Bio tötet – diesmal in Afrika

19. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Gesundheit, Ökologismus

In Afrika sterben Kinder, damit in Deutschen Reformhäusern die Regale gut gefüllt sind. Das schreibt die Autorin Laura Koch heute auf Spiegel Online unter der Überschrift „Wie die Malaria-Wunderwaffe Bauern in die Armut treibt“.

Zugegeben, sie drückt sich etwas anders aus. Bei ihr klingt das Ganze so:

Von Mücken übertragene Malaria tötet täglich Hunderte Menschen in Uganda – deswegen setzt die Regierung auf das Insektengift DDT. Doch der Pestizid-Einsatz hat gravierende Folgen für die Landbevölkerung: Lieferanten von Bio-Produkten können ihre Ware nicht mehr verkaufen, ihnen droht bittere Armut.

Schon bei diesen den Artikel einleitenden Worten stellen sich zwei grundsätzliche Fragen. Erstens: Ist der Anbau von Bio-Produkten die einzige Möglichkeit für Bauern in Uganda, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten? Und zweitens: Wenn durch den Einsatz von DDT täglich hunderte Menschen vor dem Tod durch Malaria gerettet werden können, wie viele Ugander sollten wir bereit sein dafür zu opfern, dass in dem Land einige Bauern nach den Richtlinien europäischer und US-amerikanischer Bio-Verbände Nahrungsmittel produzieren können? Nebenbei bemerkt: Bei der Hälfte der Malariatoten handelt es sich um kleine Kinder.

Der Sündenfall der Ökobewegung
In aufgeklärten Kreisen gilt das seit Beginn der 60er Jahre von Umweltschutzverbänden und Regierungsorganisationen durchgesetzte DDT-Verbot als der Sündenfall der Öko-Bewegung. Dabei war spätestens Anfang der 70er klar, dass die Horrorgeschichten, welche man mit DDT in Zusammenhang brachte, keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhielten. Nichtsdestotrotz wurde ein weltweites Verbot der Substanz angestrebt und mit entsprechendem politischen und wirtschaftlichem Druck durchgesetzt.

Man kann den massiven Einsatz von DDT in der Landwirtschaft, der in den 60er Jahren stattgefunden hat, zu Recht kritisieren. Aus dieser Zeit stammen nach wie vor die Rückstände, welche man sogar im Fettgewebe von Tieren in der Arktis und Antarktis nachweisen kann. Diese Zeiten sind allerdings längst passé. Für den Einsatz in der Landwirtschaft hat man längst Ersatzstoffe gefunden, welche deutlich wirksamer sind und viel schneller abgebaut werden.

Wunderwaffe DDT
Bei der Bekämpfung der Anophelesmücke, dem Hauptüberträger von Malaria, liegt der Fall anders. Hier stellt DDT nach wie vor die wirksamste und zugleich kostengünstigste Waffe gegen die Seuche dar. Und das mit weit geringeren Mengen, als es beim Einsatz als Pflanzenschutzmittel üblich war. Hier genügt es, lediglich die Wände der Häuser in Risikogebieten zwei mal im Jahr mit einer winzigen Menge DDT zu besprühen. Mücken die sich auf diesen Wänden niederlassen sterben umgehend.

Selbstverständlich existieren bei der Malariabekämpfung auch alternativen zum Einsatz von DDT. Nur ist keine davon so wirksam wie DDT, und was in völlig verarmten Ländern in Afrika noch deutlich schwerer wiegt, keines ist so kostengünstig. Moskitonetze, welche von Spendenorganisationen und Umweltschutzgruppen immer wieder propagiert werden, funktionieren nur wenn sie richtig eingesetzt werden, völlig intakt sind, und auch nur während man darunter schläft. Wer sich ab Beginn der Dämmerung in ansonsten ungeschützten Häusern aufhält muss trotzdem mit dem Risiko einer tödlichen Infektion leben. Karbamate wirken ähnlich gut wie DDT, sind allerdings vier-bis sechsmal so teuer nd müssen deutlich häufiger versprüht werden. Organophosphate können aufgrund ihrer Gefährlichkeit nicht in Häusern und Wohnungen versprüht werden. Und die häufig als neue Wunderwaffe gegen Malaria genannten synthetischen Pyrethroide erweisen sich als deutlich weniger wirkungsvoll.

Öko Imperialismus
Um es noch einmal klarzustellen. Beim Einsatz von DDT zur Bekämpfung von Malaria wird der Stoff nicht großräumig in der Landschaft versprüht, sondern äußerst gezielt und in sehr geringen Mengen eingesetzt. In sämtlichen Ländern, in denen DDT eingesetzt wurde, gingen die Zahlen der an Malaria Erkrankten deutlich zurück. Viele Länder, die sich dem Druck der Spendenorganisationen und Regierungen der westlichen Länder gebeugt haben, erlebten daraufhin eine erneute Explosion der Zahl der Erkrankten und Toten.

Vor diesem Hintergrund ist die Forderung eines DDT Verbotes, damit in den für satte westliche Länder hergestellten Bio-Produkten diese Substanz auch im Ultraspurenbereich nicht nachweisbar ist, besonders widerlich. Wir sind in unserem Wohlstand offensichtlich bereit, den vermeidbaren Tod von Millionen Menschen in kauf zu nehmen. Und das nur, um uns vor äußerst hypothetischen Gefahren zu schützen. Das ist Öko-Imperialismus in Reinform!

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48 Kommentare
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  1. die pro-DDT Kampagne lebt noch 🙂

  2. @ random

    die pro-DDT Kampagne lebt noch

    Und möge sie niemals sterben, zumindest nicht bis ein vergleichbar wirksames oder besseres Mittel gegen Malaria verfügbar ist.

  3. In der Tat ist dieser Artikel bei Spiegel Online der Gipfel der Bigotterie. Ich befürchte nur, es ist der Autorin selbst nicht einmal klar, was sie da geschrieben hat.

  4. Was spricht, im Rahmen einer freien Marktwirtschaft, gegen den Handel mit rituell erzeugten Waren?

  5. Für Bio-Ware muss endlich eine Kennzeichnungspflicht gelten. In letzter Zeit haben Gemüsehändler wiederholt versucht, Bio-Gemüse ohne den entsprechenden Warnhinweis zu verkaufen.

    BiogefährDUNG:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Biogef%C3%A4hrdung

    Nach dem Lesen dieses Artikels wird klar, dass zuweilen auch noch das Unfair-Trade-Zeichen ran muss.

  6. Ein schönes arte-Video, was dokumentiert, wie die Verteufelung von DDT in den 1950er-Jahren entstanden ist:

  7. Ich bin gerade auf einen Artikel gestoßen, da findet sich ein Ausspruch der an Menschenverachtung kaum zu überteffen ist:

    Alexander King war lange Zeit Wissenschaftsdirektor der OECD und einer der höchsten Funktionäre im politischen Führungsstab der NATO. Er bekannte in seinem autobiographischen Werk „Die Disziplin der Neugier“, das 1990 auf englisch bei Elsevier erschienen ist, freimütig, er sei es gewesen, der die Englische Regierung zu Beginn des Krieges auf die Schweizer Erfindung aufmerksam gemacht habe, die sich während des Krieges so hervorragend bewährt hat Er fährt dann fort: „Bei mir meldeten sich erst Zweifel an, als man DDT auch im zivilen Leben einzusetzen begann. In Guayana gelang es damit, in nur fast 2 Jahren die Malaria restlos auszurotten. In der gleichen Zeitverdoppelte sich dort die Geburtenzahl.“ Was konnte daran zweifelhaft sein? Lesen wir bei King weiter: „Rückblickend werfe ich hauptsächlich DDT vor, daß es einen großen Beitrag zum Übervölkerungsproblem geleistet hat.“

    OT:
    Wer die gerne tropische Länder bereist, gerade abseits von Touristenpfaden, findet bei Nick Polak ausgezeichnete Hinweise für die Praxis, auch was Malaria betrifft. (Einfach bei Medizinisches klicken).

  8. die pro-DDT Kampagne lebt noch

    Jaja, gehts den fettbäuchigen Europäer/Amerikaner an sein ökologisch wertlosen Bio-Frass, dann flippt er regelmäßig aus, wenn DDT im Spiel ist.

    Wat macht man, wenn man keine Ahnung hat…….man guckt bei Wikipedia vorbei…….für mich als Nicht-Chemiker sieht der dortige Artikel auch recht anständig aus.

    Einer der ersten großen Einsätze von DDT war zur Läusebekämpfung bei einer Typhus-Epidemie, die 1943/44 in Neapel ausgebrochen war. Durch eine systematische und konsequente Bekämpfung der krankeitsübertragenden Läuse mit Pyrethrum und DDT konnte die Seuche eingedämmt werden. Mit Hilfe eines damals neuen Verfahrens konnten große Teile der Bevölkerung rasch entlaust werden; dabei wurde das Insektenpulver mit einem Pulverzerstäuber am Kragen zwischen die Lagen der Kleidung geblasen.[6] Die Presse schrieb den Erfolg hauptsächlich DDT zu, es galt fortan als „Wundermittel“ gegen insektenübertragene Krankheiten.[7]

    Nur mal als Beispiel……viele andere Anwedungsfälle zeigen die durchaus nützliche Wirkung dieses Zeuchs.
    Die Dosis macht das Gift, eine zeitlang wurde DDT in derart hohen Mengen in die Umwelt gebracht, das sich eine negative Wirkung einstellen musste.
    Selbst eine Überdosis H2O kann tödlich sein, nur mal als saudummes Beispiel für esotherische Angsthasen.

    Dat eigentlich wirklich perverse an den afrikanischen Zuständen liegen wo anders, falls jemand den Spiegel-Artikel wirklich gelesen hat.

    Als eine der ersten Firmen hatten die Niederländer das Exportpotential der Ökoprodukte aus Ostafrika entdeckt und vermarktet.

    Erst schaffen Öko-Besudelte einen Markt für Bio-Nahrungsmittel………..wo halb Afrika am Hungertuch nagt und dann zieht man wegen geringsten DDT-Anteilen ganz schnell wieder seinen Bio-Arsch aus der Kampflinie.
    Blöderweise enthält der Spiegel-Artikel keinerlei Konzentrationsangaben um überhaupt das Mass der „Verseuchung“ abschätzen zu können.
    Der selbe Schwachsinn wie damals beim Dioxin…………oder erst kürzlich die pöse Atomstrahlung aus Fukushima, die uns Deutsche zu Panikkäufen bei Geiger-Zähler und Jod-Tabletten animiert hatte.

    Gerade die Niederländer aber überschwemmen Afrika mit billigen, subventionierten Agraprodukten und vernichten damit reihenweise örtliche Bauern, die nicht mit ihrer Anbaupraxis zu diesen niedrigen Preisen marktfähig sind.

    Halb Afrika hungert sich zu Tode oder verreckt an Malaria……..eine moderne Art an Kollonialgebahren europäischer und amerkanischer Länder, die hier das eigentlich wirkliche Problem sind.

    Am Ende zählt eh bloss der Spruch vom „Club of Rome“……….Grenzen des Wachstums……….und dat gibt eh viel zu viel Neger Schwarzafrikaner, da können ruhig ein paar Millionen wegsterben, gelle.

    Jedenfalls ist das ein weiterer Grund für mich, den Bio-Frass noch mehr zu meiden als ich es jetzt schon tue, ick will mich nicht auch noch als Mörder fühlen müssen, dem sein Essen mehr Wert ist als das Leben afrikanischer Kinder.

    Und wenn man dann in den schnöden Alltag des fettbäuchigen deutschen Wohlstandsbürgers in seiner klinisch reinen Behausung guckt, dann blitzt es nur deshalb so Bakterien-Frei, weil man jede Menge Chemie in seiner eigenen Behausung verballert.

    Ach was reg ich mich überhaupt auf, den angstschlotternden Deutsche ist eh nicht mehr zu helfen…………….ich gloobe, Windeln für Erwachsene wird mal der Renner auf´n Markt………..so oft wie wir uns bei jeder Kleinigkeit in die Buchsen machen.

    Onkel Heinz………..bekennender Bio-Frass-Verweigerer

  9. Hi Rudolf -- good report.
    If you wish, I could put this up at NTZ in English.

    [Hi Pierre. You are very welcome!]

  10. Hi Rudolf

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinen gelungenen Artikel………der sprengt ja gerade die Besucherzahlen.
    (Hab mal in die Statistiken gelunscht).

    Onkel Heinz…….ein Stück weit stolz auf Dich 🙂

  11. @ RK 😉

    Auch von mir, gratulasjon „kompis“ .

  12. (Beim ersten Versuch ist der Kommentar offenbar verschütt gegangen, ich versuchs nochmal.)

    „Nichtsdestotrotz wurde ein weltweites Verbot der Substanz angestrebt und mit entsprechendem politischen und wirtschaftlichem Druck durchgesetzt.“

    Wenn ich dem Wikipedia-Artikel glauben schenken darf, ist diese Aussage falsch, siehe:

    „Bei der Malariabekämpfung blieben die Verwendung von DDT und anderen Organochlorpestiziden auch nach Ende des Ausrottungsprogramms 1972 Standard.“

    „Die Stockholmer Konvention vom Mai 2001, die im Mai 2004 in Kraft trat, beschränkt den Einsatz von DDT auf die Bekämpfung krankheitsübertragender Insekten (Vektoren).“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Dichlordiphenyltrichlorethan

    Kannst Du vielleicht die Quellen angeben, aus denen Du die gegenteilige Aussage beziehst?

  13. @ Heinz Eng

    Herzlichen Glückwunsch zu Deinen gelungenen Artikel………der sprengt ja gerade die Besucherzahlen.
    (Hab mal in die Statistiken gelunscht).

    Dat licht bestümmt ´n büschen hier ´dran und weiler ja auch gut iss, nich? 🙂

  14. Now at NoTricksZone in English!

    I have just red your great translation. Excellent work, many thanks!

    Rudolf Kipp

  15. Vielen Dank an Pierre Gosselin für die absolut gelungene Übersetzung meines Artikels!

    Ich empfehle allen Lesern, die ein Bild gewinnen möchten wie ein in Deutschland lebender Amerikaner den Zustand der Deutschen vor allem in Bezug auf Klimathemen beurteilt, regelmäßig seinen Blog NoTricksZone zu besuchen.

    Callous Der Spiegel: Organic Food Business More Important Than The Lives Of Millions Of Africans

  16. @ Hein Eng und Karl Rannseyer

    Besten Dank für die Blumen. David Harnasch ist über Facebook auf den Artikel aufmerksam geworden. Ich fange an das Medium zu mögen.

  17. @ Xbg

    “Nichtsdestotrotz wurde ein weltweites Verbot der Substanz angestrebt und mit entsprechendem politischen und wirtschaftlichem Druck durchgesetzt.”
    Wenn ich dem Wikipedia-Artikel glauben schenken darf, ist diese Aussage falsch, siehe: …“

    Ok,

    „EPA-Administrator William D. Ruckelshaus verkündete dennoch am 14. Juni 1972 ein Verbot der Ausbringung von DDT in der Landwirtschaft, das nach sechs Monaten in Kraft treten sollte.

    „Als erstes europäisches Land verbot Schweden mit Wirkung zum 1. Januar 1970 die Verwendung von DDT. Im Frühjahr 1970 beschränkte die Eidgenössische Forschungsanstalt Wädenswil den Einsatz von DDT auf elf Insektenarten. Eine Diskussion in Politik und Medien war erst ein Jahr später, im Frühjahr 1971, in Gang gekommen. In der Schweiz war ab Januar 1972 die Verwendung in der Landwirtschaft nicht mehr zulässig. Mit Inkrafttreten des eidgenössischen Giftgesetzes am 1. April 1972 wurden dort auch alle anderen Anwendungen von DDT verboten. Die Regierung der Bundesrepublik Deutschland erklärte im Sommer 1971, sie beabsichtige den Einsatz von DDT zu verbieten. Daraufhin wurde mit dem DDT-Gesetz ein Ausbringungsverbot ausgearbeitet und im August 1972 verabschiedet.[8] Herstellung und Vertrieb von DDT sind in der Bundesrepublik Deutschland seit dem 1. Juli 1977 verboten.[16] In Österreich wurde DDT in der Folgezeit nur noch wenig verwendet, aber erst 1992 verboten.[17]“

    und um auch ja alle anderen auf Linie zu bringen

    „Im Frühjahr 1968 untersagten die USA und Kanada die Einfuhr von Käse aus der Schweiz, weil er die Höchstgehalte an Lindan, Dieldrin und DDT überschritt.“

    Wie Sie richtig bemerkten ist ein Einsatz von DDT zur Bekämpfung von Krankheitsüberträgern laut Stockholmer Konvention erlaubt.
    Aber wenn die Wünsche der westlichen Welt und die seiner dekadenten Grünbeseelten Gutmenschen nach BIO-besiegelten Südfrüchten mit dem Lebensrecht und dem Recht der Afrikanischen Menschen auf gesundheitliche Unversehrtheit kollidiert, man dem Bauern also das versprühen von DDT auf seine Hauswände verbietet weil sonst die BIO-Produkte eventuell möglicherweise mit DDT kontaminiert werden könnten, dann kommt dies einem wirtschaftlich erzwungenem Verbot gleich! Und bedeutet letztlich nur eine weitere Form des Kolonialismus.
    Nach dem lesen des obigen Artikels sollten Sie das eigentlich verstanden haben.

  18. Vorab mal meinen Dank an den Autor für den Versuch diese Thema vorurteilsfrei aufgegriffen zu haben. In diesem Zusammenhang möchte ich auf einen Neuerscheinung von Dr. Donald Roberts und seines Koautors Richard Tren hinweisen, wobei Dr. Roberts den eigentlichen Grund der Anti-DDT Kampagne eindeutig als „Bevölkerungskontrolle“ definiert.

    Es bleibt zu hoffen daß dies zu einer weiter Strophe führt, die den Abgesang der Öko-Khmer beschleunigen, bis das präventiv wirkende DDT wieder akzeptiert… Für die Zwischenzeit schlage ich diese nachhaltige Lösung vor.

    mfg

  19. Achso, in diesem Beitrag wird also das Verbot von DDT in der Landwirtschaft beklagt. Das hat aber überhaupt nichts mit dem Einsatz von DDT zur Malaria-Bekämpfung zu tun hat, wofür es kein Verbot gibt. Der Autor beklagt also ein Verbot, welches völlig irrelevant für das Thema dieses Artikels ist. Hinterläßt schonmal nicht den besten Eindruck, dass der Autor im Artikel nicht in der Lage ist, das überhaupt differenziert darzustellen.

    Zur Erklärung wird dann auf das BIO-Siegel verwiesen. Potentiell belastete Produkte können nicht als BIO verkauft werden, richtig, aber das hat nichts mit einem Verbot zu tun. Einerseits hält man also BIO für sowieso überflüssigen Gutmenschenkram, aber beschwert sich plötzlich, wenn jemand etwas nicht als BIO verkaufen kann? Das paßt doch irgendwie nicht zusammen. Wenn der konventionelle Weltmarkt so toll ist, wie es die Apologeten des freien Marktes verkünden, sollte es doch kein Problem sein, wenn jemand dort seine Produkte verkauft, oder nicht? Wozu braucht man dann plötzlich Bio? Das passt doch vorn und hinten nicht zusammen.

    Das Problem ist dann also, dass der Markt diesen Produkten weniger Wert zuweist, weil es Geld kostet, sie zu testen. Tja, da kann man vielleicht mal drüber nachdenken, ob der freie Markt wirklich immer alle Probleme alleine regeln kann oder ob er nicht auch ziemlich ungerecht Verlierer erzeugt. Und ob man das nicht mit Subventionen für Tests o.ä. ausgleichen müsste.

  20. @ xbg

    Lieber xbg,
    ich entschuldige mich, wußte nicht das Sie an Legasthenie leiden. Tut mir leid, vieleicht finden Sie ja jemanden der Ihnen den Artikel phonologisch erklärt.
    Nochmals, ich bitte um Entschuldigung.

  21. @ Karl Rannseyer,

    man will ja gar nicht lesen, was hier geschrieben steht und dem kaum noch etwas hinzuzufügen ist. Man öffnet mit lautem Rums die Tür und plärrt seine Verse aus dem Agitations-Katechismus, getreu dem Motto, Schuld haben immer die Anderen, und die sind auch seit Urzeiten bekannt und heißen Profit, Gier, Mammon, Weiter so etc. Das eigentlich als skandalös beurteilte Hauptanliegen des Artikels soll nun in einer Nebendiskussion um industrielle Landwirtschaft, Pestizide, Monsanto usw. erstickt werden. Es ist doch immer wieder das selbe Aha-Erlebnis mit diesen Gesellen.

    Öko ist und bleibt elitär und wer einmal zur Gutmenschen-Elite gehört will für immer dort bleiben. Jedoch sind die Plätze verdammt knapp und zunehmend heiß umkämpft.

    Beste Grüße B.

  22. @ xbg

    In der Tat halte ich „Bio“ für überflüssigen Gutmenschenkram. Bio ist teuer, verbraucht mehr Fläche, erlaubt nur Uraltpestizide und der Einsatz von Antibiotika ist entgegen der Beteuerungen der Branche häufig höher als in der konventionellen Landwirtschaft. Aber das nur am Rande.

    Dass DDT in der Landwirtschaft verboten ist begrüße ich. Schließlich gibt es schon seit Ewigkeiten Pestizide die wirkungsvoller, besser abbaubar und weniger giftig sind. Was dazu führt dass selbst wenn man heute DDT wieder für solche Zwecke zulassen würde, der Einsatz als landwirtschaftliches Pestizid kaum lohnend wäre.

    Anders liegt der Fall bei der Malariabekämpfung. Hier ist DDT in vielen Fällen das wirksamste, und was für viele Länder Afrikas ganz entscheidend ist, das mit Abstand günstigste Mittel. Hier bedeutet ein Verbot, dass viele hunderttausend Menschen sterben und durch millionenfache Erkrankungen ganze Landstriche in noch größere Armut getrieben werden. Das Perfide daran ist, dass es nicht einmal eines konkret ausgesprochenen Verbotes bedarf. Häufig wurden und werden die Länder in Afrika von den westlichen Abnehmern ihrer Agrarprodukte gezwungen, auf den Einsatz von DDT komplett zu verzichten. Das Betraf übrigen nicht immer nur Bio-Produkte, sondern auch solche, die konventionell hergestellt wurden.

  23. @ Rudolf Kipp:

    Wenn BIO ein so schlechtes System ist, dann kann der Bauer ja froh sein, endlich davon losgekommen zu sein und der BIO-Händler hat dem Bauern damit also eher den Gefallen getan, ihn aus der BIO-Knechtschaft freizugeben. Verstehe ich das richtig?

    Ansonsten kommen wir der Differenzierung von Verbot und Marktmechanismen langsam näher. Ich habe mir ja im Grunde nur eine korrekte Darstellung im Artikel gewünscht. Denn ich stimme natürlich überein, dass es ziemlich ungerecht ist, den Bauern ihre Produkte nur noch zu einem geringeren Preis abzukaufen. Und es sind ja sicher bei weitem nicht die einzigen Ungerechtigkeiten, die passieren. Aber die Frage ist doch, welche Möglichkeiten hat man in einer radikal freien Marktwirtschaft, darauf zu reagieren. Und wenn man dann sieht, dass man überhaupt nichts an der Situation ändern kann, weil wiederum Subventionen verboten sind, dann ist das schon ziemlich blöd, oder?

  24. @ xbg

    Nein, der Punkt den Sie anführen ist mit Verlaub gesagt, Blödsinn. Bio treibt nicht die Produzenten in die Knechtschaft. Die können sich meist frei entscheiden ob Sie lieber Bio oder Konventionell anbauen wollen. Es gibt ja auch in Afrika nicht nur Biobauern. Die sind auch da in der Minderheit.

    Und es ist auch völlig unerheblich für viele Betroffene, ob den Menschen in Afrika der Einsatz von DDT formaljuristisch erlaubt ist, und auch einige Länder in Afrika heute DDT einsetzen und damit viele hunderttausend Menschenleben retten. Es wird nach wie vor von westlichen Staaten in vielen Ländern Afrikas versucht ein quasi Verbot durchzusetzen. Genau das beschreibt der Spiegel-Artikel doch.

    Zum Erhalt eines nicht übermäßig bedeutendem Wirtschaftszweiges, nämlich der Biolandwirtschaft in Afrika, werden von der Branche Millionen Tote durch Malaria in Kauf genommen. Und noch deutlich höher als die Zahl der Toten ist die Zahl der Erkrankten, die oft auch nach überwundener Malaria nie wieder arbeiten können. Durch den immensen wirtschaftlichen Schaden verarmen die betroffenen Regionen noch mehr.

    Ganz perfide finde ich dabei, dass diejenigen die die Regeln dafür aufstellen, dass in Bio-Nahrung nicht einmal hypothetisch eine Ultraspur DDT enthalten darf, mit der Situation in den betroffenen Ländern nicht das Geringste zu tun haben. Für die Beruhigung einer eingebildeten Gefährdung von satten gesunden Menschen in sehr wohlhabenden Teilen der Erde werden ganz reale Millionen Tote in Kauf genommen. Die Hälfte davon Kinder.

    Ganz genau darum geht es in dem Artikel. Die Toten wird es herzlich wenig interessieren ob sie sterben mussten weil ihr Land sich durch internationale Verträge dazu hat nötigen lassen auf DDT zu verzichten, oder ob sie von Bio-Organisation dazu gezwungen wurden.

  25. @Rudolf

    Durch den immensen wirtschaftlichen Schaden verarmen die betroffenen Regionen noch mehr.

    Macht doch nüscht, kann man doch alle mit billigen Frass aus Europa und Amerika mittels „Entwicklungshilfeorganisationen“ durchfuttern.
    Diese werben dann mittels hungrig dreinblickenden „Neger-Kindern“ mit Wasserbäuchen pünktlich zu Weihnachten um Spenden……damit ihr Laden auch in Zukunft weiter läuft wie geschmiert.
    Der WWF fährt die selbe Masche…….nur mit traurig dreinblickenden Tigern……………wat ja dann auch 500 Millionen einbringen tut.

    Wat juckt dat unsere DDT-Verächter………Hauptsache ihr afrikanisches Obst ist schön frei von dem Zeuch……..dat Blut das dran klebt is ja auch Bio…………….und kann ganz toll abgewaschen werden.

    Tja……..und wenn dann der fettgefressene Öko-Fuzzi Falten im Gesicht bekommt, lässt er sich dann mit Nervengift (Botox) die Hackfresse glätten………….ganz bewusst…….da stört ihn dat nicht im geringsten, mit einer toxischen Substanz in Berührung zu kommen.

    Die Welt ist bekloppt…………..und manche merken in ihren Öko-Wahn nich, das Sie die Spitze dieser speziellen Gattung sind.

    Naja………sind ja bloss Schwarze, die da verrecken………is ja weit wech………..wir brauchen das Geld dringender für den „Kampf gegen Rechts“……weil die Nazis ja so dolle Rassisten sind.

    Onkel Heinz…….. Schizophrenie in höchster Vollendung

  26. @Onkel Heinz:

    „Naja………sind ja bloss Schwarze, die da verrecken………is ja weit wech………..“

    Warum diskutieren Sie den Punkt „Egoismus“ nicht lieber mit Anhängern des Wirtschaftsliberalismus a la Adam Smith? Die sind der Meinung, der Egoismus des Einzelnen führe zum Wohlstand für alle, keine weitere Steuerung vonnöten. Dazu kann ich nicht viel beitragen, da die Überhöhung des Eigennutzes nicht meine Ideologie ist. Aber vielleicht kann ihnen David Harnasch in der Frage weiterhelfen.

    @Rudolf Kipp:

    Ich schreib nochmal was dazu, aber jetzt ist erstmal Wochenende.

  27. @ xbg #19

    Achso, in diesem Beitrag wird also das Verbot von DDT in der Landwirtschaft beklagt.

    Wie kommen Sie denn auf dieses dünne Brett?
    Es geht hier nicht um den Einsatz von DDT in der Landwirtschaft, ein so gearteter Einsatz ist längst passé. Hier wird thematisiert, welche Folgen es für in der Landwirtschat tätige Menschen und deren Kinder hat, wenn sie es wagen, entgegen der Doktrin durchgeknallter Bio-Konsumenten, sich und ihre Kinder vor der Malaria zu schützen oder sich schützen zu lassen.
    Auch das fragwürdige Verhalten dieses Bio-Unternehmers, ist indirekt Gegenstand dieses Artikels. Denn die Scheinheiligkeit dieses Unternehmers ist wohl kaum zu überbieten. Allein die vage Möglichkeit, dass die Produkte, die er für teures Geld und riesiger Verdienstspanne in Bio-Läden verhökert, eventuell, vielleicht, minimal und völlig irrelevant kontaminiert sein könnten, veranlasst ihn die Bauern ihrer Existenz zu berauben. Dabei übersieht er offensichtlich, dass die Produkte auf dem Transport von Uganda bis zum Verbraucher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mit ganz anderen und für den Menschen weitaus gefährlicheren Giften in Berührung kommen. Oder glaubt irgendjemand wirklich, dass die zum Transport verwendeten Container, Kisten, Säcke, Schiffe oder Flugzeuge frei von irgendwelchen Insektiziden, Fungiziden oder sonstigen „Giften“ sind. Gerade im Transportgewerbe wird gespritzt und besprüht auf „Teufel komm raus“.
    Aber nee, ausgerechnet an der Stelle, von der die geringste Gefahr ausgeht, wird mal wieder der Knüppel des ewigen Kolonialherren hervorgeholt.

    Dem Moosgeist ist jetzt sauübel….er muss kotzen

  28. @ xbg #26

    Meinen Sie das ernst? Auch wenn es wie im vorliegenden Fall ganz klar ist, dass die grüne Ideologie Menschen ins Elend treiben kann, müssen doch irgendwie die „Wirtschaftsliberalen“ schuld sein? Weil die Ökos doch schießlich nur Gutes wollen? Ihr Kommentar lässt sehr tief blicken…

  29. @ Rudolf Kipp 28:

    Nein, eigentlich wollte ich damit nur den Widerspruch zwischen der Aussage von Onkel Heinz und den wirtschaftsliberalen Thesen deutlich machen. Ob Eigennutz am Tod von Menschen schuld ist oder ob Eigennutz immer zum Wohler aller ist -- nun, das sollen die doch bitte untereinander ausdiskutieren. Das ist nicht meine Diskussion.

    Also, ich will die ganze Geschichte nochmal anders aufrollen. BIO schaffte es, Menschen zu bescheidenem Wohlstand zu verhelfen, was der normale Markt offenbar nicht geschafft hat. Das ist schonmal bemerkenswert. Dann wird zwangsweise DDT ausgebraucht, um Malaria zu bekämpfen -- obwohl klar ist, dass die Bauern ihre Bio-Verträge damit nicht einhalten können, obwohl es laut Artikel zu „messbar höheren Risiko von Missbildungen“ kommt und obwohl die Effizienz dieser Methode sinkt, weil die Mücken zunehmend Resistenzen bilden. Nur, weil es die billigste Methode ist! Das ist schon zynisch, dass man an dieser Stelle Geld sparen möchte. Aber sind ja nur Afrikaner!
    Und was ist schuld am schlechten Image von DDT? Der exzessive Einsatz vor einigen Jahrzehnten. Wäre man damit maßvoll umgegangen, dann wären die Akzeptanz in solchen Ausnahmefällen, wie dem geschilderten, vielleicht höher.

    Man sieht, die ganze Geschichte ist zu komplex, um sie in einfache Weltbilder zu pressen.

  30. @ xbg

    Was Sie hier von sich geben, ist eigentlich nur peinlich.

  31. Es gab mal eine Zeit, da wären Südfrüchte für 17 Millionen Deutsche ein Luxusgut……und so manch Frucht sogar völlig unbekannt.
    Nun können wir diese Früchte fast täglich in ausreichender Auswahl in jeden schnöden Supermarkt einkaufen.
    Nun reicht uns das aber wieder nicht, wir wollen Bio…….. und denken in unseren Esotherik-Wahn, das dieses Obst komplett frei ist von jeglichen Schadstoffen ist, wir wollen ja mal später Gesund sterben.

    In der Tat ist nicht mehr Gift drauf wie früher, nur unsere Analysetechnik ist dermassen fortgeschritten, das man schon die kleinsten Spuren finden kann.
    So auch Greenpeace, die ja regelmäßig die Panik schüren muss, damit die Spendengelder weiter fließen………und am Ende waren die gefundenen Werte alle unterhalb der gesetzlich festgelegten Grenzwerte. (die schon verdammt niedrig sind).

    Man, wenn ich noch daran denke wat ick als Kind an Dreck gefressen hatte, Erdbeeren noch auf den Feld gefuttert……alles möglich mittels Zunge geprüft…….ick müsste heute eigentlich schon seit 30 Jahren Tod sein.

    Während wir uns hier vor Dosen in Nanogramm/Pikogrammbereich fürchten wie vor dem Teufel, sterben real in Afrika Menschen an Malaria.
    Das sich diese dann vor dieser Krankheit schützen wollen, ist ja wohl verständlich…….und das diese meist nicht die finanziellen Mittel haben sich „umweltfreundlicheres GIFT“ zu besorgen, sollten wir auch begreifen.

    Beschissen find ich es nur, wenn sich unserem Esotherik-Tick die ganze Welt unterordnen soll, wie auch beim Klimawandelschutz und der Öko-Strom-Wende.
    Dem dekadenten Deutschen geht es einfach zu gut, denn die wahren Bedrohungen unserer Zeit blendet er einfach aus.

    Ach was solls, Deutschland ist verrückt geworden und ick kann auch nix mehr daran ändern.
    Ende der DDT-Diskussion, ick hab keene Lust mehr.

    Onkel Heinz……….macht eh, wat er will

  32. @ Quentin Quencher

    Was Sie hier von sich geben, ist eigentlich nur argumentlos.

  33. @ xbg

    Es geht in diesem Artikel und auch bei der für Afrika wichtigen Diskussion überhaupt nicht um den Einsatz von DDT in der Landwirtschaft. Es geht darum das Mittel in sehr geringen Mengen zum Schutz der Menschen vor einer Krankheit einzusetzen, die Ursache für millionenfachen Tod und Elend in riesenhaftem Ausmaß ist.

    Meine ganz konkrete Frage an Sie: Wie viele Millionen Menschenleben sind Sie bereit zu „opfern“, damit einige Bauern in Afrika nach den Richtlinien Europäischer und Amerikanischer Bio-Verbände produzieren können?

  34. @ Rudolf Kipp

    Die Sache mit Landwirtschaft/Malaria haben wir genügend auseinandergenommen, das ist völlig klar. Wie gesagt: das einzig missverständliche daran ist der Blogartikel, weil er pauschal von einem Verbot spricht. Die Stelle ist deswegen so missverständlich, da dieses Verbot si konkret im Malaria-Bereich überhaupt nicht existiert, wohl aber im Landwirtschaftsbereich.

    Zu der konkreten Frage: niemanden. Die Bauern müssen nicht nach BIO-Kritierien produzieren und können am hochgelobten freien Weltmarkt teilnehmen. Tun sie ja auch.

    Es ist bedauerlich, dass die Bauern deswegen wieder verarmen. Aber wem wollen Sie die Schuld geben? Der BIO-Einkäufer KANN die Ware nicht kaufen. Sicherlich findet er die Situation auch ethisch nicht toll, aber er kann nichts machen. Marktwirtschaft erlaubt nunmal keine Ausnahmeregelungen nach ethischen Kriterien (ein Fakt, auf den Freihandelsverfechter ja auch deutlich pochen) und es könnte das Ende der Firma bedeuten.

    Das BIO-System hat einige Vorteile für die dritte Welt: es verhindert, dass zur Gewinnoptimierung Kinderarbeiter auf Baumwollplantage durch Insektenvernichtungsmittel waten müssen und es hatte den afrikanischen Bauern vorher einen Wohlstand beschert, wie es der normale Markt nicht konnte. Wie in jedem Regelsystem gibt es aber auch hier Nachteile und Unflexibilitäten. So wie Ampeln im allgemeinen eine prima Sache zur Verkehrsregelung sind, kann es natürlich trotzdem ziemlich ärgerlich sein, wenn man Nachts an einer roten Ampel warten muss, obwohl sonst keiner da ist.

    Die Frage, ob es Egoismus ist, wenn man möglichst unvergiftete Lebensmittel essen möchte, wenn anderswo gefährliche Krankheiten bekämpft werden müssen, stellt sich natürlich. Ähnlich ethische Fragen stellen sich auch mit 1000 anderen Sachen, bei unserem Energieverbrauch, Wegwerfgesellschaft, Kaputtmachen der Märkte der dritten Welt durch Überschwemmung mit übriggebliebenen Waren, Unterstützung von Kinderarbeit und Gewerkschafterermordung usw.usf. Man muss auf all diese Fragen eine Antwort finden, sich nur die genehmen rauszupicken mag zwar ein simples Weltbild befriedigen, wirklich hilfreich ist es aber nicht.

  35. xbg #34

    das einzig missverständliche daran ist der Blogartikel, weil er pauschal von einem Verbot spricht. Die Stelle ist deswegen so missverständlich, da dieses Verbot si konkret im Malaria-Bereich überhaupt nicht existiert, wohl aber im Landwirtschaftsbereich.

    Ich weiß nicht, warum Sie immer wieder auf etwas herumreiten, was in dem obigen Artikel, so wie Sie es verstehen wollen, überhaupt nicht behauptet wurde.
    Es geht hier einzig und allein und wie ich meine für jedermann verständlich, darum, dass Bauern dafür bestraft werden, weil sie es wagen sich und ihre Familien mit DDT gegen die Malaria, durch besprühen der Wände ihrer Wohnhütten, zu schützen.
    Und dies, obwohl diese Anwendung international ausdrücklich erlaubt ist und auch keinerlei „Gefahr“ für die Landwirtschaft und ihrer Produkte darstellt. Auch für den Menschen ist diese Art der Malariabekämpfung nicht nur unschädlich sondern in diesem Fall der Anwendung sogar ausdrücklich empfohlen, weil es für Wirbeltiere keinerlei toxische Nebenwirkungen aufweist. Außerdem ist DDT kostengünstiger, wirksamer und für den Menschen unschädlicher (d.h. unbedenklich) als alle anderen Mittel der Malariabekämpfung.

    Wenn jetzt also dekadente Bio-Hyper unter Inkaufnahme Millionen Malariatoter verlangen, dass diese Bauern, die Baumwolle oder Sesam anbauen sich persönlich nicht gegen die Malariaseuche schützen und sich weigern die Produkte von eben diesen Bauern, mit denen ja letztendlich Abnahme Verträge existieren, abzunehmen, ja dann ist dies einem Verbot zur Verwendung einer Prophylaxe mit DDT gleichzusetzen. Diese dekadenten Bio-Hyper ist die gleiche Gruppe von Zeitgenossen, die sich hier den Bauch mit Obst, und Feldfrüchten vollschlagen, weil sie aus dem hochpropagierten Bioanbau hier zu Lande stammen. Dies obwohl bekannt ist, dass eben dieses Obst und diese Feldfrüchte mit Kupfervitriol und Pyrethrinen kübelweise zum Zwecke des Pflanzen- und Insektenschutzes
    überschüttet werden. Dies auch, obwohl bekannt ist, dass diese ach so „guten“ biologischen Mittel hoch toxisch auch auf den Menschen wirken können.

    Das Ganze auf die Usancen der Marktwirtschaft zu schieben, zeugt schon von einer besonderen Art der Menschenverachtung.

    Das BIO-System hat einige Vorteile für die dritte Welt: es verhindert, dass zur Gewinnoptimierung Kinderarbeiter auf Baumwollplantage durch Insektenvernichtungsmittel waten müssen und es hatte den afrikanischen Bauern vorher einen Wohlstand beschert, wie es der normale Markt nicht konnte.

    Ach ja? Kennen Sie die Arbeitsbedingungen auf den Baumwollplantagen nach dem Bio-System? Haben Sie schon mal gesehen wie diese Pyrethrine (BIO- Insektenvernichtungsmittel) über die Felder ausgebracht werden, ohne Rücksicht auf die in diesem „Pyrethrin-Nebel“ arbeitenden Menschen ( darunter viel Kinder)?
    Kennen Sie den „Wohlstand“ dieser afrikanischen Bauern? In wirklichem Wohlstand leben dort die Plantagenbesitzer, meist weiße Kolonisten als Beauftragte irgend einer BIO-Kooperative. Für den Bauern dort bedeutet Wohlstand schon zwei Mahlzeiten an Tag und das Überleben des einen oder anderen seiner Kinder.

    Wenn Sie das Elend und die Nöte in der „Dritten-Welt“ als akzeptablen Kollateralschaden des dekadenten BIO-Wahns hinnehmen wollen, so merken Sie garnicht, dass Sie damit auf dem besten Wege sind dem Rassenwahn das Wort zu reden.

  36. @xbg
    Mag schön sein ein Gutmensch zu sein oder sein zu wollen, man sollte dann aber zumindest auch ein guter Mensch sein, oder ?

  37. moosgeist schrieb am 8. Juli 2011 22:40

    Es geht hier einzig und allein und wie ich meine für jedermann verständlich, darum, dass Bauern dafür bestraft werden, weil sie es wagen sich und ihre Familien mit DDT gegen die Malaria, durch besprühen der Wände ihrer Wohnhütten, zu schützen.

    gibt es verschiedene Versionen des Artikels, der hier referenziert wird? Momentan steht da folgendes drin:

    Auch Obeng schwante nichts Gutes, als eines Tages ein Trupp Männer in Overalls und Schutzmasken den Hof betrat. „Ich musste alles ausräumen und durfte zwei Stunden lang nicht hinein“, erzählt er. Der Trupp räucherte seine Hütte mit DDT aus. Obeng wusste nicht, was das ist. Als er Zweifel anmeldete, reagierten die Sprüher mit Drohungen: „Sie sagten mir, ich würde verhaftet, wenn ich mich weigerte.“

  38. Ahh, endlich hab ick es begriffen……..Herr Müller ist angetreten um bei uns das Haar in der Suppe zu finden.

    Welch eine schändliche Tat des Staates, sich um die Volksgesundheit zu kümmern, na bloss gut das es sowas in Deutschland nicht gibt.
    BIO über alles, selbst wenn Bio in Ägypten EHEC ( BIO-zertifiziert) produziert……….Scheißegal………kleine Kolletaralschäden müssen schon mal in Kauf genommen werden……dient ja der großen Sache (Gaia).

    @Müller
    Bitte keine Diskussion, ich weiß Sie haben das nicht behauptet und nur auf die Tatsache hingewiesen, das der arme Bauer zwangsbeglückt worden ist.
    Ich interpretiere lediglich die Absicht hinter Ihren Einwurf.

    Habe die Ehre
    Heinz Eng

  39. @ Heinz Eng #38

    ist angetreten um bei uns das Haar in der Suppe zu finden

    Dabei übersieht er offensichtlich, dass sein eigener Kopf an diesem Haar hängt.
    So sind sie halt, diese schrägen Öko-Vögel. Immer feste mit den Flügeln um sich schlagen, bis die letzte Feder am Boden liegt.

  40. Heinz Eng schrieb am 11. Juli 2011 11:17:

    @Müller
    Bitte keine Diskussion, ich weiß Sie haben das nicht behauptet und nur auf die Tatsache hingewiesen, das der arme Bauer zwangsbeglückt worden ist.

    Nichtmal das habe ich getan. Ich wollte lediglich wissen, ob es noch eine andere Version des Artikels gab. Ich war einfach nicht auf die Idee gekommen, dass Moosgeist sich seine Geschichte aus den Fingern gesaugt hat.

  41. Marvin Müller #40

    Ich war einfach nicht auf die Idee gekommen, dass Moosgeist sich seine Geschichte aus den Fingern gesaugt hat.

    Kerlchen, nicht frech werden. Wenn Sie den Inhalt und den Sinn des Artikels, wie er
    oben zu lesen ist, nicht begreifen wollen, dann bleibt nur die Vermutung dass Sie zu der Gruppe von Kreaturen zählen, die einen besonderen Spaß daran haben, dass Menschen elendiglich zugrunde gehen, nur damit Leute wie Sie sich die Wampe mit fragwürdigen BIO-Fraß vollhauen können.

  42. @Müller

    Nichtmal das habe ich getan. Ich wollte lediglich wissen, ob es noch eine andere Version des Artikels gab. Ich war einfach nicht auf die Idee gekommen, dass Moosgeist sich seine Geschichte aus den Fingern gesaugt hat.

    Und genau hier liegt der Hase im Pfeffer, Moosi hat sich die Geschichte nicht aus den Fingern gesaugt sondern max. etwas uminterpretiert.
    Wenn ein Staat beschließt zwecks Volksgesundheit und Seuchenschutz gewisse Massnahmen zum Schutz seiner Bevölkerung durchzuführen, dann hat der Einzelne Bürger das auch so hinzunehmen.
    Sei es dahingestellt ob der Bauer aus Angst wirklich die Wahrheit gesagt hat………..war es Ihm aber bekannt, das diese Sprühaktion regelmäßig wiederholt wird.

    Anscheinend bringt dieser Bio-Anbau trotzdem nicht genug Geld ein um sich für die Lagerung und Weiterverarbeitung der „BIO-Zeuchs“ ein Nebengebäude zu bauen, so wird also die bittere Armut gleich doppelt bestraft.

    Eine weitere Frage bleibt am Ende trotzdem…….warum kann der kleine Bauer nicht mit konventionellen Nahrungsmittelanbau für den Binnenbedarf genug Geld verdienen um seine Familie halbwegs vernünftig durchzubringen?
    Liegt es eventuell an Importen von stark subventionierten EU Lebensmitteln, die die örtlichen Preise kaputt machen?
    Diese ganze Geschichte stinkt zum Himmel, egal wie rum man es auch dreht, es bleibt ein bitterer Nachgeschmack von Neo-Kolonialismus.

    MfG
    Heinz Eng

  43. Der hier geschilderte Fall ist ja nicht ein flächendeckendes Problem in Afrika. Die Armut der Menschen hat ganz andere Gründe. Wenn einige Bauern ihre Produkte an europäische BIO-Großhändler verkaufen können, so hilft dies einigen wenigen Menschen, doch die strukturellen Probleme löst diese Möglichkeit nicht. In einem FAZ-Interview schildert Mike Mack, Vorstandschef von Syngenta, worin die größten Potenziale für die Landwirtschaft in den Schwellenländern liegen:

    Im Pflanzenschutz, in der Saatgutverbesserung, in der Züchtung, in der Gentechnik – da kann ich nicht einen Punkt isoliert nennen. Außerdem müssen mehr Bauern Zugang zu den Märkten bekommen, damit sich Investitionen für sie rechnen. Dazu brauchen sie Straßen, Brücken, Zugang zu Krediten, vor allem aber Zugang zu Wissen.

    Sprich, eine entsprechende Infrastruktur ist notwendig. Die wird nicht entstehen, wenn ein paar Bauern ineffektiv BIO-Produkte anbauen.

    Ich würde in die Aufzählung von Herrn Mack noch die Elektrizität aufnehmen. Wenn die nicht flächendeckend und zuverlässig vorhanden ist, dann wird sich dieses Gebiet, Land oder Kontinent, nicht entwickeln können. In einem Spiegel-Interview berichtet Günter Nooke, Afrika-Beauftragter der Bundeskanzlerin, dass man schon bei dem Versuch gescheitert ist, den Frauen die Vorzüge des Kochens mittels Solarenergie nahe zu bringen. Man behält eben gern seine traditionellen Techniken bei. Doch manchmal entwickelt sich ein Druck zu Veränderung, kommend aus einer Richtung die man vorher bestimmt nicht geplant hatte:

    Andererseits: In den letzten zehn Jahren gab es in Afrika 350 Millionen Handy-Verträge. Der Chief oder der junge Sohn einer afrikanischen Familie läuft nicht zehn Kilometer durch die Wüste, um einen Freund zu treffen, sondern will anrufen. Der leere Akku könnte den Druck erhöhen, zu besserer Stromversorgung zu kommen. Afrika hat eben seine eigenen Gesetze.

  44. @mossgeist #35

    „Das Ganze auf die Usancen der Marktwirtschaft zu schieben, zeugt schon von einer besonderen Art der Menschenverachtung.“

    Der hier vorliegende Fall hat natürlich nicht speziell mit Marktwirtschaft zu tun, sondern nur allgemein, da gebe ich Recht. Aber haben Sie jemals dagegen protestiert, dass die freie Marktwirtschaft mit Regeln ausgestattet wird, die es Gesellschaften ganz allgemein (mal abgesehen von diesem Fall) verbietet, ethisch zu handeln? Wenn z.B. bekannt ist, dass ein bestimmter Hersteller keine Mindestlöhne zahlt, Mitarbeiter aufgrund gefährlicher Bedingungen zu Tode kommen, Kinderarbeit ausnutzt usw usf, hat dann eine Gesellschaft das Recht, diesem Hersteller den Import zu untersagen bzw. wenigstens Strafzölle zu erheben? Hat sie nämlich nicht, da gehts wegen Einschränkung des freien Marktes gegen den Kadi. Haben Sie das mal thematisiert? Ich vermute nicht. Passt ja nur ins Weltbild, wenn mal BIO an was schuld ist.

    Übrigens, manchen hier scheint nicht bewußt zu sein, wie ihre Neigung zum Schlagwortendreschen und Gezeter nur ihre Flucht vor Komplexität und das Bedürfnis nach Selbstbestätigung ausdrückt.
    Wenn ich Phrasen wie „Mag schön sein ein Gutmensch zu sein oder sein zu wollen, man sollte dann aber zumindest auch ein guter Mensch sein, oder?“ lese, dann möchte ich eigentlich nur virtuell den Kopf tätscheln und sagen: „Jaja, schon gut, komm einfach in 10 Jahren wieder, wenn Du erwachsen bist und das Konzept von Argumentation verstehst.“.

  45. dazu noch mal ein kleines update:

    Die Malaria hat allein im Jahr 2010 mehr als 1,2 Millionen Menschen getötet, berichten US-Wissenschaftler. Ihre Zahlen liegen um das Doppelte höher als bisherige Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO. Die Studie wirft auch ein neues Licht auf die bisherige Lehrmeinung zu der Seuche.

    http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/malaria-studie-doppelt-so-viele-tote-1.1274535

  46. The Bible of Internet and TV!
    1. Deuteronomy -Gaza!
    2. Gaza-Genocide in the Bible!
    3. The Holy Bible in German Bundestag!
    4. Adolf Hitler,s Bible!
    5. Childrens Bible!
    6. Familiy Bible!
    7. Military Bible
    8. Soldiers Bible
    9. Holy Bible: Genocide,War, Hate, Racism, Vandalism, Pedophily, Rape, Cannibalism=Holocaust&Gaza!

    Atheist 100%!

  47. #46 mark ereg-tion

    Dürfen die Insassen der Geschlossenen Psychiatrie neuerdings an den Anstalts-PC ran?

  48. achgut.com (Kulke):

    Millionen Öko-Tote durch DDT-Verbote

    …..Das Zitat von Charles Wurster, in den Sechzigerjahren führender Wissenschaftler beim amerikanischen Environmental Defense Fund (EDF), gilt inzwischen als legendär: “Wenn die Umweltbewegung über DDT obsiegt, wird sie eine nie gekannte Autorität gewinnen. Es geht um viel mehr als nur DDT.”

    Wurster wird aber auch mit einem anderen Zitat in Verbindung gebracht, auf die Frage hin, was er zu den vielen Malariatoten im Falle eines DDT-Stopps sage. Na und, habe er da geantwortet, die Menschen seien doch “heute der Grund für alle Probleme. Es gibt zu viele von ihnen.” Ein ähnlich lautendes Zitat gibt es aus einem Essay von Alexander King, Gründer des Club of Rome: “Mein Hauptproblem mit DDT ist, dass es die Überbevölkerung verstärkt.” Da verwundert nicht mehr, dass in Ländern Afrikas die Verschwörungstheorie herumgeistert, das DDT-Verbot sei letztlich nur ein Hebel des Nordens zur Begrenzung des Bevölkerungswachstums im Süden…..

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