Afrikagate

7. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Die Geschichte von Afrikagate beginnt im Jahr 2007. Verbunden mit der Veröffentlichung einer Zusammenfassung des vierten IPCC-Sachstandberichtes (“Synthesis Report”) begann der IPCC-Vorsitzende Rajendra Pachauri, die folgende Passage in seine Reden und Stellungnahmen zu integrieren (u.a. am 22.9.2009 in New York):

In Africa, by 2020, between 75 and 250 million people are projected to be exposed to water stress due to climate change, and in some countries yields from rainfed agriculture could be reduced by up to 50%.

Dies erregte die Aufmerksamkeit des britischen, klimaskeptischen Bloggers Richard North und des Journalisten Jonathan Leake (Sunday Times), die sich fragten, ob es denn für eine derartige Behauptung eine seriöse wissenschaftliche Quelle gäbe. Ausgehend von dem Ergebnis ihrer Recherchen entstand eine längliche Auseinandersetzung, die in den letzten Jahren in zahlreichen Blogs und Zeitungen in vielen Ländern ausgetragen wurde und deren vorläufigen Höhepunkt in Deutschland der Rechtsstreit zwischen der Journalistin Irene Meichsner und dem Klimaforscher Stefan Rahmstorf darstellt. Über diesen Konflikt hat der Journalist Markus Lehmkuhl hier umfassend berichtet und dem ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

Durch die Berichterstattung auf der Klimazwiebel wurde ich nun darauf aufmerksam, wie sich im Laufe der Jahre das Thema der Auseinandersetzung verändert hat.

Leake und North stellten nämlich ursprünglich den zweiten Halbsatz von Pachauris Darstellung in den Mittelpunkt ihrer Kritik. Die Aussage, in einigen afrikanischen Ländern könnten die landwirtschaftlichen Erträge von nicht künstlich bewässerten Feldern um bis zu 50% zurückgehen, beruht tatsächlich nur auf einer Sekundärquelle aus der sogenannten durch unabhängige Experten ungeprüften “grauen” Literatur. Im Auftrag einer kanadischen Umweltlobbygruppe wurden hier Studien aus drei nordafrikanischen Ländern zusammengefasst (Marokko, Tunesien, Algerien), mit denen vor allem ein Impuls für den Aufbau von Bewässerungssystemen in der dortigen Landwirtschaft gesetzt werden sollte. Nun sind alle drei Länder eher kleine bzw. dünnbesiedelte Wüstenstaaten. Inwieweit ausgerechnet diese als Symbole für eine globale Bedrohung durch Dürren aufgrund eines hypothetischen menschgemachten Klimawandels herangezogen werden können oder sollten, kann man durchaus hinterfragen. Statt zu schreiben “Studien halten einen Ernterückgang von bis zu 50% in Marokko, Tunesien und Algerien für denkbar, sollte nicht in neue Bewässerungssysteme investiert werden”, kommuniziert das IPCC außerdem einen Ernterückgang von bis zu 50% in “einigen Ländern”, sollte nicht der Klimawandel bekämpft werden.

Die Causa Meichsner versus Rahmstorf aber entzündete sich vor allem am ersten Halbsatz.

Wo also stammen die 75-200 Millionen gefährdeten Menschen eigentlich her? In der “Summary for Policymakers” des “Synthesis Reports” gibt es dazu nur die Tabelle SPM 2 mit der folgenden Aussage zu Afrika:

By 2020, between 75 and 250 million of people are projected to be exposed to increased water stress due to climate change.

Es existieren also Projektionen (mithin keine Prognosen), in denen von 75 bis 250 Millionen Menschen gesprochen wird, die unter einem gegenüber heute erhöhten Wassermangel leiden könnten. Eine Quellenangabe fehlt. Schaut man in die Synthese selbst, so findet sich dort auf Seite 50 (Abschnitt 3.3.2) dieselbe Aussage, aber erneut ohne Quellenangabe. Man wird auf den Report der Arbeitsgruppe 2, Abschnitt 9.4 verwiesen:

In some assessments, the population at risk of increased water stress in Africa, for the full range of SRES scenarios, is projected to be 75-250 million and 350-600 million people by the 2020s and 2050s, respectively (Arnell, 2004). However, the impact of climate change on water resources across the continent is not uniform. An analysis of six climate models (HadCM3, ECHAM4-OPYC, CSIRO-Mk2, CGCM2, GFDL_r30 and CCSR/NIES2) and the SRES scenarios (Arnell, 2004) shows a likely increase in the number of people who could experience water stress by 2055 in northern and southern Africa (Figure 9.3). In contrast, more people in eastern and western Africa will be likely to experience a reduction rather than an increase in water stress (Arnell, 2006a).

Das klingt schon etwas differenzierter. Und jetzt wissen wir auch (nachdem wir ausgehend von Pachauris Reden drei dicke Dokumente durchsucht haben), woher die Zahlen stammen. Aus einer Studie von Nigel W. Arnell, Climate change and global water resources: SRES emissions and socio-economic scenarios, die 2004 im Journal Global Environmental Changes erschien.

Grundlage der Untersuchung von Arnell sind die vier Emissionsszenarien, die das IPCC in seinem vierten Sachstandsbericht zur Grundlage der Zukunftsprojektionen gemacht hat, diese werden mit den Kürzeln A1, A2, B1 und B2 beschrieben. Diese vier Szenarien enthalten jeweils unterschiedliche Annahmen über die zukünftigen ökonomischen und demographischen Entwicklungen. Auch ohne jeden Klimawandel wird die Zahl der von Wassermangel bedrohten Menschen in Afrika aufgrund der Bevölkerungszunahme bis 2025 steigen. Von heute wahrscheinlich etwa 200 Millionen (1995: 134 Mio.) auf 340 (A1, B1), 381 (A2) oder 295 Millionen (B2).

Arnell kreuzt nun diese vier ökonomischen Szenarien mit sechs Klimamodellen (die so kryptische Bezeichnungen wie HadCM3, ECHAM4 oder CSIRO aufweisen) zu 14 Kombinationen, um letztlich Auswirkungen eines potentiellen Klimawandels auf die Wasserversorgung für größere Regionen in einem ausgedehnten Zukunftsraum zu projizieren. Seine Ergebnisse findet man in Tabelle 11 und Tabelle 12 der Veröffentlichung. Die erste Tabelle enthält die Zahl an Menschen, für die sich in den Projektionen durch den angenommenen Klimawandel Dürrerisiken erhöhen könnten. Und die Extremwerte finden sich bei der Kombination von “B2″ mit “HadCM3″ als 74 bis 239 Millionen.

Bestätigt dies die Angaben im IPCC-Bericht? Mitnichten. Denn es gibt ja noch die zweite Tabelle. Wenn sich durch den Klimawandel die Niederschlagsmuster ändern, gibt es Gewinner und Verlierer. Die Anzahl der Gewinner, also der Menschen, die durch den Klimawandel im Jahr 2025 geringeren Risiken ausgesetzt sein werden, ergibt sich bei B2-HadCM3 zu 66 bis 132 Millionen. Diese Zahl wird durch das IPCC nicht kommuniziert.

Von allen 14 Projektionen weisen vier (A2-GFDL, A2-CCSR, B2-GFDL und B2-CCSR) einen positiven Nettoeffekt auf, in ihnen ist die Zahl der Betroffenen mit sinkenden Risiken in Afrika größer als die Menge der mit steigenden – immer verglichen mit einer Welt ohne Klimawandel. Am ausgeprägtesten ist hier B2-CCSR mit minus 22 Millionen. Den schlechtesten Nettowert findet man bei B2-CSIRO mit plus 200 Millionen. Dies bestätigt die von Markus Lehmkuhl gefundenen Werte. Nicht nur enthält uns das IPCC diese Zahlen vor, sie scheinen von den Wissenschaftlern nicht einmal wahrgenommen worden zu sein, wie die Replik des PIK auf Lehmkuhl belegt:

 “Dagegen  schreibt  Lehmkuhl,  die  Arnell‐Studie  „weist  für  Afrika  aus,  dass  [...]  zwischen  minus  23  und  plus  200  Millionen  Menschen  von  erhöhter  Wasserknappheit“  betroffen  wären.  Derartige  Zahlen  finden  sich  nicht  in  der  Arnell‐Studie  und  sind  laut  Aussage  von  Nigel  Arnell  wissenschaftlich  falsch.”

Ist Ihnen noch etwas aufgefallen? Richtig, Arnells Projektionen setzen im Jahr 2025 ein. Im vierten IPCC-Sachstandsbericht werden daraus die “2020s”, im zusammenfassenden Report ist man dann schon bei “bis 2020″ angekommen. Der Wunsch nach Dramatisierung ist auch spürbar in der Aufrundung der Bruttozahlen auf 75 bis 250 Millionen.    

Climategate ist der Beleg für die bei einigen Klimaforschern verbreitete Haltung, man müsse wissenschaftliche Ergebnisse politisch instrumentalisieren, um der grünen Ideologie der “Nachhaltigkeit” zum Durchbruch zu verhelfen. Die anderen “Gates” – Hurrikangate, Himalayagate und eben auch Afrikagate – verdeutlichen die Taktik der Vorgehensweise. Aus der ausgewerteten Literatur wird nur selektiv zitiert. Man übertreibt, in dem man Risiken mit konkreten Zahlenwerten belegt, immer ein wenig dramatischer, als es die für Leser der Zusammenfassungen schwer zu identifizierende Quelle vorgibt. Positive Zukunftsaussichten hingegen verbirgt man hinter unkenntlichmachenden Wortnebeln – sofern man sie überhaupt anspricht. Oft werden auch Formulierungen konstruiert, die willfährige Journalisten zu Übertreibungen einladen. Was man natürlich stillschweigend toleriert, denn es dient ja der “guten Sache”.

So nutzt Pachauri die Aussage über Afrikas Dürrerisiken bis heute in obiger Formulierung, jüngst erst zur Eröffnung der Klimakonferenz in Durban. Und in der deutschen Presse findet man dann nicht selten Übersetzungen wie diese:

“Unseren Berechnungen nach werden in Afrika bis 2020 zwischen 75 und 250 Millionen Menschen Opfer von Wassermangel, der dem Klimawandel zuzuschreiben ist”, betonte der Vorsitzende des Weltklimarats, Rajendra Pachauri. Allein die landwirtschaftlichen Erträge drohten vielerorts um 50 Prozent zu sinken.

Aus Risiken werden ganz schnell reale Tote. In nur acht Jahren und natürlich “vielerorts”. Dieser Journalist wird sicher keinen bösen Brief aus Potsdam erhalten.

P.S.: Bemerkenswert ist die Betrachtung von Arnells Tabelle 10. Hier werden die Gewinner und Verlierer des Klimawandels in den 14 Projektionen global aggregiert. Tatsächlich übersteigt nur in einer einzigen Projektion (A1-HadCM3) die Zahl der Verlierer die der Gewinner (um 180 Millionen). Alle dreizehn anderen sehen global eine teils erhebliche Verbesserung der Wasserversorgung durch den Klimawandel gegenüber einer Welt ohne diesen. In A2-ECHAM4 beträgt die Nettozahl der Profiteure gar 1,7 Milliarden. Wo im IPCC-Report findet man diese Zahl? Ich habe gar nicht erst gesucht, vielleicht kann einer der Leser weiterhelfen…

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65 Kommentare
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  1. Danke für diese umfassende, erhellende Recherche !

  2. Solche Studien, wid die von Arnell, zeigen eigentlich nur, wie müssig die Klimafolgenforschung über mehrere Jahrzehnte, beim heutigen Wissensstand ist. Die Kombination aus mit Unsicherheiten behafteten ökonomischen Abschätzungen mit den Unsicherheiten von Klimamodellen führt zu Fehlerbandbreiten, die solche Studien fast wertlos machen.
    Was wir genau wissen, ist nur, dass Klimaänderungen erbarmungslos zuschlagen können, völig unabhängig, ob diese menschlichen oder natürlichen Urprungs sind. Einen schönen Überblick kann man sich in dem Wikipedia Artikel Sahel drought verschaffen.
    Die Konsequenz kann eigentlich nur sein, die momentan recht günstigen klimatischen Bedingungen auszunutzen und unter Ausbeutung aller vertretbaren Ressourcen, die Menschheit in den Stand zu versetzen, dass sie den ungünstigen Bedingungen, die mit oder ohne CO2 kommen werden, etwas entgegenzusetzen hat.

  3. Hallo Herr Heller,

    prima Recherche, die ganz klar die “Arbeitsweise” der Alarmisten offenlegt. Egal, wie das Ausgangsmaterial aussieht, es wird immer in Richtung Katastrophe dramatisiert. Wenns nicht passt, wird es eben passend gemacht. Mit guter Wissenschaft hat das leider alles nichts zu tun. Und ich denke, diese Vorgehensweise wird sich in Zukunft noch verstärken und zwar in dem Maße, wie das Konstrukt des “AGW” anfängt zu bröckeln.

    mfG
    karl.seegert

  4. Passend zum Thema und sehr zu empfehlen (irgendjemand hatte glaube ich schon mal auf Prof. Bluemel verwiesen) die folgende Abhandlung, die sich auch insbesondere mit der Geschichte Afrikas im Zusammenhang mit den natürlichen klimatischen Änderungen befasst.

    20000 Jahre Klimawandel und Kulturgeschichte – von der Eiszeit in die Gegenwart

    http://www.uni-stuttgart.de/wechselwirkungen/ww2002/bluemel.pdf

    gruß
    karl.seegert

  5. Das war wohl ein Eigentor des Herrn Rahmstorf. Wäre er nicht gegen den Artikel von Irene Meixner vorgegangen, hätte es den Bericht im Spiegel nicht gegeben und auch nicht die erhöhte Aufmerksamkeit darauf, wie der IPCC arbeitet.

    Etwas wird aber auch deutlich, die Unterscheidung zwischen Skeptiker und Alarmisten in der Klimadebatte ist überholt. So wenig die Skeptiker eine einheitliche Gruppe von je her darstellten, sind es die Alarmisten nun auch. Wie die Debatte in der Klimazwiebel auch zeigt. Wenn man nun aber nicht mehr zwei Parteien gegeneinander aufstellen kann, sondern es eine Vielzahl von Sichtweisen, Interpretationen und Erkenntnissen gibt, macht eine Freund -- Feind -- Unterscheidung auch immer weniger Sinn. Es kann wieder mehr um Fakten und deren Interpretation gestritten werden, ohne den ideologischen Ballast. Dies kann natürlich denjenigen nicht passen, die versuchen ihr Streben nach “Nachhaltigkeit” mittels der Angst über die Auswirkungen einer Klimakatastrophe durchzusetzen. So beklagt sich Wolfgang Cramer, ehemaliger Kollege von Rahmstorf und an den Berichten des IPCC an zentraler Stellte beteidigt, in einem Text über den Artikel von Lehmkuhl:

    Und drittens scheint die alles andere überschattende Frage, nämlich ob unsere ungebremste Nutzung von fossilen Energiequellen die Lebensgrundlage afrikanischer Bauern in Frage stellen könnte, seltsam aus dem Blickfeld zu verschwinden.

    Weniger die Aussage selbst, als vielmehr die Wortwahl, offenbart mit welcher Intuition er an seine Arbeit am IPCC-Bericht geht.

  6. Danke für den Link, Quentin. Jetzt wird schon wieder einiges klarer. Offensichtlich hat Wolfgang Cramer die Gegendarstellung des PIK formuliert. Und sich dabei leider keinem Peer-Review unterzogen…

    Aus seinem Text ein paar Punkte:

    Markus Lehmkuhl behauptet, es sei unklar, wo die IPCC-Zahlen „75 bis 250 Millionen“ herkämen.

    Wie oben kurz beschrieben: Liest man nur die IPCC-Summarys, ist es schwierig, die Quelle zu finden. In der Quelle (Arnell 2004) finden sich diese Zahlen auch tatsächlich nicht. Man muß sie aus den Angaben in Tabelle 11 selbst berechnen und dabei insgesamt 16 Spalten (für HadCM3 gibt es max- und min-Werte) aufaddieren. Da muß man erst einmal drauf kommen…

    Weiter behauptet er, in der Arnell-Studie seien „zwischen minus 23 und plus 200 Millionen“ ausgewiesen, und Rahmstorf habe die Arnell-Studie offenbar nicht gründlich gelesen.

    Ich selbst habe, um sicher zu gehen, nach meiner eigenen Analyse auch noch direkt bei Nigel Arnell nachgefragt: er bestätigte mir, dass Lehmkuhls Zahlen aus seiner Studie nicht ableitbar sind und wissenschaftlich eindeutig falsch sind. Hätte Lehmkuhl selbst bei ihm nachgefragt (wie er es Rahmstorf nahelegt und wie es ja auch die niederländische Regierung getan hatte), dann hätte auch er diese Antwort bekommen.

    Mit demselben Verfahren ist Tabelle 12 (aufaddieren der Spalten) auszuwerten und die Ergebnisse sind dann von den aggregierten Werten in Tabelle 11 zu subtrahieren. Dabei darf man natürlich nur gleiches mit gleichem verrechnen, darf also die Differenzen nur innerhalb einer bestimmten Projektion bestimmen und nicht über die 14 Projektionen hinweg. Lehmkuhls Resultat kann ich auf diese Weise bestätigen.

    Und damit wird vor allem deutlich, wie gründlich sich Lehmkuhl mit der Arbeit von Arnell beschäftigt hat -- was ein dickes Kompliment verdient. Arnell scheint seine eigene Arbeit selbst nicht mehr vollständig überblicken zu können. Aber ich hätte gerne gewußt, was er denn nun im Wortlaut Herrn Cramer mitgeteilt hat.

    Ich weiß nicht, wie ich die Aussage von Cramer einordnen soll. Kann es wirklich sein, daß man Tabelle 12 einfach vergessen hat? Oder will man die Existenz der Klimawandel-Gewinner einfach verschweigen? Ich verstehe das nicht. Natürlich betreffen Gewinn und Verlust hier nicht dieselben Menschen in denselben Regionen, aber in den Projektionen handelt es sich ja ohnehin nur um fiktive Personen und die Auflösung der Tabelle teilt Afrika in nur vier Sektoren auf, ist also extrem grob.

    Ich bin oben auch nicht auf die argumentativen Volten eingegangen, mit denen Arnell versucht, die Interpretation seiner Studie linientreu vorzugeben. Das wollte ich dem Kommentarbereich überlassen.

    Wichtig wäre übrigens auch noch der Hinweis, daß viele der heute schon etwa 200 Mio. Menschen in Afrika, die in Regionen mit weniger als 1000 m³ Niederschlag pro Person und Jahr leben, durchaus nicht alle dem Tode nahe sind. Moderne Technik macht vieles möglich. Und gerade die Bevölkerung in den Wüstenstaaten hat sich an das dortige Klima hervorragend angepasst.

  7. …Und gerade die Bevölkerung in den Wüstenstaaten hat sich an das dortige Klima hervorragend angepasst.

    Anpassung ist in der Tat das Zauberwort.
    Was da alles möglich ist, zeigen zwei Beispiele:
    1. Israel, das mit wissenschaftlicher Agrartechnik aus einer Halbwüste einen Garten macht.
    2. Australien, wo unter Sahel-Bedingungen äusserst erfolgreich Viehzucht und sogar Landwirtschaft betrieben wird.

    Solche Anpassungsmaßnahmen (z.B. auch der Deichbau in Bangla Desh!) sind aus drei Gründen unbedingt jeder versuchten Kimasteuerung vorzuziehen:
    1. Sie kosten nur einen winzigen Bruchteil der CO2-Vermeidungskosten.
    2. Sie wirken SICHER und beruhen nicht auf fragwürdigen ‘Modellen’, sondern realen Fakten
    3. Sie wirken SOFORT und nicht in 100 Jahren.
    4. Sie sind offensiv und nicht defensiv: Während CO2-Vermeidung bestenfalls den Status Quo erhalten könnte, sind Anpassungsmaßnahmen geeignet, den Status Quo in weiten Teilen der Welt entscheidend zu VERBESSERN.

  8. @Peter Heller
    Vielen Dank Herr Heller für diesen erhellenden Artikel. Und gleiches für die Recherche #5 von Quentin. Ich finde, das ist ein “schönes” Lehrbeispiel dafür, wie die Mechanismen des IPCC in Verbindung mit Presse und Medien den Alarmismus antreiben. Und wie die Beteiligten sich z.Teil Illusionen über ihre eigene Objektivität machen.

    Aussagen aus grauer Literatur mit ursprünglich anderer Stossrichtung werden für den Klimaalarmistmus umgedeutet, Ergebnisse einer anderen Studie werden selektiv verkürzt, und aus beidem zusammen wird dann eine für die Zwecke des AGW-Alarmismus geeignete Aussage zurechtgeschnitzt. Dass Medien, Presse und die Klimalobby dann den Rest erledigen, das Ergebnis noch weiter möglich dramatisieren, darauf ist Verlass.

    Und anschliessend markieren die Kleriker und ihre Apologeten die Unschuldslämmer. Es sei doch alles wissenschaftlich korrekt.

    Tja, damit hat man nun etwas ganz konkretes in der Hand, wenn Klima-Alarmisten die Kritik an mit (anthropogenem) Klimawandel begründeten Katastropheszenarien zu Afrika abweisen wollen. Ob man das nun “Afrikagate” nennen muss, darüber lässt sich streiten.

  9. Wenn man den Link in Cramers Text zu Lars Fischer folgt:

    Darüber hinaus zeigte die neuere Fachliteratur, dass die Risiken auch jetzt noch unverändert hoch eingeschätzt werden (siehe dazu auch den aktuellen Beitrag von Lars Fischer).

    Dann trifft man schon wieder auf einige Ungereimtheiten. Noch im August machte Fischer für die Hungerskatastrophe am Horn von Afrika (Somalia) die politische und wirtschaftliche Situation dort als wahren Schuldigen aus. Und auch das die derzeitige Trockenheit dort eigentlich nicht den Klimamodellen entspricht:

    Denn die wichtigsten Klimamodelle sagen derzeit voraus, dass Ostafrika durch die globale Erwärmung im Schnitt feuchter werden soll, und dies berücksichtigen auch Hilfsorganisationen und Landwirtschaftsbehörden in ihren Plänen. In der Praxis allerdings hat diese Vorhersage ihre Tücken, und zwar nicht nur weil die aktuelle Trockenheit durch Erwärmungstrends im Indischen Ozean verschärft wird – Einwohner und Experten beobachten seit Jahren, dass in Ostafrika Trockenheit häufiger auftritt: Kam eine echte Dürre früher nur etwa alle zehn Jahre vor, fällt heutzutage fast jede zweite Saison zu wenig Regen.

    Ja klar doch, theoretisch wird es nässer, praktisch trockener. Das als Tücken der Vorhersage zu bezeichnen ist wohl stark untertrieben. Theoretisch ist es eine Vorhersage, praktisch ist es Müll. Soviel nur dazu.

    Wie auch immer, der Wasserkreislauf ist nur eines der Katastrophenszenarien, Meerespiegelanstieg und Extremwetter ziehen wohl medial nicht mehr so gut. Dass die Vorhersagen darüber nicht viel taugen, hat Fischer selbst anschaulich dargestellt. Aber der allergrößte Hammer ist, auch aus Fischer Feder, dieser Ausspruch:

    Eine Dürre allerdings macht noch keine Hungersnot. Der Südwesten der USA zum Beispiel leidet seit Jahren unter einem ähnlichen Trockentrend wie Ostafrika – hungern muss dort niemand. Es sind politische und ökonomische Faktoren, die aus einem Klimaereignis eine Katastrophe machen.

    Genau so ist es Herr Fischer. Wie verbessern wir also die ökonomischen und politischen Faktoren in wenig entwickelten Ländern? Ganz bestimmt nicht damit, in dem wir über Öko Funds dort ein paar Bäume pflanzen oder bei uns Windmühlen aufstellen.

  10. Im Blog der Friedrich-Neumann-Stiftung hat Steffen Hentrich heute eine Reflexion zu diesem Artikel von Peter Heller veröffentlicht: Klimaforscher zunehmend faktenresistent.

  11. Ja, und Hentrich verweist auf ein Papier, das ich nicht kannte:

    http://www.freiheit.org/files/152/78_Goklany_44_4S_Internet.pdf

    Sehr empfehlenswert, Zitat:

    Figure 5 indicates the population at risk (PAR) for water stress in 2085. It indicates that, according to the Arnell (2004) results, climate change would reduce the net global PAR of water stress. This occurs because additional warming increases average global precipitation, and although some areas may receive less precipitation, other, more populated areas, receive more.

    (Auch an dieser Stelle das, was ich gerade auf der Klimazwiebel gepostet habe:)

    Dies entspricht meinen bisherigen Auswertungen von Arnell (die aber noch nicht abgeschlossen sind). In der globalen Summe wären bereits 2025 im A2-Emissionsszenario (das wohl näher an der Realität liegt, als B2) bis zu 1,7 Milliarden Menschen weniger von Wassermangel betroffen, als in einer Welt ohne Klimawandel. In dreizehn von vierzehn Projektionen Arnells verringern sich die Dürrerisiken bis 2025 für mehr Menschen, als sie sich erhöhen (immer im Vergleich zu der Welt ohne Klimawandel). Diese Zahlen finden sich nicht im IPCC-AR4.

    Nachdem ich nun angefangen habe, mich durch die ganzen Tabellen durchzurechnen und ein Verständnis für Arnells Definitionen und Annahmen zu entwickeln, neige ich zu der Arbeitshypothese, daß das IPCC mit den “75-250 Mio.” exakt die eine einzige Zahl aus der Studie herausgefiltert hat, die sich im alarmistischen Sinne verkaufen lässt…

  12. Und noch ein Link:

    Rahmstorf im Zerrspiegel

    Ich konnte nicht anders:

    Ist Wahrheit auch von Bedeutung?

    Nehmen wir nur einmal an, Frau Meichsner hätte in der Sache recht gehabt -- und die Zahl von 75-250 Mio. zusätzlich durch den Klimawandel von Dürren bedrohten Menschen wäre tatsächlich unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten durch das IPCC nicht korrekt zitiert worden.

    Würden dann Sie, Herr Pössel, die Angelegenheit vielleicht anders betrachten (und auch alle anderen Kommentatoren hier)? Denn durch sein Eingreifen hat Rahmstorf letztendlich diese Zahl als sakrosankt erscheinen lassen und gar die FR zu einer eindeutigen Festlegung gebracht. Er hat erfolgreich eine Sachfrage mit einer Diskussion über die fachlichen Qualifikationen einer Journalistin verdeckt und sogar für einen öffentlichen Wiederruf durch die FR gesorgt. Er hat sein Ziel also leider erreicht, es wird schlicht von allen angenommen, die Zahl müsse stimmen, weil das PIK diese ja so vehement verteidigt -- und die Meichsners, Lehmkuhls und andere wären ohnehin nicht klug genug, das zu beurteilen.

    Nun ist die Studie von Arnell online frei verfügbar und jeder kann selbst nachrechnen. Obwohl doch das PIK schreibt

    ”Dagegen schreibt Lehmkuhl, die ArnellStudie „weist für Afrika aus, dass [...] zwischen minus 23 und plus 200 Millionen Menschen von erhöhter Wasserknappheit“ betroffen wären. Derartige Zahlen finden sich nicht in der ArnellStudie und sind laut Aussage von Nigel Arnell wissenschaftlich falsch.”

    empfehle ich jedem, das auch zu tun. (Kleiner Tip: Man betrachte die Projektionen B2-CCSR und B2-CSIRO in den Tabellen 11 und 12 bei Arnell. Ergebnis: -23 bis +200.)

    Lehmkuhls Zahlen stimmen. Frau Meichsners Verdacht erweist sich als begründet. Die Kapitulation der FR war vorschnell. Rahmstorf und das PIK beharren auf einer fachlich unhaltbaren Position -- wahrscheinlich haben die das nicht einmal bemerkt. Statt sich also die Kritik von Meichsner zu Herzen zu nehmen und selbst noch einmal nachzurechnen, wird journalistische Arbeit nur als Angriff auf die eigene Deutungshoheit gesehen, die es zurückzuerobern gilt. Vor diesem Hintergrund erscheint dann auch der Text bei Spiegel Online in einem etwas anderen Licht.

    Was nun?

    Antwort von MP: Ich habe meine konkrete Kritik ja oben dargelegt. Da ist eigentlich ziemlich klar, dass keines der Probleme mit dem Stil des SPON-Artikels verschwindet, wenn ihre Annahme zutrifft, oder?

  13. Jetzt schütte ich meinen eigenen Text mit meinen Kommentaren zu, aber Lehmkuhl hatte auch schon reagiert:

    Reaktionen auf das WPK-Quarterly

    Anmerkungen

    Daraus:

    Die im IPCC Bericht genannte Spanne von 75-250 Millionen Afrikanern, die infolge des Klimawandels zusätzlichen Dürrerisiken ausgesetzt seien, bezieht sich auf das Ergebnis von einer von 28 Modellrechnungen, in denen in zwei Tabellen die Zahlen der von steigenden Dürrerisiken betroffenen Menschen den Zahlen von Menschen gegenübergestellt werden, deren Wasserversorgung sich infolge des Klimawandels verbessern könnte. Im IPCC Synthese Bericht werden aber nur die Zahlen aus einer der beiden Tabellen genannt, nämlich der, die die Zahlen der Menschen auflistet, die von größerem „water stress“ betroffen sein könnten. Diese Zahlen werden falsch gerundet, was ihr Auffinden erschwert. Es entspricht nicht den Regeln (nearest to the ten) eine Zahl von 239 auf 250 aufzurunden. Es entspricht auch nicht den Regeln, 74 auf 75 aufzurunden. Den Regeln gemäß hätte die Spanne 70 – 240 betragen müssen.

    Aber auch für diese Spanne sehe ich keine ausreichende wissenschaftliche Basis für die Nennung im Synthese Bericht, weil sie die Zahl derjenigen nicht berücksichtigt, die vom Klimawandel profitieren. Wenn man die Zahlen in beiden Tabellen bezogen auf alle gerechneten Modelle gegeneinander aufrechnet, ergibt das die Spanne, die ich im Artikel genannt habe. Insofern ist die Behauptung des PIK nicht nachvollziehbar, solche Zahlen fänden sich in dem genannten Paper nicht.

    Sag ich doch. Und schön ist auch das:

    Die Feststellung des PIK, derartige Zahlen seien „wissenschaftlich falsch“, kann ich ebenfalls nicht nachvollziehen. Soweit sich diese Wertung auf das Aufrechnen beider Tabellen bezieht, kann sie schwerlich „wissenschaftlich falsch“ sein. Es sei denn, beim IPCC würden im Hinblick auf Afrika andere Maßstäbe gelten als zum Beispiel im Hinblick auf Lateinamerika. Im Lateinamerika-Kapitel des IPCC-Reports wird die numerische 1:1 Gegenrechnung explizit vorgenommen – mit Hinweis auf dasselbe Paper von Arnell (2004). Siehe Band II, Seite 598, Tabelle 13.6.: „Net increases in the number of people living in water-stressed watersheds in Latin America by 2025 and 2055 (Arnell 2004)“

    Das gibt mir die Antwort auf die Frage, ob man denn die beiden Tabellen überhaupt gegeneinander aufrechnen darf. Man darf, denn das IPCC führt dies an anderer Stelle genau so durch.

  14. Wenn sich jemand mit so einem langen Verteidigungs-Blogartikel an Rahmstorf bindet, ist mit Sachlichkeit kaum zu punkten. Die Antwort von MP sagt genug:

    Ich habe meine konkrete Kritik ja oben dargelegt. Da ist eigentlich ziemlich klar, dass keines der Probleme mit dem Stil des SPON-Artikels verschwindet, wenn ihre Annahme zutrifft, oder?

    Mit anderen Worten: “das ist ja nett, was Sie da schreiben, Herr Heller, aber die eigentliche Sachfrage zum Klimawandel interessiert mich einen feuchten Kehricht.”

  15. #13
    Booaah, da ist ja was los !

  16. Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole. Solche Studien wie die von Arnell sind von zweifelhaftem Wert. Weder können wir die klimatischen Bedingungen von Afrika füe die nächsten Jahrzehnte vorhersagen, noch können wir über so einen Zeitraum die ökonomischen und politischen Bedingungen prognostizieren. Dass das IPCC sich aus solchen Studien, die Rosinen für seinen Alarmismus herauspickt verwundert nicht. Viel wichtiger ist aber m.E. klar zu machen, dass solche Studien immer davon ausgehen, dass die Menschen nicht reagieren und zum Teil auch die negativen Folgen natürlicher Ereignisse kompensieren können, wenn dafür die Rahmenbedingungen stimmen. Ist ja vielleicht hilfreich aufzuzeigen, wie bestimmte Leute versuchen, die Ergebnisse von solchen Studien für ihre eigenen Thesen auszunutzen, aber vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, den Sinn solcher Studien generell in Frage zu stellen.

  17. Nun, nachdem das PIK sich ja schon erdreistet, auch ‘Modelle’ für die ökonomische Entwicklung der Weltwirtschaft zu erstellen, wundern solche Kaffeesatzlesereien nicht.
    ‘Klimatologen’ simd offenbar die reinsten Universalgenies.
    Man sollte sie in dem Fall allerdings beim Wort nehmen und sämtliche finanziellen Zuwendungen streichen, denn wer so tolle Modelle mahen kann, der kann sein Institut ja schliesslich locker mit Börsenspekulationen selbst finanzieren.

  18. @Tritium
    Astrologen können ja auch alles vorhersagen.

  19. @Peter Heller

    Bezüglich “Rahmstorf im Zerrspiegel”…..

    Ich hab versucht diesen Schmarren bis zum Ende durchzulesen…….habs nicht geschafft, die Konzentration war weg und meine Äuglein wollten sich einfach schließen, statt zu lesen.

    Wenn Deutsche was gut können, dann ist es eine Sache relativieren………da geht auch schon mal ein Ehrenmord oder eine Zwangsheirat mit Minderjährigen als kulturelle Eigenheit durch…….deshalb wundert mich der unbedingte Verteidigungswahn der eingeschworenen Wiss.-Gemeinde nicht, wenn mal einer aus ihren Reihen eine berechtigte Klatsche bekommen hat.

    Rahmstorf hat als “Blogger” jemand angegriffen der das IPCC bekrittelt hat, das PIK nimmt nach dem Gerichtsurteil Stellung dazu, seine Forscherkumpels verteidigen ihn vehement……….aber das ganze hat nix mit der Klimaforschung zu tun, dat war ja alles eine rein private Angelegenheit…….und ick wart auch schon sehnsüchtig auf den Weihnachtsmann und meine Frau auf den Klapperstorch.

    So, da werd ich mal die ernsthafte Diskussion hier nicht weiter stören mit mein Laiengebrabbel.
    MfG
    Heinz Eng

  20. #13. Peter Heller

    Jetzt schütte ich meinen eigenen Text mit meinen Kommentaren zu

    Nein Herr Heller, das ist spannend und äußerst interessant, und bestimmt nicht nur für mich :-)

    mfG
    karl.seegert

  21. #15. Climateobservator

    #13
    Booaah, da ist ja was los !

    Hallo C-O,

    jo, der Markus Lehmkuhl ist richtig gut. Ich hoffe nur, dass man ihn nicht auf eine fiese Art versucht mundtot zu machen. Denn ich kann mir gut vorstellen, dass er jetzt zum “Feind Nr. 1″ der PIkaderos erklärt worden ist.

    mfG
    karl.seegert

  22. #16. Gerhard Straten

    Ist ja vielleicht hilfreich aufzuzeigen, wie bestimmte Leute versuchen, die Ergebnisse von solchen Studien für ihre eigenen Thesen auszunutzen, aber vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, den Sinn solcher Studien generell in Frage zu stellen.

    Hallo Herr Straten,

    klar kann man den Sinn oder Unsinn solcher Studien in Frage stellen. Das Problem sehe ich aber darin, dass der Ersteller der Studie ja liefern muß. Denn, er hat ja im Vorfeld dafür Forschungsgelder bekommen. Und das ist eine Spirale ohne Ende. Um neue Gelder zu bekommen, muß wieder eine Studie erstellt werden. Und so geht es immer weiter. Und machen wir uns nichts vor. Leichter kann man seine Brötchen nicht verdienen. Hauptsache, der Gegenstand der Studie hat in irgendeiner Form etwas mit Klima bzw. Klimawandel zu tun. Das darunter die Qualität leidet, ist fast zwangsläufig.

    mfg
    karl.seegert

  23. Ha, das gefällt mir ja, dass unser Peter Heller richtig Zähne zeigt. Eisbären sind halt keine Kuscheltiere:

    Ich rechne mich jetzt seit zwei Tagen durch Arnell durch und ich bin ziemlich entgeistert über die Unverfrorenheit von Rahmstorf und Cramer. Glauben die denn wirklich, das würde keiner merken?

  24. # 22:

    Das Problem sehe ich aber darin, dass der Ersteller der Studie ja liefern muß.

    Unnachahmlich klar von Martenstein in der ‘Zeit’ formuliert:

    …Falls ich übrigens morgen ein Institut zur Bekämpfung der öffentlichen Gesundheitsgefährdung durch Igelbisse gründe und dieses Institut mit zehn Planstellen ausrüste, dann werde ich jedes Jahr eine Studie bekommen, die vor der wachsenden Gefahr durch aggressive Igel warnt. Alles andere wäre ja auch ziemlich dumm von den Mitarbeitern des Institutes.

  25. @ Rassbach, #16:

    …aber vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, den Sinn solcher Studien generell in Frage zu stellen.

    Nein, da bin ich anderer Ansicht. Immerhin ist die Erstellung von Projektionen ein Teil auch meines Jobs. Projektionen, die mehrere alternative Zukünfte beschreiben, können sehr nützlich sein. Man darf daraus nur nicht die falschen Schlußfolgerungen ziehen. Es sind eben genau keine Vorhersagen. Alle 14 Projektionen bei Arnell sind beispielsweise qua Definition gleichermaßen wahrscheinlich. Obwohl sie sich in ihren Ergebnissen teils krass unterscheiden. Sie können erstens schon einmal nicht alle eintreten und zweitens kann es sogar sein, daß keine eintritt. Es ist auch unmöglich zu entscheiden, welche letztendlich eintreten könnte. Wenn man seine Projektionen geschickt wählt (also die Parameter der zugrundeliegenden Szenarien), dann kann man aber abschätzen, welchen Umfang der mögliche Zukunftsraum hat. M.a.W.: Man sollte mit seinen Projektionen tunlichst versuchen, die Ränder des denkbaren Zukunftsraums abzudecken.

    Wenn man dann in der Gegenwart eine Strategie wählt, die in allen Projektionen funktioniert (also positive Ergebnisse zeigt), dann kann man einigermaßen sicher sein, daß diese Strategie für den gesamten denkbaren Zukunftsraum eine kluge Wahl ist.

    Die Frage, inwieweit Arnell den möglichen Zukunftsraum gut abgedeckt hat (also seine Ränder definiert hat), kann ich noch nicht abschließend beantworten. Zumindest einmal hat er das Trend-Szenario (“Business-as-Usual”) berücksichtigt. Das ist bei vielen anderen Klimawandel-Studien nicht der Fall. Nicht berücksichtigt hat er aber Welten, in denen es kälter wird. Das ist ein Fehler.

    Da es bei Arnell sehr viele Projektionen gibt, die gerade unter einer Erderwärmung positive Folgen zeigen, ist schon einmal klar, daß die Verhinderung dieser Erderwärmung nicht die beste Strategie ist.

    Es kommt also sehr darauf an, wie man solche Studien interpretiert und was man aus ihnen ableitet. Ich werde dazu am Beispiel Arnell noch einen weiteren Text schreiben. Wenn ich mal dazu komme…

    @ Quentin, #23:

    Ich möchte ganz einfach, daß Cramer reagiert. In seinem eigenen Blog kann man ja nur als registrierter Nutzer posten -- und das ist mir zu aufwendig. Da er sich jetzt bei Pössel exponiert, lasse ich nicht locker.

  26. Au, jetzt hat Rahmstorf höchstselbst bei Pössel kommentiert …
    Zerrspiegel

  27. @ Peter

    lasse ich nicht locker.

    Klasse, ich bitte darum. In der Zwischenzeit hat sich Ramstorf auch dort gemeldet, kommt aber eigentlich nur mit der alten Geschichte von Brandeins rüber. Kein Wort zu der Studie.

  28. Interessanter FAZ-Artikel von 09/2007, den Rahmstorf in seinem Posting bei MP da verlinkt hat: Wir müssen Urängste relativieren

    Darin heisst es u.a.:

    Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung erhält jährlich 6,4 Millionen Euro aus Bundes- und Landesmitteln und weitere 3,3 Millionen aus anderen Quellen, über die keine Angaben gemacht werden.

    Offensichtlich Zahlen, mit denen Rahmstorf keine Schwierigkeiten hat. Gut zu wissen. Welcher Verein bundesweit wird sonst mit beinah 10 Mio. Euro subventioniert?

  29. Ich bleibe am Ball:

    Hallo Herr Rahmstorf,

    “Es wäre schön, wenn in der öffentlichen Klimadiskussion über Sachargumente und konkrete (belegbare) Aussagen diskutiert würde!”

    Aber gerne.

    Also: Die Arnell-Studie wird an zwei verschiedenen Stellen des AR4-WG2 verschieden eingesetzt. Für Lateinamerika gibt das IPCC korrekterweise die Nettozahlen der von einem höheren Wassermangel-Risiko bedrohten Menschen an. Es zeigt sich hier beim Vergleich mit dem Trendszenario ohne Klimawandel, daß besagter durchaus positive Wirkungen haben kann. Wenn man auch ausgerechnet die HadCM3 Zahlen auswählt und nicht bspw. die noch günstigeren ECHAM4-Werte.

    Bei Afrika in Kapitel 9 aber werden nur die Bruttowerte der “Verlierer” eingesetzt, Tabelle 12 aus Arnell (2004) wird ignoriert und besagte Zahlen werden auch noch großzügig aufgerundet und zeitlich um 5 Jahre vorverlegt.

    Wie ist diese Diskrepanz in der Darstellung und Auswertung ein und derselben Studie zu erklären? Wie sind die Differenzen zwischen der Darstellung im IPCC-Bericht und in der Arnell-Studie entstanden?

    (Wolf Lotter würde jetzt vielleicht vermuten, daß die Afrikaner in der Frage eines globalen Klimaabkommens eher auf Seiten der Europäer stehen, als die Südamerikaner, womit er auch nicht einmal unrecht hätte. Aber bleiben wir bei den Zahlen…)

    Die von Lehmkuhl für Afrika ermittelten korrekten Zahlen sind in der Studie von Arnell eindeutig enthalten. Ich habe es nachgeprüft, AS oben hat es nachgeprüft und jeder andere könnte es auch.

    Warum bestreiten Sie dies und attackieren Herrn Lehmkuhl mit der folgenden Formulierung?

    “Derartige Zahlen finden sich nicht in der Arnell‐Studie und sind laut Aussage von Nigel Arnell wissenschaftlich falsch.”

    Ich freue mich auf die Rückkehr zur Sachdebatte.

    Obwohl ich mehrere Fehlermeldungen bekomme, wenn ich den Kommentar dort absende, hoffe ich, daß es doch geklappt hat. Hat jedenfalls schon einmal funktioniert. Ich warte bis Morgen, dann versuche ich es erneut.

  30. @Peter Heller #25
    Mit @Rassbach #16 meinten sie wohl mich.
    Ich gebe ihnen da völlig Recht. Meine Formulierung, war etwas unglücklich. Ich hätte eher sagen sollen: “aber vielleicht sollte man auch darüber nachdenken, welchen Sinn denn solche Studien überhaupt haben können.” Die Diskussion solcher Studien in der Presse läuft ja meist so, dass aus der Projektion eine Quasi-Prognostik wird. Leider treten manche Wissenschaftler, wie in dem hier diskutierten Fall, diesem Eindruck nicht deulich genug entgegen, sondern picken sich sogar noch Projektionen heraus, die ihre Argumente stützen können. Die Benutzung solcher Studien in dieser Art und Weise macht nun aber m.E. wirklich wenig Sinn.

  31. @ Straten:

    Mit @Rassbach #16 meinten sie wohl mich.

    Ja natürlich. Sorry.

    Kommentar bei Zerrspiegel jetzt zu sehen.

  32. @climateobservator

    Au, jetzt hat Rahmstorf höchstselbst bei Pössel kommentiert …

    Mann-o-Mann, jetzt greift der Rahmstorf mich noch auf.

    Zuvor hatte ich bei Pössel zwei Kommentare gepostet, beide wurden gelöscht. U.a. dieser hier:

    At 12:56 24/11/2003 +0100, Stefan Rahmstorf wrote:
    >Dear John,
    >
    >my feeling is that it is not the role of scientific institutions to do
    >this kind of thing — this is likely going to backfire, in that it
    >damages our reputation if we get involved in “dirty” battles with
    >climate sceptics on the internet. There is a great danger in being seen
    >as one party in a fight. We need to emphasise that we are neutral
    >scientists who look at all the evidence and give reasoned and balanced
    >information to the public, rather than being advocates for a particular
    >cause. The sceptics are exactly trying to push us into that corner:
    >they claim we are “believers” and advocates of some ideology. One has
    >to be very careful to avoid this impression, by being very careful
    >about when and how to respond to sceptics. It is more important to
    >present our own work and conclusions than to be responsive (and easily
    >perceived as defensive) with respect to sceptics. We should not let
    >them set the agenda and the terms of debate. This is not to say we
    >should never respond to sceptics — sometimes this is indeed necessary,
    >but with caution, and I am still learning how best to do this. To give
    >some examples. I have learned (the hard way) that it is completely
    >futile and counterproductive to respond to the mass e-mailing by people
    >like Timo Hämeranta etc. — this is a no-win situation. It only gives
    >their e-mail fora an importance that they don’t deserve, if reputable
    >scientists get involved there. Journalists who are on these lists start
    >to believe that this is where the important discourse on global warming
    >science takes place — and it’s the sceptics who set the agenda there.
    >Hence my advice
    >is: only write to these people to ask to be taken off their
    >distribution
    list.
    >A positive example: a group of us has compiled a web site “sceptics
    >ask, scientists answer” (in German), this site is hosted bei the German
    >government’s environment agency (Umweltbundesamt) at
    >http://www.umweltbundesamt.de/klimaschutz/faq.htm
    >It has responses to all the favorite sceptics arguments, and whenever
    >some journalist or member of public asks about any sceptics arguments,
    >we can simply refer them to this site. Thus, at least the scientific
    >community cannot be accused of not having answers to the sceptics
    >stuff. If Tyndall wants to do something about the sceptics, perhaps
    >hosting a similar site in english would be a good idea. Finally a mixed
    >example: a group of 14 scientists issued a media release questioning
    >the Shaviv&Veizer paper some weeks ago, since this was taking on a life
    >of its own in the media, being heralded as disproving global warming.
    >You can find this (also in english) at
    >http://www.pik-potsdam.de/news/discussion/web_uebersicht.html
    >Even though this was quite a reaonable response by reputable
    >scientists, pointing out the scientific flaws in the paper, the media
    >response (even in left-wing papers) was partly rather negative (like:
    >the scientific establishment is sulking because they had their favorite
    >toy, CO2, taken away from them….) Hence my words of caution — if you
    >get too involved with sceptics, you start to be seen as partisan.
    >Lastly: what is important, I think, is writing scientific rebuttals for
    >journals to the sceptics papers that have recently appeared in
    >journals.
    >
    >Stefan

    Zudem hatte ich mich auf Rahmatorfs Tätigkeit bei klimafakten.de berufen. Beides war wohl für Pössel zu viel.

  33. @ Krüger:

    Bitte immer alle Kommentare zur Sicherheit auch hier einstellen, damit wir sehen können, was redigiert wird.

  34. @Peter Heller

    Bitte immer alle Kommentare zur Sicherheit auch hier einstellen, damit wir sehen können, was redigiert wird.

    Also, dass das (binnen 5 Minuten) gelöscht werden würde, damit habe ich nun nicht gerechnet.

    Ich hatte den oben genannten Kommentar von Rahmstorf aus den Climategate 2.0 Mails eingestellt und dann noch nachgefragt, ob die Seiten beim UBA und bei klimafakten.de der Klimaforschung/ Klimafolgenforschung dienen? Das wurde dann sofort gelöscht. Es wundert mich, dass mein darauf folgender Kommentar “Weniger Al Gore und etwas mehr Wissenschaft” dann überhaupt veröffentlicht wurde.

  35. @Gerhard Straten #30

    Die Diskussion solcher Studien in der Presse läuft ja meist so, dass aus der Projektion eine Quasi-Prognostik wird. Leider treten manche Wissenschaftler, wie in dem hier diskutierten Fall, diesem Eindruck nicht deulich genug entgegen, sondern picken sich sogar noch Projektionen heraus, die ihre Argumente stützen können.

    Wenn es mal nur daran liegen würde. Selbst wenn Wissenschaftler dem entgegentreten, raffen das die Pressefuzzies trotzdem nicht, wie dieses Focus-Interview mit Hans von Storch zeigt. HvS weist deutlich darauf hin, daß …:

    Es sind ja nicht wirklich Prognosen, sondern Szenarien, die plausiblerweise eintreten können, wenn die Treibhausgase wie vorhergesehen deutlich ansteigen.

    Die nächste Frage der Focus-Redakteurin spricht Bände:

    Inwieweit muss man bei diesen Prognosen zwischen Industrie- und Entwicklungsländern unterscheiden?

    Weder registriert die Focus-Redakteurin den Unterschied noch nimmt in dem Interview den Begriff Szenario in den Mund.

  36. @Michael Krüger #32
    Nee also, das ist ja klar, daß MP so einen Frontalangriff mit Climategate Mails nicht verkraftet (grins). Klar, dass MP sowas cancelt. Ich denke, da muss man im (versuchten) Dialog sehr dosiert vorgehen und wirklich belastbare Fakten an der Hand haben, so wie jetzt unser Peter Heller.

    Ich selbst schreibt zu häufig zu viel Unnötiges. Das sollte man auch nicht machen. Wohin das führt, zeigt. dieses Posting dort. Da habe ich zum Schluss (nach den *** Sternchen) überflüssigerweise aus dem Gerichtsurteil zu zitieren: —- Und prompt nimmt MP dies in seinem Kommentar aufs Korn und kann so “elegant” meiner eigentlichen Kritik an seiner unsinnigen Einlassung betreffs “Sprachgefühl” aus dem Weg gehen. So wollte ich es nicht …

  37. Brauchst dir da keine Sorgen machen, Climateobservator: Das ist die ‘Hader-Methode’ um von der eigentlichen Diskussion abzulenken und alles im Sand verlaufen zu lassen.
    Wäre das Zitat nicht gewesen, hätte sich etwas anderes gefunden.

    Eine Diskussion, bei der eine Seite nicht ergebnisoffen ist, sondern mit der festen Absicht antritt, nichts, aber auch gar nichts zu konzedieren, ist von vorn herein zwecklos.
    Es bliebe, nachdem sich diese Verweigerungshaltung deutlich gezeigt hat, eigentlich nur noch, die Diskussion dazu zu benutzen, nach den Motiven der Beharrungspartei zu fragen.

  38. Dürre in Afrika

    Ich kann nicht mehr. Nachdem ich meine Lachattacke überwunden habe: Was soll man dazu noch sagen?

    Realsatire pur.

  39. @Peter Heller

    Ich kann nicht mehr. Nachdem ich meine Lachattacke überwunden habe: Was soll man dazu noch sagen?

    Pössel übernimmt hier die Rolle des Anklägers, Analysisten und Richters zugleich. Obwohl er, wie er selbst sagt, keine Ahnung vom Thema hat. Dann schlägt er noch vor:


    Bleibt noch nachzutragen, dass ich dies hier als jemand schreibe, der kein Fachmann für das entsprechende Gebiet ist und rein nach den genannten (begrenzten) Quellen geht. Wenn ich aus dieser Begrenzung meiner Kenntnisse heraus irgendetwas in den falschen Hals bekommen haben sollte -- nur zu mit den Korrekturen! Dafür gibt es ja die Kommentarfunktion.

    Ich hätte da schon eine Kritik im Auge. Die würde aber gleich wieder gelöscht.

  40. So, eine erste Antwort online:

    Hallo Herr Pössel,

    wir können uns also darauf einigen, daß die von Lehmkuhl ermittelten Werte in Arnell (2004) enthalten sind und daher auch nicht als “unwissenschaftlich” bezeichnet werden können. Zu Ihren weiteren Ausführungen möchte ich folgendes anmerken:

    1. Eine hohe Zahl (wahrscheinlich ca. 200 Mio.) von Menschen lebt bereits heute in Afrika in Gegenden mit Wassermangel.

    2. Diese Zahl wird sich bis 2025 deutlich erhöhen, im Extremfall sogar etwa verdoppeln -- in einer Welt ohne weiteren Klimwandel allein aufgrund des Bevölkerungswachstums (Trendszenario).

    3. Für die politische Bewertung ist nun entscheidend, wie viele Menschen aufgrund eines potentiellen Klimawandels zu diesen noch hinzukommen könnten. Und da ist zwingend die Nettozahl zu betrachten (Verlierer minus Gewinner), denn die Basiszahl aus dem Trendszenario ist auch bereits eine solche Nettozahl.

    4. Man kann das aus der Studie von Arnell in einem gewissen Umfang regional herunterbrechen. Wichtig ist aber dann eben immer, gleiches mit gleichem zu verrechnen. Also die Nettozahlen aus Tabelle 7 (Trendszenario) mit denen aus den Tabellen 11 und 12.

    5. Die politische Bewertung kann nur auf der strategischen Ebene erfolgen, denn die regionale Auflösung in Arnell (2004) ist immer noch sehr grob. Sie umfasst jeweils mehrere unabhängige politische Einheiten (Staaten) und jeweils geographisch getrennte Lebensräume. Die Bruttozahl liefert also, im Gegensatz zu ihrer Annahme, nicht mehr nützliche Informationen, sondern weniger. In keinem Fall können aber konkrete Maßnahmen aus Arnell (2004) abgeleitet werden. Es geht allein um die Frage einer Entscheidungshilfe, ob angesichts der Zukunftsprojektionen mit und ohne Klimawandel eine Vermeidungsstrategie oder eine Anpassungsstrategie robuster ist. Da Arnell (2004) in vielen Projektionen zeigt, daß sich die Wasserversorgung für mehr Menschen verbessert als verschlechtert, wenn der Klimawandel eintritt, ist die Anpassungsstrategie klar zu bevorzugen.

    6. Das IPCC führt im Bericht der Arbeitsgruppe 2 des AR4 diese Betrachtung für Mittel- und Südamerika korrekt durch. Es werden die Nettozahlen von Arnell jeweils im Trendszenario und im Szenario HadCM3 gegenübergestellt (ich nehme an, HADCM3 wurde deswegen gewählt, weil es das einzige Szenario ist, das Arnell mit allen 4 Emissionsszenarien koppelt).

    7. Das IPCC führt diese Betrachtung für Afrika nicht durch. Wie werten Sie diese Differenz in der Interpretation von Arnell (2004) in ein und demselben Dokument?

    Nach Ihrer Meinung ist Kapitel 9 (Afrika) korrekt und sinnvoll. Nach meiner Meinung ist Kapitel 13 (Lateinamerika) korrekt und sinnvoll. Beides gleichzeitig geht nicht.

    Ich würde mich freuen, wenn Herr Rahmstorf und Herr Cramer aus ihrer Sicht diesen Widerspruch kommentieren könnten.

  41. #40
    Na, die Antwort von Cramer sagt ja genug. Richtig oder falsch interessiert den nicht die Spur. Der letzte Satz wirft ein Schlaglicht auf die alarmistische Denkweise:

    - der IPCC kam aber zu dem Ergebnis, dass in einer solchen Bilanzierung keine gute Beratung der Öffentlichkeit und der Regierungen zu den Wirkungen des Klimawandels zu sehen sein würde.

    “Gute Beratung” verstehen die Alarmisten also so: eine Studie, die mit ihren Szenarios versucht, einen breiten Zukunftsraum abzudecken, muss — gleichgültig jeder Wahrscheinlichkeit — so eingedampft werden, bis das schlimmst mögliche Szenario herausgefiltert ist. Alles andere wird verschwiegen.

    Diese krasse Verfälschung der Ergebnisse einer Studie wird dann als “gute Beratung” verbreitet. Der Zweck ist erreicht: Der Politik wird eine Handhabe geliefert, die Unausweichlichkeit sogenannter Klimaschutzmaßnahmen zu suggerieren.

    Der Grund, warum Südamerika und Afrika unterschiedlich behandelt werden, dürfte möglicherweise darin liegen, daß die Politik spezielle Katastrophenszenarios für Afrika “angefordert” hat. Diese lassen sich politisch offenbar besser ausschlachten als Katastrophenszenarien zu Südamerika.

  42. Folgendes Posting habe ich zum Zerrspiegel eingestellt:

    @RD 10.12.2011, 14:20:
    Also ich bin ja nun kein Fachmann. Dennoch ist mir ersichtlich, daß bei der Auswertung von wissenschaftlichen Ansprüchen genügenden Facharbeiten mit gleichwertiger Methodik vorzugehen ist. Sonst werden die Ergebnisse dieser Arbeiten verfälscht. Deswegen muss für Region X in gleicher Weise vorgegangen werden, wie für Region Y.

    Sie schreiben, Zitat:
    “Vorausschauende politische Maßnahmen müssen sich natürlich danach richten wo Probleme und Veränderungen für einzelne Regionen zu erwarten sind.”
    Sie sagen es! Deshalb müssen der Politik vernünftigerweise ALLE Risiken und ALLE Ursachen präsentiert werden. Gerade wegen Ihres Argumentes müssen ALLE 14 Arnell-Szenarios ausgewertet werden, sonst gehen ja die bestehenden unterschiedlichen Risiken und unterschiedlichen Ursachen verloren.

    Es ist auch für mich als Nichtfachmann erkennbar: Zu erwartende Zukunftsprobleme Afrikas ausschliesslich auf den Klimawandel zurückzuführen entspricht nicht den Ergebnissen der Arnell-Studie. Und das werde ich weitertransportieren, werter RD.

    Sie schreiben, Zitat:
    “Dass der IPPC Bericht als ‘Ergänzende Information’ auch für Lateinamerika eine Nettozahl nennt ist für die eigentliche Problematik nicht relevant.”

    Aus welcher gesicherten Erkenntnis kennen Sie denn die Problematik, wenn nicht aus dem Arnell-Papier? Oder wozu braucnen Sie das Arnell-Papier, wenn Sie die Problematik bereits kennen? Wie auch immer. Es berechtigt Sie nicht dazu, die Aussagen wissenschaftlicher Arbeiten durch willkürliche Filterung (im Fall A so, im Fall B so) ihrer Ergebnisse zu verfälschen.

  43. Unbedingt den Kommentar von Cramer lesen, den er sich auf seiner Seite selbst geschrieben hat. Was ist das für ein Typ, der derart herablassend daher kommt.

    Als dann immer noch Fragen auftauchten, hat die niederländische Regierung nochmals jeden Satz aufgegriffen und ein weiteres Mal untersucht. Alles ohne Nachweis einer Falschinterpretation der Faktenlage. Erscheint es da wirklich plausibel, dass eine kleine Koalition von Bloggern und Journalisten den grossen “Skandal” aufgetan haben will?

    Ich frage mal andersherum? Ist es nicht plausibel, bei einer dermaßen ausweichend und herablassenden Antwort, dass Sie uns verarschen wollen?

    Da die immer wieder auf die Prüfung durch die holländische Regierung verweisen, wäre es interessant zu wissen, was da geprüft wurde?

  44. @Quentin #43
    Ist nicht weniger daneben als dieser Kommentar bei Zerrspiegel. Es ist klar, daß Cramer als Protagonist der Alarmisten-Fraktion hier dicht macht und von Fakten nicht behelligt werden will.

  45. Uuups, Link vergessen, ich meinte dieser Kommentar bei Zerrspiegel.

  46. So, ich habe keine Lust mehr:

    Herr Pössel,

    mir ist schon klar, daß Sie eigentlich über den Stil einer Auseinandersetzung diskutieren wollen und nicht über deren Inhalte. Mir ist die Stilfrage allerdings eher gleichgültig. Ich befürchte auch, daß viele Leser unserer Zahlendebatte nicht mehr folgen wollen, da die meisten weder Lust noch Zeit haben werden, sich entsprechend gründlich mit der Arbeit von Arnell zu befassen. Daher sollten wir das an dieser Stelle abschließen. Ich werde zu Arnell 2004 noch an anderer Stelle ausführlich Antwort geben und dabei auch versuchen zu erläutern, was eigentlich eine Projektion ist und wie man eine solche sinnvoll und korrekt interpretieren kann, und wie nicht.

    Abschließend würde ich gerne Sie und die Leser hier (und ganz besonders Herrn Cramer ;)) anregen, einmal in Tabelle 11 und 12 von Arnell links oben zu schauen (weil man das schnell findet).

    Da liest man dann:

    “Verlierer A1-HadCM3 Nordafrika 2025″: 86

    “Gewinner A1-HadCM3 Nordafrika 2025″: 107

    (in 2055 kehrt sich das dann interessanterweise um…über die Dynamik des Prozesses wäre auch noch so einiges zu sagen)

    Mehr gibt Arnell (2004) nicht her. Was soll man jetzt mit dieser Information anfangen?

    Tatsächlich handelt es sich ja nicht um reale Personen, auch wenn Herr Cramer das suggeriert. Wir wissen nicht, wer das sein kann, wo diese leben und welche Lebensumstände sie im Detail aufweisen. Es ist völlig unklar, ob die “Verlierer” sich lediglich an etwas weniger Regen anpassen müssen, oder gleich ganz verdursten. Wir wissen auch nicht, ob die Gewinner nur so gerade eben über die Runden kommen, oder gleich ertrinken. Es handelt sich hier lediglich um fiktive Modellzahlen mit rein statistischer Aussagekraft, die wir Zukunftsforscher gemeinhin als “Indikatoren” bezeichnen. Diese indizieren einen Trendbruch (oder auch nicht), haben also nur im Vergleich zum Trendszenario (ohne Klimawandel) irgendeine Aussagekraft.

    Das Trendszenario (Tabelle 7) weist für 2025 in Nordafrika 210 Mio. Menschen unter Wassermangel aus. Auch über diese wissen wir nichts. Auch dies sind keine realen Personen, es ist ein fiktives Modellergebnis.

    Zu sagen, in 2025 könnten im A1 Szenario bis zu 296 Mio. Menschen (Trend plus zusätzliche Verlierer A1) von Wassermangel bedroht sein, ist nun schlicht falsch. Denn man darf bei dieser Betrachtung eben die Gewinner nicht außer Acht lassen. Es sind also in der Summe nur 193 Mio.. Nach Arnell verbessert in A1-HadCM3 die Klimaänderung die Situation in Nordafrika insgesamt. Und mehr kann man eben nicht sagen. Es mag trotzdem irgendwo dann eine große katastrophale Hungersnot geben, aber die ist im Trendszenario ohne Klimawandel genau so gut möglich. Die Bruttozahlen liefern Ihnen also nicht mehr Informationen, sondern weniger, denn sie gestatten den Vergleich mit der “Nulllinie” nicht.

    Und zuallerletzt möchte ich noch darauf hinweisen, daß nicht nur das IPCC Verlierer und Gewinner aggregiert darstellt, sondern auch Arnell selbst. In Tabelle 8.

    P.S.: Herr Mollet hat mit seinem Beispiel exakt ins Schwarze getroffen.

  47. Jung: Ich habe zehn Jahre in England gelebt und diese Diskussion nicht direkt verfolgt. Was ich sagen muss, ist, dass Rahmstorf sicher nicht in jeder Hinsicht den Standpunkt aller Klimawissenschaftler vertritt.

    Das ist doch mal eine Ansage (Thomas Jung ist stellvertretender Direktor der Abteilung Klimawissenschaften am Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven. Dort erforscht er Wetteranomalien und Veränderung in den Strömungen)

  48. Doch noch eine Replik:

    Ich muss doch noch was nachschieben.

    Zitat aus Ihrer Antwort an Herrn Mollet:

    “Dass Sie sich mit ihrem Geld überhaupt zwischen Bewässerungsanlagen und Klimawandelgegenmaßnahmen unterscheiden müssen (um bei ihrer einfachen Unterteilung zu bleiben) können Sie aus der Nettozahl also nicht entnehmen.”

    Na, und ob man das kann.

    Zunächst helfen die Nettozahlen (und nur diese) das Problem “Klimawandel” gegen alle anderen Probleme und Risiken abzuwägen. Sollten die Nettozahlen im Vergleich zum Trendszenario niedrig sein, ist der Klimawandel in der entsprechenden Projektion offensichtlich kein bedeutender Risikofaktor (keine bedeutende “Hebelkraft” hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Wasserversorgung).

    Sollten sich außerdem in auch nur einer der 14 per Definition gleich wahrscheinlichen Projektionen Arnells negative Nettozahlen ergeben (also mehr Gewinner als Verlierer bzw. eine Verbesserung der Situation gegenüber dem Trend), ist Anpassung automatisch gegenüber Vermeidung in allen Projektionen zu bevorzugen. Denn Anpassung liefert in allen Punkten des möglichen Zukunftsraums, die durch die Projektionen erfasst wurden, ein positives Ergebnis, Vermeidung aber nicht.

    (Zu abstrakt? Link auf mich selbst: http://www.science-skeptical.de/blog/2435/002435/)

    Jetzt ist aber wirklich Feierabend.

  49. Hallo Herr Heller,

    m.E. eine gelungene, aufwändige und spannende Analyse der Arnell-Studie, ebenso wichtig auch viele Kommentare hier und an anderer Stelle. Die Analyse müsste eig. in einer Wissenschaftssendung bzw. an geeigneter Stelle im Fernsehen gezeigt werden.

    Die einseitige Schönrechnerei (passender wäre hier “Schlimm”rechnerei od. “Milchmädchenrechnung”), ist doch seit eh und je der entscheidende Punkt bei AGW. Man hebt das eine hervor, und übersieht das andere, bzw. es fehlt einfach die Gegenrechnung. Aber ein realistischer Vergleich, bspw. von “mehr Hitze- gegenüber wesentlich weniger Kältetoten”, würde hierzulande zweifellos schon im Vorfeld mit Kommentaren wie “das kann/darf man doch nicht machen!” in irgendeiner Schublade verschwinden. Dabei würde das Ergebnis mit Sicherheit viele überraschen, bzw. überhaupt erst nachdenklich werden lassen.

    Das bewusste Weglassen von Auswirkungen führt jede Gesamtaussage ad absurdum. Den Leuten immer nur eine Seite der Medaille zu zeigen machte den Alarmismus von Beginn an unglaubwürdig. Die Menschen sind aber nicht so naiv, dass sie diese Methode nicht irgendwann durchschauen.

    Eine vergleichbar einseitige und damit im Ergebnis unbrauchbare Milchmädchenrechnung (die trotz später Erkenntnis immer noch Bestand hat) gab es auch schon bei der Berechnung der CO2-Bilanz von Biosprit.
    Biosprit: Treibhausgasminderung bloß ein schwerer Rechenfehler

    Für eine seriöse Treibhausgasbilanzierung dürfte nach Ansicht der Wissenschaftler nur angerechnet werden, wie viel an CO2 die sogenannten Energiepflanzen in ihrer Biomasse zusätzlich absorbieren, also nur der Anteil über die Menge hinaus, den die vorher dort wachsenden Felder, Wälder oder Grünland ohnehin banden. Stattdessen würden in der EU-Bilanzierungsmethode die CO2-Einsparungen durch Bindung als Biomasse doppelt angerechnet.” …
    “Damit die Bilanz aber nicht gleich zur E10-Einführung verheerend ausfällt verabredeten die EU-Kommissare für Energie und Klima, Günther Oettinger und Connie Hedegaard, dass diese Effekte erst “spätestens 2018″ berücksichtigt werden sollen.”


    http://www.heise.de/tp/blogs/2/150490

    Gruß, C. Wolff

  50. Von wegen Feierabend (ich habe den Eindruck, der Pössel ist vielleicht doch lernfähig):

    Ich hasse das, wenn ich meine eigenen Regeln nicht befolge und statt eisern zu schweigen, dann doch wieder eine Frage aufgreife.

    Aber gut.

    “Antwort von MP: Sorry, aber das ist aus meiner Sicht völlig abwegig. Sind wir uns denn zumindest einig, dass Sie der Nettozahl nicht ansehen können, ob sich gar nichts geändert hat oder ob Sie 200 Millionen Verlierer und andererseits 200 Millionen Gewinner haben?”

    Wir haben in Arnell (2004) nicht eine Welt mit ganz viel Wassermangel und eine Welt mit ganz wenig Wassermangel zur Auswahl.

    Es gibt nur eine Zukunft mit ganz viel Wassermangel, die sich also in diesem Punkt nicht von der Gegenwart unterscheidet.

    Es werden in 2025 (Trendszenario, Tabelle 7) in Afrika ca. 300-400 Millionen Menschen an Wassermangel leiden. Das ist der Ausgangspunkt. Das geschieht selbst dann automatisch, wenn wir Morgen am Tage alle CO2-Emissionen beenden. Das ist unvermeidbar, es sei denn, wir ändern die demographische Entwicklung. Aber das liegt außerhalb der Betrachtung bei Arnell.

    (Wir werden also, Herr Cramer, auch bei einem sehr ambitionierten Klimaschutz im Jahr 2025 sehr sehr viele afrikanische Kleinbauern erleben, die bangend in den Himmel schauen. Mit dem “Energiehunger” der industrialisierten Welt hat das nichts zu tun. Das hat eher etwas damit zu tun, daß die andere Hälfte der Welt nicht genug industrialisiert ist.)

    Wenn man also feststellen will, was der Klimawandel daran ändern könnte, sind selbstverständlich die Netto-Zahlen zu verwenden.

    Sie haben 400 Euro. Sie bekommen 100 Euro dazu und geben 80 Euro aus. Wieviel Euro haben Sie? Ihrer Meinung nach 500.

    Es gibt in den Projektionen von Arnell auch nicht die Auswahl, ob man die 100 Euro haben will und/oder die 80 Euro ausgeben möchte. Es geht nur beides. Entweder also, Sie tun nichts, oder Sie führen die Transaktion komplett durch. Das eine bedingt das andere, die beiden Vorgänge sind nicht getrennt zu haben.

    Was Sie glauben, aus Arnell 2004 herauslesen zu können, wäre die Stückelung der Noten bzw. Münzen, die Sie transferieren. Diese aber ist unvorhersehbar, man kann sie Arnell nicht entnehmen. Außerdem ist die Stückelung auch absolut unerheblich für die Frage, wieviel Geld Sie am Ende in der Tasche haben. Entweder eben 400 Euro, oder aber 420. Keinesfalls aber 500.

    Zu Balanus oben kann ich noch ergänzen, daß exakt dieselbe Argumentation auch gegen die Verwendung der Bruttozahlen alleine spricht. Man darf eben die beiden Werte für Gewinner und Verlierer nicht getrennt betrachten. Nur gemeinsam ergeben sie im Rahmen der Studie einen Sinn. Sie sind ja auch voneinander abhängig, sie bedingen einander, weil sich in den Klimamodellen die Niederschlagsmuster entsprechend ändern.

    Für die Information, die Sie gerne hätten, Herr Pössel. ist die zeitliche und räumliche Auflösung in Arnell 2004 schlicht nicht ausreichend fein. Ich hätte diese Information ja auch gerne. Da sie aber nun einmal nicht zur Verfügung steht, darf man den Fehler nicht machen, über diese Information zu spekulieren und Arnell anhand dieser Spekulation zu werten.

    Man könnte auch sagen, daß das IPCC genau diesen Fehler gemacht hat. Ich weiß nicht, ob das Frau Meichsner aufgefallen ist. Leake und North aber haben genau an der Stelle angefangen, nachzufragen. Und ich denke, Herrn Lehmkuhl ist ebenfalls exakt dies aufgefallen.

  51. Sagen wir es doch ganz einfach und konzentrieren wir uns auf die ökonomische Seite:
    Wir haben die Bauern A und B.
    A leidet heute unter Wassermangel, B nicht.

    Dann haben wir folgende möglichen Zukunftsszenarien:

    1 -- Alles bleibt unverändert. (0+1=1)
    2 -- A und B haben genug Wasser. (1+1=2)
    3 -- A hat Wasser, B nicht. (1+0=1)
    4 -- A und B leiden unter Wassermangel. (0+0=0)

    Wenn wir nun unter ungeheuren finanziellen und technischen Anstrengungen möglicherweise eine Klimaveränderung vermeiden können und alles bleibt wie es ist, haben wir A keinesfalls geholfen, er hat immer noch kein Wasser.
    Wenn wir gar nichts tun, bleibt in der Summe auch kein Nachteil, im Mittel hat dann einer von beiden weiterhin kein Wasser.

    Wenn wir aber mit einem Bruchteil der Kosten, die eine Klimakontrollpolitik mit höchst zweifelhaften Chancen kostet, heute dem Bauern A gegen seinen bestehenden Wassermangel helfen, haben wir bereits ein besseres Ergebnis (1+1= 2) als selbst die ambitionierteste Klimapolitik in der Zukunft erzielen könnte.
    Und was leistet eine reine Anpassungsstrategie in der Zukunft?
    -- Szenario 1: Gewinn heute und in Zukunft. (1+1=2)
    -- Szenario 2 : Hier haben wir mit Anpassungshilfe vielleicht Geld ‘umsonst’ ausgegeben, aber tatsächlich wird A dann von mehr Wasser UND von moderneren Agrarmethoden profitieren. (2+1=3)
    -- Szenario 3: A erwirtschaftet dank der heutigen Soforthilfe Überschüsse, die die zukünftige Hilfe für B finanzieren können ((2-1)+(0+1)=2)
    -- Szenario 4: Es wird doppelt so viele Hilfeleistung nötig sein, doch das ist auch immer noch sehr viel billiger als eine Klimakontrollpolitik und wenn diese Hilfe jetzt schon bei beiden einsetzt, haben sie heute statt 0+1=1 bereits 1+2=3 und zukünftig wenigstens 1+1=2.

    Alles auf die absolute Basis der abstrakten Betrachtung reduziert und daher natürlich zu simpel. Aber sehr hilfreich, um wieder aus dem weitestgehend abseitigen Geschwafel bei Pössel auf die Grundlagen und die eigentliche Kernfrage zurück zu kommen, die eben auch ganz simpel ist: Vermeidung oder Anpassung. Und da gewinnt die Anpassung auf jeden Fall.

  52. Ich denke der Klimagipfel in Durban hat vor allem gezeigt, dass Deutschland der „Klimaschutzankündigungsweltmeister“
    in der Disziplin „Worte ohne Taten“ ist.
    Unser CO2-Ausstoß pro Kopf ist ja etwa 50% höher als der CO2-Austausch eines französischen Staatsbürgers.
    Warum wir also als Musterknabe gelten, erschließt sich sicher nur jemanden mit Realitätsverlust, der sich gerne in die Tasche lügt.
    Warum uns Pachauri den „Country Leadership Award“ gegeben hat ist ja klar. Wir zahlen fleißig in die Ablaßkassen ein.
    Wir sind wohl sowas wie der Streber, der gute Noten nicht durch Leistung bekommt, sondern dadurch, dass er der Lehrerin die Aktentasche trägt.
    Ich denke mal, dass Deutschland deshalb plant bis 2020 durch Kohleverbrennung unseren CO2-Ausstoß zu steigern, da sich dann prozentuale CO2-Emissionsziele durch Einsatz von Kernenergie leicht erreichen lassen. Dann sind wir 2030 wieder Musterknabe.
    Die Chinesen und Inder planen vermutlich ebenfalls bis 2020 den französischen Strommix zu haben.

  53. U.Langer hat soeben im Blog von M.Pössel einen Kommentar zu Meichsner vs. Rahmstorf Teil II: Dürre in Afrika eingestellt, der mir so gut und treffend erscheint, daß ich ihn hier “sichern” möchte:

    U.Langer schreibt:

    Sehr geehrter Herr Pössel,

    will man die zusammenfassenden Zahlen der Arnell-Studie vom IPCC (Sie sagen dazu Brutto) und von Lehmkuhl (Netto) bewerten, kann man ihre Entstehung beurteilen oder untersuchen, was man mit diesen Zahlen anfangen kann.

    Bezüglich der Entstehung dieser Zahlen ist es mathematisch grundsätzlich richtig, wenn man Plus und Minus zusammenrechnet und nicht einzeln betrachtet. Um das zu verdeutlichen, betrachte ich einmal nur „Plus“. Was würden Sie von der alleinigen Aussage halten, dass nach Arnell die Zahl der durch den Klimawandel in Afrika von Wasserknappheit betroffenen Menschen bis 2020 (2025) um 11-175 Millionen geringer werden wird? Ich halte das für Unfug – Sie auch? Ich habe jetzt aber Tabelle 12 von Arnell genau so ausgewertet wie das IPCC Tabelle 11!
    Führt ein und die selbe Auswertungsmethode (IPCC) einer Studie (Arnell) aber zu zwei völlig gegensätzlichen Aussagen, ist sie zu verwerfen!

    Als Zweites zu der Frage, was man mit den Zahlen anfangen kann. Man kann die negativen Folgen der Klimaerwärmung durch das Vermeidungsprinzip (wie etwa CO2-Vermeidung) bekämpfen oder/und durch das Anpassungsprinzip (wie etwa Trinkwasserbrunnen in Afrika).
    Weder aus den Bruttozahlen des IPCC noch aus den Nettozahlen von M. Lehmkuhl kann man heute irgendwelche sinnvollen Anpassungsmaßnahmen direkt ableiten, denn man weiß ja nicht, wo man die Brunnen bauen soll. Auch wenn man nur die IPCC-Zahlen nimmt, kann man heute die Brunnen an die völlig falsche Stelle setzen. Man kann aus beiden Zahlen nur ableiten, dass man wohl irgendwo Brunnen bauen muss. Wo und wie viel zu bauen sind, lässt sich nicht herleiten. Man kann nur abwarten und die Brunnen dann dort bauen, wo sie wirklich benötigt werden – also in Zukunft genau das machen, was man heute schon (aber viel zu wenig) macht, selbst auf die „Gefahr“ hin, dass die Brunnen 20 Jahre später überflüssig sind.
    Betrachtet man CO2-Vermeidung nur mit Hinblick auf die IPCC-Zahlen, kommt man zu der Erkenntnis, dass jede CO2-Vermeidung Leid in Afrika verringert. Dummerweise zeigen die Netto-Zahlen von Lehmkuhl, dass das auch nach hinten losgehen kann. Wenn wir ganz viel CO2 vermeiden, kann das nach Arnells Studie dazu führen, dass wir Leid (Wasserknappheit) in Afrika vermeiden, es kann aber auch dazu führen, dass wir das Leid vergrößern, weil ein positiver Effekt einer Klimaerwärmung nun nicht eintritt. Kein Mensch kann sagen, ob es durch eine CO2-Vermeidung zu mehr oder zu weniger Leid in Afrika (bzgl. der Wasserknappheit) kommen wird, denn die Szenarien unterscheiden sich nicht in ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit!

    Die IPCC-Zahlen sind daher unsinnig, denn sie sind nicht nur grundsätzlich mathematisch falsch, sie suggerieren auch eine Möglichkeit der Vermeidung von Wassermangel durch alleinige CO2-Reduzierung, die sich als Bumerang herausstellen könnte. Ausschließlich die Nettozahlen (Lehmkuhl) gestatten es, zu erkennen, dass zur Bekämpfung von Wasserknappheit in Aftika nur das Anpassungsprinzip (Brunnen bauen) wirklich Sinn macht.

    MfG

    Der Kommentar wurde von MP bereits kommentiert, natürlich hat er immer noch nix begriffen.

  54. Man muß halt viel Geduld aufbringen, irgendwann fällt der Groschen, wenn nicht bei Pössel, dann vielleicht bei den Mitlesern dort:

    Herr Pössel, Sie schreiben oben:

    “Ich habe den Eindruck, dass Sie mein Hauptargument komplett ignoriert haben.”

    Ich habe in drei verschiedenen Formulierungen Ihr Hauptargument widerlegt.

    “…dann ist es unsinnig, zu sagen “Nettowert Null, alles in Ordnung”.”

    Das sage ich nicht. Es ist nicht alles in Ordnung. Auf Basis des Trendszenarios ist klar, daß sich die Zahl der unter Wasserknappheit leidenden Menschen in Afrika deutlich erhöhen wird.

    Die Frage, die Arnell 2004 beantwortet, lautet: Wie stark wirkt sich ein potentieller Klimawandel im Vergleich zu anderen Herausforderungen (hier konkret: Bevölkerungswachstum) aus?

    Auf andere Fragen gibt Arnell keine Antwort.

    Sie (und Herr Cramer und das IPCC und viele andere) haben eine völlig falsche Vorstellung davon, was man aus Projektionen lernen kann und was nicht. Weil Sie -- so scheint es -- Projektion (bzw. Szenario) und Prognose konsequent gleichsetzen.

    “Die Nettozahl, das habe ich inzwischen ja wiederholt mit Beispielen illustriert, sagt mir noch nicht einmal, ob überhaupt Anpassungsmaßnahmen notwendig sind.”

    Anpassung ist immer erforderlich. So, wie es keine Welt ohne Wasserknappheit gibt, gibt es auch keine ohne Anpassung. Man kann Arnells Projektionen eben nur dann richtig verstehen, wenn man sie im Kontext einer dynamischen Entwicklung -- und nicht etwa einer unstetigen Abfolge von Zuständen betrachtet.

    Wir gehen von einer Welt mit viel Wasserknappheit aus, in der in großem Umfang Anpassung stattfindet und enden in einer Welt mit viel Wasserknappheit und umfänglicher Anpassung.

    Nun geht es um die Frage, welchen Unterschied der Klimawandel zwischen der Gegenwart und der Zukunft bedeutet.

    Man erhält dann eine Antwort darauf, ob es sich lohnt, die laufenden Prozesse (bspw. Bevölkerungswachstum) durch eine Vermeidungsstrategie hinsichtlich des Klimawandels zu ergänzen. Die Antwort ist ganz einfach nach Arnell 2004: Nein. Es lohnt sich nicht, es bringt keine besonderen Vorteile (gegenüber dem Trendszenario).

    Sie gehen natürlich mit dem Ansatz an Arnell heran: Klimaschutz ist absolut notwendig, welches zusätzliche Argument liefert mir die Studie für diese Haltung?

    Und dann folgen Sie der gedanklichen Konstruktion, die Ihnen Cramer, das IPCC und andere vorgeben.

    Nur, wenn Sie sich von diesem Ringschluß lösen, werden Sie verstehen, warum Ihre Bruttozahl tatsächlich keine neuen und verwertbaren Informationen beinhaltet und deswegen nicht nützlich ist.

  55. @Peter Heller
    Wer bis jetzt nicht gewußt hat, wie Scheuklappen funktionieren, der sollte es, so er nicht Pösel heißt, spätestens jetzt erkannt haben.
    Ein normal denkender Mensch, der seinen gesunden Menschenverstand nicht an der Garderobe abgegeben hat, kann diese Irrungen und Wirrungen nicht nachvollziehen.
    Da kann als Antwort kommen was will, am Ende kommt immer noch ein “aber….”

  56. #52. Günter Heß

    Ich denke der Klimagipfel in Durban hat vor allem gezeigt, dass Deutschland der „Klimaschutzankündigungsweltmeister“
    in der Disziplin „Worte ohne Taten“ ist.

    Sehr geehrter Herr Heß,

    das trifft den Nagel auf den Kopf, und zwar genau in die Mitte ;-)
    Lustig auch wie versucht wird, das völlige Scheitern der “Klimakonferenz”, noch mit einem halbwegs akzeptablen positiven Anstrich zu verkaufen. Aber da gibt es meiner Meinung nach nichts zu beschönigen. Deutschland ist diesbezüglich eben nicht das Maß der Dinge. Wie heißt es so schön: “Außer Spesen nichts gewesen”! Und davon reichlich.

    MfG
    karl.seegert

  57. #55. Krishna Gans

    Da kann als Antwort kommen was will, am Ende kommt immer noch ein “aber….”

    Sehr geehrter Herr Gans,

    aber so ist es doch immer. Argumente und Fakten zählen in der Klimadebatte nicht. Und daher wird man diesen Unsinn auch nicht auf sachlicher wissenschaftlicher Ebene ein Ende setzen können. Wenn überhaupt, dann auf politischer Ebene, und auch das wird schwer genug.

    MfG
    karl.seegert

  58. Grund für den Rückgang der landwirtschaftlichen Produktion in Nordafrika

    Die Sahara war vor 10.000 Jahren eine teilweise grüne (ökologiefreie!) Steppe. Auch die Wüste auf der arabischen Halbinsel war einst grünes Land. Aus dieser Zeit gab es in diesen Ländern umfangreiche Grundwasservorkommen. Spätestens mit der Erdölsuche hat man dieses fossile Wasser erschlossen. Man hat dieses excessiv für die Landwirtschaft genutzt. Mittlerweile ist ein erheblicher Teil der fossilen Wasservorkommen erschöpft. Aus meiner einstigen Homepage hatte ich private Bilder aus Saudi Arabien gestellt in der noch genutzte und wieder aufgegebene Felder zu sehen sind.

    Daraus ergibt sich ein Rückgang der Landwirtschaft auf das durch den aktuellen Wasserzufluss vorgegebene Niveau. Mit dem Klimaschwindel hat dies nichts zu tun.

    In Algerien sind mehrere grosse (Erdgasbetriebene) Meerwasserentsalzungsanlagen im Bau um die Städte und die Industrie künftig mit ausreichend Wasser zu versorgen. Allerdings ist dieses entsalzte Wasser zu teuer (Preis Meerwasserentsalzung ca. 1$/m3) für eine konventionelle Landwirtschaft.

    In Saudi Arabien plant man den Bau von 8 umweltfreundlichen Kernkraftwerken. Diese würden die eigenen Gasresourcen für den Export schonen und als Nebenprodukt analog Abu Dhabi einen grossen Strom an entsalztem Wasser liefern.

    Uebrigens es bedürfte etwa 60 umweltfreundlicher Kernkraftwerke ca. 250 -- 300 Mrd. $ Investition und 10 Mrd. $ Betriebskosten um Aegypten mittels Meerwasserentsalzung zu begrünen.

    Vandale

  59. Ich kann mich einfach nicht zurückhalten:

    ach Balanus

    “Offenbar ist bei einigen immer noch nicht angekommen, warum Arnell (2004) es unterlassen hat, Differenzen aus den Zahlen aus Tabelle 11 und12 zu bilden.”

    Das ist schon lange angekommen, denn Arnell schreibt es ja selbst in seiner Studie auf Seite 37. Dann schreibt er selbst, daß er das nicht wirklich belegen kann (…this suggestion needs further investigation) und aggregiert in Tabelle 8 dann doch.

    Das IPCC aggregiert auch in Kapitel 13 AR4-WGII (Lateinamerika). Warum nun Afrika anders zu behandeln sein soll, als die gesamte Welt und im besonderen Lateinamerika, ist die Frage, auf die Sie eine Antwort bisher schuldig bleiben.

    Ihr Denkfehler (und der von Arnell) ist, daß sich selbstverständlich auch unter den “Verlierern” Gewinner verstecken können. Arnell betrachtet ja nur jährliche und dekadische Mittel des Wasserdurchflusses durch ein Einzugsgebiet, inwieweit die Verteilung sich jahreszeitlich bzw. zwischen Trockenzeit und Regenzeit sich ändert, ist der Arbeit nicht entnehmbar. Arnell weist selbst darauf hin, daß sein Parameter (1000 m3 pro Person und Jahr) keinerlei Rückschlüsse auf die tatsächlichen Lebensumstände der Menschen zulässt. Wenn sich also in Gebieten, in denen keine oder nur unzureichende Speichermöglichkeiten zur Verfügung stehen, der Wasserdurchfluß gleichmäßiger über das Jahr verteilt, kann es besser werden, obwohl die Gesamtdurchflußmenge sinkt. Und das ist nur ein Beispiel von vielen.

    Nach Ihrer Argumentation dürfte man die Zahlen von Arnell überhaupt nicht verwenden, denn sie sind in jedem Fall reine Spekulation, weil so ziemlich alle wichtigen Rahmenbedingungen (Ökonomie, Technologie, Politik) unter denen konkrete Schlußfolgerungen möglich wären, einfach weggelassen wurden.

    Ich dagegen stehe auf dem Standpunkt, daß man die Zahlen sehr wohl verwenden kann, solange man strikt im Rahmen der Studie bleibt. Und da ist es eben (zum wiederholten Mal) die Fragestellung. inwieweit der Klimawandel im Vergleich zum Bevölkerungswachstum ein zusätzlicher Risikofaktor für die zukünftige Wasserversorgung sein kann.

    Das schreibt Arnell auch selbst:

    “Rather, the number in the tables can be used to indicate the relative effects of different emissions, climate and population scenarios.”

    Relative Effekte, wohlgemerkt, Sinn ergibt immer nur der Vergleich. Und das “to indicate the relative effects” ist eben nur mit der Nettozahl möglich.

    Es zeigt sich in Arnells Berechnungen eben eindeutig, daß der Effekt des Klimawandels auf die Wasserversorgung gering ist im Vergleich zu dem Effekt des Bevölkerungswachstums. Dies ist nicht, was Sie gedacht haben oder was sich Herr Cramer, der ja lieber den Energiehunger im Norden statt den Durst im Süden anprangern möchte, wünscht.

    Da kann ich aber nichts dafür.

  60. Ich lese beim Pössel mit, Peter. Wahrscheinlich viele andere auch. Schade ist, dass Rahmstorf und Cramer sich offensichtlich aus geklinkt haben. Die fühlen sich in einer Runde, in der frei gesprochen werden kann, scheinbar nicht recht wohl.

    Mich würde es freuen, wenn Du dort, und überhaupt, weiter am Ball bleiben würdest. Ich kann mit Kommentaren nicht weiter unterstützend tätig werden, habe die Studie nicht gelesen und werde es auch nicht tun.

    Sollte nur ein kleine Aufmunterung sein, dass Du nicht die Lust daran verlierst.

  61. @Peter Heller
    Ich habe zu dem MP-Artikel etwas andere Gedanken als Quentin.

    Mir scheint, das Sie in der Diskussion zu Pössels Artikel die Kritik an der Auswertung des Arnell-Papiers deutlich machen konnten. Alles wesentliche scheint mir gesagt worden zu sein. Überzeugen werden Sie die Protagonisten dort nicht, und offensichtlich auch nicht einmal nachdenklich (was meine Vorurteile über Alarmisten wieder einmal bestätigt).

    Ich sehe aber zunehmend die Gefahr, daß Kleriker wie “Physiker” dort überhand nehmen. Deshalb würde ich empfehlen, die Diskussion dort auslaufen zu lassen (es sei denn, Cramer oder Rahmstorf treten dort noch mal in die Diskussion ein).
    Beste Grüsse.

  62. Ich denke auch, daß die Debatte bei Pössel beendet ist. Es wiederholt sich jetzt nur noch. Ich denke aber, die Statements von bspw. Cramer oder Physiker zeigen, daß der anderen Seite die Argumente fehlen bzw. daß hier religiöse Aspekte wichtiger sind, als Fakten. Deswegen ist es gut, daß solche Statements “provoziert” wurden -- dies erleichtert den unvoreingenommenen Lesern die Bewertung.

  63. Der Schwarze Kontinent braucht die Belehrungen der Kreuzfahrer der globalen Erwärmung nicht. Im Gegenteil: Afrika muss endlich moderne Industriegesellschaften aufbauen. Denn Hunger und Krankheiten sind allemal bedrohlicher als eine hypothetische Klimakatastrophe in 100 Jahren.

    Siet Kopenhagen keine Neuigkeiten ;-)

  64. #62. Peter Heller

    Ich denke aber, die Statements von bspw. Cramer oder Physiker zeigen, daß der anderen Seite die Argumente fehlen bzw. daß hier religiöse Aspekte wichtiger sind, als Fakten.

    Hallo Herr Heller,

    Fakten sind halt störend, zumal wenn man aus den Fakten kein “Futter” für den Alarmismus ziehen kann. Und das zeigt einmal mehr, womit wir es in Wirklichkeit zu tun haben. Nämlich mit einer im Grunde Wissenschaftsfernen Gemengelage aus Pseudoreligion und dem Anspruch auf unbedingte Wahrhaftigkeit der eigenen abstrusen Ideen zur “Rettung” der Welt, festgehalten in der Klimabibel “Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation”.

    mfG
    karl.seegert

  65. Aprpos Gate und so………

    Haftstrafen im CO2-Prozess rund um die Deutsche Bank

    FrankfurtIm Prozess um millionenschweren Umsatzsteuerbetrug mit Umwelt-Zertifikaten hat das Landgericht Frankfurt teils langjährige Haftstrafen gegen die sechs Angeklagten verhängt. Die Männer im Alter zwischen 27 und 66 Jahren hatten weitgehend gestanden, über einen schwunghaften Handel mit Luftverschmutzungsrechten über europäische Grenzen hinweg Umsatzsteuern in Höhe von mindestens 230 Millionen Euro hinterzogen zu haben. Der Haupttäter aus Großbritannien erhielt am Mittwoch mit sieben Jahren und zehn Monaten Haft die längste Strafe. Ein Franzose, der als Strohmann Scheinfirmen gegründet hatte, bekam drei Jahre……………..

    Na sowas, da hat sich Papa Staat so tolle Steuern erhofft beim Handel mit Luft…….und dann dat, wozu doch CO2 so alles gut is……….

    Grins und wech

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