Der Mythos der Kraft-Wärme-Kopplung
10. April 2011 | Von Michael Lincke | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik
Immer wieder wird in den Medien behauptet, dass „dampfende Kühltürme“ Energieverschwendung sind, Abwärme, welche zum Beispiel bei der Kraft-Wärme-Kopplung vollständig genutzt werden könnte.
Dieser “Mythos” (aus: „Energiestudie“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG),2010) der KWK ist weit verbreitet; mit der Betrachtung der physikalischen Zusammenhänge wird jedoch schnell klar, dass die nutzbare Energiemenge eines Wärmekraftwerks durch physikalische Naturgesetze bestimmt wird, welche bewirken, dass die KWK eine (wenn überhaupt) nur minimal bessere Ausnutzung des Brennstoffes ermöglichen als getrennte Anlagen zur Erzeugung von Wärme und elektrischer Energie.
Siehe auch: FAZ vom 26.01.2011, “Kraft-Wärme-Kopplung : Schlechter als ihr Ruf”
Physikalischer Hintergrund
Zum Verständnis sei erwähnt, dass sich der nutzbare Energieanteil mathematisch aus der Differenz aus Anfangs- und Endtemperatur (TA, TE) des thermo-dynamischen Prozesses ergibt:
Um die Energie zu gewinnen, muss also gleichzeitig erhitzt und gekühlt werden (dies ist auch bei anderen Umwandlungen von Wärme in mechanische oder elektrische Energie so, zum Beispiel bei allen Verbrennungskraftmaschinen, Thermoelementen, aber auch prinzipiell der Umkehrung dieses Prozesses in Kälteanlagen).
Beim Wärmekraftwerk (egal ob mit Kohle, Gas oder Kernenergie befeuert) liegt die Ausgangstemperatur (Frischdampf) heute bei 320 bis ca. 600°C, welcher die Turbine antreibt. Dabei entspannt sich der Dampf und gibt stufenweise seine Energie an die …








