Das IPCC und Arnell (2004): Der Klimawandel als konstruierte Katastrophe

2. Januar 2012 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Wasser kann man nicht verbrauchen. Man kann es nur verwenden. Trinkwasser, Waschwasser, Wasser zur Bewässerung von Feldern und Wasser für die industrielle Produktion entstammen einem Kreislauf, dem sie entnommen und anschließend wieder zugeführt werden. Eigentlich ist die Nutzung von Wasser durch die Menschen nur ein Teil, eine Erweiterung dieses Kreislaufes.

Wieviel Wasser in einer bestimmten Region zur Nutzung zur Verfügung steht, hängt zunächst von der Menge ab, die durch Niederschläge oder Flüsse in das Gebiet gelangt und es auch wieder (durch Verdunstung oder Abfluß) verläßt, dem sogenannten Volumenstrom (engl.: runoff). Aber es gibt noch weitere wichtige Faktoren, unter anderem:

  • Wieviele Menschen leben in der betroffenen Region?
  • Wie ist der zeitliche Verlauf des Volumenstroms (gleichmäßig oder stark differenziert zwischen den Jahreszeiten)?
  • Welche natürlichen Speicher (Puffer) sind vorhanden (Seen, grundwasserführende Schichten) und welche Möglichkeiten der Nutzung bieten diese?
  • Welche technischen Einrichtungen zur Wasserversorgung bestehen (Stauseen, Zisternen, Leitungen, Klärwerke, usw…)?
  • Welcher Bedarf an Wasser besteht für welche Nutzungsart?

Man darf auch nicht außer Acht lassen, inwieweit die Bewohner einer bestimmten Region den natürlichen Wasserkreislauf aus anderen Quellen ergänzen können. Ein hoher Lebensstandard ermöglicht Importe (insbesondere von Trinkwasser) ebenso, wie beispielsweise den Aufbau von Systemen zur Meerwasserentsalzung.

Man kann die Zukunft nicht vorhersehen. Man kann aber Szenarien oder Projektionen (verkettete Szenarien) aufstellen, die in sich widerspruchsfreie Bilder verschiedener möglicher Zukünfte enthalten. Hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der Verfügbarkeit nutzbaren Wassers hieße dies, für die zu betrachtenden Regionen Trends der oben genannten Faktoren aufzustellen (beispielsweise durch Berücksichtigung der Entwicklung in der Vergangenheit), ihre gegenseitigen Abhängigkeiten herauszuarbeiten und aus diesen Wirkungszusammenhängen konsistente, voneinander unabhängige und differierende Beschreibungen abzuleiten.

So kann man leicht eine Verbindung zwischen Bevölkerungszunahme und Zugang zu sauberem Trinkwasser ableiten. Je mehr Menschen in Zukunft in einer Region leben, desto weniger Wasser steht dem Einzelnen zur Verfügung, wenn sich der Volumenstrom nicht erhöht. Aber: Wenn sich der Lebensstandard erhöht, stehen mehr Möglichkeiten zur Verfügung, die Versorgungsinfrastruktur zu verbessern und den natürlichen Kreislauf aus zusätzlichen Quellen (mehr Brunnen zu grundwasserführenden Schichten, Meerwasserentsalzung, Importe) zu ergänzen. Ein Szenario, in dem sich die Wasserversorgung verbessert, obwohl die Bevölkerung ansteigt, würde also als in sich widerspruchsfrei und möglich charakterisiert, wenn man von einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung ausgeht. Ebenso kann eine negative wirtschaftliche Entwicklung trotz eines Absinkens der Einwohnerzahl zu einer Verschlechterung der Wasserversorgung beitragen. Wenn aber beispielsweise betroffene Landwirte die Möglichkeit haben, auf andere, genügsamere Nutzpflanzen umzusteigen, könnten dort trotzdem weiterhin ausreichend Nahrungsmittel für die Bevölkerung produziert werden.

Man sieht, das Aufstellen von Zukunftsprojektionen ist eine sehr trickreiche Sache. In der Regel sind hunderte an Faktoren aus Bereichen wie

  • Demographie
  • Ökonomie    
  • Technologie
  • Politik

und ihre gegenseitigen Abhängigkeiten zu berücksichtigen. Meiner Erfahrung nach sind es bei komplexen Fragestellungen gemeinhin etwa zwanzig sogenannte Hebelkräfte, die sich letztendlich als besonders bedeutend herausstellen. Und etwa ein Dutzend Projektionen, die man in unterschiedlicher Form wiedergeben kann, decken den möglichen Zukunftsraum gut ab. Solche Projektionen sind Beschreibungen unterschiedlicher Entwicklungslinien, die sich als „Entweder-Oder-Alternativen“ gegenüberstehen. Das Resultat ist dann genau nicht eine Vorhersage, aus der man ableiten kann, wie man in der Zukunft handeln sollte. Das Resultat ist vielmehr ein denkbarer Zukunftsraum, der durch die einzelnen Szenarien aufgespannt wird. Jedes Szenario ist qua Konstruktion gleichermaßen wahrscheinlich bzw. plausibel und stellt einen exakten Treffer nach dem „wenn-dann-Prinzip“ dar. Man kann daraus Wirkungsketten ableiten und damit Strategien für die Gegenwart, um auf jede denkbare Entwicklung vorbereitet zu sein.

Genau dies wird in Arnells Arbeit aus dem Jahr 2004 nicht durchgeführt.

Das Wasser und das Klima 

In der Debatte über einen mutmaßlich menschgemachten Klimawandel stehen dessen mögliche Folgen für die Zukunft der Wasserversorgung in verschiedenen Regionen schon seit längerem im Blickpunkt. Die großen Risiken, die eine mögliche Erderwärmung für diesen Aspekt unseres Lebens beinhaltet, gelten als belegt. Grundlage dafür bilden eine Reihe von Studien, unter anderem die von Nigel W. Arnell im Jahr 2004 unter dem Titel „Climate Change and global water resources: SRES emissions and socio-economic scenarios“ im Journal „Global Environmental Change“ veröffentlichte. Diese Arbeit hat in Verbindung mit Afrikagate eine gewisse Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Sie soll daher im folgenden beispielhaft für viele gleichartige Untersuchungen näher betrachtet werden.

Arnell verkettet drei Typen von Szenarien miteinander:

  • Vier unterschiedliche Szenarien der globalen ökonomischen Entwicklung, aus denen das IPCC Werte für den künftigen Verlauf der Treibhausgasemissionen ableitet. Diese Szenarien werden mit den Kürzeln A1, A2, B1 und B2 bezeichnet. Ein wesentlicher von Arnell aus diesen Modellen übernommener Parameter betrifft die zukünftige Entwicklung der Bevölkerungszahl.
  • Sechs verschiedene Klimamodelle, ebenfalls solche, die Grundlage der IPCC-Berichte darstellen. Diese Szenarien werden (aufgrund ihrer Herkunft) mit HadCM3, ECHAM4, CSIRO, CGCM, GFDL und CCSR benannt. In der Verkettung mit den Emissionsszenarien ergeben sich aus diesen Modellen Projektionen für die künftige klimatische Entwicklung, unter anderem hinsichtlich der Menge und Verteilung von Niederschlägen.
  • Ein hydrologisches Modell, mit dem aus dem Input aus den einzelnen Klimamodellen Szenarien für den zukünftigen Volumenstrom durch einzelne Regionen entstehen. Dabei teilt Arnell die Welt in 1.300 verschiedene Wassereinzugsgebiete (engl.: watersheds) auf, für jedes werden die entsprechenden Daten ermittelt und im Anschluß wieder regional und global aufsummiert.

Arnell untersucht also die potentiellen Auswirkungen bestimmter klimatischer Änderungen auf den natürlichen Wasserkreislauf und deren Folgen für die Wasserversorgung bei bestimmten Entwicklungen der Bevölkerungszahl.

Alle anderen demographischen Faktoren sowie Hebelkräfte aus den Bereichen Ökonomie, Politik und Technologie werden nicht beachtet, obwohl Aussagen zu diesen durchaus in den Emissionsszenarien enthalten sind. Das hydrologische Modell berechnet den Wasserstrom durch eine Region lediglich auf Basis der Niederschläge, die auf gesättigte Bereiche fallen und daher durch den Boden in die grundwasserführenden Schichten abfließen. Es enthält nicht den Abfluß durch Flüsse, nicht den Zufluß aus Gletschern und auch nicht die Verdunstung. 

Das verfügbare Süßwasser ist auf der Welt ungleich verteilt. In manchen Regionen wird es von großen Strömen bereitgestellt, in anderen nicht. Die Grundwasservorräte und deren Zugänglichkeit variieren ebenso, wie die Niederschläge. Es gibt Wüsten, Steppen, Tundren und Regenwälder. Und in all diesen verschiedenen Landschaften leben Menschen, manchmal mehr, manchmal weniger, manchmal weit entwickelt, manchmal weniger weit. Die Frage also, welcher Volumenstrom eine hinreichende Wasserversorgung gewährleistet und welcher nicht, ist von komplexer Natur und kaum einheitlich zu beantworten. Arnell setzt als Grenzwert 1000 m³ pro Jahr und Einwohner an. Das liegt zwar weit über dem tatsächlichen Bedarf, aber selbst die beste Technologie gestattet es ja nicht, mehr als einen Bruchteil dieser Menge wirklich verfügbar zu machen. Der Grenzwert ist beliebig, das räumt Arnell auch ein, er ist aber in der Wissenschaft allgemein anerkannt und durch die rein qualitative Beobachtung gerechtfertigt, daß Gebiete mit einem geringeren Volumenstrom tatsächlich als eher trocken und eher weniger geeignet für die Landwirtschaft gelten können. Gebiete, in denen der natürliche Wasserkreislauf weniger als 1000 m³ pro Jahr und Einwohner bereitstellt, werden als solche mit Wassermangel (engl.: water stress) bezeichnet.

Nach Angaben der UNO (Arnell 2004, Tabelle 5) lebten im Jahr 1995 etwa 1,4 Milliarden Menschen in solchen Regionen. Alle vier IPCC-Emissionsszenarien beinhalten einen Bevölkerungszuwachs. Auch ohne jeden Klimawandel, auch ohne jede Änderung der natürlichen Volumenströme, würde dieser allein schon ausreichen, die Wasserversorgung zu verschlechtern – und zwar aus zwei Gründen:

  • Bevölkerungszuwachs in den Regionen, in denen heute schon Wassermangel herrscht
  • durch einen Bevölkerungszuwachs können Regionen, die heute als unkritisch anzusehen sind, unter die Grenze von 1000 m³ pro Jahr und Einwohner fallen, da sich mehr Menschen das verfügbare Wasser teilen müssen

In den Emissionsszenarien würde sich daher die Anzahl der Menschen in den Gebieten mit Wassermangel bis 2025 auf etwa 3 Milliarden verdoppeln, bis 2055 könnten es 3,5 bis 5,5 Milliarden sein und in 2085 wäre sogar von bis zu 8 Milliarden auszugehen.

Was ändert sich nun an diesen Aussichten, wenn man zusätzlich zum Bevölkerungswachstum auch noch den Klimawandel berücksichtigt?

Die Antwort ist ebenso überraschend wie deutlich: Eine mutmaßlich von Menschen verursachte globale Erwärmung könnte den Trend viel erfreulicher gestalten.

Abbildung 1

Abbildung 1 zeigt die Ergebnisse aus Arnell 2004 über alle gerechneten Kombinationen von Emissionsszenarien und Klimamodellen hinweg für die Jahre 2025, 2055 und 2085. Die Null-Linie entspricht dem Trendszenario, in das nur das Bevölkerungswachstum, nicht aber der Klimawandel eingeht. Auf der Grundlage der Daten in Arnells Tabelle 8 sind die relativen Abweichungen (in Prozent) der Projektionen mit Klimawandel zum Trendszenario dargestellt. Grün bedeutet dabei, es werden weniger Menschen in Gebieten mit Wassermangel leben, als im Trendszenario, rot bedeutet mehr (für die HadCM3-Projektionen, bei denen Arnell Bandbreiten angibt, wurde hier jeweils die negativste Aussicht angesetzt).

Grün überwiegt deutlich. Anders ausgedrückt: In einer Welt mit Klimawandel sind viele potentielle Zukünfte denkbar, in denen weniger Menschen unter Wassermangel leiden, als in einer Welt ohne diesen. Im Jahr 2025 zeigt beispielsweise die Projektion A2-HadCM3 einen Anstieg der Zahl der Menschen in Regionen mit Wassermangel um 5% gegenüber der Welt ohne Klimawandel, die anderen 5 Projektionen führen aber jeweils zu Reduzierungen  (um 3 bis 23%).

Man darf daraus aber nicht ableiten, der Klimawandel wäre zu forcieren, um das Problem der Wasserknappheit zu lösen. Die global aggregierten Daten verdecken die regionalen Differenzen. Die Regionen, in denen sich der Klimawandel eher positiv auswirkt, liegen vor allem in Asien und sind durch einen enormen Bevölkerungszuwachs gekennzeichnet. Negative Folgen dagegen sind für Teile Afrikas, Europas und Nordamerikas möglich, in denen erstens weniger Menschen leben und zweitens auch der Bevölkerungszuwachs eine geringere Dynamik aufweist. Arnell weist auch auf die möglichen jahreszeitlichen Unterschiede in der Änderung der Niederschlagsmuster hin. Wenn mehr Niederschläge in der ohnehin schon feuchten tropischen Regenzeit stattfinden, könnte dieses zusätzliche Wasser zu Überschwemmungen führen und in der Trockenzeit nicht zur Verfügung stehen, wird es nicht gespeichert. Dies aber ist letztlich eine Frage der Technologie, die wie oben bereits erwähnt von Arnell nicht berücksichtigt wird. Denn eines beinhalten die Emissionsszenarien auch: Einen enormen Zuwachs des BIP gerade in den armen Regionen. Und daraus zu schließen, man werde mit mehr Wasser in den betroffenen Regionen auch besser umgehen können, wäre naheliegend.

Man kann aus Arnells Studie aber andererseits keinesfalls ableiten, der Klimawandel wäre zu vermeiden, um erheblichen Problemen mit der Wasserversorgung aus dem Weg zu gehen.

Szenarien und Projektionen kommt keinerlei Prognosekraft zu. Sie dienen allein der Herausarbeitung von Wirkungszusammenhängen, allein der Beantwortung der Frage, welche Faktoren für die Zukunft bedeutend sind, und welche eher nicht. Arnell untersucht letztlich nur zwei Faktoren: Einen möglichen Bevölkerungszuwachs und  einen möglichen Klimawandel. Und es ergibt sich eindeutig: Gegenüber dem Bevölkerungszuwachs ist der Klimawandel als Hebelkraft unbedeutend. Ersterer ist entscheidend für die zukünftige Entwicklung der Wasserversorgung, letzterer nicht.

Aus dieser Erkenntnis können keine Hinweise abgeleitet werden, was man denn in der Zukunft tun und lassen sollte, denn die Zukunft ist unvorhersehbar. Man kann aber erkennen, was man in der Gegenwart unternehmen sollte, um auf alle möglichen Zukünfte vorbereitet zu sein. Eine Verbesserung der Versorgungsinfrastruktur und eine Ergänzung des natürlichen Kreislaufes aus bislang ungenutzten Quellen wie Grundwasservorräten und Meerwasser könnten die potentiellen Probleme des Bevölkerungszuwachses lösen – und die denkbaren des Klimawandels gleich mit. Für eine Strategie, die stattdessen die Vermeidung des Klimawandels in den Mittelpunkt stellt, liefert Arnells Studie keine Argumentationshilfe.

Arnell und das IPCC

Das ist natürlich nicht die Botschaft, die das IPCC gerne verbreiten möchte. Und auch Nigel W. Arnell wird sich nicht gegen die Vermutung zur Wehr setzen, eher als Mahner und Warner in Bezug auf den Klimawandel agieren zu wollen.

Deswegen fügte er noch die durch Afrikagate in den Fokus gerückten Tabellen 11 und 12 in seine Arbeit ein. Deren Inhalt im Text nicht ausreichend erklärt wird und deren Interpretation daher durch viele Mißverständnisse geprägt ist. Zur Decodierung können die Beschriftungen der anderen Tabellen, die Abbildungen 5 und 6 und die Größenordnung der aufgeführten Zahlen herangezogen werden. Diese Indizien führen mich zu folgender Interpretation:

  • Arnell betrachtet in den Tabellen 11 und 12 nur die Regionen, die heute von Wassermangel betroffen sind.
  • Es werden in den beiden Übersichten die Anzahl der Menschen angegeben, die sich in einer Zukunft mit Klimawandel einer Verminderung des Volumenstroms im natürlichen Wasserkreislauf ausgesetzt sehen (Tabelle 11) und diejenigen, denen mehr Wasser durch eine Erhöhung des Volumenstroms zur Verfügung steht (Tabelle 12).
  • In  Tabelle 11 sind genau nicht die Bewohner der jeweiligen Regionen aufgeführt, die in einer Zukunft mit Klimawandel einem Wassermangel ausgesetzt sind, der sie in einer Zukunft ohne Klimawandel nicht träfe. Für Tabelle 12 gilt gleiches: Es sind nicht diejenigen, die in einer Zukunft mit Klimawandel (im Gegensatz zu einer Zukunft ohne) keinem Wassermangel mehr ausgesetzt sein könnten.

Man beachte hierzu die Differenzen in der Beschriftung von Tabelle 7 („People (millions) living in water-stressed watersheds by region, in the absence of climate change„), Tabelle 9 („Numbers of people (millions) moving into and out of the water-stressed category„) und Tabelle 10 („Numbers of people (millions) with an increase or decrease in water stress„). Alle drei Datensätze zeigen also etwas völlig Verschiedenes und sind nicht direkt miteinander vergleichbar. Die Tabellen 11 und 12 enthalten die regionale Aufschlüsselung von Tabelle 10.

Die Passage auf Seite 37 in Arnells Studie, also die Aussage

The final issue relates to the characterisation of the effects of a change in the amount of resources available on water resources stresses. A simple measure is the number of people who move into, or out of, the waterstressed category. It is not appropriate simply to determine the net change, because this assumes that ‘‘winners’’ exactly compensate ‘‘losers’’, and this is not necessarily the case: the economic and social costs of people becoming water-stressed are likely to outweigh the economic and social benefits of people ceasing to be water-stressed (although this suggestion needs further investigation). Also, the increase in runoff tends to occur during the wet season, and if not stored will lead to little benefit during the dry season, and may be associated with an increased frequency of flooding (Arnell, 2003).

bezieht sich offensichtlich nicht auf die Tabellen 10, 11 und 12, sondern auf Tabelle 9. Dieser Punkt ist deswegen zu beachten, weil gerade die Tabellen 11 und 12 und deren korrekte Interpretation im Rahmen von Afrikagate intensiv diskutiert wurden. Da Arnell seinen Lesern durch fehlende Erläuterungen das Verständnis der vielen Zahlen in seiner Arbeit nicht gerade erleichtert, hatte auch ich mich zunächst auf eine falsche Fährte locken lassen.

 Tatsächlich liefert Tabelle 11 als einzige den Alarmisten die Möglichkeit, aus Arnells Arbeit eine Warnung vor den Risiken des Klimawandels abzuleiten. Dazu ist eben nur aus dieser Tabelle selektiv zu zitieren. Das IPCC führt dies im Bericht der Arbeitsgruppe 2 des Jahres 2007 an drei Stellen durch.

 In Abschnitt 9.4.1 hinsichtlich der denkbaren regionalen Auswirkungen des Klimawandels auf Afrika heißt es:

In some assessments, the population at risk of increased water stress in Africa, for the full range of SRES scenarios, is projected to be 75-250 million and 350-600 million people by the 2020s and 2050s, respectively (Arnell, 2004). However, the impact of climate change on water resources across the continent is not uniform. An analysis of six climate models (HadCM3, ECHAM4-OPYC, CSIRO-Mk2, CGCM2, GFDL_r30 and CCSR/NIES2) and the SRES scenarios (Arnell, 2004) shows a likely increase in the number of people who could experience water stress by 2055 in northern and southern Africa (Figure 9.3). In contrast, more people in eastern and western Africa will be likely to experience a reduction rather than an increase in water stress (Arnell, 2006a).

In Abschnitt 10.4.2.3, der sich entsprechend auf Asien bezieht, kann man lesen:

Expansion of areas under severe water stress will be one of the most pressing environmental problems in South and South-East Asia in the foreseeable future as the number of people living under severe water stress is likely to increase substantially in absolute terms. It is estimated that under the full range of SRES scenarios, 120 million to 1.2 billion, and 185 to 981 million people will experience increased water stress by the 2020s, and the 2050s, respectively (Arnell, 2004).

Lateinamerika wird in Abschnitt 13.4.3 wie folgt behandelt:

People living in water-stressed watersheds (less than 1,000 m3/capita per year) in the absence of climate change were estimated to number 22.2 million in 1995 (Arnell, 2004). The number of people experiencing increased water stress under the SRES scenarios is estimated to range from 12 to 81 million in the 2020s, and from 79 to 178 million in the 2050s (Arnell, 2004). These estimates do not take into account the number of people moving out of water-stressed areas (unlike Table 13.6). The current vulnerabilities observed in many regions of Latin American countries will be increased by the joint negative effects of growing demands for water supplies for domestic use and irrigation due to an increasing population, and the expected drier conditions in many basins. Therefore, taking into account the number of people experiencing decreased water stress, there will still be a net increase in the number of people becoming water-stressed (see Table 13.6).

Table 13.6. Net increases in the number of people living in water-stressed watersheds in Latin America (millions) by 2025 and 2055 (Arnell, 2004).

 

1995

2025

2055

Scenario/ GCM

 

Without climate change (1)

With climate change (2)

Without climate change (1)

With climate change (2)

A1 HadCM3 22.2 35.7 21.0 54.0 60.0
A2 HadCM3 22.2 55.9 37.0-66.0 149.3 60.0-150.0
B1 HadCM3 22.2 35.7 22.0 54.0 74.0
B2 HadCM3 22.2 47.3 7.0-77.0 59.4 62.0

(1) according to Arnell (2004, Table 7); (2) according to Arnell (2004, Tables 11 and 12)

 Alle drei Darstellungen sind irreführend und geben nicht wieder, was Arnell tatsächlich ermittelt hat.

 Wie oben herausgearbeitet ist der Bevölkerungszuwachs der entscheidende Faktor, um Risiken für die Wasserversorgung der Menschen in der Zukunft auszumachen. In einer Welt mit deutlich mehr Menschen steht dem Einzelnen weniger Wasser zur Verfügung. Der Klimawandel als zusätzliche Hebelkraft ändert lediglich etwas am räumlichen Muster dieser Verteilung – er kann den Wasserkreislauf so beeinflussen, daß gerade die bevölkerungsreichen Regionen in Zukunft über mehr Wasser verfügen und so die mit dem Bevölkerungswachstum verbundenen Risiken eher reduzieren, denn verstärken.

 Die Tabellen 11 und 12 enthalten eine Aussage über diese Änderungen in der räumlichen Verteilung gegenüber einer Welt ohne Klimawandel. Das Herausgreifen einzelner Werte aus Tabelle 11, wie in den Afrika- und Asien-Kapiteln des IPCC-Berichtes, ist unzulässig, da die Werte in den Tabellen 11 und 12 ursächlich miteinander verknüpft sind. Sie sind nicht Ergebnisse zweier verschiedener Szenarien, sondern jeweils ein und desselben. Sie bedingen einander. Die „Verlierer“ sind nicht ohne die „Gewinner“ zu haben. Sollten diese Tabellen außerdem in einer Welt „ohne Klimawandel aber mit Bevölkerungswachstum“ ausschließlich Nullen enthalten, wäre ohnehin nur die Nettozahl als Vergleich zur Referenz sinnvoll.

 Im Lateinamerika-Abschnitt werden zwar korrekterweise die Netto-Resultate aus den Tabellen 11 und 12 abgeleitet, aber der Vergleich mit Tabelle 7 ist nicht statthaft, da Tabelle 7 eine andere Größe enthält. In Tabelle 12 sind auch diejenigen aufgeführt, die in Zukunft nicht mehr unter Wassermangel leiden werden (man beachte die Abbildungen 5 und 6), in Tabelle 7 ist dies nicht der Fall. Die vergleichende Analyse der Wirkungen von Bevölkerungswachstum einer- und Klimawandel andererseits auf die Wasserversorgung der Zukunft ist auf regionaler Ebene anhand der Tabellen 11 und 12  schlicht nicht durchführbar.

 Mit den Nettowerten aus der Zusammenfassung der beiden Tabellen ist es aber möglich, die Regionen untereinander zu vergleichen. In Abbildung 2 kann man ablesen, welche Regionen bei einem entsprechenden Bevölkerungswachstum vom mutmaßlichen Klimawandel eher profitieren werden (grün: für mehr Menschen vermindert sich der Wassermangel, als er sich erhöht), und welche eher nicht (rot: für mehr Menschen erhöht sich der Wassermangel, als er sich vermindert).

 

Abbildung 2

(Hinweis: Für die mit Bandbreiten angegebenen HadCM3-Projektionen sind auch hier wieder die ungünstigsten Kombinationen eingesetzt worden.)

 Man erkennt sofort ein eher uneinheitliches Bild für die heute unter Wassermangel leidenden Regionen in Afrika und Lateinamerika. Generell besser wird es den Menschen in den heutigen Trockengebieten in Asien und Arabien gehen. In Europa und Nordamerika könnte die Situation durch den Klimawandel insgesamt schlechter werden.

 Die konstruierte Katastrophe

 Es wird immer behauptet, gerade die Entwicklungsländer würden besonders unter einem mutmaßlich menschgemachten Klimawandel leiden. Arnell 2004 zeigt in der Frage der Wasserversorgung das genaue Gegenteil. Es sind die entwickelten Regionen in Europa und Nordamerika, denen eher mehr Probleme entstehen könnten.

 Nach Arnells Tabelle 7 leben bereits heute in Westeuropa mehr als 100 Millionen Menschen (30% der Bevölkerung) in Gebieten mit einem Volumenstrom von weniger als 1000 m³ pro Jahr und Einwohner. In Nordamerika betrifft dies immerhin etwa 15% der Bevölkerung. Die Regionen der Welt also, in denen der „Wassermangel“ am wenigsten bemerkt wird, weil sie am weitesten fortgeschritten sind. In genau diesen Gebieten würde also eine Änderung des Volumenstroms durch den Klimawandel eher weniger Probleme verursachen. Man kann die Frage stellen, ob er überhaupt bemerkt werden würde.

 Wenn das IPCC also Bilder verdurstender afrikanischer Bauern an die Wand malt, auf Basis eines Kriteriums, nach dem heute schon Menschen in großer Zahl in Nordamerika und in Westeuropa verdursten müssten, wird klar, daß die Klimakatastrophe eine gedankliche Konstruktion ohne jede Relevanz ist. Denn alle Probleme, die der Klimawandel mit sich bringen könnte, sind solche, die zwangsläufig mit der menschlichen Zivilisation verbunden sind und auch ohne Klimawandel gelöst werden sollten.

 Wie relativ Volumenströme an Süßwasser in verschiedenen Weltgegenden zu werten sind, zeigt sich am Vergleich zwischen Nordafrika und Arabien besonders deutlich. Auf der einen Seite stehen Hungersnöte, die man auf Dürren zurückführen kann. Auf der anderen Seite Metropolen wie Dubai, Doha oder Riad, in denen die Menschen seit Jahrzehnten völlig unabhängig von Niederschlägen immer über ausreichend Wasser verfügen. Ob Wassermangel eine wirkliche Bedrohung oder nur eine statistische Größe ist, hängt weit weniger vom Klima, sondern mehr von ökonomischen, politischen und technologischen Faktoren ab.

 Arnells Studie und deren Vermarktung durch das IPCC, die in der Afrikagate-Debatte thematisiert wurde, erlauben nicht wirklich einen Blick auf die Gefahren eines mutmaßlich menschgemachten Klimawandels. Sie gestatten vielmehr einen Blick auf die Mechanismen, mit denen wissenschaftliche Arbeiten im Sinne einer politisch erwünschten Kommunikation instrumentalisiert werden. Die eigentliche Studie ist komplexer Natur, ihre Darstellung richtet sich an ein Fachpublikum, ihre Inhalte sind für Laien kaum verständlich, geschweige denn interpretierbar. Wie das in der Wissenschaft üblich ist, sind viele Einschränkungen, Annahmen und Bedingungen in der Studie enthalten, die ihre Verwendung in einer politischen Debatte nur mit größter Vorsicht und Umsicht gestatten.

 Das IPCC hingegen agiert von jeglicher Sorgfalt losgelöst. Man beachtet das zentrale Element der Studie (Wirksamkeit der Faktoren „Bevölkerungswachstum“ und „Klimawandel“ im Vergleich) nicht. Man zitiert stattdessen in unzulässiger und irreführender Weise exakt die Resultate, die sich politisch wie medial als alarmierende Erkenntnisse formulieren lassen.

 Der IPCC-Vorsitzende selbst, Rajendra Pachauri, verwendet seit 2007 die folgende Formulierung in seinen Reden, die auf die Darstellung von Arnells Untersuchung im IPCC-Bericht zurückgeht:

 In Africa, by 2020, between 75 and 250 million people are projected to be exposed to water stress due to climate change…

 Die Prüfung entlarvt diese Aussage abschließend als wissenschaftlich nicht gedeckt. Korrekt wäre (aus Arnells Tabelle 7):

 In Africa, by 2025, between 290 and 380 million people are projected to be exposed to water stress due to population increase…

———-

P.S.: Hier noch der Verweis auf die Diskussion über Arnell (2004) auf der Klimazwiebel. Dort strebt Hans von Storch eine Art „Extended Blog-Peer-Review“ der Studie an. Mir fehlt leider die Zeit, mich daran zu beteiligen. Vielleicht hat aber der ein oder andere Leser jetzt Lust darauf bekommen – und insbesondere ebenso wie ich oben zu versuchen, die rätselhaften Tabellen 11 und 12 zu entschlüsseln…

 

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43 Kommentare
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  1. Ah, da ist er ja, der erwartete Artikel, Herr Heller ! Wieder ne Menge Holz. Muss ich erst mal verarbeiten.

    Vielleicht sollte man bei der Gelegenheit für die stillen Mitleser auch noch mal auf Ihre diesbezügliche Diskussion im Thread des Artikels Meichsner vs. Rahmstorf Teil II: Dürre in Afrika bei M.Pössel hinweisen. Diese hatte sich entwickelt, ausgehend von Ihrem Artikel Afrikagate.

    Die dort sichtbar werdende „Interpretation“ des Arnell-Papiers durch AGW-Kreise ist als Counterpart erhellend. Denen geht es weniger darum, der Bandbreite der möglichen Zukünfte Rechnung zu tragen, als diejenige Zukunft herauszuheben, welche die AGW-Position stützt.

  2. Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Zu Arnell selbst kann ich nicht viel sagen, habe mir nicht die Mühe gemacht mich in dieses Papier einzuarbeiten, doch Dank der Diskussion darüber, nicht zuletzt auch wegen dieses Beitrages hier, weiß man um was es geht. Hier in dem Artikel sind einige Dinge benannt, die, meines Erachtens, über die Kritik an der Vorgehensweise des IPCC hinaus gehen, also an der konstruierten Katastrophe, ein Hauptmerkmal des Alarmismus. Die Unsinnigkeit von politischen Maẞnahmen zur Eingrenzung des CO2-Ausstoßes zeigt sich in dieser Aussage:

    Meiner Erfahrung nach sind es bei komplexen Fragestellungen gemeinhin etwa zwanzig sogenannte Hebelkräfte, die sich letztendlich als besonders bedeutend herausstellen. Und etwa ein Dutzend Projektionen, die man in unterschiedlicher Form wiedergeben kann, decken den möglichen Zukunftsraum gut ab.

    Das heißt nicht, dass man von Seiten der Politik überhaupt nichts machen kann, nur muss man sich im klaren sein, dass jede Entscheidung auch Folgen hat, die wir heute nicht voraussehen, höchstens vermuten können. Was dann aber eintritt, liegt möglicherweise auch noch außerhalb unserer Vermutungen.

  3. Wir brauchen nicht noch mehr Hilfe – vor allem nicht der Art, die vor allem an korrupte Beamte geht, die das Geld in ihre privaten Bankkonten leiten, die Propagandakonferenzen über Global-Warming abhalten und gleichzeitig ihre eigenen Leute arm halten. Wir brauchen keine reichen Länder, die uns Unterstützung beim Klimawandel anbieten (vielleicht irgendwann in zehn Jahren), wenn wir versprechen, uns nicht zu entwickeln.

    Der Schwarze Kontinent braucht die Belehrungen der Kreuzfahrer der globalen Erwärmung nicht. Im Gegenteil: Afrika muss endlich moderne Industriegesellschaften aufbauen. Denn Hunger und Krankheiten sind allemal bedrohlicher als eine hypothetische Klimakatastrophe in 100 Jahren.

  4. Donna Laframbiese im Gespräch mit Steffen Hentrich in Ökowatch

    Was mich besonders alarmiert, ist die Unfähigkeit des IPCC, das eigene Personal, die eigenen Berichte und die internen Entscheidungsprozesse akkurat zu dokumentieren. Das ist das Mindeste, das jemand, der ernst genommen werden will, gewährleisten muss. Stellen sie sich vor, ein Kindergarten belöge sie über die Qualifikation seiner Angestellten. Meine Kinder würde ich dort nicht lassen.

    Uns wurde versichert, dass die IPCC-Berichte von den weltbesten Wissenschaftlern verfasst werden, was nicht der Fall ist. Unter den für die einzelnen Kapitel inhaltlich verantwortlichen Autoren findet man Aufbaustudenten, die zehn oder mehr Jahre vom Abschluss ihrer Doktorarbeit entfernt waren. Da gibt es Angestellte von Umweltorganisationen wie Greenpeace und dem World Wildlife Fund (WWF). Es findet sich auch „unqualifiziertes“ und „inkompetentes“ Personal aus den Entwicklungsländern, Beschreibungen die von IPCC-Insidern selbst gewählt wurden.

    Wenn eine Organisation seine eigenen Beschäftigten nicht akkurat beschreiben kann oder will, wie sollen wir dann irgendeiner anderen ihrer Verlautbarungen trauen?

  5. Der Senat in Kanada hat offensichtlich genug von den CO2-Alarmisten und lies in einer Anhörung vier höchst kompetente, die CO2-Theorie ablehnende Wissenschaftler ausführlich zu Wort kommen: Ross McKitrick (nimmt kein Blatt vor dem Mund zum IPCC und zu Climategate), Ian D.Clark, Jan Veizer (Svensmark-Theorie) und Timothy Patterson (Klimaabkühlung droht). Insgesamt werden den Senatsabgeordneten fundierte Basisinformationen zu Klimafragen geboten.

    Die Vorträge anzuhören, lohnt sich. Sie stecken in den ersten 53 Minuten des gesamten Videobeitrag (über 2 Std.). Dieser ist bei klimaskeptiker abrufbar. Original bei WUWT.

    Aus deutscher Sicht kann man nur neidisch zuschauen. Hierzulande lässt sich stattdessen die von einer ex-FDJlerin geführte Bundesregierung von einem fundamentalisch gepolten „wissenschaftlichen Beirat“ (WBGU) und einem von Öko-Ideologen geführten Verein (PIK) für sogenannte „Klimafolgenforschung“ beraten.

    An echter wissenschaftlicher Beratung ist man nicht interessiert.

  6. @ C-O #5:

    Nun ja, bleiben wir einmal realistisch:

    In keinem der beiden Länder wollen Politiker wirklich beraten werden. Die Entscheidung steht schon vorher fest.
    Die Anhörungen dienen nur dazu, diese Entscheidungen nachträglich zu begründen.

    Kanada hat sich für den Ausstieg aus dem Klimaapokalypse-Club entschieden, also werden in Kanada Leute vorgeladen, die das unterstützen.
    Angie will drin bleiben im Club und sie beschäftigt folgerichtig andere Schalmeibläser.
    Die Kanadier steigen nicht aus, weil sie davon überzeugt sind, dass die Klimaapokalypse Humbug ist, sondern sie erklären sie zu Humbug, weil sie sich davon Vorteile versprechen.
    Angie bleibt nicht drin, weil sie an die Apokalypse glaubt, sondern weil sie sich davon etwas ganz anderes verspricht; Popularität, Autorität, Kulturrevolution, wohl von allem ein bisschen. Also gibt sie sich überzeugt.

    Dass wir beide davon überzeugt sind, dass die Kanadier das richtige tun, weil wir es für sachlich richtig halten, ist eine ganz andere Ebene als die, auf der Politik gemacht wird. Denn in der Politik geht es um Macht und Ideologie, nicht um Sachlichkeit.

  7. @Tritium

    Die Kanadier steigen nicht aus, weil sie davon überzeugt sind, dass die Klimaapokalypse Humbug ist, sondern sie erklären sie zu Humbug, weil sie sich davon Vorteile versprechen.

    Nö Tritium. So wie du das schreibst, hat du dir das Video überhaupt nicht angesehen (bestenfalls einige kurze Ausschnitte) !!!

    Ich hab mir fast die vollen 2 Stunden reingezogen, und nicht den Eindruck das diese Anhörung eine Alibiveranstalung mit uninteressierten Senatoren war. Überhaupt nicht !!! Deren Interesse wurde an den Fragen, die nach den Vorträgen gestellt wurden, deutlich.

    Gerade die zu erwartende Klimaentwicklung in den Northern Territories, lieber Tritium, hat überhaupt nichts mit Kanadas Ausstieg aus dem Kyoto-Protokoll zu tun, sondern ist dort ganz grundsätzlich von grossem Interesse. Wirds da wärmer (Dramatische Folgen für die Eispisten zum Rohstoffabbau) ? Oder wird es da wohlmöglich kühler (Eispisten auch zukünftig sicher). Da entspannte sich ein interessierter Dialog mit Timothy Patterson, der spezielle Klimaforschung in den Northern Territories betreibt.

    Schau dir mal die gesamten 2 Stunden an, dann wird sich dein Eindruck etwas ändern … (hoffe, du verstehst genug Englisch)

  8. Hast mich erwischt, C-O.

    Ist nur meine allgemeine Meinung zu politischen Entscheidungen gewesen.
    Die hat sich aber immer wieder bestätigt und die Kanadier haben ja wirklich gute Motive: Kommt die Klimaerwärmung, gehören sie zu den Gewinnern, wird weiter Öl verbrannt, geören sie mit ihrem Ölsand zu den Gewinnern, kommt nichts, haben sie nichts zu verlieren.
    Die müssten ja mit dem Klmmerbeutel gepudert sein, wenn sie sich von der Hysterie anstecken lassen!

    Aber neugierig hast mich gemacht, ich werd‘ den Film mal ein längeres Stück weit ansehen.

  9. @Tritium
    Ohne das Video hätte ich deinem Posting #6 auch nicht widersprochen.
    Beste Grüsse.

  10. @ Tritium & C-O

    Ich habe mir gerade ein Video über Kanada angeschaut, da könnte man schon neidisch werden bei so viel Erfolg: Stiller Star Kanada

  11. Der Weltklimarat: Ein auf die schiefe Bahn geratener Teenager
    – Interview mit Donna Laframboise –

    auf ökowatch

  12. #11. Tim Hardenberg

    und hier ein vielsagender Auszug aus dem Interview. Da wissen wir doch schließlich woran wir sind. WWF, sind die nicht im letzten Jahr unangenehm aufgefallen wegen Klüngelei mit den „Erzfeinden“? 500 Millionen EURos wollen ja auch erst mal eingesammelt werden. Verwendungszweck siehe nachfolgend.

    Wenn die Kapitel des IPCC-Berichts von zwei Wissenschaftlern zu verantworten wären, einer bekannt für seine Neigung zur Theorie der globalen Erwärmung und ein anderer mit eher klimaskeptischen Ansichten, hätten wir es mit völlig anderen Berichten zu tun. Es gäbe einen echten Ideenwettbewerb, eine echte und entschieden geführte Diskussion, und die Schlussfolgerungen wären wirklich belastbar. Stattdessen sieht es so aus, als sei das IPCC von Leuten mit einer klaren Agenda infiltriert.
    „Infiltriert“ ist normalerweise kein Wort, das ich leichtfertig verwende, aber hier ist es zutreffend. Im Jahr 2004, ungefähr zu der Zeit, in der die Planung des letzten IPCC-Berichts begann, fing die ziemlich wohlhabende Umweltorganisation World Wildlife Fund (WWF) an, systematisch Kontakte zu mit dem IPCC verbundenen Wissenschaftlern aufzubauen. Ende des Jahres 2008 hatte man nach einem internen WWF-Dokument 130 „führende Wissenschaftler, zumeist, wenn auch nicht ausschließlich, vom IPCC“ erfasst und in einem eigenen, parallel arbeitenden Beirat rekrutiert.

    Mit anderen Worten ist eine große Anzahl von Wissenschaftlern mit den Lobbygruppen ins Bett gestiegen, just in dem Moment, in dem man von ihnen erwartete, eine neutrale und objektive Bewertung der Klimaforschung abzuliefern. Was war das Ergebnis? Der IPCC-Bericht von 2007 hatte 44 Kapitel, von denen zwei Drittel mindestens einen – mitunter sogar bis zu acht – mit dem WWF zusammenarbeitende Autoren aufwiesen. Bei einem Drittel der Kapitel steckten sogar die Leitautoren mit der Umweltorganisation unter einer Decke. Das ist keineswegs harmlos oder rein zufällig. Nein, das raubt dem IPCC die Glaubwürdigkeit.

  13. @karlchen

    500 Millionen EURos wollen ja auch erst mal eingesammelt werden.

    Geld einsammeln is ja auch ’ne feine Sache. 500 Millionen? Dat is doch „Portokasse”, nach heutigen Relationen. Apropos, da gab’s ja auch mal HIMALAYAGATE:

    Stille Post der Klimaforscher

    Wladimir Kotljakow stellte 1996 die Vermutung an, die Fläche der Gletscher rund um den Globus könnte bis zum Jahr 2350 um 80 Prozent zurückgehen. Im Laufe des wiederholten Abschreibens wurde aus 2350 per Zahlendreher 2035, und statt von den weltweiten Eisströmen war nun vom Himalaya die Rede. Richtigstellung blieb aus. Geograph Kaser aus Innsbruck hatte den UNO-Klimarat noch vor Drucklegung des Berichts auf den Fehler aufmerksam gemacht. Doch seine Nachricht erreichte die Autoren nicht rechtzeitig. Darum wurden die Zahlen nicht korrigiert. Unverständlich bleibt aber, dass der Fehler auch seit der Bekanntmachung des Berichts im Februar 2007 von dem UNO-Gremium nicht richtiggestellt worden ist, sondern erst vor wenigen Tagen.

    Also bereits 2007 hatte Georg Kaser auf den Schwachsinn der behaupteten Himalayagletscher-Abschmelzung hingewiesen, der schwerwiegende Fehler im 4. IPCC-Sachstandsbericht wurde jedoch trotzdem NICHT korrigiert. Why not?

    „Aus einem Dokument der EU-Kommission geht hervor, dass sich ein Mitarbeiter des Umweltdirektorats auf die fehlerhafte Jahreszahl 2035 berief, als es darum ging, neue Forschungsprojekte zu planen. Dem Bürokraten stellte sich die Situation im Himalaya – dem UNO-Bericht folgend – sehr dramatisch dar. Da schien es an der Zeit zu sein, sich wissenschaftlich mit dem Thema zu befassen. Es entstand das von der EU geförderte Projekt HIGH NOON, um die Himalayagletscher und den Monsun zu erkunden.“

    Beteiligt am Projekt HIGH NOON ist TERI (The Energy and Resources Institute), dessen Chef – wat ’n Zufall – der IPCC-Oberhäuptling, der gute Onkel Pachauri, ist.

  14. Ich denke Arnell selbst relativiert die Ergebnisse seiner Studie mit folgender Aussage:

    “The net effect of all these caveats is that the numerical estimates of the implications of climate change on future water resources stresses are not to be taken too literally. Rather, the numbers in the tables can be used to indicate the relative effects of different emissions, climate and population scenarios.”

    Das heißt, dass man die Zahlen nicht wörtlich nehmen darf und sie nur die Verhältnisse zwischen den Szenarien beschreiben.
    Wir haben es also in dem Arnell Paper mit groben Projektionen zu tun, die keine quantitativen Vorhersagen liefern.
    Zu mindestens ist das meine Interpretation dieser Passage aus demArnell 2004 Paper.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  15. @Günter Hess #14

    Wir haben es also in dem Arnell Paper mit groben Projektionen zu tun, die keine quantitativen Vorhersagen liefern.

    Damit stellt sich die Frage, was hat das IPCC damit zu tun, außer alarmistische Schlüsse daraus zu ziehen ?

  16. @ Günter Heß

    Ihre Einschätzung zu den Grundaussagen des Arnell-Papers teile ich. Eine Frage, die daraus folgt, ist doch, wie aus diesem Zahlenmaterial letztlich im Grunde sinnentstellende (politische) Schlussfolgerungen abgeleitet und dann als die Quintessenz durch das IPCC dargestellt werden.

    Und warum widerspricht Arnell dieser absolut unzulässigen Wertung nicht? Dass er, wie Peter Heller schrieb, zusätzlich noch irritierende Tabellen und Grafiken nachschiebt, kann nur noch als Anzeichen dafür gedeutet werden, dass er sich korrumpieren ließ.

    Wie Frau Laframboise in dem Interview mit oekowatch sagt:

    Stattdessen sieht es so aus, als sei das IPCC von Leuten mit einer klaren Agenda infiltriert.

    Es ist offensichtlich Grundprinzip, dass aus vielen (allen?) Arbeiten und Projektionen durch die Leitautoren des IPCC nur die (eventuell möglichen) negativen Aspekte kommuniziert und dann auch noch unzulässig überhöht und dramatisiert werden. Siehe auch „Africa-Gate“, „Himalaya-Gate“, XYZ-Gate.

    Sie schreiben:

    Wir haben es also in dem Arnell Paper mit groben Projektionen zu tun, die keine quantitativen Vorhersagen liefern.

    Ich möchte ergänzen: Man kann vor allem keine qualitaven Vorhersagen liefern.

    Wie im Eingangsartikel schön herausgearbeitet wurde, ist nicht allein das Wasserdargebot entscheiden dafür, ob allgemein Wassermangel herrscht, sondern das technologische, politische und auch das soziale Umfeld.

    Bestes Beispiel aus der Abbildung 2: Demnach müssten ja für Europa reihenweise Durst- und Hungerkatastrophen drohen, gleich welches Klimamodell auch zu Grunde gelegt wird.

    Nur ein Satz noch zu den Klima-Modellen: Für die Heimat von unserem Onkel Heinz sieht es ja auch düster aus: Ein Modell sagt aus, Brandenburg wird zur Steppe wenn nicht gar Wüste, ein anderes sagt, Brandenburg wird großflächig Sumpfgebiet und das nächste sagt, alles bleibt so wie’s ist. Für jeden Liebhaber was dabei.

    Beste Grüße

    Anhalter

  17. @Tim Hardenberg #13

    Danke für den Hinweis auf die Flüsterpost! Man könnte sich kaputtlachen, wenn es nicht so traurig wäre.

    Diese Episode zeigt, wie der Forschungsförderungsmechanismus, vor allem wenn er extrem themenbezogen arbeitet, ganz schlechte, unproduktive Wissenschaft fördern kann. Gute Wissenschaft geht eben nur sine ira et studio und mit skeptischer Haltung, wenn man auf Teufel komm raus ein medienwirksam spektakuläres und im wesentlichen vorab festgelegtes Ergebnis entdecken will, kann ja nur Murks herauskommen.

    Man kann hier klar sehen, wie abwegig die Idee ist, besonders (d.h. angesichts der knappen Mittel: nur) gesellschaftlich relevante wissenschaftliche Forschung unterstützen zu wollen. Die den Technologien, die das Leben am stärksten verändert haben, zugrundeliegenden Entdeckungen gehen letztlich so gut wie immer auf reine wissenschaftliche Neugier, oft ohne seinerzeit erkennbaren Nutzen, zurück.

  18. @Fluminist

    Man kann hier klar sehen, wie abwegig die Idee ist, besonders (d.h. angesichts der knappen Mittel: nur) gesellschaftlich relevante wissenschaftliche Forschung unterstützen zu wollen. Die den Technologien, die das Leben am stärksten verändert haben, zugrundeliegenden Entdeckungen gehen letztlich so gut wie immer auf reine wissenschaftliche Neugier, oft ohne seinerzeit erkennbaren Nutzen, zurück.

    Kann ich nur DICK unterstreichen!

  19. Lieber Herr Anhalter,
    sie schreiben:

    „Es ist offensichtlich Grundprinzip, dass aus vielen (allen?) Arbeiten und Projektionen durch die Leitautoren des IPCC nur die (eventuell möglichen) negativen Aspekte kommuniziert und dann auch noch unzulässig überhöht und dramatisiert werden. Siehe auch “Africa-Gate”, “Himalaya-Gate”, XYZ-Gate.“

    Ich denke das ist eben typisch für eine politische Debatte. Mich nervt in diesem Zusammenhang vor allem, dass die „Wissenschaft“ als Deckmantelargument hergenommen wird.

    Nehmen sie Pachauri in seiner Eröffnungsrede für COP 17 in Durban:

    „Madame Chairperson, may I state most humbly that the discussions in this Conference must be guided by the scientific knowledge the IPCC has generated on the human and economic costs of inaction and the direct as well as indirect benefits of early action.“

    Meines Erachtens hat das IPCC eben gerade kein wissenschaftliches Wissen generiert, sondern nur das Wissen selektiv zusammengefasst und daraus politische Interpretationen fabriziert.

    Darüber hinaus finde ich es interessant, dass man eigentlich das IPCC gar nicht bräuchte, um Handlungen zu veranlassen, sondern dass meiner Meinung nach das IPCC im Grunde, durch den Fokus auf CO2 – Abkommen, konzertierte Aktionen zu jahrtausendealten Menschheitsproblemen behindert und erschwert.

    Zum Beispiel schreibt Arnell:
    Arnell:

    Climate change increases water resources stresses in 
some watersheds, but decreases them in others. If the absolute numbers of people living in water- stressed watersheds was taken as the indicator of water resources stress, then climate change would appear to reduce global water resources pressures because more watersheds move out of the stressed class than move into it.

    Das heißt aber, dass uns im Grunde durch den von den Modellen projizierten Klimawandel mehr Wasser zur Verfügung steht. Und wie schon seit Tausenden von Jahren muss die Menschheit lernen diese Ressourcen besser zu verteilen.
    Da sind wir also wieder bei den Grundproblemen in Afrika: korrupte Regime, fehlende Ausbildung und fehlende Zusammenarbeit, Aufbau von sinnlosen Armeen statt technische Entwicklung.
    Ich denk statt gerade in Durban über CO2- Reduktionen zu reden und Symbolaktionen medienwirksam zur Schau zu stellen, wäre es besser gewesen zu beraten, wie man Afrika helfen kann seine Wasserressourcen zu managen.

    Und musste das die Menschheit nicht immer. Waserressourcen managen und verteilen?

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  20. Lieber Herr Hess,

    das managen von Wasserressourcen war sogar der Auslöser zur Bildung der menschlichen Zivilisation. Und immer dann wenn diese grundlegende Staatsaufgabe zugunsten von anderen Gemeinschaftszielen vernachlässigt wurde, gingen die Gesellschaften unter:
    Die ägyptischen Pharaonen waren Verwalter des Nil-Hochwassers.
    Babylon lebte von der Ackerkultur des Zweistromlands.
    Die Maya schufen eine Bewässerungskultur.
    …und die Liste lässt sich noch lange fortsetzen…

  21. Hallo, Herr Hess und Tritium,

    ich bastle aus #19 und #20 mal folgenden Satz:

    Die jahrtausendalte Aufgabe des Managens von Wasserressourcen wird durch durch die „Arbeit“ des IPCC und durch alle ihm hörigen Regierungen und NGO’s in den Hintergrund gedrängt und vernachlässigt.

    Als zu Beginn der Menschheit der Mensch dort lebte oder dort hin zog, wo es (nutzbares) Wasser gab, wandelte sich die Aufgabe mit Beginn der Zivilisation dergestalt, dass es notwendig wurde, das Wasser dorthin zu bringen, wo die Menschen lebten.

    Wenn ich mich recht erinnere, hat z. B. auch Lomborg die Versorgung mit Wasser als ein weit dringlicheres Problem (im globalen Maßstab) als den Schutz einer imaginären statistischen Größe namens Klima angesehen.

    Und wenn wir schon dabei sind, global zu denken: Global gibt es keinen Wassermangel-Problem. Es gibt sehr wohl ein Wasserverteilungs-Problem.

    Sie schreiben:

    Das heißt aber, dass uns im Grunde durch den von den Modellen projizierten Klimawandel mehr Wasser zur Verfügung steht.

    Dieser allgemeinen Aussage möchte ich widersprechen. Ich behaupte, dass das Gesamtvolumen an Wasser auf der Erde nahezu konstant ist und bleibt. Was sich ändern kann, ist die Verteilung dieses Volumens innerhalb der Kategorien Salz- und Süßwasser, genauso ändern kann sich die Aufteilung innerhalb der Aggregatzustände fest, flüssig, gasförmig (Dampf) oder auch zwischen ober- und unterirdischen Vorkommen. Die Summe aber bleibt gleich.

  22. Nun ja, unter ‚Wasser‘ wird hier aber Süß- bzw. Trinkwasser verstanden.

    Was die Verteilung und Nutzung betrifft und die Möglichkeiten moderner Technologie, lässt sich vielleicht am besten aus einem Vergleich ersehhen:
    Was die Niederschlagsmengen betrifft, ist der Sahel mit den trockenen Farmgebieten Australiens vergleichbar.
    Doch während im Sahgel Armut und Hunger regieren, sind die australischen Farmer wohlhabend und zählen zu den wichtigsten Exporteuren von Fleisch, Wolle und Getreide.

    Mit entsprechender Technik ist es kein Problem,Wasser da hin zu bringen, wo ,man es haben will und es dort effektov einzusetzen:
    Israel machte aus dem Negev einen Garten, das Wasser dazu holen Sie notfalls auch aus der Türkei.
    Die Australier errichteten gewaltige Dammsysteme und pumpen Wasser über hunderte von Kilometern in ihre Bewässerungsgebiete.
    Und selbst wir pumpen, über den Rhein-Main-Donau-Kanal, jährlich 125 Millionen m3 (= 125.000.000 Tonnen) Wasser von der Donau über die Wasserscheide nach Mainfranken.

  23. @ Tritium #22 @Anhalter #21

    Genau, es geht um Süßwasser das uns die Natur zur Verfügung stellt.
    Brandenburg hat zum Beispiel einen Gebietsabfluss, ich glaube das ist „runoff“ in Arnell 2004, von etwa 1150 m^3/Einwohner/Jahr und ist deshalb nahe dran an den Arnell Begriff „water-stressed watershed area“.(meine Kalkulation aus Einwohnerzahl, Fläche, Gebietsabfluss etwa 100 mm/Jahr/m^2).

    Es wäre deshalb interessant wie viel Gebiete vom Typ Brandenburg zählt das IPCC.

    Die entscheidende Größe ist, wie gut die Wasserressourcen bewirtschaftet werden und da könnte man in Afrika sicher mit Dammsystemen, Kanälen, Pumpen betrieben durch Solarzellen etc, schon jetzt helfen, statt in Durban zu palavern.

    Grüße
    Günter Heß

  24. @Tritium, Günter Heß

    Ja und nein.

    Richtig, es geht um Trink- und Brauchwasser. Aber auch um die Ressource Wasser schlechthin. Ich sag ja damit nichts Neues, dass man auch aus Salzwasser Trinkwasser herstellen kann. Alles lediglich eine Frage der Technologie und der finanziellen Mittel.

    Als unmittelbares Lebensmittel benötigt der Mensch ca. 3 Liter Trinkwasser pro Tag. Per anno also nur rund einen Kubikmeter. Darüber hinaus brauchen wir Wasser zum Leben für die Produktion von Fleisch, Getreide, Gemüse, Obst (Lebensmittel allgemein). Der Rest der durchschnittlich (in DE z.B) verbrauchten 125 l/E x d geht fast ausschließlich für Hygiene drauf. Das soll jetzt nicht negativ klingen; schließlich basiert unser heutiges System der öffentlichen Wasserver- und Abwasserentsorgung auf den Ideen von Hygienikern wie Vierchow und Pettenkofer aus dem 19ten Jahrhunder. Und dies als Konsequenz aus den damaligen Choler-Epidemien.

    Ich frage mich nun, ob die fiktiven 1.000 m³/E und Jahr in dieser Höhe, überall verfügbar, nötig sind, um ein (zivilisiertes) Leben zu sichern.

    Ich bastle gerade an einem Beitrag, der dies hauptsächlich thematisiert. Wenn nichts dazwischen kommt, werde ich ihn am WE fertigstellen und dann die Admis bitten, ihn hier zur Diskussion freizuschalten.

    Freundliche Grüße!

    Anhalter

  25. Lieber Herr Anhalter,

    sie schreiben:

    Ich frage mich nun, ob die fiktiven 1.000 m³/E und Jahr in dieser Höhe, überall verfügbar, nötig sind, um ein (zivilisiertes) Leben zu sichern.

    Nein. Natürlich nicht. Mit genügend Energie können wir das Wasser natürlich verteilen bzw. durch Umkehrosmose aus Salzwasser herstellen.
    Übrigens könnte man dafür sicher gut Wind und PV einsetzen.
    Aber in dem Arnell 2004 Artikel geht es um Süßwasser und ich wollte einfach bei der Metrik bleiben.

    Die 1000 m^3/capita/Jahr sind ja nicht nur Trinkwasser, sondern eine Metrik die gewählt ist, um rauszufinden, ob eine Landfläche unter Wasser-Stress ist. Es ist wohl vor allem der Wasserverbrauch für Nahrungsmittelproduktion für Vieh und Anbau von Getreide.

    In meinen Recherchen habe ich das unter Falkenmark- Indikator gefunden.
    Geht wohl zurück auf:
    Falkenmark, M, J Lundquist and C Widstrand (1989). Macro-scale water scarcity requires micro-scale approaches: Aspects of vulnerability in semi-arid development. Natural Resources Forum 13(4):258- 267
    Der Index sagt 
(m3 per capita per year) größer 1700 no stress, 1000 – 1700 stress, 500 -1000 scarcity, kleiner 500 absolute scarcity

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  26. zu #25
    Möglicherweise auch hier:
    Falkenmark. „The massive water scarcity threatening Africa-why isn’t it being addressed.“ Ambio 18, no. 2 (1989): 112-118.

  27. Hier noch die Definition des IPCC im Glossar des AR4 WGII Reports:

    Water stress A country is water-stressed if the available freshwater supply relative to water withdrawals acts as an important constraint on development. Withdrawals exceeding 20% of renewable water supply have been used as an indicator of water stress. A crop is water-stressed if soil-available water, and thus actual evapotranspiration, is less than potential evapotranspiration demands.

    Im Grunde sehr vage.

  28. Ich frage mich nun, ob die fiktiven 1.000 m³/E und Jahr in dieser Höhe, überall verfügbar, nötig sind, um ein (zivilisiertes) Leben zu sichern.

    Lieber Anhalter,

    auch hier zeigen die Israelis mit 370 m3/Jahr uns beispielhaft, wie man sparen kann, vor allem bei der Bewässerung in der Landwirtschaft.
    Selbstverständlich kann man mit sehr viel weniger als 1000 m3 ‚zivilisiert‘ leben. Das ist eine Kostenfrage. Ist Wasser sehr teuer, weil knapp, finden sich ganz von selbst enorme Sparpotentiale -- ich brauche wohl kaum zu erwähnen, dass zum Beispiel seperate Trink- und Brauchwasserversorgung (wobei letzteres minderwertiger sein kann) sowie Mehrfachnutzung des Brauchwassers (Waschwasser kann auch noch die Toilette spülen etc.) oder Regenwasserzisternen auf der Hand liegen und einfach zu ralisieren sind, sobald der Mehraufwand für Sammelbehälter, Leitungen und Pumpen sich rechnet.

  29. novo argumente:

    Weltklimarat: Politisch bis ins Mark
    Von Rob Lyons

  30. ef-magazin (Gärtner):

    Geoengineering: Zauberlehrlinge in den Startlöchern

    Klima-Klempner setzen auf Plan B zur Weltrettung

  31. #30. Tim Hardenberg

    „In die Ecke, Besen, Besen! Seids gewesen. Denn als Geister ruft euch nur zu diesem Zwecke, erst hervor der alte Meister.“

    Moin Tim,

    mit der Strophe ist es dann leider nicht getan. Einmal angefangen, im großen Maßstab in der Natur mittels „Geoengineereing“ rumzupfuschen, ist das dann mehr oder weniger irreparabel. Die, die meinen, das steuern zu können, sind einfach nur Größenwahnsinnig!

    karl.s

  32. @karlchen

    mit der Strophe ist es dann leider nicht getan. Einmal angefangen, im großen Maßstab in der Natur mittels “Geoengineereing” rumzupfuschen…..

    dazu passt leider auch der olle (damals noch junge) Reinhard Mey von 1974.
    ….. ’n Klempner kann ja schließlich ALLES!

  33. Kleine Süffisanz am Rande…..

    Temperaturen „wie am Nordpol“ in Griechenland

    m Norden Griechenlands ist es klirrend kalt. In der Region der Kleinstadt Florina wurde in der Nacht zum Montag mit minus 24 Grad die niedrigste Temperatur registriert, seit es dort Messungen gibt. Das teilte das Nationale Wetteramt mit. …….

    Jaja ick weiß, is nur Wetter und sowieso nur Regional, hat nix……aber auch rein garnix mit der Überhitzung unserer armen Erde zu tun, Pionierehrenwort.

    PS. Arme Griechen, sind die nicht schon genug geprügelt……..muss nun auch noch das Wetter auf dieses Volk herumhacken?
    H.E.

  34. Klimawandel: Ein Vortrag provoziert

    „Weltklimarat ist eine sozialistische Veranstaltung“

    …..Wie kann es sein, dass bereits an Kindergärten und Grundschulen Kindern der Glaube an die Hypothese vom menschengemachten Klimaweltuntergang eingebleut wird, gleichzeitig aber kein Experiment vorliegt, das dies belegt? Wie kann es sein, dass eine über die Politik finanzierte Institution wie der „Weltklimarat“ IPCC nicht einmal vorläufig gesichertes Wissen als alleingültigen Maßstab verbreitet? Gleichzeitig geben deutsche Bildungsministerien Broschüren für Pädagogen heraus, die bilderbuchartig zeigen, wie Kritiker des menschengemachten Klimawandels wortwörtlich als „Skeptiker“ verunglimpft werden sollen. Die Methode, dass Kinder ihre Eltern beeinflussen, wird darüber hinaus als gewünscht empfohlen. Herr Professor Löschke kennt diese Methoden aus eigener Erfahrung im einst real existierenden DDR-Sozialismus. Deshalb hat er auf die Analogien und Tendenzen im Vergleich zu einstigen diktatorischen Systemen hingewiesen……

  35. Sehr interessant, warum hat Ramstorf das noch nicht bemerkt, der ist doch angeblich Ozeanograph. Da müsste ihm die Rolle der Ozeane und deren Strömungen doch bekannt sein.

    Paul Brekke, ein ranghoher Berater am norwegischen Weltrauminstitut, sagte, dass fuer einige Wissenschaftler die Bedeutung der Wassertemperaturzyklen schwierig zu akzeptieren sei, weil sie damit zuzugeben muessten, dass den Ozeanen – nicht dem CO2 – die Hauptursache für die Erderwärmung zwischen 1970 und 1997 sind.

  36. achgut.com (Peiser):

    Vergesst die Erderwärmung! Wir sollten uns mehr Sorgen um den 25. Sonnenzyklus machen

  37. #35. Karl Rannseyer

    Hallo Karl,

    interessanter Artikel! Bestätigt nur, was z.B. Theodor Landscheidt schon lange vor seinem Tod vorausgesagt hat.

    Jedoch behauptet das Met-Office in seiner Publikation, dass die Konsequenzen jetzt vernachlässigbar wären – weil der Einfluss der Sonne auf das Klima viel geringer sei als das von Menschen freigesetzte Kohlendioxid. Obwohl der solare Energieausstoss wohl bis 2100 zurückgehen wird, „würde das zu einer Temperaturabnahme von höchstens 0,08 Grad Celsius führen“. Peter Stott, einer der Autoren, sagte: „Unsere Erkenntnisse zeigen, dass eine Reduzierung der Sonnenaktivität auf ein Niveau, dass wir seit hunderten von Jahren nicht gesehen haben, zu schwach wäre um den dominanten Einfluss der Treibhausgase außer Kraft zu setzen.“

    Sollte das nicht irgendwie deutlich wärmer werden bis 2100?? oder bin ich jetzt auf einem falschen Trip? Wenn ich die Aussage des Met-Office richtig interpretiere, wird also die Temperatur nicht ansteigen, sondern um 0,08 Grad max. zurückgehen. Na, wenn das so ist, können wir ja wieder zum normalen Alltag zurückkehren und alle Maßnahmen zur „Stabilisierung des Klimas = 2 Grad Ziel“ einstampfen 😉

    gruß
    karl.s

  38. @ karl.seegert

    Hei Karl 🙂 ,
    nach dieser Logik müßten wir jetzt entsprechend CO2 produzieren damit wir das 2°C Ziel auf jeden Fall schaffen 😉 .
    Ist natürlich Quark, die wissen im Moment nicht wie sie aus der Nummer wieder ´rauskommen, wobei das Met-Office seine Reputation eigentlich schon vor langem verloren hat. Die letzten Winter in GB haben die jedenfalls nicht einmal annähernd richtig prognostiziert, den europäischen Flugverkehr lahmgelegt usw. .
    Das die Sonne der Klimaantrieb und Faktor ist, ist ja nicht nur Landscheidt´s Idee. Da sind noch ´ne ganze Menge anderer Leute ´dran.
    z.B. :

    http://www.science-skeptical.de/blog/die-sonne-verkundet-ein-kalteres-jahrzehnt/004054/

    http://www.science-skeptical.de/blog/ratsel-gelost-globale-erwarmung-versteckt-sich-in-den-ozeanen/002354/

    http://www.science-skeptical.de/blog/schaltet-die-sonne-sich-ab/004664/

  39. …..schön, auch mal eine etwas andere Meinung über sog. „Klimaskeptiker” zu lesen:

    Pressefreiheit und Meinungsfreiheit: Gott schütze Ungarns Regierung!

    …..Eine quellenkritische Herangehensweise beeinflusste daher beispielsweise auch meinen Standpunkt zum angeblich menschengemachten Klimawandel oder zur Atomenergie. Denn ich bin kein Klimaforscher und kein Atomenergie-Experte und werde es insofern natürlich immer nur als Laie beurteilen können, ob der Welt eine ,,Klimakatastrophe“ droht, wie ständig geunkt wird (in letzter Zeit etwas weniger, da manche Journalisten offenbar allmählich aufwachen), und ob Atomkraft so schrecklich ist. Trotzdem habe ich natürlich nicht den geringsten Zweifel, dass die ,,Klimaskeptiker“ und die Warner vor einer Atomenergie-Hysterie recht haben. Denn diese argumentieren glaubwürdiger, weniger demagogisch und ideologisch, verstricken sich nicht ständig in Widersprüche und werden von den Medien dennoch permanent dämonisiert und pauschal als Öl- und Atomlobbyisten an den Pranger gestellt.

  40. #39

    muahahahaha

  41. #39. Tim Hardenberg

    Moin Tim,

    klasse Artikel, hier mal ein Auszug daraus in Bezug auf unsere ach so „tollen“ Medien!

    Liebe Ungarn, falls Ihr dies lest: Bitte verwechselt die armselige linke Medien- und Meinungsmafia in meinem Land nicht mit der Meinung des deutschen Volkes! Und wenn doch ein Deutscher Schwachsinn über Euer Land und über Eure Regierung erzählt, so bedenkt, dass dieses Volk von einer gleichgeschalteten Medienmeute gehirngewaschen wird und nichts dafür kann. Euer Land ist mir sehr sympathisch, und Eure Massendemonstration für Orbán ist eine historische Zäsur: Noch nie in der Weltgeschichte hat es einen derartigen regelrechten Volksaufstand gegen das linke Medien-Establishment gegeben. Es geht eben aufwärts mit Europa, und ebenso wie 1989, so spielt Ungarn auch diesmal eine Vorreiterrolle, während Deutschland mal wieder hinterher hinkt. Ihr könnt stolz auf Euer Land sein, also lasst Euch nichts erzählen, scheißt auf die Lügner in den linken deutschen Redaktionsstuben! Gott schütze die ungarische Regierung, Gott schütze das ungarische Volk!

  42. @39 Tim

    Einmal am Tag Medien gucken von Bild bis Zeit, von Spiegel bis FOCUS und die Gleichschaltung deutscher Medien fallen sogar mit ungebildeten Proll ins Auge.
    Vorsicht ist immer dann geboten, wenn sich alle Medien wie Hyänen auf ein Thema oder eine Person stürzen, entweder soll dort abgelenkt werden oder jemand vernichtet werden……..Hauptsache die Wahrheit bleibt auf der Strecke.
    Echt geiler Artikel das, den Schlußsatz fand ick besonders „rührig“.

    Es geht eben aufwärts mit Europa, und ebenso wie 1989, so spielt Ungarn auch diesmal eine Vorreiterrolle, während Deutschland mal wieder hinterher hinkt. Ihr könnt stolz auf Euer Land sein, also lasst Euch nichts erzählen, scheißt auf die Lügner in den linken deutschen Redaktionsstuben! Gott schütze die ungarische Regierung, Gott schütze das ungarische Volk!

    Dem ist nix hinzuzufügen, selbst wenn ick Atheist bin.
    H.E.

  43. #38. Karl Rannseyer,

    Moin Karl,

    klar, das Met-Office ist wirklich nicht der Brüller in Sachen Wetter und Klima. Aber irgendwie scheinen auch da mittlerweile einige zu ahnen (können ja nicht alles Deppen sein 😉 ), dass die Erwärmungskiste so nicht zu halten ist. Eigentlich sollten die Wissenschaftler, die sich mit Wetter und Klima beschäftigen doch froh sein, dass sie live miterleben und beobachten können, wie die Sonne auf ein Aktivitätsminimum zusteuert (ist ja schon drin) und damit den Übergang von einer Warmperiode in eine kältere Phase einleitet bzw. bereits eingeleitet hat. Aber mal befreit vom CO2 Gedöns, ist die Aussage des Met-Office doch schon mal recht deutlich und wird sicherlich zu kontroversen Debatten führen. Ich bin mal auf die Reaktion unserer Pikaderos vom Telegrafenberg gespannt.

    gruß
    karl.s

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