Climategate – Der Mantel des Schweigens wird gelüftet

8. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate

photo-fullIn den letzten Wochen gab es in Deutschland einigen Grund sich zu fragen, ob die Medien ihrer Pflicht uns mit ausgewogener Berichterstattung über die wichtigen Ereignisse in der Welt zu informieren auch wirklich nachkommen. Hatte sich doch durch die Veröffentlichung von E-Mails und Daten vom Server der britischen Climate Research Unit (CRU), einer der weltweit wichtigsten Forschungsanstalten zum globalen Klimawandel, ein Abgrund an Lügen , Manipulation und Desinformation aufgetan, der von der renommierten britischen Tageszeitung Telegraph völlig ungeschönt als „Schlimmster wissenschaftlicher Skandal unserer Generation“ bezeichnet wurde. Und was erfuhren wir hier in Deutschland bislang über die Presse zu diesem Thema? So gut wie gar nichts.

Stellen wir uns vor, etwas vergleichbares wäre in einem anderen Wissenschaftszweig passiert. Dass etwa in der Kernenergie- oder der Genforschung bekannt würde, dass Daten gefälscht, kritische Veröffentlichungen unterdrückt oder unliebsame Forscher kaltgestellt worden wären. Aus den Redaktionen unserer Zeitungen und Nachrichtenstationen würde ein Aufschrei zu vernehmen sein, wie wir ihn bislang nicht erlebt hätten. Nicht nur die Glaubwürdigkeit der beteiligten Forscher, sondern auch die Ergebnisse dieser Forschung der letzten Jahre und Jahrzehnte würde plötzlich von allen Seiten massiv infrage gestellt werden. Und das völlig zurecht.

Manipulation in der Klimawissenschaft ein Kavaliersdelikt?

Nur wenn es sich bei den Wissenschaftlern um Klimaforscher handelt, scheinen unsere Medienvertreter ein solches Vorgehen mit deutlich mehr Milde und Verständnis zu beurteilen. Selbst wenn, so entsteht der Eindruck, in der Branche gelogen, betrogen und manipuliert wurde, dann doch bestimmt in der guten Absicht die Welt vor dem drohenden Untergang bewahren zu wollen. Jede Veröffentlichung von schlechtem, falschen oder gar gesetzeswidrigem Verhalten dieser Branche wurde tunlichst vermieden. Warum ist das so?

Daran, dass diese Vorfälle für die Wissenschaft oder deren Auswirkung auf die Politik nicht bedeutsam wären kann es nicht liegen. Schließlich geht es um nicht weniger, als die Frage ob politische Entscheidungen, die massiv in unser Leben und in unser Wirtschaftssystem eingreifen auf naturwissenschaftlich soliden Füßen stehen. Und eben dies ist, wie man den E-Mails und Dokumenten entnehmen kann, absolut nicht gewährleistet.

Großes öffentliches Interesse am Skandal um Daten

Auch mangelndes Interesse der Öffentlichkeit scheidet als Grund aus. Denn davon ist reichlich vorhanden. Nicht nur in Blogs und Foren, auch in allen Tageszeitungen, Magazinen, Radio- und Fernsehsendungen, die im Internet ihre Leser, Hörer und Zuschauer zur Diskussion aufrufen, finden Beiträge die sich mit dem Thema Klimawandel beschäftigen die größte Resonanz. Waren dort bis vor kurzem noch jene Kommentatoren in der Überzahl, die vor allem ihre Besorgnis über die drohende Katastrophe zum Ausdruck brachten, so hat sich das Bild nach Climategate deutlich gewandelt.

Und das nicht nur dort, wo man traditionell eine eher konservative Leserschaft erwartet. Auch in der Liebling-Postille aller deutschen Katastrophisten, dem Spiegel, finden sich seit dem Bekanntwerden des Skandals um die Klimadaten in der Mehrzahl Kommentare, die Zweifel an der aktuellen Klimawissenschaft und Klimapolitik äußern. Und selbst das Heimatblatt aller links-grünen Weltenretter, die TAZ, erfährt in den Leserkommentaren zunehmend deutliche Kritik an ihrer einseitigen Bevorzugung der alarmistisch geprägten „etablierten“ Klimaforschung.

Besinnt sich die Presse auf ihren Informationsauftrag?

War bislang Climategate in den Medien wenig bis kein Thema, so scheint sich das in diesen Tagen zu ändern. Vielleicht liegt das an dem Umstand, dass die Adressaten der Nachrichten zunehmend Kritik an deren Qualität äußern, vielleicht ist es aber auch so, dass sich unsere Medienschaffenden an den für sie geltenden Pressekodex erinnern. In diesem steht zum Beispiel ausdrücklich, dass sie sich für „Die Unterrichtung der Öffentlichkeit über Vorgänge oder Ereignisse, die für die Meinungs- und Willensbildung wesentlich sind“ verantwortlich zeichnen.

Für den Climategate Skandal würde dies konkret bedeuten, dass es für dir Öffentlichkeit durchaus von Interesse ist, ob die Daten welche einen menschengemachten Klimawandel beweisen sollen das Ergebnis sorgfältiger wissenschaftlicher Arbeit sind, oder ob sie das Resultat einer öffentlichkeitswirksamen Verbreitung einseitiger Forschungsergebnisse und der Unterdrückung entgegengesetzter wissenschaftlicher Meinungen darstellen.

Und diese Sicht scheint sich jetzt zunehmend in den deutschen Mainstream-Medien zu verbreiten. Nachdem der Bayrische Rundfunk mit seiner Reportage in Kontrovers (wir berichteten) das Eis gebrochen hatte, finden jetzt immer mehr Journalisten, dass der Datenskandal durchaus ein Thema darstellt, von der die Öffentlichkeit in Kenntnis gesetzt werden sollte. Das wurde spätestens am Samstag Abend deutlich, als das Flaggschiff des seriösen Journalismus in Deutschland, die Tagesschau, den Zuschauer von den Zweifeln der Forscher an ihren Modellen und von Tricks zur Datenmanipulation in Kenntnis setzte.

Während sich die Panikmacher unter den Wissenschaftlern und Politikern in Deutschland bislang sicher sein konnten, dass ihre Konferenzen, wie die jetzt in Kopenhagen stattfindende, von hauptsächlich wohlwollender Berichterstattung begleitet wurden und allzu kritische Fragen außen vor blieben, könnte der Climategate-Skandal die Harmonie diesmal empfindlich stören. So wie jetzt in der Zeit, wo nicht nur die dubiosen Machenschaften, sondern auch das wenig wissenschaftliche Selbstverständnis der Forscher hinterfragt wird:

„Klimaspezialisten haben inzwischen große Macht, die manchen von ihnen zu Kopf gestiegen zu sein scheint. Sie glauben offenbar, ihre vorrangige Aufgabe sei nicht zu forschen, sondern für ihre Botschaft zu werben, mit Politik und Wirtschaft Einvernehmen herzustellen und die Öffentlichkeit zu überzeugen.“

Kritik an der Klimawissenschaft selbst im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Im Kielwasser der Climategate Berichterstattung scheint in Deutschland auch ein weiteres Tabu in den öffentlich-rechtlichen Medien gefallen zu sein. Galt es bisher als zumindest anrüchig, wenn man AGW-kritische Stimmen zu laut zu Wort kommen ließ, kann man mittlerweile selbst im Staatsrundfunk Interviews mit bislang als Skeptikern abgekanzelten kritischen Geistern vernehmen. So konnte der Meteorologe Klaus-Eckart Puls im MDR Radio das aussprechen, was laut bislang vorherrschender Pressemeinung höchstens als Außenseiter-Ansicht durchgegangen wäre:

„Der viel beschworene Klima-Konsens, von dem immer gesprochen wird, den gibt es schon lange nicht mehr….interessant ist, dass es in den letzten zehn Jahren keine Erwärmung gegeben hat, sondern insgesamt eine Abkühlung. CO2 ist aber weiter angestiegen und steigt weiter an. Der Zusammenhang zwischen CO2 und Temperatur ist also nicht nur aktuell sondern auch in früheren Jahrtausenden niemals bewiesen worden….Wir haben weder mehr Stürme als früher, noch haben wir mehr Tornados, noch haben wir mehr Dürren. …Kühlen Kopf bewahren ist das Richtige. Ich hoffe eigentlich dass [in Kopenhagen] kein Abkommen unterschrieben wird…erst nochmal nachdenken, bevor wir uns ruinieren.“

Wer sich bislang gewundert hatte, warum in der wissenschaftlichen Debatte um das Klima die eigentlichen Experten für Wetter und Klima, nämlich die Meteorologen, so wenig Gehör fanden, der könnte eine Erklärung darin finden, dass diese der CO2-Klima-Hypothese mehrheitlich kritisch gegenüber stehen. Als prominente Beispiele finden sich etwa der amerikanische Fernseh-Wettermann Anthony Watts, der heute die weltweit bekannteste Klimawandel-kritische Internetseite betreibt. Oder der ehemalige ZDF-Meteorologe Wolfgang Thüne, Autor des Buches „Freispruch – für CO2!: Wie ein Molekül die Phantasien von Experten gleichschaltet“. Zu dieser Reihe hat sich jetzt auch Donald Bäcker von Meteomedia gesellt. Im ARD-Morgenmagazin hat dieser deutlich seine Zweifel an der vorherrschenden CO2-Klima-Hypothese zum Ausdruck gebracht.

Wir danken Herrn Bäcker für diese offenen Worte und wünschen ihm inständig, dass es ihm nicht ergeht wie seinerzeit Joachim Bublath beim ZDF. Nachdem dieser sich ein paar mal zu oft die offizielle Klimaforschung und die Politik der Erneuerbaren Energien kritisiert hatte, ist von ihm heute nichts mehr zu sehen und zu hören. Seine Rolle hat mit dem Münchner Astrophysiker Harald Lesch dann auch ein Mahner des kommenden Weltuntergangs eingenommen, dem es dafür auch nichts ausmacht gelegentlich physikalische Gesetze bis über die Grenzen des Erträglichen zu beugen.

ARD-Morgenmagazin berichtet über Skandal

Im der gleichen Morgenmagazin-Sendung, in der Donald Bäcker erfrischend ehrlich seine Meinung zur Klimawissenschaft zum Ausdruck bringen konnte, erfuhr der Zuschauer dann noch weitere Details zum Climategate-Skandal. So auch, dass durch die jetzt aufgetauchten Hinweise deutliche Zweifel an der menschlichen Schuld an der globalen Erwärmung aufgekommen sind. Das klingt doch bereits deutlich anders als die bisher vorherrschenden „the science is settled“ Statements.

Climategate ist in den Medien angekommen

Konnte man zu Beginn der Affäre um die bekannt gewordenen Daten und E-Mails noch den Eindruck gewinnen, der Datenskandal könnte erfolgreich vertuscht oder durch Nichtbeachtung ungeschehen gemacht werden, so wird jetzt mehr und mehr deutlich, dass die Berichterstattung auch in den Mainstream-Medien angekommen ist. Ab diesem Punkt wird es auch für die Politiker in diesem Land zunehmend schwerer werden, beim Klimawandel so weiterzumachen wie vor dem Skandal. Schließlich ist mit Stefan Rahmstorf auch ein prominenter Wissenschaftler aus Deutschland in den Fall verwickelt. Und dieser, als Mitglied im einflussreichen Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung, und auch sein Chef Hans Joachim Schellnhuber als Klimaberater der Kanzlerin, üben bislang noch einen sehr erheblichen Einfluss auf die Klimapolitik hier in Deutschland und in Europa aus.

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25 Kommentare
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  1. Der zweite Beitrag zum besseren Klimaverständnis von Herrn Bäcker

  2. <a href="“>

  3. @Rudolf Kipp
    Da hat was mit dem Link nicht geklappt, den ich „einbetten“ wollte

  4. Hallo, Herr Kipp!

    Sie haben mit Ihrer Vermutung, unsere „geliebten“ Medien betreffend, vollkommen recht.

    Sobald in einem KKW eine Sicherung für die Eingangsbeleuchtung ausfällt, setzt ein Riesen-Tamtam an. Und selbstverständlich kommen dann die einschlägig bekannten NGO’s als erste zu Wort.

    Aber was soll man noch erwarten. Wenn sich schon alle politischen Parteien hinsichtlich sog. „Klimaschutzes“ völlig gleichgeschaltet haben, weil irgendeiner von irgendjemanden gehört haben soll, dass das „in“ sei und man damit Wählerstimmen heischen könne, äffen die Medien ihnen nur noch nach.

    Hinsichtlich Donald Bäcker empfehle ich allen Interessierten, ihn im Auge zu behalten. Vielleicht, ich will es nicht annehmen, könnte er aus der Öffentlichkeit mal Unterstützung brauchen

  5. Zur Info über Joachim Bublath:
    Joachim Bublath ist 2008 altersbedingt (!) in Ruhestand gegangen, denn Bublath war im Jahr 2008 bereits 65 Jahre alt.
    Zugegeben, er sah jünger aus…aber er ist Jahrgang 1943 und ist „fristgemäss“ 2008 mit 65 in seinen wohlverdienten Ruhestand gegangen.

    Nichtsdestotrotz kann ich mir gut vorstellen, dass die „Ökolobby“ beim ZDF froh darüber war, das Bublath älter war als er aussah…

  6. Seit wann eigentlich ist das Erreichen des gesetzlichen Rentenalters für Journalisten, insbesondere für solche, die für das Fernsehen produzieren, ein Grund zum Aufhören?

  7. @Peter Heller
    http://www.scienceblogs.de/kritische-masse/2008/03/nie-wieder-bublath-im-zdf.php

    Vermutlich haben sie ihn beim ZDF nicht wirklich geliebt, den Mann, der sich dem zielgruppengerecht-geschleckten Fernsehen widersetzte und einfach das machte, was er für wichtig und berichtenswert hielt. Nun, vielleicht können wir ihn ja zu einem Comeback im Internet überreden.

    so endet der Artikel….

  8. Sehr geehrter Herr Kipp,

    ein großen Lob an ihre fleissige Arbeit. Ich bin seit 2 Wochen dabei mich zu vertiefen und stelle einfach nur erschreckendes fest. Aus einem Grundgefühl -- wird leider Bestätigung.

    Ich habe für sie einen schönen Link bezüglich der Eisbärenpopulation auf einer unverdächtigen Seite -- PETA

    http://www.peta.de/web/dramatischer.2598.html

    Gerade die Manipulationen mit Eisbärenbildern auf Schollen, abbrechende Eiselemente Arktis/Anarktis (was normal ist), Kühltürme die Rauchen (Wasserdampf) -- wird in einer ungeheuren suggestive Art -- Desinformation betrieben.

    Ich würde mich freuen, wenn Sie dazu auch passende Worte finden würden.

  9. Aus meiner Sicht konnten die Medien „Climategate“ nicht länger unter dem Teppich halten. Deshalb, nach drei Wochen schweigen, jetzt der „mutige“ Vorstoß, mit dem Kalkül, den Skeptikern ein wenig Futter zu geben und dadurch ruhig zu stellen. Donald Bäcker als junger und mutiger Journalist ist höchst gefährdet, ganz schnell aus dem System entfernt zu werden, wenn er es länger wagt, die Wahrheit der „Klimawissenschaft“ aufzudecken. Es sind nicht die „Emails“ der CRU, die den Skandal aufzeigen. Es ist die konsequente Datenfälschung, die jetzt so langsam ans Tageslicht kommt.
    http://wattsupwiththat.com/2009/12/08/the-smoking-gun-at-darwin-zero/
    …ein Beispiel von vielen, wie die Rohdaten manipuliert wurden, um einen globalen Temperatur Anstieg vorzutäuschen.
    Der größte Wissenschaftsskandal aller Zeiten wird in ein paar Wochen in den Schubladen verstauben. Es steht zuviel Geld auf dem Spiel und das Ansehen der meisten westlichen Politiker! Der Zug läßt sich nicht mehr aufhalten. Der Traum vom Goldenen Kalb der Emissionszertifikate. Die Umgestaltung der freiheitlichen Demokratien in planwirtschaftliche Ökodiktaturen ist zu verlockend und die Chance dieses Ziel zu erreichen wird in Kopenhagen verwirklicht -- das ist meine Sorge!

  10. Nun im letzten Spiegel gibt es die ungeheure Anzahl von 2 Seiten über dieses „Datenleck“ aber die Woche vorher 10 oder so Seiten über die notwendigen Aktionen um den Klimawandel „zu zähmen“.

  11. Sehr geehrter Herr Kipp,

    kleine Bedenken wg dem eingestellten Video „Climagate“ mit Glen Beck inkl. Ihren formulierten Dank.

    Glen Beck ist ein Opportunist. Würde Obama gegen Kophenhagen sein und eine lückenlose Aufklärung von Climagate verlangen, würde Glen Beck genau die gegenteilige Meinung präsentieren. Fox und Becks Interesse liegen allein in der Beschädigung Obamas und der Demokraten. Viele Menschen die sich für Umweltschutz begeistern, tun sich schwer mit Fox und Beck. Ihn zu loben, halte ich für Ihre Reputation für kontraproduktiv.

    Stellen Sie (wenn auch nicht ganz 100% Anti-Co2-Theorie) -- John Stewart dagegen

    http://www.thedailyshow.com/watch/tue-december-1-2009/scientists-hide-global-warming-data

    Ansonsten sind die verlinkten Kommentare Taz und Spiegel nicht sehr überzeugend. Nehmen sie Diskussionen von Faz, Zeit; Novo-Argumente.de

  12. Nachtrag:

    Intensive Diskussionen auch auf Telepolis. Die einseitigen Klima-Artikel (jeden Tag mind. 1 Stück) von Herrn Rötzer/ Pomrehn sorgen regelmäßig für heftige Diskussionen (ca. 180-200 Kommentare)

    z.B.

    http://www.heise.de/tp/blogs/2/146704

  13. Nachtrag:

    Intensive Diskussionen auch auf Telepolis. Die einseitigen Klima-Artikel (jeden Tag mind. 1 Stück) von Herrn Rötzer/ Pomrehn sorgen regelmäßig für heftige Diskussionen (ca. 100-200 Kommentare/pro Artikel)

    z.B.

    http://www.heise.de/tp/blogs/2/146704

  14. @ Urielignisdei #11

    Ihre Bedenken wegen Glenn Beck teile ich nicht. Natürlich, er polemisiert, er übertreibt und manchmal diffamiert er auch. Alles in allem bietet er also eine recht unterhaltsame Sendung. Natürlich würde ich nicht alles, was er sagt bedenkenlos glauben, aber so ist das nun einmal in einer Gesellschaft mit Meinungsfreiheit.

    Er war jedenfalls einer der ersten, der Climategate einem breiteren TV-Publikum nahe gebracht hat. Und alles, was er in seiner Sendung gesagt hat, kann ich bedenkenlos unterschreiben. Es interessiert mich nicht, aus was für einer politischen Ecke jemand kommt oder ob er einen „zweifelhaften“ Ruf genießt. Mich interessiert, was derjenige zu einem Thema sagt. Mir hat schließlich auch Glenn Becks Sendung mit Lord Monckton und John Bolton sehr gut gefallen (hier).

    Die Kommentarseiten von Spiegel und TAZ habe ich gezeigt, weil es sich dort um Blätter handelt die eine ausgesprochen alarmistische Sichtweise vertreten und weil ich zeigen wollte wie wenig deren Kommentatoren mit inzwischen mit dieser Linie übereinstimmen. Die qualitativ besseren Debatten finden, wie Sie schreiben, in Novo etc. statt. Das hätte ich auch so erwartet.

    MfG,
    Rudolf Kipp

  15. Sehr geehrter Herr Kipp,

    natürlich ist eine entsprechende Meinungsäußerung von Herrn Beck zu akzeptieren, auch wenn ich Ihre Auffassung hinsichtlich seiner Beweggründe den „Climagate“ zu postulieren, nicht übereinstimmte.

    Deswegen denke ich wäre eine Gegenüberstellung mit John Stewart nicht so verkehrt. Hier wird auf humoristische Art -- das Debakel benannt, auch wenn Stewart vermutlich Al Gore zuneigt.

    Außerdem vielleicht ist dieser Link nicht uninteressant bezüglich der Beteiligten und den E-Mails:

    http://www.youtube.com/watch?v=Cu_ok37HDuE&feature=player_embedded

    http://www.oekologismus.de/wp-content/uploads/wr_53.gif

    http://www.oekologismus.de/wp-content/uploads/wr_54.gif

  16. @ Urielignisdei #15

    Ich habe überhaupt keine Auffassung zu den Beweggründen von Glenn Beck. Diese interessieren mich auch nicht, weil ich außer Spekulationen wenig beitragen könnte. Haben Sie da handfesteres zu bieten?

    Für mich sieht es so aus, dass jeder in irgendeiner Form irgendeiner Gruppe und auch irgendeiner Lobby angehört. Das halte ich für völlig normal und in keiner Weise verwerflich. Was mich interessiert ist, welche Aussagen jemand macht und auf welche Informationen diese Aussagen gestützt sind. Wenn jemand anfängt über Beweggründe, Lobbyismus oder sonst eine Verknüpfung zu sprechen habe ich meist den Eindruck, dass man die Diskussion über die Argumente dieser Person vermeiden möchte.

    P.S.: Ich kann in dem Beitrag von John Stewart keinen wirklichen Widerspruch zu Glenn Becks Aussagen finden. Auch keine echte Ergänzung.

  17. Sehr geehrter Herr Kipp,

    wir stimmen absolut überein. Mir geht es auch gar nicht -- wer und warum jemand etwas tut. Im Endeffekt soll sich jeder selbst eine Meinung bilden.

    Ich wollte Ihren Ausführungen nur ergänzende Aspekte zuarbeiten, da sie aufgrund ihrer längeren Arbeit mit diesem Thema auf ein größeres Wissen aufbauen.

    Nichts für ungut.

  18. @ Urielignisdei #17

    Genau für diese Art von Diskussionen ist dieses Forum doch da. Wenn wir immer einer Meinung wären, bräuchten wir nicht zu diskutieren. Und auch die weiteren Informationen, die Sie hier eingebracht haben halte ich hierfür für sehr sinnvoll.

  19. Ausgewogener Artikel bei der Süddeutschen ohne die üblichen suggestiven Bewertungen:

    http://www.sueddeutsche.de/,ra1m1/politik/753/497062/text/

  20. Die oben aufgeführten Tatsachen zur Berichtserstattung ist ohne die visuelle Bestätigung unvollständig. Lassen wir sie also selbst kommen, unsere Medienhuren.

    I.d.S. und weiter so auf diesem Blog

  21. Nicht schlecht für ÖR !!

  22. Lieber Herr Kipp,
    Gut Ihr Artikel. Inhaltlich bin ich auf Ihrer Seite. Trotzdem einige Anmerkungen meinerseits.

    Sie äussern in dem Artikel die Vermutung, „dass sich unsere Medienschaffenden an den für sie geltendenPressekodex erinnern.“

    Ach kommen Sie, ich halte es für ausgeschlossen, ausgerechnet über den Pressekodex als Hebel die Medienschaffenden zur Öffnung Ihrer Berichterstattung zu bewegen. Diese freiwillige Selbstverpflichtung der Verleger und Journalisten wird nach jeweiligem Interesse und gesellschaftlicher Opportunität in der für die Journaille nützlichsten Weise „kreativ“ ausgelegt.

    Die Einhaltung des Pressekodex ist ja nicht von objektiven Parametern abhängig, sondern von naturgemäß schwammigen Definitionen. Schwammig deshalb, weil hier der gesellschaftliche Konsens massgebend ist. Nehmen Sie nur zum Beispiel die „Achtung vor der Wahrheit“ und die „wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit“. Es besteht erheblicher Spielraum darin, wie das verstanden und ausgelegt werden kann.

    Die Medienschaffenden sind ganz sicher mehrheitlich der Überzeugung sein, Ihre Berichte ständen im Einklang mit diesen beiden Punkten. Und wer als Journalist fest davon überzeugt ist, dass der Mensch Verursacher der Klimaerwärmung ist (trotz ClimateGate), der kann dann mit Fug und Recht behaupten, er beachte den Pressekodex.

    Vorstellbar ist natürlich, -- und sie weisen ja auf diverse Indizien hin -- dass die Damen und Herren Medienvertreter ihre Ansichten zur Klimaentwicklung an den öffentlichen Druck anpassen. Das ja. Aber was den Pressekodex betrifft, könnten Medienvertreter ggf. ohne mit der Wimper zu zucken darauf verweisen, sie hätten sich immer nach dem Pressekodex gerichtet, weil sie immer nach bestem Wissen und Gewissen das berichtet hätten, was sie für die Wahrheit hielten.

    Also nochmal: ich halte es für ausgeschlossen und unsinnig, mithilfe des Hebel „Pressekodex“ Druck auf die Journaille Druck ausüben zu wollen. Die werden nur durch gesellschaftlichen Druck veranlasst werden, ihre Ansichten zu AGW zu überdenken.

  23. Zu den Beiträgen in den öffentlich-rechtlich kontrollierten Medien:

    Vorerst sehe ich nur Bewegung im Bereich der ARD: die Kontrovers-Sendung kam vom Bayrischen Rundfunk (ARD, Regionalprogramm), . Eckehard Puls durfte sich auch nur im MDR Regionalprogramm äussern. Donald Becker riskiert seine öffentlich-rechtliche Zukunft im ARD Morgenmagazin. Die Tagesschau (ARD) berichtete nur soviel wie unvermeidlich, und das wohl ziemlich wahrscheinlich nicht aus eigenem Antrieb. Eine Hochburg ignoranter AGW-Fixierung bleibt aber nach wie vor das ZDF auf dem Mainzer Lerchenberg.

    Insgesamt sind diese wenigen Ausnahmen aber nicht mehr als Fussnoten. Das von den Öffentlich-Rechtlichen gezeichnete Klimabild bleibt insgesamt so hysterisch wie bisher. Das wird sich erst ändern wenn zu einer prominenten Diskussionssendung zum Thema Klima fachlich komptente AGW-Kritiker eingeladen werden, und zwar nicht nur als Feigenblatt-Staffage, sondern als gleichberechtigte Gesprächspartner, denen nicht das Wort abgeschnitten wird.

  24. @ Multiverus

    Volle Zustimmung. Ich denke dieser gesellschaftlich notwendige Druck ist durch die Online-Angebote der Printmedien schon vorhanden und wird dort vor allem in Form von Kommentaren zu den entsprechenden Artikeln genutzt. Dies kann den Medienmachern nicht entgangen sein. Statt der erwarteten Zustimmung ernten die Hyper-Artikel oft schwere und massive Kritik. Ist die Möglichkeit der Bewertung von Kommentaren gegeben, so ist auffällig, daß die kritischen Kommentare oft durchweg positiv bewertet werden, während die zustimmenden Kommentare negativ bewertet werden.
    Da die Medien wissen, daß nur sehr interessierte Mediennutzer auch die Online-Angebote benutzen, werden sie diesen Trend nicht ohne Beachtung lassen, da dies auch die potentielle Klientel für die Papierausgaben ist.

    Solange allerdings die „kritischen“ Beiträge in den Medien aber nicht inhaltlich fundiert und präzise sind, erhebt sich mir der Verdacht, daß man wieder einmal nur das Spiel der ach so kritischen und unabhängigen 4.Kraft für die Öffentlichkeit aufwerten möchte. Zum kritischen Journalismus gehört eben auch eine fundierte Sachkenntnis, die über das Zitieren aus sekundären Internetquellen hinaus gehen muß. Von Wissenschaftsredakteuren erwarte ich schlichtweg das Lesen der Originalpaper.

    Beste Grüße

  25. @ Multiverus

    Volle Zustimmung, über den Pressekodex wird man wohl kaum erreichen können, dass die Presse auch wirklich ihrer Informationspflicht nachkommt. Schließlich sind es die Medien selbst welche bestimmen, was für Meldungen von öffentlichem Interesse sind.

    Eine Möglichkeit, den Medienvertretern klar zu machen, dass die Öffentlichkeit an einer ausgewogenen Debatte zum Thema Klima interessiert ist, sind deren Foren im Internet. Und hier habe ich die gleiche Beobachtung wie Bibliothekar gemacht, nämlich dass alarmistische Artikel in so gut wie allen Medien heftige Kritik von Seiten der Leser erfahren und dass eine ausgewogene Berichterstattung zumeist ein sehr positives Echo findet.

    Was aus meiner Sicht allerdings viele Nachrichtenmagazine davon abhalten kann, „Klimakritisch“ zu berichten sind deren wichtigste Geldgeber. Und das sind nicht die Leser und Zuschauer, sondern die Anzeigenkunden. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass gerade von dieser Seite ein viel stärkerer Druck ausgeübt wird, als wir Konsumenten dazu in der Lage sind.

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