Die Deutschen, EHEC und die Risikotechnologie

5. Juni 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Biomasse, Blog, Ernährung, Gesundheit

In den letzten Jahrzehnten haben sich die Ernährungsempfehlungen grundlegend geändert. War in den 70er Jahren das Fleisch noch „Ein Stück Lebenskraft“, galten schon bald darauf tierische Produkte als Wurzel allen Übels und standen im Verdacht Auslöser für zahlreiche „Zivilisationskrankheiten“ zu sein. Dieses Dogma gilt im Prinzip bis heute, ungeachtet der Tatsache, dass seitdem bei steigendem pro Kopf Verzehr von tierischen Produkten die Menschen bei uns im Land immer älter werden und im Alter gesünder sind als sämtliche Generationen vor uns.

Das Dogma von der gesunden Rohkost
Seit dem Beginn der Ökowelle gilt in Deutschland als gesund, was möglichst naturbelassen produziert und verarbeitet wird. Anhänger dieser Bewegung ignorierten dabei, dass der Mensch im Laufe seiner Kulturgeschichte seine Nahrung nur in den wenigsten Fällen unbehandelt zu sich nahm. Und das aus guten Gründen, schließlich sorgt das Kochen, Braten und Fermentieren dafür, dass die Nahrung besser zu verdauen ist, dass giftige Pflanzeninhaltsstoffe entfernt oder unschädlich gemacht werden und dass Krankheitserreger wie Bakterien oder Viren abgetötet werden.

Und diese Gründe haben im Prinzip noch heute Gültigkeit. Zwar können wir heute auf Pflanzen zurückgreifen, deren Gehalt an giftigen Abwehrstoffen durch züchterische Maßnahmen deutlich reduziert ist, und auch in Punkto Lebensmittelhygiene ist die Situation heute sehr viel besser, als in allen vorherigen Zeiten. Allerdings ist eine Ernährung aus rohen Pflanzen längst nicht für alle Menschen verträglich und ein zu viel an Rohkost kann durchaus krank machen. Und wer sich sicher fühlen möchte, was die Infektion mit Mikroorganismen und Parasiten angeht, der sollte auch heute auf den übermäßigen Verzehr unbehandelter Lebensmittel verzichten.

Krank durch „gesunde Ernährung“
Schließlich kam es auch in der jüngeren Vergangenheit zu Infektionswellen, die auf den Rohverzehr von Obst und Gemüse zurückzuführen sind. Wobei sich die zuständigen Behörden noch immer schwer tun, bei solchen Fällen vor Rohkost zu warnen. So rät etwa die Deutsche Gesellschaft für Ernährung im aktuellen Fall lieber auf den Verzehr von rohem Gemüse wie Gurken, Salat und Tomaten zu verzichten, hält aber an der Grundsätzlichen Empfehlung fest, man solle „mindestens 5 mal am Tag“ frisches Obst und Gemüse „möglichst unbehandelt“ zu sich nehmen.

Handfeste Belege, dass das Einhalten solcher Ratschläge zu mehr Gesundheit oder einem längeren Leben führen gibt es bis heute nicht. Vor diesem Hintergrund ist ein Festhalten an diesen Empfehlungen durchaus als fahrlässig zu bezeichnen.

Krankheitserreger aus Biogas-Anlagen
Während es unter Experten als unstrittig gilt, dass der wahrscheinlichste Infektionsweg für die EHEC-Erkrankungen über mit kontaminierten Fäkalien gedüngtem Gemüse ist, besteht über den im vorliegenden Fall konkreten Weg der Erreger noch mehr oder minder völlige Unklarheit.

Wobei es zunehmend Stimmen gibt, welche die Ursache für den Ausbruch in den heimischen Biogasanlagen sehen. Schließlich bieten die Gärbottiche in denen vermeintlich umweltfreundlich Nahrungspflanzen, Schlachtabfälle und Mist und Gülle vergoren werden ideale Brutbedingungen für zahllose pathogene Keime.

Die Gärrückstände werden anschließend als Dünger auf die Felder aufgebracht, wobei Krankheitserreger über Tierfutter oder direkt über pflanzliche Nahrung in den Lebensmittelkreislauf gelangen. Inzwischen konkretisieren sich etwa Hinweise, dass die zunehmenden Fälle von chronischem Botulismus bei Menschen und Tieren ihre Ursache in den Biogasanlagen haben (hier hier und hier). Und auch im aktuellen EHEC-Fall sieht der Leiter der Agrar- und Veterinär-Akademie aus dem münsterländischen Horstmar, Ernst-Günther Hellwig, Hinweise auf einen Zusammenhang mit Biogas-Anlagen:

„Es ist möglich, dass die EHEC-Erreger aus Biogasanlagen kommen“

Und auch der Labormediziner Bernd Schottdorf, Gründer des mit 1500 Mitarbeitern größten privaten europäischen Medizinlabors Schottdorf MVZ in Augsburg, hält einen Zusammenhang mit Biogas-Anlagen für wahrscheinlich:

„[Die Bakterien] kreuzen sich und verschmelzen miteinander – was da genau passiert, ist weitgehend unerforscht.“

Deshalb hält Schottdorf es für dringend nötig

„dass die Biogasanlagen in Deutschland schnell auf mögliche Krankheitserreger untersucht werden. Sonst droht möglicherweise die Gefahr, dass wir auch in den künftigen Sommern Epidemien mit bekannten oder neuen Erregern erleben werden.“

Und es gibt noch weitere Vorsorgemaßnahmen, die eine Ausbreitung von gefährlichen Darmbakterien verhindern helfen können. Zum einen wäre der weitestgehende Verzicht auf Rohkost zu nennen, zum anderen die Einschränkund der Düngung mit Fäkalien. Dazu ist es allerdings erforderlich, mit einigen Dogmen der Bio-Bewegung zu brechen. So gilt in Öko-Kreisen etwa der Einsatz von Kunstdünger als für Umwelt und Mensch schädlich, zugelassen sind für Bio-Produkte nur Pflanzen die mit natürlichen Produkten, darunter vor allem Mist und Gülle, gedüngt werden.

Nur bringt man damit eben auch die krankheitserregenden Keime auf den Acker und damit in den Nahrungskreislauf. Was bei Lebensmitteln die in aller Regel gekocht und verarbeitet verzehrt werden, kein Problem darstellt, kann bei Pflanzen die zum großen Teil Roh verzehrt werden, und dazu gehören etwa Gurken, Tomaten, Salat oder Möhren, zu einer ernsthaften Gefährdung der Gesundheit von Konsumenten führen. Die bislang 18 Todesfälle und hunderte von schwer Erkrankten belegen dies eindeutig.

Wer heute sicher gehen will, beim Genuss von rohen Tomaten oder Gurken nicht mit Botulismus oder EHEC infiziert zu werden, der fährt am besten mit Gemüse aus nicht-Bio-Anbau. Gerade die häufig verteufelten Produkte aus holländischen Gewächshäusern, die auf Steinwolle wachsen und mit einer künstlichen Nährlösung ganz ohne organische Dünger gezogen werden, bieten optimale Sicherheit vor solchen Infektionen.

Das Grüne Paradoxon
Das Paradoxe an der heutigen Situation ist, dass vor vermeintlichen Gefahren, wie etwa Rückständen von Pflanzenschutzmitteln im Spurenbereich oder vor genetisch veränderten Pflanzen am meisten gewarnt wird, obwohl es hier in den letzten 20 Jahren weder zu Erkrankungen, geschweige denn zu Todesfällen gekommen ist. Ganz anders liegt der Fall bei Infektionen durch verunreinigtes oder mit pathogenen Keimen belastetes Obst und Gemüse. Aufgrund dieser Gefahren sterben und erkranken Menschen ganz real. Besonders deutlich drückt das der Schweizer Immunologe Prof. Dr. Beda M. Stadler aus:

„Seit mehr als fünfzehn Jahren behaupte ich, dass an Genfood noch nie jemand gestorben ist, an Biogemüse hingegen sterben jährlich Menschen. Das war und ist keine Provokation.“

Angesichts der Tatsache, dass in Deutschland jedes noch so kleine theoretische Risiko vermieden werden soll fragt man sich schon, wann auch die Bio-Produkte in den Fokus rücken und vor den „unberechenbaren Risikotechnologien“ Bio-Gas und Bio-Anbau gewarnt wir.

Weiterführende Links

EHEC: Eine Desaster mit Ansage +++ Bundesinstitut warnte bereits 1998

EHEC – Alte Feinde

Video: Udo Pollmer über EHEC



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24 Kommentare
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  1. WELT Online schreibt, es wäre zweifelhaft, ob es die Betreiber von Biogasanlagen die vorgeschriebene Hygienisierung auf 70°C auch immer korrekt durchführen. Ein Lüneburger Bauer sorgt sich im Internet Forum „Biogas-Community“: „Töte ich durch das Hygienisieren am Ende Biologie ab, sodass ich keine oder kaum Gasbildung im Endlager habe?“. Der Forums-Moderator antwortet: „Das stellt eigentlich kein Problem dar. Ich beheize meinen Behälter mit einem externen Wärmetauscher, in dem das Substrat kurzzeitig auf >60 Grad aufgeheizt wird. Meine Biologie jedoch ist top in Schuss.“ Ein Forums-Mitglied gibt zu bedenken: „Dann wäre allerdings auch kein Hygienisierungseffekt erreicht.“ Artikel

  2. Ach, hier sitzen also die Verschwörunsgtheoretiker! 😀

    Der Zusammenhang zwischen E.coli und Biogasanlagen ist absoluter Blösinn!
    Da reicht schon fast ein einfaches recherchieren nach den beiden sogenannten „Experten“. 😉

  3. @Christian Wolf:
    Die Biologie bedeutet in diesem Fall die Lebensbedingungen, der für die Biogasproduktion zuständigen Bakterienklassen. 😉
    Keime und andere schädliche Mikroorganismen werden entweder vorher, nachher oder während einer thermophilen Prozessführung ( bei ca. 56°) über zwei Wochen abgetötet.

  4. @pete:

    Wer weiß denn schon mit Sicherheit, ob unter den für die Biogasproduktion erwünschten Bakterien (denen die die „Hygienisierung“ überleben) nicht über kurz oder lang neue Varianten gebildet werden.

    Da reicht schon fast ein einfaches recherchieren nach den beiden sogenannten “Experten”.

    Na ja, dass für manche nur als Experte gilt, wer die eigene Meinung unkritisch vertritt, ist durch die AGW-Community mittlerweile hinreichend belegt.

  5. @ Pete

    Wie ich oben schrieb, ist der Zusammenhang von EHEC und Biogas-Anlagen in der Tat nicht nachgewiesen, sondern „nur“ wahrscheinlich. Was glauben Sie, wenn eine ähnliche Situation (17 Tote und viele hundert schwer Erkrankte) in Zusammenhang mit Pestiziden oder Genveränderten Pflanzen gesetzt werden könnte? Genau, Presse und Umweltverbände würden sofort Sturm laufen und vor unvorhersehbaren Risiken warnen. Nur wenn der Verdacht auf Bio (in welcher Form auch immer) fallen könnte, bleiben solche Warnungen aus.

    Ich wäre übrigens sehr daran interessiert, welche Experten einen Zusammenhang zwischen E. Coli (oder dem Spezialfall EHEC) und Biogasanlagen, wie Sie schreiben, ausschließen. Eine solche Aussage kann schließlich momentan wohl niemand seriös tätigen.

  6. Der Fachverband Biogas schreibt in einer Pressemitteilung:

    Es sind zum wiederholten Mal die unsachlichen Äußerungen eines Ernst-Günther Hellwig, die zu der aktuellen Verunsicherung der Verbraucher führen. Erneut schießt Hellwig, Leiter der Agrar- und Veterinär Akademie in Horstmar-Leer, ohne jegliche Sachkenntnis oder wissenschaftliche Untersuchungen gegen die Biogasbranche. Dabei stellt er Thesen auf, die nicht zu belegen sind und ignoriert anerkannte Forschungs-ergebnisse, die ihm vom Fachverband Biogas in den letzten Monaten wiederholt zur Kenntnis gebracht wurden. So beweisen beispielsweise zahlreiche Untersuchungen eine signifikante Reduzierung von E-coli in Biogasanlagen, zu dessen Stamm auch das Bakterium EHEC gehört. Nach einer Hygienisierung in Biogasanlagen, bei der das Gärsubstrat mindestens eine Stunde auf 70 Grad erhitzt wird, ist der Erreger nach Angaben des Umwelt- und Tierhygienikers von der Universität Hohenheim, Dr. Werner Philipp, mit Sicherheit inaktiviert.

    Ich frage mich allerdings, warum man den Herrn Hellwig so rüde angreift und nicht einfach klarstellt, dass der Mann unrecht mit seinem Verdacht hat. Die Hygienisierung des Gärsubstrates hilft ja wohl nichts gegen Chlostridien und sollte es sich zeigen, dass da auch E-coli durchschlüpfen, sollte man vielleicht mal über andere Verfahren als eine einfache Erwärmung nachdenken. Vielleicht hilft ja radioaktive Bestrahlung, dann könnten die Biogasanlagen von Kernkraftanlagen profitieren zumindest solange es sie noch gibt.

  7. Was glauben Sie, wenn eine ähnliche Situation (17 Tote und viele hundert schwer Erkrankte) in Zusammenhang mit Pestiziden oder Genveränderten Pflanzen gesetzt werden könnte? Genau, Presse und Umweltverbände würden sofort Sturm laufen und vor unvorhersehbaren Risiken warnen.

    Was ist los mit der Umweltorganisation, die sich in Krisen immer gerne zu Wort meldet? Greenpeace fehlt bei EHEC ein klares Feindbild.

    Tja, Greenpee weiß wann Sie sich ins Knie schießen würden, meistens …

  8. Gerade noch was lesenswertes zum Thema aus dem Netz gefischt.

    -- Brief an das Robert Koch Institut / Bundesamt für Gesundheit und Agrar- und Veterinär Akademie (AVA):
    http://tinyurl.com/6gm24yr

    -- Pressemitteilung der AVA vom 26.5.2011 (PDF):
    http://tinyurl.com/6hwmt4w

  9. @pete 5
    Irgendwie erinnert mich ihre Argumentation an:

    Kernkraftwerke sind sicher

    man ersetze das durch

    Biogasanlagen sind sicher

    Immerhin erklärte die Vermutung mit den Biogasanlagen eine erhöhte Hybridisierungsrate und warum besonders agressive E. coli Stämme erzeugt werden können. Zum Beispiel durch ungenügte Erhitzung oder nur durch inhomogene Erhitzung des „Biogasanlagenabfalls“

    Sollte man nicht auch hier das Vorsorgeprinzip anwenden und den Abfall untersuchen, bevor man ihn auf die Felder ausbringt. Wäre es zuviel verlangt, dass die Naturwisenschaft erst mal ihre Hausaúfgaben macht und nachweist, dass das Zeug unbedenklich ist, bevor man es auf Lebensmittel schüttet?

    Ich persönlich halte „Kunstdünger“ für weniger gefährlich als dies Art von „Biodünger“ und würde deshalb begrüßen, wenn bei Biodünger die gleiche naturwissenschaftliche Sorgfalt angewandt würde, wie bei „Kunstdünger“. Grenzwerte, Untersuchungen, Stichproben, Kontrollen, etc,

    Aber vielleicht gibt es das ja und jemand kann Zitate beibringen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  10. EHEC: Die Spur führt zu einem Bio-Betrieb im Kreis Uelzen

    Der Betrieb wird von einer „veganen Hofgemeinschaft” betrieben und praktiziert seit 1978 Bio-Anbau. Der Betrieb bezieht aus verschiedenen Ländern dieser Erde Sämereien und produziert hieraus Sprossengemüse.

    Dioxin-Eier, Botulismus EHEC usw. immer wieder führen die Wege zu irgendwelchen BIO-Bauern. Es wird Zeit, dass man dieser Kamarilla und ihren Vertriebswegen das Handwerk legt.

  11. Das wäre ja toll wenn man den Verursacher tatsächlich gefunden hätte. Momentan können wir leider nur im Konjunktiv sprechen. Aber vielleicht lichtet sich der Nebel bis morgen.

    Die FTD nennt den Namen der Gärtnerei: Gärtnerei Bienenbüttel. Dort kann man sich aber keinen Reim auf die Vorgänge machen, da man als veganer Betrieb nicht mal tierischen Dünger verwendet. Demzufolge, so wird auch vermutet, müssen EHEC-Bakterien schon mit dem Saatgut eingeschleppt worden sein. Doch wie schreiben die Körner-Gärtner auf ihrer Homepage:

    Dabei verzichten wir natürlich auf Zusatzstoffe, Mineraldünger und andere Hilfsmittel und verwenden soweit verfügbar -- ökologisches Saatgut!

    Da möchte ich mich doch Moosgeist anschließen: „immer wieder führen die Wege zu irgendwelchen BIO-Bauern.“ Es wird höchste Zeit, dass auf Verpackungen Warnhinweise aufgedruckt werden, falls zur Herstellung der Produkte Zutaten aus der BIO-Landwirtschaft verwendet wurden.

  12. in unmittelbarer Nähe des sprossenzüchtenden Biohofes finden sich viele Biogasanlagen:

    http://www.google.de/search?q=bienenb%C3%BCttel%20biogas&ie=utf-8&oe=utf-8&aq=t&rls=org.mozilla:de:official&client=firefox-a&source=hp&channel=np#q=bienenb%C3%BCttel+biogas&hl=de&client=firefox-a&hs=MPL&rls=org.mozilla:de:official&channel=np&prmd=ivnscm&source=univ&tbm=plcs&tbo=u&ei=We_rTZftLo7RsgalyaDnCg&sa=X&oi=local_group&ct=more-results&resnum=1&ved=0CEwQtQMwAA&bav=on.2,or.r_gc.r_pw.&fp=82849e2468641532&biw=1280&bih=655

    Die nächste Handelsvertretung für „Biogas-Spurenelemente“ ist 1 km entfernt …

    Hier mal ein Statement eines Biogläubigen zum Einsatz des Sondermülls aus den Biogasanlagen als Dünger für den korrekten „Biolandbau“:

    „Hinzu kommt, daß rohe Gülle auf Pflanzen ätzend wirkt. Dies ist bei Biogasgülle nicht der Fall. Biogasgülle hat auch einen sehr positiven Effekt auf die pflanzliche Zusammensetzung einer Weide. Unerwünschte Kräuter wie Sauerampfer u.a. gehen bei systematischer Behandlung langsam zurück, und es kommen mehr Leguminosen. Das Gegenteil ist bei roher Gülle der Fall. Auch das Bodenleben wird bei roher Gülle negativ, bei Biogasgülle positiv beeinflußt. Sie fördert Regenwürmer und sie begünstigt den Aufbau von Humus. Die Bodenstruktur wird immer besser. Auch ist gut ausgereifte Biogasgülle leichter auszubringen, und sie dringt in den Boden besser ein, da sie dünnflüssiger ist. “ http://www.fgaia.org.br/texts/d-schweisf.html

  13. Biogasgülle, die nicht von einen kleinen Bauern zum Eigenverbrauch erzeugt und verklappt wird, ist als industriellen Bio-Dünger anzusehen.

    Als solcher ist dieser (genau wie industrieller Kompost) einer Desinfektion zu unterziehen………Erhitzung auf über 70 °C, um Keime abzutöten.

    Gesetze lesen und verstehen…………….die Gurke hat uns bewiesen, was passiert wenn Scheixxe auf Nahrungsmittel gelangt.
    Ansonsten die neuen Vorschriften der Berufsgenossenschaften im Bezug auf Biogasanlagen besorgen………..und wer das vollständig gelesen hat…………..macht ein Abstand von 10 Km von jeder Anlage und dessen ersäuften Feldern.

    Jaja, Klimaschutz ist Naturschutz…………Scheixxe, wenn man in der Schule auch Biologie abgewählt hat.

    Onkel Heinz…………..Herr der Vorschriften

  14. achgut.com (Theil):

    Gurkenkonsens

    „Nach EHEC muss man Gurken und Salat einfach anders beurteilen”, sagte die Kanzlerin in einer Pressekonferenz. Beim Gemüse gäbe es eine Zeit vor EHEC und eine Zeit nach EHEC, sagte Merkel. Man könne die Ängste der Menschen nicht einfach ignorieren. Gleichzeitig gab das Adenauerhaus eine neue Kampagne für den Bundestagswahlkampf bekannt, Motto: “Für ein gurken- und salatfreies Deutschland -- wählt CDU.” Damit wolle man neue urbane Wählerschichten gewinnen. Grünen-Chefin Claudia Roth nannte den Ausstieg einen Erfolg für ihre Partei: “Wenn sich unser Thema bis in die Mitte der Gesellschaft durchsetzt, haben sich 30 Jahre Kampf der Grünen gelohnt.” Vertreter der SPD ringen noch um eine Position…..”

  15. Hamburger Bio-Betrieb macht aus verdächtigem Gemüse Gas

    „Hier machen sie aus abgelaufenen Lebensmitteln und unter EHEC-Verdacht stehendem Gemüse Gas, am Ende des biologischen Prozesses werde das Biogas dann in Wärme und Energie umgewandelt (…) außerdem entstehe ein Dünger, der in die Landwirtschaft gehe – und unverdächtig wieder auf dem Acker landet.“

    http://www.nonstopnews.de/meldung/13529

    …auch als Video

    Kann man wohl nur hoffen, dass dieser Dünger nicht bloß „unverdächtig“ ist, sondern am Ende auch tatsächlich keinerlei Ehec-Keime (mehr) enthält. Besser als nur darauf zu hoffen wären allerdings Kontrollen…

  16. …und noch ein Fundstück (SWR.de):

    Forscher kritisieren den leichtfertigen Umgang mit Biogas-Gärresten als Düngemittel

    EHEC in Lebensmitteln

    (…) Bei unseren Recherchen zum Thema sind wir auf sogenannte Biogas-Anlagen gestoßen. Experten hatten … darauf hingewiesen, dass diese Anlagen beste Voraussetzungen für Keime jeglicher Art böten.

    Gärreste aus Biogasanlagen landen auf den Feldern

    (…) Wir treffen Henriette Mietke-Hofmann. Sie arbeitet in der staatlichen Düngemittelüberwachung in Sachsen und beschäftigt sich seit Jahren mit Krankheitskeimen in Biogasanlagen. Dabei hat sie alarmierende Beobachtungen gemacht. »Wir finden Salmonellen sehr häufig in den Biogasanlagen. Immer wieder auch in der Nachkontrolle. Das sagt mir, dass sich die Keime dort vermehren können, in keinem Falle absterben.«

    Der Grund: Gülle wird in der Regel nicht erhitzt, bevor sie in die Biogasanlage kommt. Mögliche Krankheitskeine werden also nicht vorsorglich abgetötet. Außerdem werden Hühnermist und Rindergülle in der Regel zusammen mit Mais in Anlagen mit niedrigen Gärtemperaturen bei gerade mal 30 bis 40 Grad vergoren. Viele Krankheitserreger wie zum Beispiel EHEC können diese Temperaturen überleben.

    »EHEC ist eine besondere Form von Escherichia Coli. Escherichia Coli ist ein ganz normaler Darmerreger, der natürlich in der Gülle vorhanden ist. Der sich unter anaeroben Bedingungen, das heißt, unter Bedingungen des Luftabschlusses, vermehren kann. Und dazu kommt, dass er sich im Bereich um 37 Grad besonders wohl fühlt.«

    Biogasanlagen sind demnach häufig wahre Brutstätten für Krankheitserreger. Und Gärreste sind auch gefährlicher als Gülle, davon ist Henriette Mietke-Hofmann überzeugt.

    »Ich sehe in meiner täglichen Arbeit häufig den Unterschied darin, dass in einer Gülle die Keime viel, viel besser abgebaut werden, es findet eine Selbsthygienisierung statt, die im Gärrest so nicht erfolgt.«

    Werden die Gärreste auf die Felder gebracht, dann können Krankheitskeime in die Nahrungskette gelangen.

    Dieses Risiko nimmt man in Österreich inzwischen sehr ernst (…) hier untersuchen Experten im Auftrag des Staates die Biogasgülle, also die Gärreste. Auch hier ist man sich sicher: Gärreste können krank machen.

    O-Ton, Erwin Pfundtner, Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit:

    »Unter den organischen Düngemitteln hat die Biogasgülle sicher das höchste Belastungsrisiko mit EHEC-Keimen (…) wenn belasteter Wirtschaftsdünger oder Biogasgülle unsachgemäß ausgebracht wird, dann kann das eine große Gefahr für den Menschen darstellen.«

    Und deshalb hat Österreich im vergangenen Jahr strenge Gesetze für die Nutzung von Gärresten als Düngemittel erlassen. Gärreste müssen regelmäßig auf sechs Krankheitserreger getestet werden, darunter auch EHEC. Und wie ist es in Deutschland? Bisher hat die Politik den Ausbau der Biogasbranche stark subventioniert und will sie auch in Zukunft massiv fördern. Gesundheitsschutz spielt dabei kaum eine Rolle. Soll sich das jetzt ändern? Darüber hätten wir gerne mit Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner gesprochen. Doch ein Interview lehnt sie ab. Und auch aus ihrem Ministerium bekommen wir keine Antworten auf unsere konkreten Fragen.

    Die Idee von der risikolosen Energiegewinnung aus Mist und Gülle. Angesichts neuer Erkenntnisse bestehen daran massive Zweifel. Jetzt sollte die Politik die Hygienevorschriften für Biogasanlagen überprüfen und die Kontrollen verschärfen.

    Quelle: SWR.de , (als PDF)

  17. Finanzkrise? Ehec-Alarm? Atomunfall? Risikoforscher wollen die immer komplexere Welt modellieren, um rechtzeitig vor Katastrophen warnen zu können. Das Vorhaben ist extrem ambitioniert -- doch wenn es gelingt, könnte es Leben retten und Milliarden sparen.

    Na das wird was, da wird dann vor Katastrophen ,Terroranschlägen oder Autounfällen gewarnt und wenn diese dann nicht eintreten, sich das als Erfolg auf die Fahnen schreiben.
    Wie weit ist das dann noch zur Tautologie oder Mantik? Werden also statt Knochen zu werfen und aus Teeblättern zu lesen die Computer hochgefahren um nicht nur mehr Klimakatastrophen der nächsten 100 Jahre vorherzusagen, nein auch noch der nächste „Supergau“ wird dann modelliert. Ich glaub nicht mehr das die Spinnen, die sind schon lange über das Niveau hinaus …

  18. Heute Mittag bei uns in der Betriebskantine:

    Nachdem in den letzten Wochen wegen EHEC-Panic keine rohen Salate ausgegeben wurden, konnte man heute diese Option wieder wählen. Dazu musste man allerdings eine Erklärung unterschreiben, dass man diesen Salat im Bewustsein der Gefahren auf eigene Gefahr nimmt!

    Ein, wie ich finde, richtiger und konsequenter Schritt, geht doch seit Jahrzenten die größte Gefahr einer Vergiftung mit Lebensmitteln von Rohkost aus. Nur bei der Birne zum Nachtisch, die ebenfalls roh und ungeschält war, hätte ich mir eine solche Warnung ebenfalls gewünscht. Schließlich ist frisches Obst immer wieder für Infektionen, wie etwa mit dem Nori-Virus, verantwortlich.

  19. Alle Finger bezüglich des Ehec-Erregers zeigen nach Ägypten, wenngleich es wohl noch nicht 100%ig ist, ob dort die alleinige Quelle zu suchen ist. Was aber erstaunt, ist das Schweigen im Blätterwald, niemand scheint sich die Mühe zu machen, hier mal genauer nachzuschauen.

    Eine Ausnahme scheint es zu geben, der Focos bringt morgen in der gedruckten Ausgabe einen Bericht, wonach es sich bei der gesamten Produktkette um BIO handelt.

    …„Wäre einer der üblichen Bösewichter wie McDonald’s oder Monsanto beteiligt,“ sagt Elisabeth Hewson, Autorin von Das Bio Ketzer Buch, „dann wäre die Aufregung groß. Doch bei ‚Bio’ halten sich alle vornehm zurück.“…

  20. Quentin Quencher #19

    Alle Finger bezüglich des Ehec-Erregers zeigen nach Ägypten, wenngleich es wohl noch nicht 100%ig ist, ob dort die alleinige Quelle zu suchen ist.

    Es dürfte mittlerweile „mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit“ feststehen, dass die kontaminierten Samen aus der Produktion der (auch) in Ägypten tätigen BIO-Kooperative „Organic Green“ stammen. Unklar dürfte allenfalls noch sein, ob nur von einem einzigen Feld auf der Oase Al Fayoum oder von mehreren auch aus anderen „Saatzucht-Plantagen“ dieser Organisation.

    Was aber erstaunt, ist das Schweigen im Blätterwald, niemand scheint sich die Mühe zu machen, hier mal genauer nachzuschauen.

    Verwunderlich dürfte dies wohl nicht sein, wenn man bedenkt welche Interessen aus Politik und Bio-„Wirtschaft“ dahinterstehen. Zuerst in den „öffentlich Rechtlichen“ hochgekocht, als man noch glaubte, die böse konservative Landwirtschaft wäre der Verursacher, dann aber verschleiert, verzögert informiert und unter dem Deckel gehalten, als es sich nicht mehr leugnen ließ, dass mal wieder eine riesige BIO-Sauerei dahintersteckt.
    Eine Sauerei, die bereits ~ 50 Tote gekostet hat und weitere ~ 50 – 100 Patienten, die vom Tode bedroht sind, wenn sie nicht rechtzeitig (innerhalb eines Jahres) eine Spenderniere erhalten. Gar nicht zu reden von einer unbekannten Zahl von Menschen mit bleibenden Schäden, die das Leben zwar stark beeinträchtigen, aber nicht unmittelbar zum Tode führen müssen.

    Das wird nicht die letzte Sauerei aus der BIO-Szene sein. Der nächste bahnt sich schon an. Fische aus BIO-Aquakultur. Der Pangasius aus BIO-Kulturen in Vietnam ist ins Gerede gekommen. Streckenweise mit dem krebserregenden Pestizid Malachitgrün kontaminiert, aufgezogen in Gewässern (Becken), die man schlechthin nur noch als Kloake bezeichnen kann, belastet mit Hormonen, Antibiotika und gemästet mit Hühnerscheiße (weil hoher Proteingehalt). Guten Appetit. ist doch alles BIO.

    Dem Verbraucher/Konsumenten sollte mal eindeutig klar gemacht werden, dass derjenige, der die Produktionsmethoden des Mittelalters wiederhaben will, auch die Krankheiten und Seuchen des Mittelalters freudig inkauf nehmen muss.

  21. Ich spiele gerade auf meiner Harfe ein Lied für die freien Märkte und errege mich an Technologie, bitte aber keine Gutmenschentechnologie, pfui.
    Hier bin ich endlich unter fortschrittsbewußte , fleischfressende Schlechtmenschen geraten. Ich fühle mich pudelwohl wie eine Sau, die auf Spaltboden in ihrer eigenen Scheiße steht und darauf wartet von euch, lieben Schlechtmenschen verzehrt zu werden, damit ihr noch länger und gesund lebt. Tod dem Bio-Tod, es lebe der Kunstdünger!

  22. Lieber Udo P.,
    wollten Sie hier auch Ihre Duftmarke hinterlassen?

    Hören Sie, ich gebe Ihnen mal eine Chance:
    Sie wollen keinen Kunstdünger?
    Gut. Dürfen Sie,
    Aber erklären Sie uns doch mal, was Sie dann mit den 5 Milliarden Menschen vorhaben, die ohne Kunstdünger unweigerlich verhungern würden?

  23. @Tritium #22

    Die Inbrunst, mit der sich Udo P. hier ausmistet, lassen vermuten, dass er von einer Fraktion wie dieser kommt.

  24. Das Problem scheint es zu sein, zwischen lauter „Meinungen“ (und Ängsten) noch den sicher vorhandenen realistischen Boden unter den Füßen zu finden,
    den uns die „Grünen“ gründlich aufgeweicht haben.
    Ich sag dazu immer die Emanzipation der Doofen.

    Nur waren die früher nicht so aggressiv und ohne politische Unterstützung.
    Ich plädiere daher dafür, trotzdem nicht aus Freund/Feind-Denken das Kind mit dem Bade auszuschütten.

    Wir sind keine Autos sondern durch und durch biologische Geschöpfe und die Mikroorganismen auf uns und in uns sind dank Evolution ganz überwiegend unsere Freunde. Wir müssen also das große Heer der nützlichen von den krankmachenden Keimen unterscheiden.
    Ebenso sind wir KEINE Rindviecher (Vegetarier, Rohköstler), was aber der Gesundheit von steriler Pflanzenkost (Gemüsepfanne) keinen Abbruch tut, da die unübersehbare Zahl an „sekundären Pflanzenstoffen“ in vielen Bereichen künstlichen Medikamenten in ihrer Wirkung mindestens gleich kommt. Und wir brauchen etwas unverdaulichen „Ballast“ für unsere Freunde im Dickdarm.

    Ein gewisser „Schlüssel“ liegt dabei in der „sauren Gärung“ die nicht nur seit Jahrtausenden vom Menschen genutzt wird, vom Sauerteigbrot der Ägypter bis zu fermentierten Sojaprodukt der Asiaten.
    Genau das gleiche „milchsaure Milieu“ befindet sich (optimalerweise) im menschlichen Dickdarm der ohne Ballaststoffe (totes Gemüse) nicht gedeihen kann. Dieses mikrobiologische Millieu entwickelt atibiotikaähnliche Abwehrstoffe gegen „unpassende“ Keime.
    Auch ein Gärtner weis, dass sein Komposthaufen erst „reifen“ muss, bis alles an rohen Nährstoffe zu ordentlichem Humus geworden ist.
    Prinzipiell sehe ich daher nicht ein spezielles Risikopotential in biologische „Reaktoren“
    Man muss selbstverständlich mit Sachverstand herangehen, wie bei der Kläranlage der menschlichen Sammelfäkalien.
    Das ist schlicht nicht ganz billig und hier liegt einiges im Argen, was mir aus langwierigen Prozessen mit Verwaltungsgerichten sattsam bekannt ist.
    Hier versagt die Ökolobby auf ganzer Linie,
    warum, ist wohl eine extrem schwierige Frage, da ja alle sehr engagiert tuen.
    Ich denke, diese Ökos werden inzwischen von Staat selbst alimentiert und sind total korrupt geworden.
    Kläranlagen sind teuer, Nahrungsmittelkontrolle ist teuer, Trinkwasserkontrolle ist teuer.
    Und soll man als Staat denn nun das Trinkwasser genauer kontrollieren, wenn man doch weis,
    dass man als Staat menschliche Darmkeime bis ins Grundwasser leitet mit Überlebensfähigkeiten bis zu >500 Tagen ohne „Nahrung“ und Sauerstoff.
    Gesetzeskonform ist das natürlich nicht

    Klimarettung ist wichtiger und übertriebener Strahlenschutz.

    mfG

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