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Gegner der Energiewende ziehen in die Parlamente ein

16. September 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik, Profiteure

ego150Das eigentlich bemerkenswerte an den drei Landtagswahlen der letzten Wochen ist der erstmalige Einzug einer Partei in die Parlamente, die die Energiewende rundheraus ablehnt. Gemeint ist natürlich die Alternative für Deutschland, AfD, die zur Überraschung vieler und zur Bestürzung einiger in Sachsen fast 10% erreichte und in Brandenburg und Thüringen über dieser Marke einlief.

Ich möchte die energiepolitische Programmatik der AfD nicht kommentieren oder analysieren (ich würde ihr zustimmen, was sicher niemanden überrascht), sondern einfach mal  mit ausführlichen Zitaten aus den jeweiligen Wahlprogrammen zur Diskussion stellen. Die Hervorhebungen stammen von mir.

AfD Sachsen:

Die aktuelle Energiepolitik Deutschlands orientiert sich an frei erfundenen und längst widerlegten Klimaprognosen. Ungeachtet dessen wurde überstürzt und ohne ausreichende Untersuchungen zu Machbarkeit und zu den Folgen eine Energiewende auf den Weg gebracht, die den Bürgern und der Wirtschaft riesige Kosten aufbürdet und somit großen Schaden zufügen wird.

Eine vollständige Abkoppelung der Energieerzeugung von fossilen Quellen oder spaltbarem Material ist zum aktuellen Zeitpunkt und beim derzeitigen internationalen Stand der Technik eine Illusion, der nur in Deutschland gefrönt wird. Diese Energiewende harmoniert weder mit dem europäischen Energieverbundnetz, noch wurde sie mit den anderen EU-Mitgliedsstaaten abgestimmt. Sie ist ein deutscher Sonderweg, der durch nichts gerechtfertigt ist und in die Irre führen



Im Zeitalter der verengten Perspektiven

11. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik, Ressourcenverknappung, Technium

ego150Wenn es im Schwarzwald regnet, geht man am besten unter Tage. Die Berge dort sind von alten Stollen durchlöchert. Mineralien und Erze in großer Vielfalt wurden bis in das 19. Jahrhundert hinein gewonnen. Das Silberbergwerk „Segen Gottes“ in Haslach, das mit Unterbrechungen bis 1786 in Betrieb war, vermittelt einen Einblick in damalige Zustände. Enge, schlecht beleuchtete und belüftete Stollen, die man über lange Strecken nur gebückt durchwandern kann, führen zum Erzgang, aus dem in reiner Handarbeit das Gestein herausgebrochen wurde. Kaum ein Bergmann erreichte damals ein Alter jenseits der 50. Und auch Kinderarbeit, etwa zum Transport der Erzbrocken ans Tageslicht, war üblich. Attraktiv war das Gewerbe trotzdem. Die Bergleute stellten die höchstangesehenen Mitglieder der Gemeinde, sie hatten in der Kirche reservierte Plätze in den ersten Reihen und verdienten ein Vielfaches von dem, was die Bauern erwirtschaften konnten. Spezifische Kenntnisse, etwa über das treffsichere Vorantreiben von Zugangs- und Wetterstollen im Fels, sicherten als eifersüchtig gehütete Geheimnisse einiger Familien ein Auskommen über Generationen hinweg. Aufgegeben wurde die Grube aus wirtschaftlichen Gründen. Das Silbererz war schlicht zu fein verteilt, um es mit der damaligen Technologie gewinnbringend fördern zu können. Eine „Nachnutzung“ erfuhr „Segen Gottes“ erst im 20. Jahrhundert durch Mineraliensammler, auf



Sachsen ist nicht Berlin

6. August 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energiewende, Politik, Wirtschaftsförderung

ego150Momentan bedaure ich ein wenig, nicht in Sachsen zu leben. Nicht deswegen, weil man dort besonders schön wohnen könnte (kann man bestimmt) oder weil es dort gute Jobs gäbe (gibt es bestimmt), sondern weil eine wichtige Landtagswahl bevorsteht. Bei der ich erstens gerne meine Stimme abgeben würde. Und von der ich zweitens auch persönlich betroffen bin.

Bei dem Urnengang am 31. August handelt sich um die erste Wahl in Deutschland, bei der man eine regierende Partei dafür belohnen kann, konsequent die Interessen der Bürger gegen die Seelenschmerzen von Ökoideologen und die Gier von Subventionsempfängern verteidigt zu haben. Gemeint ist die sächsische FDP. Als einziges Bundesland hat Sachsen im Bundesrat weder der Energiewende, noch dem Ausstieg aus der Kernenergie zugestimmt. Was dem Einfluß des kleineren Koalitionspartners in der schwarzgelben Landesregierung zu verdanken ist. Die Liberalen haben die Rahmenbedingungen in Sachsen so klug gesetzt, daß der Ausbau der Windenergie dort weitgehend zum Erliegen gekommen ist. Und sie haben – auch das ein bundesweit unerhörter Vorgang – die von den Vorgängerregierungen gesetzten Ausbauziele für die NIEs wieder gesenkt (!) und die Bezahlbarkeit und die Versorgungssicherheit der Energieversorgung als politisches Ziel gleichrangig zum Umweltschutz im landeseigenen Klimaprogramm verankert. Dies gegen eine zunehmend ergrünte Union



Die Physik und der Treibhauseffekt

27. Juli 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Wissenschaft

ego150Als Kind habe ich nie verstanden, warum Wasser verdunstet, obwohl es doch nicht bis zum Siedepunkt erhitzt wurde. Wasser gefriert bei null Grad und kocht bei einhundert, das ist Faktenwissen. Den Vorgang der Verdunstung bei Raumtemperatur zu entschlüsseln – das ist Physik.

Als Schüler bereitete mir meine Vorstellung von Neutronensternen große Schwierigkeiten. Wie können sie denn über Magnetfelder verfügen, obwohl sie doch aus elektrisch neutralen Teilchen bestehen?

Beide Phänomene beruhen tatsächlich auf ähnlichen Effekten. Physiker suchen nach solchen Symmetrien, denn aus ihnen lassen sich Erkenntnisse über grundlegende Prinzipien ableiten, die den Aufbau unserer Welt definieren.

Als Beispiel sei der durchaus abstrakte Begriff der „Energie“ angeführt. Mit diesem wird das Potential eines Systems beschrieben, Arbeit zu verrichten. Das Anheben einer Masse im Schwerefeld der Erde speichert in dieser Energie, die durch Fallenlassen wieder freigesetzt werden kann. Unabhängig davon, wann dies geschieht. Man kann den Körper heute anheben und in einer Stunde oder auch in einem Tag wieder loslassen – immer wird beim Fallen exakt die Arbeit geleistet, die vorher zur Lageänderung aufzuwenden war. Das ist keine triviale Erkenntnis. Denn es könnte ja auch anders sein. Man stelle sich vor, das Gravitationsfeld der Erde wäre zeitlichen Schwankungen unterworfen. Die Wahl der richtigen



Wie Deutschland sich der Zukunft verweigert

28. Juni 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Politik, Technium, Wirtschaftsförderung

ego150Der still lächelnd auf einem Stuhl neben dem Vortragenden sitzende, als „Assistent“ vorgestellte Mann müsse ein Mensch sein, verkündete ich im Brustton der Überzeugung meinen Sitznachbarn. Schließlich hatte er geblinzelt. Und warum bitte sollte man einem Roboter eine für ihn so nutzlose Funktion wie das erratische Heben und Senken der Augenlider mitgeben? Genau deswegen. Um auch Schlaumeier wie mich zu täuschen. Es war tatsächlich eine Maschine. Eine große Ähnlichkeit mit ihrem Erbauer (Henrik Schärfe von der Universität Aalborg) konnte ich zwar nicht ausmachen, aber das Wesen erschien in jeder Hinsicht als Mensch. Es schaute freundlich ins Publikum, lächelte wissend zu den Ausführungen des Professors und man hatte das Gefühl, es könne jederzeit aufstehen und selbst mit dem Publikum sprechen. Diese beeindruckende Präsentation eines Androiden als höchstes Ziel des Maschinenbaus zeigte Möglichkeiten auf, die man noch vor einigen Jahren als utopische Spinnereien abgetan hätte. Wie würde mein Alltag aussehen, hätte ich einen autonom agierenden, mobilen humanoiden Roboter als Kopie meiner selbst zur Verfügung, der mir allerlei Verrichtungen abnehmen könnte, die der Interaktionsfähigkeit einer menschlichen Physis bedürfen? Einkaufen fällt mir da ein, die Kinder von der Schule abholen und zum Sport- oder Musikunterricht bringen, Behördengänge erledigen und vieles mehr. Er könnte



Veranstaltungshinweis: Panamarenko – Vom Fliegen

27. Juni 2014 | Von | Kategorie: Blog, Innovationspolitik, Technium, Wirtschaftsförderung

PanamarenkoIn vielen Bereichen hat Deutschland Innovation verlernt. Auch, weil man technische Systeme als die Summe ihrer Einzelteile betrachtet und somit die Entwicklung „an der Schraube“ beginnt. Dieser Ansatz schafft Pfadabhängigkeiten, durch die Neuerungen auf die Optimierung des Bestehenden begrenzt werden. Oft beschönigend „inkrementelle Innovation“ genannt, ist dieser Prozeß von komplexer und schwer zu erläuternder Natur. Ein Charakteristikum, das Laien den Zugang erschwert, und damit Technologieferne oder gar Technikfeindlichkeit in der breiten Öffentlichkeit befördert.

Vielleicht sollten wir wieder einen Schritt zurücktreten und technische Systeme in ihrer Gesamtheit betrachten. Das Ganze ist eben mehr als nur die Summe seiner Teile. Wer könnte uns diese Perspektive besser vermitteln, als die Kunst? Noch im 19. Jahrhundert sahen sich die Konstrukteure der Maschinen der industriellen Revolution als legitime Nachfolger der Universalgelehrten früherer Zeiten an, die in Naturwissenschaften, in der Philosophie und in den bildenden Künsten keine Gegensätze erkannten. Der Begriff der „Getriebekunst“ kündet bis heute davon. Als moderner Leonardo da Vinci kann der belgische Künstler Henri van Herreweghe, bekannt unter seinem Pseudonym Panamarenko, angesehen werden. Seinem Lebenswerk widmet sich seit heute eine Ausstellung der Städtischen Galerie Delmenhorst:

Nur beim Machen kommt man in Kontakt mit der Wahrheit.“ Als Künstler-Ingenieur träumt Panamarenko den uralten Traum



Der Fall Bengtsson: Climategate reloaded

18. Mai 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Climategate, Klimawandel, Ökologismus, Wissenschaft

ego150Angenommen, ein Arbeitskollege entscheidet sich, wahlweise den Scientologen, dem Ku-Klux-Klan oder sonst irgendwelchen Faschisten beizutreten. Würde ich mit dieser Person noch zusammenarbeiten wollen? Ganz sicher nicht.

Angenommen, besagter Kollege tritt Greenpeace bei, der ÖDP oder sonst einem Ökologistenclub? Könnte ich dann so weiter machen wie bislang? Aber sicher. Nicht, weil äußere Umstände mich dazu zwingen würden. Erstens könnte ich ein anderes Verhalten vor mir selbst nicht rechtfertigen. Und zweitens käme ich überhaupt nicht auf die Idee, dem Kollegen nun anders gegenüberzutreten, als vorher.

In meinem beruflichen Umfeld, ob Mitarbeiter, Kooperationspartner oder Kunden, treffe ich auf Menschen, die so ziemlich jede denkbare politische Sichtweise abdecken. Ich stecke den Kopf mit Genossen zusammen, mit Grünen, mit erzkonservativen Christdemokraten, mit Liberalen und Libertären, mit Kommunisten und Sozialisten. Da gibt es die NABU-Aktivistin ebenso, wie den BUND-Funktionär oder den Windkraft-Lobbyisten. Ich rede mit allen. Ich streite mit allen. Ich einige mich mit allen. Immer wieder aufs Neue. Meine Güte, eine gute Freundin der Familie ist Molekularbiologin. Überzeugt davon, Gott habe die Welt erschaffen und der Mensch würde diese – durch Kohlendioxid – nun vernichten. Was soll man da machen?

Alle diese vielen verschiedenen Menschen mit ihren vielen differierenden Meinungen kennen meine Auffassungen. Einige davon