Der BUND hat da eine tolle Idee…

28. Juli 2008 | Von Heinz Eng | Kategorie: Artikel, Blog, Kurioses, Politik
Seien Sie dem “BUND” nicht gram, wenn Sie frierend und im Dunkeln die einsamen Winternächte überstehen müssen… Photo: s.e. janc

Seien Sie dem “BUND” nicht gram, wenn Sie frierend und im Dunkeln die einsamen Winternächte überstehen müssen… Photo: s.e. janc

Liebe Hartz-IV-Empfänger, Rentner mit Mindestrente, Alleinstehende mit Kindern und der Rest, der an der Armutsgrenze lebenden Deutschen,

die Energiepreise steigen und Sie wissen nicht mehr ein noch aus? Sie gehören zu den knapp 800.000 Menschen in Deutschland, die kurz- oder langfristig von der Strom- oder Gasversorgung abgeklemmt sind?

Dann habe ich die perfekte Lösung für Sie!

Oder besser gesagt, die Idee hatte zuerst der “Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland” (BUND). Denn dort heißt es:

“Angesichts der steigenden Energiekosten sollten einkommensschwache Haushalte entlastet werden, ohne ihren Stromverbrauch zu subventionieren. Dies forderte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und stellte ein entsprechendes Maßnahmenpaket vor, das u. a. die Finanzierung von Energieberatungsprojekten vorsieht. Bundesweit vorbildlich seien entsprechende Modellprojekte wie das der Caritas in Frankfurt am Main. So genannte ‘Sozialtarife’ oder die Wiedereinführung der Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer lehnte der Umweltverband ab. Sie seien keine geeignete Antwort auf weiter steigende Energiepreise und kontraproduktiv bei der Umsetzung nationaler Klimaschutzziele.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: ‘Es gibt nur eine angemessene Antwort auf die steigenden Energiekosten: der Energieverbrauch muss runter. Gerade einkommensschwache Haushalte, die am meisten unter den hohen Kosten leiden, müssen in die Lage versetzt werden, durch einen effizienteren Energieverbrauch Energie zu sparen. Anstatt einen Teil der Stromrechnung zu bezahlen, muss die Bundesregierung das Energiesparen entschlossen fördern.’ Sozialtarife entlasteten Haushalte nur kurzfristig. Längerfristig förderten sie jedoch den Energieverbrauch und damit die Belastungen durch hohe Energiepreise. Das sei weder klimapolitisch noch sozialpolitisch verantwortbar.”

Ja liebe Damen und Herren, Sie haben richtig gelesen, der “BUND” lehnt Sozialtarife ab.

Aber dieser geniale Naturschutz-Verein hat da auch schon die passende Lösung für Sie…

Denn weiter ist zu lesen: “Beispielhaft für eine erfolgreiche Effizienzberatung sei das Projekt ‘Cariteam Energiesparservice’ der Caritas Frankfurt am Main. Einkommensschwache Haushalte würden finanziell entlast, das Treibhausgas Kohlendioxid eingespart. Kern des Projektes ist die Qualifizierung Arbeitloser zu Serviceberatern für Energie- und Wasserspartechnik. Diese führen in Haushalten mit geringem Einkommen kostenlos Energieberatungen durch und informieren über Einsparmöglichkeiten. Außerdem wird den Haushalten ein ‘Starterpaket’ mit einfachen technischen Geräten zur Effizienzsteigerung im Wert von etwa 50 Euro übergeben. Mit Hilfe des ‘Starterpakets’ – dazu gehört beispielsweise eine Energiesparlampe – lassen sich die Energiekosten pro Jahr um etwa 100 Euro reduzieren.”

Prima, eine einzige Energiesparlampe wird ihren Stromverbrauch gewaltig senken und für die restlichen 40 Euro (eine gute Sparlampe kostet zirka 10 Euro) bekommen Sie noch “einfache” technische” Geräte zur Effizienzsteigerung mit dazu, wahrscheinlich abschaltbare Steckdosenleisten und ein Energiemessgerät. Ich persönlich würde ja noch eine warme Decke mit dazu legen, der nächste Winter könnte schön kalt werden.

Meine Mutter beliebte immer zu sagen: “Arm sein ist keine Schande.” Leider kann ich ihr da diesmal nicht zustimmen. Als Armer liegt man dem Staat auf den Taschen, ist “Buhmann der Nation” und jetzt noch Freiwild für die Umweltschützer. Was natürlich auch daran liegen könnte, dass sie nicht die Klientel sind, die immer schön für den Umweltschutz und dessen Schützer Spendengelder bereitstellen können.

Seien Sie dem “BUND” nicht gram, wenn Sie frierend und im Dunkeln die einsamen Winternächte überstehen müssen, Sie retten mit dieser Großtat immerhin das Klima. Das sollte für diese kleinen Lebenseinschränkungen doch mehr als fair sein, meinen Sie nicht auch?

Zuerst erschienen auf Readers Edition am 28. Juli 2008

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