Buchveröffentlichung – Realitätscheck für den Klimaschutz

21. Oktober 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien

Wissenschaftler, Medien und Politiker scheinen sich einig: Der Klimawandel ist Realität und der Mensch ist schuld daran. Es muss etwas geschehen – koste es, was es wolle. Doch der Schein trügt: Noch steckt die Klimaforschung in den Kinderschuhen, kämpft mit ungenauen Daten und einer Natur, die sich auch mit den komplexesten Modellen nicht zufriedenstellend beschreiben lässt. Zukunftsprognosen bleiben Kaffeesatzleserei.

Angesichts dieser Unsicherheiten zerbrechen sich die Experten den Kopf, wie dem Problem Herr zu werden ist. Für die einen steht das Klima und damit die Zukunft von Natur und Menschheit auf dem Spiel, die anderen sehen in klimapolitischem Aktionismus eine Gefahr für Wohlstand und Entwicklung. Folglich wird auf dem Basar der internationalen Klimapolitik von der Beschleunigung des grünen Wachstumsmotors bis zum kräftigen Tritt auf die Klimaschutzbremse alles feilgeboten. Kein Wunder, dass die Verhandlungen feststecken.

Nur ein Realitätscheck kann die Situation noch retten. Die Wirtschaftswissenschaftler Ross McKitrick und Manuel Frondel decken im Buch ‚Realitätscheck für den Klimaschutz – Globale Klimapolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit‘ unangenehme Wahrheiten auf und weisen einen Weg aus der Sackgasse der Klimapolitik.

Herausgeber sind Steffen Hentrich (Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit) und Holger Krahmer.

Blog von Holger Krahmer

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Kostenfreie Herausgeber-Exemplare können bei Holger Krahmer bestellt werden (solange der Vorrat reicht).

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12 Kommentare
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  1. Da das Buch nicht bei allen vorliegt, wäre es Kaffeesatzleserei zu spekulieren, was dort genau drinne steht. 😉 Aber ich würde gerne was zu dem Aspekt „Unsicherheit“ sagen. Nach meinem Empfinden wird die Unsicherheit im Verständnis falsch gedeutet. Ohne Zweifel, die Betrachtung von Meßfehlern und Ungenauigkeiten gehört zur wissenschaftlichen Auseinandersetzung dazu. Keine Prognose ohne die berühmte +/- Angabe. Aber man darf Unsicherheiten nicht so interpretieren, das überhaupt keine vernünftigen Aussagen möglich seien. Ein Arzt sagt uns, Bluthochdruck ist nicht gut. Wenn wir ihn jetzt fragen, wie sehr beeinträchtigt das unsere Lebenserwartung und er sagt dann Zahlen von 0 bis 20 Jahre, ist dann seine Aussage über die Schädlichkeit von Bluthochdruck unsinnig? Nein. Bloss weil man die genauen Folgen nicht abschätzen kann, heisst das nicht, dass es keine Folgen gibt.

  2. mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass es unumstritten und falsifizierbar feststeht :
    Hoher Blutdruck schädigt das kardiovaskuläres System

    Die Klimawissenschaft steht wissentschaftlich dort wo die Medizin in grauer Vorzeit stand und da half der Aderlaß ja scheinbar auch gegen alles. Wie wir heute wissen, hilft dieser aber nur bei einer verschwindend geringen Anzahl an Krankheiten.

  3. Ich bin gespannt. Das Buch habe ich bestellt. Ich spekuliere mal, daß sich McKitrick und Frondel dem Hartwell-Ansatz nähern, um „einen Weg aus der Sackgasse der Klimapolitik“ zu weisen. Jedenfalls ist mir noch keine bessere Idee untergekommen…

    @ Hader, #1:

    Und was wollen Sie uns damit nun mitteilen? Wo genau ist der Bezug zwischen dem Bluthochdruck und dem absehbaren Ende der Klimapolitik in ihrer bisherigen Form?

  4. #3

    Und was wollen Sie uns damit nun mitteilen?

    Ich glaube, es handelt sich um den Versuch, die Unsicherheit klimatischer Prognosen beim heutigen Stand der Wissenschaft (oder im Rahmen des prinzipiell Möglichen) herunterzuspielen. Es geht nämlich nicht nur um Meßfehler +/-.

    Zum Vergleich: will man vorherberechnen, wie man eine Raumsonde abschießen muß, damit sie haarscharf am Uranus vorbeifliegt und das Sonnensystem verläßt, so hat man die allgemeine Gravitationstheorie von Newton, mit Korrekturen von Einstein, zur Verfügung. Das Ergebnis kann, auch wenn man richtig rechnet, danebengehen, wenn die Meßfehler der Ausgangsdaten (Positionen, Bahnebenen und Massen der Planeten) zu groß sind. Hier haben wir den Fall einer nach bestem Wissen vollständigen Theorie, bei der in erster Linie Meßfehler der Daten die Genauigkeit des Ergebnisses bestimmen. (Und die Tatsache, daß es gelungen ist, Sonden zu den äußeren Planeten zu schicken, zeigt, daß wir nicht nur die Daten genau genug kennen, sondern auch, daß die Theorie soweit alle relevanten Faktoren richtig beschreibt.)

    Bei den Klimamodellen liegt die Sache anders. Hier ist es noch keineswegs klar, daß man eine Theorie hat, die alle relevanten Vorgänge richtig erfaßt. Welche Rolle beispielsweise die Gas- und Wärmeaufnahme und -abgabe der Ozeane oder die Intensität der kosmischen Strahlung bei der Entwicklung des Klimas spielen, ist noch Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Die Unsicherheit der Prognosen spiegelt hier also eine noch weit gehende Unsicherheit der Theorie, wirklich ein umfassendes Bild der klimarelevanten Vorgänge zu haben, wider. Dagegen sind Meßfehler Kleinkram. In dieser Situation das Klima in 100 Jahren richtig vorherzusagen ist ungefähr so aussichtsreich wie allein auf Grundlage der kopernikanischen Epizykel für die Planeten (aber ohne Kenntnis des allgemeinen Gravitationsgesetzes) eine Raumsonde zum Jupiter schicken zu wollen.

  5. Ich habe das Buch auch bestellt und schon die Nachricht bekommen, dass das es noch in Druck ist, doch sobald es vorliegt, mir zugesandt wird. Ich hätte es auch gekauft, doch so ist es natürlich noch besser.

    Ich glaube schon zu verstehen, was S.Hader, #1, meint, nur bringt er ein untaugliches Beispiel, wie Andreas Baumann fest gestellt hat. Außerdem drückt er sich vor klaren Aussagen und reduziert den Begriff „Unsicherheit“ auf Messfehler und vergleichbare Ungenauigkeiten. „Unsicherheit“ in der Klimadebatte bedeutet aber nicht nur, dass ermittelte Werte nicht stimmen könnten, sondern ist grundsätzlicher Natur. Auf das Beispiel Bluthochdruck angewandt, heißt das, wir wissen nicht ob dieser genetisch bedingt ist und somit alle Vorsorge nutzlos ist.

    Weiter will ich dieses Beispiel nicht breit treten, weil es nicht einmal annähernd die Thematik beschreiben kann. Dazu am besten ein Zitat aus dem Vorwort des Buches:

    Die derzeitige klimapolitische Diskussion geht von der Prämisse aus, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse über das globale Klima und den darauf wirkenden Einfluss des Menschen hinreichend sind, um daraus schon heute klare Handlungsempfehlungen für eine langfristige Klimapolitik ableiten zu können. Ebenso vorherrschend ist der Glaube, dass internationale Abkommen möglich und derzeit praktizierte und geplante Klimaschutzmaßnahmen wirksam sind. Bei näherer Betrachtung wird jedoch die Realitätsferne dieser Annahmen offensichtlich. Tatsächlich gehen die Einschätzungen über die Validität der herrschenden wissenschaftlichen Lehre über die Ursachen und das Ausmaß des Klimawandels unter den Experten der unterschiedlichsten wissenschaftlichen Disziplinen weit auseinander. Um Klimamodelle und Klimadaten gibt es einen intensiven wissenschaftlichen Disput.

    Doch nicht nur die naturwissenschaftliche Dimension des Klimawandels ist heiß umstritten, sondern auch die Frage nach einer angemessenen Reaktion auf die globalen Klimaveränderungen und die geeignete Implementierung klimapolitischer Maßnahmen. Obwohl sich Klimawissenschaftler ebenso wie Umweltpolitiker der herrschenden Unsicherheiten bewusst sein sollten, werden die damit verbundenen Herausforderungen für die menschliche Handlungsfähigkeit in der internationalen Klimapolitikarena selten zugegeben.

  6. ZEITONLINE: Neue Skepsis über weltweiten Emissionshandel:

    Weltweit nahmen zwischen 1990 und 2010 die globalen Klimagasemissionen um – Achtung – 45 Prozent zu.

    Das hat nicht nur Folgen für den Temperaturanstieg, sondern auch für die politische Akzeptanz eines Emissionshandels.

    Die Formulierung finde ich recht lustig. Wie hat sich denn der Temperaturanstieg verändert, seit die Emissionen um 45% gestiegen sind? Das aber nur nebenbei. In dem Blog-Beitrag ist auch die Rede von einer Konferenz in Berlin, mit Claudia Kemfert und Hermann Ott, auf der man sich einig war, dass der CO2-Markt in seiner jetzigen Form gescheitert ist. Statt dessen setzen diese Leute nun auf ambitionierte nationale Klimaschutzziele.

    Dies widerspricht aber so gut wie allen bisherigen Veröffentlichungen, die durchweg von einem globalen Klimaschutzregime sprechen, alles andere wäre nicht wirkungsvoll. Es ist eine Bankrotterklärung der Klimaschutzpolitik.

  7. @ S.Hader
    Das hier vorgestellte Buch heißt Realitätscheck für den Klimaschutz – Globale Klimapolitik zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Hier geht es nicht um irgendwelche Unsicherheiten in den Darstellungen der Klimawissenschaft, sondern um Globale Klimapolitik. Können Sie das nicht auseinander halten, oder tun Sie nur so.

  8. Maxeiner und Miersch

    Wer die Meinung nicht teilt, der Klimawandel sei katastrophal, menschengemacht und vorausberechenbar, geht vielen Leuten auf die Nerven. Führende Vertreter der Theorie einer fatalen globalen Erwärmung grenzen alle Forscher aus, deren Ergebnisse nicht zu ihren Prognosen passen. Verschaffen sich die Abweichler dennoch Gehör in der Öffentlichkeit, stellt man sie als Spinner hin, Randexistenzen, die man nicht ernst nehmen müsse.

    Der Klimawissenschaft ist die Grundehrlichkeit abhanden gekommen und muß nun sehen wie sie ihre Kritiker am besten zum Schweigen bringt, ohne wissenschaftliche Argumente gehts halt nur über Diskreditierung der Uneinigen und Widerständler.

  9. Für die Themenkomplexe Klimasensitivität und die Qualität von Klimaprognosen habe ich in der Offtopic-Arena einen eigenen Artikel erstellt. Diskussionen zu diesen Aspekten bitte dort führen.

  10. achgut.com (Maxeiner):

    Gottesbeweise

    Der Winter war lang, das Frühjahr kühl, der Sommer so lala und wir blicken auf einen einigermaßen schönen Herbst zurück. Das Jahr war eigentlich ziemlich unspektakulär, das Wetter jedenfalls keine Katastrophe. Wie der nächste Winter wird, weiß natürlich kein Mensch. Eines aber steht fest: Der kommende Winter wird ein weiterer Beleg für die vom Menschen verursachte globale Erwärmung sein -- vollkommen egal, ob er nun lang und kalt oder kurz und mild ausfällt.

    Die offizielle Klimaforschung ist inzwischen für alle Eventualitäten gerüstet. Egal ob die Temperaturen künftig tatsächlich ansteigen oder ob sie sinken -- beides ist ein todsicherer Beweis für die menschengemachte Klimaerwärmung. Und beides haben die Computermodelle zweifelsfrei vorausberechnet. So sehen teilweise die gleichen Klimaforscher, die uns bis vor kurzem noch milde und schneefreie Winter vorhersagten, jetzt auf Mitteleuropa möglicherweise kältere Zeiten zukommen. …..

  11. Gestern bekam ich Post vom Krahmerladen und halte das Buch nun in den Händen. Lohnt sich auf jeden Fall und es gibt wohl auch noch Freiexemplare. Ich liebe Bücher, finde es viel angenehmer darin zu lesen, als Texte am Computer.

    Skeptiker, vor allem der Art wie sie hier hauptsächlich vertreten sind, werden sich bestätigt fühlen, doch auch den andern sei die Lektüre angeraten, vor allem wenn sie wissen wollen, was Skeptiker hauptsächlich antreibt. Vielleicht ist das etwas für Sie, Herr Hader?

  12. #11: „Vielleicht ist das etwas für Sie, Herr Hader?“

    Ja, vielleicht.

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