Der WDR und das Klima – „Schlimmer als zunächst befürchtet.“

2. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Klimawandel, Medien, Meeresspiegel

Mittlerweile kennen wir das Spiel zu Genüge. Immer wenn sich die Umweltdiplomaten der Länder zu ihrem alljährlichen Treffen, der Weltklimakonferenz, einfinden, überschlagen sich Presse und Medien in der Berichterstattung über reale, gefühlte und möglicherweise in der Zukunft zu erwartende Katastrophen. Man kann sich als Außenstehender mittlerweile bildlich die endlos langen Redaktionskonferenzen vorstellen, in denen diskutiert wird, welche Umweltphänomene man als nächstes dem Klimawandel in die Schuhe schieben kann.

Nur, worüber man aktuell berichten soll, um die eigenen Bürger wieder einmal in vorweihnachtliche Klimakrisen-Stimmung zu versetzen, scheint allen Beteiligten zunehmend Kopfschmerzen zu bereiten. Das mag zum einen daran liegen, dass durch das jahrelange mediale Dauerfeuer inzwischen beim Medienkonsumenten ein gewisser Abstumpfungsprozess eingetreten ist. Aber sicher spielt auch eine große Rolle, dass die Natur eben auch ihren Beitrag zum Drehbuch des Schreckens zu leisten hat. Und diese nimmt die Ihr zugewiesene Rolle als Stichwortgeber für das Weltuntergangs-Schauspiel offensichtlich momentan nicht besonders ernst.

Die Natur spielt nicht mit

Der globale Meeresspiegelanstieg nach Satellitenmessungen (http://sealevel.colorado.edu/)

So weigert sich der Planet seit 10 Jahren standhaft, die versprochene Erwärmung fortschreiten zu lassen. Dabei scheint es ihm auch egal zu sein, dass die CO2-Emissionen im gleichen Zeitraum auf bislang ungekannte Rekordwerte angestiegen sind. Der Meeresspiegel, dessen ungehemmter Anstieg die Mutter aller Katastrophen darstellt, mag sich auch nicht so recht in die ihm zugewiesene Rolle einfügen. Nicht nur dass der Anstieg seit Jahren immer langsamer wird, in diesem Jahr wurde zum ersten mal seit langer Zeit von einem Rückgang der Pegel berichtet. Und auch die Zahl und Intensität der tropischen Stürme, also Taifune und Hurrikans, bietet aufgrund ihrer Entwicklung leider auch keinen brauchbaren Anlass zur Sorge und verharrt unbeirrt auf einem historischen Tiefstand.

Die Entwicklung der Tropischen Stürme der letzten 40 Jahre (http://policlimate.com/tropical/index.html)

.

So von der Natur schmächlich im Stich gelassen, führt die Klimawissenschaft dann auch seit einiger Zeit ein Rückzugsgefecht nach dem andern. Die Erwärmung ist da, heißt es dann. Sie versteckt sich nur momentan hinter einer Abkühlung. Und wenn das alles nichts mehr hilft, bemüht man Parameter, die ein weiteres Feld der Deutung eröffnen. So heißt es dann seit neuestem, dass das Klima, wenn schon nicht wärmer, dann wenigstens extremer geworden wäre.

Nicht mehr wärmer, sondern „extremer“

Wobei sich hier schon wieder die Geister scheiden. Während manche Klimaforscher bereits sicher sind, dass etwa ein starker Monsun in Pakistan oder eine ungewöhnliche Hitzewelle in Russland unzweifelhaft auf den Einfluss des Menschen zurückzuführen wäre, sehen andere darin höchstens schwache Indizien. Ein im Vorfeld zur Klimakonferenz in Durban vorgestellter Bericht des Weltklimarats (IPCC) war auch nicht geeignet, hier Klarheit zu schaffen. Ob der Mensch bereits heute oder in Zukunft das Klima oder Wetter „extremer“ macht, darüber kann laut dem Bericht nur mehr oder weniger offen spekuliert werden. Schließlich wäre die Datenlage nicht einmal ausreichend, um zu beantworten, ob das Wetter bislang überhaupt in irgend einer Form extremer geworden ist.

Von Problemen dieser Art bleibt man allerdings völlig unberührt, wenn man in der Wissenschaftsredaktion des WDR angestellt ist. Gesichertes Wissen oder gar so lästige Dinge wie Messwerte oder andere Fakten spielen hier keine besondere Rolle, solange nur das eigene Weltbild gesichert ist. Ausgestattet mit der tiefen Überzeugung, dass der Mensch an sich schon mal ein Grundübel für den Planeten darstellt, reicht es dann wohl aus, wenn die Geschichten die man zu erzählen hat, zumindest authentisch sind.

Eine Zeitungsente wird hervorgekramt

Anders jedenfalls ist es kaum zu erklären, dass der WDR zum Auftakt der Klimakonferenz in Durban sich ausgerechnet das Paradebeispiel unter den Untergangs-Szenarien herausgesucht hat, in dem Fakten und Fiktionen weitest möglich auseinander liegen. Gemeint ist die Geschichte vom drohenden Untergang des pazifischen Inselstaates Tuvalu. Hier ist, was der WDR in der Sendung Mittagsecho dazu zu vermelden hatte:

„Tuvalu mit seinen 10.500 Einwohnern droht einer der ersten Staaten zu werden, die dem Klimawandel gänzlich zum Opfer fallen. Die höchste Erhebung Tuvalus bringt es auf gerade einmal 5 Meter. Steigt der Meeresspiegel in der derzeitigen Geschwindigkeit weiter, dann ist der Inselstaat in wenigen Jahrzehnten verschwunden.“

An dieser Aussage ist so ziemlich alles falsch. Die derzeitige Geschwindigkeit des Meeresspiegel-Anstiegs liegt bei etwa 30 cm in 100 Jahren. Es dürfte also nicht „wenige Jahrzehnte“, sondern mehrere Jahrhunderte dauern, bis die Inseln im Meer versinken würden. Auch weiß man in der Wissenschaft mittlerweile, dass Koralleninseln auf steigende Pegel reagieren. Sie wachsen dann einfach mit. Solche Art von Wissen scheint im WDR jedoch nicht sehr weit verbreitet zu sein. Dort setzt man wohl eher auf die Macht der Gefühle. Wie gesagt, vor allem authentisch muss es sein.

Und wo bekommt man diese Gefühle besser präsentiert, als bei den „Betroffenen“ selbst? Folgerichtig begibt sich der WDR dann auch nicht in die Niederungen der Recherche von Pegeldaten und anderen lästigen Fakten, sondern besucht die Menschen vor Ort. Wie etwa Reverend Joseffa, der eine kleine Gemeinde von „Wirschafts- und Klimaflüchtlingen“ in Neuseeland betreut, oder Fala Haulangi, die als Radiomoderatorin in Neuseeland arbeitet und ihre Sorge darüber zum Ausdruck bringen darf, dass ihre Heimat Tuvalu „bald von der Landkarte verschwunden“ sein wird.

Gefühle statt Fakten

Sicher wäre es dem WDR als unhöflich erschienen, Menschen die so um ihre Heimat besorgt sind, darauf hinzuweisen, dass ihre Sorge möglicherweise weniger berechtigt ist, als manche Medien es ihnen gerne Glauben machen würden. Dabei genügte ein einfacher Blick auf die auf Tuvalu selbst vorgenommenen Pegeldaten um die Meldung vom Untergang Tuvalus als das zu entlarve, was sie ist, eine Zeitungsente.

Die Veränderung des Meeresspiegels wird an zwei Punkten nahe der Hauptstadt Funafuti gemessen. Ein Datensatz reicht von 1977 bis 2001 und ein weiterer ermittelt den Pegel von 1993 bis heute.

Die Messstation Funafuti (Messungen von 1977 bis 2001)

 

Die Messstation Funafuti B (Messungen von 1992 bis 2011)

Was man sieht ist, dass der Anstieg sich anfangs im Bereich von 10 cm in 20 Jahren abgespielt hat und in den letzten 20 Jahren praktisch zum Erliegen gekommen ist. So wie es aussieht, wird Tuvalu wohl doch nicht im Meer versinken. Daran ändern auch die Meinungen der „Betroffenen“ und des WDR nichts. Wobei man allerdings einzuräumen geneigt ist, dass auch diese Daten wohl nicht dazu führen werden, dass der WDR diesbezüglich seine Meinung ändert.

Abschätzungen statt Daten

Wobei man dem WDR sicher unrecht täte, würde man ihm vorwerfen, gänzlich ohne die Wissenschaft an dieses Thema heranzugehen. So kommt in der Sendung auch ein Wissenschaftler zu Wort, der sich, nun ja, irgendwie mit dem Thema Klima beschäftigt.

Professor Reimund Schwarze wird vorgestellt als Klimatologe., was immer das bedeuten mag. Er ist jedenfalls kein Klimaforscher, er ist am Helmholtz Zentrum im Fachbereich Sozialwissen tätig und beschäftigt sich mit ökonomischen Auswirkungen des Klimawandels. Vermutlich reicht dem WDR um ihn gleich als Kenner aller Künste in sämtlichen Fragen des Klimawandels vorzustellen, als einen Klimatologen eben. Hier ein paar Highlights aus dem Interview. Es fehlt nicht einmal die klassische Eröffnung:

Die Entwicklungen sind schlimmer als zunächst befürchtet. Und zwar in doppelter Weise für Tuvalu. Zum einen ist der Meeresspiegel-Anstieg in den neueren Abschätzungen des Weltklimarats stärker als Vorhergesehen, in dem letzten Abschätzungsbericht, und es ist auch so, dass wir uns auf einem Emissionspfad bewegen, also an den Ursachen gerade so drehen, dass es für Tuvalu immer enger wird.“

Wir lernen also: immer wenn die realen Daten aus der echten Welt gerade nicht geeignet sind, das hohe Lied vom Untergang (diesmal sogar im Wortsinn) lautstark zu verkünden, dann müssen „Abschätzungen“ her. Das ist sehr praktisch. Selbst wenn die Daten eine völlig entgegengesetzte Sprache sprechen. Unsere Abschätzungen können dessen ungeachtet immer dramatischer werden. Und so werden dann auch die nächsten und übernächsten Abschätzungen in die gleiche Richtung gehen. Schlimmer als zunächst befürchtet.

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26 Kommentare
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  1. Hallo,
    Nachdem man das gelesen hat, weiss man, weshalb diese Reichsrundfunkanstalten so zu schwätzen haben, wie man es ihnen befiehlt:
    http://www.welt.de/fernsehen/article9114020/BR-Intendant-verdient-310-000-Euro-im-Jahr.html
    Interessant ist auch eine Googleübung:
    Intendantengehälter ARD
    und in dem EIKE- Beitrag :
    http://www.eike-klima-energie.eu/news-anzeige/das-zdf-der-klimawandel-und-die-wahrheit-mit-dem-zweiten-diffamiert-man-besser/
    Beiträge 5 und 6
    :gibt es ein wenig Geschichte und ein nettes Verfahren, diese Gestalten etwas zu ärgern…..
    Alles Gute

  2. Zum Meeresspiegel: Es ist ja noch viel ausgeprägter als die Grafik http://sealevel.colorado.edu/ im Artikel zeigt. Wie deutlich der Meeresspiegel aktuell nach vorliegenden Daten SINKT, zeigt Steve Goddard in einer Grafik in diesem Artikel

    Hiding The Decline — diese beliebte Methode der Klima-Alarmisten gilt natürlich auch für den Meeresspiegel, wie Steve Goddard hier zeigt: Hiding the Decline und Cooking the Sea Level Data

  3. Zur Mär der untergehenden Inseln:
    Schon in 2001 (!) entlarvte der Spiegel die Südsee-Ente. Bild der Wissenschaften brauchte dazu 3-einhalb Jahre länger, bevor am 10.2.2005 der im Artikel verlinkte Artikel veröffentlicht wurde.

    Weitere Pressartikel In 2010:
    Spiegel: Trip mit Katastrophen-Flair
    Spiegel: Pazifikinseln werden trotz Meeresspiegel-Anstieg größer
    Welt: Inseln wachsen trotz steigendem Meeresspiegel

    Auch Zettel hat dazu einen interessanten Artikel verfasst.

  4. Die Koralleninseln haben nicht mit dem Meer Probleme, sondern mit den Menschen.
    Die baggern nämlich Korallen ab, um Baumaterial draus zu machen und sie zerstören die Korallen durch Abwässer und leider viel zu oft durch Gift, das sie zum Fischfang einsetzen -- für europäische und amerikanische Aquarien. Daneben tut auch die Dynamitfischerei für Speisefisch den Riffen nicht gut.

    Wer das nicht erwähnt und wegen der armen Insulaner bei uns ein schlechtes Gewissen wecken will, ist verlogen.

  5. @ C-O #2

    Die Daten zum Meeresspiegelanstieg von der Universität Colorado betrachte ich auch mit zunehmender Skepsis. Die offensichtlichste Auffälligkeit ist, dass, obwohl der Anstieg des Meeresspiegels sich dem Augenschein nach ab 2005 verlangsamt hat, die Rate des errechneten Anstiegs im gleichen Zeitraum größer geworden ist. Hier die Werte aus den letzten Jahren (zum Glück gibt es die WayBackMachine):

    2004: 2,8 mm/Jahr
    2005: 2,9
    2006: 3,0
    2007: 3,4
    2008: 3,3
    2009: 3,2
    2010: 3,1
    2011: 3,2

    In diesem Jahr hat es einen Rückgang gegeben und trotzdem ist die Rate angestiegen. Dort scheint mittlerweile so lange an den Daten „korrigiert“ zu werden, bis sich ein Anstieg von über 3 mm ergibt (Du hattest das Thema hier unter „Merkwürdige Datenanpassung“ ja schon einmal angerissen). Ich werde bei Gelegenheit mal etwas ausführlicher dazu schreiben.

  6. So ticken die Deutschen

    Im südafrikanischen Durban findet derzeit der 17. Weltklimagipfel statt. Die Deutschen sind -- so hat es eine Umfrage ergeben -- die um das Klima Besorgtesten weltweit.

    Und Portugal steht dem Klimawandel sehr gelassen gegenüber.

  7. #6 Michael Krüger

    Und Portugal steht dem Klimawandel sehr gelassen gegenüber.

    Hallo Herr Krüger,

    das scheint mir eine Wohlstandskrankheit zu sein. Wo nix oder wenig ist, hat man eher andere Sorgen, als sich um Klimaorakel aus dem Computer zu kümmern. Dabei gibt es eigentlich auch bei uns genug echte Probleme, die einer Lösung bedürfen.

    mfg
    karl.seegert

  8. In der unsäglich faktenresistenten Berichterstattung, die man eigentlich nur noch Propaganda nennen kann, tun sich in aller erster Linie die öffentlich rechtlichen Rundfunk- und Fernsehanstalten hervor. Doch auch die Privaten eifern dem kräftig nach. Dabei kommt Rundfunk- und Fernsehen eine besondere Rolle zu, weil viel mehr Gefühle und Emotionen transportiert werden können als das in Printmedien möglich ist. Den geschriebenen Text muss ich erst lesen, dann verarbeiten, bevor er meinen Verstand oder mein Gefühl anspricht. Vor allem im TV ist es möglich, unter Umgehung der Ratio, direkt Reaktionen auf Gefühlsebene hervorzurufen.

    Rundfunk und Fernsehen geht mit dieser Verantwortung, die eine viel größere ist als bei den Printmedien, grob fahrlässig um. Mehr noch, die größere Wirksamkeit von visuellen und akustischen Reizen, wird schamlos ausgenutzt, um eine entsprechende Botschaft zu transportieren. Die so transportierte Botschaft, auch wenn sie sich später als Lüge herausstellt, ruft erst einmal Emotionen hervor, die auch bleiben und wieder abrufbar sind.

    In Stuttgart hat es jetzt auf Einladung des SWR eine Podiumsdiskussion geben, auf der über die Rolle der Medien in Zusammenhang mit Stuttgart 21 gesprochen wurde. Da ging es wohl hoch her, jeder der beiden Gruppen, Befürworter und Gegner, warfen den Medien vor, die jeweilig andere Seite unterstützt zu haben. Rainer Nübel, von der Kontext: Wochenzeitung, spielte den Ball wieder zurück:

    „Wir streiten uns darüber, wer die besseren Artikel schreibt, dabei muss das Publikum erst einmal wissen, wie Zeitung funktioniert, um sie zu verstehen“, sagte er. Häufig sei den Lesern der Unterschied zwischen einem Meinungsbeitrag wie dem Kommentar und einer normalen Nachricht nicht klar. „Wir müssen unsere Arbeit transparenter machen und mehr Selbstkritik üben“

    Und das ist in der Tat ein großes Problem. Meinungen werden als Nachrichten wahrgenommen und von den Journalisten wird dieser Vorgang billigend in Kauf genommen. Dies jetzt nur mal in Zusammenhang mit S21. Wenn das ganze Klimawandelgedöns einmal vorbei ist, wird man auch über die unsägliche Rolle der Medien in diesen Zusammenhang richten.

  9. @ Quentin Quencher

    In der unsäglich faktenresistenten Berichterstattung, die man eigentlich nur noch Propaganda nennen kann,

    Nun ja, wobei „Fakten“ das sind, was Sie als solche definieren! Für den Großteil er Menschen zählen Fakten, für die Sie propagadaähnlich resistent sind. Es ist alles eine Frage der Sichtweise. Und es ist schon bitter, wenn man als versprengte Minderheit seine Weltsicht nicht allen Menschen aufzudrängen in der Lage ist.

  10. @ Seifert

    wenn Sie hier etwas sagen möchten, kann und will ich Ihnen dies nicht verbieten. Doch bitte sprechen Sie mich nicht an, ich bin an keiner Diskussion mit Ihnen interessiert.

  11. @ Quencher

    Doch bitte sprechen Sie mich nicht an, ich bin an keiner Diskussion mit Ihnen interessiert.

    O.K., in der Vergangenheit waren meist Sie es gewesen, der mich angesprochen hat. Wenn Sie das zukünftig unterlassen werde ich auch Sie nicht mehr ansprechen. Mich hat es nur erstaunt, mit welcher Überheblichkeit Sie Ihre Sicht von „Fakten“ als der Weisheit letzter Schluss betrachten…

  12. Lieber Herr Quencher,
    sie schreiben:

    „In der unsäglich faktenresistenten Berichterstattung“

    Ich denke die Berichterstattung ist nicht so sehr faktenresistent, sondern vor allem selektiv. Die Klimadebatte ist eben eine politische Debatte und da ist es ja klar, dass einige Politaktivisten, diejenigen Fakten auswählen die ihre politischen Ziele und ihre Meinung unterstützen. Der letzte Spiegel online Artikel zu Politaktivisten in der Klimadebatte hat das gut beschrieben.
    Sie können auch den IPCC AR4 nehmen. Da stehen viele Fakten drin, die dann in der Summary for Policymaker nicht mehr auftauchen. Man muss sich deshalb als kritischer Staatsbürger im klaren sein, dass man durch die Medien und solche „Summaries for Policymakers“ nur selektiv und mit einer politischen Voreingenommenheit informiert wird.
    Die Klimadebatte und diese Klimagipfel und die Berichterstattung davon, haben meines Erachtens mit Naturwissenschaft nichts zu tun, soindern sind politische Veranstaltungen, auch wenn Naturwissenschaftler daran teilnehmen.
    So möchten auch Greenpeace, der WWF oder die Grünen, etc uns immer wieder glauben machen, ihre Aussagen hätten etwas mit naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu tun. Ich denke, das können wir uns aber abschminken. Es sind mehrheitlich politisch eingefärbte Aussagen die auf selektive Auswahl von wissenschaftlichen Daten und Argumenten basieren.
    Deshalb ist es ja so erfrischend auf Science-Sceptical mit kritisch rationalen Menschen wie Ihnen, Herrn Kipp oder Herrn Heller und Anderen zu diskutieren.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  13. Schade das wir keinen eigenen „Durban-Artikel“ haben, also müll ick jetzt mal den Thread hier zu.

    Arme Länder können auf Klimagelder hoffen

    Beim Klimagipfel in Durban bahnt sich ein Durchbruch an. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE stehen die Delegierten kurz vor einer Einigung über den Hilfsfonds für arme Länder. Nur ein Land blockiert noch die endgültige Entscheidung.

    Na Klasse, klingt ja sowas von nett für die ärmlichen Länder…..die ganze Welt will plötzlich helfen……nur darf man ab hier den Text bei SPON bloss net weiter lesen.

    Dennoch versuchen die Unterhändler, den Druck auf die Verweigerer zu erhöhen. Die EU übt jetzt den Schulterschluss mit armen Ländern -- in der Hoffnung, die Front der Verweigerer doch noch aufzuweichen.

    Toll, das durch die Euro-Krise arg gebeutelte Europa übt Schulterschluss mit anderen Habenichtsen und erhofft sich dadurch die bösen Verweigerer in die Knie zu Zwingen, hahahahah.

    Das Problem: Unter den anderen 74 Staaten, die an dem Treffen teilnehmen, sind Staaten wie die USA, China, Russland, Brasilien und Indien. Die Verweigerer-Front bringt dadurch mindestens so viel politisches und wirtschaftliches Gewicht auf die Waage wie die Koalition der 120 Willigen.

    Peng, ei weg………….und nun fragt sich Onkel Heinz, ob die armen Länder wirklich hoffen dürfen oder ob der Spiegel Autor bei seiner Überschrift eher seinen Wunsch artikuliert hat, als die brutale Realität gelten zu lassen.
    Wie gesagt, Deutsche drehen sich die widersinnigsten Tatsachen noch so hin, das am Ende das Gegenteil bei raus kommt.
    H.E.

  14. Die Beamten sollten erstmal nachschauen, wohin Zahlungen in den armen Ländern versickern, die lösen sich in den Händen der dortigen Machthaber in Luft auf. Putzig auch die Inselstaaten, die wollen noch vor dem Untergang der Inseln ihr Geld haben- Umzugskosten.

    Wer hat gestern den armen chilenischen Gletscher verfolgt, der sich für Durban 30 m pro Tag zurückzog 😉
    Haben Gletscher auch Angst ? Die Linie stieg rasant nach oben und unterhalb floß der Gletscher niedriger weiter.

    Wer verwaltet denn die Klimabegrüßungsgelder?

  15. Apropos Medien, sacht mal, ist Euch dat auch aufgefalllen?
    Schon beim Castor-Transport, wo sich dieses Jahr die grünen Zecken besonders viel Mühe gegeben haben, war die Berichterstattung ziemlich dünn, nun auch die Klimakonferenz in Durban………auch da bleibt die große Medienwelle aus, was ja bei Kopenhagen noch ganz anders war.

    Onkel Heinz……..und seine Sensorik

  16. Mir fiel auf, dass der Termin anfang September ständig kommuniziert wurde, dass heißt, die Meute der nützlichen Idioten wurde einbestellt, um medial ausgeschlachtet zu werden?

  17. @Bächlein

    Joo, die übliche mediale Welle im Vorfeld…..extra geschürt von interessierten Gruppierungen………..aber nun, wo dat Dingens voll in den Abort marschiert, hält sich die Meute erstaunlich zurück.

    Und dat mein Freund, macht mich stutzig.
    Onkel Heinz……hört schon die Flöhe husten.

  18. Aktivisten fordern von Merkel Führungsstärke bei Weltklimagipfel ein

    Mit einem brennenden CO2-Zeichen fordern Greenpeace-Aktivisten heute Morgen vor dem Bundeskanzleramt in Berlin einen entschiedenen Einsatz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für den Klimaschutz. Sie halten ein Banner mit der Forderung Frau Merkel: Nicht nur Banken, auch das Klima retten!.

    Hihi, ham sich ja doch ein paar Aktivisten bei den Sauwetter raus getraut……….blöd nur, das es gerade so aussieht als ob es die Euro-Zone in seine Einzelteile zerlegt.
    Wenn das passiert, interessiert sich keine Sau mehr fürs Klima und Greenpeace wir dann per Steuer auch zur Kasse gebeten, wie es den Typen schon in Kanada ergangen ist.

    Wie fühlt sich das eigentlich an, wenn man mit seiner hohlen Birne täglich an die Wand rennt?
    Ups, nicht das sich hier uff´n Blog jemand angesprochen fühlt, *grins*…..
    und wech

  19. Ach übrigens, Plädoye für den Blaumann………

    Schichtarbeit erhöht Diabetesrisiko

    Wahrscheinlichkeit steigt um fünf Prozent pro fünf Jahren Wechselschicht.

    Längere Phasen der Schichtarbeit erhöhen das Risiko, an Diabetes zu erkranken. Das haben US-amerikanische Forscher in der bisher größten Langzeitstudie zu diesem Thema an insgesamt 180.000 Krankenschwestern festgestellt. Je länger die Frauen in Wechselschichten arbeiteten, desto größer war die Wahrscheinlichkeit, dass sie Diabetes Typ 2 entwickelten. Je fünf Jahre Schichtarbeit entsprachen dabei jeweils einem Anstieg des Risikos um fünf Prozent, wie die Forscher im Fachmagazin „PloS Medicine“ berichten.

    So siehts aus meine lieben Sesselpupser, damit in Deutschland die Räder trotz grüner Bazillen weiterdrehen, machen sich die Blaumänner die Gesundheit kaputt.
    Was zu beweisen war.
    Onkel Heinz………….Blaumann

  20. #15. Heinz Eng

    ja ne, das ist schon so wie Dir das aufgefallen ist. Kopenhagen ist ja auch deshalb ein Desaster geworden, weil ja eigentlich keiner mit einem Scheitern gerechnet hat. Die Heerscharen der Medienvertreter sollten ja die Siegesfanfare schmettern, so dass auch der letzte „Dödel“ mibekommt, die Weltengemeinschaft ist sich total einig und hat sich lieb.

    In Durban, dessen Scheitern ja schon vorprogrammiert war, hat man ja nun gar kein Interesse, dieses tatsächlich eingetretene Ereignis auch noch breitzutreten. Da könnten doch dann wieder ein paar „Dödels“ mehr unangenehme Fragen stellen. Das geht natürlich nicht. Dafür kommen dann Kommentare (heute früh im NDR2) wie, die Nordsee wird immer wärmer und Schuld ist der Klimawandel. Um satte 1,paar Grad seit Beginn der regelmäßigen Messungen 1969. Man beachte das Ausgangsjahr 😉 Ne, also wirklich.

    gruß
    karl.s

  21. @karl.seegert #20
    😀 Na, aber Kopenhagen konnte doch nicht scheitern, weil doch die EU-Klimatussy vor Kopenhagen lautstart erklärt hatte „Scheitern ist kein Option“. Vogel-Strauss-Rethorik. 😀

  22. #21. Climateobservator

    genau, deshalb war der „Kater“ danach auch so heftig. Und es hat Leutchens wie mich auf dieses Thema gelenkt :-)

    gruß
    karl

  23. #14. W. Rassbach

    Haben Gletscher auch Angst ?

    na klar, wenn der Gletscherwächter Deutscher ist 😉 das färbt ab.

    karl.s

  24. Renate Künast im Telefoninterview mit Rudolf Geissler (SWR2 -- Tagesgespräch):

    Herr Geissler, das Problem ist so groß, dass wir uns am Ende nicht auf das Argument zurückziehen sollten, also Europa und ein paar gutwillige machen nur 15% der CO2-Emissionen aus und deswegen bewegen wir uns nicht, weil es nichts nützt. Das Problem ist so groß und viele Länder schon jetzt existenziell, wie wir an Hungerbewegungen merken, und die Malediven schon wissen, in 50 Jahren gehen die ersten Inseln spätestens unter, gibts kein Lebensweg mehr.

    Ich versuchte das Gehaspel der Künast in Schriftform zu bringen. Das heißt, dass Zitat ist nicht genau wörtlich. Wer es aber selbst anhören möchte, hier:
    http://mp3-download.swr.de/swr2/tagesgespraech/2011/12/503083.6444m.mp3

  25. #24

    Das Problem ist so groß und viele Länder schon jetzt existenziell

    Wer wirklich glaubt, daß unverzügliche Reduktion von CO2-Emissionen eine dringend lebenswichtige Notwendigkeit sind, schaltet keine Kernkraftwerke ab.

    Anders liegt die Sache, wenn man „das CO2-Problem“ nur als Generalfingerzeig für sonst schwer begründbare staatliche Maßnahmen (z.B. Förderung der Steuereinnahmen) benutzen will.

  26. Dass es im Jahresdurchschnitt wärmer geworden ist, daran gibt es doch keinen Zweifel -- man schaue sich nur mal den extremen Rückgang der Alpengletscher an. Ob der menschliche CO2-Ausstoß einen Anteil daran hat, darüber kann man sicher unterschiedlicher Meinung sein.

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