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Skeptiker sind „Aktivist Researchers“, Alarmisten ebenso

8. April 2014 | Von | Kategorie: Blog, Politik, Wissenschaft

quentin_100Fast der ganze Artikel über „Citizen Science“ oder „Laienwissenschaft“ von Gabriele Goettle in der taz besteht aus Zitaten von einem Mann: Dr. Dr. h. c. Peter Finke, emeritierter Professor für Wissenschaftssprach- und Kulturtheorie an der Universität Bielefeld, und der startet einen Frontalangriff auf die etablierte Wissenschaft, die seines Erachtens nach eher eine Wissenbürokratie geworden ist, und der freien Wissensaneignung entgegen steht. Er geht aber noch weiter, und setzt Laienwissen, oder Laienvermutungen als richtig der Profi-Wissenschaft gegenüber. Die Profis können es nicht wissen, weil ihnen die Zusammenhänge fehlen. Den Blick dafür aber glaubt Finke zu haben, und lässt sich dazu hinreißen, dass was seinen Vorstellungen nicht entspricht, wenn es von Spezialisten vorgetragen wird, es als falsch zu bezeichnen. Beispielsweise über Ökonomen sagt er:

Dabei sagen sie im Grunde immer das Gleiche, obwohl heute jeder Laie genau weiß, dass es falsch ist. Aber die Ökonomen sagen unverdrossen: mehr Wachstum!

Beeindruckend hierbei ist nicht, dass es tatsächlich eine Diskussion darüber gibt, für was Wachstum gut ist, dies nahm sogar einen breiten Raum einer Enquetekommision des Bundestages ein, bei der die verschiedensten Sichtweisen erörtert wurden, sondern dass Laienwissen, oder Laienvermutung, über die Wissenschaft gesetzt wird: „obwohl heute jeder Laie genau weiß, dass es



North Dakota: Exorbitante Einkommenssteigerungen durch Fracking

28. März 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energiewende, Unkonventionelles Gas und Öl

quentin_50„Wir freuen uns über das Wirtschaftwachstum in allen Regionen des Landes und der Einkommenszuwachs betrifft nahezu alle Branchen.” Das sagte der Gouverneur von North Dakota (ND), Jack Dalrymple. Woran das liegt, ist jedem im Lande klar. ND ist nun der zweitgrößte Ölproduzent in den USA, nach Texas, und beim Einkommen auf die dritte Stelle, nach Conneticut und Washington D.C., vorgerückt. In 10 Jahren hat sich das Einkommen fast verdoppelt. Und es sind nicht nur einige wenige Profiteure die am Ölboom verdienen, so wie hierzulande nur einige wenige am Wind- oder Solarernergieboom profitiert haben, nein, in ND betrifft es nahezu alle Branchen. Allein im im letzten Jahr stieg das Einkommen um 7,6 Prozent und war damit um 5% höher als der durchschnittliche Einkommenszuwachs in den USA.

Nun ist in den Nachrichten zu hören, dass Angela Merkel geäußert hat: „Es wird eine neue Betrachtung der gesamten Energiepolitik geben“. Grund ist aber nicht die durch das EEG und die sogenannten Erneuerbaren Energien ausgelöste Schwindsucht in deutschen Geldbeuteln, sondern die Erkenntnis, dass man sich von russischen Energielieferungen unabhängig machen möchte.

Statt nur nach neuen Lieferanten zu schauen, was an sich nicht verkehrt ist, ist es allerdings nun höchste Zeit auch die bislang weitestgehende



Norbert Bolz über die Unmöglichkeit von Nachhaltigkeit in komplexen Systemen

10. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

quentin_100In der Sendung „Sternstunde Philosophie“ des Schweizer Fernsehens kommt der Philosoph Norbert Bolz ausführlich zu Wort. Die Sendung ist in ganzer Länge sehenswert, besonders möchte ich aber auf zwei Punkte hinweisen, und in Schriftform Bolz zitieren. Seine Ausführungen zum Mainstream in den Medien sind nicht so neu, zumindest nicht für mich, doch was er zur Nachhaltigkeit sagt, gehört diskutiert und stellt eine Gegenposition zum derzeit weit verbreiteten Denken darüber dar.

Katja Gentinetta: Nehmen wir genau dieses Wort Widerstand auf. Sie haben den Begriff schon genannt: Konformismus. Sie zeichnen sich ja dadurch aus, dass sie versuchen, oft, eine Gegenmeinung zu vertreten. Sie vertreten sie auch, sehr deutlich, sie haben beispielsweise gesagt, Authentizität ist eines der großen Schlagworte, Nachhaltigkeit ist ein anderes. Sie positionieren sich just am anderen Ende. Nachhaltigkeit halten Sie für nahezu ökologischen Fundamentalismus, wenn man so will. Wie begründen Sie das? Beziehungsweise, wieviel an Ihrer Position ist Gegenprovokation und wieviel ist Philosophie?

Norbert Bolz: Das ist natürlich jetzt schwer für mich zu beurteilen, objektiv über mich zu urteilen, was so eine zentrale Frage betrifft. Aber zumindest was mein Selbstverständnis betrifft, hat es mit Gegenprovokation überhaupt nichts zu tun. Bleiben wir bei dem Beispiel Nachhaltigkeit. Das habe ich relativ früh



Schlechter Journalismus, am Beispiel Stefan Siller

1. März 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Kohle, Medien

quentin_100Beim SWR gibt es auch gute Moderatoren für Informationssendungen, Wolfgang Heim und Gábor Paál beispielsweise, Stefan Siller gehört aber nicht dazu, und jedesmal wenn ich seine durchaus sympathische Stimme im Radio höre, wechsle ich den Sender. Schon seit langem geht mir Siller mit seiner moralisierenden, ganz dem grünen Zeitgeist angepassten, Attitüde auf den Wecker. Für Musiksendungen mag er ja noch ganz brauchbar sein, aber, zumindest zu Hause, höre ich keine Musik im Radio, sondern hauptsächlich bei Digitally Imported oder SKY.fm. Lokales Radio brauche ich nur um Kommentare oder Infosendungen anzuhören, oder wegen Staumeldungen wenn ich unterwegs bin. Und für Infos und Kommentare gibts Podkast, den für SWR1 Leute habe ich abonniert, kann mir also in Ruhe anhören was gesprochen wurde, zu einer Zeit wenn es am besten passt. Wenn dann Stefan Siller als Moderator genannt wird, kann ich mir die Zeit meist sparen, es sei denn das Thema ist zu interessant für mich um es zu ignorieren.

Aus diesem Grund, interessantes Thema, habe ich mir die Sendung SWR1-Leute vom 25.02. angehört, und es hat sich gelohnt, denn der Chef der Stadtwerke Ettlingen, Eberhard Oehler, war zu Gast und er sollte unter anderem über die Energiewende sprechen. Doch dazu



Ökologismus, noch Ideologie oder schon Kultur?

18. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik, Technium

quentin_100Irgendwann Mitte der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts sprach ich mit einem Jugendlichen, kurz nach dem der von einem Schüleraustausch aus den Vereinigten Staaten zurück gekehrt war. Drei oder vier Wochen war er irgendwo in Oregon und froh wieder zurück in Deutschland zu sein. Schrecklich reglementiert sei alles, nicht mal Kippen konnte er ohne Hilfe kaufen. Als Jugendlicher könne man dort eigentlich gar nichts machen. Hier sei die Gesellschaft viel freier.

Das mag ein subjektiver Eindruck gewesen sein, und wahrscheinlich auch daran liegen, dass es ihn in eine ziemlich ländliche Gegend verschlagen hat, ich war dennoch einigermaßen erstaunt, dachte damals eigentlich, die Gesellschaft dort wäre freier als die unsere. Für Jugendliche offensichtlich nicht überall. Dennoch ließ mich diese Äußerung nicht in Ruhe und da ich stolzer Besitzer eines neuen PC war, CompuServe nun auch das Internet für Leute wie mich nutzbar gemacht hatte, wollte ich es ein wenig genauer wissen und kontaktierte eine Forenfreundin in den Staaten, die sich als großer Fan Deutschlands gezeigt hatte und diverse Foren zur Verbesserung ihrer Deutschkenntnisse nutzte.

„Wir haben im Gegensatz zu euch keine Kultur die regelt was erlaubt ist und was nicht, wir müssen das mit Gesetzen machen“ so lautete ihre Antwort auf



CDU vor der Zerreißprobe

21. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Blog, Ökologismus, Politik
http://www.youtube.com/watch?v=kIZiH8dz0iY&feature=youtu.be”>Pressekonferenz

quentin_100Drei Tweeds von Peter Altmaier im Oktober und November zeigten schon an, dass er die sich abzeichnende Schwarz-Rote Koalition nicht bevorzugte:

Als Kanzleramtsminister wird er sich nun mit Twittermeldungen zurück halten müssen, dafür sagt aber Volker Bouffier auf der Pressekonferenz am 18.12.2013, als er zusammen mit Tarek Al-Wazir verkündete, dass sich Grüne und CDU in Hessen einig geworden sind:

Wir, die Union, wie auch Bündnis 90/Die Grünen, denken in Werten und nicht in Strukturen.
[...]
Für die einen ist es die Verantwortung vor der Schöpfung, für den anderen die Verantwortung gegenüber Natur und Umwelt.

Die Annäherung zwischen Grünen und der Union ist nicht nur eine politische, sondern vor allem eine kulturelle.



Wer ist schuld am Tod von Millionen Kindern?

12. Dezember 2013 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Ökologismus

quentin_100Nicht nur Greenpeace, die und andere NGOs aber vor allem, auch die Öffentlichkeit ist schuld daran, dass zehn Jahre verplempert worden, in denen mit Goldenen Reis hätte unzählige Menschenleben gerettet werden können. In einem bemerkenswert sachlichen Beitrag bei spektrum.de zitiert Elana Bernhard Ingo Potrykus, emeritierter Professor der ETH Zürich und Miterfinder des Goldenen Reises, mit den Worten

“Wir haben viel Zeit verloren durch diese unsinnigen Regulationen. Wir haben zu verantworten, dass Millionen von Kindern inzwischen gestorben sind, die gerettet hätten werden können. Das ist schwer zu ertragen.”

Weiter schreibt sie, dass auch die Neigung der Öffentlichkeit eher negative Nachrichten zu beachten, hier über die Gentechnik, ein wesentlicher Grund dafür ist, dass kein öffentlicher Druck auf die Verhinderer ausgeübt wurde. Ich denke, hier geht Frau Bernhard nicht weit genug. Öffentlicher Druck geht in freien Gesellschaften auch immer von den Medien aus, die allerdings befinden sich mehrheitlich in großer Nähe zu einem ökologistischen Mainstream, der alles was »nicht natürlich« ist, als gefährlich einschätzt. Jahrzehntelange grüne Indoktrination, auch und gerade der Medien, haben Früchte getragen. Risiken werden überbewertet, Chancen und Vorteile klein geredet. Das dies so so ist, hat auch damit zu tun, dass Produkte und Techniken ideologisch bewertet werden, mit moralisch höchst