Denn sie wissen nicht, was sie tun…

17. Juli 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Politik, Wissenschaft

Die mangelnde Fähigkeit vieler Klimaforscher, die Grenzen ihrer Kompetenzen zu erkennen, wird von mir oft kritisiert. Um so schöner ist es, auch einmal ein Gegenbeispiel registrieren zu können. Denn so schreibt Georg Hoffmann im jüngsten Beitrag seines Blogs „Primaklima“:

Ich bin häufig etwas unklar bei dem Punkt, wie weit man Mitigation, also die Vermeidung von CO2 Emissionen, treiben sollte, einfach weil mir die wirtschaftlich-technologischen Konsequenzen und Notwendigkeiten einer solchen „Forderung“ (als wenn ich was zu sagen hätte..) ziemlich unverständlich sind. Kurz: Keine Ahnung.

Wahrscheinlich werden so ziemlich alle (naturwissenschaftlich orientierten) Klimawissenschaftler diese Sätze unterschreiben können.

Ich weiß natürlich nicht, welche Folgerungen Georg Hoffmann aus seiner Aussage ableitet. Aber ein Leitgedanke von Science Skeptical wird hier klar bestätigt:

Klimaforscher sollten es unter allen Umständen unterlassen, ihre Arbeit einer politischen Ideologie zuzuordnen. Sie sollten auch nicht versuchen, aus ihrer Arbeit Argumente für eine bestimmte Klimapolitik abzuleiten. Wissenschaft kann und darf niemals politisches Handeln determinieren. Denn für Forscher gilt (nicht nur in der Klimadebatte): Von allen Fragen außerhalb ihres eigentlichen Fachgebietes wissen sie auch nicht mehr, als der normale Medienkonsument. Oder kurz: „Keine Ahnung“.

Uns Klimaskeptiker hingegen eint nicht nur das Verständnis der „wirtschaftlich-technologischen Konsequenzen“ der Vermeidungspolitik. Wir wissen auch um deren soziale Komponente. Deswegen sind wir ja Skeptiker. Auf Wunsch beheben wir also auch gerne Ihre Ahnungslosigkeit, Herr Hoffmann.

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10 Kommentare
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  1. Bemerkenswert ist auch was Hoffmann in der zweiten Hälfte des Absatzes sagt:

    Hier soll es darum gehen, dass egal was ich oder meinethalben der IPCC oder gar der Papst in Sachen CO2 Emissionen und Energy Consumption fordern, es wird nicht geschehen. Bis zum letzten Tropfen Öl.

    Ob man dies nun gut oder schlecht findet, ist völlig egal. Wir werden uns darauf einstellen müssen.

  2. Ich glaube, das meint er ironisch. Zum ökonomisch-technischen Verständnis der Situation gehört die Berücksichtigung zweier Punkte:

    1. Die verfügbaren Reserven übersteigen die Gesamtmenge an Erdöl, die die Menschheit bislang verbraucht hat, deutlich -- von den Ressourcen ganz zu schweigen (siehe hier). Wir stehen also immer noch am Beginn des Erdölzeitalters (zumindest bezogen auf die Mengen, die wir noch verbrauchen werden).
    2. Erdöl wird nicht dadurch abgelöst, daß es zur Neige geht. Es wird schon lange vorher durch ein Substitut ersetzt werden. Das jedenfalls ist der grundsätzliche Lauf der Dinge, wie er sich einstellt, wenn man freie Märkte unbeeinflußt wirken läßt.

    Aber gut, Klimaforscher berücksichtigen solche Fakten und Prozesse nicht. Sie haben ja „keine Ahnung“, wie wir jetzt endgültig wissen.

  3. Herr Heller, ich bin ganz Ihrer Meinung. Die etwas flapsige Bemerkung Hoffmanns, egal wer was fordert, Öl wird weiterhin gefördert (so lange es wirtschaftlich sinnvoll ist), ist wohl ironisch gemeint, wird aber dennoch zutreffend sein.

    Warum ich dies glaube, hat weniger mit Zukunftsperspektiven zu tun, so wie Sie sie in Ihren Beitrag schildern, sondern speist sich eher aus Erkenntnissen aus der Vergangenheit. Es ist sehr unwahrscheinlich dass ein politisches Gebilde dauerhaft stabil ist, welches die Verwendung von Ressourcen einschränken will, ohne das brauchbare Alternativen nutzbar sind.

    Um die Forderungen der „Klimaschützer“ umsetzen zu können, bedarf es ein „Global Government“. Doch wie soll dies funktionieren und wie sieht es mit der demokratischen Legitimität einer solchen Regierung aus? Wir sind uns ja noch nicht einmal innerhalb Europas einig.

    Diese Problematik nehmen Klimaforscher nur am Rande wahr, auch hier haben sie nicht mehr Ahnung als alle anderen Menschen auch.

  4. Ich komme zwar etwas spät, wollte aber noch hinzufügen, dass ich denke, dass Hoffmann da sehr genau weiss warum er so etwas schreibt. Das macht seine Aussagen zum Klimawandel unangreifbar. Ich sage ja eigentlich nichts, weise bloss darauf hin, dass jeder der irgendwelche Zweifel an irgendetwas zum Thema Klimakatastrophe hat ein Idiot, Volltrottel und durch und durch böser Mensch ist.

    Und das mit dem letzten Tropfen Öl meinte er sicherlich nicht ironisch. Es kommt ja noch die Kohle hinzu und das Methan usw… Erst wenn der letzte Baum gerodet…. sind alle Gutmensch-schäflein schon im Oekohimmel.

    Bis dahin haben wir aber wohl 500 Milliarden Menschen auf dem Planeten … 😉 Nein das ist keine Ironie, bloss eine Vermutung …. 😉

  5. „Die mangelnde Fähigkeit vieler Klimaforscher, die Grenzen ihrer Kompetenzen zu erkennen, wird von mir oft kritisiert.“

    Und diese Grenzen zu kennen, nehmen Sie für sich in Anspruch? Wie geht das, wenn man nicht vom Fach ist?

    „Klimaforscher sollten es unter allen Umständen unterlassen, ihre Arbeit einer politischen Ideologie zuzuordnen. “

    Richtig. Aber Aufklärung sollten sie schon betreiben, denn es gibt nunmal viele Leute, die vom Klima noch weniger Ahnung als von Politik haben.

    „Uns Klimaskeptiker hingegen eint nicht nur das Verständnis der “wirtschaftlich-technologischen Konsequenzen” der Vermeidungspolitik. Wir wissen auch um deren soziale Komponente. Deswegen sind wir ja Skeptiker“

    Donnerwetter, eine starke Behauptung, darf man auch davon überzeugt werden? Woher nehmen Sie denn die Kompetenz, “wirtschaftlich-technologischen Konsequenzen“ der Vermeidungspolitik zu verstehen, sollte da mehr als Wunschdenken dahinter stecken?

  6. Herr Bäcker,

    Donnerwetter, eine starke Behauptung, darf man auch davon überzeugt werden? Woher nehmen Sie denn die Kompetenz, “wirtschaftlich-technologischen Konsequenzen” der Vermeidungspolitik zu verstehen, sollte da mehr als Wunschdenken dahinter stecken?

    Aber ganz sicher….

  7. interessant, können Sie das auch belegen?

  8. @Bäcker, #7:

    Ja.

  9. sehe ich nicht.

  10. Ihr Problem.

    Was soll das eigentlich werden, Herr Bäcker? Entweder gefällt Ihnen dieses Blog, oder nicht. Mir ist das egal. Wir können auch gerne über irgendetwas diskutieren, keine Frage. Mein missionarischer Eifer geht jedenfalls gegen Null. Das hier ist Freizeit, richtet sich an die Allgemeinheit und macht Spaß (jedenfalls meistens). Ich verdiene keine Münze daran und dafür ist es auch nicht gedacht. Und ich muß hier auch niemandem irgendetwas beweisen, aus dem Alter bin ich heraus.

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