“Klima-Bündnis”: Früh übt sich, wer ein guter Klimaschützer werden will!

11. Mai 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel

Im Jahr 1990 wurde das „Klima-Bündnis“ gegründet. Die Stadt Frankfurt am Main zählte zu den Gründungsmitgliedern. Das Klima-Bündnis ist ein Zusammenschluss europäischer Städte und Gemeinden, die eine Partnerschaft mit indigenen Völkern der Regenwälder eingegangen sind. Im Klima-Bündnis arbeiten über 1.500 europäische Kommunen gemeinsam an der Veringerung der Treibhausgase. Die Partner in diesem weltumspannenden Bündnis verbindet die gemeinsame Sorge um das Weltklima. Um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, setzt das Klimabündnis auf das Engagement und die Vielfalt der lokalen Ebene. Die Initiative verstehen die Mitglieder als Teil der Bemühungen um nachhaltige Entwicklung und Gerechtigkeit zwischen Nord und Süd.

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Früh übt sich, wer ein guter Klimaschützer werden will!
Eines der Klimabündnisprojekte ist die Kindermeilen-Kampagne. Bereits zum 10. Mal sammeln Kindergarten- und Schulkinder 2011 “Grüne Meilen” für das Weltklima. Seit 2002 sensibilisiert die Kampagne Kinder auf spielerische Weise für nachhaltige Mobilität und Klimaschutz und motiviert sie, Verantwortung für unseren Planeten zu übernehmen. Die Module und Materialien der Kampagne liefern konkrete Ideen und Aktivitäten für Kindergarten- und Grundschulkinder zu klimafreundlicher Mobilität. Darin beschäftigen sich die Kinder spielerisch mit den Themen Nachhaltigkeit, Klimawandel und Mobilität sowie Regionale Lebensmittel und Energiesparen. Als Energie-Detektive sind sie den Stromfressern ihrer Einrichtung auf der Spur und erkunden als Verkehrsdetektive die Problemstellen ihrer Alltagswege. Als kleine Klimaschützer unterwegs sammeln die Kinder europaweit für ihre umweltfreundlich zurückgelegten Wege “Grüne Meilen”. Bisher weit über zehn Millionen. Zu Fuß, mit Fahrrad, Roller, Bus und Bahn, lernen sie spielerisch, wie empfindlich unsere Erde ist und wie wir sie schützen können. Die gemeinsam gesammelten “Grünen Meilen” aller Kinder in Europa werden lokal präsentiert und zum krönenden Abschluss am Jahresende den Teilnehmern der UN-Klimakonferenz in Durban, Südafrika überreicht. Das Signal ist deutlich, nicht Reden, Handeln. Machen Sie mit. Die Kleinen zeigen den Großen, wie’s geht: sie handeln, zum Schutz unseres Klimas!

Quellen

Klima-Bündnis- Alianza del Clima e.V.

Grüne Meilen für das Weltklima

Klima-Bündnis – Frankfurt am Main, Schutz des Regenwaldes & Klimaschutz

Artikel zuerst erschienen bei Readers Edition

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16 Kommentare
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  1. Einerseits ist es ja schön zu sehen, wie engagiert Kinder für das Wohl der Gemeinschaft und des Planeten eintreten. Andererseits wird ihnen leider so mancher Floh ins Ohr gesetzt (CO2, Klimaschutz,…)
    So ist beispielsweise die „Ökobilanz“ regionaler Lebensmittel heutzutage z.T. wesentlich schlechter als die von importierter Ware.

  2. Es ist immer wieder toll zu sehen, dass schulische Projekte mit „ökologischen“ Ambitionen gestartet werden. Kinder sind mit mehr oder weniger Begeisterung dabei. Die Hauptsache ist ein Artikel in der Presse.
    Anschließend sollte man sich die Schulhöfe und die Klassenzimmer ansehen. Alles wird liegen gelassen: Verpackungen und Essensreste.

  3. „Machen Sie mit. Die Kleinen zeigen den Großen, wie’s geht: sie handeln, zum Schutz unseres Klimas!“
    Jaja. Ich habe noch gelernt, dass ich etwas für die hungernden Kinder in Afrika tue, wenn ich mein Pausenbrot brav aufesse. Und etwas für den Weltfrieden, wenn ich Flaschen und Altpapier sammle. Und etwas für Angela Davis, wenn ich bunte Blumen auf Postkarten male (eine ganzer Schwung solcher Karten ist mir Jahre später beim Entrümpeln einer ehemaligen Schule in die Hand gefallen). Das Muster ist erkennbar, ja? Es ist ja auch nicht neu. Es ist lediglich der bekannte kindliche Konditionierungsprozess, diesmal nur grün angestrichen. Wir hatten ihn auch schon in schwarz („Lieber Gott, mach mich fromm, das ich in den Himmel komm“) und in schwarzweissrot („Der Kaiser ist ein lieber Mann, er wohnet in Berlin“), von braun mal gar nicht zu reden. Fakt ist: Die Kleinen tun und sagen lediglich, was sie in der Schule gelernt haben und wofür sie, aus welchen Gründen und von wem auch immer, gelobt werden- völlig unreflektiert und kritiklos. Für Kritik und Skeptizismus fehlen ihnen sowohl das nötige Wissen als auch das Handwerkszeug, sprich die wissenschaftliche Methode von Hypothese, These, Analyse, und Synthese. „Zweiundsechzigtausendvierhundert Wiederholungen ergeben eine Wahrheit.“ (A. Huxley, Schöne neue Welt, 1946).
    Das ist es wohl, was die „Kleinen“ uns „Großen“ zeigen sollen.
    Aber, bitte, wenn möglich, nicht hier. Dieser Blog trägt den Namen „Science Skeptical“ und sollte, so meine Bitte, sich auch in Zukunft sowohl dem Skeptizismus wie auch der Wissenschaft verpflichtet fühlen. Für Nachrichten aus der Welt der politischen Korrektheit gibt es genügend andere Foren.

  4. @ Frank Hill

    Herr Hill ich denke nicht das die Aufforderung

    Die Kleinen zeigen den Großen, wie’s geht: sie handeln, zum Schutz unseres Klimas!

    tatsächlich ernst gemeint und genommen werden soll, Herr Krüger hat sicher keine 180° Wendung vollführt was sein Weltbild angeht. Er hat wieder einmal sehr überspitzt und klar die beängstigende Konsequenz Grünen handelns und denkens sowie die Marschrichtung aufgezeigt. Wer schon einmal ein totalitäres Gesellschaftssystem er- und überlebt hat sieht sehr deutlich die parallelen, so wie Sie.

  5. @Frank Hill

    Fakt ist: Die Kleinen tun und sagen lediglich, was sie in der Schule gelernt haben und wofür sie, aus welchen Gründen und von wem auch immer, gelobt werden- völlig unreflektiert und kritiklos.

    Kindern fehlt vor allem die Erfahrung im Erkennen perfider menschlicher Verhaltensmuster wie „Betrug” und „Manipulation”. Kinder mögen keinen Stillstand, sondern stets die Veränderung. Das sind wohl Gründe dafür, warum insbesondere jüngere Kinder geradezu fasziniert sein können von Aktionismus und radikalem Gedankengut, das sich geschickt als „Weltverbesserung” tarnt.

    “Zweiundsechzigtausendvierhundert Wiederholungen ergeben eine Wahrheit.” (A. Huxley, Schöne neue Welt, 1946).

    …..ja klar, „Wahrheit” erhält man auch und vor allem, indem man die Lüge zig-tausendmal wiederholt – das erleben wir ja heute permanent durch die Propagandamaschinerie links-grün-getränkter Mainstream-Medien. Auf diese Weise werden Behauptungen irgendwann zu „Tatsachen” und in der Folge schließlich zum Dogma, zur „unumstößlichen Wahrheit” (…..so wie die „menschengemachte Erderwärmung”, gelle?) ……und letztendlich zur Verfolgung und Bestrafung Andersdenkender (z.B. „Klimaleugner”) ….. willkommen in Orwells wunderbarer Welt!

    Ist aber nix Neues, religiöse Indoktrination von Millionen Menschen funktioniert seit Jahrtausenden auf dieselbe perfide Weise.

    Dieser Blog trägt den Namen “Science Skeptical” und sollte, so meine Bitte, sich auch in Zukunft sowohl dem Skeptizismus wie auch der Wissenschaft verpflichtet fühlen. Für Nachrichten aus der Welt der politischen Korrektheit gibt es genügend andere Foren.

    Mit dieser Aussage kann ich leider nix anfangen, den allermeisten Teilnehmern in diesem Blog (mit Ausnahme einiger missionierender Trolle, die sich ab und an hierher verirren) geht es m.E. um kritisches Hinterfragen wissenschaftlichen Gedankengutes und seiner politischen Instrumentalisierung. Also nix mit PC, hier sind überwiegend DENKENDE Wesen am Werk!

  6. @ Hill:

    Ich stimme mit Ihrer Einschätzung überein. Allerdings glaube ich, daß diese Art der Indoktrination nicht funktioniert. Bei mir ist sie jedenfalls gründlich schiefgegangen. Auch ich habe als Kind nicht hinterfragt, was man mir da so erzählt hat. Ich habe es irgendwann einfach ignoriert und getan, was mir Spaß gemacht hat.

    Der Artikel dient einfach nur der Information. Es ist natürlich nicht so, daß wir uns solche Vorgehensweisen zu eigen machen. Ganz im Gegenteil. Wir hoffen, daß dadurch Aufmerksamkeit auf die perfiden Taktiken unserer Gegner gelenkt wird.

  7. Hallo Zusammen,
    Eigentlich schade, das man sich bei Kindern nicht besser auf Kernfächer wie Deutsch, Geschichte, Englisch und Mathe konzentriert
    Grammatik ordenlich lernen brächte was fürs Leben.
    Ich stimme Peter Heller zu. Zumindestens bei Jungen bringt die Indoktrination nichts, die skeptischen und kritischen Kinder rebellieren eh gegen den Mainstream. Konsens war für mich immer ein rotes Tuch und ist es noch. Vermutlich eint das uns hier. Es bringt einem weiter über Gegenargumente nachzudenken als immer nur die gleichen Gedanken zu lesen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  8. Hallo zusammen,

    als Kinderexperte war der Artikel für mich schmerzhaft zu lesen, aber nicht, weil er hier steht, sondern weil zutreffend beschrieben wird, mit welch perfiden Mitteln hier von bestimmten Kreisen vorgegangen wird. Als Information ist das schon zutreffend, aber zum Glück formuliert der Autor es so, dass zwischen den Worten seine eigene Abscheu über dieses Vorgehen zum Ausdruck kommt.
    Ich stimme aus Erfahrung Herrn Heller in #6 zu. Es wird nicht funktionieren! In meinem Wohnort laden mich immer öfter Grundschulen und Kindergärten zu Gesprächen über Wetter und Klima ein. Dabei erkläre ich den Kindern, dass nicht Klimaschutz das Problem ist, sondern das, was so trefflich im Kommentar #2 erwähnt wird -- der Müll, die Umweltverschmutzung.
    Schade, dass man das nicht richtig rüberbringen kann! Sie glauben nicht, wie schnell die Kinder dabei sind, Papier und Müll aufzusammeln -- nicht nur im Klassenraum, sondern gleich danach auch noch im gesamten Schulhof!

    An alle Indokrinateure: Wäre das nicht viel sinnvoller?

    Chris Frey

  9. @Michael Krueger:
    Falls Ihr Artikel so gemeint war, wie ihn die Mehrzahl der Mitleser hier interpretiert: Mea maxima culpa! Ich pflege mich zwar sonst eines gut justierten und recht sensitiven Ironiedetektors zu rühmen, aber in diesem Falle hat er dann wohl versagt. Mag auch daran liegen, dass es inzwischen schwer geworden ist, kunstvolle Überspitzung von ernstgemeintem Gutmenschentum zu unterscheiden- sie liegen inzwischen zu dicht beieinander.

  10. @Günter Heß

    Ich stimme Peter Heller zu. Zumindestens bei Jungen bringt die Indoktrination nichts, die skeptischen und kritischen Kinder rebellieren eh gegen den Mainstream.

    Da bin ich leider nicht so optimistisch.

    Wie funktioniert denn erfolgreiche Indoktrination bei Kindern?

    • Einfache Botschaften: „Wir Menschen verschandeln die Natur und machen die Welt kaputt”
    • Klares Gut-Böse-Schema: „Die Reichen nehmen den Armen alles weg – das ist ungerecht.”
    • Für Kinder erkennbare Logik der „Argumentation”: „Fahrrad ist besser als Auto, weil kein böses CO2 entsteht…..”
    • Undifferenziertes Verweisen auf Autoritäten wie z.B. „Kluge Wissenschaftler haben herausgefunden…..”
    • Natürlich auch der Hinweis auf die Saboteure „es gibt böse Menschen, die diese Wahrheit leugnen….”
    • Klare Handlungsanweisungen: „kein Wasser verschwenden, Stand-by ausschalten, Bäume pflanzen…..”, die von Kindern zwar nicht gern selbst ausgeführt („weil das nur nervt”), dafür aber sicher oft mit Begeisterung an andere weitergepredigt werden).

    Dies alles ist so lange gebetsmühlenartig zu wiederholen, immer und immer wieder, bis der Chip drin ist in den Köpfen (woanders lernt man den Koran auswendig mit dieser Methode). Die Rebellion dagegen fängt leider erst viel später an, deshalb ist ja die Indoktrination im frühesten Kindesalter so wichtig (das wussten schon Joseph Goebbels und Margot Honecker).

    ….und letztendlich das Ziel, ausgewählte Kinder zu kleinen Klimareligions-Gotteskriegern zu machen, zu Predigern von Verzicht und „Klimagerechtigkeit”. Von fundamentalistischen Religionen weiß man sehr genau, welche Wirkung fanatische Kinderprediger auf gläubige Erwachsene haben.


    „Hört auf zu reden, fangt an zu pflanzen“

    LICHTENWALD: Bürgermeister Rentschler steht im Kinderparlament Rede und Antwort -- 13-Jähriger hält Vortrag über Klimawandel

    ….Früher ging auch Florian Roos in Lichtenwald zur Schule. Jetzt besucht der 13-Jährige die 7. Klasse der Realschule in Reichenbach. In einer Akademie der Schülerinitiative Plant-for-the-Planet hat er eine Ausbildung zum Botschafter für Klimagerechtigkeit gemacht. Vor dem Kinderparlament erläuterte er in einen Vortrag, was die Ursachen des Klimawandels sind und was man dagegen tun kann. Das machte er in freier Rede und mit Hilfe eines Beamers schon fast professionell…..

    …..Kinder sollen Kinder über die Erderwärmung und ihre Folgen informieren und mobilisieren, aktiv zu werden. Zudem organisieren sie Pflanzaktionen. „Wir Kinder mischen uns ein, denn es geht um unsere Zukunft“, lautet ein Slogan. Die Schülerinitiative betont, dass sich Klimakrise, Wasserkrise, Armuts- und Gerechtigkeitskrise nur weltweit und „nur als Gemeinschaft“ bewältigen lassen. Unter Klimagerechtigkeit versteht sie, dass jedes Kind mit der Geburt das gleiche „Verschmutzungsrecht“ bekommt. Wer mehr CO2 raus pusten will, als ihm zugestanden wird, muss anderen Rechte abkaufen: „Dann müssen nicht mehr so viele Kinder verhungern und alle Menschen zusammen würden nur noch so viele Treibhausgase produzieren, wie Wälder und Meere aufnehmen können.“

    …..na also, funktioniert doch!

    …..und da jedem klar ist, dass Kids heute viel lieber youtube-Videos gucken als Bücher zu lesen, werden auch dafür passende Formate produziert. Natürlich mit ganz einfachen Erklärungsmustern für unsere ganz Kleinen das Video mit dem weinenden Pinguin (mal ’ne Abwechslung zu dem ewigen Eisbären auf der Scholle):

    Klimawandel für Kinder

    Der Uploader dieses youtube-Videos hat dazu in grüner Gutmenschenmanier noch folgenden Kommentar dazu verfasst:

    Als Teil unseres Projektes im Seminarfach Klimawandel haben wir uns vorgenommen, die Komplexität des Klimawandels und seiner Folgen auch für Kinder anschaulich zu machen. Durch zahlreiche Beispiele und Erklärungen wollen wir ein Verständnis für den Klimawandel bei den „Kleinen“ erzeugen, um so möglichst früh auf Umweltprozesse aufmerksam zu machen.

    Für die etwas Größeren gibt’s dann das an Geschmacklosigkeit schwer zu überbietende 10:10 Video „no pressure” – wobei ich mir durchaus vorstellen kann, dass Kinder es „einfach geil” finden, dass da Leuten „die Köppe wegfliegen”.

    Wenn Kinder fürs Klima explodieren -- 10:10

    @admin

    Vielleicht können diese beiden Videos direkt hier eingebunden werden (hab das schon ein paarmal versucht – bin leider zu doof dazu).

    [Ich habe das mal geändert. Bewi den Videos funktioniert das übrigens so, dass man einfach den Youtube Link einfügt und aus dem „http://…“ ein „httpv://..“ macht. RK]

  11. Auch Veröffentlichungen wie diese gerieren sich als „Bildung”:

    Klimawandel -- Was ist das eigentlich?

    „Klimawandel ist die Sache, von der wir unsern Enkeln erzählen werden, dass wir von nix was wussten, so wie unsre Omas und Opas mit dem Hitler und den Juden. Sonst hätte man ja was getan.

    Das Klima (Temperatur, Regen usw.) auf der Erde unterlag schon immer verschiedenen Schwankungen. Diese Veränderungen gingen aber immer sehr langsam vor sich, also über Jahrhunderte bzw. Jahrtausende. Forscher haben herausgefunden, dass der Klimawandel jetzt aber sehr viel schneller abläuft. Als Ursache für diesen schnellen Wandel wird von den Wissenschaftlern die Verstärkung des Treibhauseffekts durch den Menschen gesehen. Der Treibhauseffekt ist eigentlich ein natürlicher Prozess. Am einfachsten kann man sich diesen Effekt mit einem Gewächshaus vorstellen. Das Licht von der Sonne kommt fast ungehindert durch die Glasscheiben in das Gewächshaus und wärmt mit seiner Energie die Pflanzen und den Boden auf. Die entstandene Wärme – langwellige Infrarotstrahlung – kann aber durch die Glasscheiben nur ganz langsam wieder raus. So heizt sich das Glashaus über die Zeit auf…..”

  12. Diesen Beitrag fand ich vor längerem in „Zettels Raum“:

    RE: Dauerberieselung — und Kinder antworten

    Die dämliche Berichterstattung und die Fischstäbchenfragen in Talkshows sind das Eine — dogmatische und hysterische Erwachsene halt — aber was dieser Tage in der Schule meiner zwei Kinder (5.+6. Klasse, normale öffentliche Schule, bürgerliche Ecke im Nordwesten Berlins) abgeht, spottet jeder Beschreibung.

    Zum Teil kennt man das ja noch aus eigenen Schulzeiten, allerdings nicht aus der Grundschule. Dauernd mußte man über das Waldsterben, das Ozonloch und den Atomkrieg schreiben und irgendwelche Friedens-AGs haben auf dem Schulhof „Fallout mit Sirenengeheul und anschließendem Niedersinken“ oder „Hilfe-wir haben-demnächst-alle-Hautkrebs“ veranstaltet usw. Aber so richtig ernsthaft psychisch mitgenommen hat das damals niemanden, soweit ich mich erinnere; das eine war bloß Regelbetrieb, das andere zuviel Theater, zu inoffiziell.

    Das ist jetzt offenbar anders. Ein Drittel der 5. Klasse ist inzwischen abwesend; Panikattacken, Nahrungsverweigerung oder Schlafmangel. Selbst meine Kinder, denen ich nach allem, was die sich in der Schule anhören und an Zeitungskiosken an Schlagzeilen ansehen mussten, versucht habe klarzumachen, daß die Lehrer aus Dummheit und politischen Motiven maßlos übertreiben, haben versucht, das Essen zu verweigern und haben stundenlang geheult. Die Kleine muß jetzt im elterlichen Bett schlafen, sonst geht’s gar nicht

    Innerhalb einer Woche haben die beiden im Unterricht jeweils drei Filme zu Atomkatastrophen gesehen (eine vom Schulministerium über Tschernobyl, einen Spielfilm über eine (Atom?-)giftwolke in Deutschland und einen über, glaube ich, Hiroshima; mit geburtsdefekten Lämmchen und haufenweise Vebrennungen in schwarzweiß), 1x Strahlenschutzanzüge aus Alufolien enworfen, 2x an japanische Kinder, denen der Strahlentod droht, geschrieben, gefährliche Nahrungsmittel diskutiert, Milchpulver gehortet und an unzähligen Monologen der Lehrkräfte und der Stuhlkreisteilnehmer über ihre Angst vor dem Atom und dem Krebstod teilgenommen.

    Donnerstag abend bin ich mit einer Handvoll anderer Eltern zur Schule, habe protestiert und die beiden mit einer gefaketen Krankschreibung erstmal aus der Schule genommen, bevor die uns durchdrehen. Das anwesende Lehrpersonal war völlig von der Rolle, alle bezogen ihre Informationen aus dem ÖR-Fernsehen, der taz und dem Tagesspiegel und fanden, daß sie nur angemessenen Katastrophenschutz betreiben würden („Man muß den Kindern die schlimme Wahrheit nahebringen, damit sie sich richtig schützen können“, etc.). Ein Vater wurde angeschrieen, weil er Ingenieur ist („solche wie Sie…“), als er vergeblich versuchte, neben der pädagogischen Fragwürdigkeit auch die inhaltlich-technische Seite („Supergau, millionen Tote, unendliches Leid, Strahlenwolken“) zu hinterfragen. Selbst Eltern, die das pädagogische Vorgehen auch zu heavy fanden, sind den Lehrern da beigesprungen.

    Es war wie in diesem Film mit Donald Sutherland, wo außerirdischer Glibber von den Hirnen der Menschen Besitz ergreift, und auf die Nichtinfizierten quiekend mit Fingern gezeigt wird. Mir ist schlecht.<
    ……
    Noch Fragen????

  13. Hallo, noch einer von „Des Kindes Klimawandels“:

    1. Ach, der klimawandel….. ein leserbrief eines schülers, in dem der sich keinesfalls
    gedanken über dieses lebenswichtige problem macht:
    Sehr gehrte Redaktion,
    Ich muss ihnen heute unbedingt schreiben, denn Ich lese jeden Tag ihre Bildzeitung, und da steht viel drin, was mich intressirt, zum beispiel jeden Tag was über unsere Kanzlerin Angela Merkel. Und da stehen nur gute sachen über sie drin. Sie wird immer gelobt, was sie alles kann und was sie alles macht und das die ganze Welt sie bewundert.
    Sicher haben sie ein guten Kontakt zu ihr, oder einen guten Draht sagt man. Ich finde das grosse klasse. Sie kann ja auch genug. Wir haben es in Politik gelernt. Und man sieht ja auch im Bundestag wie alle gehorchen. Sie hat Phisik studiert und sogar den Doktor gemacht. Und sogar in Moskau ist sie gewesen, sie kennt auch Lenin und Karl Max. Das waren ganz schlaue Leute, die schon immer gegen die Nazis waren. Drum kämpft auch Angela Merkel gegen die Neonazis. Da müssen auch wir etwas tun. Auch in Israel und in Amerika hat sie Genug Freunde. Unser Lehrer sagt das ist wichtig. Jetzt hat sie im TV gesagt, das das Jahr 2010 schwer wird, also auch das weiss sie und sie hat das Volk gewarnt, denn woher sollen wir das wissen? Wir müssen ihr danken.
    Ganz toll finde ich, wie sie auch vor der Klimakathastrofe Warnt, da hat sie auch recht. Als Wissenschaftlerin weiss sie es genauer als alle anderen Politiker und das gewönliche Volk. Sie ist ja auch extra nach Grönland gefahren, sie ist cool, das war mutig. Ich meine auch, das wir besonders am Nordpol die Pinguine schützen müssem, die können Sowieso nicht fliegen vor der Gefahr und wir haben sie auch in Biologie durchgenommen. Auch die Eisbären nehmen ab, da sind wir mit schuld Auch wir fürchten uns jetzt vor dem CO2 es ist zu viel in der Luft. Mann muss Eigentlich alle Autos verbieten, meinen sie nicht? Mein Vater fährt viel mit den Fahrrad, Ich auch. Wir mache jetzt weniger Sport damit wir nicht so viel CO2 ausatmen.
    Die ganze Klasse macht mit, nur einer nicht, der hat Eltern die sind dagegen, Er geht sogar noch in ein Turnverein. Und das mit dem Feinstaub. Kann man nicht große Staubsauger herstellen und in der Stadt herum fahren lassen, die kleinen im Haus klappen ja auch.
    Unsere ganze Klasse glaubt, das wir die beste Kanzlerin der Welt haben und wir alle wollen sie grüssen.
    Können sie das weitergeben ? Vielen Dank !
    Herzliche Grüsse von der Klasse 8b
    Peter Schlemil, 8. Schuljahr
    Bielefeld, Jan. 2010

  14. @ Yogi Baer

    mhh das hat nur mit ziemlicher Sicherheit (imho) kein 8. Klässer geschrieben.

  15. wahrscheinlich merk´ ich die Ironie nicht …mir fällt nämlich jetzt erst der Nachname auf

  16. Gegenüber der erfrischend klaren DDR-Kante gibt es heute sicher keine formellen weltanschaulichen Leitlinien des Unterrichts mehr. Trotzdem empfiehlt sich neugierigen Eltern ein gelegentlicher Blick auch in Mathematik- oder Physikaufgaben, wo es zum Beispiel um Energie, Radioaktivität, Kohlendioxid, Bevölkerungszahlen oder ähnliches geht. 🙂

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