Alle Jahre wieder – Über die „Eisschmelze“ in der Antarktis

11. April 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Schnee und Eis, Wissenschaft

Eigentlich wäre das Thema dieses Artikels ziemlich schnell abzuhandeln. Wenn man sich die Daten zur Eisbedeckung um die Antarktis anschaut, dann fällt einem vor allem auf, dass seit Beginn der systematischen Vermessung mit Hilfe von Satelliten im Jahr 1979 die Eisfläche rund um den 7. Kontinent mehr oder weniger kontinuierlich zugenommen hat.

Dass man in unseren Medien trotzdem von Zeit zu Zeit Nachrichten von dieser Seite der Erde bekommt, hat weniger mit diesem Umstand zu tun. Schließlich würde eine Meldung von einem Wachsen der Eisfläche doch so gar nicht in das Bild von der stetig wachsenden Bedrohung durch eine globale Erwärmung und dem damit verbundenen Eisschmelze an den Polen entsprechen.

Was uns dann auch tatsächlich präsentiert wird ist kein Gesamtbild zur Lage rund um den Südpol. Viel interessanter scheint für unsere Presse zu sein, was in einem kleinen Gebiet am Rand der Antarktis passiert, und zwar im nördlichen Teil der antarktischen Halbinsel. Für das Geschehen in der Antarktis ist dieser Landzipfel von keiner großen Bedeutung, macht er doch mit 0,52 Mio. km² gerade einmal vier Prozent der Gesamtfläche der Antarktis aus.

Für die Klimaforschung und auch für unsere Medien ist die antarktische Halbinsel jedoch von ganz entscheidender Bedeutung, schließlich ist sie der einzige Ort rund um den Südpol, wo „etwas passiert“. In der Region befinden sich nämlich riesige Schelfeis-Gebiete. Das sind große Eisplatten, die auf dem Meer schwimmen und mit Gletschern an Land mehr oder weniger fest verbunden sind. Kennzeichnend für Schelfeis ist, dass an der äußersten Spitze immer wieder Eisberge abbrechen. Dieser Prozess wird als Kalben bezeichnet.

Und gerade die Eisschelfe in der Westantarktis verhalten sich alles andere als statisch. Seitdem man die Dynamik dieser Eisfelder mit Hilfe moderner Satelliten immer präziser untersuchen kann, beobachtet man mit großer Regelmäßigkeit, dass diese Schilde auseinander brechen und so riesige Eisberge ins Meer entlassen.

Nach der allgemein vorherrschenden Logik kann ein solches Verhalten natürlich einzig und allein dem menschlichen Einfluss auf das Klima geschuldet sein. Und so erreichen uns auch seit einigen Jahren stetig Meldungen, welche vor einem bevorstehenden Kollaps des Schelfeises in der Antarktis warnen. Hier eine Auswahl: 2002, 20032006, 2008, 2009, 2010, 2011.

In Fortsetzung dieser Tradition ist auch in diesem Jahr eine Pressemeldung, diesmal von der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA), erschienen (Hier der Bericht des Spiegel). Die Auswertung von Satellitenfotos der letzten 10 Jahre ergab demnach, dass sich das Larsen-B-Eisschelf in diesem Zeitraum drei Viertel seiner Eisfläche verloren hat. Schuld an dieser Entwicklung soll nach Angaben der ESA die (menschengemachte) globale Erwärmung sein. Schließlich habe sich die nördliche Westantarktis in den letzten 50 Jahren um 2,5 °C erwärmt.

Bei solchen Angaben lohnt ein Blick auf die Messstationen, von denen es in der Region einige gibt. Betrachten wir zunächst die Ergebnisse von Messungen am Larsen Eisschelf. Man erkennt auf Anhieb, dass der Trend seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1985 relativ konstant, und wenn überhaupt, leicht rückläufig ist.

Aber die Messungen am Larsen-Eisschelf gehen nur bis ins Jahr 1985 zurück. In der Pressemitteilung der ESA ist jedoch ausdrücklich von der Entwicklung der Temperatur in den letzten 50 Jahren die Rede. Die am nächsten am Larsen Eisschelf gelegenen Stationen mit einer ausreichend langen Messhistorie sind Faraday (seit 1944), Rothera Point (seit 1946),  Bernado O’Higgins (seit 1963), Base Esperanz (seit1945) und  Base Arturo P (seit 1966). All diesen Stationen ist gemein, dass dort von einer „Erwärmung von 2,5 °C innerhalb der letzten 50 Jahre“ nichts zu finden ist. Und wenn überhaupt eine Erwärmung gemessen wurde, dann hat diese ausnahmslos im Zeitraum vor 1980 stattgefunden. Vor diesem Hintergrund erscheint das Begründen des Auseinanderbrechen des Larsen Eisschelfs mit der globalen Erwärmung schon sehr gewagt. Und das ist äußerst vorsichtig ausgedrückt.

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13 Kommentare
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  1. Fakten sind unwichtig, man muss halt nur stark genug glauben!

  2. Was uns dann auch tatsächlich präsentiert wird ist kein Gesamtbild zur Lage rund um den Südpol. Viel interessanter scheint für unsere Presse zu sein, was in einem kleinen Gebiet am Rand der Antarktis passiert, und zwar im nördlichen Teil der antarktischen Halbinsel. Für das Geschehen in der Antarktis ist dieser Landzipfel von keiner großen Bedeutung, macht er doch mit 0,52 Mio. km² gerade einmal vier Prozent der Gesamtfläche der Antarktis aus.

    Die Presse ist ja nicht allein „schuld“. Schliesslich wird sie von AGW-Seite mit passenden Häppchen — sprich Pressemitteilungen — gefüttert. Cherry-Picking im Dienst der AGW-These eben.

    Aber die Messungen am Larsen-Eisschelf gehen nur bis ins Jahr 1985 zurück. In der Pressemitteilung der ESA ist jedoch ausdrücklich von der Entwicklung der Temperatur in den letzten 50 Jahren die Rede.

    Das sind die kleinen subtilen Fälschungen der Pressestelle(n). Darüber habe ich kürzlich im Artikel „GRACE-Mission: Himalaja-Gletscher schmelzen nicht ab“ auch geklagt.

    Wenn sich dann die Presse darauf stürzt, wird noch einmal ein bisschen dramatisiert und draufgesattelt und fertig ist der Klimapanik-Artikel.

  3. Nur ein paar Worte zur Presse, insbesondere zum „Spiegel“. Die wissen GANZ GENAU, was sie da machen. Ich habe mehrfach in deren Forum versucht, kritische Kommentare zum Klima-Unfug unterzubringen und wurde permanent geblockt. Selbstverständlich werden auch kritische Kommentare von meist relativ uninformierten Lesern zugelassen, die „aus dem Bauch“ argumentieren; der Eindruck von Offenheit muss ja schließlich gewahrt bleiben. Meine Kommentare waren aber anscheinend zu substantiell und deshalb zu gefährlich….
    So viel zur „Pressefreiheit“ in Deutschland.

  4. @M.Kleespies
    Dass im Spiegel-Forum vollkommen sachliche und substantielle Kommentare ggf. geblockt werden, kann ich bestätigen. Solange nur „aus dem Bauch heraus“ argumentiert wird, scheint man im Rahmen der Forenregeln alles durchgehen zu lassen.

    Zum Beispiel wurde mir ein vollkommen sachliches Posting mit verlässlicher Quellenangabe(!) geblockt, aus dem hervorging, daß die Amis an Israel schwerste bunkerbrechende Bomben liefern, unterdrückt. Trotz mehrfacher Versuche und Umschreibens, schliesslich ohne Quellenangabe. Warum der Spiegel so darauf aus war, diese Information unter allen Umständen zu unterdrücken, gab mir schon Anlaß zu Spekulationen.

    Kritische Kommenare zu Klimafragen sind mir noch nicht geblockt worden, ich denke aber, dass lag einfach daran, daß diese nicht als genügend „gefährlich“ angesehen wurden.

  5. Herr Kleespieß,
    das kann auch ich bestätigen, bei mehreren gelegenheiten.
    Allerdings glaube ich eher, dass so mancher Volontär, der als Mod abkommandiert ist, glaubt, er könne durch Zensur den Lauf der welt lenken und eine Wirklichkeit schaffen, die seinen Wünschen entspricht.
    Die Konsequenz ist Verweigerung. Solche Foren werte ich nicht durch Teilnahme auf, sondern überlasse sie dem zwangsläufigen intellektuellen Niedergang, der auf Zensur folgt.

  6. Wie verzweifelt müssen die sein um mit solch einem Schwachsinn Punkten zu wollen.

    Damit sei nun erstmals belegt, worüber vorher nur spekuliert wurde: „Der Eisbär hat sich bereits vor circa 600.000 Jahren vom Braunbär abgespalten“, heißt es in der Studie. Das kratzt allerdings auch am Bild des Eisbären als Anpassungs-Wunder: „Mit der neuen Datierung ihrer Evolution ist dieser Mythos vom besonders anpassungsfähigen Eisbär nun widerlegt.„“

    Ja klar, weil die Eisbären viel länger auf der Erde sind als gedacht, sind sie logischer Weise viel weniger Anpassungsfähig. Das Klima war nach M.Mann ja auch Stabil gleichbleibend bis 18-Hundert Frühling
    Warum sind Haie eigentlich noch nicht ausgestorben …

  7. Wie bitte???
    wenn der Eisbör schon seit 600.000 Jahren existiert, zeigt das doch, dass er sich besonders GUT anpassen konnte!
    Es wäre ein bedeutend gösserer Grund zur Sorge, wenn er viel jünger wäre und deshalb noch nicht zur Anpassung herausgefordert worden wäre!
    Und die aktuellen Veränderungen seien ’schneller‘, der Eisbär hätte ‚viel weniger Zeit‘? Was für ein hanebüchener Unfug!

  8. @Karlchen aus der Kälte

    Ja klar, weil die Eisbären viel länger auf der Erde sind als gedacht, sind sie logischer Weise viel weniger Anpassungsfähig.

    …..vielleicht klappt’s ja mit Umerziehung…. in der Schweiz läuft gerade ein Pilotprojekt:

    Was die Schweizer Bären lehren

    …..Bei uns hat das Bundesamt für Umwelt (Bafu) ein Konzept Bär Schweiz verfasst. Bezweckt wird «eine prinzipiell positive Grundeinstellung zur Wiederansiedlung der Braunbären unter Berücksichtigung aller möglichen Konsequenzen und Risiken».

    Für M13 bedeutet dies, dass er umerzogen werden soll! Auf der Website des Nationalparks steht die frohe Botschaft: «M13 muss wieder mehr Scheu vor den Menschen beigebracht werden, damit seine Fluchtdistanz wieder vergrössert werden kann. Damit soll auch verhindert werden, dass er regelmässig in Siedlungsnähe auftaucht und dort nach Fressbarem sucht.» Eines steht allerdings fest: Das Fressen werden sie ihm nicht abgewöhnen……

  9. Er hatte viel Zeit zum aussterben, mit vielen verschiedenen Änderungen der Klimate und Anpassungen seinerseits. Deswegen kann er sich nicht so schnell anpassen an die klimaerwärmung…….äh klimawandel….(…erwärmung wird ja nicht mehr benutzt) . Wer Logik sucht….

  10. Ach passend zu „TO THE ARTIC “ ein Film über den Überlebenskampf einer Eisbären-familie in ihrem schwindenden Lebensraum

  11. Vielleicht eine Altersfrage, aber mir geht nicht in den Kopf, was „Naturschutz“ eigentlich sein soll -- außer vielleicht die Sorge für ein angenehmes Umfeld des Menschen. Raubtiere beispielsweise möchte ich gern bejagt / kurzgehalten haben und in entsprechenden Gegenden sollte man sich besser bewaffnet aufhalten. (Habe ich zuviel Karl May gelesen oder zuwenig Staatsfernsehen geguckt?)

  12. @nLeser
    Da geht einiges durcheinander (oder ich muß wohl das gleiche Alter haben).

    „Naturschutz“ ergibt bei genauer Betrachtung keinen Sinn, denn die Natur schließt alles ein, auch Menschen, Technik, sogar Atome!! Auch die Radionuklide! Zu meinen, Technetium komme in der Natur nicht vor, ist abwegig, denn dann könnte man es nicht „künstlich“ (d.h. durch geeignete kernphysikalische Prozesse) darstellen. Die Natur ist nicht schutzbedürftig, die regelt sich selbst!

    „Umweltschutz“ ist was anderes, das ist schon sinnvoll. Hier geht es darum, dem Menschen gute und schöne Lebensbedingungen zu schaffen und zu erhalten. Erst dann, wenn man den Menschen zugunsten des Schutzes einer abstrakten „Umwelt“ aus der Gleichung nimmt, geht hier der Irrsinn los.

    „Artenschutz“ bezieht sich speziell auf die Biologie. Einerseits kann man es bedauerlich finden, daß der letzte Dodo mit idiotischer Gründlichkeit abgeknallt wurde, andererseits sind die Arten immer einem evolutionären Fluß unterworfen, so daß allzu engstirniges Festhalten an ihnen auch wieder unnatürlich wäre.

    „Landschaftsschutz“ ist noch etwas konkreter. Da geht es um den Erhalt der gewachsenen Natur- und Kulturlandschaft, also z.B. darum, nicht schöne Bergwälder abzusägen und durch Windräder zu ersetzen, oder darum, nicht malerische und funktionierende landwirtschaftliche Dorfgemeinschaften durch Monokultur oder Stauseen zu vernichten. Übertreiben darf man natürlich auch hier nicht, denn eine gewisse Entwicklung gehört zur Natur und Kultur dazu.

    „Denkmalschutz“ ist die nächste Stufe, aber da geht es nur noch um den Erhalt kultureller Leistungen.

    In der Propaganda werden diese grundverschiedenen Begriffe aber schon manchmal gleichwertig verwendet; es kommt dann wohl mehr auf die großzügig-karitative und mildtätig-militante Idee des „Schutzes“ als solche an, egal was und wie man nun schützen will. „Klimaschutz“ ist schon so eine ganz dubiose Variante davon.

  13. Zum Thema ein „passender“ Artikel von Welt-Online:

    http://www.welt.de/wissenschaft/article106226580/Antarktisches-Schelfeis-schmilzt-von-oben-und-unten.html

    Allmählich fällt den AGW-Klerikern nichts Neues mehr ein 🙂

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