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Geht beim „Milliarden-Überschuss beim Ökostrom“ alles mit rechten Dingen zu?

5. September 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende, Politik

Wie in mehreren deutschen Medien vor kurzem berichtet wurde ist zu erwarten, dass die EEG-Umlage im nächsten Jahr nicht nur nicht ansteigt, sondern zum ersten mal in der Geschichte dieser Sonderabgabe über eine Senkung nachgedacht wird.  Grund dafür ist das am Ende des Monats August mit 1,5 Milliarden Euro prall gefüllte EEG-Konto. Wie das funktioniert, sei im Folgenden kurz erklärt.

Jeden Monat werden von den Netzbetreibern in Deutschland die Zahlen zur Einspeisevergütung veröffentlicht. Wichtig sind im Wesentlichen die Einnahmen (übers EEG) und die Ausgaben an die EE-Produzenten. Daraus ergibt sich dann die Monatsbilanz. In einem typischen Jahr ergibt sich daraus das Bild, dass im Winter mehr Geld in die EEG-Kasse eingezahlt wird, als an EE-Vergütung an die Produzenten ausgeschüttet werden muss. Hauptgründe dafür sind, dass die besonders teure Photovoltaik in dieser Zeit kaum produziert und dass wegen des höheren Stromverbrauchs im Winter über die Umlage mehr Geld eingenommen wird. In dieser Zeit ist das Saldo also Positiv, das EEG-Konto füllt sich.

Einnahmen und Ausgaben gehorchen Zyklen

Irgendwann im Frühjahr dann ändert sich das Bild. Meist ab April oder Mai wird wegen des dann anfallenden PV-Stroms und der entsprechend hohen Vergütung (zusammen mit den geringeren EEG-Einnahmen wegen des geringeren Stromverbrauchs) das



Off-Topic-Arena: Über Ahnungslose und Milchmädchen

4. September 2014 | Von | Kategorie: Blog, Off-Topic-Arena

Dont-FeedAus gegebenem Anlass hier eine neue Ausgabe unserer Off-Topic-Arena. Hier darf jeder seinem Diskussionspartner nach Herzenslust Ahnungslosigkeit vorwerfen oder daß seine Meinung von Exxon gekauft wäre oder was auch immer einem noch so einfallen mag.

Da erfahrungsgemäß nicht immer alle Nutzer diese spezielle Plauderecke finden behält sich die Blog-Administration vor, gegebenenfalls aktiv zu werden und in andere Diskussionen verirrte Kommentare nach hier hin umzuleiten. Den Anfang macht eine Diskussion, die fälschlicherweise unter diesem Artikel gelandet ist.

Sollte dem einen oder anderen aufgrund dieser Speziellen Vorgehensweise der rote Faden in diesem Forum fehlen, macht das gar nichts. Inhaltlich gibt es nichts zu verpassen.



Fracking – Warum der Boom der Öl- und Gasförderung weitergeht

4. September 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Nachhaltigkeit, Unkonventionelles Gas und Öl

Rig_wind_riverDie USA verursachen seit einigen Jahren eine Revolution auf dem Gas- und auf dem Ölmarkt. Grund dafür sind neue Fördertechniken, dazu gehört vor allem die Möglichkeit tief unter der Erde horizontal zu bohren und das stimulieren von Gas- und Ölvorkommen in eigentlich zu dichtem Gestein durch das Erzeugen von Rissen mit Hilfe von Wasser, Sand und hohem Druck. Vor allem letztere Methode, das Fracking, ist in den USA und auch ganz besonders auch in Deutschland Gegenstand häufig heftiger Kritik (Hier ein Überblick über die Technologie und Potentiale in Deutschland).

Sorge bereitet den Kritikern dabei am meisten, daß dem Frack-Fluid geringe Mengen Chemikalien beigemischt werden. Da hilft es auch nicht, daß es in den USA trotz vieler Tausend durchgeführter Bohrungen bislang zu keinem ernstzunehmenden Zwischenfall gekommen ist. Und auch  nicht daß von Sachkundiger Seite Entwarnung gegeben wird, wie etwa von der University of Texas oder in Deutschland von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die dem Fracking bei sachgemäßer Durchführung ein äußerst geringes Gefährdungspotential zuschreibt:

“Die Risiken von Fracking-Maßnahmen im geologischen Untergrund stellen sich im Vergleich zu möglichen Unfällen bei obertägigen Aktivitäten als gering dar. durch standortbezogene Voruntersuchungen können Fracking-Maßnahmen so geplant werden, dass ein unkontrolliertes Entweichen der Fracking-Fluide



Hörtipp: Gen-Mikroben auf unserer Haut

1. September 2014 | Von | Kategorie: Blog, Ernährung, Gentechnik, Gesundheit

mahlzeitGefühlt viel zu selten weise ich hier auf die hervorragende Kolumne „Mahlzeit“ von Udo Pollmer im Deutschlandradio Kultur hin. Dort klärt der auch als Enfant terrible der Ernährungswissenschaft“ bezeichnete Lebensmittelchemiker regelmäßig über Mythen und Trugschlüsse bei der Ernährung, aber auch bei vielen anderen Themen zur Bio-Landwirtschaft oder anderen Umweltschutz-Themen auf. Seine Sendungen gibt es bei Deutschlandradio Kultur zum Nachlesen und Nachhören.

In der jüngsten Ausgabe geht es um die grüne Gentechnik. Vielmehr darum, warum gerade diese verteufelt wird, Gentechnik in anderen Bereichen in der öffentlichen Wahrnehmung überhaupt kein Problem darzustellen scheint. Hier ein Auszug und eine dringende Leseempfehlung:

Ohne Gentechnik bliebe bunte Wäsche für das bloße Auge erkennbar schmuddelig. Moderne Waschmittel enthalten Enzyme, also biologische Katalysatoren, die all die waschtechnisch schwer zu beherrschenden körperlichen Ausscheidungen komplett zerlegen. Diese Enzyme sind ohne Genmanipulation nicht zu haben.

Natürlich verbleiben vom Waschmittel und damit von den Enzymen immer Rückstände in der Kleidung, vor allem bei Öko-Waschmaschinen, die Wasser sparen. So tragen wir die Gentechnik anstandslos auf unserer Haut. Würde ein Politiker vor „unkalkulierbaren Gen-Gefahren aus der Unterhose“ warnen und fordern, fürderhin nur noch weißen Feinripp zu tragen, würden seine Bedenken bestenfalls Heiterkeit auslösen. Die farbenfrohe Wäsche zeigt damit einer



Solarkraftwerk in der Wüste verbrennt Vögel…und Erdgas…und viel Geld

26. August 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energieerzeugung

800px-Ivanpah_Solar_Power_Facility_OnlineAls ein Weg, fossile Brennstoffe durch „natürliche“ Quellen zu ersetzen  gilt die Solarthermie, bei der Wasser durch konzentriertes Sonnenlicht erhitzt wird und der so erzeugte Wasserdampf mit Generatoren Strom erzeugt. Das klingt auf den ersten Blick sauber und preiswert. Schließlich fallen keine CO2-Emissionen an und die Sonne schickt ja bekanntlich, wenn überhaupt, nur eine ganz kleine Rechnung. Richtig?

Falsch, aber der Reihe nach.

In der kalifornischen Mojave-Wüste, etwa 50 Kilometer südlich von Las Vegas, liegt das Ivanpah-Solar-Kraftwerk. Die im Februar dieses Jahres in Betrieb genommene Anlage fokussiert mithilfe von Spiegeln Sonnenlicht auf 3 Solartürme, wodurch in diesen Wasserdampf erzeugt wird, mit dem Dampfturbinen zur Erzeugung von elektrischem Strom angetrieben werden. Mit einer Nennleistung von 392 MW ist die Anlage das weltweit größte solarthermische Kraftwerk. Allerdings ist diese Zahl nicht mit der Nennleistung konventioneller Kraftwerke zu vergleichen, schließlich kann das Solarkraftwerk nur dann Strom produzieren, wenn die Sonne scheint. Und die Produktion ist, dem Sonnenverlauf folgend, in den Mittagsstunden deutlich höher als morgens oder abends. Die Jahresproduktion der drei Generatoren wird mit 1.080 GWh angegeben. Das entspricht knapp 2.800 Vollaststunden, also weniger als dem Wert, den ein Offshore-Windkraftwerk üblicherweise erzielt.

Wenig Leistung für sehr viel Geld

Herausragend sind bei



Veranstaltungshinweis: Fachforum Energiewende und Energiepolitik

21. August 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Politik

Fachforum Energiewende EnergiepolitikAm 20. September findet im schwäbischen Albstadt eine Veranstaltung zum Thema Energiewende und Energiepolitik statt, auf die wir unsere Leser unbedingt hinweisen möchten. Mitveranstalter ist der Bürgermeister von Albstadt und Science Skeptical Gastautor Dr. Jürgen Gneveckow.

Die Liste der Referenten ist wirklich beeindruckend. Roland Tichy, Chefredakteur der Wirtschaftswoche und Professor Gerd Ganteför, bekannt unter anderem aus dem philosophischen Quartett, sind die wohl herausragendsten Köpfe in dieser hochkarätig besetzten Runde. Jedem, der die Zeit dafür findet, sei eine Teilnahme wärmstens empfohlen. Die Veranstaltung ist kostenlos.

Aus dem Einladungstext der Veranstalter:

Die verordnete Energiewende – scheitert ein Mythos? Was am Ende bleibt.

Sehr geehrte Damen und Herren,
die Energiewende betrifft uns alle und tangiert uns in den unterschiedlichsten Lebensbereichen. Neben den vorrangigen Handlungsmöglichkeiten wie beispielsweise Energie eingespart werden kann und dem Einsatz möglicher effizienter Energieformen, stellt sich die Frage des sinnvollen Einsatzes von erneuerbaren Energien.

Die Landkreisverwaltung setzt hier vor allen Dingen auf zielführende Energiesparmaßnahmen durch ein effektives Gebäudemanagement. Darüber hinaus ist der bisherige Weg gezeichnet durch die Versorgung mit einem wirtschaftlich
sinnvollen Energiemix.

Der Zollernalbkreis wurde hierfür zu Beginn dieses Jahres mit dem European Energy Award, der für die Optimierung des Energiemanagements steht, ausgezeichnet. Darüber hinaus bieten wir im Landkreis zusammen



Schneller Reaktor BN-800 in Russland erstmals mit selbst erhaltender Kettenreaktion

30. Juni 2014 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Kernenergie

BN-800_Laengsschnitt_ReaktorbehaelterAm vergangenen Freitag ist der BN-800 Reaktor im russischen Kernkraftwerk Beloyarsk erstmals kritisch geworden, hat also eine sich selbst erhaltene Kettenreaktion erreicht. Dies sollte für Kernkraft-Befürworter, wie auch für Gegner, eine gute Nachricht sein. Als Befürworter freut man sich über das Erreichen eines Meilensteins bei der Entwicklung der nuklearen Bruttechnologie. Als Kernkraft-Gegner sollte einen der Umstand freuen, dass mit diesem neuen Reaktor langlebige Produkte aus herkömmlichen Kernkraftwerken (sogenannter Atommüll) weitestgehend unschädlich gemacht werden können.

Wobei die Freude bei den deutschen Kernkraft-Gegnern wohl eher verhalten ausfallen dürfte. Zum einen, weil aus deren Sicht jedwede Nutzung der Kernkraft des Teufels ist, selbst wenn damit die Endlager-Problematik obsolet würde (siehe hierzu die Posse um den Greentech-Award für den Dual-Fluid-Reaktor), und zum anderen, weil die allermeisten davon ohnehin nichts erfahren. Kernkraft ist in den deutschen Medien nur dann Thema, wenn sich damit Ängste und eine politische Agenda verbreiten lassen. Dazu schreibt Rainer Klute auf Nuklearia.de:

Vielleicht schreiben deutsche Medien ja doch noch etwas zum BN-800. Obwohl: Können sie ihren Lesern wirklich die Tatsache zumuten, daß man Atommüll nicht für Jahrhunderttausende endlagern muß, sondern ihn in Schnellen Reaktoren zur Energieerzeugung nutzen kann? Daß man aus langlebigem Atommüll kurzlebigen machen kann? So etwas