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IPCC WGII SPM: Ein Ratespiel im Zwielicht der Halbwahrheiten

3. April 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Wissenschaft

Letztes Jahr hagelte es bei uns. Hagel im Allgemeinen ist zwar nicht ungewöhnlich, in der Heftigkeit von damals aber schon. Bis zu tennisballgroße Körner fielen vom Himmel, produzierten ein paar Dellen im Auto und zerschlugen eine Handvoll Dachziegel. Das erlebt man eben auch nur einmal pro Dekade. Oder so. Alles war übrigens versichert, wurde schnell reguliert und repariert. Ich hatte es schon vergessen. Denn es gibt wichtigeres.

Erst als die Ergebnisse der zweiten Arbeitsgruppe (“Working Group II (WGII)”) des zwischenstaatlichen Ausschusses zum Klimawandel der Vereinten Nationen (“Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)”) vor einigen Tagen öffentlich wurden, erinnerte ich mich wieder an den Hagel. Der eigentliche Report ist jetzt auch verfügbar, gelesen habe ich aber nur die Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger (“Summary for Policymakers (SPM)”). Und in dieser heißt es dann sinngemäß, mit solchen Extremwetterereignissen wie dem Hagel müsse man in Zukunft wohl häufiger rechnen. Wegen des Klimawandels, des menschgemachten, jedenfalls mutmaßlich menschgemachten, wahrscheinlich “very likely” mit “high confidence” menschgemachten. Gut, über den Hagel in meiner Gegend steht da eigentlich konkret nichts. Aber aus dem Zusammenhang des geschriebenen glaube ich entnehmen zu können, daß es dachziegelbrechende Hagelkörner bei mir “more likely than not” mit “medium confidence” häufiger geben könnte.



Die Berliner Runde

23. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

ego150Es gab den Moment, als die Stimmung im Saal zu kippen drohte. Michael Limburg erhob sich, um eine Frage an Hans von Storch zu richten. Eine durchaus vernünftige nach den Auswirkungen des steigenden Kohlendioxid-Gehaltes auf die irdische Flora. Immerhin wäre ja zu erwarten, daß überall dort, wo ausreichend Licht, Wasser und sonstige Nährstoffe vorhanden sind, Kohlendioxid als zusätzlicher Dünger das Pflanzenwachstum anregt. Was nützlich sein kann. Erst allerdings fiel der Moderator Herrn Limburg ins Wort – mit der Aufforderung, kein Koreferat zu halten – und dann reagierte von Storch ungehalten und schulmeisterlich. Sicher wurde im Vorfeld besprochen, längliche Monologe aus dem Publikum zu unterbinden. Auch ich hatte entsprechende Befürchtungen aufgrund von Erfahrungen bei anderen Veranstaltungen. Aber Herrn Limburg schon nach wenigen Worten zu maßregeln, wäre nicht nötig gewesen. Zumal er für längliche Monologe nicht gerade bekannt ist. Es war wohl eher eine reflexhafte Reaktion, ausgelöst durch Limburgs Engagement für das Europäische Institut für Klima und Energie, kurz EIKE.

Dabei hatte der Abend bis dahin einen sehr angenehmen Verlauf genommen. Sicher, es war die Show des Hans von Storch. Die Helmholtz-Gemeinschaft ist sein Verein. Die Diskussion zum Klimawandel am vergangenen Montag hat er – vermute ich – angeregt und wohl wesentlich



Die Neutronik – der Weg zur nuklearen Batterie?

2. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik, Technium

Das Prinzip eines Pumpspeichers ist leicht zu veranschaulichen. Man hebe einfach ein Glas Wasser hoch – und lasse es fallen. Der erste Schritt entspricht dem Pumpen von Wasser in ein höher gelegenes Becken. Das erfordert Arbeit, wie man leicht merkt, wenn man es mit einem vollen Maßkrug probiert. Denn die Erdanziehungskraft gilt es zu überwinden, wenn auch nur für ein paar Zentimeter. Ein Teil der aufgewendeten Energie ist nun im Wasserglas gespeichert – ein Teil aber auch unwiederbringlich verloren (beispielsweise durch Reibung in den Muskeln oder durch die Verdrängung der Luft). Beim Pumpspeicher geschieht gleiches. Verluste entstehen unter anderem in den Pumpen und durch die Reibung des Wassers in den Leitungen. Läßt man das Wasser aus dem oberen Reservoir wieder abfließen und zur Stromerzeugung durch Turbinen strömen, wird die gespeicherte Energie wieder freigesetzt. Genau wie beim fallenden Wasserglas.

Jeder Energiespeicher funktioniert nach diesem Prinzip. Gespeicherte Energie ist das Potential eines Systems, Arbeit zu leisten. Verliehen wird ihm diese Fähigkeit durch ein Kraftfeld, in dem es sich befindet. Je näher sich das System an der Quelle dieses Feldes befindet, desto geringer ist sein Potential. Denn desto weniger Energie kann es bei einem “Absturz” noch freisetzen. Neben der Gravitation, die auf alle



Veranstaltung: Wirtschaftsforum Albstadt zur Energiewende

26. Februar 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Politik

Alb1Am 19. März findet in Albstadt das diesjährige Wirtschaftsforum statt. Es steht ganz im Zeichen der Energiewende. Hier das Programm:

Ort: Festhalle Albstadt, Hohenzollernstraße 10, 72458 Albstadt-Ebingen

17:30 Uhr Einlass

18:00 Uhr Begrüßung, Dr. Jürgen Gneveckow, Oberbürgermeister, Stadt Albstadt

18:10 Uhr Die Energiewende – Chance oder Risiko?, Dr. Peter Heller, Physiker und Mitbetreiber des Wissenschafts-Blogs „Science Skeptical“, Hannover

18:50 Uhr Fragerunde

19:00 Uhr Auswirkungen der Energiewende aus Sicht eines lokalen Energieversorgers, Dr. Thomas Linnemann, Geschäftsführer Albstadtwerke

19:40 Uhr Fragerunde und Diskussion

20:00 Uhr Schlusswort, Dr. Jürgen Gneveckow, Oberbürgermeister, Stadt Albstadt

20:10 Uhr Get Together

Die Veranstaltung richtet sich an Unternehmer aus der Region. Falls der ein oder andere Leser teilnehmen möchte, der nicht dieser Zielgruppe zugeordnet werden kann, ist das aber möglich. Eine Anmeldung ist erforderlich (am einfachsten per Mail unter wirtschaftsforum@albstadt.de, Teilnehmergebühren werden nicht erhoben). Weitere Einzelheiten können dem unten als Bild eingefügten Flyer zur Veranstaltung entnommen werden. Zu welchem Ergebnis ich in meinem Vortrag gelangen werde, ist sicher klar.

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Veranstaltung: EIKE-Konferenz zu Klima und Energie

24. Februar 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

IKEK7Wenn unter sprachästhetischen Gesichtspunkten EIKE ein eher gewöhnungsbedürftiges Akronym ist, gilt das für IKEK erst recht. Insbesondere dem herausragenden Programm, das unsere Freunde vom Europäischen Institut für Klima und Energie mal wieder für ihre Konferenz zusammenstellen konnten, widerfährt lautmalerisch keine Anerkennung. Am 10. April 2014 geht die Internationale Klima- und Energiekonferenz in ihre immerhin schon siebte Runde. Mit Richard Lindzen, Henrik Svensmark und Nir Shaviv sind drei internationale Topwissenschaftler dabei, die ihre Sicht auf das irdische Klima schildern werden. Hier das Programm:

Veranstaltungsort: Steigenberger Hotel Mannheimer Hof, Mannheim, 10. April 2014

09.00 Uhr   Registrierung

10.00 Uhr   Begrüßung – Die Unendliche Geschichte der Klimarettung, Dr. Holger Thuss, Präsident, Europäisches Institut für Klima und Energie (EIKE)

10.15 Uhr   IPPC – Warum fast nichts was wir über den Weltklimarat hören wahr ist, Donna Laframboise, Blog nofrakkingconsensus.com, Author of the Book “The Delinquent Teenager Who Was Mistaken for the World’s Top Climate Expert“, Toronto, Canada

11.00 Uhr   Fakten statt Emotionen – Klimapolitik ohne Katastrophe, Dr. Wolfgang Thüne, Ehem. Wettermoderator des ZDF, Meteorologe und Autor

11.45 Uhr   Auswirkung des deutschen Energiekonzepts auf die deutsche Wirtschaft, Prof. Dr.-Ing. Dieter Ameling, Ehem. Präsident der Wirtschaftsvereinigung Stahl und ehem. Vorsitzender des Stahlinstituts VDEh



Die Energiewende als Vorbild für die Welt?

17. Februar 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

ego150Die Energiewende ist nicht nur ein zentraler Baustein deutscher Klimawandelvermeidungsphantasien. Sie wird – zumindest in der politischen Kommunikation – auch als Instrument zur Sicherung zukünftiger Wertschöpfungsmöglichkeiten unserer Wirtschaft verkauft.

So führte Sigmar Gabriel auf dem Berliner Energy Forum am 10.02.2014 aus:

Das Ziel ist keineswegs, nur den Klimaschutz und die Ökologie im Blick zu haben. Wir glauben vielmehr, dass wir mit der Energiewende auch ein erhebliches Potenzial für Wachstum und den Neuaufbau von Industrie und Arbeitsplätzen schaffen können. Darüber wollen wir in den kommenden Wochen und Monaten auch mit unseren europäischen Partnern verstärkt in die Diskussion kommen.

Wenn man sich der Diskussion über Sinn und Unsinn von Dekarbonisierung einer- und über Sinn und Unsinn des Ausstiegs aus der Kernenergie andererseits verweigert, reduziert man seine Wahrnehmungs- und Entscheidungsmöglichkeiten in riskanter Weise. Das Alternativszenario, in dem andere Länder diesem Ansatz nicht folgen, kann nicht mehr in das Kalkül einbezogen werden. Man ist festgelegt auf die Vorstellung, die Energiewende würde automatisch zu einem Exportschlager, weil in naher Zukunft weitere relevante Wirtschaftsräume des Planeten zwingend dem deutschen Vorbild nachzueifern hätten.

Noch einmal sei dazu unser Wirtschaftsminister zitiert:

[...] wollten wir zeigen, dass eine leistungsfähige Industriegesellschaft wie die deutsche Klimaschutz und Erneuerbare Energien miteinander verbinden



Volker Hauff im Tiefschlaf

13. Februar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik

ego150Wenn man sich die Frage stellt, wie „Nachhaltigkeit“ als politisches Leitprinzip in der Bundesrepublik verankert wurde, kommt man an Volker Hauff nicht vorbei. Der ehemalige Bundesminister für Forschung und Technologie (1978 bis 1980) und für Verkehr (1980 bis 1982) ist ein zentraler Knoten des Netzwerkes in Medien, Wirtschaft und Verwaltung, das die Nachhaltigkeitsideologie in Deutschland etablierte. Ein Blick auf seinen Lebenslauf zeigt Parallelen zu Maurice Strong. Man findet bei beiden diese Mischung aus politischem Gestaltungswillen und ökonomischem Engagement, die Strong sinngemäß mit der Aussage beschrieb, er wäre ein Sozialist, der sich kapitalistischer Methoden bedient. Von 2001 bis 2011 prägte Hauff als Vorsitzender des Rates für nachhaltige Entwicklung die Konzepte unterschiedlicher Bundesregierungen entscheidend mit. Der ihm zugemessene Wert als Berater wurde durch die Berufung in die Ethikkommission „Sichere Energieversorgung“ in 2011 deutlich. Nach dem Störfall im japanischen Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi etablierte Kanzlerin Merkel dieses Gremium, um eine geistig-moralische Begründung für ihre Energiepolitik zu entwickeln.

Volker Hauff hat viele sehr grundlegende Reden zur nachhaltigen Entwicklung gehalten, die einen tiefen und erhellenden Einblick in Denkweisen und Argumentationsschemata der Nachhaltigkeitsideologie gestatten. Exemplarisch soll ein Vortrag aus dem Jahr 2010 betrachtet werden. Hauff versucht in diesem, aus Herkunft und Geschichte des Nachhaltigkeitsbegriffes seine aktuelle Relevanz