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Gutmenschen und Doppelmoral

29. März 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus

halo

Wir trinken Diet Coke – Zum Big Mac und Fritten.

Wir gehen ins Fitnessstudio – Und nehmen den Aufzug in den zweiten Stock.

Wir installieren energiesparende Durchlauferhitzer – Und duschen dann länger.

Wir fahren mit dem SUV zu einem Vortrag von Al Gore.

Michael Rosenwald

Uli Hoeneß hat mindestens 28 Millionen € Steuern unterschlagen.

Er ist ein Krimineller.

Wer hätte das gedacht! Der Uli, der für seinen Verein lebt, Spitzensportler, erfolgreicher Unternehmer und großzügiger Wohltäter, Träger des Baverischen Verdienstordens und der Bayerischen Staatsmedaille für soziale Verdienste – Und Millionenbetrüger? In einer Person?
Doch er ist, wie wir alle wissen, kein Einzelfall.
Dahinter steckt ein ganz alltägliches psychologisches Muster, die ‚Moralische Selbstlizensierung‘.
Je positiver die Selbstwahrnehmung eines Menschen ist, je ‚moralischer‘ er sich fühlt, desto mehr glaubt er ’sich erlauben zu können‘. Er beansprucht sozusagen Kredit für seine Verdienste und beansprucht mehr Freiräume – bis hin zum Verbrechen.

 „Frühere gute Taten können Individuen dazu bringen, unmoralisch, unethisch oder in anderer Hinsicht problematisch zu handeln, also Handlungen zu begehen, die sie sonst aus Furcht oder aus einem Gefühl, unmoralisch zu sein, vermieden hätten.“

Anna Merritt et al.

„Die moralische Selbstlizensierung ist ein unterbewusster Effekt, der dadurch wirkt, dass er das moralische Selbstwertgefühl



Die Sehnsucht nach Arkadien

18. Februar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Nachhaltigkeit, Ökologismus, Ökologistische Mythen

Was wollen Ökologisten?
Von was träumen sie?
Was treibt sie an?

Meist wird ihnen unterstellt, sie wären einfach nur rückwärts gewandt, wollten die Zeit zurückdrehen.
Nichts wäre falscher.
Sie wollen nicht zurück, sondern in ein anderes Land: Nach Arkadien.

Arkadien01

Schon in der Antike war Arkadien ein mythischer Ort. Glückliche Hirten, so glaubte man, lebten dort frei und von der freundlichen Natur verwöhnt ohne Zwang und ohne Sorgen.

Nachdem Vergil das Land in Rom als entrücktes Ideal besungen hatte, geriet es im Mittelalter in Vergessenheit. Die Menschen suchten ihr Paradies im Jenseits.
Doch in der Renaissance erwachte die alte Sehnsucht wieder und im Barock erlebte sie eine Blüte.

Warum?

Sicherlich, weil es eine Art Archetyp ist, fest verankert im menschlichen Bewusstsein. Aber es gehört noch mehr dazu.
Im antiken Rom war es eine Überflussgesellschaft, die, sicher vor materiellen Nöten, in einer dekadenten Stimmung dem goldenen Käfig entfliehen wollte.
In der Renaissance wurde die Antike verehrt, die Menschen fühlten sich ‚wiedergeboren‘ nach der dunklen Zeit des Mittelalters, vor allem aber bildete sich wieder eine reiche, übersättigte Oberschicht, die erneut an der Grenze zur Dekadenz nach Fluchten suchte, Zwänge und Konventionen abstreifen wollte und sich nach dem ‚einfachen Leben‘ sehnte, von dem sie



Wissenschaft und Zeitgeist

2. Februar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Ökologismus, Politik, Wissenschaft

Jede Gesellschaft nimmt für sich in Anspruch, in einem ‚aufgeklärten‘ Zeitalter zu leben, in dem die Rätsel der Welt entschlüsselt sind und verstanden werden. Kollektive Gewissheiten geben den Rahmen für kollektives Handeln und bilden den Überbau, in dem sich Politik, Wissenschaft, Rechtsempfinden und Kunst, aber auch Gewerbe und HandeWissZeitgeist01l entfalten.
Dieser Zeitgeist oder gesellschaftliche Stimmung entscheidet über die Rezeption neuer Ideen. Erscheinen sie plausibel, werden sie zu Paradigmen (allgemein anerkannten ‚Wahrheiten‘) und die Summe dieser Paradigmen formt wiederum den Zeitgeist.
Dieser Prozess ist also rückgekoppelt und daher chaotisch, auch wenn gewisse Mechanismen der Lenkung bekannt sind. Es gehört weiter zu den Gesetzmässigkeiten, dass ein allgemeiner Fortschritt durchaus erkennbar ist; jede Gesellschaft und jede Zeit ‚wusste‘, wie die Welt und der Mensch entstand, doch die heutigen rationalen Erklärungen durch die Wissenschaft der Astronomie und Abstammungslehre haben eine so solide Basis, dass sie wohl zu einem ‚ewigen‘ Kanon der Menschheit geworden sind. Der sich wandelnde Zeitgeist ist also durchaus lernfähig, entwickelt sich generell fortschrittlich und entsteht nicht aus dem Nichts.
Aber er ist stets auch vorübergehend und unvollkommen, belastet mit alten Irrtümern, verzerrt durch Emotionen, gelenkt durch Demagogen und mit unsicherem Kurs dem Spiel des Zufalls ausgeliefert.

‚Die Wissenschaft‘ oder



Umweltökonomische Versager

23. Januar 2014 | Von | Kategorie: Artikel, Daten, Energieerzeugung, Energiewende, Innovationspolitik, Nachhaltigkeit

UGR_TitelKaum beachtet, veröffentlichte die Destatis kürzlich ihren Bericht

Umweltnutzung und Wirtschaft – Bericht zu den Umweltökonomischen Gesamtrechnungen

Weiterführende Publikationen finden sich hier: Umweltweltökonomische Gesamtrechnungen (UGR)

Der Spiegel kommentierte:

Zwölf-Jahres-Bilanz: Deutschland nutzt Rohstoffe besser

Für die meisten Waren werden natürliche Rohstoffe benötigt. Ihre Verschwendung scheint in Deutschland gebremst. Vor neun Jahren hatte die EU beschlossen, Rohstoffe effizienter nutzen zu wollen. Deutschland sei mit dem Vorhaben mittlerweile recht erfolgreich, berichtet die Bundesregierung. „Wir brauchen weniger natürliche Ressourcen und nutzen sie besser“, teilt sie unter Berufung auf Erhebungen des Statistischen Bundesamtes mit.

Ähnlich sei die Entwicklung bei Energie. Von 2000 bis 2012 sei dessen Effizienz um fast ein Fünftel erhöht worden, mithin um 1,5 Prozent jährlich.

Also eine Erfolgsgeschichte? Eine Bestätigung nachhaltiger, ökologischer Politik?

Das sollte man genauer hinterfragen.
Aber wie?
Nun, es bietet sich an, bestimmte Meilensteine der Umweltpolitik und ihren Einfluß zu betrachten. Wenn Politik etwas bewirkte, muss sich das in harten Zahlen und Daten niederschlagen.
Wenn sich zwischen 2000 und 2012 die Effizienz um knapp 20% verbesserte, dann kann dies nur dann als politischer Erfolg gelten, wenn die Effizienzsteigerung vorher in einem ähnlichen Zeitraum sehr viel schlechter war und die Erfolge anderer Länder deutlich übertroffen wurden.

Die Geburtsstunde der Umweltökonomie



Das Autarkie-Haus, das ohne Stromanschluss auskommt!

5. Januar 2014 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energiewende, Photovoltaik

Ach ja, tatsächlich?

HausAutark

Endlich ist es fertig, das erste Haus, das angeblich völlig autark ist: Wohnen in der Zukunft.

… Timo Leukefeld ist da allerdings längst einen Schritt weiter. Er ist vor ein paar Wochen in das deutschlandweit erste energieautarke Haus eingezogen. Das steht im sächsischen Freiberg, wurde von Leukefeld gemeinsam mit anderen Ingenieuren entwickelt und kostet schlüsselfertig knapp 400.000 Euro.

Der Clou: Das Gebäude soll ganzjährig ohne Stromanschluss auskommen. Und seinen Bauherrn komplett unabhängig von Energieversorgern und stetig steigenden Kosten machen. Der Schüssel dazu ist die Speicherung von Sonnenstrom und -wärme im Haus selbst.
Das Heizkonzept unterscheidet sich deutlich vom Plusenergiehaus. Statt per Wärmepumpenstromheizung wird Solarthermie mit Fotovoltaik kombiniert. Denn Heizsysteme wie etwa eine Wärmepumpe verbrauchen zu viel Strom, erklärt Bauherr Leukefeld. Was außerdem bleibe, seien Heizkosten, Stromkosten und Benzinkosten fürs Auto.
„Die haben nichts mit einer echten Selbstversorgung an Energie zu tun“, sagt Solarforscher Leukefeld. „Unser Haus würde bei einem Stromausfall voll in Funktion bleiben über Tage und Wochen, da es die Energie, die es verbraucht, selbst erzeugt, speichert und genau in dem Moment zur Verfügung stellt, wenn sie gebraucht wird.“

Das hört sich ja großartig an!

Sehen wir auch noch auf diesen Blog, für ein paar



Smart Region Pellworm – Ein Vorgeschmack?

28. Dezember 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Energiewende

Pellworm02

Die nordfriesische Insel Pellworm ist seit Anfang den 1980er Jahren Schauplatz für die Energieforschung. 1983 entstand dort der größte Solarpark Europas. Mit Ergänzung von Windenergieanlagen entstand 1989 Europas größtes Hybridkraftwerk. Ein intelligentes Stromnetz soll die Insel nun stromautark machen.

Offenbar wird auf Pellworm die Energiewende geprobt. Ein guter Grund, sich das näher anzusehen.

Eins sei gleich bemerkt: Wer sich auf die Suche nach konkreten Zahlen macht, hat es nicht leicht, vor allem über die Kosten wird beharrlich geschwiegen. Aber auch Daten zur Leistung der Einzelkomponenten sucht man in vielen Fällen vergeblich oder man findet sie nur mit Mühe und auf Umwegen. Möchte man sich nicht zu sehr in die Karten schauen lassen?

Hier ist jedenfalls die offizielle Projektseite: SmartRegion Pellworm

 

Die Erzeuger

Die Stromerzeugung Pellworms beruht auf der Trias PV, Wind und Biomasse.

  • PV-Nennleistung: 2989 kW, Nutzungsgrad 11%
  • Wind-Nennleistung 6025 kW, Nutzungsgrad 23%
  • Biomasse-Nennleistung: 1060 kW, Nutzungsgrad 47%

Weitere Daten, die aus verschiedenen Quellen eruiert wurden:

  • Längste gemessene Flautedauer: 74 Stunden
  • Gesamterzeugung pro Jahr: ca. 22.300 MWh
  • Anbindung: 2 Seekabel (20kV)

Die Speicher:

  • Li-Ion-Batterien 560 kWh
  • Redox-Flow-Batterie 1200 kWh
  • 11 Li-Ion ‚Haushaltsspeicher‘ mit insgesamt 80 kWh

(Quelle)

Die Verbraucher

  • Fläche: 37,44 km²
  • Einwohner: ca. 1100
  • Haushalte:


Wir werden so langsam Mainstream

25. Dezember 2013 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Blog, Energiewende

BlogEnergiewendeWelt

Oft werden hier ja mehr oder weniger ’skandalöse‘ News vorgestellt.
Ein Beitrag in der ‚Welt‘ ist das genaue Gegenteil:

Flaute und Wolken stoppen Ökostrom-Produktion

Man könnte glauben, Sc Sk goes Mainstream, wenn man dort liest:

Im Frühjahr erfreute eine Serie von Jubelmeldungen die Herzen der Energiewende-Fans. „Wind- und Solarstromproduktion so hoch wie nie“, verkündete stolz das „Internationale Wirtschaftsforum Erneuerbare Energien“ (IWR) am 19. April. Ökostrom mit 35 Gigawatt im Netz, „dieser Wert entspricht der Leistung von 26 Atomkraftwerken“.
….
Wer wollte angesichts solch kraftstrotzender Zahlen nicht von der Allmacht erneuerbarer Energien träumen? …
Gab es einen besseren Beweis, dass erneuerbare Energien konventionelle Kraftwerke bereits weitgehend überflüssig gemacht haben?…

Die schönen Statistiken der Ökostrom-Produktion haben nur einen Haken: Sie erwecken ein völlig falsches Gefühl von Sicherheit. Erneuerbare Energien liefern in der kalten Jahreszeit über Wochen und Monate hinweg oft kaum nennenswerte Strommengen.

Windkraftanlagen stehen tagelang still
Die Wind- und Solarstromproduktion lag in der vergangenen Woche durchgehend komplett danieder. Mehr als 23.000 deutsche Windkraftanlagen standen tagelang still. Eine Million Fotovoltaikanlagen, vom Verbraucher mit 108 Milliarden Euro subventioniert, stellten die Arbeit nahezu vollständig ein und lieferten selbst zur besten Mittagszeit nur ganz kurz mal ein paar Kilowattstunden. Eine ganze Woche lang mussten da