Der DWD veröffentlicht ein Fehlersuchbild

23. August 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Daten, Klimawandel, Wissenschaft

Fehlersuchbilder sind für viele Menschen – vor allem für Kinder – ein großer Spaß. Weniger lustig wird es dagegen, wenn Fehler und Ungenauigkeiten absichtlich in Diagramme eingefügt werden. Denn dies geschieht gerade in politischen Debatten, um zu verschleiern, wie schlecht begründet doch so manche Botschaft in Wahrheit ist. Wie man mit Diagrammen täuschen kann, ist allgemein bekannt. Es gibt Bücher darüber, Artikel in Zeitungen und Zeitschriften – online wie offline. Trotzdem wird es immer wieder versucht und ist immer wieder erfolgreich. Ein besonders perfides Beispiel lieferte vor kurzem der Deutsche Wetterdienst DWD ab. Auf die Grafik hat mich ein aktueller Beitrag bei EIKE aufmerksam gemacht.

Die erste Abbildung zeigt das Diagramm mit Markierungen für die drei Aspekte, die den Charakter eines Fehlers, einer absichtlichen Täuschung und einer Ungereimtheit aufweisen.

Abbildung 1: Das Fehlersuchbild

 

Der Fehler (Markierung 1)

Da wird also durch den Temperaturverlauf Deutschlands (Jahresmittelwerte 1881-2010) ein Polynom fünfter Ordnung (gelbe Linie) zur Verdeutlichung des Trends gelegt. Das kann man machen, keine Frage.  Mein Versuch, das Bild zu reproduzieren (zweite Abbildung), zeigt aber einen etwas anderen Verlauf der Trendlinie. Sie ist zum Ende hin flach – und keinesfalls weiter ansteigend, wie es der DWD berechnet hat. Das Abflachen hat natürlich mit dem vergleichsweise kühlen Jahr 2010 zu tun, für das der DWD eine mittlere Temperatur von 7,8° angibt. Das durch den Wetterdienst berechnete Polynom ergibt sich bei mir auch. Wenn man für 2010 eine Temperatur von 8,6° annimmt. Ein Fehler, wahrscheinlich.

Abbildung 2: Meine Rekonstruktion

Die Täuschung (Markierung 2)

Man möchte mit dem Bild natürlich darauf hinweisen, welch schrecklicher Klimawandel Deutschland bevorsteht. Da macht es sich gut, wenn man Prognosen einzeichnet, die nach 2010 möglichst steil nach oben weisen. Und um diese Steilheit auch besonders zu verdeutlichen, kann man den Maßstab verändern, merkt ja ohnehin keiner. Und so vergehen im Diagramm nach 2010 nur noch etwa 40 Jahre bis zur Apokalypse, obwohl die Beschriftung „2100“ lautet. Man wollte wohl Platz schaffen für das Thermometer. Irgendein DWD-Mitarbeiter hatte vielleicht den Anspruch, das Bild besonders „schön“ zu machen. Was in einer Täuschung endet. Die vermutlich absichtlich erfolgte, denn die Zukunft erscheint dadurch noch dramatischer.

 

Abbildung 3: Korrekter Maßstab auch für die Zukunft

 

Die Ungereimtheit (Markierung 3)

Ich habe nun in Abbildung 3 einfach mal meine Rekonstruktion und das Ursprungsbild übereinandergelegt und die rechte Seite des Diagramms auf den richtigen Maßstab gezogen. Man erkennt sehr schön die Differenzen in den beiden Polynom-Trends (gelb). Die graue Linie, der lineare Trend, den der DWD wohlweislich nicht angibt, ermöglicht eine Prognose. Die bemerkenswert undramatisch daherkommt. Es ist auch an dieser Stelle einmal mehr festzuhalten: Eine Prognose ist immer die Fortschreibung eines erkannten Trends. Man kann sie völlig unabhängig von dem Wissen darüber aufstellen, wie denn der Trend entsteht, welche Gesetzmäßigkeiten ihm zugrundeliegen. Und im vorliegenden Fall wäre die Prognose einfach eine Fortsetzung der Schwankung der Jahresmitteltemperatur (gelb) um die graue Linie. In orange und rot dagegen vermittelt uns der DWD Projektionen, keine Prognosen. Hier werden Modelle verwendet, die Gesetzmäßigkeiten einer Entwicklung beinhalten. Diese Modelle entsprechen wahrscheinlich den durch das IPCC propagierten. Jedenfalls ergibt sich eine gute Übereinstimmung mit den Berechnungen des „regionalen Klimaatlas„, die in grün in der Graphik enthalten sind. Auf den Webseiten des DWD selbst findet sich außerdem der „Klimaatlas Deutschland“ mit ziemlich identischen Resultaten.

Abbildung 4: Sättigung schon 2100?

Interessanterweise aber ist der Verlauf der Projektionen zwischen 2011 und 2100 ein völlig anderer, als im Diagramm gezeigt (Abbildung 4). Er ist eher konkav und nicht konvex. Das nenne ich zumindest mal eine Ungereimtheit.

Zusammenfassend ist also festzuhalten: Der DWD als Behörde („Anstalt des öffentlichen Rechts“), die direkt der Bundesregierung (dem Ministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung) untersteht, hält es für richtig und wichtig, in einer hochpolitischen Frage im Rahmen einer Pressekonferenz eindeutig Stellung zu beziehen. Und um diese Position zu untermauern, verwendet er ein Diagramm, das Fehler, Täuschungen und Widersprüche zu seinen eigenen Berechnungen enthält. Alle diese sind so perfide eingebaut, daß man sie nicht sofort erkennt. Man muß schon sehr genau hinsehen. Und alle drei thematisierten Elemente zusammen dienen der Dramatisierung der Situation. Vertrauen baut man auf diese Weise nicht auf.

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30 Kommentare
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  1. Es wäre ja mal interessant, was rauskäme, wenn der DWD seine Modelle 1881 oder 1900 hätte loslaufen lassen.
    Eigentlich müßte man die Modelle in verschiedenen Startjahren anfangen lassen.
    Mfg
    Günter Heß

  2. Hatte Deutschland nicht schon genug davon?
    Von Systemen, die ihren Herrschaftsanspruch auf einer verlogenen Ideologie aufbauten?

  3. Hockey-Stick in tollem Marineblau………ach ja, das erste Halbjahr 2011 ist dat wärmste oder zweitwärmste Jahr seit Menschengedenken, ähhh seit der Einführung Temperaturmessung.

    Seit wann sind Meterologen denn Klimaforscher, werden doch sonst gerne ausgeschlossen aus dem hehren Kreis der Wissenden?

    H.E.

  4. Und wieder ein Kommentar von Steffen Hentrich: Den Bürger an der Nase herumgeführt.

    Man wählt das Mittel der Übertreibung und sei es um den Preis, dass man damit den Bürger täuscht und sich selbst falsch zitiert. Peter Heller hat auf dem Science Skeptical Blog eine besonders auffällige Form an Propaganda erinnernder Informationspolitik analysiert.

  5. Ach übrigens, auch EIKE hat sich dieses Thema mal angenommen.

    H.E.

  6. Herr Heller,
    danke für den Hinweis auf dieses Paradebeispiel visueller Manipulation. Es ist schon auf den ersten Blick zu erkennen, daß die Voraussagekurve ab 2011 nicht recht zu der ermittelten Kurve bis 2010 paßt, aber schließlich hat der Bürger ja unbegrenztes Vertrauen in seine Experten (zu haben).
    Sind die Jahresmitteltemperaturzahlen irgendwo zugänglich? Auf der DWD-Website habe ich nur Graphiken und summarische Statistik gefunden, hätte aber nicht übel Lust, die Zeitreihe einmal genauer zu analysieren (u.a. weil die Modellierung durch ein Polynom problematisch ist, insbesondere am Rand).

  7. @ Fluminist:

    Link (Download „Ausgabe der Mitteltemperatur“)

  8. @Reinhard

    Hatte Deutschland nicht schon genug davon?
    Von Systemen, die ihren Herrschaftsanspruch auf einer verlogenen Ideologie aufbauten?

    Offenbar nicht. Totalitäre Herrschaft gerät anscheinend sehr schnell in Vergessenheit, besonders dann, wenn man sie nicht am eigenen Leib erfahren musste. Daher ist es augenfällig, dass es immer wieder Ex-Ossis (die im Arbeiter-und-Bauern-Paradies von Walter Ulbricht und Erich Honecker aufwachsen „durften”) sind, die auf solche Gefahren hinweisen.

    Leute, die eine solche Welt in Unfreiheit und Entmündigung nicht selbst erlebt haben, neigen wohl eher dazu, mit den Errungenschaften der Demokratie leichtfertig herumzuspielen und den wohlfeilen Heilsversprechen selbsternannter Weltenretter auf den Leim zu gehen – obwohl die Muster der Volksverdummung immer wieder die selben sind und damit durchaus durchschaubar wären….. allerdings nur dann, wenn man nicht mit Scheuklappen durch die Welt stolpert.

    Bei differenzierterer Betrachtungsweise kommen die weiteren bekannten Aspekte hinzu: Die AGW- und Energiewende-Ideologie als hochwillkommene Rechtfertigung, ruck-zuck und ohne große Anstrengungen viel Geld scheffeln zu können. Dass dies auf Kosten des dämlichen Restes geht, ficht die linksGrünen Energiewende-Gewinnler nicht weiter an in ihrem Vollrausch bei der angeblichen Welt- und Klimarettung. Und sie machen schon lange kein Hehl mehr daraus, worum es wirklich geht.

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  9. Heinz Eng schrieb am 23. August 2011 10:40

    Ach übrigens, auch EIKE hat sich dieses Thema mal angenommen.

    Das ist genau der Artikel, auf den sich Herr Heller oben bezog und den er bereits verlinkt hatte. Ein wenig ironisch an der Sache ist, dass die Anregung genau aus einem Artikel von zwei Leuten stammt, die genau die kritisierten Methoden ständig verwenden, nur mit der entgegengestetzten Botschaft. Was Herr Kowatsch und Herr Leistenschneider so immer an Graphen produzieren ist genauso kritikwürdig.

    Fluminist fragte am 23. August 2011 10:55:

    Sind die Jahresmitteltemperaturzahlen irgendwo zugänglich?

    Wikipedia führt die Zeitreihen für Deutschland in einem separaten Artikel.

  10. @Marvin

    Ups, hab ich doch glatt überlesen….is mir das aber jetzt peinlich.
    Ok, ick zieh mir hier lieber wieder raus, ick habs eh net so mit Kurven……es sei denn die laufen auf zwei Beinen.

    Einen wunderschönen Tag noch.

    MfG
    Heinz Eng

  11. Ich habe dazu auch noch was in der Pipeline. Mit gleitendem Jahresmittel kommt man bis Juni 2011. Kommt demnächst.
    C-O

  12. @ Marvin Mueller
    Schoen von Ihnen zu lesen, fuerchtete Sie haetten uns verlassen.

  13. Zu der „schönen blauen“ Grafik des DWD:
    [sarkasmus on]
    das ist doch eh nur für die Presse- und Medienfuzzys. Von denen merkt’s A) keine/r und B) ist denen sowieso egal — Hauptsache der Alarmismus wird gefüttert. Und das Thermometer ist doch viiiiel wichtiger als so’n blöder Maßstab.
    [sarkasmus off]

    Eine bessere / seriösere Grafik bietet der DWD ja an, und zwar hier: Jahresmittel 1900-2010

    (ich hoffe, der Link funktioniert)

    C-O

  14. @Tim Hardenberg

    Totalitäre Herrschaft gerät anscheinend sehr schnell in Vergessenheit, besonders dann, wenn man sie nicht am eigenen Leib erfahren musste. Daher ist es augenfällig, dass es immer wieder Ex-Ossis (die im Arbeiter-und-Bauern-Paradies von Walter Ulbricht und Erich Honecker aufwachsen „durften”) sind, die auf solche Gefahren hinweisen.

    😉 Gebranntes Kind läßt sich nicht so schnell für dumm verkaufen? Deswegen haben im MDR des öfteren klimakritische Positionen eine Chance? Wollen wir es hoffen!
    Im „Westen“ sonnen sich speziell die grünen Ökologisten in dem Glauben, „meilenweit“ von totalitärer Denkweise entfernt zu sein. Genau deshalb haben sie dagegen a) keine Widerstandskraft und sind b) sogar empört über solche Vorwürfe. Genau deshalb sind sie die fruchtbare Keimzelle für neue totalitären Strukturen in Deutschland.

  15. This deserves to be written up in English for a wider audience. Would you mind?

  16. Hello Pierre,

    thanks. Feel free to use it in your blog -- but I do not value it as very important. Handling of diagrams of all kind in this way happens everywhere and everytime -- especially in climate related discussions.

  17. Thanks…and I’ll be sure to mention that.
    Unfortunately such charts are specifically crafted to communicate a message to a very wide audience. We have a number people from various industrial sectors out there basing large investment decisions on such information. It’s not fair for them, to say the least.

  18. Schön ist ja auch das Thermometer. Da muss natürlich die hierzulande übliche Einheit Grad Celsius in den Hintergrund, denn die über 70 Grad Fahrenheit machen sich doch erheblich besser.

  19. @Climate-O #14

    Im “Westen” sonnen sich speziell die grünen Ökologisten in dem Glauben, “meilenweit” von totalitärer Denkweise entfernt zu sein. Genau deshalb haben sie dagegen a) keine Widerstandskraft und sind b) sogar empört über solche Vorwürfe. Genau deshalb sind sie die fruchtbare Keimzelle für neue totalitären Strukturen in Deutschland.

    …..und genau deshalb dürfen wir nicht aufhören, dagegen einzuwirken. Übrigens sind es paradoxerweise oftmals gerade Intellektuelle und Künstler, die anfällig für totalitäres Gedankengut sind. Lies doch mal dazu den sehr interessanten Artikel von Vera Lengsfeld:

    Warum wir mehr Freiheit statt mehr Gerechtigkeit brauchen

    …..Warum die Idee des Sozialismus eine solche Anziehungskraft auf Intellektuelle und Künstler ausübt, hat Friedrich August von Hayek ebenfalls untersucht. Die Macht von Ideen wächst, je vager und abstrakter sie sind. Die kulturelle Elite ist eher an Utopien und Visionen, denn an Details und praktisch zu lösenden Problemen interessiert. Sie hat, so kann man Hayek heute ergänzen, auch nach dem Zusammenbruch des Staatssozialismus wenig Neigung gezeigt, sich mit der nahe liegenden Frage auseinander zu setzen, ob die Idee des Sozialismus wirklich praktikabel ist. Ob die Millionen Opfer wirklich nur auf Grund von Fehlern und mangelnder Umsetzung einer guten Idee gefordert wurden oder ob sie das Resultat einer fehlerhaften, unbrauchbaren Vision sind…..

  20. Hmm, bin erst gerade auf den Ansatz des Geo-Engineering gestossen.
    Die ganze Erderwährmung liesse sich mit ein paar Schwefelsulfaten und 300 Millionen Dollar rückgängig machen.
    Skeptiker befürchten unangenehme Nebenwirkungen.
    Warum wird das dann nicht abgeklährt?
    Sooo schwierig wird es wohl nicht sein, die Folgen dieser Tat zu erkunden.
    Links:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Geo-Engineering
    http://www.ted.com/talks/david_keith_s_surprising_ideas_on_climate_change.html

  21. @Tim Hardenberg #119

    Ob die Millionen Opfer wirklich nur auf Grund von Fehlern und mangelnder Umsetzung einer guten Idee gefordert wurden oder ob sie das Resultat einer fehlerhaften, unbrauchbaren Vision sind…

    Wer hier nur die geringsten Zweifel hat, sollte Eugen Richters „Sozialdemokratische Zukunftsbilder“ (1893) lesen. Die Mißstände des real existierenden Sozialismus waren nicht durch fehlerhafte Umsetzung bedingt, sondern so grundsätzlich in der Konzeption verankert, daß sie schon gute zwei Jahrzehnte vor der russischen Revolution fast aufs i-Tüpfelchen genau vorhersehbar waren. Nur hinsichtlich der Kurzlebigkeit des planwirtschaftlichen Experiments war Eugen Richter ein wenig zu optimistisch…

  22. Die subtile Suggestion, die man im “Fehlersuchbild” sehen kann, beginnt schon beim Sprachgebrauch und wirkt da noch weitreichender, da der Unschuldigste die Sprache so verwendet, wie er sie bei anderen vorfindet, und so unabsichtlich und unbewußt zur Verbreitung der versteckten These beiträgt.

    Der DWD gibt in den Erläuterungen zur tatsächlichen Prognose-Graphik im Klimaatlas Deutschland mit begrüßenswerter Offenheit die Definition

    Zum anderen ist der Mittelwert des Zeitraumes 1961 -- 1990 als durchgehende Linie (pink) von 1881 bis 2100 eingezeichnet. Dieser Zeitraum wurde von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) als international gültige Referenzperiode festgelegt. Dieser 30-jährige Mittelwert kann als “Normalwert” bezeichnet werden.

    So wird ein “Normalwert” festgelegt, und die Abweichungen der gemessenen und gemittelten Temperaturen von diesem Wert heißen dementsprechend “Anomalien”. In einem wissenschaftlichen Zusammenhang, in dem allen Beteiligten klar ist, daß eine Normalisierung immer willkürlich ist, ist dagegen nichts einzuwenden (abgesehen von der Frage, warum eine solche Normalisierung überhaupt erforderlich ist und man nicht einfach grundsätzlich mit den absoluten °C oder besser mit K arbeitet).

    Im alltäglichen Sprachgebrauch haben Wörter aber eine ganz andere Bedeutung als in der Fachsprache. Das Wort “Normalwert” suggeriert eine Normalität, so als wäre die Mitteltemperatur des Zeitraums 1961-1990 die richtige und ein abweichender Wert zu hoch oder zu niedrig. Dieser Eindruck wird durch die Bezeichnung der Differenzen als “Anomalie” noch verstärkt.

    Der Laie, der die Wörter so nimmt, wie er sie aus dem täglichen Leben kennt, wird also unterschwellig zu dem falschen Schluß verleitet, die über 30 Jahre gemittelte Durchschnittstemperatur sei prinzipiell eine Konstante, deren korrekter, natürlicher Wert in der Periode 1961-1990 noch angenommen wurde, während seither durch unnatürliche, zerstörerische Einflüsse eine krankhafte Veränderung eingetreten sei. Könnte man der Allgemeinheit begreiflich machen, wie absurd diese unbewußte Fehlinterpretation eines technischen Ausdrucks ist, dann bliebe von der Klimawandelpanik wohl nicht viel übrig.

  23. @T.Mollet

    Hmm, bin erst gerade auf den Ansatz des Geo-Engineering gestossen.
    Die ganze Erderwährmung liesse sich mit ein paar Schwefelsulfaten und 300 Millionen Dollar rückgängig machen.
    Skeptiker befürchten unangenehme Nebenwirkungen.

    Der Gedanke stammt bereits aus den 1970er Jahren. Neuere Ideen des Kanadiers David Keith für eine solche galaktische Bastelstube sind photophoretisch schwebende Nano-Scheiben (aus Aluminium und Bariumtitanat), mit der die Sonne verdunkelt werden soll (damit dadurch die Erde auskühlt).
    Eine weitere Stufe größenwahnsinniger Ideen, die sich natürlich nur begründen und rechtfertigen lässt, wenn man unbeirrt an den Weltuntergang durch menschengemachtes CO2 glaubt. Ebenso gefährlich wie lächerlich, so wie der Glaube, man könne die „Globale Durchschnittstemperatur” um soundso viele Grad begrenzen.

    Worum es selbsternannten Re-Designern des Universums wie David Keith geht, sprengt alle bisher bekannten Auswüchse menschlichen Größenwahns: ihr Ziel ist ein „globales Erdsystemmanagement”. Darunter geht es leider nicht mehr!

    Wer bekommt die Welt in den Griff?

    Seit mindestens 150 Jahren betreibe die Menschheit Geoengineering, allerdings ungeplantes. »Wenn wir einen negativen Effekt auf das System Erde haben können«, sagt Wilderer, »dann sollten wir auch in der Lage sein, diesen Effekt umzukehren.« Ähnlich formulierte es der Ökonom Gernot Klepper, Sprecher des Kiel Earth Institute, beim ZEIT-Wissenschaftsforum:

    »Wir müssen viel intelligenter mit dem Engineering unseres Planeten umgehen. Das heißt, mehr Management und nicht weniger, mehr Eingriff und intelligenterer Eingriff.«

    Ein Zurück zu einem Zustand, in dem der Planet sich selbst ins Lot bringt, ist bei sieben Milliarden Menschen nur romantische Schwärmerei.

    Dass die Erde ein hochkomplexes nichtlinear gekoppeltes und dadurch selbstorganisierendes System ist, ficht die Globalen Planer dabei nicht weiter an, die sich offenbar bereits an himmlischen Schalthebeln wähnen.

    In der geschlossenen Psychiatrie sitzen Leute für weniger.

  24. @Flumi #21

    @Tim Hardenberg #119

    ähhm…. Kommentar 119 ?….. Von welchem Artikel? …..kopfkratz…..

  25. @Tim Hardenberg
    Hoppla, da hatte mich der Tatterich am Wickel…#19 natürlich.

  26. @Flumi

    Die Mißstände des real existierenden Sozialismus waren nicht durch fehlerhafte Umsetzung bedingt, sondern so grundsätzlich in der Konzeption verankert…..

    ……nur dass das bis heute ein paar Holzköpfe nicht begreifen.

    Danke für den Link.

  27. Eigentlich gibt es m.E. noch Fehler 4:

    Im Ersten Moment wird man evtl. die projektierte Endtemperatur am Thermometer abschätzen. Das hat ja -- selbst auf der °C Skala -- einen viel dichteren Masstab als der Graph.

  28. Bei EIKE habe ich einen Link auf das folgende Bild aus dem Jahr 2007 gefunden:

    Interessant ist, daß damals zumindest noch der Maßstab auf der x-Achse korrekt auch in die Zukunft verlängert wurde…

  29. @Peter Heller
    …. und auch das Thermometer die Celsius-Skala noch im Vordergrund zeigt.

  30. Damals konnte man auch den Anstieg der Realtemperaturen noch über einen (an den Enden irgendwie extrapolierten) Mittelwert darstellen. 2010 hätte das einen häßlichen Abfall der Temperaturen gegen Ende gegeben. Und eine solche Information möchte der DWD seinen Kunden wohl nicht zumuten…

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