Der Spiegel: Genossen, schmeißt die Ökos raus!

30. September 2012 | Von | Kategorie: Blog

Im Spiegel, eigentlich seit vielen Jahren die Hauspostille der sozialistisch-ökologischen deutschen Einheitsparteien, und durch seine bisweilen sehr einseitige Berichterstattung eine der Speerspitzen der ökologistischen Bewegung in Deutschland, ist heute ein Debattenbeitrag von Alexander Neubacher erschienen. Der Artikel ist geprägt von einem erfreulichen Realismus und Pragmatismus. Einer Grundhaltung, die Neubacher bereits in seinem Buch” Ökofimmel: Wie wir versuchen, die Welt zu retten – und was wir damit anrichten – Ein SPIEGEL-Buch ” an den Tag gelegt hat. Sehr empfehlenswert (sowohl das Buch, als auch der Spiegel Artikel).

Genossen, schmeißt die Ökos raus!

Das Karottenkuchenmilieu der Bio-Besserverdiener wird von allen Parteien umworben – viele Normalos fühlen sich kaum noch vertreten. Gerade die SPD versucht häufig, noch grüner zu sein als die Grünen. Wahlen können die Genossen jedoch nur gewinnen, wenn sie die Öko-Masche ablegen.

(…) Güllners Ratschlag an die SPD lautet, die Grünen zu bekämpfen, anstatt ihnen nachzulaufen. Der grüne Zeitgeist sei ein Elitenphänomen, ein “schmales Segment” aus Sicht des Demoskopen. In der breiten Bevölkerung sei die Ökowelle, anders als oft behauptet, nie angekommen. Doch während das ökologisch korrekte Karottenkuchenmilieu von allen Parteien umworben werde, fühlten sich viele Normalos kaum noch vertreten und gingen auch nicht mehr zu Wahlen. Güllner sieht darin eine Gefahr für das politische System. Es wäre demnach für die Demokratie von Segen, schmissen die Genossen die Ökos raus.

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6 Kommentare
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  1. Hartz IV und Agenda 2010 waren das Eintrittsgeld an die Grünen für die Regierungsbeteiligung der SPD unter Schröder.
    :D

  2. @ Krishna

    Das glaube ich so pauschal nicht. Schließlich hatte die SPD sich damals bereits früh auf die Grünen als Koalitionspartner festgelegt. Und zu der Zeit war die SPD ja alles andere als gefestigt, traten sie doch mit Schröder als Kanzlerkandidaten und Lafontaine als Parteivorsitzenden an, Beide vertraten ziemlich gegensätzliche Standpunkte, was die wirtschaftspolitische Ausrichtung anging. Dass sich letztendlich Schröder durchgesetzt hat und dass er dadurch einen großen Teil der Parteibasis gegen sich aufbrachte ist inzwischen (auch hier) hinlänglich diskutiert worden.

  3. Die SPD hatte sich im wahren Charakter der Grünen getäuscht. Wie auch fast alle Journalisten und ich selbst. Man empfand die “Studentenbewegung” als Fleisch vom Fleische der SPD und betrachtete die Grünen am Anfang als die neuen Jusos. Dementsprechend wollte man diese Thematik nicht anderen überlassen. Das Ding ist hat nach hinten los gegangen, jetzt wedelt der Schwanz mit dem Hund.

    Aber in der Tat, es bestände für die SPD eine große Chance wieder wählbar zu werden. Dadurch dass sich der Ökologismus auch bei den Konservativen breit gemacht hat, könnte der kleine Mann wieder eine Stimme bekommen, die Genossen müssen halt nur die Ökos rausschmeißen und den Schluterschluss mit den Gewerkschaften suchen. Die natürlich gleiches auch tun müssen. Damit würde sie die Linke kalt stellen und viele Nichtwähler wieder an die Wahlurne bringen.

  4. Die SPD ist die einzige derzeitige Partei, deren Klientel keinen Vorteil aus der ‘Energoewende’ zieht, sondern im Gegenteil alles zahlen muss, denn:
    -- Die CDU/CSU bedient ihre Stammwähler bei den Bauern und auch beim Handwerk
    -- Die Grünen bedienen natürlich ihr Stammwählerpotential in verbeamteten Besservderdienerkreisen.
    -- Die FDP kann ebenfalls ihr Besserverdiener-Klientel beglücken.
    Nur die Arbeiterschaft und die sozial Schwachen gehen leer aus und werden sogar ärmer.

    Die Öko-Politik der SPD war ganz einfach Selbstmord!

    Na, ich denke, die Bekanntgabe der neuen EEG-Umlage wird da einiges umrühren!

  5. Hallo zusammen,

    sehr interessant, was sich da so tut. Bisher hatte man ja am ehesten noch bei der FDP gewisse hoffnungsvolle Ansätze gesehen…

    Nun also die SPD. Darf man mal etwas spinnen? (Ja, als Schriftsteller darf ich das!): wie wäre es denn mit einer rot-gelben Koalition?

    Chris Frey

  6. Ick hab lange überlegt wo ick dat nun hinpacken soll…….

    „Web2Energy“: HSE beendet Testphase zu intelligenten Stromnetzen

    Wie gut lassen sich Angebot und Nachfrage von Strom aufeinander abstimmen? Antworten auf diese Frage hat die HSE bei der Testphase des EU-Forschungsprojekts „Web2Energy“ erarbeitet…….

    „Die Teilnahme am Projekt hat bei einigen Kunden bereits in den ersten Monaten zu einer Bewusstseinsänderung beim Stromverbrauch geführt“, schilderte Fenn bei der Veranstaltung. Durch die ständige Selbstkontrolle hätten sich viele Haushalte im Vorfeld Gedanken gemacht, wann sie ihre Waschmaschine oder Trockner einschalten und richteten sich nach den Ampelphasen. „Mit der Zeit hat sich innerhalb der Familien das Stromsparen zum zentralen Thema etabliert“, sagte Fenn. Um die Einhaltung der grünen Phasen zu garantieren, seien einige Familien besonders kreativ geworden und hätten für jeden Tag Aktivitätenpläne erstellt.

    Die große Transformation im Kleinen……Bewusstseinsänderung……..Stromsparen zum zentralen Thema………und ick kann mir schon denken, welche Art von Familien sonst nix anderes mit ihren Tag anstellen können.

    „Einige Kunden stellten jedoch auch fest, dass sie sich nicht immer an die Ampelphasen halten können, wenn sie nicht auf ihre täglichen Gewohnheiten verzichten möchten“, schilderte Fenn. Für manche sei es anfangs schwierig gewesen, ihren normalen Tagesablauf umzustellen und die Waschmaschine zu einer bestimmten, von der Wettervorhersage vorgegebenen Uhrzeit einzuschalten, beziehungsweise für eine bestimmte Uhrzeit zu programmieren. Die Schwierigkeit lag darin, dass die Bedienung vieler Haushaltsgeräte noch nicht automatisiert ist. Dies solle sich nach Fenn ändern: In Zukunft sollen die Stromdaten von den Geräten automatisch verarbeitet werden.

    Aha…..da gibbet wohl doch noch ein paar Leutchens die arbeiten gehen müssen und eben nicht immer können, wenn gerade der Wind weht oder die Sonne scheint.
    Ausweg?………neue Haushaltsgeräte kaufen (freuen sich die Hersteller), die dann selbstständig dem Wettergott huldigen, wenn er es mal wieder gut meint. Blöd nur, das es Nachts allgemein finster ist wir im Bärenarsch und auch der Wind phasenweise keine Lust hat herumzuwehen……..dann bleibt halt die Küche kalt, die Wäsche dreckig, das Geschirr ungespült….Hauptsache ökologisch Wertvoll.
    PS. So wie es aussieht, funktioniert das “Smart Grid” nur mit integrierten Händler, das heißt……..ans örtliche Stadtwerk gebunden zu sein.
    Liberalisierung war gestern……..ein dreifach hoch auf die tollen neuen ökologisch wertvollen Strommonopole.
    H.E.

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