Die Drückerkolonnen der Umwelt- und Klimaschützer

4. September 2015 | Von | Kategorie: Blog, Klimawandel, Ökologismus, Profiteure

Druecker2Sie haben bestimmt auch schon davon gehört: Drückerkolonnen ziehen durch die Lande, die den Leuten an der Haustür irgendwelche Abos verticken. Den Drückern wird zunächst ein Lohn von mehreren tausend Euro versprochen. Sind diese aber erst einmal in die Fänge der Drückerbanden geraten, so werden sie in schäbigen Unterkünften untergebracht, zur Arbeit gefahren und müssen für ihre Auftraggeber anschaffen gehen und werden dafür mit einem Hungerlohn abgefunden. So ähnlich machen es jetzt auch die Umweltschutz- und Klimaschutzverbände, um Mitglieder zu werben und an Gelder von arglosen Bürgern zu kommen.

Das glauben Sie nicht? Doch, es ist wirklich wahr. Im Auftrag des Umweltschutzverbandes BUND ziehen sogenannte Dialoger durch die Lande und werben neue Kunden. Auftraggeber ist u.a. die Agentur Holub, Steiner und Partner GmbH. Sie betreibt Werbung für den BUND, das Deutsche Rote Kreuz, den Malteser Hilfsdienst und andere „Hilfsorganisationen“. Mit Holub arbeite der BUND seit Mitte der 90er Jahre zusammen. Den arglosen Dialogern wird zunächst eine „Vergütung von etwa 2.000 Euro pro Monat plus Prämien“ versprochen. Dafür müssen die Dialoger von Haustür zu Haustür gehen, klingeln und an die 100 Gespräche am Tag führen, um auf diese Art zahlende Unterstützer für den Umweltverband BUND zu gewinnen. Im Endeffekt werden die Dialoger nach eigener Auskunft dann oft nur mit 2 Euro pro Stunde dafür abgefunden.

Die Arbeit erfolgt auf Erfolgsbasis. Das Provisionsmodell sieht so aus: Bei Anfängern übernimmt die Firma in der „ersten Arbeitswoche die Kosten für Quartier, Benzin und Auto“. Zusätzlich gebe es „eine Pauschale von 20 Euro pro Tag“, unabhängig von der Leistung. Ab der zweiten Woche arbeite der Dialoger auf reiner Erfolgsbasis. Weil die Werber als Selbstständige tätig sind, „müssen sie natürlich ab der zweiten Arbeitswoche ihre Wohnung, anteilige Benzinkosten und so weiter selber bezahlen“. Dass die Kosten für die eigene Verpflegung von Anfang an selbst getragen werden ist natürlich auch selbstverständlich. Wer nur wenige Neumitglieder wirbt, verdient also sehr wenig. Es geht also darum viele Mitglieder anzuwerben.

Der NABU arbeitet ähnlich: Der Naturschutzbund (Nabu) Ostfriesland hat im August 2011 seine bislang größte Mitglieder-Werbeaktion gestartet. Bis etwa Mitte September gingen zehn Studentinnen und Studenten von Haustür zu Haustür, um für den Umweltschutzverband zu werben.

Die Agentur Wesser engagiert Studentinnen und Studenten, schult diese gründlich und schickt sie als Drückerkolonnen an die Haustüren, um neue Mitglieder für diese Naturschutzverbände zu werben. Die Werber tragen dazu ein T-Shirt der jeweiligen Organisation, für die sie werben.

Andere Umweltschutz-Organisationen, die sich dem Gemeinwohl und der Rettung des Planeten und Klimas verpflichtet fühlen, gehen mit der Lohnfrage etwas anders um. Werber, die für Greenpeace arbeiten, bekommen in der halbjährigen Probezeit laut taz zunächst einen Grundlohn von 8,50 Euro pro Stunde. Bei der Organisation Foodwatch gibt es seit 2014 mindestens 8 Euro pro Stunde, ab Mai 2014 8,50 Euro. Mindestlohn sei Dank.

Quellen: taz 17.4.2014, Wattenrat 2011/12

Ähnliche Beiträge (Automatisch generiert):

Print Friendly

16 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. @ Michael Krüger

    Wie viel zahlt Ihnen denn Science-Skeptical für ihre Arbeit hier für deren Sache? Ich hoffe dass Sie zumindest den gesetzlichen Mindestlohn bekommen! Alles Andere wäre ja unzumutbare Ausbeuterei!

    Nun ja Herr Krüger, die Dialoger selber sehen das nicht so negativ wie Sie…:

    http://www.tagesspiegel.de/berlin/ein-soziales-geschaeft-guten-tag-die-dame/6834404.html

  2. @Thorben Sehfert: Was wollen Sie damit sagen? Wenn Sie nichts zu sagen haben, sagen Sie es aderswo.

  3. @Thorsten

    http://www.taz.de/!5034556/

  4. @ Michael Krüger

    Ich sehe das nicht so dramatisch.

    Man muss auch dabei berücksichtigen dass man ja für gemeinnützige Non-Profit-Organisationen arbeitet. Wenn man nicht hinter deren Zielen steht sollte man das nicht tun, niemand ist dazu gezwungen. Was meinen Sie wie viele Millionen Menschen tagtäglich ehrenamtlich für derartige Verbände arbeiten?!

    @ Ben Palmer

    Was ich sagen will habe ich klar gesagt! Warum sollte ich es daher anderswo sagen? Niemand zwingt Sie dazu zu lesen was ich schreibe! Tipp: Schauen Sie einfach woanders hin…! 😉

  5. @Thorsten

    Die arbeiten dort nicht freiwillig für einen Hunger- und Mindestlohn. Das machen die nur, weil die für ihr Studium, oder zum Lebensunterhalt das Geld brauchen. Keiner arbeitet freiwillig für Hunger- und Mindestlohn.

  6. Ich habe noch nie etwas für Drückerkolonnen übrig gehabt, egal für wen sie einen nerven.

    Man muss auch dabei berücksichtigen dass man ja für gemeinnützige Non-Profit-Organisationen arbeitet

    Die o.g. arbeiten für eine Agentur, stehen also nicht unbedingt hinter der Sache, sondern brauchen „nur“ Erfolge.

  7. @Krishna Gans

    Die Agentur Wesser ist ja keine Non Profit Organisation.
    Das scheint mir eine linke Tour zu sein.

  8. im wahrsten Sinne des Wortes.

  9. @Günter Heß #7
    Genau so habe ich das gemeint.

  10. Und wenn sie heute für den BUND unterwegs sind……dann morgen für Lichtblick oder Vattenfall……ich kann ein Lied davon singen, rotzfrech und abgebrüht….das es sogar mir mal die Sprache verschlagen hat.
    Und übermorgen stehen dann die Kunden bei uns im Büro und wir sollen das alles wieder rückgängig machen, weil man sich bequatschen lassen hat.

    Nur ein weiteres Übel der Zivilisation…..
    H.E.

  11. Drücker und Call Center im Kleinen, BWLler und Aktienanalysten im Großen, da ist jeder Einzelne einer zuviel.

  12. Zu Wesser

    http://www.taz.de/!5041147/

  13. @Michael Krüger

    Ich dachte eher an den folgenden NDR Beitrag

  14. Lesenswert: Mit welchen unlauteren Methoden Campact arbeitet.

    Peter Friedrich, Bundesratsminister aus dem Südwesten, schreibt empört zurück: „Von einer Rundum-Überwachung zu schreiben lässt mich sehr daran zweifeln, dass Sie an einer ernsthaften Debatte interessiert sind.“ Und weiter: Auch bei den Kampagnen gegen die Freihandelsabkommen und Fracking sei ihm aufgefallen, dass Campact es mit den Tatsachen nicht so genau nehme, sondern versuche, „mit kontrafaktischen Behauptungen und Zuspitzungen Stimmung zu erzeugen. “ Mit „Aufklärung und demokratischer Auseinandersetzung hat es leider nichts zu tun.“

  15. Die Grünen suchen einen Referenten für Propaganda, hmm, für Kampagearbeit meine ich.

    Die Aufgaben umfassen insbesondere:

    -- Konzeptionierung und Umsetzung grüner politischer Kampagnen
    -- Vorbereitung, Durchführung und Evaluation politischer Veranstaltungen, Demos und
    Aktionstage
    -- Beiträge zur Steigerung der Kampagnenfähigkeit der GRÜNEN NRW auf allen Ebenen
    (Leitfäden, Schulungen etc.)
    -- Information und Mobilisierung grüner Gliederungen und Betreuung bei eigenen Planungen im
    Bereich Straßenaktionen, lokale Kampagnen
    -- Beteiligung an der Entwicklung und Produktion von Kampagnenmaterial
    -- Mitarbeit bei der Wahlkampforganisation
    -- Netzwerkarbeit und Kooperation mit grün-nahen Verbänden, Initiativen und NGOs –
    insbesondere im grünen Kernbereich Umwelt- und Klimaschutz

    http://www.sven-giegold.de/2015/stellenausschreibung-gruene-nrw-kampagnenreferentin-gesucht/

    Hier wird deutlich, in der politischen Auseinandersetzung spielen die Parlamente für die Grünen eine untergeordnete Rolle. Wichtig sind die Öffentlichkeitsarbeit und die Besetzung von Schaltstellen in den Medien oder Ausschüssen. Dort wo sie Propaganda machen können. Mit welchen Mitteln dies geschieht, siehe oben Campact. Oder aber den Beitrag hier über die Drücker. Die machen das schon richtig professionell.

  16. # 15 Herr Quencher,

    die Grünen werden organisatorisch völlig unterschätzt, die haben Kader-Organisationen aufgebaut, um Positionen zu besetzen, wie z. B. https://www.boell.de/de/stipendien-partner

    Die „Böller-Fanten“ die in den Lokal-Redaktionen und den Staatsmedien, als grüne Indoktrinations-Beschaller Stimmung machen, bzw. Kritik zensieren, sind m. E. unglückliche und gehässige Grün-Funktionäre.
    Figuren die ohne jede Zuversicht oder Lebensfreude ihren „Fanatismus“ narzisstisch zelebrieren.
    Ob Giegold, Roth, Beck, Petra Kelly, Cohn-Bendit, Fischer, Ströbele usw. diese grünen Funktionäre sind allesamt keine positiven Familien-Menschen, mit eigenen Kindern und fröhlicher Lebensbejahung in entspannter Gelassenheit.

    Diese eigentlich sehr Unglücklichen, die wie „Borderliner“ auch das „De`Schändern“ der Gesellschaft, als „trendige“ bzw. „vergiftete“ Form der persönlichen Destruktion mit innerer Selbst-Aggression betreiben, sind ein persönlich bedauernswert unglücklicher Zustand, der in Leerstühlen mit Hilfe der Grünen, Sitzrechte für Anarchie-Potentiale gegen jede Rationalität erobert hat.
    Es sind Unterbelichtete, bzw. Emotionale die sich jeder Therapie zur
    Entkrampfung entziehen, weil sie alle die nicht auf dem grünen Trip sind, verbissen bekämpfen, um einen maximalen Schaden in der Gesellschaft zu hinterlassen, an der sie nicht unkompliziert Freude und Teilhabe finden konnten.
    Das gewählte Erscheinungs-Bild, was z.B. Anton Hofreiter, in seiner grünen „Conchita Wurst-Verkleidung“ vorführt, ist politisch werbewirksam tauglich, um „Böller-Burschen“ zu animieren und zu veranschaulichen, grüner Berufsrevolutionär zu spielen hat Zukunft, bringt richtig Schotter.
    Diejenigen, die die grünen Drückerkolonnen für ihre Ziele bezahlen, sie als Finanziers für Kampagnen ordern, um die deutsche Stromwirtschaft zu privatisieren und mit garantierten Vergütungen für Ökostrom ein „Klima-Rettungs-Märchen“ mit politischem „Luden-Personal“ wie im „Klima-Puff“, wo eine Frau „Holle-Hendricks“ in Paris als eine der „Klima-P..f-Mütter“, die „Klima-Mafia“ samt „Klima-Kanzlerette“ präsentiert, ist politisch bestens organisiert.
    Onkel Sam macht auch nicht nur „horch und guck“ ohne an den Fäden zu ziehen, an denen unsere politischen Puppen schon längst hampeln.

Schreibe einen Kommentar