Basler Zeitung: IPCC Forscher sind ehrlich – auf eine Art und Weise, wie sie am Hof von Dschingis Khan gut angekommen wäre

29. September 2013 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Politik, Wissenschaft

BaZ_App_LogoDass eine Berichterstattung über die am Freitag der Öffentlichkeit vorgestellte Zusammenfassung für Entscheidungsträger (Summary fore Policymakers, SPM) auch anders aussehen kann, als im Großteil der Medien hierzulande, zeigt der folgende Beitrag der Basler Zeitung. In seinem Kommentar spricht Chefredakteur Markus Somm all jene Punkte an, die in Deutschland bisweilen in Internetforen und Blogs diskutiert werden, in den Mainstream-Medien jedoch kaum Thema sind. Im folgenden einige Auszüge mit der Empfehlung, den Kommentar auf der Internetseite der Basler Zeitung in Gänze zu lesen:#

Unsicherheit in einer unsicheren Welt
Wie und wann erwärmt sich die Erde? Wahrscheinlich, sehr wahrscheinlich oder bald. Ein Kommentar zum Leiden an der Prognose.

(…) Wenn dieses «Summary for Policymakers» etwas auszeichnet, dann eine unerreichte Eleganz darin, wie man Wahrscheinlichkeit, Vorhersage und Zweifel in allen Nuancen ausdrückt – damit einen später, dieser Verdacht stellt sich ein, niemand zur Rechenschaft ziehen kann. Es wirkt defensiv. Es ist ein Meisterwerk der dosierten Prophezeiung. Wäre Moses so vorgegangen: er hätte keinen Juden davon überzeugt, Ägypten zu verlassen, um sich ins gelobte Land aufzumachen. In keinem Papier der Wissenschaft oder der Politik habe ich je so oft das Wort «wahrscheinlich» oder «unwahrscheinlich» gelesen.

(…) Seit fünfzehn Jahren hat sich die Erde so gut wie nicht mehr erwärmt, was allen Prognosen der ­Klimaforschung zuwiderläuft. Das hätte nicht geschehen dürfen. Diese unangenehme Tatsache hat manchem Klimaforscher den Boden unter den Füssen weggezogen, auch wenn er so tut, als ob er aufrecht stünde. Was tun? Offenbar hat die Ver­unsicherung derart um sich gegriffen, dass einige Leute in Stockholm ernsthaft verlangten, im Summary schlicht nicht darauf einzugehen, dass die Temperaturen sich von 1998 bis 2012 kaum mehr erhöht haben. Für Wissenschaftler ein Fiasko: Weil sich empirische Daten nicht der gängigen These fügen, verschweigt man sie.

(…) Sie sind ehrlich – auf eine Art und Weise, wie sie am Hof von Dschingis Khan gut angekommen wäre: Lerne zu sprechen, ohne etwas zu sagen. Sie schreiben: «Infolge von natürlichen Schwankungen kommt es bei Trends, die nur über kurze Zeiträume beobachtet werden, sehr auf den Anfang und das Ende dieser Perioden an, weshalb sie nicht den langfristigen Trends entsprechen. So ist zum Beispiel die Wachstumsrate der vergangenen 15 Jahre (1998 bis 2012) 0,05 Grad Celsius pro Jahrzehnt, eine Periode, welche mit einem starken El Niño einsetzte, kleiner als die Rate von 1951 bis 2012 (0,12 Grad Celsius pro Jahrzehnt).»

(…) Im neuesten Bericht des IPCC schwächen die Wissenschaftler im Übrigen auch ihre langfristigen Vorhersagen spürbar ab. Zum ersten Mal. Vielleicht nicht zum letzten Mal.

Hier den kompletten Kommentar lesen.

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2 Kommentare
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  1. Man muss allerdings auch erwähnen, dass die Berichterstattung über den neuen IPCC-Report mittlerweile auch in Deutschland um einiges ausgewogener ist, als das noch vor 6 Jahren der Fall war. Axel Bojanowski vom Spiegel etwa hat mit seinen Berichten über die Konferenz in Stockholm und über den Versuch der deutschen Delegation, die 15 Jahre Stillstand verschwinden zu lassen, wirklich hervorragende journalistische Arbeit geleistet.

    Und auch Ulli Kulke von der Welt ist als ein Journalist zu nennen, der die Entwicklung der Klimawissenschaft und -politik in den letzten Jahren immer kritisch und mit wachem Auge verfolgt hat. Sein jüngster Artikel ist ebenfalls sehr zu empfehlen:

    Erderwärmung
    Der Weltklimarat ist unglaubwürdig geworden

    (…) Gerade der neue Klimabericht und die Diskussion darüber zeigen, wie der oft falsche Alarm aus der Forschung über die Medien in die Öffentlichkeit gelangt: Die Forscher des IPCC stellen endlich fest, dass sich die Erde in den letzten eineinhalb Jahrzehnten nicht mehr erwärmt hat.

    Ebenso, dass die Wirksamkeit des Kohlendioxids womöglich doch geringer als angenommen sei, dass natürliche Schwankungen unterschätzt worden sein könnten und dass man in mehreren Regionen festgestellt habe, dass es im Mittelalter, vor der „Kleinen Eiszeit“ schon einmal so warm war, ganz ohne menschengemachte Treibhausgase.

    Und wie lautet das Fazit? Man sei sich nun noch sicherer als 2007, heißt es zusammenfassend in dem Papier, dass der Mensch der Hauptverantwortliche für die Erderwärmung sei. Und die Vorsitzende der Klimarahmenkonvention der UN, Christiana Figueres, resümiert allen Ernstes, der Klimawandel schreite derzeit schneller und stärker voran als erwartet – nach fünfzehn Jahren ohne Erderwärmung.

  2. Die Erde ist eine Scheibe und der Papst ist immer noch katholisch. US-Soldaten lieben weltweit den Frieden und Geldverleiher sind alle koscher. Die Prophezeiungen des Club of Rome sind alle genauso präzise eingetroffen wie die Prophezeiungen des IPCC. Es gibt kein Erdgas mehr, kein Erdöl und sämtliches Kohlendioxid befindet sich in unterirdischen Lagern und gefährdet weltweit die Reinheit von Grundwasser. Lasst uns darauf ein Glas erheben, angefüllt Quellwasser, das nachträglich mit Kohlensäure angereichert wurde.

    … und so weiter und so fort …

    Neuerdings schreibt Jenny über dumme Menschen. Ob das hilft?

    Hans Kolpak
    Goldige Zeiten

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