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So geht Elektromobilität

12. Januar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Elektromobilität, Innovationspolitik, Mobilität, Technium

ego150Bei der Suche nach neuen Ideen für innovative Produkte wird man häufig in der Vergangenheit fündig. Vor allem die Technikgeschichte der letzten 200 Jahre bietet viele faszinierende, damals zukunftsweisende Konzepte, die heute in Vergessenheit geraten sind. Die Ursachen des Scheiterns können meist auf einen oder mehrere der folgenden Umstände zurückgeführt werden:

  • Manche Visionen waren in der zu ihrer Zeit zur Verfügung stehenden technischen Umwelt nicht marktfähig umsetzbar. Beispiele sind das Fehlen geeigneter Materialien, geeigneter Steuerungs- und Antriebssysteme oder auch der erforderlichen Produktionstechnologien. Den Bodeneffektfahrzeugen geht es bis heute so, obwohl ich nach wie vor eine Renaissance derselben erwarte.
  • Manchen Erfindern gelang es nie, ausreichend Unterstützung zur Überwindung von Hindernissen aller Art zu generieren. Dies betrifft nicht nur das erforderliche Kapital, sondern auch ideelle und organisatorische Hilfen sowie geeignete Mitstreiter. Ohne die Allgegenwart von Massenmedien, ohne das Internet als Kommunikationskanal waren insbesondere Entwicklungen aus dem Umfeld des Militärs häufig so wenig Menschen bekannt, daß sie leicht augebremst und verhindert werden konnten. Mit dem Tragschrauber (Gyrocopter) und dem Flüssigsalzreaktor seien zwei Produkte genannt, deren Wiederentdeckung erst nach Jahrzehnten durch kleine Unternehmen und Startups erfolgte.
  • Manche Entwickler konzentrierten sich schlicht auf ein völlig falsches Marksegment, in dem andere technische Paradigmen die Bedarfe der


Zur Zukunft der Mobilität

11. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Mobilität, Technium

lichtblicke-686x439Mein neues Stück auf Tichys Einblick:

Wenn Politik auf Innovationen schaut und Gründer unterstützen will, ist häufig nur von Informationstechnologie die Rede. Deutschland aber ist das Land des Maschinen- und Fahrzeugbaus. Ein Silicon Valley hierzulande erzwingen zu wollen, scheint daher weniger erfolgsversprechend, als die Potentiale zu fördern, die wir schon haben. Sollte das Mutterland des fahrenden nicht auch anstreben, das des fliegenden Automobils zu werden?

Wie das gehen soll? Bitte hier weiterlesen…



Diskussionen mit Kernenergiegegnern? Reden ist Silber!

6. Januar 2016 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Kernenergie, Ökologismus

ego150Vor einigen Jahren hatte man mich zu einem Vortrag vor Managern aus der Telekommunikationsindustrie eingeladen. Es ging um Innovationen, wie sie entstehen und wie man sie befördern kann. In der anschließenden Diskussion allerdings kam ein anderes Thema zur Sprache: Der teils heftige Widerstand in der Bevölkerung gegen die Errichtung neuer Mobilfunkmasten, der auf irrationalen weil wissenschaftlich nicht begründbaren Ängsten vor elektromagnetischer Strahlung beruhte. Ich wurde um eine Empfehlung gebeten. Mit welcher Kommunikationsstrategie man denn dieser Opposition begegnen könne?

Mit keiner, lautete meine Antwort. Sie werden diese Menschen nicht erreichen, ganz gleich, was Sie anstellen, führte ich aus. Deswegen unternehmen Sie am besten nichts. Haben Sie einfach einen langen Atem und sitzen Sie es aus.

Die Historikerin und Politologin Anna Veronika Wendland wäre da sicher anderer Meinung. Jedenfalls hat sie zu dieser Frage ein bedenkenswertes Essay im Blog der Nuklearia veröffentlicht, das ich uneingeschränkt zur Lektüre empfehlen kann. Ihr geht es natürlich nicht um „Handystrahlung“, sondern um die Kernenergie. Deren Scheitern in Deutschland sie vor allem auf eine gescheiterte Kommunikation zurückführt. Eine „Diskurshegemonie“ hätten die Kernkraftgegner hierzulande errungen. Was auch an einem entsprechenden Versagen der kerntechnischen Industrie läge, die sich nicht ausreichend oder in einer unzureichenden Weise bemüht hätte,



Realpolitik statt Utopie: Das Pariser Klimaabkommen

21. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik

ego150Auch als Skeptiker hätte ich das neue Abkommen zur Klimapolitik nicht besser gestalten können. Der Jubel aus dem Pariser Veranstaltungszentrum ist nur als Ausdruck die Erleichterung verständlich, nun wieder nach Hause fahren und ausschlafen zu dürfen. Die teils euphorischen Schlagzeilen und Kommentare in den berichtenden Medien spiegeln vor allem den Versuch wieder, Deutungshoheit zu gewinnen. Der Inhalt der Vereinbarung rechtfertigt die Freude der Klimaschützer jedenfalls nicht.

Fünf Elemente finden sich in der Übereinkunft, die keine Fortschritte im Sinne der herrschenden Vorsorge-Doktrin darstellen. Es handelt sich dabei um die Anregung zur Verschärfung der Zielmarke, um den Verzicht auf ein globales Reduktionsziel, um die Herabstufung der Priorität der Klimafrage gegenüber anderen Politikfeldern, um das Fehlen des Begriffes „Dekarbonisierung“ und um die Verankerung von Anpassung als gleichrangig mit der Vermeidung.

Wer sich an die neue Ziffer 1,5 statt zwei Grad mit Begeisterung klammert, wird am Ende nur schneller enttäuscht. Denn je ehrgeiziger man die Hürden für das Maß der noch tolerierbaren Erderwärmung definiert, desto eher werden sie gerissen. Zu beachten ist die Definition der Überprüfung dieser Ziele, die sich nicht an realen Messungen orientiert, sondern an Hochrechnungen auf der Basis von Klimamodellen. Die Zeit, die bei der gegenwärtigen Entwicklung der Emissionen noch bleibt,



Klimawandel? Wir schaffen das!

14. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik

ego150Kohlendioxid ist das Grundnahrungsmittel aller Pflanzen. Seine Anreicherung in der Erdatmosphäre regt die Photosynthese an und gestattet der Flora eine effizientere Nutzung des Wassers. Überwachte Freilandversuche zeigen bei vielen Nutzpflanzen eine Zunahme der Biomasse-Produktion um 20-25% bei einer gegenüber dem vorindustriellen Wert verdoppelten Kohlendioxid-Konzentration. Das habe ich mir nicht ausgedacht. Das steht im aktuellen IPCC-Bericht (WG1 2013, Seite 502). In Treibhäusern nutzt man diesen Effekt schon lange. Durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas steht diese kostenlose Zusatzdüngung jetzt auch im Freien zur Verfügung und steigert die Erträge dann, wenn der Mensch die Versorgung mit Wasser, Licht und sonstigen Nährstoffen sicherstellt. Außerdem profitiert die Landwirtschaft von der Verlängerung der Wachstumsperioden in den mittleren und hohen Breiten. Schon die aktuell noch mäßige Erwärmung hat zu einem früheren Frühlingsbeginn und späteren Wintereinbrüchen geführt (IPCC WG2 2014, Seite 291f).

Der „Klimakiller“ hilft direkt und indirekt im Kampf gegen den Hunger. Da freut man sich doch über die bisher ernüchternden Ergebnisse der internationalen Klimadiplomatie.

Klimadiplomatie

Der erste große Bericht des IPCC erschien im Jahr 1990 und seither ist der Ausstoß an Kohlendioxid schneller gestiegen, als in den 25 Jahren davor. Auch die jährlichen UN-Klimakonferenzen, deren 21. Auflage gerade in Paris



Die Klimakatastrophe im Faktencheck

9. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

ego150Hagel ist kein seltenes Wetterereignis. Aber was vor zwei Jahren über unser Dorf hereinbrach, verdient schon das Etikett außergewöhnlich. Tennisballgroße Eisstücke fielen vom Himmel, hinterließen Dellen in Autos, zerschmetterten Dachziegel und zerbrachen Fensterscheiben.

Ist dies eine Folge des Klimawandels, vor dem UN Generalsekretär Ban Ki Moon in einem Gastbeitrag auf Spiegel Online jüngst mit den Worten warnte „Und wie jeden Menschen bestürzt es mich, dass Fluten, Dürren und Brände immer schlimmer wüten, dass Inselstaaten verschwinden und zahllose Tierarten ausgerottet werden.“? Stellt das Hagelereignis von 2013 nur den Auftakt einer zunehmenden Zahl zunehmend katastrophaler Wetterereignisse dar, vor denen uns die Delegierten der derzeit stattfindenden 21. UN-Klimakonferenz in Paris bewahren können, ja bewahren müssen?

Da die Temperatur der bodennahen Luftschichten im globalen Mittel bereits um etwa ein Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit gestiegen ist, kann man eine erste Bilanz ziehen. Wer wäre dazu besser geeignet, als die UN-Behörde IPCC, als Ban Ki Moons eigene Leute selbst? In seinen bisher fünf großen Berichten hat dieser „zwischenstaatliche Ausschuß über Klimaveränderungen“ den Stand der Erkenntnis zum Klimawandel und dessen menschgemachten Anteil zusammengestellt. Hier beziehe ich mich auf den aktuellsten, der in den Jahren 2013 und 2014 erschienen ist.

Die erste Arbeitsgruppe des IPCC formuliert im



Die Vertreibung aus dem liberalen Paradies

1. Dezember 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Politik

BDI2Physikalisch nicht erreichbar, so Christian Lindner, seien die Kohlendioxid-Minderungsvorgaben für die Stahl- und Aluminiumindustrie. Ralf Stegner entgegnete, er verfüge nicht über Lindners physikalische Kenntnisse.

Natürlich wollte er damit nicht etwa Wissenslücken einräumen. Ich würde seine Replik so übersetzen: Lindner, Sie verstehen von Physik so wenig wie ich, also hören Sie doch auf, mit vorgetäuschtem Halbwissen zu kokettieren. Ein Treffer, mit dem man die gesamte Diskussion zusammenfassen kann, zu der sich die beiden am 30.11. auf Einladung des BDI in Berlin trafen.

Ich kam später an, als vorgesehen. Seit vielen Monaten ist mir kein Fernzug begegnet, der nicht weit außerhalb der vorgesehenen Zeiten unterwegs war. Den Veranstaltungsort erreichte ich trotzdem rechtzeitig, weil ich die ablehnende Haltung der Bahn gegenüber ihren Fahrplänen bei jeder Buchung berücksichtige. Obwohl angemeldet, obwohl auch auf der Teilnehmerliste vermerkt, hatte die freundliche Dame am Empfang kein Namensschild für mich. Ein Ärgernis, denn ich sammle die Dinger. Statt etwas ordentlich gedrucktem im schönen BDI-blau bekam ich also nur ein handschriftliches Provisorium. Das ich dann recht schnell in einer Tasche verschwinden ließ. Kellner verteilten Getränke, Rotwein, Weißwein und Wasser. Ob es denn auch Cola gäbe, fragte ich. Nein, die würde zur Begrüßung nicht ausgeschenkt. Ich starrte ihn an. Natürlich