Die Avontuur: Die Zukunft der Frachtschifffahrt?

22. April 2017 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Windkraft

WP_20170422_14_44_09_ProEin Kurzbericht: Nachdem der TÜV im Sommer letzten Jahres nach zwei Jahren Umbau endlich die Freigabe erteilt hat, hat die Avontuur, ein alter Frachtensegler (der weltgrößte), endlich die Leinen los gemacht und die Werft in Elsfleth (bei Bremen) verlassen. Heute (am Earth Day) hat die Avontuur dann endlich den Europahafen in Bremen voll beladen mit Cafe aus Honduras erreicht. (280 Säcke, ca. 20 Tonnen, ca. 70 kg pro Sack und einige Fässer Gin, Rum, Wodka).

An der Promenade waren einige Buden und ein Foodtruck aufgebaut. Ca. 20-30 Freiwillige in orangenen Westen haben geholfen das Segelfachtschiff zu entladen. Per Lastenkrahn (Seilzug) und Hand wurden die Cafesäcke vom Schiff auf den Ponton/ Anleger gehoben und von dort aus per Sachkarre auf die Hafen-Promenade gefahren. Dort erwarteten ca. 10-20 Latsenfahrräder die Cafesäcke und haben sie dann einzeln in die ca. 2 km entfernte Überseestadt gefahren.

Die Lokalpresse berichtet:

An Bord sind nach Angaben der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) eine motivierte Crew und rund 20  Tonnen des ersten gesegelten Bremer Biokaffees „Slokoffie“, der klimaneutral von Honduras an die Weser transportiert wird.

In Kooperation mit „Bremen Bike It!“ werden die Kaffeebohnen nachhaltig und damit im Sinne des Segelprojektes emissionsfrei entladen – ohne Maschinen und Motoren, sondern mit reiner Muskelkraft. Einziges Hilfsmittel sind Lastenfahrräder, mit denen Radkuriere aus Bremen die Kaffeesäcke ins Lager bringen. Insgesamt 280  Säcke voller Kaffeebohnen finden so den Weg von der Pier ins Lager. Das ist den Angaben zufolge eine große Herausforderung, denn ein Sack wiege 69  Kilogramm.

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11 Kommentare
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  1. Foodtruck wohl eher als Foottruck

  2. Oh du schöne Vergangenheit…
    Als die Grünen noch die 30 % Marke im Visier hatten.

  3. Es gibt noch erstaunlich viele, die sich für die Erahltung von Kulturgut einsetzen. Den Segeloldtimern droht aber Ungemach von einem bayrischen Verkehrsminister.. Bayer bin ich auch und begeistere mich heute noch so für die Seefahrt wie 1969 auf der Gorch Fock. Die meisten Semeilen habe ich auf eigenen Kiel zurückgelegt, auch einem Zweimaster. Segelsschiffe, Leuchttürme und Dampflokomotiven zeigten der Menschheit neue Wege auf, Sich daran erinnern und etwas davon in der Erinnering erhalten sollte breiter unterstützt werden und nicht in Unkenntnis bürokratisch behindert werden. Das hat mit Bio und Nachhaltigkeit, den pseudoreligiösen Monstranzen nichts zu tun. Aber leider muß man heute ein Tradiditionsschiff schon so „verkaufen“. Die Mannschaften, Kapitäne, Leuchtürmwärter, Lokomotivführer und Heizer erwuchsen nicht einem Ponyhof oder einer Walddorfschule.

  4. Die Menschheit hat die Maschine erfunden, um die Kraft und Energie des Einzelnen vervielfachen zu können. Damit wurde es möglich, die Arbeitszeit zu verkürzen, Ferien zu nehmen, mehr zu leisten und mehr zu verdienen, als zum reinen Überleben notwendig ist.

  5. @Karl

    Die Avontuur erhält keine Gelder für Klimaschutz, etc. Der Eigner ist ein Überzeugungstäter und hat zwei Jahre lang mit Ehrenamtlichen aus der alternativen Szene an dem Frachtensegler in der Werft in Elsfleth gewerkelt. Die werden bald pleite sein. Das Geld wird aufgebraucht sein und die 280 Cafesäcke werden auch nicht genug Geld bringen. Vermutlich war es die letzten Frachtfahrt.

  6. Ich würde das Schiff als Erlebnissegelschiff für Abenteuerurlauber anbieten. Da kommt wenigstens Geld rein und man ist nicht ein 3/4 Jahr unterwegs nach Südamerika und zurück.

  7. Auf der Elbe fährt übrigens auch so ein Frachtensegler.

  8. #3, 6
    wie auf dieser Seite gibt es auch auf der „Cargo under sail“ einen Spenden-button.
    Bei einer Barkassen-Rundfahrt vor Jahren im Hamburger Containerhafen wurde mir ziemlich schnell klar, warum hochwertiger Wein aus Neuseeland und Australien oder Südafrika so günstig angeboten werden kann. Die Frachtkosten pro Flasche -- von Hafen zu Hafen -- sind extrem günstig.

  9. @ 8 Natürlich hat sich das Rad seit der Containerschiffahrt gedreht. Aber die ersten nahmhaften Tonnen wurden auf dem Wasser bewegt und die weitesten Horizonte mit Schiffen entdeckt. Mit Dampfkraft, also Energie zu jeder Zeit, wurden weitere Grenzen überwunden. @ 4 Freizeit statt Überlebenskampf wurde erst möglich.Hungersnöte wurden mit Lebensmittellieferungen überwunden. 200 Km waren da schon überlebensnotwendig. Getreidelieferungen in die Sowjetunion nach planwirtschaftlichen Katastrophen retteten auch Leben. Heute organisieren wir planwirtschaftlich Energie. Wer liefert dann in der Pleite? Mobilität: Das Kulturgut der langsam entwickelten Fähigkeiten sollte in der Erinnerung erhalten werden.
    Ob ein E-Mobil einmal auf dem Rang einer Dampflock oder einer „Trinidad“ (Schiff von Magellan) landet, ist zweifelhaft.

  10. Sowas gibt sehr viele Ökokarmabonuspunkte für all die Ehrenamtlichen, Spender und Liker auf Facebook, wo sich sowas ausgezeichnet verkauft. Auf die Fortentwicklung der Menscheit, ihrer Technologie und ihres klimatischen Footprint hat das aber genauso viel Einfluß wie in umgefallener Sack Kaffee in China.

  11. Zu dem Thema auch interessant:


    CO2 neutral in die Zukunft der Armut zurück segeln

    Der Artikel kommt auf Transportkosten von 9 Euro/kg Kaffee. Die Berechnung war dabei -- nebenbei bemerkt -- noch so entgegenkommend, dass sie von Greenpeace stammen könnte. Realistisch dürften die Kosten wohl eher doppelt so hoch sein.

    Wer soll diesen Kaffee dann eigentlich noch bezahlen können? Sicherlich nicht die Mannschaft dieses Schiffs, deren Vergütung hier mit dem Mindestlohn angesetzt wurde.

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