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Afrikagate

7. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Die Geschichte von Afrikagate beginnt im Jahr 2007. Verbunden mit der Veröffentlichung einer Zusammenfassung des vierten IPCC-Sachstandberichtes (“Synthesis Report”) begann der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri, die folgende Passage in seine Reden und Stellungnahmen zu integrieren (u.a. am 22.9.2009 in New York):

In Africa, by 2020, between 75 and 250 million people are projected to be exposed to water stress due to climate change, and in some countries yields from rainfed agriculture could be reduced by up to 50%.

Dies erregte die Aufmerksamkeit des britischen, klimaskeptischen Bloggers Richard North und des Journalisten Jonathan Leake (Sunday Times), die sich fragten, ob es denn für eine derartige Behauptung eine seriöse wissenschaftliche Quelle gäbe. Ausgehend von dem Ergebnis ihrer Recherchen entstand eine längliche Auseinandersetzung, die in den letzten Jahren in zahlreichen Blogs und Zeitungen in vielen Ländern ausgetragen wurde und deren vorläufigen Höhepunkt in Deutschland der Rechtsstreit zwischen der Journalistin Irene Meichsner und dem Klimaforscher Stefan Rahmstorf darstellt. Über diesen Konflikt hat der Journalist Markus Lehmkuhl hier umfassend berichtet und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Durch die Berichterstattung auf der Klimazwiebel wurde ich nun darauf aufmerksam, wie sich im Laufe der Jahre das Thema der Auseinandersetzung verändert hat.

Leake und North stellten nämlich ursprünglich …



Erinnerungen an Circus Renz

8. November 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ökologismus, Tierrechte, Tierschutz
http://www.youtube.com/watch?v=AgDkr7CnKS8&feature=related”>Erinnerungen

Wenn der Musikclown in die Manege stolpert, in der das spotbeleuchtete Xylophon schon wartet, und die ersten Töne der zeitlosen Musik von Gustav Peter erklingen, beginnt die Reise durch eine Welt voller Wunder fernab des Alltags. Die Klänge, die Lichter, die Farben, der Geruch nach Sägemehl und Tieren, die Spannung im Publikum und das Versprechen des Außergewöhnlichen verbinden sich in Zeitlosigkeit – man ist wieder Kind und doch auch Vater. Der Zirkus ist in der Stadt.

Natürlich bin ich nicht alt genug, um den historischen Circus Renz zu kennen. Meine Erinnerungen sind verknüpft mit Williams-Althoff, Busch-Roland und natürlich Circus Barum, in dem Gerd Simoneit seine Löwen präsentierte. Es sind die schärfsten und klarsten Eindrücke, die mir aus der frühen Kindheit noch verblieben sind, der Salto Mortale unter der Kuppel, die mächtigen Elefanten hautnah und die gefährlichen Raubtiere in einer spektakulären Choreographie. Clownerie, Artistik und Tierdressuren – aus dem klassischen Dreiklang der großen Zirkuskunst sind es vor allem die Tiere, die sich in mein Gehirn eingebrannt haben.

Ich sehe sie wie heute vor mir, das Spiel der kräftigen Muskeln unter dem goldenen Fell, die weiß glänzenden Zähne, wenn sie ihre Wut dem Dompteur entgegenbrüllen, der Wunsch, zu springen und zu töten, …



Wettstreit der Angst: Kernenergie versus Klimawandel

29. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Kernenergie, Klimawandel, Medien, Nachhaltigkeit, Politik, Profiteure

Warum es wenig mit dem Gefahrenpotential von Kernkraftwerken zu tun hat, dass wir uns so vor ihnen fürchten.

von Frank Furedi

Deutschlands Ankündigung, bis 2022 alle Kernkraftwerke abschalten zu wollen, zeigt, wie sehr das öffentliche Leben heutzutage von einer „Kultur der Angst“ dominiert wird. Eine grundlegende Risikoscheu und das Vorsorgeprinzip durchdringen alle Lebensbereiche, die Politisierung von Ängsten ist zur Normalität geworden. Auf der politischen Arena sind verschiedene Gruppierungen in einen regelrechten Wettstreit darüber eingetreten, wovor wir uns im 21. Jahrhundert am meisten zu fürchten haben.

Als die deutsche Regierung unter Führung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) im letzten Herbst die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke durchsetzte, wurde dies auch mit der wichtigen Rolle dieser „sauberen“ Energie im Kampf gegen den Klimawandel begründet. Nicht wenige Kernkraftgegner schlossen sich damals dieser Argumentation an. Ihre Befürchtungen hinsichtlich des Klimawandels überwogen sogar ihre Ablehnung der Kernenergie. Doch der Sieg der Klimapanik war nur von kurzer Dauer. Die Aussicht auf eine atomare „Verstrahlung“ im Hier und Jetzt erwies sich als das wirksamere Angstszenario im Gegensatz zu den wenig greifbaren Schäden, die der Klimawandel für „zukünftigen Generationen“ bereit halten könnte.

So konnte letztlich die Angst vor einer angeblichen Bedrohung durch die zerstörten Reaktoren in Fukushima über die alarmistischen …



Offshore? – Offshore!

21. Oktober 2011 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik, Windkraft, Wirtschaftsförderung

Der Abend der Einweihung der neuen Büros meiner Geschäftspartner endete für den harten Kern tief in der Nacht bei Zigarillos, Wein und einer spannenden Debatte auf der Terrasse. Diskutiert wurde, was denn nun die rasante Globalisierung in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ausgelöst habe. Und man war sich rasch einig: der Container. Heroisch den Dieselmotor als die Innovation verteidigend, die den Handel von Gütern rund um die Welt in großer Menge und  Vielfalt erst möglich machte, tanzte nur ich mal wieder aus der Reihe.

Meine Gesprächspartner konnte ich nicht überzeugen. Denn tatsächlich hatten wohl beide Seiten recht: Es war das Zusammenwirken von Technologien, von (mindestens) Dieselmotor und Container, die die rasant verlaufende Entwicklung des Welthandels begründete. Was bemerkenswert vor allem ist, weil der Dieselmotor ursprünglich eine völlig andere Intention hatte. Sein Erfinder und Entwickler selbst sah in ihm eine stationäre, kleine und preiswerte Kraftmaschine zur Versorgung des mittelständischen produzierenden Gewerbes außerhalb der großen Zentren. Rudolf Diesel ahnte nicht, daß in diesem Segment der Elektromotor seiner Innovation schon bald den Rang ablaufen würde. Und er erkannte nicht die Möglichkeiten im Transportwesen, denn erst mehr als 20 Jahre nach seinem mutmaßlichen Selbstmord gelang es, mit dem Ottomotor bei Lastkraftwagen technisch gleichzuziehen. …



In eigener Sache: Novo Argumente 112 erschienen

17. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Internes, Medien

Die neue Ausgabe der Novo Argumente ist erhältlich und sie hat Gewicht. Denn sie kommt nicht mehr als Heft, sondern als Buch daher: 341 Seiten mit 36 Artikeln von 29 Autoren bieten einen liberalen und scharfzüngigen Rundumschlag durch die Debatten der Zeit. Eurokrise, Energiewende, Islamangst, Regulierungswahn, Überbevölkerung und der arabische Aufbruch sind die Leitthemen, unter die die einzelnen Texte gruppiert wurden. Das steht zwar auch vorne drauf, ist aber, da mit weißer Folienschrift auf weißem Untergrund gedruckt, bei einem flüchtigen Blick nicht wirklich erkennbar. Dieser Gestaltungsfehlgriff ist aber auch die einzige kritische Anmerkung, die ich zum neuen Konzept habe. Die Novo soll jetzt immer so erscheinen, zweimal im Jahr, als Taschenbuch mit mehr Inhalt. Die gedruckte Ausgabe ist eng vernetzt mit dem Online-Auftritt. Viele Artikel sind bereits online erschienen, sie werden teils erweitert und überarbeitet erneut präsentiert. Andere Texte wurden exklusiv für die gedruckte Ausgabe verfaßt und werden nach und nach im Web erscheinen. Die interessantesten Leserkommentare von den Novo-Seiten werden ebenfalls dokumentiert. Man möchte auf diese Weise eine engere Verzahnung zwischen Print und Online herstellen. Eine spannende Idee mit Potential, man wird sehen, ob und wie das ankommt. Denn in dieser Form hat die Novo natürlich auch ihren Preis: …



Der NDR versteht das Internet nicht

5. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses, Medien

Ich war im Fernsehen. Also gut, nicht wirklich ich, sondern nur mein Name. Was Zufall ist, denn “Heller” und “Hentrich” sind im Alphabet eng benachbart. Auf jeden Fall habe ich dadurch endlich erfahren, daß ich für einen “merkwürdigen” Blog schreibe (Ökowatch), der einer neoliberalen Ideologie verhaftet ist und im Internet eine bestimmte Haltung vertritt (gegen eine ideologisierte Umweltpolitik).

Nun, die Haltung finde ich eigentlich ganz in Ordnung. “Merkwürdig” finde ich Ökowatch auch nicht, denn die Macher sind mir gut bekannt. Sollte ich tatsächlich ein “Neoliberaler” sein, dann ist mir das zwar neu, aber auch nicht schlimm. Eigentlich dachte ich bisher, einfach nur “liberal” zu sein, ohne jede Einschränkung und ohne jeden Zusatz. Es gibt tatsächlich, lieber NDR, eine Menge anderer Menschen im Web, die meine Haltung teilen. Und die schreiben alle irgendwo gelegentlich mal irgendwas. Hier, bei Science Skeptical, auf “Novo Argumente Online”, auf “Ökowatch”, auf “Der Achse des Guten” und natürlich auch im Blog der Friedrich-Naumann-Stiftung “Denken für die Freiheit“. Einige werden dafür bezahlt (was gut ist in einer Marktwirtschaft), andere nicht (ich beispielsweise, was überhaupt nicht gut ist in einer Marktwirtschaft). Und da wir alle von diesen “merkwürdigen” Blogs uns gegenseitig lesen und …



Das Narrativ der Zukunft

4. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Innovationspolitik, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik

Die Weltsicht der Ökologisten besteht offensichtlich aus glücklichen Lilakühen, die wohlgenährt auf saftigen Almwiesen unter strahlend blauem Himmel lustwandeln und dabei nur gelegentlich von blonden Dirndlmodellen mit perfekten Zähnen zwecks Milchgewinnung unterbrochen werden. Anders jedenfalls ist die Vehemenz kaum erklärbar, mit der sie darauf bestehen, die “natürlichen Lebensgrundlagen” der Menschheit wären durch die Aktivitäten selbiger in einem Ausmaß gefährdet, das unser Fortbestehen in Frage stellt. In der Realität hingegen ist die Nichtexistenz dieser “natürlichen Lebensgrundlagen” evident. Die Umwelt der bald 7 Milliarden Erdenbürger ist nahezu ausnahmslos artifizieller Natur. Es sind nicht die Lilakühe, es ist eine Hochleistungslandwirtschaft, bestehend aus gentechnisch optimierten (gleich ob durch Züchtung oder direkte Manipulation des Erbgutes) Pflanzen und Tieren, die entweder in künstlich geschaffenen Landschaften oder in Ställen und gewaltigen Treibhausanlagen gedeihen und uns mit Nahrung und allerlei nützlichen Stoffen versorgen. Es sind der Bergbau und die Grundstoffindustrie, die die Materialien bereitstellen, aus denen all die Gegenstände und Maschinen bestehen, die unser Leben ermöglichen. Die Vielfalt an Dingen, die sich in einem typischen Haushalt der industrialisierten Welt ansammeln, ist ungeheuer. Von den Möbeln über die Kleidung bis hin zum Geschirr, von den Küchengeräten über die multimedialen Elektronikspielzeuge bis hin zum Kraftfahrzeug – kein einziges Artefakt hat …