Der Millionen-Follower-97%-AGW-Konsensus der Klimawissenschaft

18. Mai 2013 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Medien, Wissenschaft

Klimaskeptiker, schämt euch, ihr seid endgültig widerlegt: Mehr als 31 Millionen Follower auf Twitter habe jetzt der australische Klimawandelforscher John Cook auf Twitter, so die Washington Post vom 17.5.2013. Ursache des Popularitätsschubs sei laut der Meldung ein Tweet des US-Präsidenten Barack Obama, in dem er eine neue, von Cook initiierte Studie begrüβte. Diese avanciert damit zum PR-Schwergewicht, mit dem man hofft, in der Öffentlichkeit jetzt weitere Zweifler davon überzeugen zu können, dass die Zukunft der Menschheit auf dem Spiel steht, wenn die Emission von Treibhausgasen nicht schleunigst gestoppt wird.

John Cook ist Betreiber der autralischen Website skepticalscience.com, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, „Klimaskeptiker“ zu widerlegen, also solche Zeitgenossen, die sich immer noch der These vom menschengemachten Klimawandel (AGW, antrophogenous global warming) verschlieβen. Auf seiner Website behauptet er, ehrenamtlich zu agieren. Eine gewisse Skepsis gegenüber dieser Behauptung ist jedoch sicherlich berechtigt, ist er doch beruflich als Climate Communication Fellow for the Global Change Institute at the University of Queensland in recht ähnlicher Mission unterwegs.

Auf seiner Website wird die Studie wie folgt vorgestellt:

„Skeptical Science Studie bestätigt einen 97% Konsens zur menschengemachten globalen Erwärmung in der wissenschaftlichen Literatur“

Zur Vorgehensweise steht dort:

„Das Skeptical Science „Citizen Science Team“ hat eine aktuelle Beurteilung von über 12.000 begutachteten Publikationen zum Thema Klimawandel durchgeführt. In Studien, die  in der begutachteten Literatur Stellung beziehen, wurde ein 97% Konsens darüber gefunden, dass die Menschen die globale Erwärmung verursachen.“

„Eine nach den Begriffen „global warming“ und „global climate change“ durchgeführte Schlüsselwortsuche für Veröffentlichungen in begutachteten wissenschaftlichen Magazinen (im ISI Web of Science) in den Jahren von 1991 bis 2011 ergab über 12.000 Treffer.“

„Durch unsere Bewertung der Abstracts fanden wir etwas über 4.000 Studien, die Stellung zur Ursache der globalen Erwärmung beziehen und 97,1% von ihnen bestätigten die menschengemachte globale Erwärmung.“

„Wir fanden heraus, dass ungefähr zwei Drittel der Studien in ihren Abstracts keine Stellung in dieser Frage beziehen, was eine Bestätigung für unseren konservativen Ansatz bei unseren ursprünglichen Bewertungen der Abstracts darstellt. Dieses Ergebnis ist aus zwei Gründen nicht überraschend: 1) die meisten Fachzeitschriften haben eine strikte Wortbegrenzung für ihre Abstracts und 2) ganz ehrlich, jeder Wissenschaftler, der sich mit der Klimaforschung beschäftigt, weiß, dass die Menschen die globale Erwärmung verursachen. Es gibt keinen Grund mehr, etwas so offensichtliches zu erwähnen. Würden Sie etwa erwarten, dass jede geologische Studie im Abstract erwähnt, dass die Erde ein kügelförmiger Körper ist, der um die Sonne kreist?“

Von über 12.000 Studien, die sich demnach laut Abstract mit „global warming“ oder „global climate change“ befassten, fand man nur bei etwas mehr als 4.000 im Abstract eine Aussage über die Ursachen. Der gesunde Menschenverstand würde also sagen, dass dementsprechend weniger als 33 % der Studien in ihrem Abstract die AGW-Hypothese gestützt haben. Es ist schon interessant zu sehen, mit welchen Argumenten man es in Australien schafft, hieraus dann 97 % zu machen. Gegenüber dieser Art der Handhabung von Science darf man guten Gewissens ein wenig skeptical sein.

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7 Kommentare
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  1. Das mit den 31 Millionen Folgern ist wohl falsch. Schaut man sich John Cooks Seite an, dann hat er gerade mal 6568 Follower auf Twitter: https://twitter.com/skepticscience.

  2. @Jürgen Kieser
    Lieber Hr. Kieser

    danke für die Recherche. Ziemlich interessant, nicht? Ich bezog mich auf die folgende Meldung in der Washington Post:

    Obama tweet gets Australian researcher 31.5 million followers on Twitter
    By Valerie Strauss, Published: May 17, 2013 at 12:35 amE-mail the writer
    Ninety-seven percent of scientists agree: #climate change is real, man-made and dangerous. Read more: OFA.BO/gJsdFp
    — Barack Obama (@BarackObama) May 16, 2013

    That tweet, according to the Sydney Morning Herald, led 31,541,507 people to decide to follow Australian climate change researcher John Cook on Twitter.
    Cook, a fellow at the University of Queensland’s Global Change Institute and founder of the website skepticalscience.com, had led a team of researchers who reviewed scientific papers about climate change. The peer-reviewed survey, published by Fairfax Media, concluded that more than 97 per cent of researchers on climate change endorsed the view that humans are to blame for global warming, the Morning Herald said.
    Quelle: http://www.washingtonpost.com/blogs/answer-sheet/wp/2013/05/17/obama-tweet-gets-australian-researcher-31-5-million-followers-on-twitter/

    Scheint fast, dass die Washington Post und/ oder der Sydney Morning Herald
    falsch liegen. Der moderne Qualitätsjournalismus offenbart wohl nicht nur in Europa ziemliche Schwächen, oder?

    Mit freundlichen Grüssen

    Fred F. Mueller

  3. WOW, 31.5 million Follower

    Da ist ja die „Speisung der Fünftausend“ zu heiligen Zeiten direkt ein Dreck dagegen.
    Allen Anschein nach hat hier Obama ganz nach „Gutsherrenart“ im Namen aller seiner ~ 31 Mio Follower abgestimmt. Das wäre ja nichts Neues, dass das Blöken des Leithammels für die gesamte Herde gilt.

    grient der Moosgeist

  4. Interessant ist ja auch, dass alles was Mr. Obama tweetet schlicht falsch ist.

    1. 97% of scientists agree: Tatsächlich sind es ca. 31% aus Cooks Studie. Und nicht alle Wissenschaftler, sonder nur solche, die das Thema Klimawandel erwähnen als Begründung dafür, mehr Geld zu bekommen, wie das so üblich ist.
    2. Im Großteil der Studien wurde im Abstrakt das Klima nicht erwähnt -- wurden also weggelassen (Enthaltungen, sozusagen)
    3. Das sich das Klima immer wieder ändert ist absolut unbestritten und nicht der Rede wert.
    4. Dass die Änderungen gefährlich sind ist absoluter Nonsense. Es gibt genug Studien, die man bei SPPI oder CO2Science finden kann, denen man entnehmen kann, dass eine Erhöhung von CO2 entweder ungefährlich ist für eine bestimmte Untersuchte Sache, oder sogar sehr nützlich. Hat Herr Cook diese berücksichtigt?
    5. Die Realität zeigt, dass nichts von den Schreckensmeldungen eine Basis hat. Der Anstieg des Meeresspiegels geht zurück, das antarktische Eis wächst, das arktische Eis schmilzt langsamer als im Durchschnitt, Wirbelstürme und Tornados werden weniger (auch wenn die Zerstörungen zunehmen, weil der Mensch immer mehr teure Sachen in gefährdeten Gebieten der potentiellen Gefahr aussetzt.) Die Temperaturen beginnen zu fallen etc.
    6. Der Nutzen von mehr CO2 ist mehr als offensichtlich, alle Gefahren werden sich als eingebildet herausstellen.
    7. Dass der Mensch das Klima verändern kann, ist eigentlich auch unumstritten, aber kaum durch CO2 Erhöhung in der Atmosphäre.
    8. Die allerwenigsten Studien behaupten CAGW (katastrofale antropogene globale Erwärmung). Ich selbst habe über hundert Abstrakte gelesen und solches nie festgestellt. Die Gefahr entsteht überwiegend erst wenn Journalisten über etwas schreiben.

    Wir leben auf einem kühlen Planeten, der schon mal wesentlich bessere Zeiten gesehen hat. Zeiten in denen die ganze Erde bewachsen war, das CO2 bei bis zu 7000 ppm lag, die Pflanzen nicht hungern mussten und daher die Tiere auch genug zu fressen hatten. Selbst in den abgelegensten Gebieten der Erde sind Zeugnisse vergangener Pracht von Flora und Faune zu finden. Das Leben ist auf Wärme angewiesen. Die Pflanzen in der heutigen Welt sind alle am hungern. Der Anstieg von CO2 hat bewirkt, dass florale Biomasse um 25-30% zugenommen hat, weltweit -- aus Sicht der Flora werden die Zeiten besser. Die Sahara z.B. schrumpft um 300 Km^2 pro Jahr, eine fast unglaubliche Zahl -- und es regnet inzwischen auch in der Wüste mehr.

    Das größte Problem ist, dass wir Menschen zu leichtgläubig sind und uns meist die falsche Logik einleuchtet -- sollte man mal beim Hersteller reklamieren :), zumal wenn die falsche „Wahrheit“ einem permanent eingerieben wird.

    Mr. Obama meint die Welt retten zu müssen. Aber die Welt steht nicht in der Gefahr an Fettsucht zu leiden und man muss sie daher nicht auf Diät setzten. Im Gegenteil, die Welt beginnt sich erst langsam von einer extremen Magersucht zu erholen und es ist falsch, sie wieder auf Wasser und Brot zu setzten.

    Dies und mehr bewegt mich dazu zu sagen, dass Mr. Obama mit seiner Twitter Aussage komplett falsch liegt.

  5. @Jürgen Kieser
    Lieber Hr. Kieser

    das was Sie sagen kann man nur unterstreichen. Das CO2-Thema ist ein Schlüsselelement der AGW-Apologeten. Man muss es angehen, weil es die Wurzel der Übel ist, die uns zur Zeit existenziell bedrohen.Ich habe dazu in meinem nächsten Artikel einige „unbequeme Wahrheiten“ zusammengestellt. Der Beitrag ist für Mittwoch vorgesehen. Ich bin gespannt, wie Sie ihn beurteilen werden.

    Mit freundlichen Grüßen

    Fred F. Mueller

  6. @ Fred F. Müller

    Hallo Herr Müller,
    ich fürchte, sie irren da. CO2-Thema kann man durch zig andere ersetzen. Ich beziehe mich da auf Wurzel der Übel.
    Waldsterben usw. Diese Themen werden aufgegriffen, mit Gefahrenpotenzial verbunden und es werden politische Forderungen abgeleitet.
    Mit Angst kann man viel anstellen. Die Medien haben mit Angst und Schrecken eine höhere Auflage so als Beispiel.
    Das CO2- Thema kann man aber exemplarisch nehmen.

    Schöne Pfingsten,
    freue mich auf ihren nächsten Artikel

  7. Von über 12.000 Studien, die sich demnach laut Abstract mit „global warming“ oder „global climate change“ befassten, fand man nur bei etwas mehr als 4.000 im Abstract eine Aussage über die Ursachen. Der gesunde Menschenverstand würde also sagen, dass dementsprechend weniger als 33 % der Studien in ihrem Abstract die AGW-Hypothese gestützt haben. Es ist schon interessant zu sehen, mit welchen Argumenten man es in Australien schafft, hieraus dann 97 % zu machen. Gegenüber dieser Art der Handhabung von Science darf man guten Gewissens ein wenig skeptical sein.

    Es gab hier vor zwei Jahren mal eine Diskussion über eine Umfrage. Bei einer der Fragen gab es N Ja-Stimmen, M Enthaltungen und J Nein-Stimmen. Ich äußerte hier meine Verwunderung darüber, dass es nur N-Ja-Stimmen waren (damals eine knappe Mehrheit), und fragte mich, warum die Anzahl der Ja-Stimmen nicht größer war. Daraufhin wurde mir hier entgegengehalten, dass es doch eine große Mehrheit sei, die mit Ja gestimmt hätte. Genauso wie bei Cook wurden die Enthaltungen nicht betrachtet und nur Ja/Nein ins Verhältnis gesetzt. Also seien Sie nicht so streng mit Cook, das ist auch hier gar keine unübliche Praxis.

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