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Wir alle sind Volkswagen!

27. September 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Innovationspolitik, Mobilität, Politik, Wirtschaftsförderung

Diesel2Kein Maßstab scheint derzeit zu groß, um Volkswagens absichtliche Täuschung staatlicher Prüfbehörden einzuordnen. Der Klimaschutzpräsident Obama habe VW die Grenzen aufgezeigt, jubelt Spiegel Online, obwohl doch die Angelegenheit mit Klimaschutz überhaupt nichts zu tun hat. Sascha Lobo sieht eine Verschwörung gegen das Elektroauto und verhaftet Themen wie automatisiertes Fahren und vernetzte Fahrzeuge gleich mit. Obwohl doch die Intelligenz und das Kommunikationsvermögen eines PKW überhaupt nicht mit seinem Antrieb zusammenhängen. Andernorts wird das Ende der deutschen Wirtschaft durch die bevorstehende Abkehr globaler Kunden vom Gütesiegel „Made in Germany“ beschworen – nicht nur Autos, sondern gleich alle Erzeugnisse unserer Maschinenbauer betreffend. Entwirft man eine Collage der Schlagzeilen Mutmaßungen der letzten Tage, so scheint eine Verschwörung ungeahnten Ausmaßes aufgedeckt worden zu sein, der neben den Wolfsburgern nicht nur gleich alle Automobilhersteller, sondern höchste Kreise in nationalen Regierungen und der EU angehören. Die Skandalisierung des Skandals ist eine in deutschen Medien meisterhaft beherrschte Disziplin.

Aber welchen Schaden hat VW wirklich angerichtet? Es gibt tatsächlich Menschen, die glauben, das berechnen zu können. Es kursieren eine Reihe unterschiedlicher Schätzungen im Web, die von einzelnen bis zu einigen hundert vorzeitigen Todesfällen pro Jahr reichen. Ein zutiefst antihumanistischer Ansatz, der uns alle zu Totschlägern erklärt.

Wir



Klage gegen UBA wird endlich verhandelt

25. September 2015 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien

UBA1Michael Miersch schreibt auf seiner Facebook-Seite:

Liebe Kollegen und Freunde,

zweieinhalb Jahre nachdem Dirk Maxeiner und ich das Umweltbundesamt (UBA) verklagt haben, findet nur endlich der mündliche Verhandlungstermin vor dem Verwaltungsgericht in Halle statt.

Mittwoch 18. November um 13:15 Uhr
Erste Kammer des Verwaltungsgerichts Halle
Sitzungssaal 1.063
Thüringer Straße 16
06122 Halle

Es geht in dem Verfahren darum, ob eine Bundesbehörde das Recht besitzt, Journalisten zu bezichtigen, sie würden falsch berichten.

Zur Erinnerung: 2013 brachte das UBA eine Broschüre mit dem Titel „Und sie erwärmt sich doch“ heraus. Darin wurde erklärt, dass es bedauerlicherweise Wissenschaftler und Journalisten gibt, die Unwahrheiten über den Klimawandel verbreiten. Neben einigen anderen wurden Dirk Maxeiner und ich (damals Ressortleiter „Wissen“ beim FOCUS) genannt.

Dies führte zu einer Welle der Berichterstattung. Zu meiner Freude vertraten die meisten Medien (unabhängig von ihrer Position in der Klimadebatte) die Auffassung, es stehe einer Behörde nicht zu, Journalisten zu denunzieren.

Der Deutsche Journalistenverband beschwerte sich beim obersten Dienstherren des UBA, dem damaligen Umweltminister Altmaier. Im Bundestag kritisierten mehrere Abgeordnete das Umweltministerium für die beleidigende Broschüre. Martin Schneider, Vorsitzender der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK) erklärte: „Es ist nicht Aufgabe einer staatlichen Institution festzulegen, welche Meinungen geäußert werden dürfen und welche nicht. Journalisten dürfen



Bundesregierung ermutigt zur Umgehung ihrer Energiegesetzgebung

21. September 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energiewende, Nachhaltigkeit, Politik

ego3-150x150Die Vorschriften zur Energieeinsparung in Gebäuden, die im wesentlichen in zwei Gesetzen niedergelegt sind, werden seit einigen Wochen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise diskutiert. Es existiert nämlich die Rechtsauffassung, nach der die Erfüllung der Vorgaben aus dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) und der Energieeinsparverordnung (EnEV) die Bereitstellung von Notunterkünften häufig nicht gestatten.

In einem Rundschreiben fordert das Bundeswirtschaftsministerium die zuständigen Ressorts der Länder nun dazu auf, Lücken in diesen beiden Gesetzen aktiv zu nutzen.

Auf der eigens zu diesem Thema gestalteten Webseite heißt es:

Werden bestehende Gebäude umgebaut – beispielsweise die Ausrüstung einer alten Kaserne mit einer Heizungsanlage oder die Erneuerung von Fenstern – sehen EnEV und EEWärmeG Ausnahmeregeln von den energetischen Anforderungen vor. Die Länder haben dann die Möglichkeit, wegen „unbilliger Härte“ die Mindestanforderungen der EnEV nicht einzuhalten. Wenn energetische Anforderungen dazu führen, dass die öffentliche Hand im Einzelfall erforderliche bauliche Maßnahmen nicht umgehend umsetzen kann, sollte dies als ein Fall der „unbilligen Härte in sonstiger Weise“ bewertet werden.  […] Selbst wenn bei Neubau oder bei grundlegender Renovierung von Bestandsbauten grundsätzlich die Anforderungen von EnEV und EEWärmeG gelten: Die Ausnahme- und Befreiungsmöglichkeiten können auch hier zur Anwendung kommen.

Energetische Anforderungen seien grundsätzlich wichtig, schreibt das BMWI, aber in der gegebenen



Keine Zeit für Niko Paech

17. September 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen

ego3-150x150Die meisten Leser werden den Witz von den beiden Journalisten kennen, die an einer Kneipe vorbeigehen.

Das war schon die ganze Geschichte.

Zwei Journalisten gehen nämlich niemals an einer Kneipe vorbei, sie gehen immer gleich hinein. Man kann dieses Pointenkonzept natürlich beliebig anpassen. Etwa in der folgenden Variante: „Geht Niko Paech in ein Kaufhaus…“. Genau: Niko Paech würde niemals ein Kaufhaus besuchen.

Der Volkswirtschaftsprofessor, der als Vordenker der Nachhaltigkeitsideologie in den letzten Jahren mit seiner Utopie einer Subsistenzwirtschaft Furore machte, scheint auf den ersten Blick eine extreme Position zu vertreten. Denn im Gegensatz zu vielen grünen Salonrevolutionären und grüngetarnten Zeitgeistmitläufern gibt er sich nicht mit faulen Kompromissen zufrieden. In einem seiner Texte (hier ab Seite 41) findet sich diese bemerkenswerte Aussage:

Bisherige Versuche das entgrenzte Konsum- und Mobilitätsmodell durch technischen Fortschritt ökologisch reinzuwaschen, sind nicht nur systematisch gescheitert, sondern verursachen oft mehr neue Umweltschäden als an bisherigen beseitigt werden. Ein Beispiel dafür ist die deutsche Energiewende.

Das ist folgerichtig. Wer jeden menschlichen Eingriff in die Natur als gefährliches Übel ansieht, der kann die Energiewende nur als Verrat an seiner Sache bewerten. Wer dagegen Windenergie, Photovoltaik oder Biomasse als „grüne“ Technologien verkauft, der irrt oder lügt.



Ich bin ein Veganer

6. September 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Ernährung, Ökologismus

ego3-150x150Ich habe meine Ernährung umgestellt. Auf Salat. Auf den Salat, den man zwischen zwei Brötchenhälften steckt. Mit einem Fleischklops in der Mitte. Sie finden diesen Witz albern? Ich auch. Aber irgendeiner lacht immer, wenn ich mich mit diesen Sätzen in die Mittagspause verabschiede.

Schließlich gibt es ein Vorbild. Auch unser Schwimmweltmeister Marco Koch folgt diesem Konzept. Nur meint er es tatsächlich ernst. „Vegan plus Fleisch“ heißt sein Erfolgsrezept. Sie fragen sich, was das für eine Ernährung sein soll? Ich auch. Die Erklärung lieferte er nach dem Gewinn der Goldmedaille mit den Worten: „Ich will gleich noch zu Burger King“.

Sie meinen, bescheuerter geht es nicht mehr? Dachte ich auch. Aber „vegan plus Fleisch“ ist bei weitem noch nicht perfekt. Wer es richtig machen und die Umwelt ebenso wie seine Gesundheit ruinieren möchte, der darf doch kein Fleisch essen! Der hat mindestens auf vegetarisches, wenn nicht gar veganes Fleisch umzusteigen.

Sie denken, das wäre Unsinn? Da kennen Sie Landwirt Ansgar Meydorf aus Schüttorf noch nicht. Er bietet „vegetarisches Schweinefleisch“ an. Nein, es handelt sich nicht um eine besonders raffinierte Tofu- oder Sojasimulation, sondern um das Fleisch von echten Schweinen. In dieser Publikation finden Sie auf Seite 34 seine Geschichte:



Treibhauseffekt und Klimakatastrophe: Verdammt gute Propaganda

23. Juli 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Ökologistische Mythen

ego3-150x150In meiner Schulzeit lernte ich Propaganda als ein Werkzeug kennen, das die Nationalsozialisten zur Erlangung und Festigung ihrer Macht einsetzten. Lange Jahre war es für mich unverständlich, wie aufgeklärte Menschen des 20. Jahrhunderts auf diese Weise manipuliert werden konnten. Lange Jahre dachte ich, nicht nur ich selbst, sondern auch meine Zeitgenossen wären mittlerweile klüger und gegen Propaganda immun.

Ein Irrtum.

Propaganda ist heute noch viel wirkmächtiger als damals, sie wird geschickter formuliert und es ist noch schwerer, ihr zu widerstehen. Die Nazis hatten sie nicht erfunden, sie haben sie nur besser angewendet, als manche vor ihnen. Von Perfektion aber waren sie weit entfernt, wie das schnelle Ende ihrer Ideologie nach der militärischen Niederlage und dem Tod ihres Anführers belegt. Heute könnten sie es besser. Weil ihnen ein besonders erfolgreiches Beispiel Orientierung böte.

Gute Propaganda bedarf nicht nur einer Botschaft, sondern auch einer klar definierten Zielgruppe. Man kann niemals alle Menschen dauerhaft täuschen. Die Botschaft ist zudem auf die Zielgruppe abzustimmen. Nicht jeder sollte sie verstehen. Das in Bezug auf die gewählte Thematik dümmste Mitglied der anzusprechenden Klientel bildet den Maßstab. Dem Kreis der Adressaten ist das Gefühl zu vermitteln, etwas besser begriffen zu haben als der Rest der Menschheit. Dann



The Moral Case For Fossil Fuels – Alex Epsteins Gegenrede zur päpstlichen Enzyklika

15. Juli 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Emissionshandel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Erdöl, Karbonsteuer, Kohle, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Unkonventionelles Gas und Öl

ego150Seit vielen Jahren versuche ich, ein Buch zu schreiben. Es gelingt nicht, weil mir die Zeit fehlt. Es gelingt auch deswegen nicht, weil mir ständig neue Themen und Argumente einfallen, die mich veranlassen, immer wieder von vorne zu beginnen. Manch ein Ansatz endet als Artikel bei Science Skeptical. Wäre es vielleicht eine gute Idee, die hier veröffentlichten Texte zu redigieren und als Sammlung herauszugeben? Was käme wohl dabei heraus, wie würde es sich im Zusammenhang lesen?

Ganz so, wie Alex Epsteins The Moral Case For Fossil Fuels, denke ich. Das mit dem Buch hat sich für mich erst einmal erledigt. Denn was schon geschrieben wurde, bedarf keiner neuen Fassung. Auch wenn es nur in Englisch verfügbar ist. Ob es jemals ins Deutsche übertragen wird? Sinnvoll wäre es, denn kaum ein Land könnte so von Epsteins klarsichtiger Rationalität profitieren, wie das unsere.

Das Buch ist schon einige Monate auf dem Markt, es erschien im November 2014. Besprechen möchte ich es trotzdem jetzt, weil es als (vorweggenommene) Antwort auf einige aktuellere Debattenbeiträge angesehen werden kann. Gelesen habe ich es außerdem erst in den vergangenen Tagen. Es wurde mir geschenkt. Von einem unserer vielen stillen Mitleser, die uns seit Jahren treu sind,