IPCC: Afrika stirbt (nicht!)

7. Februar 2010 | Von | Kategorie: Blog, Climategate, Klimawandel, Politik

Eines der Argumente für die Bedrohung durch den Klimawandel ist die zunehmende Wasserknappheit in vielen Regionen und der damit einhergehende Rückgang der landwirtschaftlichen Erträge um bis zu 50% bis 2020. Diese im SPM2 des IPCC formulierten Vermutungen fanden Eingang in eine Vielzahl politischer Publikationen, stellvertretend seien genannt Berichte der WBGU (auch hier),  des BdWi oder eine Vielzahl von Vorträgen und Presseartikeln, z.B. hier von Prof. Dr. Uwe Holtz (Uni Bonn).

Daraus Abgeleitet wurden  u.a. „Klimainduzierte Konfliktsituationen“ (Klimabedingte Degradation von Süßwasserressourcen, Klimabedingter Rückgang der Nahrungsmittelproduktion, Klimabedingte Zunahme von Sturm- und Flutkatastrophen, Umweltbedingte Migration bis hin zur „Bedrohung der internationalen Sicherheit“).

Im Vorfeld wurde bereits bekannt, dass im Report nur die halbe Wahrheit zur zunehmenden Wasserknappheit gesagt wurde (Es wurden nur die Anzahl von Menschen genannt, die von Wasserknappheit betroffen sein werden; dass die zu Grunde liegende Studie (Arnell,  2004) auf der anderen Seite wesentlich mehr Menschen eine steigende Verfügbarkeit des kostbaren Nass bescheinigt, wird verschwiegen, siehe hier).

Nun wird in diesem Zusammenhang der nächste Skandal bekannt, denn wie die Times Online berichtet, gründet der „Rückgang der Agrarproduktion um bis zu 50% bis 2020“ auf wilden Übertreibungen eines unbekannten, marokkanischen Klimaexperten, aufgegriffen in einem [not peer-reviewed] Bericht einer kanadischen Interessengruppe. Wissenschaftliche Basis: Fehlanzeige.

Pikant ist die Tatsache, dass diese Spekulation Teil des Syntesis Report ist, der am meisten beachteten politischen Entscheidungsgrundlage, erstellt unter der Leitung von Dr. Pachauri.

Update: Einen sehr gut recherchierten Artikel zum Thema bringt der Kölner Stadt-Anzeiger unter dem Titel:
Africagate – Die Fehler der Klimaforscher

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7 Kommentare
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  1. Pachauri ist mit diesem falschen Wissen weltweit hausieren gegangen und hat die Welt „alarmiert“, wohl wissend, auf welch wackeligen Füßen der Mist mal wieder stand.

  2. Schlimm ist dabei, dass man ihm bisher nahezu uneingeschränkt geglaubt hat. Nach wie vor bemüht man sich in den dt. Medien, diesen umfassenden Betrug als „einzigen Fehler“ zu kaschieren, und betont immer wieder, dass die wissenschaftliche Basis weiterhin uneingeschränkt gültig ist. Welch ein Hohn…

  3. Vielleicht ist es wenig bekannt, daß sämtliche Nahrungsmittel, ausreichend für die gesamte Weltbevölkerung, auf den gegenwärtig verfügbaren landwirtschaftlichen Anbauflächen Afrikas produziert werden könnten. Man muß es nur wollen und richtig machen.

    Dazu ist es allerdings erforderlich daß die afrikanische Staaten ihren Laden in Ordnung bringen und den Haupt-Wirtschaftzweig Korruption austrocknen. Doch die armen Menschen zu bedauern, die Schuld den westlichen Klimasündern per AR4 zuzuschreiben, kommt medial mit einer viel schöneren Betroffenenheit an, als wenn der Finger öffentlich auf die Ursachen gelegt wird. Schließlich sitzen die Hauptschuldigen mit am UN-Tisch.

    Dazu ein kleines, lokales Beispiel: Die Kirchgemeinde eines österreichischen Dorfes, dessen Pfarrer aus einem afrikanischen Land stammt, sammelte einst Geld für einen Brunnen für das Heimatdorf dieses Pfarrers, der zugleich auch der Sohn des Dorfältesten ist. Seitdem sitzt der Dorfälteste am Brunnen und verkauft das Wasser an die Untertanen Dorfbewohner.

  4. Lieber Herr Tiger
    das ist genau der Punkt. Die Ergebnisse der Wissenschaftler werden politisch instrumentalisiert und für Korruption benutzt. Interresant ist, dass die westlichen Länder sich selbst als Sündenbock an den Pranger stellen, obwohl die hart arbeitende Bevölkerung in diesen Ländern den Wohlstand in der Welt erst möglich gemacht hat.
    Meiner Meinung nach liegt das daran, dass diejenigen die in den Medien das sagen haben nicht mehr wissen was hart arbeiten heißt.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  5. Lieber Wetterfrosch,
    Danke für den Bericht. Diese Synthesis-Report sind eben Lobbyberichte und keine wissenschaftlichen Werke. Das sollte man der Bevölkerung klar und deutlich sagen. Früher bei der Ölindustrie hat man solche Berichte angeprangert und heute bei Lobbygruppen wie WWF und Greenpeace läßt man das kritiklos durchgehen. Unsere Medien müssen wieder Kritikfähigkeit und die Tugenden mündiger Staatsbürger lernen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  6. Liest doch das AR4, da steht nix als die Wahrheit drin.

  7. Günter Heß#4

    Meiner Meinung nach liegt das daran, dass diejenigen die in den Medien das sagen haben nicht mehr wissen was hart arbeiten heißt.

    sie haben völlig recht. Von dort (besonders von den Ö-R) ist keine Aufklärung zu erwarten. Im Gegenteil, das kann ich aus eigener frustrierender Erfahrung nur bestätigen. Um so wichtiger sind Bloggs wie dieser im Internet.

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