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In eigener Sache: Novo 107 (Juli/August 2010) erscheint am 01.07.

29. Juni 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Blog

Übermorgen ist es soweit. Die neue Novo wird spätestens an diesem Tag allen Abonnenten zugegangen und auch im Handel erhältlich sein. Das neue Heft (mit deutlich erweitertem Umfang) beschäftigt sich mit dem Kernthema “Innovation” und enthält als Herzstück das Londoner Manifest für Innovation der “Big Potatoes” in deutscher Übersetzung. Weitere aus meiner Sicht sehr empfehlenswerte Artikel:

  • “Wir schulden der Natur nichts” – Thilo Spahl über den ökologischen Fußabdruck
  • “Warum Manager so gerne zu Moralisten werden” – Steffen Hentrich über den Ökologismus in der Wirtschaft
  • “Kohlendioxid-Recycling: Alternative für Erdspeicher” – Georg Menges über Methanol als Energieträger
  • “Tschernobyl vom Mythos befreien” – Rob Lyons zeigt auf, daß das Unglück von Tschernobyl als Quelle der Ablehnung der Kernenergie eigentlich nicht taugt
  • “Warum uns das Wasser auf dem Mond schnuppe ist” – Sean Collins wirbt für ehrgeizige Ziele und Visionen

Ich durfte dieses mal den Leitartikel zum Thema Innovation beisteuern. Unter der Überschrift “Nehmen Sie ein Taxi” finden sich ein paar Gedanken über “Elektromobilität als Leitmarkt der Zukunft”. Oder vielmehr eine Beschreibung der innovationspolitischen Irrtümer, die diesem Konzept zugrunde liegen.

Betrachtet man das Heft insgesamt, so fällt doch auf, wie viele verschiedene Autoren auf Basis der Analyse unterschiedlicher…



Die Mikroben und der Emissionshandel

26. Juni 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Biomasse, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Klimawandel, Politik, Profiteure

Meine Frau hat sich über die Creme sehr gefreut. Ein Kosmetikprodukt, dessen Inhaltsstoffe zum Teil aus Mikroalgen hergestellt werden. In der Kosmetik- und der Nahrungsmittelindustrie sind Mikroalgen schon länger ein wichtiger Rohstoff. Darauf hat EADS auf der Internationalen Luftfahrtausstellung ILA 2010 Bezug genommen und seinen Gästen entsprechende Werbegeschenke zukommen lassen.

Natürlich will EADS nicht etwa sein Portfolio diversifizieren und uns demnächst mit Lotionen oder Designerfood versorgen. Nein, der Ansatz ist, nun auch wirtschaftlich Treibstoff für Flugzeuge aus Mikroalgen zu gewinnen. Um damit dem Emissionshandel, in den ab 2012 auch der Luftverkehr einbezogen wird, geschickt zu entgehen.

Die Idee mit den Mikroalgen ist sehr charmant, denn sie weist einige eindeutige Vorteile auf:

  • Algentreibstoff hat eine höhere Energiedichte als herkömmliches Kerosin. Außerdem enthält er deutlich weniger Stickstoff und Schwefel, womit die Emissionen der entsprechenden Oxide ebenfalls wesentlich reduziert werden können.
  • Algen können in Bioreaktoren gezüchtet werden, mit denen deutlich höhere Erträge pro Flächeneinheit möglich sind, als bei herkömmlichen Energiepflanzen. Nach Angaben von EADS ist der Ertrag pro Hektar um einen Faktor 30 höher als bei Raps.
  • Die Bioreaktoren können auf Flächen aufgestellt werden, die für die herkömmliche Landwirtschaft nicht geeignet sind. Mikroalgen stehen also nicht in Konkurrenz zur Nahrungsmittelerzeugung. Zumal sie



Ökowatch – ein neues Internetprojekt

18. Juni 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Wissenschaft, Ökologismus

Die Urlaubszeit hat begonnen, die Weltmeisterschaft läuft – und keiner schreibt was. Bei mir zumindest hat es mit beiden Dingen nichts zu tun. Vielmehr fehlt mir die Zeit aufgrund der momentanen beruflichen Beanspruchung. Und das kann noch ein paar Wochen so bleiben.

In der Zwischenzeit möchte ich es zumindest nicht unterlassen, unsere Leser auf ein neues Internetprojekt hinzuweisen.

Ökowatch hat nach eigener Aussage die folgenden Ziele:

ökowatch tritt mit dem Anspruch an, umweltpolitische Forderungen von Regierungen und Nichtregierungsorganisationen kritisch und ideologiefrei zu hinterfragen und hinsichtlich der tatsächlichen Wirkung auf Mensch, Gesellschaft und Umwelt zu prüfen:

  • Seriosität: Wie belastbar ist die Datenbasis hinter umweltpolitischen Forderungen?
  • Gesamtwirkung: Was sind die positiven und negativen Wirkungen einzelner Umweltschutzforderungen?
  • Transparenz: Von welchen Interessen werden Organisationen und Einzelpersonen geleitet? Wer finanziert die unterschiedlichen Interessenvertreter?

Einer der Macher, der Journalist Fabian Heinzel, von Haus aus Umweltwissenschaftler, hat mich gebeten, auch diesem Portal Beiträge zur Verfügung zu stellen. Was natürlich erfolgen wird. Denn meine Unterstützung für die Ziele dieser Seite sollte keine Überraschung sein.



Gegen die wissenschaftsbasierte Politik

29. Mai 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Wissenschaftliche Kenntnisse über den Klimawandel seien wichtig als Grundlage für politische Entscheidungen. So Mike Hulme, einer der Autoren des Hartwell-Papiers, sinngemaäß in diesem bemerkenswerten Beitrag. Auch, wenn diese Politik nicht determinieren dürften. Vielmehr seien noch eine Vielzahl anderer Aspekte zu berücksichtigen.

Wissenschaftliche Kenntnisse über den Klimawandel erfordern ein bestimmtes politisches Handeln zwangsläufig. So dagegen Mojib Latif sinngemäß hier. Und Hans von Storch antwortet darauf mit dem Prinzip des „honest broker“, nach dem Wissenschaft neutral zu betreiben wäre, ohne Festlegung auf einen politischen Standpunkt, um überhaupt nützliches Wissen liefern zu können.

Climategate hat diese wichtige Debatte endlich in die Öffentlichkeit getragen. Denn was man schon seit Jahren vermuten konnte, wurde durch die jetzt frei zugänglichen Mails endgültig bewiesen. Eine kleine, gut vernetzte Gruppe von Klimaforschern hat Wissenschaft im Lichte einer politischen Agenda betrieben und instrumentalisiert. Statt Kenntnisse über die Abläufe in der Natur zu vermehren, ging es diesen Personen primär um die Konstruktion von Argumenten zugunsten einer bestimmten Ideologie.

Ich möchte mich in diese Auseinandersetzung mit einem ebenso einfachen, wie provokanten Statement einmischen:

Alle drei zitierten Protagonisten haben Unrecht. In Wahrheit bestehen zwischen dem naturwissenschaftlichen Erkenntnis- und dem politischen Meinungsbildungsprozeß keinerlei Verbindungen. Das eine kann dem anderen



Kehraus der Klimapolitik: Das Hartwell-Papier

13. Mai 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Energieerzeugung, Klimawandel, Kopenhagen, Politik

Das Dilemma eines jeden Klimaskeptikers ist, das Nichteintreten einer Klimakatastrophe nicht beweisen zu können.  Denn es handelt sich hier um ein Ereignis in der Zukunft, und diese kann man nicht vorhersagen. Die klimapolitische Debatte ist daher auch geprägt von den differierenden Verständnissen der Rolle und der Möglichkeiten naturwissenschaftlicher Grundlagenforschung. Insbesondere der Forschung, die sich mit komplexen und rückgekoppelten, einer Vielfalt von Einflüssen ausgesetzten Systemen befaßt. Systemen, wie sie die Erde, ihr Energiehaushalt und ihre Klima- und Wetterphänomene darstellen.

Auf die Frage, ob unser Wissen genügt, um Risiken vorhersehen und rechtzeitig die richtigen Maßnahmen zu ihrer Minimierung ergreifen zu können, gibt es je nach Problemstellung unterschiedliche Antworten. Die Kollision eines Fahrzeuges mit einem Hindernis gleich welcher Natur ist (abhängig von seiner Masse und seiner Geschwindigkeit) ab einer bestimmten Annäherung tatsächlich unvermeidbar. Auf dieser Basis können Automaten entscheiden, eine Vollbremsung einleiten (um die Aufprallenergie zu vermindern) und tatsächlich in Zukunft einen Notruf bereits kurz vor dem Unfall absetzen. Ob aber ein bestimmter Fluß zu einem bestimmten Zeitpunkt über seine Ufer tritt und Menschen und Sachwerte gefährdet, ist letztendlich auch durch noch so viel klimawissenschaftliche Erkenntnisse niemals beantwortbar. Und selbst wenn man das im Rahmen der Hypothese von der menschgemachten Erwärmung steigende Risiko…



Drei Anmerkungen zu zwei Grad

30. April 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Daten, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Nun wandert also mit dem „2 Grad Ziel“ eine der größten geistigen Verirrungen der Klimaalarmisten heimlich, still und leise in den Papierkorb. Und das wurde Zeit. Denn sonst bemerkt noch jemand den intellektuellen Unfug hinter diesem Dogma. Vielleicht sogar in den naturwissenschaftlich/technisch nur begrenzt befähigten Massenmedien.

Es gibt keine „mittlere globale Temperatur“

Die uns umgebende Luft wird nicht von oben, von der Sonnenstrahlung erwärmt, sondern von unten, vom Boden aus. Denn diesen erreicht das Sonnenlicht fast ungehindert, um in Teilen absorbiert und als infrarote Wärmestrahlung wieder emittiert zu werden. Was man „Erderwärmung“ nennt, ist also lokal, je nach Beschaffenheit der Oberfläche, völlig unterschiedlich. Die Kugelgestalt der Erde, als deren Folge die einfallende Energiedichte pro Fläche in hohen Breiten im Mittel deutlich geringer als in äquatorialen Regionen ist, trägt das ihrige dazu bei. Zwei beliebige Thermometer an verschiedenen Orten auf diesem Planeten bzw. die sie umgebenden Luftreservoirs stehen daher nicht im thermischen Gleichgewicht miteinander (denn sie sind einem ständig differierenden Wärmezustrom ausgesetzt). Die Angabe eines mittleren Temperaturwertes zwischen diesen beiden Reservoirs ist also physikalisch sinnlos, sie entspricht keinem in der Realität feststellbaren Aspekt. Man kann es aber auch einfacher erläutern, angepaßt an die Möglichkeiten der Laien in der Politik und…



Das IPCC aus der Sicht eines Zukunftsforschers

24. April 2010 | Von Peter Heller | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Kommentare, Politik, Wissenschaft

Einer der Leser des Interviews in der Freien Welt hat sinngemäß ausgeführt, es wäre doch widersprüchlich, wenn ein Zukunftsforscher die Unmöglichkeit einer Zukunftsvorhersage betone. Dieser Kommentar ist Folge einer allgemeinen Unkenntnis darüber, was denn nun ein Futurist genau treibt. Und beruht auf einer Fehleinschätzung darüber, wie Prognosen, Szenarien und Projektionen eingeordnet werden müssen, was sie unterscheidet und was man mit ihnen anfangen kann. Ein Irrtum, der den politischen Umgang mit den Projektionen des IPCC zur künftigen Entwicklung unseres Klimas prägt. Wie man es besser anstellen könnte, möchte ich hier erläutern. Vorsicht, es wird diesmal ein wenig abstrakt…

Das Wesen der Prognose

Eine Prognose ist nicht mehr als die bloße Fortschreibung einer bisherigen Entwicklung in die Zukunft. Man betrachtet dabei einen bestimmten Parameter, der im Rahmen der jeweiligen Fragestellung von Interesse ist, und verlängert dessen Verhalten in die Zukunft. Als Beispiel mag die berühmt-berüchtigte „mittlere globale Temperaturanomalie“ dienen. Ich möchte an dieser Stelle nicht über Relevanz und Validität dieses Parameters streiten. Entscheidend ist hier nur die Möglichkeit, diesem einen statistischen Trend mit hoher Signifikanz zuweisen zu können. Einen linearen Trend. Die Signifikanz weist darauf hin, daß die zeitliche Entwicklung dieses Wertes nicht vollkommen zufällig ist, sondern mit einer…