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Ein Aufruf an unsere Leser – Technische und wirtschaftliche Aspekte der Kohleverflüssigung

15. April 2015 | Von | Kategorie: Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Kohle

ElewatorWeglowyPoliceIn Deutschland wird in den letzten Jahren vermehrt ein Thema in den Mittelpunkt gerückt, das eigentlich mit dem Ende des zweiten Weltkriegs und der Globalisierung von Rohstoffmärkten und Produktionsprozessen gar keine Rolle mehr spielen sollte. Man möchte die Abhängigkeit von Rohstoffimporten unabhängig werden. Speziell im Bereich der Versorgung mit Energierohstoffen wird diese Ziel besonders in den Mittelpunkt gerückt. Energieautarkie ist hier das Stichwort.

Während damit zunächst nur gemeint war, dass einzelne Häuser oder Gemeinden von der Stromversorgung unabhängig werden sollten, hat die weltpolitische Entwicklung, im nahen Osten und vor allem in Russland, dazu geführt, dass sich die Politik immer häufiger Gedanken macht, wie man der Abhängigkeit etwa von Gasimporten adäquat begegnen kann.

Anstatt jetzt vielleicht das Offensichtliche zu tun, hierbei auf heimische Rohstoffen im Boden, wie Schiefergas oder -Öl zu setzen, solche Ansätze werden bei uns lediglich von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe  (BGR) verfolgt, geht man ansonsten andere Wege.

Einer davon ist eine Rückbesinnung auf das seit fast 100 Jahre bekanntes Verfahren der Kohleverflüssigung. So wird seit einigen Jahren diskutiert, ob man neben der Holzvergasung aus den dabei entstandenen Rohstoffen nicht auch langkettige Kohlenwasserstoff, sprich Benzin, Diesel und Aromaten als chemische Grundstoffe gewinnen könnte.

Unnötig



Droht uns eine katastrophale Abschwächung des Golfstroms?

25. März 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Meeresspiegel, Wissenschaft

Rahmstorf_2015_1Eine Katastrophe wie in Roland Emmerichs Film “The Day After Tomorrow” sieht auch Professor Rahmstorf nicht kommen, wohl aber “eine schlechte Nachricht für die Zukunft“, weil er – wieder einmal – mit seiner Forschung gezeigt haben will, dass die Klimaentwicklung nicht etwa, wie die letzten 15+ Jahre Stagnation beim Temperaturanstieg vermuten lassen können, weniger extrem reagiert als vom IPCC vorausgesagt, sondern im Gegenteil weitaus extremer. Sein aktueller Katastrophen-Hot-Spot liegt im Nordatlantik.

Wobei es sich, genau gesagt, eher um einen Cold-Spot handelt. In der Darstellung oben links, die aus Rahmstorfs jüngster, im Fachblat nature climate change erschienen, Publikation stammt, erkennt man, dass die Erde sich in den letzten 100 Jahren fast überall erwärmt hat. Eine Ausnahme bildet lediglich Zentralafrika (wo es allerdings kaum verlässliche Daten gibt) und der Nordatlantik zwischen Neufundland und Nordirland. Dort ist es in diesem Zeitraum kühler geworden.

Nach der Theorie, die Professor Rahmstorf vertritt,  ist die Ursache für diese Abkühlung eine Abschwächung des Golfstroms. Und daher sollte man auch, so die Theorie weiter, eine Verlangsamung der Strömung indirekt aufgrund dieser Abkühlung bestimmen können. Dieser Ansatz ist in den letzten Jahren von einigen Forschern verfolgt worden, jedes mal mit dem Ergebnis, dass sich der Golfstrom



Irgendwo weht immer Wind, oder?

12. März 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Windkraft

“Irgendwo weht immer Wind” ist die lapidare Antwort, die gerne gebraucht wird, wenn man auf den unsteten Charakter der Windkraft hinweist. Gemeint ist damit dann meist, dass man die Schwankungen der Stromproduktion durch Wind irgendwie ausgleichen könnte, wenn man zum Beispiel Windkraftanlagen über ganz Europa verteilen würde. Denn , irgendwo weht ja immer Wind, oder?

Dass diese Aussage so pauschal nicht nur nicht richtig ist, sondern sogar grundfalsch, zeigt die folgende Momentaufnahme aus dem Januar 2015 von Rolf Schuster.

 

Einspeisung Wind De, Se, Dk, Fr

Wenn Politiker, wie etwa die Grüne Bärbel Höhn, sich derart äußert, dann lässt man das noch so durchgehen. Sie dient damit ja nur Ihrer Partei und der grünen Agenda. Und schließlich weiß sie das ja auch nicht besser. ja, glaubt vermutlich sogar ihren Worten.

Anders sieht es aus, wenn solche Worte von jemandem kommen, der es besser wissen muss, schon allein weil er sich jeden Tag professionell mit dem Thema beschäftigt. So jemand ist Professor Jürgen Schmidt, seines Zeichens Leiter des Fraunhofer-Instituts für Windenergie und Energie-Systemtechnik (IWES) in Kassel. Seine Antwort auf die Frage, ob bei einem weiteren Ausbau der “Erneuerbaren” überhaupt eine sichere Stromversorgung garantiert werden könne:

Viel einfacher ist es, wenn man die Stromversorgung europaweit aufzieht –



USA kooperiert mit China bei Flüssigsalz-Thorium-Reaktor

7. Februar 2015 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Kernenergie, Politik

772px-MSRE_ReactorÜber den Flüssigsalz-Thorium-Reaktor haben wir hier schon des öfteren berichtet. Es handelt sich dabei um einen Kernreaktor, in dem in einem geschmolzenen Kern aus Thorium 232 Uran 233 erbrütet wird, welches dann über Kernspaltung Energie erzeugt. Charmant an dem Konzept ist zum einen die inhärente Sicherheit, das heißt auch im Falle eines völligen Versagens der Reaktor-Infrastruktur geht dieser von selbst in einen sicheren Zustand, und zum anderen der Umstand, dass keine langlebigen radioaktiven Reststoffe entstehen. Nur ein sehr geringer Teil der Spaltprodukte muss maximal 300 Jahre sicher gelagert werden. Als besonderen Bonus kann ist ein solcher Reaktor auch in der Lage das, was wir heute als Atommüll bezeichnen, in Energie und unkritische Spaltprodukte umzuwandeln. Eine Spezialform dieses Reaktortyps ist der in in Berlin am Institut für Festkörperphysik entwickelte Dual-Fluid-Reaktor.

In Deutschland heute undenkbar

Es versteht sich in Deutschland nahezu von selbst, dass über eine Entwicklung dieses Konzeptes bei uns nicht einmal nachgedacht wird. Jede Form der Energiegewinnung, die auf der Einstein-Gleichung E=mc² beruht, ist böses Atom und damit des Teufels. Unerheblich, ob damit handfeste Vorteile verknüpft sind, wie die Lösung der Endlagerfrage.

Anders liegt der Fall in China. Das aufstrebende Reich hat einen so gigantischen Energiebedarf, dass man



Haben “Erneuerbare Energien” uns vor einem Strompreis-Schock bewahrt?

6. Februar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Wissenschaft

staatslast-strompreis-entwicklung-bdewIn den letzten Tagen war wieder mal ein deutliches Rauschen im deutschen Blätterwald zu vernehmen. Erneuerbare Energien sparten deutschen Stromverbrauchern im Jahr 2013 ganze 11,2 Milliarden Euro hieß es da vielfach. Zu diesem Ergebnis sei eine Studie der Uni Erlangen gekommen.

Zentraler Punkt des Diskussionspapiers (die Macher sprechen anders als die meisten Presseartikel nicht von einer Studie) ist der preissenkende Effekt, den die “Erneuerbaren” auf den „Day-Ahead“-Handel, also auf den kurzfristigen Spotmarkt, ausüben. Dadurch, dass Strom aus Wind und Sonne zum Preis von 0 Cent pro kWh auf den Spotmarkt strömen, wann immer sie anfallen, drückt das dort die Preise nach unten. Der Preis von 0 Cent ergibt sich daraus, dass der Strom bereits vorher durch die EEG-Zwangsabgabe gezahlt wurde.

Hypothetische Preiseffekte

Beziffert wird diese Preissenkung mit 5,29 Cent pro KWh. Woher die Zahl kommt wird nicht klar, man kann sie für recht hoch halten. Die Preise beim Day-Ahead-Handel haben in den letzten 12 Jahren stark geschwankt, aber der Unterschied zwischen dem höchsten und niedrigsten Preis betrug in diesem Zeitraum maximal 4 Cent/kWh. Begründet wird der starke angenommene Anstieg damit, dass mit dem Abschalten der Kernkraftwerke in Deutschland das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage stark gestört worden wäre, was sich



Wie eine Greenpeace Studie den Strompreis schlecht rechnet

2. Februar 2015 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Kernenergie, Kohle, Wirtschaftsförderung

800px-Anti-EPR_demonstration_in_Toulouse_0179_2007-03-17Seitdem in den letzten Jahren immer deutlicher geworden ist, dass die Energiewende nicht, wie einst von Jürgen Trittin fabuliert, zum Preis von einer Kugel Eis im Monat zu haben ist, nimmt die Kritik an der Umstellung unserer Stromproduktion auf “Erneuerbare Energien” auch in solchen Medien zu, die bis vor kurzem noch vornehmlich pro regenerativer Energien eingestellt waren. Zu offensichtlich ist der Effekt, den immer mehr Wind- und Solarstrom auf den Energiepreis der privaten Haushalte und großer Teile der Industrie hat.

Wer allerdings angesichts dieser erdrückenden Faktenlage mit dem Eingeständnis der Wind- und Photovoltaik-Lobby gerechnet hätte, dass die Sonne eventuell doch eine Rechnung schickt, der ist bislang noch immer enttäuscht worden. Ganz im Gegenteil, die Branche wird nicht müde zu betonen, dass Ihr Strom nicht nur umweltfreundlich sei (was angesichts der riesigen Windparks, die mittlerweile auch in Waldgebieten errichtet werden schon per se ein Witz ist), sondern, ganz im Gegensatzl zum Offensichtlichen, sogar günstiger wäre als der Strom aus konventionellen Quellen.

Ein Institut, das sich die wissenschaftliche Stützung dieser steilen These ganz besonders auf die Fahnen geschrieben hat, ist das Forum Ökologisch Soziala Marktwirtschaftz (FÖS). Dort wird seit einigen Jahren regelmäßig im Auftrag des Ökostrom-Produzenten Greenpeace Energy erforscht, wie man



Nuklearia: Und ewig strahlen die Wälder?

2. Februar 2015 | Von | Kategorie: Blog, Gesundheit, Ökologismus, Ökologistische Mythen

800px-Sus_scrofa_1_-_Otter,_Owl,_and_Wildlife_ParkNeuer Artikel auf nuklearia.de über den Hype um strahlenbelastetes Wild in deutschen Wäldern:

Zweifellos, sie strahlen, die Wälder, vor allem die bayrischen. Zunächst enthält jeder Mineralboden radioaktives Kalium, Uran, Thorium, Radium und noch einige andere Isotope mit einer gesamten Aktivität um 800 Becquerel pro kg. Im Humus ist es weniger.

1986 geschah das Reaktorunglück von Tschernobyl, und seither ist in manchen Gegenden Bayerns die Radioaktivität der obersten 10 cm von Waldböden um die Hälfte höher (40.000 Bq/m2), allerdings nicht für ewig. Schuld ist Caesium 137 mit 30 Jahren Halbwertszeit. Im Gegensatz zu Feldern und Wiesen hält sich das Caesium im Waldboden hartnäckig in den obersten 10 cm.

Pflanzen nehmen das Caesium begierig auf, mehr als die natürlichen Radioisotope. Von Natur aus ist die Aktivität in Pflanzen geringer als im Boden, ebenso in den Pflanzen fressenden Tieren, um 100 Bq/kg. Anders bei der Aufnahme von Caesium 137. Noch 2004 konnte man bei Brombeeren bis 500 Bq/kg messen. (Weiterlesen)

Titelbild via Wikimedia commons