Buchempfehlung: Eine Wende zum Besseren?

13. Mai 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Kernenergie, Kohle, Politik

Unter dem Titel „Eine Wende zum Besseren? Herausforderungen der Energiepolitik für die Elektrizitätsversorgung“ ist in der Reihe Argumente der Freiheit des liberalen Institutes der Friedrich-Naumann-Stiftung ein energiepolitischer Sammelband erschienen.

Als Herausgeber fungiert der vielen hier bekannte Steffen Hentrich. Neben einem Geleitwort des Vorsitzenden der Friedrich-Naumann-Stiftung, Wolfgang Gerhardt, enthält der Band die folgenden Beiträge:

  • Steffen Hentrich: Herausforderungen des Energiekonzepts der Bundesregierung für den Strommarkt
  • Leonie Giessing und Justus Haucap: Wie bilden sich die Preise auf dem deutschen Strommarkt?
  • Heinz Horeis: Energiezukunft – fossil oder erneuerbar?
  • Peter Heller: Eine neue Welt – Vergangenheit und Zukunft der Kernenergie

Der Werbetext zum Buch lautet:

„In dem Sammelband geht es um die Probleme der „Energiewende“ für die Elektrizitätswirtschaft und die deutsche Volkswirtschaft. Was das Energiekonzept der Bundesregierung auszeichnet und welche wirtschaftlichen Konsequenzen durch dessen Umsetzung zu erwarten sind, erfährt der Leser hier ebenso wie Näheres über die Wirkungen der Energiewende auf die Energiepreise. Darüber hinaus gibt es einen Einblick in die Zukunft der Energieversorgung, die auch in den nächsten Jahrzehnten ohne fossile Energieträger nicht denkbar ist und langfristig moderne Optionen der Kernenergienutzung nicht verschenken sollte.“

In dem Geleitwort von Wolfgang Gerhardt heißt es dazu:

„Nur wer die Logik der Elektrizitätswirtschaft versteht, die technischen Grundlagen der Energiewirtschaft überblickt und eine Ahnung von den zukünftigen Energieoptionen unserer Gesellschaft hat, kann sich als politisch handelnder Bürger einen Überblick über die Tragweite der Energiewende verschaffen und als Wähler energiepolitische Verantwortung informiert delegieren.“

Dem kann man nur zustimmen und deswegen sei die Lektüre des Buches allen Lesern von Science Skeptical empfohlen. Der Band ist kostenlos erhältlich, eine Bestellung ist über die Webseite der Friedrich-Naumann-Stiftung möglich. Er kann aber auch als pdf-Datei hier heruntergeladen werden.

Justus Haucap und Leonie Giesing sind Ökonomen und Experten für die Auswirkungen von Regulierungen auf den Wettbewerb. Heinz Horeis ist Physiker und derjenige, der in der Novo Argumente den Begriff der „Neuen Ineffizienten Energien (NIEs)“ prägte, den wir ja bei Science Skeptical übernommen haben (vielleicht wäre „NaturInvasive Energien“ auch nicht schlecht). Und mir hat Herr Hentrich dankenswerter Weise Gelegenheit gegeben, den Thorium-Flüssigsalzreaktor vorzustellen und in einen größeren Zusammenhang einzuordnen.

Viel Spaß und viel Erkenntnisgewinn beim Lesen, über Kommentare zum Buch würde ich mich natürlich freuen.

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9 Kommentare
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  1. Möchte das Buch gern nochmal empfehlen!
    Und vielleicht sogar, bei der Gelegenheit, einen Blick quer durch’s Angebot des Liberalen Institus werfen? 🙂

  2. „Niemand weiß, ob die Entdeckung eines älteren “Maya-Kalenders” dabei eine Rolle spielte, insgesamt war der gestrige Wahlabend jedenfalls ein Waterloo für alle politischen Weltuntergangssekten.

    Der oberste Klimasalafist Norbert Röttgen wurde in die Schranken gewiesen (auch wenn die CDU jetzt wohl den Narrativ verbreiten wird, er wäre nur deshalb nicht gewählt worden, weil ihn die Menschen in seiner Arbeit als Bundesminister nicht bremsen wollten). Die ökofaschistischen Grünen verlieren an Terrain. Die linksextremistische SED-Fortsetzungspartei flog in hohem Bogen aus dem Landtag. Der geistige Youth Bulge der ewig Pubertierenden scharte sich stattdessen um das politische Placebo “Piratenpartei”, die jedoch völlig ungefährlich ist, da man sie weithin für derartig unfähig hält, dass keine andere Partei auch nur im Entferntesten daran denkt, mit ihr zusammenzuarbeiten.“

    http://dreeschheart.wordpress.com/2012/05/14/nrw-desaster-fur-den-klimasalafismus/

    Ich denke, das ist mal ein Anlass zum Feiern! 🙂

  3. Momentan redet Steinmeier (SPD) auf einer Pressekonferenz und erklärt warum die SPD den Fiskalpakt in seiner jetzigen Form ablehnt. Dazu will ich mich eigentlich nicht äußern, sondern dass er, Steinmeier, sehr häufig von ‚Wachstum‘ redet.

    „Wenn Straßen- und Flughäfen in Deutschland nicht mehr gebaut werden können, so kann das nicht gut sein (oder so ähnlich), sagte er gerade.

    Fiskalpakt geht nicht ohne Wachstumsanreitze.

    Ich kann und will den Fiskalpakt jetzt und hier nicht kommentieren, doch das eindeutige Bekenntnis zum ‚Wachstum‘ ist schon erstaunlich. Die Grünen müssen das als Affront ansehen.

    Das schaue ich mir heute Abend, da habe ich mehr Zeit, noch mal genauer an.

  4. @Quentin Quencher #3
    Das Adjektiv „rotgrün“ hat sich zwar im allgemeinen Sprachgebrauch eingenistet (weiß nicht, ob es schon im Duden steht), doch das täuscht darüber hinweg, daß rot und grün außer der Eigenschaft „irgendwie links“ zu sein wenig gemein haben. Die Sozialdemokratie hat es sich seit nunmehr gut anderthalb Jahrhunderten zur Aufgabe gemacht, die Arbeitnehmerschaft angemessen an den Unternehmergewinnen zu beteiligen, gerechte Verteilung des Kuchens ist ihr rhetorisches täglich Brot. Von Einschränkung, Konsumverzicht usw. ist da keine Rede.

    Das Versprechen, dem kleinen Manne mehr zukommen zu lassen, ist die Wahlkampftaktik par excellence der Sozialdemokraten. Und die funktioniert immer noch prächtig, wie man eben in Frankreich, den britischen Kommunalwahlen und NRW gesehen hat: selbst das bißchen Austerity, das bisher mehr Gerede als tatsächliche Einschränkung war (und zumindest in GB letztlich durch die vorhergehenden Verteilorgien der Labour Party verursacht ist), treibt ihnen scharenweise die Wähler zu. Daß ausgerechnet die SPD sich längerfristig auf ein wirklich auf Konsumeinschränkung und Verwandlung wesentlicher Grundgüter wie die gesicherte Energieversorgung in kostspielige Luxusgüter hinauslaufendes politisches Programm festlegen wird, erscheint daher äußerst unwahrscheinlich.

    Freilich beten die Sozialdemokraten so wie alle anderen Politiker zur Zeit das Nachhaltigkeitscredo brav nach, aber wenn es einmal hart auf hart geht, wenn beispielsweise die Folgen der „Energiewende“ richtig spürbar werden, dann werden sie sich ohne Umschweife zum Champion des Arbeitnehmers und Verbrauchers aufwerfen, dem man das alles nicht zumuten kann, und auf diese Weise mühelos punkten. Bis dahin ist „Grün“ für die SPD nur ein praktischer Mehrheitsbeschaffer.

  5. Passend zum Buch hier noch ein Veranstaltungshinweis:

    TechnologyCamp 2012 Barcamp zu Technologie – Innovation – Gesellschaft

    Vom 28.-29.9.2012 findet in Hannover das erste TechnologyCamp zum Thema „Technologie – Innovation – Gesellschaft“ statt. Welchen Einfluss haben Innovationen auf die Gesellschaft? Welche Technologien lösen gesellschaftliche Herausforderungen? Wie lassen sich Innovationsprozesse gemeinsam von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft gestalten? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung, auf der zukunftsweisende Technologien vorgestellt und diskutiert werden.

    Die Veranstaltung ist als sogenanntes Barcamp konzipiert. Dieses Format gibt jedem Teilnehmer die Möglichkeit, nicht nur aktiv zu diskutieren, sondern als Referentin oder Referent eigene Themen in Form einer „Session“ auf die Agenda zu bringen. Einzige Bedingungen dafür: das Thema passt zum Motto der Veranstaltung, es wurde eine Präsentation oder ein anderer Impuls vorbereitet, der Referent gestaltet aktiv die Interaktion der Sessionteilnehmer und es finden sich genügend Interessierte für das Thema. Jede Session kann dabei anders sein. Vorträge, Präsentationen, Live-Vorführungen, Filmsequenzen, Diskussionsrunden, World Cafe – alles ist möglich. Die Vorstellung der Sessionthemen und die Planung der Agenda finden jeweils morgens vor Ort statt.

    Tickets: 28.9.2012 (Link: http://de.amiando.com/PCXMEQP) | 29.9.2012 (Link: http://de.amiando.com/GNDADWR)

    Ich bin gebeten worden, daran teilzunehmen und das Programm mitzugestalten.

    Ich werde daher zwei Vorträge anbieten (jeweils ganz klassisch, frontal, Powerpoint, anschließende Diskussion):

    -- am Freitag „Das fliegende Auto -- wie Innovationen entstehen und was Politik daraus lernen kann“
    -- am Samstag „Der Stein der Weisen -- Thorium und sein unbekanntes Potential“

    Das Barcamp ist offen für jeden, der kommen mag. Man muß sich lediglich unter den genannten Links registrieren. Wer also sich an diesem Wochenende nach Hannover verirrt und mich einmal live sehen möchte -- nur zu.

    Den ersten Vortrag habe ich letztens schon auf einem Seminar der Friedrich-Naumann-Stiftung dargeboten -- und der ist (glaube ich) ganz gut angekommen. Der zweite wird Themen aus meinem Buchartikel aufgreifen.

    Es wird nicht trocken,sondern unterhaltsam und auch nicht langweilig, sondern provokant -- das verspreche ich einfach mal.

    Ich bin natürlich schon jetzt sehr gespannt, wie der Thorium-Vortrag ankommt. Falls einer unserer Leser bzw. Autoren ebenfalls dabei sein möchte, könnte ja auch ein Beitrag für unser Blog daraus werden. Thorium als neues Narrativ im Praxistest…

  6. Ein Bericht in der Sendung KUSI-NEWS (San Diego’s News Channel) über den Thorium-Flüssigsalzreaktor:

  7. Das PDF-Fassung des hier vorgestellten Buches hatte ich mir gleich herunter geladen, doch bislang nur kurz überflogen. Nun hatte ich ein wenig Ruhe, und las den Beitrag von Heinz Horeis Energiezukunft – fossil oder erneuerbar? und bin beeindruckt. Es fehlen praktisch sämtliche Fachausdrücke, sehr gut geschrieben und sehr gut lesbar. Auch und vor allem wenn man sich mit der Thematik noch nicht befasst hat. Für mich selbst war der Inhalt nicht neu, wenn man in der Klima- und Energiedebatte auf dem ‚Laufenden‘ ist, dann darf man hier keine zu große Erwartungen auf neue Erkenntnisse haben.

    Die ausgezeichnete Allgemeinverständlichkeit des Textes haben mich nun dazu bewogen, diese Buch auch in gedruckter Form zu bestellen. Immer wieder wird man ja, sofern man halbwüchsige und pubertierende Kinder hat, in Diskussionen verwickelt. Die Energiepolitik hat diesbezüglich noch keine große Rolle in meiner Familie gespielt, doch das wird sicher noch kommen. Dann wird es schön sein, falls die Kinder unreflektiert irgendwelche Propaganda nachplappern, ihnen ein Buch in die Hände drücken zu können, über das man dann diskutieren kann.

    Ach für diejenigen deren Ehe- oder Lebenspartner sich eher weniger für Klima- oder Energiepolitik interessieren, und manchmal genervt fragen, was man denn in der Nacht noch so wichtiges am Rechner zu tun hat (wenn man beispielsweise hier kommentiert), denen kann man das Buch auch zur Lektüre vorlegen. Ist ein richtig guter Einsteiger ins Thema.

    Mal schauen, vielleicht heute noch, bestimmt aber bis zum Wochenende werde ich Peter Hellers Beitrag auch noch mal gründlicher lesen, er ist doch umfangreicher als die Texte die bislang hier von ihm zu lesen waren, auch umfangreicher als der Novo Artikel zum Thorium. Werde dann vermutlich auch etwas dazu sagen.

  8. Der Klimawandel stört das Eheklima…

  9. @nLeser

    Der Klimawandel stört das Eheklima…

    …..hi hi, Eheklima …..

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