CO2: Warum Emissionen in den USA sinken, aber nicht in Europa

15. Juli 2012 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas

Von Michael Shellenberger und Ted Nordhaus

Es ist noch gar nicht so lange her, da wurden die USA als der globale Klimaschurke hingestellt, der sich weigerte, das Kyoto- Protokoll zu unterschreiben, während Europa den Handel mit Klimazertifikaten einführte. Allerdings ist, wie wir im Folgenden ausführen, etwas Bemerkenswertes passiert: Die Emissionen in den USA begannen bereits 2005 zu sinken, und es wird erwartet, dass sich diese Entwicklung im nächsten Jahrzehnt fortsetzt – während das europäische System des Handels mit Verschmutzungsrechten keinen messbaren Einfluss auf Emissionen hatte. Selbst das angeblich so grüne Deutschland wendet sich wieder der Kohle zu.

Und warum? Der Grund hierfür ist offensichtlich: Die USA profitieren von einer staatlich geförderten, über 30 Jahre angelegten technologischen Revolution, die die Versorgung mit Erdgas massiv erhöht und verbessert hat; und zwar in einem Maße, die es sogar im Vergleich mit Kohle billig machen. Der Gegensatz zwischen dem, was in Europa und dem, was in den USA geschieht, fordert all diejenigen heraus, die immer noch glauben, dass die Verteuerung fossiler Brennstoffe und der Handel mit Emissionsrechten für eine Reduzierung von Emissionen wichtiger seien als direkte und dauerhafte öffentliche Investitionen in technologische Innovation.

Jenseits des Zertifikathandels: Ein neuer Weg zu sauberer Energie

Damit hatten sie nicht gerechnet: Während Umweltschützer im Kongress noch versuchten, CO2-Emissionen zu begrenzen und zu verteuern, begannen die Emissionen bereits zurückzugehen. Die Verringerung begann schon im Jahr 2005 und beschleunigte sich nach der Finanzkrise. Die Schätzungen der US-amerikanischen Energieinformationsbehörde EIA gehen zurzeit davon aus, dass die Emissionen in den USA in den nächsten Jahren weiter sinken und für ein weiteres Jahrzehnt oder länger auf niedrigem Niveau verharren werden.
Die naheliegende Ursache für den Rückgang der letzten Jahre war wohl die Rezession und die langsame wirtschaftliche Erholung. Der Grund für die Prognose der EIA für einen längerfristigen Rückgang von zehn Jahren oder mehr ist jedoch der Überfluss an billigem Erdgas, mehrheitlich aus unkonventionellen Quellen wie Schiefer, der die Perspektive für Amerikas Energiezukunft der nächsten Jahrzehnte grundlegend verändert hat. (Hier weiterlesen)

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