Der Bürgerdialog: Ein Kommunikationsdesaster?

22. Juli 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Innovationspolitik, Politik, Wirtschaftsförderung

Ob jemand ein Thema wirklich durchdrungen hat, zeigt sich nicht selten in seiner Fähigkeit, die richtigen Fragen zu stellen. Die Bundesregierung, insbesondere das Bundesforschungsministerium, hat offensichtlich noch kein Verständnis für die Problematiken entwickelt, die sich aus Sicht der Bürger mit der „Energiewende“ verbinden. Denn die vier Leitfragen, die als Debatteneröffnung für die ersten Wochen des Bürgerdialogs zur Energiepolitik dienen sollen, geben nicht wirklich wieder, was die Nutzer der Webseite bewegt. Und einige enthalten in ihrer Formulierung sachliche Fehler und Interpretationsspielräume, die eine Beantwortung schwer machen.

Bild 1

So heißt es in These 1 unter der Überschrift „Energieeffizienz“:

„Ich halte Maßnahmen zum Energiesparen für sinnvoll, auch wenn sie mich in meinem persönlichen Lebensstil einschränken.“

Energie effizienter zu nutzen bedeutet aber genau nicht, sich „einschränken“ zu müssen. Effizienzsteigerung heißt vielmehr, denselben Effekt oder Nutzen mit weniger Aufwand zu erreichen. Es verbleibt immer ein Gewinn, der für mehr Effekt oder Nutzen eingesetzt werden kann (Rebound-Effekt). Die Steigerung der Energieeffizienz ist ein Treiber des technischen Fortschrittes seit tausenden von Jahren und führt eigentlich immer zu einer Erhöhung des Energieumsatzes – und nicht zu einer Verminderung. Dieser Widerspruch zwischen Überschrift und eigentlicher Fragestellung ist vielen Kommentatoren auch aufgefallen. Die These selbst stößt weit überwiegend auf Ablehnung (Bild 1). Was verheerend für die Energiewende ist, denn diese kann nur funktionieren, wenn tatsächlich gespart, also auf Nutzen verzichtet wird. Oder aber, wenn Effizienzsteigerungen umgesetzt, gleichzeitig aber Rebound-Effekte politisch unterdrückt und verhindert werden.

Bild 2

Die zweite These dreht sich um die „Erneuerbaren Energien“, welche allerdings keinesfalls „erneuer- oder regenerierbar“, sondern allerhöchstens „sich erneuernd oder regenerativ“ genannt werden dürfen. Der Unterschied mag für Geographen, Ethnologen und Sozialwissenschaftler, die einen Online-Dialog gestalten sollen, schwer verständlich sein. Er ist aber von fundamentaler technischer Bedeutung. Ich bevorzuge natürlich die Bezeichnung NIEs für „neue, ineffiziente Energien“. Die Frage selbst ist erneut mißverständlich formuliert:

 

„Ich bin bereit, höhere Strompreise (ca. 3 -6 % pro Jahr bis 2020) zu zahlen, um den Ausbau der erneuerbaren Energietechnologien zu fördern.“

Ist jetzt „3-6% Anstieg“ pro Jahr gemeint? Das würde bis 2020 (gerechnet für 8 Jahre ab 2012) immerhin eine Strompreiserhöhung von 60% ausmachen und ist wohl kaum Absicht der Bundesregierung (oder etwa doch?). Die Fragesteller dachten wahrscheinlich eher an in der Summe „bis zu 6% mehr als ohne Förderung des Ausbaus der NIEs.“ Die Ablehnung (Bild 2) ist hier am noch deutlicher als bei These 1 (Bild 2).

Bild 3

These 3 lautet:

„Ich trage den Ausbau der Energieinfrastruktur mit, auch wenn es bedeutet, dass in meiner Umgebung neue Stromleitungen oder Energiespeicher gebaut werden müssen.“

Es kommt aber nicht nur darauf an, was man macht, sondern auch wie und warum man etwas in Angriff nimmt. Viele Nutzer werden mit „Nein“ gestimmt haben, weil sie eigentlich gegen die Energiewende sind, gegen einen Ausbau der Infrastrukturen aber nichts einzuwenden hätten, würde er denn in einem sinnvollen Kontext stattfinden (Bild 3).

Noch deutlicher wird dies bei These 4:

 

„Ich halte Investitionen in neue Gas- und Kohletechnologie für notwendig, auch wenn dadurch die Klimaschutzziele in Deutschland nicht vollständig erreicht werden.“

Stimmt man dieser These zu, so könnte man in den Verdacht geraten, „Klimaschutz“ für wichtig zu erachten. Und aus genau diesem Grund argumentieren viele Nutzer gegen diesen Ansatz. Das Meinungsbild präsentiert sich entsprechend uneinheitlich (Bild 4).

(Es ist zu beachten: Es handelt sich keinesfalls um ein repräsentatives Meinungsbild. Die Zahlen sind auch nur vorläufig, da der Bürgerdialog noch einige Wochen laufen wird. Und ich habe nicht die einzelnen Kommentare inhaltlich ausgewertet, also die Motive der Abstimmenden berücksichtigt, noch offensichtliche Doppel- oder Mehrfachstimmen ausgeschlossen. Die Arbeit sollen die Macher des Dialogs schon selbst erledigen.)

Bild 4

Die Zielstellung des Bürgerdialogs wird auf der Webseite offen benannt:

„Wir wollen mit Ihnen über die Gestaltung des Umbaus der Energieversorgung diskutieren.“

Um die Energiewende an sich geht es also nicht, sondern nur um deren Ausgestaltung. Wenn sich dann aber viele Nutzer an diesem Dialog beteiligen, um ihre grundsätzliche Skepsis und ihre grundsätzliche Ablehnung des Regierungshandelns zu bekunden, dann ist das nicht nur nicht im Sinne der Erfinder sondern kann durchaus als kommunikatives Desaster gewertet werden. Denn damit hat man scheinbar nicht gerechnet. Und damit einmal mehr bewiesen, wie weit sich doch die Regierung von dem entfernt hat, was die Wähler wirklich bewegt.

Wir werden den Bürgerdialog hier bei Science Skeptical weiter kritisch begleiten. Die Kommentarspalte unter diesem Text dient daher auch der Fortsetzung der Diskussion unter „Bürgerbefragung zur Energie“. Ich habe mich außerdem bereits zu einer „Bürgerwerkstatt“ angemeldet und werde über diese hier berichten. Andere Leser und Autoren spielen mit ähnlichen Gedanken.

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47 Kommentare
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  1. Danke für diesen Zwischenbericht. Nützlich ist vielleicht noch der Link zum Bürgerdialog

    [Mensch, den hatte ich glatt vergessen. Ist jetzt auch im Artikel gesetzt. Danke, Heller]

  2. Beim tatsächlichen Verlauf des „Bürgerdialogs“ könnte es sich in der Tat um ein tragisches Mißverständnis handeln. Geplant war die Sache offenbar als Wohlfühldiskussion: „wir alle gestalten gemeinsam die spannende neue Energiemangelgesellschaft“ und „Experten räumen unbegründete Bürgerängste aus dem Weg“.

    Die logischen, auf der Hand liegenden Spielverderberantworten auf die vorgestellten Thesen, etwa 1. Energiesparen hemmt den Fortschritt und hat mit Effizienz nichts zu tun, 2. höhere Energiepreise schlagen sich auf alle Güterpreise um und verdrängen die Industrie ins Ausland, 3. die erforderliche Energiespeichertechnologie ist noch nicht einmal in den Grundlagen entwickelt, 4. zeigt die Absurdität der neuen Wende im Hinblick auf die Priorität Nr. 1 noch vor einem halben Jahr, den „Klimaschutz“: all dies und generelle Ablehnung der Energiewende sind notwendige und rationale Einwände, aber gewissermaßen eine Themaverfehlung -- und werden wohl auch so behandelt werden, wie die Zusammenfassung des ersten „vor Ort“-Dialogs zeigt.

  3. Die Art und Weise wie im Bürgerdialog mit dem Thema Energieeffizienz umgegangen wird zeigt, dass es sich hier wohl eher um einen Euphemismus handelt, also um eine beschönigende Bezeichnung. Gemeint ist damit vielmehr ein, wie auch immer zu erreichender, Minderverbrauch an Energie, also eine Einschränkung, die mit dem eher positiv besetzten Begriff Effizienz eher verschleiert wird.

    Ein ähnliches Vorgehen trifft man mittlerweile in der Politik sehr oft an. Etwa wenn vom Sparen die Rede ist, um den Haushalt zu sanieren. Ist doch bei genauerem Hinsehen damit meist vor allem eine Erhöhung der Einnahmen durch Steuern oder Abgaben gemeint. Oder wie heute im Radio berichtet wurde, dass das Rot-Grün regierte Land NRW im Haushalt 2012 750 Millionen Euro einsparen würde. Mit dem eindrucksvollen Effekt , dass 2011 53 Milliarden Euro auf der Ausgabenseite stehen, 2012 aber 58 Milliarden Euro. Die Ausgaben um „nur“ 10% zu erhöhen kann man also unwidersprochen als „Sparen“ ausgeben. Das ist astreines Politiker-Neusprech im 21. Jahrhundert.

  4. Am Ende dieses Bürgerdialogs soll es einen „Bürgergipfel“ geben, bei dem Erkenntnisse aus den Bürgerkonferenzen sowie Bürgerwerkstätten und der Online-Diskussion einfließen. Dieser Bürgergipfel erstellt dann einen Bürgerreport, der der Ministerin vorgelegt wird.

    Die Online-Diskussion spiegelt meines Erachtens nach auch in etwa die Meinung der Bevölkerung wieder. Das ist aber bei den Werkstätten und Konferenzen nicht zu erwarten. Hier werden sich die üblichen „Zeitreichen und Artikulationsstarken“, aus der Gruppe derjeniger die die Energiewende befürworten, einfinden um ein Ergebnis nach ihren Vorstellungen zu präsentieren. Wie das ja bereits in Berlin geschehen ist.

    Die Frage ist nun, wie setzt sich dieser Bürgergipfel zusammen, wer delegiert da wen? Gibt es da eine Möglichkeit für „uns“ da tätig zu werden?

  5. Erstmal ist natürlich das Schlagwort „Bürgerbeteiligung“ eine tolle Sache, der jeder zustimmt.
    Vermeintlich stärkt das dann auch die Demokratie.
    Der Mechanismus der stattfindet ist aber undemokratisch. Eine Auswahl der Bürger, die nicht von uns gewählt wurden, beteiligt sich und äußert seine Meinung. Eine Auswahl von Moderatoren, die nicht von uns gewählt sind, fasst die Meinungen zusammen und schreibt eine Zusammenfassung für die Politiker und führt damit einen vermeintlichen Konsens herbei. Damit dieses Dokument überhaupt legitimiert sein könnte, müßte es ja mindestens der Vollversammlung aller Bürger zur Abstimmung vorgelegt werden und mit einem Quorum, zu dem wir wiederum zugestimmt haben, angenommen werden. Darüber hinaus müsste man dafür sorgen, dass Minderheitenberichte vorgelegt werden können
    Sollte das Dokument aber nicht zur Abstimmung vorgelegt werden, ist es nicht legitimiert und im Grunde nur Lobbyismus.
    Meiner Meinung nach sind diese Formen der Bürgerbeteiligung und Ethikräte keine Bereicherung unserer repräsentativen Demokratie. Sie nützen vor Allem dann nichts, wenn wir keine Parteien mehr haben, die unterschiedliche Meinungen und Richtungen vertreten.
    Im übrigen funktionieren die IPCC-Berichte, „Summarys for Policymakers“ nach dem gleichen undemokratischen Muster. Sie sind ebenfalls nicht legitimiert.

  6. Die Frage die missverständlichsten gestellt wurde ist: „Ich halte Investitionen in neue Gas- und Kohletechnologie für notwendig, auch wenn dadurch die Klimaschutzziele in Deutschland nicht vollständig erreicht werden.“. Ich habe mir einmal die Antworten angeschaut und versucht, diese anhand des Kontextes neu einzuordnen. Dabei habe ich die Einordnung die die Kommentatoren selbst vorgenommen haben, komplett ignoriert. Diejenigen die ich nicht einordenen konnte, sind bei „Neutral“ enthalten. (Gesamt: 135 Kommentare, keine Doppelzuornungen)

    Weil es so vielfach genannt wurde, habe ich einen weiteren Punkt hinzugefügt, der lautet Pro-Kernenergie. Hier sind alle die enthalten, die sich eindeutig für die weitere Nutzung der Kernenergie aussprechen. Dies allerdings manchmal als verschiedenen Gründen. Zum einen sind es diejenigen die die Energiewende komplett ablehnen und weiterhin auf Kernkraft als Zukunftstechnologie setzen, zum anderen sind es vereinzelt Klimaschützer, die lieber Kernkraft als neue Kohle- oder Gaskraftwerke haben wollen. Wie man sieht, kann man aus völlig gegenteiligen Grundüberzeugungen zu der gleichen Antwort gelangen. Eindeutig pro Kernkraft haben sich 24,44% ausgesprochen, wobei die Dunkelziffer höher sein dürfte, da danach gar nicht gefragt war.

    Bei der Bewertung Vollständige Zustimmung haben wir das gleiche Problem. Da sind zum einen die Befürworter der Energiewende, die es aber für notwendig halten, Kohle- und Graskraftwerke neu zu bauen, da die NIE den derzeitigen Bedarf nicht decken können, oder weil es an Netzen und Speichern fehlt. Hier sind ebenfalls diejenigen enthalten, die die Energiewende ablehnen, doch positiv der weiteren Nutzung von Kohle und Gas gegenüber stehen (so wie ich, obwohl ich mich auch zu den Kernkraftbeführwortern zählen könnte). Für eine vollständige Zustimmung haben sich demnach 31,11% ausgesprochen.

    Bei der Teilweisen Zustimmung haben wir das gleiche Problem wie oben geschildert, verschiedene Grundüberzeugungen führen zum gleichen Ergebniss, doch hier kommt noch ein weiterer Punkt hinzu. Das sind diejenigen, die den Ausbau von Gaskraftwerken für notwendig halten, den Ausbau von Kohlekraftwerken jedoch ablehnen. Zur Teilweisen Zustimmung konnte ich 13,33% zuordnen.

    Unter Neutral habe ich die eingeordnet, die auf Grund mangelnder substanzieller Aussagen sich in keine andere Kategorie haben einordnen lassen. Ebenso diejenigen, die sich nur zu Klimawandel allgemein geäußert haben und entweder den anthropogenen Klimawandel bezweifeln, somit den Umstieg zu den NIE komplett ablehnen. Neutral sind demnach, gemäß der gestellten Frage, 11,11%.

    Die Teilweise Ablehnung entspricht in wesentlichen Kriterien den der Teilweisen Zustimmung, hier wird allerdings häufiger der Standpunkt vertreten: Gas ja, Kohle nein. Für Teilweise Ablehnung haben ich 5,93% erkennen können.

    Etwas einfacher war die Zuordnung zur Vollständigen Ablehnung, hier sind im wesentlichen die erfasst, die die Energiewende befürworten, neue Kohle- und Gaskraftwerke aber nicht für nötig halten, da dies die NIE auch so schaffen würden. Für diesen Standpunkt habe ich 14,07% ermittelt.

    Also wie man sieht, und wie von Herrn Heller oben auch schon deutlich benannt, die selbstgewählten Zuordnungen der Kommentatoren, taugen nicht um ein Stimmungsbild darzustllen, dazu muss man die Stellungnahmen lesen und anhand der da getroffenen Aussagen, eine neue Einordnung vornehmen. Doch auch die ist nur bedingt aussagekräftig, da verschiedene Überzeugungen zum gleichen Ergebnis führen können. Man müsste also erst einmal anfangen, die Aussagen in Pro-Energiewende und Contra-Energiewende zu ordnen, danach erst die weitere Klassifizierung vornehmen. Das wird aber schwierig, da danach nicht gefragt wurde.

  7. #6
    Die Art, in der die Thesen formuliert sind (besonders deutlich bei 4.) und in der der Online-Dialog durchgeführt wird, ist grundsätzlich ungeeignet für eine statistische Auswertung der Ergebnisse. Das hat aber nicht nur den Effekt, daß man die Beiträge nachher nach Belieben umdeuten und interpretieren kann, sondern ist m. E. symptomatisch für das gesamte offizielle Energiewende-Verfahren: es steht eine qualitativ-argumentative Denkweise im Vordergrund, wie sie durch die Zusammensetzung einer Ethikkommission exemplifiziert ist; diese verdrängt jedes quantitativ technisch-mathematische und wirtschaftliche Argument. Es geht um Wunschdenken auf Basis der stillschweigenden Annahme, daß alles möglich sei, wenn nur der politische Wille dazu vorhanden ist.
    Das sieht man ganz deutlich an dem Bericht über den „Vor-Ort-Dialog“, in dem technische oder wissenschaftliche Punkte allein in der Aussage erwähnt werden „Hier sei die Forschung gefordert“, so als verbrächten die Ingenieure und Wissenschaftler bisher ihre Zeit mit Däumchendrehen oder dem Aushecken finsterer Pläne zur Zerstörung der Welt und würden die richtigen Entdeckungen zu Energieeffizienz, Energiemassenspeichern etc. sofort machen, wenn man ihnen nur den Auftrag dazu erteilte und die spärlichen Forschungsmittel entsprechend zweckgebunden umwidmete.
    Die Tatsache, daß die Naturgesetze nicht der Zustimmung durch Parlament oder Plebiszit unterliegen, stört da sehr und wird grundsätzlich ignoriert.

  8. Offenbar sind wir mit dem „BÜRGERDIALOG” nunmehr in die Phase eingetreten, die Claus Leggewie vom WBGU ein „demokratisches Tauschgeschäft” nennt.


    Ab 2020 geht es weltweit ohne

    Gesellschaftsvertrag -- das ist Leggewies Stichwort. Er plädiert für die Erfindung eines neuen „demokratischen Tauschgeschäfts: Partizipation gegen Selbstbeschränkung“.
    Damit der Umbau des Energiesystems gelinge, solle die Politik die Bürger viel umfassender und früher als heute in die Planung einbeziehen. Als Gegenleistung für diesen Zuwachs an Mitwirkung müssten die Menschen aber „eine Selbstbeschränkung ihrer Aufschiebe- und Verweigerungsmöglichkeiten“ akzeptieren
    , so Leggewie.

    „Partizipation” – die „Meinung des mündigen Bürgers” ist gefragt! Was für ein Kuhhandel! Mit den scheinheiligen Fragen eines „Bürgerdialoges” soll nun offenbar der Wille des Volkes zur „Selbstbeschränkung” herausgearbeitet werden. Nur leider fallen die Antworten der Befragten zum Großteil nicht wie gewünscht aus.

    Im o.g. TAZ-Artikel hieß es übrigens noch:

    ….. Dann darf ausgiebig diskutiert, verworfen und umgeplant werden. Neue demokratische Institutionen wie Ombudsleute und Zukunftskammern helfen den Bürgern dabei.

    „Irgendwann muss aber auch Schluss sein, dann wird gebaut“ sagt Leggewie. Wer sich dann immer noch gegen die Windräder am Horizont wehrt, kann sich nicht mehr legitimerweise auf sein Widerstandsrecht berufen……

    …..so so, das Bundesministerium für Bildung und Forschung als „Zukunftskammer”.

    In Erich Honeckers Arbeiter-und-Bauern-Paradies hieß damals die Parole: „Arbeite mit, plane mit, regiere mit”, um dem dummen Volk – „werktätige Massen” genannt – das Gefühl zu geben, Anteil an irgendwelchen wichtigen Entscheidungen zu haben. In Wirklichkeit hatte es letztendlich nur brav sein „ja” zu blöken.

    Insofern kann man an der Art der Fragestellungen des „Bürgerdialoges” bereits die Zielrichtung der ganzen Aktion erkennen. Die Fragen sind teilweise so formuliert, dass sie bereits in sich absurd sind oder nur eine bestimmte Denkrichtung des Befragten zulassen, z.B. Fragen wie:

    „Ich halte Maßnahmen zum Energiesparen für sinnvoll, auch wenn sie mich in meinem persönlichen Lebensstil einschränken.“

    Wohl kein Mensch wird der Meinung sein, dass „Energie verplempern” sinnvoll ist. Wobei es ja bereits eine Frage ist, wie man „Energie verplempern” definiert, und vor allem: WER dies in Zukunft festlegt. Der WBGU? Eine Ethikkommission? Vielleicht Franz Alt, Klaus Töpfer oder Margot Käßmann?

    Ist nächtliche Straßenbeleuchtung nicht auch schon „Energie verplempern”? Schließlich kann man ja dafür den Mond als „regenerative” Beleuchtungsquelle nutzen. Und wenn der Mond nicht scheint, haben die Leute eben ihren persönlichen Lebensstil zu ändern, indem sie nachts zu Hause zu bleiben….. basta!

    ……und man braucht nicht mal ein Smart Grid dazu!

  9. hab beim „BÜRGERDIALOG” mal in das „Das Experten-Blog” reingeschaut.

    Erstellt von Jens Kube am 21. Juli 2011 -- 11:43

    „…..Entweder wird durch eine Steigerung des Wirkungsgrades einfach weniger CO2 erzeugt, oder das Klimagas wird eingefangen und sicher weggesperrt.


    ….. ja, das böse, böse Klimagas!….. na ja, „wegsperren” sollte man eher ein paar andere…..

    Weiterhin schreibt Herr Kube:

    Zunächst mal zum Begriff des Wirkungsgrades und einem wichtigen grundsätzlichen Zusammenhang – es wird nämlich vielleicht einige überraschen, dass Wirkungsgrade prinzipiell nicht auf 100% gesteigert werden können!

    …. nee wirklich? Also wir glaubten bisher alle an das Perpetuum mobile!

    Es wird doch ziemlich deutlich, auf welchem Niveau dort diskutiert werden soll.

  10. Hallo Herr Hardenberg,

    ich glaube auch, dass die die Leser für unbelesen und naiv halten.
    Interessant ist auch, dass man kaum Antworten kriegt.

    Grüße
    Günter Heß

  11. Hallo Herr Heß,

    also das sollte ja jeder für sich bewerten, aber ich halte das ganze für ’ne Lachnummer (die allerdings gar nicht so recht zum Lachen ist, wenn man die Absicht dahinter erkennt).

    Gruß
    Tim H.

  12. @ Quencher, #6:

    Also wie man sieht, und wie von Herrn Heller oben auch schon deutlich benannt, die selbstgewählten Zuordnungen der Kommentatoren, taugen nicht um ein Stimmungsbild darzustllen.

    Ich denke, sie taugen für ein „Stimmungsbild“. Das allerdings lediglich besagt, daß die Seite genutzt wird, um die Ablehnung der Energiewende deutlich zu machen. Eine tiefere Analyse ist dann tatsächlich nur möglich, wenn man jeden einzelnen Kommentar analysiert. Ihre Fleißarbeit ist dabei sehr wertvoll, aber ich befürchte, die Macher werden sich dieser Aufgabe nicht stellen. Um so wichtiger, daß wir das tun.

    @ Fluminist, #7:

    Die Art, in der die Thesen formuliert sind (besonders deutlich bei 4.) und in der der Online-Dialog durchgeführt wird, ist grundsätzlich ungeeignet für eine statistische Auswertung der Ergebnisse. Das hat aber nicht nur den Effekt, daß man die Beiträge nachher nach Belieben umdeuten und interpretieren kann.

    Ich denke, eine gewisse Auswertung ist möglich. Allein schon die Tatsache,daß nicht geschieht, was man sich erhofft hatte, daß also weit weniger über die Ausgestaltung der Energiewende denn über die Energiewende an sich diskutiert wird, ist aus meiner Sicht bemerkenswert. Ich denke, die meisten Beiträge können nicht nach Belieben umgedeutet werden, das verhindert allein schon die Abstimmungsmöglichkeit von „vollständige Zustimmung“ bis „vollständige Ablehnung“. Und viele Nutzer formulieren doch bemerkenswert klar und eindeutig.

    @ Hardenberg, #9:

    Ich schätze mal, der Kube könnte besser (also tiefgründiger und ausführlicher), wenn er denn dürfte. Wahrscheinlich werden die Moderatoren des Forums intensiv auf die Experten einwirken, für ein Laienpublikum zu schreiben und auch entsprechend redaktionell redigieren. Dies mag die Ursache für die Verzögerung sein. Die Moderatoren sind Ethnologen, Geographen und Sozialwissenschaftler und verstehen wahrscheinlich selbst nichts vom Thema.

    Ich schließe mich da Herrn Heß an (#10). Wenn da auf einmal Leute von hier auftauchen (wobei ich selbst dort noch kein Statement abgegeben habe), sind die völlig überfordert. Die Intention der Seite ist nicht, eine Debatte auf hohem Niveau anzustoßen, sondern Laien das Gefühl zu geben, sie könnten etwas beitragen (darin sind wir uns wohl alle einig).

    Anders ausgedrückt: Der Bürgerdialog zeigt einmal mehr, daß die Bundesregierung die Menschen für doof hält. Auch das sollte man thematisieren.

  13. @ Tim

    Der komplette Absatz 1 aus Artikel (21) der Verfassung der DDR aus dem Jahre 1974 lautet:

    Jeder Bürger der Deutschen Demokratischen Republik hat das Recht, das politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Leben der sozialistischen Gemeinschaft und des sozialistischen Staates umfassend mitzugestalten. Es gilt der Grundsatz »Arbeite mit, plane mit, regiere mit!«

    Man beachte, hier gilt die Einschränkung, das sich diese Mitarbeit auf die sozialistischen Gemeinschaft und des sozialistischen Staates beschränkt. Das heißt, der Sozialismus als solcher durfte nicht in Frage gestellt werden. Ähnliches hatte man wohl beim Bürgerdialog vor, hier sollte das Ziel (Energiewende) auch nicht zur Diskussion gestellt werden.

    Ich habe auf jeden Fall schon mal die vier Seiten, auf denen man abstimmen kann, auf dem Rechner gespeichert. Werde dies auch immer wieder aktualisieren, um dann überprüfen zu können, ob die Ergebnisse die im Bürgerreport niedergeschrieben werden, auch dem entsprechen, was da geäußert wurde

  14. @Quentin

    Ähnliches hatte man wohl beim Bürgerdialog vor, hier sollte das Ziel (Energiewende) auch nicht zur Diskussion gestellt werden.

    genauso isses!

  15. @ Peter Heller

    Um so wichtiger, daß wir das tun.

    Ja natürlich, da freue ich mich schon richtig drauf. Aber bevor wir das tun, müssen wir uns überlegen, welche Kategorien wir erstellen in die wir die Aussagen einordnen. Da wäre es hilfreich, wenn sich mal jemand meldet, der von Statistik etwas mehr als oberflächliche Ahnung hat, und uns (mir) ein paar Tipps gibt, wie man das sauber macht.

  16. Der ganze Schmarrn dient dazu Markt völlig abzuschaffen und eine Energieplanungsbehörde zu etablieren. Ich habe dennoch mitgemacht und rundweg alles abgelehnt ausser den Bau neuer Kohle/Gas kraftwerke. Das Problem was wir definitv haben. Es müssen doppelte Energieleistungen installiert werden um ebne die Tage auszugleichen an denen man sowieso schon deprimiert ist. Nämlich die grau in grau Tage und davon hatten wir hier letzten Winter reichlich. Weder Wind noch Sonne, und dann?

  17. Entschuldigung für das Follow-Up Haben Sie tatsächlich die Stimmen ausgezählt? Ich kann auf den Seiten nichts finden wo man diese Ergebnisse nachschauen könnte. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

  18. @ FDominus

    Ja, ich habe die Stimmen ausgezählt, war aber nur als Übung gedacht. Es nützt nicht viel die Stimmen nur nach deren eigener Bewertung auszuzählen (stimme zu, stimme nicht zu), weil, wie ich weiter oben geschildert habe, aus verschiedenen Gründen die gleiche Ablehnung oder Zustimmung entstehen kann. Man muss die gesamten Kommentare lesen und diese nach ihrem Kontext neu bewerten, ansonst macht diese Umfrage nicht viel Sinn.

    @ all
    Ich denke, erst einmal ist es wichtig zu wissen, wie viele von den Kommentatoren die Energiewende insgesamt ablehnen. Da das aber gar nicht gefragt ist, muss man das aus dem Kontext ermitteln. Heute morgen habe ich mal damit angefangen, durch diesen dämlichen Klimawandel kann man sich im Juli kaum noch draußen aufhalten, man kommt sich vor wie im November. Aber Spaß beiseite. Ich habe mir jetzt mal die Rubrik „Speicher und Netzte“ vorgenommen und die ersten 167 Kommentare sortiert. Dabei ergab sich folgendes Bild:

    Contra Energiewende: 56,99%
    Pro Energiewende: 31,14%
    Neutral: 11,98%

    Die Stellungnahmen der Contra-Energiewende-Fraktion sind einigermaßen klar, die lehnen dieses Vorhaben ab, auch den Ausbau der Speicher und Netze, sofern es durch den Ausbau der NIE erforderlich ist.

    Die Pro-Energiewende-Fraktion ist nicht so klar gegliedert. Dort sind diejenigen vertreten die die gegenwärtig beschlossene Energiewende befürworten, vor allem den Ausbau der NIE, sowie Speicher und Netze. Ebenso diejenigen, denen die Energiewende nicht weit genug geht, von einer Vollversorgung durch NIE ausgehen. Oder auch solche, die die Energiewende befürworten, aber einen Ausbau der Netze nicht für nötig halten, da man auf dezentrale Energieerzeugung setzen sollte.

    Unter Neutral habe ich diejenigen, die nicht klar zuzuordnen sind. Oder auch solche, die praktisch alles ablehnen, meinen der Nachhaltigkeitsgedanke wird nicht genug gewürdigt.

    Also wie man klar sieht, diejenigen die die Energiewende befürworten, sind eindeutig in der Minderheit. Wenn es um den Ausbau der Netze und Speicher geht, werden es noch mal weniger.

    Ich beginne auf jeden Fall schon mal die ganzen Daten in Exel-Tabellen einzuorden, mit Links auf den jeweiligen Kommentar, dass man auch später noch meine Zuordnung nachvollziehen kann, oder auch Fehler korrigieren. Die genaue Auswertung wird aber erst möglich sein, wenn die Online-Befragung zu Ende ist. Sonst macht man ja alle Arbeit doppelt. Aber diese Voreinordnung in Pro-, Contra-, Neutral gegenüber der Energiewende kann man ja schon machen, das ist kein großer Aufwand.

  19. @Peter Heller #12

    die meisten Beiträge können nicht nach Belieben umgedeutet werden

    Damit haben Sie schon recht, wenn man die Beiträge als solche liest und die Wertung (Ablehnung oder Befürwortung) nimmt, wie sie dasteht. Meine Befürchtung geht eher dahin, daß genau dies am Ende nicht stattfinden wird. Schon jetzt sieht man, daß im Bürgerdialog Gegner der Energiewende pauschal und ungerechtfertigt als („Atom“-)Lobbyisten bezeichnet und damit als *Bürger*dialog-fremd klassifiziert werden. Außerdem wird man, wie hier bereits diskutiert, Beiträge, die die Energiewende als solche, nicht nur ihre Gestaltung, betreffen, als themenfremd aussortieren und im Bericht ignorieren können.

    Was die statistische Auswertung der Beiträge anbelangt, so will ich kein Spielverderber sein, aber doch folgendes anmerken. Natürlich ist es interessant und sehr bedeutsam zu sehen, wie viele sich gegen die Energiewende stellen, und daß viele der Gegenargumente unter unseren Mitbürgern durchaus bekannt und geläufig sind, insofern ist die Sache positiv. Dennoch sind unter völlig unkontrollierten Bedingungen erfaßte Prozentzahlen nicht sehr aussagekräftig; dazu müßte man jeweils irgendwelche demographischen Parameter der Beitragenden (Alter, Geschlecht, Bildung) oder relevante Faktoren (wirtschaftliche Umstände, Konsumverhalten o. ä.) miterfaßt haben, gegen die man dann tabellieren könnte. Zumindest müßte man sicherstellen, daß jeder Beitrag von einer anderen Person stammt. Wie es richtig gemacht wird, zeigt die Umfrage der Universität Düsseldorf.

  20. @ Fulminist

    was die Macher dieses Bürgerdialogs mit den Antworten aus der Online-Befragung machen, wissen wir noch nicht. Aber es sind durchaus Zweifel angebracht, ob diese eindeutigen kritischen Stellungnahmen entsprechend gewürdigt werden. Deshalb beobachte ich, und offensichtlich auch andere, diesen Bürgerdialog so aufmerksam. Das dieser Bürgerdialog handwerklich schlecht gemacht ist, dürfte klar sein, aber dennoch können wir anhand der Kommentare Feststellungen treffen, auch was die Prozentzahlen betrifft, selbst wenn diese mit einigen Unsicherheiten behaftet sind.

    Die Vorwürfe der „Gegenseite“ es würden sich Lobbyisten einschalten (besonders lustig fand ich einen Kommentar, da wurde beklagt, dass sich „professionelle Blogger“ der Diskussion angenommen hätten), nun, diese Vorwürfe dürfen wir als Geschrei abtun. Und wer schreit hat Unrecht.

    Solche Titulierungen wie „professionelle Blogger“, sagen ungeheuer viel über den Schreiber dieser Worte aus. Professsionell = Negtiv = Geld verdienen = Schlecht. Nun, mir ist nicht bekannt, dass hier irgendeiner auch nur einen roten Heller verdient (tschuldigung, den Kalauer konnte ich mir nicht verkreifen), wir können also nicht gemeint sein.

  21. @Quentin Quencher

    Wir vergeben hier auch keine Kipp-Punkte

  22. @all
    Ich kann mich ja irren aber mich beschleicht der leise Verdacht die Damen und Herren Moderatoren verlieren so langsam den überblich oder die Geduld, ich hatte vor zwei Tagen etwas gepostet, der Kommentar davor und der danach gingen ohne Probleme durch, nur dieser eine der kam nicht durch, warum nur ich fand, den weder anstößig noch falsch. Ich erlaube mir deshalb meinen Kommentar dazu, und den zweiten Versuch hier parallel einzustellen.

    Sehr geehrtes Kommentar-Überwachungsteam aka Moderatorenteam,
    mein vor 2 Tagen(!) hier geposteter Kommentar mag nicht Ihre Meinung widerspiegeln, verstieß jedoch weder gegen die Kommentarregeln noch den „guten Geschmack“.
    In Deutschland wird die Meinungsfreiheit durch Art. 5 Abs. 1 Satz 1 Hs. 1 des Grundgesetzes (GG) gewährleistet.
    Artikel 5 (verkürzt)
    Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten (…) Eine Zensur findet nicht statt.

    Nun könnte ich Ihnen zugutehalten, der Kommentar wäre im Spam-Filter verschwunden wenn, ja wenn nicht vorher und direkt danach Kommentare zu anderen Kommentaren von mir verfasst und bereits erschienen wären.
    Sollten Sie also der Meinung sein über dem höchsten Gesetz der Bundesrepublik Deutschland zu stehen werden Sie selbstverständlich auch diesen Kommentar nicht veröffentlichen, seien Sie sich allerdings dessen gewiss, dieser Kommentar wird mit einer entsprechenden Warnung und Darstellung meinerseits in einem anderen Forum veröffentlicht wie auch der von Ihnen nicht veröffentlichte Kommentar. Da ich mit Ihrer Seriosität und Ehrlichkeit rechnete, wird der Wortlaut etwas abweichen können, da ich mir meinen Kommentar nicht kopiert habe.
    Von Angestellten einer Bundesbehörde/Bundesministeriums erwarte ich als noch Bundesbürger eine Buchstäbliche Gesetzestreue und Achtung vor dem geistigen Eigentum anderer, welches ich Ihnen mit meinem Kommentar zur Veröffentlichung, jedoch nicht zur Löschung überantwortet habe.

    „Geschrieben von Gast am 19. Juli 2011 -- 13:24
    Re: Energieinfrastruktur
    Bürger die Atomkraftwerke wollen, sollten gezwungen werden in direkter Nähe zu wohnen um anderen die diese ablehnen die Möglichkeit zu geben in größerem Abstand zu siedeln.“
    Lieber Gast vom 19. Juli 2011 -- 13:24,
    Mit Freuden würde ich in der Nähe eines KKW wohnen, darüber hinaus würde ich mich sogar um einen Job in diesem bewerben, ganz ungezwungen, denn sicherer kann man nicht wohnen. Menschen mit Ihrer Auffassung sind unter anderem der Grund für den hier schon oft genannten Braindrain in Deutschland.
    Jedes Jahr verlassen etwa 150.000 gut ausgebildete, hoch qualifizierte Deutsche das Land, auf Dauer. Das sind täglich etwa 8 Reisebusse voll mit Menschen, so einen Exodus hat es selbst in der DDR nur einmalig gegeben. Diese Zahlen sind leicht beim Statistischen Bundesamt ( http://tinyurl.com/ya2zfyf ) zu finden, leider nur bis 2009, für 2010 liegt noch nichts aus warum nur …

    Ich bin etwas gespannt auf die ministeriale Reaktion …

  23. @ FDominicus, #17:

    Ich habe tatsächlich die Antworten manuell gezählt. Und ich hoffe, ich habe mich nicht allzu sehr verzählt.

    @ Quencher:

    Nun, mir ist nicht bekannt, dass hier irgendeiner auch nur einen roten Heller verdient.

    Ich habe es ja schon mehrfach geschrieben, aber es ja immer wieder von Bedeutung: Niemand hier verdient auch nur irgendetwas an Science Skeptical. Das ist eine reine Freizeitbeschäftigung. Wenn man uns als „professionell“ deklariert, werte ich das mal als Lob, weil man Hobbybloggern das gelegentliche Aufblitzen von Kreativität, das hier stattfindet, vielleicht nicht zutraut.

    „Rote Heller“ gibt es also nicht (das wäre ja noch schöner, obwohl ich nicht so genau weiß, was der Rest meiner weitverzweigten Sippe so wählt. Aber „Kipp-Punkte“ verteilen, das wäre doch mal eine schöne Idee…

    @ Rannseyer:

    Ich kann auch nicht erkennen, warum Ihr Kommentar zurückgewiesen werden sollte. Vielleicht ist es doch nur ein Versehen, halten Sie uns auf dem laufenden.

    Das gilt übrigens für alle, deren Kommentare dort wegmoderiert werden.

  24. Moin Leute

    Hmm, zum Thema Kosten der Energiewende hat sich mal wieder der Spiegel gemeldet.

    Regierung erwartet stark steigenden Strompreis

    Bis zu 175 Euro im Jahr: So viel könnte die Energiewende nach SPIEGEL-Informationen deutsche Haushalte kosten. Das Wirtschaftsministerium und ein Forschungsinstitut rechnen mit einem kräftigen Preisanstieg.

    Soweit, so schlecht, aber was unsere Bundesmutti dann noch los gelassen hat, schlägt dem Fass dem Boden aus.

    Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) lobte die Energiewende am Samstag als „einzigartige Chance“ für ihre Partei………

    Besser kann man ja wohl die wahltaktischen Erwägungen beim „Blitzausstieg“ nicht erkennen, als bei diesen dummen Spruch. Sorry Mutti, durch diesen völlig überhasteten Ausstieg aus der Energie-Realität hat die CDU bewiesen, das sie für einen denkenden Menschen mit konservativen Werten unwählbar geworden ist.
    Wenn ick Grün will, dann wähle ich auch Grün……..aber für den Rest der Wähler stellt sich die Frage, welche Partei in diesen Lande noch eine Position vertritt, die nicht der „nachhaltigen Propaganda“ verfallen ist, die am Ende einen sozialen Abstieg breiter Bevölkerungsgruppen bedeuten wird.

    Off Topic, auch wenn sich da keiner ran traut.
    Mein Mitgefühl gilt in diesen Tagen den Opfern und Hinterbliebenden des Amok-Laufs in Norwegen, möge dieser fanatische Idiot in aller Ewigkeit in der Hölle schmoren.

    Onkel Heinz………musste ick unbedingt raus lassen, sorry Leute

  25. @ all

    Die Kommentar-Moderation hat sich wohl doch entschlossen die nun von mir eingereichten Kommentare zu genehmigen,
    unten die Mail von der Moderation

    Hallo „Karl Rannseyer“

    wir danken Ihnen für Ihren Hinweis bezüglich eines nicht freigeschalteten Kommentars. Dafür möchten wir uns entschuldigen, Ihr Beitrag muss im Verlauf einer Schichtübergabe untergegangen und dementsprechend nicht freigeschaltet worden sein. Inhaltlich war ihr Beitrag regelkonform. Wir haben deshalb Ihren aktuelleren, inhaltlich identischen und ergänzten Kommentar (unten angehängt) freigeschaltet und auch auf Ihren Beitrag im Lob&Kritik-Forum reagiert.

    Generell lässt sich festhalten, dass die Moderation nicht „zensierend“ einschreitet. Grundlage für die Moderation sind die Regeln, die für dieses Dialogangebot gelten. Wie Sie in anderen Diskussionssträngen auf der Plattform erkennen können, sind zahlreiche mit unterschiedlichen inhaltlichen Positionen veröffentlicht.

    Beste Grüße,

    Ihre Moderation


    „Bürger die Atomkraftwerke wollen, sollten gezwungen werden in direkter Nähe zu wohnen um anderen die diese ablehnen die Möglichkeit zu geben in größerem Abstand zu siedeln.“
    Lieber Gast vom 19. Juli 2011 -- 13:24,
    Mit Freuden würde ich in der Nähe eines KKW wohnen, darüber hinaus würde ich mich sogar um einen Job in diesem bewerben, ganz ungezwungen, denn sicherer kann man nicht wohnen. Menschen mit Ihrer Auffassung sind unter anderem der Grund für den hier schon oft genannten Brain-Drain in Deutschland.
    Jedes Jahr verlassen etwa 150.000 gut ausgebildete, hochqualifizierte Deutsche das Land, auf Dauer. Das sind täglich etwa 8 Reisebusse voll mit Menschen, so einen Exodus hat es selbst in der DDR nur einmalig gegeben. Diese Zahlen sind leicht beim Statistischen Bundesamt ( http://tinyurl.com/ya2zfyf ) zu finden, leider nur bis 2009, für 2010 liegt noch nichts aus warum nur …
    Kleiner Hinweis an die Moderation/Meinungskontrolle, sehen sie hier http://mitreden.buergerdialog-bmbf.de/energietechnologien-fuer-die-zukun… und hier http://www.science-skeptical.de/blog/der-burgerdialog-ein-kommunikations… mal nach


    Bürgerdialog Zukunftstechnologien

    Moderation Online-Dialog

    E-Mail: moderation@buergerdialog-bmbf.de
    Homepage: http://www.buergerdialog-bmbf.de/energietechnologien-fuer-die-zukunft

    Moderation im Auftrag des Bundesministerium für Bildung und Forschung

    und hier die links der Veröffentlichungen
    http://mitreden.buergerdialog-bmbf.de/energietechnologien-fuer-die-zukunft/lob_und_kritik
    und
    http://mitreden.buergerdialog-bmbf.de/energietechnologien-fuer-die-zukunft/energietechnologien-fuer-die-zukunft/speicher-und-netze/speicher-und-netze/energieinfrastruktur#comment-2781

    Schichtwechsel war wahrscheinlich Schuld… wo iss meine Kneifzange ich muß los …

  26. @ Onkel Heinz

    Off Topic, auch wenn sich da keiner ran traut.
    Mein Mitgefühl gilt in diesen Tagen den Opfern und Hinterbliebenden des Amok-Laufs in Norwegen, möge dieser fanatische Idiot in aller Ewigkeit in der Hölle schmoren.

    Onkel Heinz………musste ick unbedingt raus lassen, sorry Leute

    Ich habe die letzten Tage viel Zeit damit zugebracht nachzudenken wie ich dem Vater eines der Opfer gegenübertreten soll und kann, alle Jugendlichen aus unserem „Bezirk“ bis auf eben diesen jungen Menschen sind auf dem Weg nach Hause oder schon dort angekommen. Hier in der gegend kennt fast jeder jeden und wenn man einen Job wie er oder ich hat kommt man zwangsläufig miteinander in Kontakt. Eine Norwegerein hat es auf den Punkt gebracht, „Wir sind hier im Land so wenige, daß jeder der getöteten ein Verlust, unser Bruder oder Kind ist.“ Das ganze Ausmaß dieser Tragödie ist noch gar nicht zu erfassen, das Urvertrauen der Norweger zu ihrer Polizei, zu ihren Nachbarn und Mitbürgern wird auf lange Sicht einen Knacks bekommen haben. Ich hoffe dieser lässt sich irgendwann reparieren.

  27. @Karl in Trauer

    Schöne Dich zu lesen, denn dieses unmenschliche Attentat beraubt einem eigentlich jeglicher Stimme.

    Religiöser Fanatismus in der letzendlichen grausamsten Konsequenz…….aber während diese Leute mittels Waffe töten, ziehen es gewisse andere Fantatiker vor, langsam mittels Hunger zu töten……..unauffälliger, leiser aber dann gleich Millionenfach.
    Denn merke, dieser Planet ist von einem Virus infiziert………dem Menschen………und ist auf unter eine Milliarde zu reduzieren……….so die gängige These der Gaija-Jünger………..nur das die verschweigen, wie sie dieses Endziel erreichen wollen.

    Währet den Anfängen, sei es Rechts/Links-extrem, sei es Christentum/Islam-Fanatisch und vor allem……..der Ökowahn, denn alle sind im Prinzip Demokratiefeindlich bis hin zu Menschenfeindlich.

    PS. Echt schwer so eine Wahnsinnstat überhaupt zu begreifen, geschweige denn zu verstehen.

    Heinz Eng

  28. Kleiner Zwischenbericht.

    Die ersten 200 Kommentare unter der Rubrik „Speicher und Netze“ habe ich mir unter dem Aspekt durchgesehen, ob die Kommentatoren die „Energiewende“ befürworten oder nicht. Die Einordnung habe ich ausschließlich nach dem Kontext vorgenommen. Der derzeitige Stand für die erwähnte Rubrik ist:

    Gegner der Energiewende: 57,6%
    Befürworter der Energiewende: 34,9%
    Neutral: 7,5%

    Unter Neutral sind auch diejenigen einsortiert, denen die derzeit angestrebte Energiewende nicht weit genug geht und sie deshalb ablehnen. Ich werde das aber auf jeden Fall noch mal genauer betrachten, dann wenn die Umfrage vorbei ist.

  29. Kleine Bitte:

    Ich bin gerade dabei die Daten aus den Bürgerdialog aufzunehmen und nach eigenen Kriterien zu ordnen, das ist nicht ganz ohne und ich möchte mich auch nicht ablenken lassen und eine neue Baustelle aufmachen. Doch nun mein Anliegen, auf dem Flikr-Album zur Bürgerwerkstatt in Waiblingen sind Fotos von Pinnwänden zu sehen, auf denen einzelne Bemerkungen, manchmal recht undeutlich, geschrieben sind. Könnte sich mal jemand dieser Pinnwände annehmen und überprüfen ob das was da steht, mit der Zusammenfassung (pdf) übereinstimmt.

    Danke

  30. Am 22.07.11 hatte ich eine Frage an die Moderatoren des Bürgerdialogs gestellt:

    Wer bestimmt die Delegierten des Bürgergipfels?
    Gibt es eine Möglichkeit sich dafür zu bewerben?

    Zur Erinnerung: Der Bürgergipfel ist die letzte Instanz dieses Bürgerdialogs. Bei solch einer wichtigen Instanz, was diesen Prozess anbelangt, hätte ich mir schon etwas mehr Transparenz gewünscht. Das müsste eigentlich auch in deren Interesse liegen, einfach um den Verdacht der Manipulation nicht schon im Vorfeld entstehen zu lassen.

    Als nun bis heute morgen noch keine Antwort auf der Seite zu verzeichnen war, habe ich noch mal nachgehakt. Promt kam folgende Antwort:

    Lieber Quentin Quencher,

    wir haben Ihre Frage weitergeleitet und sobald wir eine Antwort erhalten haben, werden wir diese an entsprechender Stelle einstellen. Wir bitten um Ihr Verständnis!

    Ihre Moderation

    Ich weiß nicht ob mich dies so richtig beruhigt. Offensichtlich sind die Moderatoren überfragt; das kann vorkommen. Aber das von „oben“ noch keine Antwort gekommen ist, stimmt nachdenklich.

  31. @Quentin

    Sorry, trotz Abspeichern und nochmals vergrößern ist nicht alles zu erkennen.
    Scheint aber im Großen und Ganzen die wichtigsten (Unsinns) Thesen im PDF vorhanden zu sein.

    Manchmal weiß ich nicht mehr ob ich lachen oder weinen soll……….bei der Grütze die dort so notiert ist.

    Heute ist der Unterschied zwischen EE-Anbietern und konventionellen Anbietern nicht mehr zu sehen, teilweise sind EE-Anbieter sogar billiger (Öko-Strom-Märchen).

    Da fällt Dir nix mehr ein (siehe meine Artikel hier diesbezüglich)

    Auch mit Atomstrom ist in den letzten Jahren der Strompreis gestiegen.

    Ja nee is klar…….halbwahrheiten nochmals geviertelt……….EEG und KWK ZUlage, Einführung der Ökostromsteuer…..Erhöhung der Mehrwertsteuer………ham den Endverbraucherpreis erst in die Höhe getrieben.
    Nur komisch das die ollen Atom-Franzosen immer noch den halbwegs billigen Atomstrom in der Steckdose haben……..soviel zur tollen Logik.

    Erneuerbare zahlen keine Rohstoffpreise.

    Ja nee is klar und Megaspeicher kosten ja auch kein Geld und der Strom kommt mittels Siemens-Lufthaken in deutsche Öko-Strom-Kondom-Buden.

    Fazit, der selbe grüne Laienmist, wie er auch überall im Internet rumhirscht……..den ich es langsam leid bin, immer wieder aufs neue widerlegen zu müssen.

    Onkel Heinz…….hoffe geholfen zu haben

  32. @ Quentin #29

    Laut Schriftbild sehen diese „Aussagen vom Buerger“ aus wie von max. 3 Pers. geschrieben, also von Leuten fuer die Meinungsaeusserer aufgeschrieben oder/und spaeter selektiert und in Reinschrift dann an die Tafeln gebracht. Alles in allem sehr zweifelhaft und der teilweise fast gleiche Wortlaut wie im Buerger-Dialog, Nachtigall ick hoer dir trappsen …

  33. Apropos Bürgerwillen…………*ein breites grinsen auf den Lippen*

    Verbraucher haben Fukushima schon vergessen

    Das Gedächtnis der Stromkunden ist kurz. Der Anteil grüner Energie ist wieder auf das Niveau vor der AKW-Katastrophe in Japan abgesackt.

    Erstaunlich in diesem Zusammenhang sind die Kommentare bei Welt-Online, die zum überwiegenden Teil der sogenannten Ergebnisse der Bürgerbefragung des Bildungsministeriums widersprechen.

    Hmm, vorläufiges Endergebnis………der Bürgerdialog im Internet und die Kommentarbereiche einiger Onlinemedien zeigen eine größere Ablehnung der Energiewende als die organisierten Bürgertreffen in den Städten.

    Welche Schlussfolgerungen wir daraus ziehen können………überlass ick erstmal den intelligenten Leser hier.

    Onkel Heinz………erinnert sich immer noch an die Parteiversammlungen zu Ostzeiten……..da ham auch alle fein artig die Meinung der Partei bestätigt…..zumindest bis 1989

  34. Langsam aber sicher kommt der Kater danach………..erst wie besoffen den Atomausstieg feiern und dann wundern das man mittels diesem jetzt noch mehr dat Klima versaut (für die Leute, die den Blödsinn glauben).
    Selbst das SPD Kampfblatt „ZEIT“ kann sich dahingehend eine gewisse Süffisanz net verkneifen.

    Die Illusion zerplatzt

    Mit dem Atomausstieg riskiert Deutschland seine Klimaschutzziele……….

    Die Energiewende ist beschlossen. Sie nimmt Gestalt an – aber sie wird anders aussehen, als Deutschlands Atomkraftgegner und eigentlich das ganze Land sie sich erträumt haben: ungemütlicher, teurer und, das vor allem, verheerend für das Klima. Nicht Wind und Sonne allein werden den Strom von morgen erzeugen. Soeben hat der russische Gaskonzern Gasprom erklärt, in Deutschland zusammen mit dem Stromkonzern RWE neue konventionelle Kraftwerke betreiben zu wollen. Der tschechische Stromkonzern CEZ möchte in Sachsen-Anhalt ein neues Braunkohlekraftwerk bauen. ………………….

    So, wat sacht uns Fachleuten nun diese Meldung?
    Dat anscheinend auch der grünste Aktivist langsam anfängt zu begreifen, das man mit Wind und Sonne alleine keine Industrienation sicher mit Strom versorgen kann……und dat die janze Scheiße am Ende verdammt viel Geld kosten wird.

    Komisch……ham se doch vor 2 Jahren noch mit Machbarkeitsstudien inflationär rumgeworfen……hat doch die Windlobby seinen Miefquirle bis in die Unendlichkeit hochgelobt……..bis dann dat Wetter ein Strich durch die Milchmädchenrechnung gemacht hat.
    Hmm, und von den tollen Wasserspeicher in Norwegen hört man auch net mehr viel, seid dem Norwegen dieses Jahr selber am Import-Nabel der Schweden hing…………und Österreich schon seid Jahren Nettoimporteur von Strom geworden ist…………..und Frankreich im letzten Winter Strom importieren musste, weil die Kälte endgegen AGW das Land im Würgegriff hatte………u.s.w.

    Lol….all den geistigen Müll hab ick schon vor Jahren nachweislich zerlegt……..nun kommt anscheinend auch der letzte Grünling auf die Idee, das er von den EE-Lobbyisten nach Strich und Faden verarscht worden ist.

    Wer A sagt (Atomausstieg) muss jetzt auch B (bescheuerte Energiepolitik zu enormen Kosten) sagen…….ist halt nur Scheiße wenn sich dat deutsche Rückrat (Schwerindustrie) Dank wettbewerbsfeindlichen Stromkosten aus Deutschland verpissen tuen tut…….denn gibbed ooch keen Doofen mehr im Lande, der euch die Sozialprojekte bezahlt.

    Deutschland steht heute am Scheideweg…………und scheiden kann verdammt weh tun……….vllt entscheide ich mich ja auch noch, meine Scheidung von meiner Staatsbürgerschaft einzureichen, wenn hier nicht endlich wieder das Hirn an die Macht kommt.

    Ach übrigens…….es gibt einen wissenschaftlich festgestellten Kipp-Punkt tatsächlich:

    Wissenschaftler des Rensselaer Polytechnic Institute haben herausgefunden, daß die Ansichten einer Minderheit zur Mehrheitsmeinung werden, wenn nur 10% der Bevölkerung unerschütterlich an dieser Meinung festhalten.

    Ende der Durchsage.
    H.E.

  35. Der tschechische Stromkonzern CEZ möchte in Sachsen-Anhalt ein neues Braunkohlekraftwerk bauen.

    Igitt! Umweltunfreundlicher als Braunkohlestrom geht doch wohl kaum, es sei denn, man holzt gleich den Restwald ab und verfeuert den.

    Wissenschaftler des Rensselaer Polytechnic Institute haben herausgefunden, daß die Ansichten einer Minderheit zur Mehrheitsmeinung werden, wenn nur 10% der Bevölkerung unerschütterlich an dieser Meinung festhalten.

    Und was passiert, wenn 10% unerschütterlich an einer Meinung festhalten und andere 10% ebenso unerschütterlich am Gegenteil? Das können wir vielleicht bald am eigenen Leibe erfahren.

  36. So etwas kommt halt dabei heraus wenn die Leute blind das nachplappern und nachschreien was sie von den EE Leuten vorgekaut bekommen. Am Anfang sieht das immer ganz Toll aus. Kaum einer macht sich die Mühe das mal durch zu rechnen. Und dann kommt das böse Erwachen wenn man feststellt das die Strompreise massiv ansteigen werden.

    Was hat man sich nicht alles anhören müssen als man die Leute darauf aufmerksam gemacht hat das natürlich konventionelle Kraftwerke gebaut werden müssen um den Ausfall der Kernkraftwerke zu kompensieren. „Propaganda der Atomindustrie“, „Wir exportieren mehr als von den KKW’s produziert wird, deshalb brauchen wir sie nicht“, etc, etc.

    Und dann die ganzen netten Beschimpfungen die einem entgegenkommen wenn man sachliche Kritik äußert. Ja, und nun? Nun wird plötzlich klar das die Kritiker doch Recht hatten. Aber anstatt zuzugeben „Hey, OK, wir lagen falsch, ihr hattet Recht“ wird so getan als wären diese Argumente nie gebracht worden. Plötzlich tut man so als wäre es völlig unerwartet das konventionelle Kraftwerke gebaut werden um die KKW’s zu ersetzen. Und natürlich hat man auch wieder den üblichen, alten Schuldigen ausgemacht: Die „großen 4“. Wer auch sonst!

    Aber so ist das halt mit dem hirnlosen Nachplappern. Wie war das nochmal? Ja, in den letzten 10 Jahren ist der PV Anteil um das 200-fache gestiegen. Aber das PV im gesamten Strommix lediglich ein paar magere Prozent beträgt, das verschweigt man. Sonst würde ja sofort klar werden das dort extrem viel Geld rausgehauen wird für einen am Ende sehr kleinen Effekt. Oder auch immer sehr beliebt: Wir haben ja X GW PV Leistung installiert, das ist mehr als die KKW’s produzieren. Natürlich ohne zu erwähnen das diese PV Leistung ganz selten zur Verfügung steht: Nämlich nur wenn die Sonneneinstrahlung optimal ist. Den Großteil der Zeit kommt da nämlich nur ein Bruchteil bei raus, oder eben auch garnichts.

    Bei Windkraft sieht es zwar besser aus, aber auch nicht wirklich gut. Rechnet man die Zahlen durch so ergibt sich das die WKA lediglich 20% ihrer Kapazität auch wirklich erzeugen. Und das auch nur wenn ein gutes „Windjahr“ ist. Das heisst das man, um im Schnitt 1 GW zu erzeugen dann 5 GW aufstellen muss. Und dann nochmal ein mehrfaches davon um die (derzeit nicht vorhandenen) Speicher zu bedienen. Denn wenn Flaute ist muss der Speicher liefern. Und wenn Wind weht muss er gefüllt werden, und das während der normale Verbrauch ja weiterhin besteht. Und er muss schnell gefüllt werden, schneller als er abgibt, denn nach 7 Tagen ohne Wind ist vielleicht mal ein Tag mit Wind, und dann wieder 7 Tage ohne.

    Das führt dazu das man extrem viel Überkapazität aufbauen muss. Das man dementsprechend ein völlig überdimensioniertes Netz haben muss, nur damit im Falle des Falles auch alles funktioniert. Und all dieser Überfluß steht zum Großteil dann still. Das ist doch extremer Wahnsinn, eine Resourcenverschwendung die es so nirgendwo anders gibt.

    Aber man hat ja schon eine neue Ausrede warum das mit dem EE Ausbau so schnell nicht klappen wird: Die bösen „großen 4“ haben die Netze nicht entsprechend ausgebaut um all die tolle EE handhaben zu können. Ja, ne, klar. Natürlich haben sie das nicht, warum sollten sie auch? Es sind ihre Netze, ausgelegt für ihre Anlagen. Welchen Grund sollten sie haben einen Ausbau vorzunehmen den sie selber garnicht brauchen? Das wäre ungefähr so als würde man der Bahn vorwerfen sie sei Schuld am Verkehrschaos weil sie nicht genug Autobahnen und ÖPNV Strecken gebaut hat.

    Nur die logischste aller Fragen stellt da keiner: Warum haben die EE Betreiber denn nicht ein Netz gebaut oder zumindest den Ausbau des bestehenden Netztes vorangetrieben und finanziert? Und warum ahben sie keine bzw. nicht genug Speicher gebaut? Ach, wie? Das kostet viel Geld, ist sehr teuer? Ja, genau, das ist es.

    Die einzigsten auf die die EE Leute mit dem Finger zeigen können sind sie selber. Lassen sich ihren Spaß hoch subventionieren (ja, ich weiß, darf man nicht Subvention nennen, ist aber am Ende das gleiche), streichen das Geld ein, und geben nichts für die nötige Infrastruktur aus. Was erwarten die? Das die Unternehmen, die jetzt schon gesetzlich gezwungen sind die EE abzukaufen, noch dazu zu völlig überhöhten und absolut Marktfernen Preisen, das diese Unternehmen dann auch noch für Lau den Ausbau der Infrastruktur übernehmen und den EE Leuten quasi schenken?

    Ja, laut schreien lässt sich ganz einfach. Aber das Hirn einschalten und einen einfachen Taschenrechner benutzen, ja das scheint doch sehr schwierig zu sein.

    Grüße,

    Chris

  37. @ChrisK #36
    Hey ChrisK, das ist ein toller Kommentar, den du da eingestellt hast. Der wäre es wert, als eigener Artikel zu erscheinen.

    Wenn du schreibst …

    Aber so ist das halt mit dem hirnlosen Nachplappern. Wie war das nochmal? Ja, in den letzten 10 Jahren ist der PV Anteil um das 200-fache gestiegen. Aber das PV im gesamten Strommix lediglich ein paar magere Prozent beträgt, das verschweigt man. Sonst würde ja sofort klar werden das dort extrem viel Geld rausgehauen wird für einen am Ende sehr kleinen Effekt.

    … dann denke ich an das darauf gebrauchte Gegenargument: mit wieviel Mrd. sei die Atomkraft subventioniert worden, da wäre es doch nur recht und billig, ähnliches der PV zugute kommen zu lassen. — Mal davon abgesehen, daß das ein schiefer Vergleich ist, läßt sich darauf antworten: „Das ist ungefähr so, als wenn der letztjährige, völlig überteuerte Urlaub als Begründung herhalten müsste, um in diesem Jahr Gleiches wiederholen zu wollen.“

  38. @ChrisK

    Ehh, dat hat Dir eben ein Onkel-Heinz-Bienchen eingebracht :- ) …………..ganz toller Kommentar.
    Weiter so……..da schließ ick mir meinen Vorredner vorbehaltlos an.

    Onkel Heinz………..

  39. @ 37 / Climateobservator

    Danke für das Lob.

    Der gerne gebrachte Vergleich bzgl. Subventionen im Nuklearbereich ist völlig haltlos wenn man mal genau hinsieht. Das fängt damit an irgendwie grundsätzlich _alle_ Gelder, die jemals in den Bereich geflossen sind, zusammengerechnet werden. Das beinhaltet z.B. Forschungsgelder, Gelder für Forschungsreaktor, etc. Und das seit es Kerntechnik gibt.

    Diese Gesamtsumme wird dann den EE Subventionen und Förderungen gegenübergestellt. Das hat natürlich zwei ganz große Probleme. Zum einen kann man die Forschungsgelder einfach nicht mit einrechnen. Wenn man das machen will, dann muss man selbige eben auch auf der Gegenseite mit einbeziehen. Zum anderen ist ein Vergleich der Gesamtsummen von Haus aus zum Scheitern verurteilt, da es sich um zwei völlig unterschiedliche Zeiträume handelt.

    Wenn überhaupt kann man so einen Vergleich nur machen indem man sämtliche Subventionen und Förderungen _eines_Jahres_ gegenüberstellt. Und da stellt man dann plötzlich fest das in der Realität der Nuklearbereich _wesentlich_ weniger bekommen hat als die EE.

    Und von so hanebüchenen Tricks wie z.B. „Aber fehlende Versicherung ist ja auch eine Subvention“ will ich garnicht erst reden.

    Grüße,

    Chris

  40. @ 38 / Heinz Eng

    Auch Dir vielen Dank für das Lob.

    Sollte das wirklich „Artikel Qualität“ haben steht es den Betreibern hier natürlich frei das als solchen hier zu übernehmen. Aber bitte beachten das ich keinerlei Quellen angegeben habe, es ist halt nur als Kommentar gedacht. Zumal ich auch eher ein Freund des „selber Denkens“ und somit auch „selber Schlau machens“ bin.

    Schöne Grüße,

    Chris

  41. @Chris #36

    Hey Chris, großes Kompliment auch von mir für diesen sehr ausführlichen Beitrag!

    …..Die einzigsten auf die die EE Leute mit dem Finger zeigen können sind sie selber. ….. streichen das Geld ein, und geben nichts für die nötige Infrastruktur aus. Was erwarten die?…..

    …..na na, wat denn? Du wirst es doch wohl unserem Sonnengott gönnen, dass er endlich wieder mal seinen Maserati volltanken kann! ……natürlich mit Biosprit E10!

  42. @ChrisK
    Scheixe mann, ich hasse es, dieses Lobhudeln, Honigquast schwingen und so, aber wat soll ich Dir sagen, sehr schön mit einfachen Worten auf den Punkt gebracht, super. Und bitte keinen Dank, 😉

  43. @ 41 / Tim Hardenberg

    Man, hör mir bloß auf mit dem Biosprit-Wahnsinn. Ein nicht gerade kleiner Teil der Weltbevölkerung verhungert, und wir erlauben es uns Nahrungsmittel in Autos zu verbrennen.

    Perverser geht es wirklich nicht mehr. Ganz davon abgesehen das in Ländern wie z.B. Südamerika reichlich Regenwald abgeholzt wird um diesen Unfug zu betreiben.

    Wie soll das ganze eigentlich im großen Stil aussehen? Alle Felder voll mit Mais und Raps um Biosprit zu machen, und die Nahrungsmittel kommen dann als künstliche Ersatzstoffe aus dem Chemiewerk, weil für normale Landwirtschaft kein Platz mehr ist?

    Grüße,

    Chris

  44. @ 42 / Karl Rannseyer

    Pah, dann ausdrücklich keinen Dank für dich. Bätsch, das haste jetzt davon 😀

    Allerding muss ich gestehen selber etwas verwundert zu sein ob des vielen Lob’s. Aber ist ja schön wenn’s gefällt. Vielleicht schreibsel ich ja mal was längeres, das dann auch wirklich als Artikel genommen werden kann. Auf Lager hätte ich da so einiges…

    Grüße,

    Chris

  45. @ChrisK #44

    Vielen Dank für den Undank 🙂 , somit habe ich der Welten Lohn …

  46. @ChrisK #39
    Jep, mein Wissenstand ist da sehr ähnlich.

    @ChrisK #40

    Zumal ich auch eher ein Freund des “selber Denkens” und somit auch “selber Schlau machens” bin.

    Damit bist du nicht allein, auch ich richte mich in etwa nach Immanuel Kant: Habe den Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! Denn wozu haben wir denn diesen Pickel auf dem Hals? Um irgendwelchen selbsternannten „Verkündern der Wahrheit“ gläubig hinterherzulaufen, wohl kaum.

    (Apropos Lobhudelei: was soll ich machen, wenn jemand ein Problem sauber so umreisst, wie ich selbst es sehe ?!? „Hey, du schreibst Mist“ antworten?)

  47. @ChrisK

    Allerding muss ich gestehen selber etwas verwundert zu sein ob des vielen Lob’s. Aber ist ja schön wenn’s gefällt. Vielleicht schreibsel ich ja mal was längeres, das dann auch wirklich als Artikel genommen werden kann. Auf Lager hätte ich da so einiges…

    Immer her damit…………hier ist jeder Selberdenker willkommen, ist es doch ein Zeichen dafür, das in diesen Lande doch noch einige Menschen existieren, die sich nicht von staatlicher Propaganda einlullen lassen.

    Wie gesagt, bewerten tun es am Ende eh die Leser…………..dem Risiko setzt sich hier jeder Autor aus…………aber das muss man halt aushalten können. 🙂

    Onkel Heinz……….so ham wa alle mal angefangen

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