Climategate Medienschau

3. Dezember 2009 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Climategate

Fast zwei Wochen ist es jetzt her, dass vertrauliche E-Mails und geheimgehaltene Daten der Climat Research Unit (CRU) im Internet aufgetaucht sind. Und wer sich dort über Blogs und Foren informierte, der konnte erstaunliches darüber lernen, wie Daten manipuliert und unliebsame Kollegen mundtot gemacht wurden, oder auch dass manch ein Klimaforscher am liebsten „den Scheiß“ aus den Skeptikern herausprügeln würde.

CRU Daten sind ein Trümmerhaufen

Hatten viele bislang nur die Vermutung geäußert, in der Klimawissenschaft ginge es nicht immer mit rechten Dingen zu, so liegen dafür jetzt handfeste Beweise vor. Und auch wer gemutmaßt hatte, die Qualität der Daten auf denen die Ermittlung der globalen Temperatur beruht würde nicht unbedingt wissenschaftlichen Standards entsprechen, der konnte dies zum Beispiel in den Aufzeichnungen eines Programmierers der Climate Research Unit bestätigt sehen. Dieser arbeitet an dem Datensatz der Globaltemperatur, welchen die CRU bislang nicht an externe Forscher herausgeben wollte, weil diese darin Fehler finden könnten.

„We have 25 years or so invested in the work. Why should I make the data available to you, when your aim is to try and find something wrong with it?“

Und Sie hätten auch wohl einige Fehler gefunden. In den Aufzeichnungen eines gewissen Harry (die Datei heißt HARRY_READ_ME.txt), welcher die Aufgabe hatte den Datensatz auf Vordermann zu bringen, zeigt dieser mehrfach seine Verzweiflung über die schlechte Datenqualität mehr als deutlich.

„Oh, ****. It’s the bloody WMO codes again. **** these bloody non-standard, ambiguous,
illogical systems. Amateur hour again.“

Der Climategate Skandal war sicher auch nicht völlig unbeteiligt am Eklat, der sich gestern am anderen Ende der Welt zugetragen hat. Dort hat das australische Parlament zum zweiten Mal ein Gesetz zum Emissionshandel abgelehnt. Vorausgegangen war dem Ganzen ein handfester Streit in der australischen Liberalen Partei. Deren Führer Malcolm Turnbull war ein bekennender Befürworter des Emissionshandels und musste auf Druck der Partei vor 2 Tagen seinen Hut nehmen, nachdem einige Parteikollegen ansonsten mit der Niederlegung ihres Mandats gedroht hatten. Ersetzt wurde er durch den Skeptiker Tony Abbot.

Und auch die australische wissenschaftliche Gesellschaft CSIRO sorgt momentan für wenig positive Schlagzeilen. Deren Mitglied Clive Spash ist jetzt von seinen Ämtern zurückgetreten weil man eine von ihm erstellte Studie, in der er den Emissionshandel kritisiert hatte, an der Veröffentlichung hindern wollte. Zur Klärung des Sachverhaltes, Dr. Spash spricht offen von Zensur, wird jetzt eine Untersuchungskommission im Senat gefordert..

Wo man hinschaut wird betrogen

Sicher auch kein gutes Vorzeichen für Kopenhagen ist ein Skandal um CO2-Zertifikate, der jetzt ausgerechnet beim Gastgeber der Klimakonferenz Dänemark ans Licht gekommen ist. Dort wurden die CO2-Quoten von Personen mit gefälschten Adressen und von Firmen die sich bereits in der Insolvenz befinden, aber noch im Handelsregister standen, in den Handel gebracht. Ein Prinzip scheint sich wie ein roter Faden durch den gesamten klima-wissenschaftlich-politischen Komplex zu ziehen. Überall wird gelogen und betrogen, was das Zeug hält.

Aber das ganz bestimmt prominenteste Opfer der Climatregate-Affäre  hat sich jetzt mit der Zentralfigur des Skandals um die Klimadaten gefunden. Phil Jones, Direktor des CRU ist (zunächst) vorläufig zurückgetreten. Währen manche Forscher bereits seinen Skalp fordern und andere, wie etwa Michael Mann, sich nach Kräften von ihm distanzieren, hilft dieser derweil der Polizei bei ihren Ermittlungen.

Vielleicht sollte er besser helfen, die verlorenen Temperaturdaten wiederzufinden. Nachdem die CRU noch vor wenigen Tagen behauptete sie könne die Rohdaten zur Bestimmung der Globaltemperatur nicht zur Verfügen stellen, weil es Datenschutzrechtliche bedenken gäbe, ist momentaner Stand der Dinge, dass man die Daten irgendwann in den 80er Jahren einfach weggeworfen hätte. Eine Aussage, die vielen Schülern seltsam bekannt vorkommen könnte: „Der Hund hat meine Hausaufgaben aufgefressen“. Sollte sich dies bestätigen, so könnte das enorme Konsequenzen auf die Klimaforschung haben. Damit ließen sich die Temperaturdaten schließlich nicht mehr überprüfen und würden somit wissenschaftlichen Kriterien nicht mehr entsprechen. Ebenso wie die vielen Veröffentlichung, die auf eben diesen Daten beruhen.

In England berichteten Main-Stream-Medien über Skandal um Daten

ExpressIn England ist Climategate inzwischen in den Main-Stream-Medien angekommen. Der Dayly-Express brachte gestern auf seiner Titelseite einen Artikel mit eindeutiger Aussage: „The Big Climate Change’Fraud'“ war da in kapitalen Lettern zu lesen. Ein Umstand, der die Briten sicher nicht weniger skeptisch gegenüber der menschengemachten Globalen Erwärmung machen wird.

Hatte doch schon das Science Museum in London eine Bauchlandung erlebt, als es zusammen mit einer Ausstellung welche die menschliche Schuld am Klimawandel verdeutlichen sollte eine Umfrage gestartet hatte. Das Ergebnis sollte dem Britischen Parlament als Argumentationshilfe für  die Verabschiedung eines Klimagesetzes vorgelegt werden. Allerdings stimmten die Besucher des Museums auf der Webseite nicht unbedingt im Sinne der Initiatoren. Obwohl, wie inzwischen in der Klimawissenschaft wohl üblich, eine Anpassung der Daten vorgenommen wurde, haben am Ende mehr Menschen gesagt, dass die vorgelegten „Beweise“ sie nicht von der menschlichen Schuld überzeugen konnten. Professor Chris Rapley, Direktor des Museums sah darin vor allem eine Aufgabe, und zwar weitere „Aufklärung“ zu betreiben. Man habe den Menschen die Botschaft wohl noch nicht deutlich genug eingehämmert:

“More work needs to be done to convince people of the reality of human-induced climate change and of the urgency with which we must agree an international solution. Public organisations, like the Science Museum, have a responsibility to lay out the evidence and open up public discussion.”

Climategate in der deutschen Presse

So langsam fängt auch die deutsche Presselandschaft an, sich für den Skandal um die öffentlich gemachten E-Mails und Daten zu interessieren. War bislang höchstens der vermeintlichen Diebstahl der Dateien als Grund für eine Meldung, so hat der Rückzug von CRU Direktor Jones jetzt das Augenmerk auf den Inhalt des Datenpakets gelenkt. Zumindest Focus und die Welt haben sich inzwischen getraut auch einmal zu fragen, was denn in den E-Mails und Dateien drinsteht, wenn solch deutliche Konsequenzen gezogen werden.

Im Radio hingegen war der Skandal um die E-Mails und Daten überhaupt noch kein Thema und auch im Fernsehen suchte man nach dem Thema bislang meist vergeblich (Leider kann niemand, auch ich nicht, sämtliche Medien lückenlos verfolgen. Sollte Sie also Berichte gehört oder gesehen haben,  dürfen  Sie gerne im Kommentarbereich Hinweise geben). Einzige bislang bekannte Ausnahme im Deutschen Fernsehen war gestern Abend die Sendung Kontrovers vom Bayrischen Rundfunk. Dort wagte es tatsächlich einmal ein öffentlich-rechtlicher Sender unbequeme Fragen zur Klimawissenschaft zu stellen.

Deutlich kritikfähiger als noch vor wenigen Wochen muss sich diese Tage auch Al Gore zeigen. Währen ihm bislang auf seinen Vortragsreisen die Massen in Scharen zujubelten, ist inzwischen auch der eine oder andere Buh-Rufer zu vernehmen. Wie letzte Woche Dienstag, als Gore eine Autogrammstunde in einem Buchladen in Chicago eher fluchtartig verlassen musste. Auch seinen Auftritt bei der amerikanischen Comedy Sendung Saturday Night Live vor knapp zwei Wochen kann man getrost als Fiasko bezeichnen. Wollte Gore dort wohl lediglich sein Buch vorstellen und ein wenig auf die Gefahren des Klimawandels hinweisen, wurde er von den Machern der Sendung regelrecht vorgeführt. Leider ist das Video bei NBC nur von Computern mit US-Amerikanischer IP zu sehen. Hier ist ein Mitschnitt auf MyVideo:

eingebunden mit Embedded Video

MyVideo Direkt

Fans von Al Gore müssen derweil einen weiteren Rückschlag hinnehmen. Dieser hat jetzt eine in Kopenhagen mit 3000 Besuchern geplante öffentliche Veranstaltung  abgesagt. Gründe wurden bislang nicht genannt, die Eintrittsgelder von teilweise mehr als 1000 Euro werden allerdings zurückgezahlt. Möglicherweise fürchtet der Träger des Friedensnobelpreises, dass der berüchtigte Gore Effekt die Verhandlungen in Kopenhagen empfindlich stören könnte. Dieser bewirkt nämlich, dass es überall dort wo Big Al auftritt zu einer plötzlichen, lokal begrenzten, Abkühlung des Klimas kommt.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

9 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Sollte jemand mit einer US-Amerikanischen IP Adresse ein Möglichkeit sehen, das Al Gore SNL Video für Europäer verfügbar zu machen, würde das hier äußerst dankbar aufgenommen.

    If someone with an US-American IP-Address has the opportunity to make the Gore-SNL video available to European citizens, this would be highly appreciated.

  2. Das Al Gore SNL Video kann man hier herunterladen

    http://www.hahmed.com/vids/Gore_SNL_06_640.mov

    Ich werde mal versuchen es bei Youtoube einzustellen.

  3. Hochladen bei Youtube geht nicht.

    http://help.youtube.com/support/youtube/bin/answer.py?answer=58140&hl=de-DE

  4. Heute morgen kam im Morgenmagazin ein kleiner hinweis, dass da was von Klima Gate in einer Zeitung steht.
    Hörte sich an, wie ein erster schwacher versuch, das Thema in die Medien zu bringen.
    Hab leider nicht alles mitbekommen (zB in welcher Zeitung, auf welcher seite … wobei normal zeigen die ja immer Seite 1), wäre also für Hinweise dankbar.

  5. Das Al Gore SNL Video jetzt auch auf MyVideo

    http://www.myvideo.de/watch/7141128/Al_Gore_SNL

  6. Das Al Gore SNL Video jetzt auch auf Clipfish

    http://www.clipfish.de/video/3199133/al-gore-snl/

  7. @ Michael Krüger

    Das von Ihnen verlinkte Video ist ein älteres. Das von mir angesprochene ist jetzt oben zu sehen.

  8. Jetzt habe ich glaube ich das richtige Al Gore-Video aus der SNL-Show vom 21.11.2009

    http://www.myvideo.de/watch/7147629/Al_Gore_SNL_21_11_2009

    http://www.clipfish.de/video/3201065/

    Solle gehen.

    Youtube und Dailymotion löschen das Video ständig.

    Mit Hilfe der Software “Hotspot Shield” kann man es auf den US-Seiten ansehen.

  9. @ Michael Krüger

    Vielen Dank, ich habe das Video jetzt oben eingebunden.

Schreibe einen Kommentar