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Der eigene Waggon und das Ende der Eisenbahn

2. April 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Mobilität, Politik, Technium

ego150Mein Bekannter ist Anwalt und sieht die Welt entsprechend. Über die Unternehmen aus dem Silicon Valley und deren immer größere Wirkung auf unsere Art zu leben und zu arbeiten, hat er nicht viel Gutes zu sagen. Es wäre schließlich nicht akzeptabel, sich einfach so über die geltende Rechtslage hinwegzusetzen. Ob bei großen Fragen wie Datenschutz und Urheberrecht oder ob bei kleineren wie dem Personenbeförderungsgesetz: Man dürfe doch nicht wissentlich Regulierungen unterlaufen. Ich entgegnete, wenn Firmen wie Uber mit ihren Fahrdienstangeboten einen offensichtlich vorhandenen Bedarf erfolgreich befriedigen, müsse man doch wohl eher die Gesetze ändern. Eine Vorschrift, die neue und nützliche Angebote be- oder gar verhindert, hätte keine Verteidigung verdient. Worauf er mit dem Anspruch der Taxifahrer auf Schutz antwortete.

Hatten die Droschkenfahrer zum Ende des 19. Jahrhunderts diesen nicht auch? Oder die Erbauer und Betreiber von Segelschiffen? Ich hatte das große Glück, die Cutty Sark im Jahr 2006 in Greenwich noch besichtigen zu können, bevor sie durch einen Brand schwer beschädigt wurde. Der Teeklipper aus dem Jahr 1869 stellte wohl gemeinsam mit der ein Jahr vorher fertiggestellten Thermopylae einen Höhepunkt der Schiffbaukunst dar. Schnellere und schönere Vollschiffe gab es zuvor nicht – und vielleicht auch nicht danach. Was mögen ihre 



Solar Impulse – Wegweiser in die Zukunft?

31. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Photovoltaik

Ein Beitrag von Irene und Simon Aegerter (kaltduschenmitdoris.ch)

Darf man sich für eine Technologie begeistern, obwohl sie durch das deutsche EEG mit Milliardenbeträgen aus den Taschen der Verbraucher subventioniert wird? Man darf, meine ich. Denn Technophobie in Politik und Gesellschaft kann nur konstruktiv kritisieren, wer sich selbst einer solchen enthält. Gemeint ist hier konkret die Photovoltaik. Die technische Lösung, durch die mittels geschickt kombinierter halbleitender Materialien aus Licht direkt Strom erzeugt wird, ist zwar einfach zu verstehen, aber nicht trivial zu entwickeln. Die Verknüpfung von Möglichkeiten der Festkörper-, Atom- und Strahlenphysik in einer Solarzelle weist eine Eleganz auf, die beispielhaft für den Weg von der naturwissenschaftlichen Beschreibung von Phänomenen zur Innovation steht. Die sinnvollen Anwendungsmöglichkeiten der Photovoltaik sind vielfältig. Aber ihr Fähigkeiten anzudichten, über die sie einfach nicht verfügt, prinzipiell nicht verfügen kann, ist auch nur eine perfide Form der Technikfeindlichkeit. Wer die Grenzen einer Technologie nicht erkennt oder nicht erkennen will, der handelt fahrlässig und im Ergebnis kontraproduktiv.  Dies gilt für die Energieversorgung eines hochindustrialisierten Landes ebenso, wie für den Flugzeugbau.

Solar Impulse ist ohne jede Frage ein herausragendes Stück Ingenieurskunst. Deswegen schmückt das im Bild gezeigte Modell auch mein Büro. Aber wenn Bertrand Piccard und sein Team den



Neu auf der Achse: Tim Tressel zu Gabriels Klimaabgabe

25. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Kohle, Politik

achselogoAuf der Achse des Guten beschäftigt sich Tim Tressel mit dem Vorhaben unseres Bundeswirtschaftsministers, künftig eine „Klimaabgabe“ von Kohlekraftwerken zu erheben. Dieser Plan kann wie folgt charakterisiert werden:

Bekanntermaßen funktioniert der Emissionshandel innerhalb der Europäischen Union kaum, und aus Sicht des Wirtschaftsministers liegt dies unter anderem an den zu geringen Preisen für die Zertifikate. Dieses Problem möchte Sigmar Gabriel jetzt beheben, indem das neue Gesetz Kraftwerken, die älter als 20 Jahre sind, eine feste Menge von CO2-Ausstoß gestattet und darüber hinaus Strafzahlungen von 18 bis 20 Euro für jede Tonne, die den festgelegten Betrag übersteigt, vorsieht. Mit diesem Geld möchte der SPD-Vorsitzende CO2-Zertifikate am Markt einkaufen und somit die Preise erhöhen.

Neben der Frage der bedrohten Arbeitsplätze – geschätzt 30.000 in der Braunkohleindustrie und weiteren 70.000 bei Zulieferern (hinzu eine unbekannte Zahl durch Folgeeffekte, etwa das Abwandern der energieintensiven Produktion) – fällt doch der Mangel an Logik in diesem Konzept sofort auf:

Das Allerschlimmste an diesem Vorhaben ist, dass es reine Kosmetik ist, um die deutschen Klimaschutzziele im Alleingang zu erreichen. Denn, wenn die Kraftwerke abgeschaltet werden, dann zahlen sie auch keine Strafen und der Minister nimmt kein zusätzliches Geld ein, um neue CO2-Zertifikate einzukaufen. Dann stehen sowohl die Zertifikate



Kein Klimaschutz ist der bessere Klimaschutz

23. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik

ego150Für den gemeinen Klimaschützer ist das Leben auf verwirrende Weise durcheinander. Sitzt er auf der heimischen Couch, vermitteln ihm die durch die Medien ungeprüft verbreiteten Behauptungen der Politik und einiger Wissenschaftler den Eindruck, die Vermeidung der bevorstehenden Apokalypse wäre die einzig relevante Aufgabe unserer Zeit. Tritt er dann durch die Tür, landet er in einer Realität, die sich wie seit Jahrhunderttausenden nur um Sex, Drugs & Rock’n Roll dreht. Klimaschutz? Finden wahrscheinlich die meisten irgendwie wichtig. Aber im Alltag kümmert es keinen. An dieser Diskrepanz können labile Geister schon verzweifeln. Man erkennt dies an einem zunehmend aggressiven und ideologisierten Alarmismus, wie ihn Naomi Klein pflegt. Die weniger labilen dagegen werden zu Skeptikern.

Für den klugen Politiker sind die Alarmisten die bei weitem wichtigere Zielgruppe. Denn diese haben ja ihre Ansprechbarkeit für Angstkampagnen bereits belegt. Nun gilt es einerseits, dem politischen Gegner nicht das Feld kampflos für die Mobilisierung zu überlassen. Andererseits soll natürlich auch die eigene Klientel beruhigt werden, damit sie nicht wegen eines konstruierten Problems zum Gegner überläuft. Skeptiker hingegen sind viel zu skeptisch, um auf verbalen Aktivismus hereinzufallen.

Denn mehr hat ein Politiker in der heutigen komplexen, dynamischen und vernetzten Welt nicht zu bieten. „Wir wollen“, „wir müssen“,



Warnung vor dem Lieblingsblog

20. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Internes

BlogwarnungEin Herr oder eine Frau namens Huber schreibt nette Dinge über uns. Es macht natürlich Spaß, so etwas zu zitieren:

Mehrere Stammautoren wie Peter Heller, Günter Heß, Rudolf Kipp und Quentin Quencher bemühen sich hier, faktenbasiert ihre Skepsis bezüglich der Energiewende, der Klimakatastrophe und Irrwegen der Umweltpolitik auszudrücken. Die Artikel sind gut recherchiert, mit Quellenangaben versehen und wohlformuliert.

Danke für das Kompliment. Den Michael Krüger darf man aber nicht vergessen. Und Steven Arndt. Und die vielen Gastautoren, die uns mit ihren Texten unterstützen.

Besonders lobenswert ist meines Erachtens der Standpunkt beim Thema Klimakatastrophe. Hier gibt es in den Reihen der Skeptiker ja eine ganze Anzahl von merkwürdigen Gestalten, die selbst spektroskopische Tatsachen wie die Isolationswirkung von CO2 in der Atmosphäre anzweifeln. Beim ScienceSkepticalBlog hingegen steht man mit beiden Beinen auf dem Boden der Physik. Man bezweifelt nur die Katastrophenwarnungen, die auf Basis fragwürdiger Modelle den Teufel an die Wand malen und mit Horrorprojektionen den baldigen Untergang der Menschheit prognostizieren.

Auch deswegen erklärt uns Herr/Frau Huber zu einem seiner/ihrer Lieblingsblog.

Da fühle ich mich schon verpflichtet, eine Warnung auszusprechen. Denn aus der Sicht des erfahrenen Wissenschaftsjournalisten Reiner Korbmann sind wir doch einer ganz anderen Klientel zuzurechnen:

Diese Menschen holen



Fukushima: Die Menschen leben weiter und die Wahrheit stirbt

15. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Politik

ego150Zugegeben, die Weltgesundheitsorganisation (World Health Organization WHO) mag ich nicht besonders. Da laufen schlicht zu viele missionarische Eiferer herum, die in meine persönliche Lebensgestaltung eingreifen möchten. Die Etablierung restriktiver Vorschriften in nationalen Gesundheitsgesetzgebungen gelingt der WHO gut. In der Energiepolitik hingegen meldet man sich nicht zu Wort. Obwohl man auch dazu einiges zu sagen hätte. Man denke nur an die Gesundheitsgefährdung durch offene Feuer in Wohnräumen, die viele Menschen in den Entwicklungsländern noch immer in Kauf nehmen müssen. Weil ihnen keine sauberen Energieträger wie Erdgas und auch nicht ausreichend Elektrizität zum Kochen und Heizen zur Verfügung stehen.

Kernkraftwerke könnten für solche Gesellschaften viel Gutes bewirken. Wenn sie denn nicht, wird manch ein Zeitgenosse nun einwenden, wenn sie denn nicht explodieren und zehntausende in den Tod reißen. Wie in Fukushima.

Wie in Fukushima? Die WHO sagt etwas anderes. Sie hat im Jahr 2013 einen Bericht veröffentlicht, der sich mit den gesundheitlichen Folgen des Störfalls im Kernkraftwerk Fukushima-Daiichi auseinandersetzt. Bis heute ist dies die wichtigste und umfassendste wissenschaftliche Referenz zu diesem Thema. Auf die Frage nach der Anzahl der Todesopfer gibt die Untersuchung eine eindeutige Antwort: Null.

No acute effects of radiation exposure such as acute radiation syndrome or skin injuries



Neu auf der Achse: Dirk Maxeiner zur Fukushima-Berichterstattung

12. März 2015 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Medien

achselogoWem ist ein „vierter Jahrestag“ eigentlich eine intensive Berichterstattung wert? Natürlich vor allem unseren öffentlich-rechtlichen Medien und vor allem dann, wenn es gegen die böse Kernkraft geht respektive gehen kann. Jede Chance wird genutzt, durch unklare oder gar verfälschende Informationen die Öffentlichkeit glauben zu machen, der Störfall in Fukushima-Daiichi hätte mehr als 10.000 Todesopfer gefordert. Dabei ist die Zahl der Strahlentoten bis heute gleich Null. Gestorben sind die Menschen wegen des Erdbebens und des Tsunamis. Wenn man sich in den Lei“d“medien so umschaut, könnte man aber fast den Eindruck bekommen, die Kernkraft wäre auch an diesen beiden Naturkatastrophen schuld.

Mein Beitrag zu diesem „Jubiläum“ sollte die Auseinandersetzung mit der Situation der Nuklearmedizin sein. In einer Art unabgesprochener Arbeitsteilung widmet sich Dirk Maxeiner dem medialen Versagen auf der Achse des Guten:

Wer gestern Abend das Nachtmagazin der Tagesschau verfolgte, dem servierte Moderatorin Gabi Bauer eine kalt lächelnde Lüge. In einem Bericht über den Jahrestag von Fukushima (2011) sagte sie zur Kernschmelze in dem japanischen Reaktor wörtlich: „Mehr als 18 000 Menschen kamen als Folge des Unglücks ums Leben“

Lesen Sie hier den vollständigen Text: Fukushima: Jahrestag der Fälscher

Wie soll man das alles nun nennen? Ist es Propaganda? Ist es