließlich fast während ihrer gesamten Existenz ohne Elektrizität ausgekommen. Trotzdem waren soziale, kulturelle und technische Fortschritte möglich, die man nicht geringschätzen sollte. Man denke allein an die Heroen aus Naturwissenschaft und Technik. Von Archimedes bis Newton haben diese im Schein von Öllampen gearbeitet. Trotzdem entstanden am Ende einer langen Kette Dampfmaschine und Eisenbahn. Hätte es nicht auch einfach so weitergehen können?

In gewisser Weise ist die Entschlüsselung der Prinzipien, nach denen unsere Umwelt aufgebaut ist, ein zwangsläufiger Vorgang. Elektromagnetische Phänomene sind lange bekannt, man denke an Gewitter und an den Kompaß. Experimentelles Vorgehen, also schlicht die menschliche Neugierde, trug zur Formulierung einer technisch nutzbaren Beschreibung ebenso bei, wie Erkenntnisse aus anderen Bereichen. Kurz gesagt: Da die Natur den Elektromagnetismus kennt, war seine Nutzung zwangsläufig. Der Mensch nutzt immer alle seine Möglichkeiten, nur nicht immer alle sofort.

Heute nun ist Strom eine der grundlegenden Säulen unserer Lebenswelt. Seine Anwendung geht weit über elektrisches Licht hinaus. Die Maschinen und Apparate aufzuzählen, die von der Kommunikation über die Produktion bis hin zur Mobilität elektrisch betrieben werden, wäre ein niemals endendes Unterfangen.



Neu bei Novo: Gentechnik-Hysterie beginnt auch in Asien

9. April 2015 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Technium

novo_logoWie in Südostasien Stimmung gegen die Grüne Gentechnik gemacht wird und wie sich auch Greenpeace hier einmal mehr gegen die Interessen der Menschen engagiert, beschreibt Peter Langelüddeke faktenreich bei Novo Argumente Online:

In Süd- und Südostasien ist Aubergine ein wichtiges und alltägliches Gemüse. Allein die Anbaufläche in Indien ist mit über 500.000 Hektar größer als die Zuckerrübenfläche in Deutschland. Ein ernstes Problem ist der Befall durch den Auberginenfruchtbohrer, dessen Raupen sich bald nach dem Schlupf in die grünen Teile der Pflanze und in die Früchte einbohren und sie so verderben. Der Schädling verursacht Ausfälle von 20 bis 60 Prozent, in Extremfällen bis 90 Prozent.

Versuche zur Resistenzzüchtung blieben bisher erfolglos, da es im Genpool der Aubergine keine verwertbaren Resistenzeigenschaften gibt. Während der ganzen Vegetationszeit von sechs bis sieben Monaten müssen deshalb die Pflanzen mindestens einmal pro Woche mit Insektiziden behandelt werden. Folgen: hohe Rückstände auf dem Erntegut, Umweltschäden, für die Bauern hohe Insektizidkosten sowie gesundheitliche Gefahren aufgrund primitiver Applikationsmethoden. Deshalb hatte Mahyco in Zusammenarbeit mit zwei landwirtschaftlichen Universitäten eine Variante entwickelt, die das aus dem Bodenbakterium Bacillus thuringiensis stammende Protein Cry1Ac enthält. So wird die Pflanze wirksam vor Befall geschützt.

Dumm nur, dass diese Resistenz ausschließlich mit Hilfe gentechnischer Methoden



Freeman Dyson: Ein aktuelles Interview

7. April 2015 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Ich war 14, als man mir ein Buch von Freeman Dyson schenkte. Dadurch reifte der Entschluß, Physiker zu werden. Nun hat der große alte Mann aus Princeton erneut ein Interview zum Klimawandel gegeben. Man kann es sich als Video bei der Vancouver Sun ansehen.

The fact is that CO2 is so beneficial in other ways it would be crazy to try to reduce it.

Ja, so führt er gewohnt eloquent aus, am menschlichen Einfluß auf das Klima bestünde kein Zweifel. Aber den Glauben, hier handele es sich um eine Katastrophe, nennt er religiös motiviert. Denn weder könne man das Ausmaß der Veränderungen überblicken, noch dürfe man die positiven Folgen einer höheren Kohlendioxid-Konzentration in der Erdatmosphäre ausblenden.

Die Modellrechnungen, auf denen die Angst vor dem Klimawandel beruhe, seien zwar nützlich um das Klimasystem zu verstehen, aber nicht für Vorhersagen geeignet. Die Komplexität der Realität könne man niemals in einem Computermodell abbilden.

Worauf sein Optimismus beruhe, fragt ihn der Journalist am Ende des etwa zwanzig Minuten langen Gesprächs:

I grew up in the nineteen thirties and everything was so much worse then. That’s I think the primary reason why I am an Optimist.

Gilt das nicht für jeden von uns zu jeder



Der eigene Waggon und das Ende der Eisenbahn

2. April 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Mobilität, Politik, Technium

ego150Mein Bekannter ist Anwalt und sieht die Welt entsprechend. Über die Unternehmen aus dem Silicon Valley und deren immer größere Wirkung auf unsere Art zu leben und zu arbeiten, hat er nicht viel Gutes zu sagen. Es wäre schließlich nicht akzeptabel, sich einfach so über die geltende Rechtslage hinwegzusetzen. Ob bei großen Fragen wie Datenschutz und Urheberrecht oder ob bei kleineren wie dem Personenbeförderungsgesetz: Man dürfe doch nicht wissentlich Regulierungen unterlaufen. Ich entgegnete, wenn Firmen wie Uber mit ihren Fahrdienstangeboten einen offensichtlich vorhandenen Bedarf erfolgreich befriedigen, müsse man doch wohl eher die Gesetze ändern. Eine Vorschrift, die neue und nützliche Angebote be- oder gar verhindert, hätte keine Verteidigung verdient. Worauf er mit dem Anspruch der Taxifahrer auf Schutz antwortete.

Hatten die Droschkenfahrer zum Ende des 19. Jahrhunderts diesen nicht auch? Oder die Erbauer und Betreiber von Segelschiffen? Ich hatte das große Glück, die Cutty Sark im Jahr 2006 in Greenwich noch besichtigen zu können, bevor sie durch einen Brand schwer beschädigt wurde. Der Teeklipper aus dem Jahr 1869 stellte wohl gemeinsam mit der ein Jahr vorher fertiggestellten Thermopylae einen Höhepunkt der Schiffbaukunst dar. Schnellere und schönere Vollschiffe gab es zuvor nicht – und vielleicht auch nicht danach. Was mögen ihre 



Solar Impulse – Wegweiser in die Zukunft?

31. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Photovoltaik

Ein Beitrag von Irene und Simon Aegerter (kaltduschenmitdoris.ch)

Darf man sich für eine Technologie begeistern, obwohl sie durch das deutsche EEG mit Milliardenbeträgen aus den Taschen der Verbraucher subventioniert wird? Man darf, meine ich. Denn Technophobie in Politik und Gesellschaft kann nur konstruktiv kritisieren, wer sich selbst einer solchen enthält. Gemeint ist hier konkret die Photovoltaik. Die technische Lösung, durch die mittels geschickt kombinierter halbleitender Materialien aus Licht direkt Strom erzeugt wird, ist zwar einfach zu verstehen, aber nicht trivial zu entwickeln. Die Verknüpfung von Möglichkeiten der Festkörper-, Atom- und Strahlenphysik in einer Solarzelle weist eine Eleganz auf, die beispielhaft für den Weg von der naturwissenschaftlichen Beschreibung von Phänomenen zur Innovation steht. Die sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten der Photovoltaik sind vielfältig. Aber ihr Fähigkeiten anzudichten, über die sie einfach nicht verfügt, prinzipiell nicht verfügen kann, ist auch nur eine perfide Form der Technikfeindlichkeit. Wer die Grenzen einer Technologie nicht erkennt oder nicht erkennen will, der handelt fahrlässig und im Ergebnis kontraproduktiv.  Dies gilt für die Energieversorgung eines hochindustrialisierten Landes ebenso, wie für den Flugzeugbau.

Solar Impulse ist ohne jede Frage ein herausragendes Stück Ingenieurskunst. Deswegen schmückt das im Bild gezeigte Modell auch mein Büro. Aber wenn Bertrand Piccard und sein Team den



Neu auf der Achse: Tim Tressel zu Gabriels Klimaabgabe

25. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Kohle, Politik

achselogoAuf der Achse des Guten beschäftigt sich Tim Tressel mit dem Vorhaben unseres Bundeswirtschaftsministers, künftig eine “Klimaabgabe” von Kohlekraftwerken zu erheben. Dieser Plan kann wie folgt charakterisiert werden:

Bekanntermaßen funktioniert der Emissionshandel innerhalb der Europäischen Union kaum, und aus Sicht des Wirtschaftsministers liegt dies unter anderem an den zu geringen Preisen für die Zertifikate. Dieses Problem möchte Sigmar Gabriel jetzt beheben, indem das neue Gesetz Kraftwerken, die älter als 20 Jahre sind, eine feste Menge von CO2-Ausstoß gestattet und darüber hinaus Strafzahlungen von 18 bis 20 Euro für jede Tonne, die den festgelegten Betrag übersteigt, vorsieht. Mit diesem Geld möchte der SPD-Vorsitzende CO2-Zertifikate am Markt einkaufen und somit die Preise erhöhen.

Neben der Frage der bedrohten Arbeitsplätze – geschätzt 30.000 in der Braunkohleindustrie und weiteren 70.000 bei Zulieferern (hinzu eine unbekannte Zahl durch Folgeeffekte, etwa das Abwandern der energieintensiven Produktion) – fällt doch der Mangel an Logik in diesem Konzept sofort auf:

Das Allerschlimmste an diesem Vorhaben ist, dass es reine Kosmetik ist, um die deutschen Klimaschutzziele im Alleingang zu erreichen. Denn, wenn die Kraftwerke abgeschaltet werden, dann zahlen sie auch keine Strafen und der Minister nimmt kein zusätzliches Geld ein, um neue CO2-Zertifikate einzukaufen. Dann stehen sowohl die Zertifikate