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Keine Kompromisse in Lissabon

1. Februar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Eine bemerkenswerte Konferenz fand letzte Woche (26. bis 28 Januar 2011) in Lissabon statt.  Unter dem Titel “Versöhnung in der Klimadebatte” trafen sich nach übereinstimmenden Berichten etwa 30 Protagonisten, darunter einige Stars der Blogosphäre.

Berichte und Diskussionen finden sich u.a. hier:

Werner Krauß (Klimazwiebel): “Der Klimakrieg kann weitergehen

Werner Krauß (Klimazwiebel): “Reconciliation in the Climate Debate

Gerald Traufetter (Spiegel Online): “Der Klimakrieg kann weitergehen

Judith Curry (Climate Etc.): “Lisbon Workshop on Reconciliation Part II

Skeptiker wie Steve McIntyre, Steve Mosher, Steve Goddard, Ross McKitrick und Fred Pearce diskutierten mit vom menschgemachten Klimawandel überzeugten Wissenschaftlern wie Judith Curry, Hans von Storch und Werner Krauß (der sich, wie er auf der Klimazwiebel verlauten ließ, tatsächlich mit “ß” schreibt – und ich halte meinen Lieblingsbuchstaben ja in Ehren). Eine vollständige Teilnehmerliste habe ich nirgends gefunden, aber echte Alarmisten waren wohl nicht anwesend. Bei Traufetter findet sich die Vermutung, der geladene Gavin Schmidt habe abgesagt, weil er nicht auf Steve McIntyre treffen wollte. Zur Debatte kam es also nur zwischen den Skeptikern und den “Honest Brokern”. Diese Bezeichnung habe ich von Roger Pielke jr. und Hans von Storch übernommen. Sie steht für Forscher, die sehr wohl von …



Das Ende der Ökozone?

27. Januar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ökologismus, Politik

Die Reduzierung des anthropogenen Schadstoffausstoßes (jedenfalls das, was man dafür hält) ist nicht das oberste Ziel der ökologistischen Ideologie. Vielmehr geht es, wie bei allen totalitären Ansätzen, um die Umerziehung des Menschen an sich, um die Änderung seiner Verhaltensweisen unter der Ägide einer übergeordneten Zielstellung. Die gemeinhin verstanden wird als „nachhaltige Entwicklung“ in ihrer strengstmöglichen Form, in der jedwede physikalische Interaktion zwischen Mensch und Natur erstens zu hinterfragen, zweitens zu reduzieren und drittens schließlich ganz zu vermeiden ist. „Physikalische Interaktion“ meint nicht den Streichelzoo, sondern die Nutzung von Flächen (Siedlungen, Verkehrswege, Landwirtschaft), den Eintrag von Stoffen (vom Abgas bis zum Düngemittel) und die Gewinnung von Ressourcen (vom Eisenerz bis zum Steak). Die individuelle Freiheit der Menschen ist auch die Freiheit zu dieser Form der Wechselwirkung mit ihrer Umwelt, sie äußert sich in unserem Alltag in den Möglichkeiten der Kommunikation, der Versorgung mit allerlei Gütern von Kleidung bis Nahrung, der Versorgung mit Energie und Energieträgern aller Art und nicht zuletzt in der Erfüllung von Mobilitätsbedarfen. Im Innenleben des gewöhnlichen Ökologisten vereinen sich daher oft die Angst vor Handystrahlung, Vegetarismus oder gar Veganismus und der Glaube an die Klimaerwärmung zu einem geschlossenes Weltbild. Und dem Hang zum Totalitarismus entsprechend wird die persönliche …



Nachts ist es kälter als draußen

21. Januar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Das Sielhafenmuseum an der Nordseeküste in Carolinensiel ist einen Besuch wert. Es beeindruckt vor allem der Ausstellungsbereich, in dem die große Weihnachtsflut des Jahres 1717 beschrieben wird. Man kann sich ausmalen, wie sich die Menschen am Abend des 24.12. zusammenfanden, nichtsahnend, daß schon wenige Stunden später alles dahin sein würde. Einfach alles – die Felder, die Tiere, das Haus und vielleicht sogar das eigene Leben und das der geliebten Familie.

Mit furchtbarer Gewalt drückte an diesem Abend ein plötzlich einsetzender Sturm die in der Flut auflaufenden Wassermassen gegen die einfachen Deiche, die dieser Kraft nicht gewachsen waren. Sie brachen, nahezu entlang der gesamten Nordseeküste, von den Niederlanden bis Schleswig. Über 10.000 Menschen starben in jener Nacht, eine ungeheure Zahl angesichts der damaligen Bevölkerungsdichte, abertausende Tiere ertranken jämmerlich, ganze Landstriche wurden entvölkert und verwüstet. Die Felder auf Jahre hinaus versalzen, Vorräte und Saatgut dahin, die Behausungen vernichtet. Abbildung 1 zeigt das Ausmaß der Überflutung, die überschwemmten Gebiete sind dunkelgrau gezeichnet. Beeindruckend sind die Karten im Sielhafenmuseum. Hier kann man die Küstenlinie vor und nach der Flut betrachten und erkennen, daß der Blanke Hans sich all das Land, was die Menschen in Jahrhunderten dem Meer abtrotzten, in nur einer Nacht zurückholte. Städte, …



Kohlenstoffintensität – Ein neuer Ansatz für die Klimapolitik?

7. Januar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Cancun, Emissionshandel, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Innovationspolitik, Klimawandel, Kohle, Politik, Wirtschaftsförderung
In der Klimadebatte stehen sich seit Anbeginn zwei Positionen diametral gegenüber. Die eine, die skeptische Haltung, besagt, der menschgemachte Klimawandel wäre aus verschiedenen Gründen ein Nichtproblem, dem sich Politik nicht widmen sollte. Die andere, die alarmistische Haltung, sieht im menschgemachten Klimawandel ein Risiko für eine umfassende Katastrophe, das um jeden Preis zu vermeiden bzw. zu verringern wäre. Während die Alarmisten einen monolithischen Meinungsblock denkwürdiger Uniformität bilden, stellen die Skeptiker einen ziemlich bunten Haufen dar. Ihre Argumente gegen die Etablierung einer “Klimaschutzpolitik” umfassen ein breites Spektrum. Es reicht von der Infragestellung der Existenz eines menschgemachten Klimawandels bis hin zu Zweifeln an den mit ihm verbundenen Risiken. Ein sehr starkes Argument gegen die etablierte Politik, das gemeinhin zu wenig Beachtung findet, ist dabei der Hinweis auf deren Erfolglosigkeit.

Die Alarmisten hatten nun schon mehr als zwanzig Jahre Zeit, die Sinnhaftigkeit ihres Tuns zu belegen. Sie hatten die öffentliche und die veröffentlichte Meinung auf ihrer Seite und es ist ihnen gelungen, “Klimaschutz” in den politischen Agenden aller Strömungen zu verankern. In einem breiten Netzwerk zwischen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik, Gesellschaft und Medien, das tief in die deutsche Bürokratie hinein Einfluß nimmt, befassen sich mittlerweile so viele Menschen mit der Thematik, daß es kaum möglich …



Grüne Programmatik: Der Weg in den Ökofaschismus?

4. Januar 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Ökologismus, Politik

Das Verständnis von Freiheit in den heutigen, demokratisch verfaßten Gesellschaften orientiert sich in Anlehnung an die Ideen der Aufklärung und an die Werte der französischen Revolution an den Lebensumständen auf individueller Ebene. Freiheit ist ein Spektrum von Handlungsmöglichkeiten, auf das jede Einzelperson ein zu schützendes Recht hat.  Die Vielfalt und Verschiedenheit der Lebensumstände machen es unmöglich, dieses Spektrum in Form einer Positivliste über den allgemeinen Standard der bürgerlichen Freiheitsrechte hinaus (Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit, Wahlrecht, Religionsfreiheit u.v.a.) zu definieren. Unser Freiheitsbegriff ist daher noch am ehesten einer Definition zugänglich, die seine Grenzen aufzeigt. Wenn Freiheit auf individueller Ebene empfunden und gelebt werden soll, dann ist sie auch ausschließlich im Rückgriff auf die individuelle Ebene einzuschränken. Dies begründet die demokratische Tradition, die Grenzen der Handlungsfreiheit des Individuums an der Auswirkung auf die Handlungsfreiheiten anderer Individuen anzusetzen.

In den Grundsatzprogrammen  von CDU, SPD und FDP heißt es in auffälliger Übereinstimmung:

Die Freiheit des anderen bedingt und begrenzt die eigene Freiheit. (CDU)

Die Freiheit des Einzelnen endet, wo sie die Freiheit des Anderen verletzt. (SPD)

Die Freiheit des Einzelnen findet ihre Grenze an der Freiheit der anderen. (FDP)

 Für diese drei Parteien ist individuelle Freiheit ein Ziel auf der obersten Ebene, dem sich andere Werte …



Berlin, Berlin, wir waren in Berlin

5. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Kommentare, Politik

Die interessantesten Einblicke bei Konferenzen und Kongressen ergeben sich meistens nicht durch die Vorträge, sondern durch die Gespräche in den Pausen. Bei der “3. internationalen Energie- und Klimakonferenz” war dies nicht anders. So endete der Freitag in der Hotelbar mit einem spanischen Journalisten, Pierre Gosselin von der NoTricksZone und einem der Köpfe von Ökowatch. Eine Art Bloggertreffen mit nützlichen Ein- und Ansichten. Wir haben natürlich über die Möglichkeiten einer intensiveren Zusammenarbeit gesprochen und insbesondere bei Ökowatch gibt es große Pläne. Vielleicht wird sich in einiger Zeit das Berliner Treffen als erste Initialzündung für den Aufbau eines Metanetzes der deutschen, skeptischen Blogosphäre erweisen.

Und vielleicht sogar als ein Wendepunkt im Ansehen der Skeptiker in der Öffentlichkeit. Jedenfalls führte mich der Zufall beim Mittagessen am Samstag mit einer jungen Dame zusammen, die sich als Mitarbeiterin von Hans-Joachim Schellnhuber outete. Ganz freimütig und ohne jede Berührungsangst. Sie gab ihrer Verwunderung über den politischen Schwerpunkt der Tagung Ausdruck. Offensichtlich hatte sie etwas anderes erwartet, esoterische und antiwissenschaftliche Ansätze wahrscheinlich, über die sie dann in ihrem Institut hätte prächtig lästern können. Das genau hatte die Konferenz aber nicht zu bieten.

Im Zeichen der Sonne

Der erste Tag stand zunächst im Zeichen der …



Wo die Innovation herkommt…

27. November 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Emissionshandel, Energieerzeugung, Karbonsteuer, Politik

Vor einigen Wochen schon flatterte mir das neueste Heft der Siemens-Zeitschrift “Pictures of the Future” auf den Schreibtisch. Und da Siemens in seinem Marketing glaubt, sich einen tiefgrünen Anstrich verpassen zu müssen, ist das Heft voll mit Zukunftsvisionen der Siemens-Vordenker zum Thema “nachhaltige” Mobilität. Was das nun sein soll, was nun an diesen neuen Technologien und Systemkonzepten die “Nachhaltigkeit” ausmacht, blieb mir verschlossen. Aber daß man kaum eines der auf über 50 Seiten angepriesenen technischen Systeme kaufen kann, ist mir aufgefallen. Die für mich eigentlich wichtige Nachricht in diesem Heft fand sich schon auf Seite 3. In der Rubrik “In aller Kürze” werden nämlich die wirklichen Innovationen des Konzerns vorgestellt. Also die Produkte, die tatsächlich am Markt verfügbar sind und Wertschöpfungsmöglichkeiten eröffnen. Von einer neuartigen Gasturbine ist da die Rede. Die von einem amerikanischen Energieversorger zur Modernisierung konventioneller Kraftwerke gleich in sechsfacher Ausfertigung bestellt wurde. Mit dieser Turbine können Wirkungsgrade um 60% in der Stromerzeugung aus konventionellen Rohstoffen erzielt werden. Weltrekord.

Dieses kleine Beispiel zeigt nicht nur, wie blind uns die Klima- und Umweltdebatte für wirklich bedeutende technische Neuerungen gemacht hat. Sondern eben auch, wie Innovationen entstehen und welche für die Zukunft unserer Energieversorgung wichtig sind.

Der Hartwellsche