Das Artensterben, der Klimawandel und das IPCC – Teil 1

23. November 2014 | Von | Kategorie: Blog

440px-Mamut_enano-Beringia_rusa-NOAA

angeregt durch den Artikel von Quentin habe ich begonnen den IPCC Bericht zum Thema Artensterben zu lesen. Das wird jedoch einige Zeit in Anspruch nehmen.

Deshalb möchte ich zunächst an dieser Stelle den zusammenfassenden Befund zur Diskussion stellen den ich im AR 5 finde.

Vor allem aber auch zur Diskussion anregen wie wissenschaftlich gesehen Artensterben überhaupt beobachtet wird.

In den Medien ist der Zusammenhang ja längst klar. Hier auf n-tv online liest man:

Der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Artensterben ist schon lange bekannt. Die größte Bedrohung für Tiere und Pflanzen ist dabei aber nicht die Erderwärmung, wie neue Studien jetzt herausgefunden haben.

Nun ja schauen wir mal was das IPCC dazu sagt.

Zum Aussterben von Arten liest man im Fullreport WG2 AR5 S.990:

For those species where climate change has been invoked as a causal factor in extinction (such as for the case of Central American amphibians), there is low agreement among investigators concerning the importance of climate variation in driving extinction and even less agreement that extinctions were caused by climate change (Pounds et al., 2006; Kiesecker, 2011). Confidence in the suggested attribution of extinctions across all species to climate change is very low (see also Section 4.3.2.5).

Das steht also folgendes. Für Arten für deren Aussterben sich ein Wissenschaftler auf den Klimawandel berufen hat, herrscht wenig Übereinstimmung zwischen verschiedenen Fachgruppen.

Ich interpretiere das so: Klimawandel wurde zwar als Ursache vorgeschlagen, aber mehr als eine Vermutung oder Möglichkeit ist das nicht.
Wenn ich die IPCC Metrik (very low: less than 1 out of 10 chance, also eigentlich die Chance Null von Zehn, da es ja natürliche Zahlen sind in der Tabelle des IPCC) richtig verstehe dann bedeutet “very low confidence” in diesem Zusammenhang, dass nur ein sehr geringes Vertrauen darin da ist mit den vorgeschlagenen Zuordnungen des Artensterbens zum Klimawandel überhaupt richtig zu liegen.

Das bedeutet aber, das der Klimawandel als Ursache für das Aussterben von Arten bisher nicht direkt nachgewiesen werden konnte. Das bedeutet aber auch das ein projiziertes Aussterben von Arten als Funktion des Klimawandels sehr unsicher ist.

Vielleicht wissen aber unsere Leser mehr. Vielleicht sind ja Biologen unter unseren Lesern und möchten sich beteiligen oder können Zitate zur Verfügung stellen.

Mich interessieren hier die folgenden Fragen:

Wie misst man überhaupt das Aussterben einer Art.

Wie ordnet man dieses Aussterben dem Klimawandel zu?

Was bedeutet eigentlich Klimawandel in bezug auf das Aussterben einer Art? Denn es kann ja lokal wärmer oder kälter, feuchter oder trockener werden.

Zusammenfassend komme ich zu dem Schluss, dass der Zusammenhang zwischen Klimawandel und Aussterben von Arten nicht mehr als Spekulation ist.

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

35 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Per Twitter weitergeleitet an Axel Bojanowski und Hermann Ott
    https://twitter.com/QQuencher/status/536631402604032000

  2. „Denn es kann ja lokal wärmer oder kälter, feuchter oder trockener werden.“ Das passiert ohnehin periodisch täglich (kalt/warm und saisonal kalt/warm. feucht/trocken, lange Tage/kurze Tage, viel Sonne/wenig Sonne) und über Jahrzehnte hinweg.

  3. Man könnte natürlich konstruieren:
    Arten, die von Windmühlen geschreddert aussterben sind dem Klimawandel zu zurechnen, gleiches gilt für den Eingriff in Naturschutzgebiete um die Windmühlen dort aufzustellen oder das Roden von Urwäldern wegen der für die Energiewende notwendigen Ölpalmen- und Zuckerrohrplantagen.

    Lustig ist es, wenn „ausgestorbene“ Arten nach Jahren wieder auftauchen, weil man vorher nicht richtig nachgesehen hat 😀

  4. Hallo Herr Gans,

    Die Arten die von den Windmühlen geschreddert werden sind Kollateralschäden des Klimawandels

    Da ist eine weitere interessante Frage. Wie lange muss man eigentlich beobachten, um herauszufinden, dass eine Art durch den Klimawandel ausgestorben ist. Vermutlich 60 Jahre. Das gibt dann ja ganz schön lange KlimaJunggesellenarbeiten.

    Was auch erschwerend hinzukommt ist folgender Zusammenhang. Nehmen wir an eine Art stirbt wegen dem Klimawandel aus. Dann kann plötzlich eine Art die Nische besetzen die ohne den Klimawandel vielleicht ausgestorben wäre. Diese Art wirkt wiederum als Stressfaktor für eine dritte Art die dann wieder ausstirbt. Diese Art wiederum war Nahrung für eine vierte Art die dann ausstirbt, weil sie nichts mehr zu fressen hat. So wird praktisch durch das Aussterben einer einzigen Art eine Kette von Folgeausterbungen in Gang gesetzt. Im Grunde könnte also der Klimawandel alle Arten aussterben lassen. Das ist ja das schöne an den Klimawandelspekulationen, da können viele Klimabachelorarbeiten am PIK mit vermutet werden.

    Das IPCC schreibt ja dass man im Grunde das Aussterben keiner einzigen Art dem Klimawandel zuordnen. In den Medien wird längst was anderes als Wissen verkauft, wie man aus dem von mir verlinkten n-tv Artikel sieht.

    Grüße
    Günter Heß

  5. Auch der Mensch in seiner heutigen Form wird eines Tages auf diesen Planeten aussterben und keiner wird dies beweinen. Die Evolution kennt keinen Stillstand. Und zur Evolution gehört das Anpassen genauso dazu wie das Aussterben. Aus Anpassung und Aussterben geht in der Evolution etwas „NEUES“ hervor. Somit ist der Tod (AussterbenI der Anfang von etwas Neuen (Geburt). Ganz einfach, oder!?

  6. Heute Morgen, noch im Bett zuckte ich zusammen. Die Weltbank sieht die Lage an der Klimafront kritisch. Bei den Fernsehnachrichten im Morgenmagazin dann Entspannung. Unser Freund Sch… vom PIK hat einen weiteren alarmistischen Bericht (ungefragt? währe noch wichtig) an die Weltbank geschickt. Ja für die vielen Fördermittel von uns Steuerzahler (ungefragt!) muß man schon liefern. Alle funktionierenden, also nicht die „fallen states“ -- auch eine Art Evolution -haben die Pflicht zur Daseinsführsorge für Ihre Bürger. Z.B. Bildung, Gesundsheitsfürsorge und sichere, bezahlbare Energieversorgung als Grundlage für alles, seit dem ersten Feuer in der Höhle. Den Rest richtet „Darwin“. Deshalb gibt es Namibelefanten und Srilanka Elefanten. Letztere würden es in Namibia nicht lange machen. Unsere Ökos werden es in erdgeschichtlichen Zeiträumen mit Sicherheit nicht machen. Auch Ötzi ist nicht so richtig gesund und alt (nach unserem Verständnis) gestorben. Den Ötzi habe ich schon weit überlebt, beim hochsubventionierten „Grüni“ muß ich als Selbstzahler noch abwarten.

  7. @ Reichart:

    Unser Freund Sch… vom PIK hat einen weiteren alarmistischen Bericht (ungefragt? währe noch wichtig) an die Weltbank geschickt.

    Nein, hat er nicht. Er hat dem Vernehmen nach (so steht es jedenfalls in verschiedenen Print-Berichten) die Zusammenfassung der IPCC-Berichte für die Weltbank noch einmal neu zusammengefaßt. M.a.W.: Keine neuen Erkenntnisse, aber eine neue Gelegenheit für Berichterstattung auf Basis der Zusammenfassung der Zusammenfassung.

  8. …aber eine neue Gelegenheit für Berichterstattung auf Basis der Zusammenfassung der Zusammenfassung.

    Ja als Bayer sage ich da jetzt, anstelle Sch…: “ I kenn doa oan, der wo oan kennt und der hot amoi was gschriebn und deas g’langt mer leicht, daß mei depperts Instutut sei Geld kriagt. Verdeana muaß i ja nix, weil mia soviso zoilt wern. Ja mai, wenns in Berlin so deppert san, nacha nemma deas Goild hoit mit.“
    Von SWR bis ARD sind mal wieder alle „Gehirmwäscher“ auf die Methode hereingefallen. Was ist hängengeblieben: Weltbank -- Gefahr -- Klima -- wo bleibt mein Geld -- besser jetzt etwas bezahlen, bevor alles weg ist? Das Geschäftsmodell der Alarmisten. Bei Miiliarden bleibt für den Oportunisten/Okoprofiteur auch noch etwas hängen. Die arme Haut, hier siehe oben Elefant, kümmert von diesen „netten“ Mitmenschen doch wirklich keinen. Aber wieder als Bayer: Jetz‘ schau mer mol, na‘ segn mer scho, wer übrig bleibt und wen’s derwischt! An Chinesen scho a, aber von dene bleib’n mehra üaber. Wieder Darwin, ohne CO2 und Alarmismus.

  9. @ Günter:

    Wie misst man überhaupt das Aussterben einer Art.

    Das ist wohl die Kernfrage. Rein von der Methodik her habe ich da keine Ahnung (wahrscheinlich geht es über einen Zeitraum, in dem man eine bekannte Art nicht mehr auffindet). Interessant sind dabei vor allem die Aussterberaten von Arten, die man nicht kennt (und das sind schließlich fast alle). Die werden ja nur hochgerechnet, auf Basis irgendwelcher Plausibilitätsbetrachtungen.

    Berichte aus der Vergangenheit sind außerdem mit großer Skepsis zu betrachten, da frühere Naturforscher Populationen oft als eigenständige Arten identifiziert haben, obwohl es nach modernem Verständnis gar keine solchen sind. Wobei natürlich die Problematik bis heute besteht: Was eigentlich ist eine „Art“? Bzw.: Wann gehören zwei Individuen derselben Art an -- und wann nicht? Wenn man bspw. fordert, zwei Individuen gehören derselben Art an, falls sie miteinander wiederum zeugungsfähige Nachkommen zeugen können, wären Löwen und Tiger derselben Art zuzuordnen, Pferde und Esel aber nicht…Sind Mammuts und Elefanten nicht eigentlich nur zwei Populationen derselben Art? Ist das Mammut eine ausgestorbene Art, obwohl doch Elefanten weiterhin existieren -- und nebenbei theoretisch Mammuts austragen könnten?

    Das führt zum Unterschied zwischen Genotyp und Phänotyp. Genotypen können eigentlich nur auf der Ebene von Familien (mindestens mal drei Ebenen über der „Art“) aussterben. Die genetische Information geht ansonsten nicht verloren. Viele Arten sind ja nicht ausgestorben, sondern in veränderter phänotypischer Form nach wie vor vorhanden. Anders ausgedrückt: Der Prozeß des „Aussterbens“ schließt oft eine Weiterentwicklung ein. Der Homo Sapiens ist aus dem Homo Erectus hervorgegangen, ist letzterer daher wirklich im klassischen Sinn „ausgestorben“? Wenn man unter einem „Dinosaurier“ ein „warmblütiges Reptil“ versteht, dann sind auch diese nicht ausgestorben. Sie heißen heute „Vögel“.

    Wenn man jetzt noch beachtet, daß klimatische Veränderungen ein wesentlicher Treiber der Evolution sind, dann wird die ganze Angelegenheit vollends absurd. Hinter der ganzen Debatte über das Artensterben steckt ein stark kreationistisches Moment. Man spricht ja auch oft von der „Schöpfung“ und weist jeder Art einen Wert an sich zu.

    Der Mensch hat sich bislang anders verhalten. Er hat seine Umwelt seinen Vorstellungen angepaßt, indem er beispielsweise nützliche Arten unterstützt/erhalten/entwickelt (durch Züchtung) und weniger nützliche ignoriert oder gar bekämpft hat. Das „Artensterben“ ist eine Art religiöses Glaubensbekenntnis. Nämlich dahingehend, daß der Mensch die Umwelt nicht verändern, sondern sie in ihrem gegenwärtigen Zustand erhalten solle. Warum aber diese aktuelle Umwelt (bspw. die klimatischen Rahmenbedingungen und die heutige Struktur der Biosphäre) besser sein soll als vergangene oder mögliche zukünftige bleibt offen.

    Vielleicht ist eine trockene, warme, von vergleichsweise wenigen Arten bevölkerte Savannenlandschaft die optimale Umgebung für den Menschen. Denn immerhin hat sich die Evolution von den Hominiden bis hin zum Homo Sapiens wahrscheinlich in genau einer solchen Umwelt abgespielt. Und eben nicht in den feuchten Wäldern des Nordens oder der äquatorialen Zone -- und vor allem auch nicht in den Polarregionen.

  10. Wie misst man überhaupt das Aussterben einer Art.

    Vielleicht mit dem gesunden Menschenverstand.

    Nach dictio der Ökos sterben täglich bis zu 150 Arten aus . http://www.artenschutz.info/einfuehrung/artensterben.htm

    Seit der Konferenz von Rio müssten demnach ca. 1.2 Millionen Arten ausgestorben sein. Fragt man aber so einen Öko nach nur 5 Namen von Arten, die innerhalb der letzten 10 Jahre nachweislich ausgestorben sind (nicht reginoal verdrängt wurden), sieht man anstelle einer Antwort meist nur das Gaumensegel der Gegenübers.

    Selbst NABU und wwf müssen schon weit in die letzetn Jahrzehnte und Jahrhunderte gehen, um ein paar Arten aufzeigen zu können. Auch die NGOs sind sehr schnell beim Thema „Auerochse“, oder man behauptet einfach, dass die vielen aussterbenden Arten einfach noch gar nicht bekannt sind.
    http://www.nabu.de/themen/artenschutz/rotelisten/12895.html

  11. Bezüglich Artensterben kann ich mich an einen Beitrag von Willis Eschenbach auf WUWT erinnern.
    Da finden sich auch Hinweise, dass etliche alarmistische Studien mit einer „Habitat reduction“ arbeiten und auf dieser Basis Schätzungen und Hochrechnungen anstellen.
    http://wattsupwiththat.com/2010/01/04/where-are-the-corpses/

  12. Das Aussterben einer Art gibt es ja in diesem Sinne (Evolutionssinn) nicht, da die Art in der nächsten Art weiter existiert.
    Mit der Geburt unseres Stern „Sonne“ ist die Evolution in Gang getreten. Und mit dem Untergang der Sonne wird dieser Prozess dann auch beendet. Jedenfalls in diesem Sonnensystem. Die Anpassung an die Umwelt ist es, die Arten durch die Evoltuion aussterben und gleichzeitig weiterleben lässt. Nur eben nicht in der uns bekannten Art, sondern in einer angepassten Art.

  13. @Peter Heller #9

    Viele Arten sind ja nicht ausgestorben, sondern in veränderter phänotypischer Form nach wie vor vorhanden. Anders ausgedrückt: Der Prozeß des “Aussterbens” schließt oft eine Weiterentwicklung ein. Der Homo Sapiens ist aus dem Homo Erectus hervorgegangen, ist letzterer daher wirklich im klassischen Sinn “ausgestorben”?

    Die Artenbildung erfolgt in der Regel durch Abtrennung von der alten Art in einer der vielen Variationen der Isolation, die sich dann unabhängig von der alten Art weiter entwickelt. So gesehen ging der Homo sapiens nicht aus dem Homo erectus „hervor“, sondern er spaltete sich vom Homo erectus ab und entwickelte sich weiter ohne dass Homo erectus deswegen gleich ausgestorben wäre. Ein zeitgleiches Auftreten in unterschiedlichen Habitaten ist also durchaus vorstellbar.

  14. Nachtrag zu meine #3

    Lustig ist es, wenn “ausgestorbene” Arten nach Jahren wieder auftauchen, weil man vorher nicht richtig nachgesehen hat

    Dazu folgender Artikel:
    Vermeintlich ausgestorbene Tiere leben noch

    „Unsere Ergebnisse, wonach Säugetiere, deren Verschwinden auf den Verlust von Lebensraum zurückgeführt wird, am ehesten wieder entdeckt werden, legen nahe, dass die Zahl der durch Lebensraumverlust ausgestorben geglaubten Tiere wahrscheinlich überschätzt wird“, schreiben Diana Fisher und Simon Blomberg.

  15. @ Gans:

    Das ist mir schon klar. Die Frage, die ich stellen wollte war: Wieviel „Homo-Erectus-Erbgut“ tragen wir alle noch mit uns herum? Wahrscheinlich nahezu das komplette Genom…

    Ich denke allerdings, die Artenbildung durch genetische Drift ist entscheidender als die durch geographische Isolation.

    So gesehen ging der Homo sapiens nicht aus dem Homo erectus “hervor”

    Ich denke aber doch, daß man den Begriff „hervorgehen“ dafür verwenden kann, wenn sich aus einer geographisch isolierten Population einer Art eine neue Art entwickelt. Die schiere Menge der beteiligten Individuen spielt nicht die entscheidende Rolle.

  16. @Günter Heß

    Wie misst man überhaupt das Aussterben einer Art.

    So jedenfalls nicht:

    Manche wurden einfach nie gesucht, andere an den falschen Orten. Viele der Lurche kennt man nur von ein, zwei Museumsexemplaren – nichts ist bekannt über ihr Verhalten oder ihren bevorzugten Lebensraum

    Die Rückkehr der Ausgestorbenen

  17. Noch eine Ergänzung:

    Mein Lieblingsbeispiel ist (natürlich) der Eisbär. Ist er eine eigene Art? Oder ist er eigentlich nur ein Braunbär? Nach allem, was man weiß, ist die Entwicklung von Braunbären zu Eisbären extrem schnell vorangeschritten. Nehmen wir mal an, die Nordpolregionen würden tatsächlich über kurz oder lang eisfrei. Wie lange würde der Eisbär wohl brauchen, um sich umzustellen? D.h. auf dem Land und an der Küste jagen (nach allem, was ich gelesen habe, gibt es durchaus schon immer Beobachtungen von Eisbären, die weit im Landesinneren Karibus jagen) und natürlich dann auch seine Fellfarbe wieder ändern?

    Eisbären und Braunbären vermischen sich ohnehin, im Zoo sowieso und in der Natur auch. Vielleicht würde sich der Eisbär durch Vermischung eben sehr schnell wieder zu Braunbären entwickeln, möglicherweise sogar zu einem effektiveren Braunbären. Reine Spekulation, natürlich, aber was ich damit anregen will ist der provozierende Gedanke, daß der Genotyp entscheidender ist als der Phänotyp, wenn es um die Definition der „Art“ und damit auch des „Artensterbens“ geht…

  18. Mich interessieren hier die folgenden Fragen:

    Wie misst man überhaupt das Aussterben einer Art.

    Wie ordnet man dieses Aussterben dem Klimawandel zu?

    1. Wenn keine reproduktionsfähigen Einheiten mehr zustande kommen. Da kann es durchaus noch Einzelexemplare geben, die vermehren sich aber nicht mehr oder nicht ausreichend. Das kann der Zusammenbruch sozialer Strukturen, wie großer Herdenverbände mangels Individuen sein, oder dass die Individuen einfach zu weit voneinder entfernt sind, um sich zu finden.

    Bei großen Tieren ist es einfach, die Bestände einfach zu beobachten, bei kleineren Tieren ist es tatsächlich so, dass totgeglaubte wieder auf der Bildfläche erscheinen, weil man nicht alle Habitate überblicken kann.

    2. Das geht IHMO nicht. Die Ursachen sind meist komplexer Natur, außer wenn man die Ursachen wirklich genau kennt, die bspw. exzessive Jagd, wie das bei der amerikanischen Wandertaube der Fall war. Bzgl. Klimawandel müsste dieser zu einem Verschwinden ganzer Lebensräume führen, wollte man ihn monokausal für Aussterbeereignisse verantwortlich machen. Erdgeschichtlich betrachtet war das allerdings schon mehrfach der Fall. So weit ich das überblicke, waren das meist Abkühlungen des Klimas und damit einhergehend großflächige Änderung der Flora mit Wirkung auf die Fauna. Man muss halt mal schauen, wo die Biodiversität höher ist, in den Tropen oder in der Tundra…..

  19. Versuch zur Relativierung der Panikaussage: Massenaussterben durch Klimawandel

    Im Verlauf der Evolution ist das Aussterben von Arten kein seltenes Ereignis gewesen. Man nimmt an, dass die heute auf der Erde existierenden Tier- und Pflanzenarten nur etwa 1% aller jemals vorgekommenen Arten ausmachen. Anders formuliert: 99% aller Arten sind ausgestorben, die Biodiversität wurde um 99 % verringert. Das Aussterben ist zudem ein ziemlich häufiger Vorgang im Verlauf der Entwicklungsgeschichte.

    Ursachen für das Artensterben. Ursache dafür war und ist das Verschwinden ökologischer Nischen und/oder die fehlende Fitness jener Organismen, sich an veränderte Umweltbedingungen schnell genug anzupassen. Daneben können Krankheiten, Seuchen oder starkes Ausbreiten von Parasiten das Aussterben von kleinen Gruppen verursachen. Ein weiterer Grund kann das Auftreten überlegener Konkurrenzformen sein.

    Einige Arten konnten darüber hinaus deshalb ausgestorben sein, weil sie entwicklungsmäßig in eine „Sackgasse“ gerieten. Das Geweih des Riesenhirsches konnte jedenfalls wegen der enormen Breite und des großen Gewichts die Ursache für den Untergang dieser Art gewesen sein. Ebenso erscheinen die riesigen Eckzähne der Säbelzahntiger für die Jagd eher hinderlich. (Bei beiden Beispielen kann man annehmen, dass solche Strukturen Selektionsvorteile bei der Paarung verschafften, sodass die entsprechenden Merkmale immer extremer wurden, bis die Arten keine Überlebenschancen mehr hatten.)

    Globale Massensterben. Man ist sich sicher, dass im Laufe der Phylogenese mehr als zwanzig Mal Ereignisse eintraten, die globales Massenaussterben zur Folge hatten, wobei in der Regel bis zu 95% der jeweils vorhandenen Arten weltweit verschwanden. Beispiele:

     am Ende des Kambriums etwa 80 % aller Tierarten
     am Ende des Perms 95 % aller Meeres- und 66 % der landlebenden Organismen
     am Ende der Kreidezeit (vor 65 Millio. Jahren) waren mehr als 50 % aller irdischen Lebewesen betroffen, bekannteste Vertreter: die Dinosaurier

    Verursacher dieser Extinktionen:

     energiereiche Meteoriteneinschläge
     starker Vulkanismus
     abrupter Klimawandel
     extraterrestrische Strahlungseinflüsse
     Umkippen des Magnetfeldes der Erde usw

    Ungeachtet der Tatsache, ob der Massentod aus dem All oder „planetengemacht“ initiiert wurde, scheint während der organismischen „Erholungsphase“ ein beschleunigter Evolutionsverlauf mit neuen, besser angepassten Arten die jeweils entstanden Nischen wieder besetzt zu haben. 
    Lassen sich demnach Artensterben als biologisch stimulierende Ergeignisse deuten ?!!
    Ist das Aussterben von Arten gar nicht so überaus negativ zu sehen, sondern im Gegenteil ganz positiv, als Muss ??!

    Das ist schon keine Biophilosophie mehr, das ist erwiesene und stattgefunden habende Realität und höhere Evolutions-Taktik.

    Lasst Euch nicht so viel Angst machen !!

  20. Das Geweih des Riesenhirsches konnte jedenfalls wegen der enormen Breite und des großen Gewichts die Ursache für den Untergang dieser Art gewesen sein.

    Solange der mit seinem Riesengeweih in der Kaltsteppe lebte, war es wohl kein Problem. Als sich das Klima am Ende der Vereisung änderte und die Wälder wieder die Oberhand gewannen, war er schlicht zu sperrig geworden. Also Klimawandel als Aussterbeursache, da hamwers ja! ;D

  21. @Peter Heller #17
    Eigentlich ist der Eisbär ein schlechtes Beispiel, denn Probleme hat er, wenn das Eis zu dick ist 😀

    In a July article on her website, Crockford explains why the colder temperatures yearned for by global warming alarmists may negatively affect polar bear populations. Crockford explains that extended periods of thick sea ice extending south to Arctic shorelines may negatively impact ringed seal populations. Because ringed seals are the only prey species readily available to female polar bears giving birth to cubs on shore or on sea ice near shore, long periods of thick ice near Arctic shores can pose grave threats to polar bear populations. The recent disappearance of ringed seals from Beaufort Sea shores during periods of exceptionally thick sea ice appear to verify Crockford’s observations.

    Good News For Polar Bears Is Bad News for Global Warming Alarmists
    Das würde erklären, warum die Populationen, ca 5000 Exemplare in in den 60igern auf mittlerweile wieder annähernd 25 -- 30.000 Exemplare angewachsen ist.
    Darüber hinaus scheint es evident, das es Eisbären schon sehr viel länger gibt, als bisher angenommen.

    New genetic analysis pushes that estimated divergence back to 4-5 million years ago, though there seems to have been a significant level of interbreeding between the two species over time. Another important finding is that the polar bear population underwent a significant contraction around 500,000 years ago. According to this new information the polar bear has been around for much longer than previously thought, implying that it has survived many interglacial warm periods. In other words, those who think the polar bear cannot survive the shrinking of Arctic ice packs are dead wrong.

    Rethinking Polar Bear Evolution

    Ergänzend:

    The analysis also showed that polar and brown bears have intermittently interbred since their initial divergence, and that populations of polar bears have see-sawed over the past million years in tandem with the climate. Polar bear numbers dropped during warm periods but bounced back with prolonged ice ages -- most noticeably during a period of cooling between 800,000 and 600,000 years ago (Proceedings of the National Academy of Sciences, DOI: 10.1073/pnas.1210506109).

    Hardy polar bears have survived past global warming

  22. @Peter Heller #15

    Ich denke allerdings, die Artenbildung durch genetische Drift ist entscheidender als die durch geographische Isolation.

    Erst erfolgt die Isolation, welcher Art auch immer, dann die genetische Drift in der neuen ökologischen Nische durch die Anpassung an die anderen / neuen ökologischen Gegebenheiten.
    Natürlich kann eine Mutation auch dazu geführt haben, dass keine Nachkommen mehr gezeugt werden können, dann haben wir auch eine Isolation. Oder auch nur die Zeiten der Ovulation divergieren, auch das ist eine Isolation, die zur Bildung neuer Arten führen kann.
    Keine Ahnung, ob der erectus ganzjährig fruchtbar war, der Homo sapiens ist es und hätte dann einen Evolutionsvorteil durch die größere Zahl von Nachkommen.

  23. @Rolf Krahmer #19
    Das Merkmal der Evolution ist ja nicht der Stillstand, sondern das Neue immer wieder vergehen zu lassen, damit neues entsteht. Die Anpassung an den jeweiligen Stand/Zustand der Sonnen-Erdentwicklung. Dies bestimmt den Rahmen in dem die Anpassung (Evolution=Spiel bzw. Sinn des Leben) statt findet. Und diesen Rahmen bestimmen wir hier auf der Erde in der Form von Klimazonen bzw. Warm und Kalte Erdzeiten. Dinosaurier waren würden bestimmt in der heutigen „kalten“ Erdzeit bzw. CO2 armen Zeit keine Evolutionären Rahmenbedingungen vorfinden…..

  24. Tier- und Artenschutz gehört ja zu klassischen Umweltthemen. Das bewegt manche Leute mehr, als das Wohlergehen von Menschen, also ist die Versuchung auch groß, dieses Thema in den Klimawandelalarmismus zu integrieren. Als das Waldsterben noch in aller Munde war, wurden Liedchen wie »Karl der Käfer« populär. Es werden eben immer wieder Verknüpfungen hergestellt die vordergründig logisch erscheinen, weil sie eben in das entsprechende Weltbild passen (passiert bei den Skeptikern auch -- wir sollten uns daher vor Hochmut schützen). Bei genauerem hinsehen passt aber so manches nicht zusammen.

    Momentan geht es ja auf der Welt recht turbulent zu, Krisenherde und Kriege an jeder Ecke. Also ist auch hier die Versuchung groß, sich dieses Thema zu bemächtigen.

    Das Artensterben werde zunehmen, es drohten Einbußen bei Fischerei und Landwirtschaft und in der Konsequenz Hungersnöte. Schon heute würden Phasen extremer Hitze zu einer höheren Sterblichkeit in Nordamerika und Europa führen. Der Weltklimarat prophezeit mehr Armut, Flüchtlinge und Bürgerkriege infolge der Extremwetter.
    http://www.zeit.de/wissen/umwelt/2014-11/ipcc-bericht-klimawandel

    oder hier:

    Ban sagte zur Eröffnung des Klimagipfels in New York, noch nie habe sich die Menschheit solch einer Herausforderung gegenüber gesehen. Der Klimawandel bedrohe den Frieden, den Wohlstand und die Chancen für Milliarden Menschen.
    http://www1.wdr.de/radio/nachrichten/wdr345/radiohomepage185646_mon-082014_tag-23092014.html

    Auch das wird sich bei näherer Betrachtung nicht halten lassen, prophezeie ich jetzt mal. Aber da wären wir schon bei der nächsten Frage: Prophezeit der IPCC tatsächlich dass der Klimawandel den Frieden bedroht, oder ist das nur wieder eine Interpretation von Politikern? Aber so oder so ist es lächerlich. Mich würde aber trotzdem nicht wundern, wenn wir in nächster Zeit öfters von der Verknüpfung Klimawandel und Krieg hören werden. Ist eben gerade aktuell das Thema, spricht Ängste an, ist also geeignet zur Propaganda.

  25. @ Gans:

    Danke für die Info über den Eisbären. Tja, da war ich nicht auf dem neuesten Stand. Ich war noch auf dem Stand, der da sagt, Eis- und Braunbär hätten sich erst vor wenigen einhunderttausend Jahren getrennt.

    Ich denke aber, die genetische Drift funktioniert auch ohne Isolation sehr gut, wenn sich die Umweltbedingungen ändern.

    @ Constanze W.:

    Wenn keine reproduktionsfähigen Einheiten mehr zustande kommen. Da kann es durchaus noch Einzelexemplare geben, die vermehren sich aber nicht mehr oder nicht ausreichend. Das kann der Zusammenbruch sozialer Strukturen, wie großer Herdenverbände mangels Individuen sein, oder dass die Individuen einfach zu weit voneinder entfernt sind, um sich zu finden.

    Ja, das ist klar. Aber das beantwortet die Frage nicht. Einige Hinweise findet man hier:

    http://www.iucnredlist.org/technical-documents/categories-and-criteria/2001-categories-criteria#critical

    A taxon is Extinct when there is no reasonable doubt that the last individual has died. A taxon is presumed Extinct when exhaustive surveys in known and/or expected habitat, at appropriate times (diurnal, seasonal, annual), throughout its historic range have failed to record an individual. Surveys should be over a time frame appropriate to the taxon’s life cycle and life form.

    Wie genau die „surveys“ also aussehen müssen, ist ersten von der betrachteten Art abhängig und zweitens vom Gutdünken der menschlichen Forscher. Es gibt kein wirklich valides Meßverfahren, das mit absoluter Sicherheit das Aussterben einer Art feststellen kann.

    Weiter unten auf der Seite finden sich aber noch genauere Vorschriften, wann welches Label der Gefährdung vergeben werden kann. Zu lang, um es hier hineinzukopieren.

    Und es bleibt eben auch immer noch das Problem, daß man auf diese Weise vielleicht das Aussterben von Populationen halbwegs genau registrieren kann. Da es aber keine exakte Definition der „Art“ gibt, ist es mit diesen eben schwierig. Schwieriger jedenfalls, als die breite Öffentlichkeit glaubt. Und das ist der Punkt.

  26. @Peter

    Hinter der ganzen Debatte über das Artensterben steckt ein stark kreationistisches Moment. Man spricht ja auch oft von der “Schöpfung” und weist jeder Art einen Wert an sich zu.

    Dazu kommen die fehlerhaften Narrative wie „Gleichgewicht der Natur“ und „Im Einklang mit der Natur“ die ein statisches Weltbild vermitteln das nicht existiert. Die Grünen, den NABU, etc verbreiten diese fehlerhaften Bilder seit Jahrzehnten.

    Grüße
    Günter

  27. @Peter Heller #25

    Ich denke aber, die genetische Drift funktioniert auch ohne Isolation sehr gut, wenn sich die Umweltbedingungen ändern.

    Ganz so einfach ist das nicht.

    Unter Gendrift versteht man die zufällige Veränderung der Genhäufigkeit eines bestimmten Allels innerhalb einer Population. Besonders bei kleinen Populationen ist der Gendrift bedeutend, weil Allele relativ schnell aus dem Genpool der Population verschwinden können.. Aber auch das genaue Gegenteil ist möglich, nämlich das bestimmte Gene plötzlich extrem häufig in einer Population auftauchen, etwa nach Naturkatastrophen, wenn nur noch wenige Individuen überlebt haben und viele von ihnen ein zuvor noch seltenes Allel in sich tragen.

    1.Gendrift ist die zufällige Veränderung der Genhäufigkeit eines oder mehrerer bestimmter Allele innerhalb einer Population
    2.Zufällige Ereignisse wie Naturkatastrophen begünstigen Gendrift
    3.Je kleiner einer Population, desto wahrscheinlicher ist Gendrift
    4.Der Gründereffekt und der Flaschenhalseffekt sind Beispiele für Gendrift

    Evolutionsfaktor Gendrift

    Zur Allopatrische Artbildung noch diese Ergänzung.

    Gendrift ist in meinen Augen eher für die s.g. Mikroevolution zuständig sofern keine artbildenden Faktoren dazu kommen.

  28. @Peter Heller Nachtrag zu meiner #27

    die genetische Drift funktioniert auch ohne Isolation sehr gut, wenn sich die Umweltbedingungen ändern.

    Genetische Drift Ist aber kein Faktor, der zwingend zur Artbildung führt.

  29. @ Gans:

    Genetische Drift Ist aber kein Faktor, der zwingend zur Artbildung führt.

    Das ist korrekt. „Zwingend“ ist es nicht. Aber möglich. Interessant ist, daß die verlinkten Darstellungen immer gleich in die Kerbe „Verringerung der genetischen Vielfalt“ schlagen. Für mich ist genetische Drift im ersten Schritt für völlig zufällige genetische Veränderungen zwischen zwei Generationen verantwortlich. Zu wenig Aufmerksamkeit wird der Tatsache geschenkt, daß sich die genetische Vielfalt in einer Population dadurch auch erhöhen kann. Vor allem in einer Umgebung, in der kein Mangel herrscht, in der sich also alle Individuen fortpflanzen können. Es entstehen dann automatisch auch innerhalb der Population verschiedene „Talente“, beispielsweise hinsichtlich der Verwertbarkeit von Nahrung. Oder hinsichtlich der Resistenz gegen Krankheiten.

    Dann ist natürlich irgendwann der Flaschenhals erforderlich, damit daraus eine neue Art hervorgeht. Da haben Sie recht. Ich finde das mit der geographischen Isolation häufig nicht überzeugend. Die lokale Änderung der Umweltbedingungen schon eher. Und das muß auch nicht immer gleich eine „Katastrophe“ gewesen sein.

    Was mich halt fasziniert ist die Erkenntnis, daß nahezu alle Menschenarten und wohl auch die Hominiden in der afrikanischen Savanne entstanden sind. Es ist also nicht so, daß der Homo Erectus beispielsweise aus Afrika ausgewandert wäre, und der Homo Sapiens dann woanders entstanden wäre. Nein, der Homo Sapiens hat denselben Ursprungsort (zumindest ungefähr), wie der Homo Erectus, ist dann ebenfalls auf Wanderschaft gegangen und ist wohl in Asien dann den dortigen Erectus-Populationen sogar noch begegnet.

    Aber gut. Afrika ist zu groß, um das so ganz genau sagen zu können. Ist auch viel Herumspekuliererei meinerseits. Macht aber Spaß.

  30. @Peter
    Ja und das Spekulieren muss auch Spaß bleiben.
    Denn andere machen, so sieht es für mich aus, aus der Herumspekuliererrei ein Kapitel im IPCC Bericht übers Artensterben.

  31. @Peter Heller #29

    Ich finde das mit der geographischen Isolation häufig nicht überzeugend

    Bestes Beispiel: Darwin Finken.
    Neue Arten entstehen überwiegend in ökologischen Nischen, die vorher unbesetzt waren, frei wurden, ein See von zweien ausgetrocknet ist, also „Klimawandel“ Buntbarsche in Afrika, mehrere Individuen vom Wind vertrieben wurden, haben sich in ein anderes Tal „verlaufen“ bzw flohen vor was ach immer dorthin.
    Mikroevolution / Gendrift führt insofern zur Vielfalt, dass die berühmten Birkenspanner weiße und schwarze / braune Varianten je nach Umweltverschmutzung und dem daraus resultierenden aussehen der Birkenrinde sich entwickeln und überleben können.
    Bei Bakterien bilden sich Resistenzen aus, oder wie beim Quastenflosser der hat über die Jahrmillionen seiner Existenz wohl nur im Schuppenkleid einige Änderungen erfahren. Die „dauerhaften Arten“ waren das Kreuz des Herrn Darwin. 😀

    Allerdings scheint die Artbildung ohne geographische Isolation wohl die Ausnahme zu sein, wenngleich sie vorkommen kann, wenn aber auch unterschiedliche Nischen besetzt wurden, wie hier dokumentiert. Unter diesen Voraussetzungen wie geschildert hat sich schon eine kleine räumliche Trennung ergeben, wenn auch nur eine kleine.

    Einen kleinen Einblick in die Artenbildung ohne geographische Isolation gibt es hier.
    Zum Thema Buntbarsch in Afrika sollte man erwähnen, das diese Tiere Brutpflege betreiben, d. h. sie sind s. g. Maulbrüter mit all seinen „Komplikationen“ in der dort angesprochenen „Partnerwahl“ und Sichtbarkeit.

  32. @Günter Heß #26
    Da wären wir dann wieder beim Thema „Deutungshoheit“ angelangt….wie war das nochmal mit dem Strahlungsgleichgewicht….

  33. Zählungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) und des WWF ergaben, dass es in den 1950ern etwa 5.000 Eisbären gab.

    Heute sind es gut 22.000.

    Wenn der Eisbär weiterhin in diesem Tempo „ausstirbt“, dann ist in den 2050ern mit ca. 80.000 Tieren zu rechnen-

    Es sind also immer mehr Eisbären vom Aussterben bedroht, die Situation verschärft sich dramatisch ;-))

  34. #29 PH

    Was mich halt fasziniert ist die Erkenntnis, daß nahezu alle Menschenarten und wohl auch die Hominiden in der afrikanischen Savanne entstanden sind. Es ist also nicht so, daß der Homo Erectus beispielsweise aus Afrika ausgewandert wäre, und der Homo Sapiens dann woanders entstanden wäre. Nein, der Homo Sapiens hat denselben Ursprungsort (zumindest ungefähr), wie der Homo Erectus, ist dann ebenfalls auf Wanderschaft gegangen und ist wohl in Asien dann den dortigen Erectus-Populationen sogar noch begegnet.

    so faszinierend is das eigentlich nicht, wenn man mal bisl mit zahlen rumspielt…

    unterstellen wir einfach mal, das jede generation eine neue ’niederlassung/ revier/ siedlungsgebietr‘ (oder was auch immer) in 10km entfernung vom geburtsort gegründet hätte, dann würde max (das ist die genderkorrekte schreibweise von man… :D) in 4000 generationen die welt umrundet haben.

    bei der damaligen lebenserwartung hast du so in weit weniger als 50.000 jahren einmal die erde umrundet.

    das ist so langsam nicht…

    warauf ich hinaus will, es gab keine wanderschaft, sondern scheinbar nur optimale umweldbedingungen in verbindung mit sehr wenig zeit um eine verbreiterung des menschen (und seiner vorgänger) zu befördern.

    ob diese umweltbedingungen in afrika nun besonders optimal waren um dort die entstehung des menschen (bzw. seiner vorgänger) konzentriert zu befördern, oder ob an anderer stelle einfach nur noch nicht gut genug gesucht wurde ist eine andere frage.

    ich glaube in ‚Darwin und die Götter der Scheibenwelt: Die Wissenschaft der Scheibenwel‘ von t. pratchett, i. stewart und j. cohen gab es eine anschauliche (und sehr unterhaltsame) darstellung dieses sachverhaltest und der zugehörigen unsicherheiten.

    lg

  35. @ All
    Ich sehe hierbei kein Problem. Denn über 90 % aller Lebensarten, die jemals auf der Erde gelebt haben, sind bereits AUSGESTORBEN! Nun wir -- Menschen haben ein Problem…

Schreibe einen Kommentar