Der Irrsinn mit der Windkraft: Nach der Dunkelflaute folgt die Schattenschlagflaute, Schallimmissionsflaute und Eisschlagflaute

26. Januar 2016 | Von | Kategorie: Blog, Energieerzeugung, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Politik, Schnee und Eis, Windkraft

Im Jahr 2010 wurden im Bereich des Bremer Blocklandes (LSG und NATRURA 2000 Gebiet) bei der Blocklanddeponie vier Großwindkraftanlagen errichtet. Dabei stellten und stellen sich folgende Probleme mit der Errichtung und der Betreibung dar:

Die Anlagen

Blick über den vereisten Waller-Feldmarksee

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Anzahl: 2, Typ: REpower MM92, Leistung: 2050 kW, Nabenhöhe: 100 m, Rotordurchmesser: 92 m

Anzahl: 2, Typ: REpower MM82, Leistung: 2050 kW, Nabenhöhe: 100 m, Rotordurchmesser: 82 m

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Auszüge aus dem Planfeststellungsbeschluss der Stadt Bremen von 2010

Auswirkungen auf die Umwelt und Ausgleichsmaßnahmen

Nach dem Landschaftspflegerischen Begleitplan (LBP) kommt es durch den Bau der 4 Windkraftanlagen zu erheblichen Beeinträchtigung des Schutzgutes „Biotope“ im Bereich der Anlage 1 sowie des Landschaftsbildes durch alle 4 Windkraftanlagen, für die gemäß § 11 Abs. 3 des Gesetzes über Naturschutz und Landschaftspflege (Bremisches Naturschutzgesetz) vom 17. September 1979 (Brem.GBl. S. 345), zuletzt geändert am 28. Februar 2006 (Brem.GBl. S. 102), für die die im LBP dargestellte Kompensationsmaßnahmen erforderlich sind.

Im Bereich der Deponie und der WKA 1 sind insbesondere Möwen, gehölzbrütende Singvögel, Krähenvögel, Elstern und Eichelhäher zu erwarten. Diese Arten gehören nach § 10 Abs. 2 Nr. 10 BNatSchG wie alle europäischen Vogelarten zu den besonders geschützten Arten. Das EU-Vogelschutzgebiet Blockland ist ein bedeutendes Rastgebiet für Zugvögel. Die bedeutenden Rastflächen der wertgebenden Vogelarten (u.a. Zwergschwan, Gänse, Enten) sind mindestens 500 bis 700 m von den geplanten Anlagen entfernt. Eine Störung durch die Anlagen ist daher nicht zu erwarten. Die Rastvogelpopulation im Landschaftsschutzgebiet Blockland (Kiebitze, Zwergschwäne etc.) liegt in großer Entfernung (ca. 1 km) von den geplanten Anlagen. Damit können direkte Auswirkungen ausgeschlossen werden. Von den Vogelarten, die die Deponie nutzen (Krähen etc.), gilt, dass diese eine große Anpassungsfähigkeit zeigen und es keine bzw. nur geringe Beeinträchtigungen gibt. Die Vögel erkennen die Anlagen und richten ihre Flugbahn danach aus, so dass Kollisionen weitestgehend auszuschließen sind.

Ein Toter Bussard unter WKA 1.

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Die aufgrund der Errichtung der Anlage 1 verbleibenden Beeinträchtigungen des Schutzgutes „Biotope“ sind auf dem Flurstück 93/1 der Flur 354 an der Ritterhuder Heerstraße zu kompensieren. Dort ist auf einer ca. 1800 m² großen Teilfläche ein strukturreicher Laubwald mit heimischen, standortgerechten Gehölzen zu entwickeln. Hierzu ist ein mit dem Amt für Straßen und Verkehr sowie der Naturschutzbehörde einvernehmlich abgestimmter Ausführungs- und Pflegeplan bis spätestens zum 31.07.2010 beizubringen. Die Pflanzmaßnahmen sind nach Beendigung der Straßenbaumaßnahmen im Zuge der Erneuerung der Wümmebrücke durchzuführen. Vom Abschluss der Pflanzarbeiten ist die Naturschutzbehörde umgehend zu unterrichten. Die Unterhaltung und Pflege der neuangelegten Vegetationsflächen auf den Kompensationsflächen sind auf Dauer zu sichern.

Die Ausgleichsfläche wurde im Frühjahr 2015 an der Ritterhuder Heerstraße angelegt, Luftlinie 5,5 km entfernt vom Schutzgut „Biotope“ und sieht so aus.

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Die Antragstellerin wird zudem zur Kompensation der durch den Eingriff verursachten erheblichen Beeinträchtigungen von Naturhaushalt und Landschaftsbild, die nicht durch Ausgleichs- oder Ersatzmaßnahmen kompensiert werden, zur Zahlung eines Ersatzgeldes nach § 11 Abs. 6 BremNatSchG verpflichtet. Die Höhe der Ersatzgeldzahlung beträgt 238.890,00 Euro. Der Betrag ist vor Beginn der Bauarbeiten auf Grund gesonderter Rechnungsstellung zu leisten.

Schattenwurf

An Wohnungen und Dauerarbeitsplätzen in der Nachbarschaft darf der tatsächliche periodische Schattenwurf täglich 30 Minuten und jährlich 8 Stunden nicht überschreiten. Die Anlagen sind mit Schattenwurfabschaltmodulen zu versehen, die die Einhaltung der Beschattungsgrenzwerte an den maßgeblichen Immissionsorten im Einwirkungsbereich der Windkraftanlage sicherstellen. Bei Erreichen der Grenzwerte für die Beschattungsdauer an einem Immissionspunkt sind die schattenverursachenden Windkraftanlagen abzuschalten.

Im Sommer stehen die 4 WKA so oft ab 16 Uhr still.

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Schall-Immissionen

Die beiden Windkraftanlagen 1 und 2 (REpower MM82) dürfen in der Zeit von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr jeweils einen Schallleistungspegel von 102,2 dB(A) inkl. Ton- und Impulshaltigkeitszuschlägen im Sinne der TA-Lärm nicht überschreiten. Die Windkraftanlage 3 (REpower MM92) darf in der Zeit von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr einen Schallleistungspegel von 103,6 dB(A) inkl. Ton- und Impulshaltigkeitszuschlägen im Sinne der TA-Lärm nicht überschreiten. Die Windkraftanlage 4 (REpower MM92) darf in der Zeit von 22:00 Uhr bis 06:00 Uhr einen Schallleistungspegel von 100 dB(A) inkl. Ton- und Impulshaltigkeitszuschlägen im Sinne der TA-Lärm nicht überschreiten. Beim Betrieb der 4 Windkraftanlagen dürfen keine tieffrequenten Geräusche auftreten, die nach der TA-Lärm zu berücksichtigen wären.

Eisschlaggefahr

Da unmittelbar an die Windkraftanlagen Entsorgungsbetriebe und Gärten angrenzen, werden bei Eis und Schnee die WKA entgegen der Planungen abgestellt. Im Januar 2016 standen die 4 WKA so tagelang still.

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Bleibt die WEA bei Vereisung in Betrieb, besteht die Gefahr des Eiswurfs. Dabei werden verschieden große Eisstücke von der Anlage weggeschleudert. Das Institut für Windenergie Hochschule Bremerhaven hat als Empfehlung eine vereinfachte Formel zur Feststellung der zu erwartenden maximalen Wurfweite herausgegeben.

Wurfweite = (Rotordurchmesser + Nabenhöhe) * 1,5 = (100 m + 92 m) *1,5 ~ 300 m.

Bei gestoppter WEA errechnet sich die Wurfweite wie folgt:

Wurfweite = Windgeschwindigkeit * [(Rotordurchmesser/2) + Nabenhöhe]/15 = Bei Windstärke 10 (25m/s) ~ 250 m.

Mit einem Mindestabstand von 500 m, bei markantem Wind in entsprechender Richtung den doppelten Abstand, wird als Sicherheitsabstand zur WEA in beiden Situationen (Eisfall und Eiswurf) gerecht.

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4 Kommentare
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  1. Bei Ausgleichsmaßnahmen handelt es sich häufig um Alibimaßnahmen. Bezüglich Straßenbauprojekten wurde bereits vor knapp 1,5 Jahrzehnten ermittelt, dass bei lediglich 10 % der Maßnahmen das Ziel erreicht wurde (22 % größtenteils erreicht, 36 % teilweise erreicht, 26 % größtenteils nicht erreicht, 6 % nicht erreicht, Köppel et al. 2004).

    Die abgebildete Maßnahme dürfte sicherlich die beiden letztgenannten Kategorien erreichen. Fairerweise muss ich hier erwähnen, dass Ausgleichsmaßnahmen für den Hambacher Forst ähnlich gestaltet sind und nicht im Geringsten den einst riesigen Laubwald in einer waldarmen Gegend kompensieren können.

  2. Herr Krüger, ich hab diesen Link bei EIKE von Herrn Sander gefunden und finde den einfach klasse, weil er eine musikalische Antwort auf eine perverse Schweinerei ist, die viele Gauner als politische Helfer hat
    https://www.youtube.com/watch?v=0-aqoC1wNUU

    Abgesehen von dem „Wind-Blödsinn“ gibt es noch einen politisch organisierten kriminellen Unfug bei dem man sich besonders ab Minute 25 anschauen kann was die „lieben Klima-Retter“ von der Solar-Front für Drecksäcke sind https://www.youtube.com/watch?v=iWHVhFpX1cA

  3. Außer Spesen nichts gewesen, könnte man sagen, wenn es bei diesen „windigen Geschichten“ nicht so viele Öko-Profiteure gäbe, die sich alle die Hände gegenseitig schmieren. Der Oberschmiermaxe ist natürlich der Gesetzgeber, der von Lobbyisten und Ideologen schon längst parteiübergreifend eingesackt ist.
    Wer so Strom für die Versorgung eines Industriestandortes erzeugen will, muß wirklich sein Abitur in einer Walddorfschule oder gleich in der Baumschule gemacht haben. Oder er weiß es besser, will aber kräftig profitieren. Bei Strom für 18 000 Haushalte bei der Einweihung eines Windparks in Hohenlohe feierten die „Grünen“ und andere naturwissenschaftsferne Kreise. Das Geld von 18 000 betrogenen Haushalten stinkt halt nicht mehr als das von anderen Betrügereien mit politischer Unterstützung. Mir tut immer der „ehrliche kleine Bankräuber“ leid, der für 18 000 Euro mal ein paar Jahre in den Knast geht.

  4. Man sollte mal agressiver kommunizieren, dass es sich bei Schattenwurf, Lärm, WIndgeschwindigkeitsreduktion und Reflektion auch um Umweltverschmutzung handelt.

    Dann gäbe es vllt bald auch Ausgleichsmassnahmen dafür, zB Herstellung schattenarmer Gebiete, leise Meditationswiesen, Windgeschwindigkeitserhöhungsanlagen (frische Briese Garten) oder Albedo-optimierte Schigebiete.

    Die Landschaftsbeeinträchtigung könnte man vllt durch Besiedlung der WKA mit Chamäleons reduzieren.

    Bei allen Kosten darf man den komödiantischen Aspekt nicht vergessen.

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