Deutsche Welle: Tausende Menschen starben wegen Kernschmelze in Fukushima

1. Januar 2013 | Von | Kategorie: Blog

dwlogo-printDeutschland steht mit seiner Entscheidung aus der Kernkraft auszusteigen weltweit ziemlich allein da. Nicht einmal die durch die Fukushima-Katastrophe schwer traumatisierten Japaner mögen dem deutschen Vorbild folgen. Besonders entsetzt über den Ausstieg aus dem so sicher geglaubten Ausstieg aus der Kernkraft der Japaner sind in Deutschland naturgemäß unsere öffentlich rechtlichen Qualitätsmedien. War man sich dort doch vor kurzem noch sicher, dass vor allem Japan dem deutschen Vorbild in eine Kernenergie freie Zukunft folgen würde. Mit sichtlichem Unglauben reagiert man dort jetzt auf die Entscheidung der Japaner, eine Regierung ins Amt zu gewählt zu haben, die unbedingt an der so offensichtlich Tod und Verzweiflung bringenden Kernkraft festhalten will. So wurde gestern auf der Homepage der Deutschen Welle folgendes vermeldet.

Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben.

Was für ein Glück dass es sich bei DW nicht um einen öffentlich rechtlichen Sender im eigentlichen Sinne, sondern um einen steuerfinanzierten Staatssender handelt. Ansonsten würden bei mir ernsthafte Zweifel an der Sinnhaftigkeit der neuen Demokratie-Abgabe aufkommen.

P.S.: Man kann die Deutsche Welle unter info@dw.de kontaktieren. Ich habe das gerade getan:

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen habe ich Ihren Artikel „Atomkraft – Japans kurzer Ausstieg“ gelesen. War dort doch gegen Ende folgendes zu lesen:

„Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben. „

Diese beiden Sätze lassen mich ein wenig ratlos zurück. Ist es in Ihrer Redaktion tatsächlich nicht bekannt, dass an den Folgen der Kernschmelze im japanischen Reaktor Fukushima Daiichi bislang kein einziger Mensch gestorben ist und dass die von Ihnen erwähnten „tausende Menschen“ durch das Erdbeben mit anschließendem Tsunami ums Leben gekommen sind? So sehr mich das wundern würde müsste ich ansonsten annehmen, dass es sich bei dieser Meldung um eine bewusste Fehlinformation Ihrer Leser handelte.

Mit Bitte um Aufklärung verbleibe ich mit freundlichen Grüßen,

Rudolf Kipp

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23 Kommentare
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  1. *seufz

    der alltägliche wahnsinn geht weiter … es hinterlässt mich immer wieder fassungslos

  2. Erst einmal allen Autoren und Lesern von ScienceSkepticalBlog meine besten Grüße und Wünsche für ein gesundes und erfolgreiches 2013.

    Dieser Beitrag der DW lässt natürlich wieder einmal der Fantasie über mögliche Beweggründe unserer Propagandamedien freien Lauf. Warum fallen mir beim Lesen solcher Zeilen als Erstes immer gleich Kurt Hager und unmittelbar danach Joseph Goebbels ein?

    Nachstehend der Text meiner Email an die Deutsche Welle:

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit Entsetzen bin ich bei meiner täglichen, routinemäßigen Informationsbeschaffung auf Ihren gestrigen Beitrag „Japans kurzer Ausstieg“ (http://www.dw.de/japans-kurzer-ausstieg/a-16488908) gestoßen. Dort ist im letzten Absatz zu lesen:

    „Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben.“

    Habe ich 2011/12 etwas verpasst? Nach meiner Kenntnis über die unglücklichen Vorgänge in Fukushima, die in journalistischer Hinsicht als gesichert gelten dürften, ist es in Folge der Kernschmelze bisher zu keinem einzigen Todesfall gekommen. Ihre Behauptung „In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben.“ ist entweder schlichtweg eine bewusste Fehlinformation oder Ihnen sind gesicherte Quellen zugänglich, die diese Meldung nachweislich stützen. Ich gehe von ersterer Variante aus.

    Da auch ich mit meinem kontinuierlich zu erbringenden Steueraufkommen Ihren Sender mitfinanziere, und solche Behauptungen in meinen Augen nicht als Lapsus zu bewerten sind, erwarte ich umgehend eine nachvollziehbare Erklärung.

    Mit freundlichen Grüßen

  3. Auch ich habe an die Redaktion gemailt:

    Sehr geehrte Redaktion,
    mit Überrraschung habe ich den oben zitierten Artikel auf Ihrer Homepage gelesen.
    Die im Artikel angegebenen Daten (Tote durch den Kernkraftunfall aufgrund des Tsunami) sind nach allen Informationen, welche mir darüber vorliegen nicht nur falsch!!!!!, sondern scheinen mir bewusst irreführend.
    Anm.: Meines Wissens ist nicht eine Person bisher an Strahlenschäden gestorben. Dies habe ich auch auf mehrere Anfragen auf Publizierungen von Grünen-Abgeordneten, welche Fukushima bisher bereist haben und darüber „entsetzliche“ Berichte schrieben, bestätigt bekommen.
    Nun nehme ich an, dass Ihr Artikel sorgfältig recherchiert wurde. Deshalb bitte um Quellenangabe zur Mortalitätsangabe im Artikel durch den Kernkraftunfall des Kraftwerkes, damit ich diese mit den mir bisher bekannten Angaben vergleichen und erforderlichenfalls korrigieren kann.
    .

  4. Es handelt sich um deine dpa-Meldung. Bitte bei der Deutschen Presseagentur beschweren.

  5. @ Cendrillon #4

    Der Text ist unterschrieben mit „gmf/pg (afp, dpa)“. Es handelt sich also um eine Agenturmeldung die redaktionell bearbeitet wurde (wie meist in solchen Fällen).

    Wenn die hier kritisierte Passage in der Form tatsächlich von der dpa käme, so würde mich das doch sehr wundern. Für mich sieht das sehr nach der Deutung des DW-Journalisten aus, zumal kein anderes Nachrichtenmagazin eine ähnliche Meldung hatte. Und selbst wenn die Meldung in dieser Form direkt von der dpa gekommen wäre entbindet das die Redaktion der Deutschen Welle nicht davon, ihren Verstand zu benutzen. Aber warten wir mal ab wie die DW in den nächsten Tagen antwortet.

  6. Die ZIB Redaktion protestiert schon in Österreich- die merken, dass sie nicht frei sind, ein Anfang

  7. To: info
    Sent: Tue, Jan 1, 2013 8:58 pm
    Subject: DW anti-nuclear disinformation strikes again, saying „…tausende Menschen starben“ from Fukushima Daiichi accident

    Deutsche Welle,

    On many occasions over the years, and especially since March 2011, I have witnessed with growing disbelief and disgust the disinformation campaigns that the mainstream German news media, including DW, have consistently waged against nuclear energy.

    The latest outright lie appeared yesterday in your article “Atomkraft – Japans kurzer Ausstieg”:
    „Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben.“

    The Fukushima Daiichi accident was indeed the second worst nuclear accident after Chernobyl. The March 11, 2011, Tohoku earthquake and tsunami killed nearly twenty thousand -- a genuine catastrophe and human tragedy of historic proportions. Yet the radiation released from the badly damaged Fukushima Daiichi facility has killed no one to date and it is doubtful that it ever will. That said, several deaths have resulted from the short term and long term disruptions and stress suffered by the thousands of evacuees from surrounding areas who, out of what many experts say amounts to excessive fear and caution, still have not been allowed return to their for the most part mildly contaminated homes and communities.

    The years I spent working and studying in Germany in the 1970s and 1980s left me with many fond memories and perhaps even a few insights. However, nothing in my life experience begins to explain such a longstanding and blatant contempt for truth and accuracy in reporting. A less virulent antinuclear bias does occasionally reveal itself among news journalists here in the United States, but nothing like the sensationalist campaigns of fear mongering lies long waged by the German language news media. The apparent disregard for integrity concerns me deeply.

    Sincerely,

    Dr.-Ing. Donald E. Carlson,
    Nuclear Safety Engineer
    Rockville, Maryland 20852 USA

  8. Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben.

    Eigentlich steht da ja gar nicht explizit, dass die tausenden Menschen durch das Reaktorunglück gestorben seien…..aber es impliziert es! Und das ist wiederum pur Absicht, des Autors.

  9. @ Andreas Baumann #8

    Eigentlich steht da ja gar nicht explizit, dass die tausenden Menschen durch das Reaktorunglück gestorben seien…..aber es impliziert es! Und das ist wiederum pur Absicht, des Autors.

    Genau, das ist es.
    Das ist das besonders Perfide an dieser Meldung. Die Leute sollen glauben dass….
    Das Ganze klingt wie eine „Sondermeldung“ des dereinst so „beliebten“ Propagandaministeriums um das Volk wach zu rütteln.
    Bitte nicht vergessen, die DW ist ein Organ der Bundesregierung, beim Kanzleretat angesiedelt und wird aus Steuergeldern bezahlt.
    Siehe Wiki:Die Deutsche Welle erhält ihren Zuschuss über den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der seinerseits im Bundeshaushalt dem Einzelplan der Bundeskanzlerin und des Bundeskanzleramts zugeordnet ist.
    Wir haben es hier also mit einer sog. halböffentlichen Stimme der Regierung zu tun.

    meckert der Moosgeist.

  10. Laut einer seriösen Umfrage sind inzwischen 70% aller Journalisten links-grün eingestellt. Sie betrachen ihre Tätigkeit nicht mehr als sachlichen Reschersche, Faktenanalyse und neutraler Berichterstattung sondern sie sehen sich als Volkserzieher. Ein Grüner sagte einmal: Wir müssen auch lügen dürfen um den Leuten die Wahrheit zu sagen. Es gibt inzwischen kein Print und Online-Medium mehr das nicht mit missionarischen, linksgrünen Journalisten durchsetzt wäre und so ist es sicher auch bei der Deutschen Welle, denn staatsfinanzierte Medien mit sicherem Job sind besonders attraktiv für links-grüne Journalisten. Ganz schlimm ist es auch bei den öffentlich rechtlichen TV-Anstalten und besonders schlimm beim ZDF. Seine Speerspitze ist Klaus Kleber der vor keiner Manipulation bei den Themen Klimawandel und Energiewende zurückschreckt. Wir müssen zahlen und dies machtlos hinnehmen. Inzwischen nennen die Öffentlich-rechtlichen TV Sender die Zwangsgebühren schon „Demokratieabgabe“. Das einzige was uns bleibt ist bei offensichtlichen Manipulationen diese Medien mit einem Shitstorm zu überziehen der den Redakteuren zeigt dass wir nicht alles fressen was sie uns auftischen. Ich habe daher auch eine Mail an die DW geschrieben und warte jetzt auf eine Antwort. Allerding ist mein Hoffnung gering eine Antwort zu bekommen, denn alles außer einer Entschuldigung wäre nur ein herumeiern.

  11. Eigentlich komisch, dass ich den DW-Artikel verteidigen muss. Aber abgesehen vom Kernkritikpunkt — an dem es wenig zu deuteln gibt — ist dort auch Lobenswertes zu konstatieren, wie ich meine:

    Erstens:

    Trotz der Atomkatastrophe von Fukushima setzt die neue japanische Regierung weiter auf Kernkraft.

    Ganz im Unterschied zu diversen Presseartikeln, in denen links-ökologistische Journalisten phantasieren, Japan steige jetzt aus dem Atomausstieg wieder aus. Ein Grossteil der deutschen Journaille hyperventiliert zuerst über einen angeblichen japanischen Atomkraftausstieg, und kaum dass sich dieser als pure Illusion herausstellt, hyperventiliert man flugs in die andere Richtung — es wird ein „Wiedereinstieg“ herbeifantasiert:

    Die FAZ titelte: „Japan will Kernkraftwerke bauen Rolle rückwärts“ und „Macht Abe den Atomausstieg rückgängig?“ wird aus perspektivischen Planspielen eines langfristigen Atomausstiegs der Vorgänger-Regierung ohne mit der Wimper zu zucken ein „rückgangig machen“.

    Im Artikel Parlament wählt Atom-Freund Abe zum Premier“ phantasiert der SPIEGEL über einen „beschlossenen“ Atomausstieg Japans, der nun „rückgängig“ gemacht werden würde. Und auch die WIRTSCHAFTSWOCHE unterliegt im Artikel „Diese Länder setzen (noch) auf Atomenergie“ journalistischer Autosuggestiion: „Raus aus der Kernkraft, rein in die Kernkraft“.

    Man vergleiche demgegenüber bitte noch mal mit der kühlen und korrekten Feststellung im DW-Artikel „japanische Regierung setzt WEITER auf Kernkraft“ !!!

    ***

    Zweitens wird im DW-Artikel eine ganz wichtige Information gegeben !!! Nämlich dass das nur 10 Kilometer entfernte KKW Fukushima II (Daini) die Flut/Erdbebenkatastrophe ohne dramatische Schäden überstanden hat.

    Anmerkung zu Punkt 2:
    Ich sehe darin einen klaren Beweis, dass ein KKW-Komplex planmäßig so konstruiert werden kann, dass er sogar eine Doppelkatastrophe (Erdbeben plus Tsunami) der damaligen Gewalt relativ gut überstehen kann. Zufall kann das nicht gewesen sein, denn Erdbebenbelastung und Tsunami-Stärke können 10 Kilometer entfernt nicht von wesentlich anderer Kraft gewesen sein. Eigentlich braucht man nur die baulichen und sicherheitstechnischen Unterschiede zwischen Fukushima I (Daichi) und Fukushima II (Daini) zu studieren, um die zu vermeidenden Mängel dingfest zu machen.

    Daraus kann man nach meiner Meinung deutlich schliessen: Zur Fukushima I Havarie ist es nicht gekommen, weil Kernkraft grundsätzlich nicht sicher beherrschbar wäre (was unsere deutschen Anti-Atomkraft-Helden immer laut hinausposaunen), sondern wegen schnöder, von vornherein vermeidbarer, baulicher Mängel und unangemessener Sicherheits-Vorkehrungen.

    Wenn also — wie Fukushima II (Daini) zeigt — japanische KKW selbst solche Katastrophen sicher überstehen können, wieviel sicherer sind dann deutsche KKW, die nicht in der geringsten Gefahr stehen, derartigen Belastungen ausgesetzt zu werden?

  12. @Andreas Baumann #8

    Eigentlich steht da ja gar nicht explizit, dass die tausenden Menschen durch das Reaktorunglück gestorben seien…..aber es impliziert es! Und das ist wiederum pur Absicht, des Autors.

    Es muss nicht pure Absicht gewesen sein, der Autor kann es auch einfach nur billigend in Kauf genommen haben. Etwa in solch einem hypothetischen Selbstgespräch: „… oh, was habe ich denn da geschrieben?!! … Na, kann ja nichts schaden, die Gefährlichkeit von Atomkraft kann gar nicht übertrieben werden. … langfristig sinds bestimmt tausende … also hab ich richtig geschrieben.“
    Wat meinste wohl, wie so ein Schreiberling deinen Vorwürfen begegnen würde? Etwa so: „ich bin mir keiner Schuld bewusst“.

  13. Hallo Leute

    Der ursprüngliche Text in dem besagten Artikel lautete ursprünglich:

    Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. In drei Kraftwerksblöcken kam es zur Kernschmelze, tausende Menschen starben.

    Jetzt steht da zu lesen:

    Durch das verheerende Erdbeben und den anschließenden Tsunami war das Atomkraftwerk Fukushima Daiichi im Nordosten Japan schwer beschädigt worden. Es war die schwerste Atomkatastrophe seit dem Unglück von Tschernobyl 1986.

    Da wird doch wohl nicht einer????

  14. @ moosgeist #13

    Interessant. Da haben die doch tatsächlich auf die Kritik reagiert. Der Artikel hat auch bei Facebook ziemlich hohe Wellen geschlagen und einige zum Schreiben von Leserbriefen animiert. Ich bin mal gespannt, ob die Deutsche Welle sich auch herabläßt, den Kritikern zu antworten. Bislang ist da noch Funkstille.

  15. @ C-O #12

    Hallo C-O

    Was Du da schreibst ist absolut richtig. Allerdings was da in der Vergangenheit von einigen vorbelasteten Journalisten aus dem eigentlichen Sachverhalt gemacht wurde und auch weiterhin draus gemacht wird führt doch immer wieder zu Irritationen.

    Bereits im Sept. vorigen Jahres Hatte ich bezgl. des in den Medien kolportierten Atomausstieg Japans an anderer Stelle folgendes geschrieben.

    ****
    Die Meldung in den Medien lautet: *Japan PLANT Atomausstieg bis 2040*.
    Liest oder hört man dann aufmerksamer was da so kolportiert wird, so stellt man fest, dass sich die öffentlichen Verlautbarungen der eher unbeliebten japanischen Regierung unter Noda auf das Unglück von Fukushima Bezug nimmt und von DIESER (wunschdenkend mit DER interpretiert) „Kernkraft“ die Rede ist. Da sieht dann das Ganze schon etwas anders ist. Denn DIESE Kernkraft à la Fukushima betrifft alle Kraftwerke mit ihren Reaktoren, die mit eben diesem Fukushima-Typ vergleichbar sind und somit mit den gleichen gravierenden Sicherheitsproblemen behaftet sind. Das betrifft alle Reaktoren mit Bj. 1990 und früher. Davon hat Japan ca. 30 Stück (von insgesamt 54) in seinen 17 Kraftwerken stehen. Diese Reaktoren mit ihrer teils schon antiquierten Technik wären 2040 ohnehin schon 50 – 70 Jahre alt und somit mehr oder weniger schrottreif. Die jüngeren ca. 20 Stück hätten dann z.T. auch schon mehr als 40 Jhr. auf dem Buckel. Der gesamte Kernkraftwerk-Park ist also ohnehin erneuerungsbedürftig.
    Dass Japan mit den bereits im Bau bzw. in Planung befindlichen Reaktoren auf die neueste Technik setzt wird geflissentlich übersehen.
    Die populistische und auch irreführende Ankündigung der Regierung Noda, die um ihr Überleben kämpft, nimmt in Japan kaum jemand wirklich ernst. Aber wenigstens waren diese Leute so ehrlich anzukündigen, dass ein totaler Ausstieg neben einer elementaren Stromverknappung auch eine Strompreis-Verdoppelung bzw. Verdreifachung nach sich ziehen würde.
    Derzeit gehen jedenfalls auf Anordnung der nämlichen Regierung successive die KKW nach erfolgter Sicherheitsüberprüfung und ggf. Nachrüstung wieder ans Netz.
    ****

    Im Prinzip ist in Japan also nicht Neues passiert, nur dass das bereits Bekannte unter dem neuen Premier Abe bestätigt wird.

    Dass die einschlägige Journaille versucht damit Ihre fragwürdigen Possen zutreiben ist wiederum auch nichts Neues.

    meint der Moosgeist

  16. @ C-O #11:
    Was die sicherheit betrifft, möchte ich an die eigentliche Ursache des Fukushima-Desasters erinnern:
    Die KKWs waren alt und bei hrem Bau wurde ein entscheidender Fehler gemacht. GE konstruierte die Kraftwerke so, dass sie dem wahrscheinlichste US-Szenario am besten standhalten sollten. Das heisst, sie hatten Hurricans im Sinn und der Aulegungsfall war ein kompletter Baum, der entwurzelt und mit Tempo 250 km/h einschlagen könnte. Folgerichtig verlegten sie kritische Teile unterirdisch, darunter auch die Hilfs- und Notpumpen.
    In Japan wurden diese Sicherheitspläne 1:1 übernommen und die Pumpen ebenfall gegen horizontal fliegende Geschosse gesichert, aber NICHT gegen die völlig andere Bedrohung durch Tsunamis. Deshalb soffen die Pumpen in ihren offenen Unterständen ab.
    Das war ganz einfach eine unglaubliche Dummheit der japanischen Ingenieure! Selbstverständlich kann man ein KKW Tsunami-sicher bauen. Deutsche KKWs hätten das zum Beispiel ausgehalten. Da sind die Pumpen verbunkert und Zu- und Abluft mit Klappen gesichert (Nicht wegen Tsunamis, sondern aus anderen Gründen, u. a . dem Flugzeugabsturz-Fall mit brennendem Kerosin)
    Zweitens war es zweifellos auch noch extreme Fahrlässigkeit, denn das Problem der Fehlkonstruktion war bekannt, aber es wurde nicht nachgerüstet, offenbar mit dem Gedanken, dass die uralten KKWs ja ohnehin bald stillgelegt würden. Das allerdings war nun nicht mehr dumm, sondern kriminell.

  17. @moosgeist
    Gute Aktion, moosgeist!
    Wo hast du das denn genau geschrieben? Würde ich gerne noch mal nachlesen …

  18. @ C-O #17

    hier #21 am Samstag, 15.09.2012, 12:30 🙂

  19. Es geschehen noch Zeichen und Wunder…
    ich habe mich schon öfters bei der DW über deren einseitige Berichterstattung bzgl. technischer Themen (zb. Gentechnik) und natürlich besonders deren geschürter Atomangst beschwert.
    Dieses mal kam eine Antwort:
    Sehr geehrter Herr Brandl,

    vielen Dank für Ihren – berechtigten – Hinweis! Tatsächlich konnte durch die Formulierung in dem Artikel der Eindruck entstehen, dass durch die Reaktorkatastrophe im Atomkraftwerk Fukushima tausende Menschen gestorben seien. Richtig ist, dass bei dem vorangegangenen Erdbeben und dem Tsunami etwa 16.000 Menschen ums Leben kamen. Die DW entschuldigt sich für diesen Fehler. Der Leiter der Nachrichtenredaktion hat veranlasst, dass der irreführende Satz umgehend aus dem Artikel entfernt wurde.

    Deutsche Welle
    Deutschland/Chefredaktion -- Userpost
    Kurt-Schumacher-Str. 3
    53113 Bonn
    Germany

    Viele Grüsse Hans

  20. Ich kann ebenfalls den Erhalt der gleichlautenden Antwort bestätigen.

  21. Ich habe mich jetzt dazu durchgerungen, der Vollständigkeit halber auch noch mein Anschreiben an die DW hier zu veröffentlichen. Wir in Bayern haben meist eine etwas deutliche Ausdrucksweise, was vielleicht durch die bergige Umgebung und der höheren Radiaktivität auf den Gipfeln entsteht, so auch hier:

    Artikel „Premier Abe besucht Fukushima“ vom 29.12.2012

    Source: http://www.dw.de/abe-in-fukushima/a-16487211
    Title: Abe in Fukushima

    Sie schreiben in dem Artikel:
    „Das Fukushima-Kernkraftwerk war im März 2011 von einem Erdbeben und einen dadurch ausgelösten Tsunami getroffen worden. Tausende Menschen starben, etwa 160.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen. Viele von ihnen werden wahrscheinlich niemals zurückkehren können.“
    Ich hätte etwas mehr journalistische Kompetenz von der DW erwartet und darf Sie deshalb darauf hinweisen: Durch das Reaktorunglück direkt ist kein einziger Mensch gestorben. Menschen sind aber in Deutschland umgekommen durch den Ersatz der von der dt. Regierung stillgelegten Reaktoren durch Braunkohlekraftwerke und deren Folgen .Der epidemlogische Richtwert für die Schädigung durch solche Kraftwerke liegt bei etwa 10 ursächliche Tote pro TWh (und das im Normalbetrieb ganz ohne Störfall), d.h. alleine durch die Stillegung von Isar 1 kann man mit ca. 100 Toten rechnen. Ähnliches gilt für die Ersatz-Ölkraftwerke in Japan.
    Es trifft auch nicht zu dass 160000 Menschen wg. der Strahlenbelastung evakuiert wurden . Würde man zudem die japanischen Grenzwerte für die Evakuierung auch in Deutschland anwenden so müsste man einige Dörfer in Bayern wegen der ganz normalen Umgebungsstrahlung auch evakuieren.
    Es entsteht für mich der Eindruch bei dieser Art von Berichterstattung der DW, dass sie hier extrem unsachlich arbeiten und dass die Definitiopn von Hetze gemäss Wikipedia erfüllt ist: „Im gesellschaftlichen Sinn bezeichnet man als Hetze unsachliche und verunglimpfende Äußerungen zu dem Zweck, Hass gegen Personen oder Gruppen hervorzurufen, Ängste vor ihnen zu schüren, sie zu diffamieren oder zu dämonisieren.“

    Mit freundlichen Grüssen

  22. Hallo!
    Ein gutes Beispiel für Pippi Langstrumpf Journalismus. Ich mach mir die Welt, widdewiddewitt, wie sie mir gefällt. Die rot/grüne Programmhoheit, insbesondere in den öffentlich rechtlichen Sendern, ist ungebrochen. 24 Stunden Depresiva-TV und Funk täglich.

    Wenn nicht gerade Rentner ab Pflegestufe 1 mit dem Musikantenstadel sediert werden, läuft das große Angst und Schrecken Programm. Die Welt, das Klima, der Wald, die Artenvielfalt, der Eisbär, der Juchtenkäfer (wer immer das ist?) uvm. stehen am Abgrund. Dazu steht auch noch die soziale Kälte, die Armut, die Ungerechtigkeit, die Krankheit und der Tod vor jeder Tür. Da war mir der Russe, der bekanntlich früher immer vor der Tür stand, irgendwie noch sympathischer. Die vielen öffentlich rechtlichen Sender sind Spezialisten des Grauens. Das und Präsidentschaftskandidaten für „Die Linke“, mehr bringen die nicht hervor oder sollte da ein Zusammenhang bestehen?

    Kein Wunder, das die meisten Deutschen kurz vor dem kollektiven Selbstmord sind! Wenn ich nicht die Tageszeitung gekündigt hätte (die hatte auch nur schlechte Nachrichten), könnte ich das Rundfunk-Programm nicht mehr durchstehen.

  23. Den Medien in Deutschland ist klar:
    in Japan hat es eine Atomkatastrophe gegeben mit ca 16.000 Todesopfern. Erst gestern wieder in einem der D- Radios gehört. D Kultur oder DLF weiß ich nicht mehr genau. Jedenfalls gab es ein Interview mit einer Japankennerin, die dazu befragt wurde wie die japanische Bevölkerung wohl drauf sein, wenn sie nach der Atomkatastrophe 16.ooo Tote einfach so weggesteckt hätte. In D hätte es doch da sicher Demonstrationen gegen die Regierung gegeben. Kein Wort des Mitgefühls, kein Wort darüber dass es sich um ein Seebeben mit folgender bis zu 13m hoher Flutwelle handelte, welches viele Küstenstädte komplett verwüstete und die Menschen ertränkte. Eine Katastrophe die wir uns hier auf unserem Ökomeier Kuschelsofa gar nicht vorstellen können.
    Meine persönliche höchste Bewunderung zolle ich dem Organisationstalent der japanischen Bevölkerung, welches sich unter anderem daran zeigte, dass trotz einer Naturkatastrophe nationalen Außmaßes, noch genügend mentale und materielle Kapazität blieb sich um Fukushima ernsthaft zu kümmern. Höchsten Respekt zolle ich den Helfern und deren Bereitschaft ihr Leben einzusetzen. Verachtung habe ich übrig für die selbstgefällige Ätsche dieser arroganten und bigotten Deutschen die sich Tatsachen umlügen um auch weiterhin an ihrem „Wesen an die Welt genesen“ zu lassen.
    Normalerweise sollte man sich nicht für andere schämen, für diese peinliche Dummheit samt pervertierten Gutmenschentums kann ich leider nicht anders: Ich bekenne meine Scham für die Massenhysterie und Realitätsblindheit vieler meiner Landsleute. Hatten wir sowas nicht schon mal mit anderen Farben? Wundern wir uns nicht noch heute wie und warum das alles passieren konnte? Ist es vielleicht doch eine Nationaleigenschaft ? Bitte nicht!

    bks

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