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Hörtipp: Gen-Mikroben auf unserer Haut

1. September 2014 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

mahlzeitGefühlt viel zu selten weise ich hier auf die hervorragende Kolumne “Mahlzeit” von Udo Pollmer im Deutschlandradio Kultur hin. Dort klärt der auch als Enfant terrible der Ernährungswissenschaft“ bezeichnete Lebensmittelchemiker regelmäßig über Mythen und Trugschlüsse bei der Ernährung, aber auch bei vielen anderen Themen zur Bio-Landwirtschaft oder anderen Umweltschutz-Themen auf. Seine Sendungen gibt es bei Deutschlandradio Kultur zum Nachlesen und Nachhören.

In der jüngsten Ausgabe geht es um die grüne Gentechnik. Vielmehr darum, warum gerade diese verteufelt wird, Gentechnik in anderen Bereichen in der öffentlichen Wahrnehmung überhaupt kein Problem darzustellen scheint. Hier ein Auszug und eine dringende Leseempfehlung:

Ohne Gentechnik bliebe bunte Wäsche für das bloße Auge erkennbar schmuddelig. Moderne Waschmittel enthalten Enzyme, also biologische Katalysatoren, die all die waschtechnisch schwer zu beherrschenden körperlichen Ausscheidungen komplett zerlegen. Diese Enzyme sind ohne Genmanipulation nicht zu haben.

Natürlich verbleiben vom Waschmittel und damit von den Enzymen immer Rückstände in der Kleidung, vor allem bei Öko-Waschmaschinen, die Wasser sparen. So tragen wir die Gentechnik anstandslos auf unserer Haut. Würde ein Politiker vor “unkalkulierbaren Gen-Gefahren aus der Unterhose” warnen und fordern, fürderhin nur noch weißen Feinripp zu tragen, würden seine Bedenken bestenfalls Heiterkeit auslösen. Die farbenfrohe Wäsche zeigt damit einer



Solarkraftwerk in der Wüste verbrennt Vögel…und Erdgas…und viel Geld

26. August 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung

800px-Ivanpah_Solar_Power_Facility_OnlineAls ein Weg, fossile Brennstoffe durch “natürliche” Quellen zu ersetzen  gilt die Solarthermie, bei der Wasser durch konzentriertes Sonnenlicht erhitzt wird und der so erzeugte Wasserdampf mit Generatoren Strom erzeugt. Das klingt auf den ersten Blick sauber und preiswert. Schließlich fallen keine CO2-Emissionen an und die Sonne schickt ja bekanntlich, wenn überhaupt, nur eine ganz kleine Rechnung. Richtig?

Falsch, aber der Reihe nach.

In der kalifornischen Mojave-Wüste, etwa 50 Kilometer südlich von Las Vegas, liegt das Ivanpah-Solar-Kraftwerk. Die im Februar dieses Jahres in Betrieb genommene Anlage fokussiert mithilfe von Spiegeln Sonnenlicht auf 3 Solartürme, wodurch in diesen Wasserdampf erzeugt wird, mit dem Dampfturbinen zur Erzeugung von elektrischem Strom angetrieben werden. Mit einer Nennleistung von 392 MW ist die Anlage das weltweit größte solarthermische Kraftwerk. Allerdings ist diese Zahl nicht mit der Nennleistung konventioneller Kraftwerke zu vergleichen, schließlich kann das Solarkraftwerk nur dann Strom produzieren, wenn die Sonne scheint. Und die Produktion ist, dem Sonnenverlauf folgend, in den Mittagsstunden deutlich höher als morgens oder abends. Die Jahresproduktion der drei Generatoren wird mit 1.080 GWh angegeben. Das entspricht knapp 2.800 Vollaststunden, also weniger als dem Wert, den ein Offshore-Windkraftwerk üblicherweise erzielt.

Wenig Leistung für sehr viel Geld

Herausragend sind bei



Veranstaltungshinweis: Fachforum Energiewende und Energiepolitik

21. August 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Politik

Fachforum Energiewende EnergiepolitikAm 20. September findet im schwäbischen Albstadt eine Veranstaltung zum Thema Energiewende und Energiepolitik statt, auf die wir unsere Leser unbedingt hinweisen möchten. Mitveranstalter ist der Bürgermeister von Albstadt und Science Skeptical Gastautor Dr. Jürgen Gneveckow.

Die Liste der Referenten ist wirklich beeindruckend. Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche und Professor Gerd Ganteför, bekannt unter anderem aus dem philosophischen Quartett, sind die wohl herausragendsten Köpfe in dieser hochkarätig besetzten Runde. Jedem, der die Zeit dafür findet, sei eine Teilnahme wärmstens empfohlen. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Aus dem Einladungstext der Veranstalter:

Die verordnete Energiewende – scheitert ein Mythos? Was am Ende bleibt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Energiewende betrifft uns alle und tangiert uns in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Neben den vorrangigen Handlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Energie eingespart werden kann und dem Einsatz möglicher effizienter Energieformen, stellt sich die Frage des sinnvollen Einsatzes von erneuerbaren Energien.

Die Landkreisverwaltung setzt hier vor allen Dingen auf zielführende Energiesparmaßnahmen durch ein effektives Gebäudemanagement. Darüber hinaus ist der bisherige Weg gezeichnet durch die Versorgung mit einem wirtschaftlich
sinnvollen Energiemix.

Der Zollernalbkreis wurde hierfür zu Beginn dieses Jahres mit dem European Energy Award, der für die Optimierung des Energiemanagements steht, ausgezeichnet. Darüber hinaus bieten wir im Landkreis zusammen



Schneller Reaktor BN-800 in Russland erstmals mit selbst erhaltender Kettenreaktion

30. Juni 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

BN-800_Laengsschnitt_ReaktorbehaelterAm vergangenen Freitag ist der BN-800 Reaktor im russischen Kernkraftwerk Beloyarsk erstmals kritisch geworden, hat also eine sich selbst erhaltene Kettenreaktion erreicht. Dies sollte für Kernkraft-Befürworter, wie auch für Gegner, eine gute Nachricht sein. Als Befürworter freut man sich über das Erreichen eines Meilensteins bei der Entwicklung der nuklearen Bruttechnologie. Als Kernkraft-Gegner sollte einen der Umstand freuen, dass mit diesem neuen Reaktor langlebige Produkte aus herkömmlichen Kernkraftwerken (sogenannter Atommüll) weitestgehend unschädlich gemacht werden können.

Wobei die Freude bei den deutschen Kernkraft-Gegnern wohl eher verhalten ausfallen dürfte. Zum einen, weil aus deren Sicht jedwede Nutzung der Kernkraft des Teufels ist, selbst wenn damit die Endlager-Problematik obsolet würde (siehe hierzu die Posse um den Greentech-Award für den Dual-Fluid-Reaktor), und zum anderen, weil die allermeisten davon ohnehin nichts erfahren. Kernkraft ist in den deutschen Medien nur dann Thema, wenn sich damit Ängste und eine politische Agenda verbreiten lassen. Dazu schreibt Rainer Klute auf Nuklearia.de:

Vielleicht schreiben deutsche Medien ja doch noch etwas zum BN-800. Obwohl: Können sie ihren Lesern wirklich die Tatsache zumuten, daß man Atommüll nicht für Jahrhunderttausende endlagern muß, sondern ihn in Schnellen Reaktoren zur Energieerzeugung nutzen kann? Daß man aus langlebigem Atommüll kurzlebigen machen kann? So etwas



Report der Arbeitsgruppe III des Weltklimarats veröffentlicht – Globale Energiewende zum Schnäppchenpreis?

14. April 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung, Energiewende, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Strompreis EEG Umlage 2014Das Spektakel ist jetzt also wieder einmal vorüber. Nachdem gestern der dritte und letzte Teil des 5. Sachstandberichts des Weltklimarats Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt worden ist, herrscht erst einmal wieder Ruhe an der Front der Berichterstattung um die globale Erwärmung. Bis zum nächsten Bericht des Weltklimarats in sieben Jahren dürfte diese Ruhe höchstens gelegentlich von Berichten über die jährlichen, in aller Regel ergebnislos stattfindenden, Klimakonferenzen unterbrochen werden.

Das Thema Klima ist tot. Selbst ein Klimapolitisches Großereignis wie die Veröffentlichungen eines neuen Sachstandberichts wird von der Öffentlichkeit, wie es ein Autor in der Zeit bedauernd schreibt, “eher geschäftsmäßig zur Kenntnis genommen”. Die Gründe dafür dürften vielfältig sein. Da ist zunächst einmal der aus der Verhaltenspsychologie bekannte Effekt der Gewöhnung. Die ständige Konfrontation mit der drohenden Katastrophe hat bei den Menschen schlicht zu einer Abstumpfung geführt. Hinzu kommt der Umstand, daß die vorhergesagten Katastrophen bislang größtenteils ausgeblieben sind. Das Eis in der Arktis ist seit dem letzten Weltklimarat-Bericht nicht mehr weniger geworden, die Ausdehnung des Eises in der Antarktis bricht sogar laufend Rekorde, die Winter bei uns waren in den letzten Jahren eher schneereicher und etwas kälter und auch von den oft beschworenen Klimaflüchtlingen



Steht das Windrad still…

27. März 2014 | Von | Kategorie: Blog

OLYMPUS DIGITAL CAMERA…rollt trotzdem der Rubel.

Auf Facebook gefunden:

Ich beobachte nun seit einigen Wochen den Betrieb einer Enercon 101 aus meinem Fenster. An vielen Sonntagen bei mittleren Windgeschwindigkeiten steht der Rotor still. Daneben stehende kleine 1 MW Anlagen drehen sich jedoch. Erst habe ich mir nichts dabei gedacht, nur so: ist halt Sonntag und es wird nicht soviel Strom verbraucht. Aber das stimmt nur indirekt. Die Windfabriken haben Einspeisevorrang. Das heißt wenn sie abgeschaltet werden weil ihr Strom nicht benötigt wird oder das Netz den Strom nicht aufnehmen kann, dann gibt es eine Entschädigung für den Betreiber. Diese richtet sich jedoch nicht nach der nach vorhandener Windstärke möglichen Einspeiseverluste, sondern nach der installierten Leistung. Eine Enercon 101 leistet unter Volllast 3 MW und davon gibt es 90% laut EEG.
Das bedeutet die Anlage stand am Sonntag 10 Stunden still und bekommt 27.000 kWh vergütet
Wäre sie in Betrieb gewesen dann läge zur für den selben Zeitraum, die anderen WIAs liefen in etwa bei 1/3 ihrer Leistung, der Stromertrag bei 9900 kWh.
Ein tolles Geschäft das mit dem EEG, nichts tun lohnt sich wieder.
Für nichts tun fast den 3 fachen Gewinn abschöpfen.

Bildquelle: luise  / pixelio.de



Die WMO, das sechstwärmste Jahr und die Stagnation

25. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Klimawandel, Medien, Meeresspiegel, Wissenschaft

from 1997Die Weltorganisation für Meteorologie hat (WMO) hat gestern ihren Jährlichen Bericht zur Klimaentwicklung vorgestellt. Wer, wie die meisten Leser hier, die Entwicklung der globalen Temperaturen mehr oder weniger regelmäßig verfolgt, für den kommt die Hauptbotschaft des Reports nicht überraschend. Die seit etwa 1998 andauernde Stagnation beim Anstieg der Globaltemperaturen hat sich auch im Jahr 2013 weiter fortgesetzt. Die Grafik rechts zeigt die Entwicklung der Globaltemperatur seit 1997  nach unterschiedlichen Messdaten.

Stagnation beim Temperaturanstieg kein Thema

Zugegeben, von der Stagnation erfährt man lediglich in dem dem Bericht zugrunde liegenden Daten, nicht im Bericht selbst. Die WMO, die ebenso wie das IPCC eine Organisation der UNO ist, wählt ihre Formulierungen dann doch lieber so, dass der Umstand dass es seit über 15 Jahren nicht mehr wärmer wird nicht so deutlich auffällt. In der Presseerklärung wird der Begriff Stillstand (Hiatus) nicht einmal erwähnt. Dort heißt es stattdessen:

The report confirmed that 2013 tied with 2007 as the sixth warmest on record, continuing the long-term global warming trend.

(…)Thirteen of the fourteen warmest years on record have all occurred in the 21st century, and each of the last three decades has been warmer than the previous one, culminating with 2001-2010 as the warmest decade