Die Durchhalteparolen der Klimaschützer und Klimafolgenforscher

15. Dezember 2015 | Von | Kategorie: Biomasse, Blog, Daten, Energieerzeugung, Erdgas, Erdöl, Klimawandel, Kohle, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Photovoltaik, Profiteure, Wasserkraft, Windkraft, Wissenschaft

Stefan Rahmstorf schreibt in seinem Blog der KlimaLounge gerade, dass die globalen CO2-Emissionen anscheinend ein Plateau erreicht haben (denn Chinas Kohleverbrauch sinkt?) und wir das gesteckte Klimaziel, nicht mehr als 1,5 bis 2°C-Erwärmung seit Beginn der Industialisierung, noch erreichen können, wenn jetzt bald die Spitze der CO2-Emissionen erreicht wird und wir bis zum Jahr 2050-2100 die Welt vollständig dekarbonisieren.

Dazu zeigt er diese Abbildung der CO2-Emissionen (ohne Zementproduktion), die Jackson et al. gerade veröffentlicht haben.

s18_JacksonNCC15_Fig1

Das noch nicht beendete Jahr 2015 geht darin als vorläufiger Wert ein, der eine leichte Abnahme gegenüber 2014 zeigt. 2014 hatten wir einen neuen Rekordwert der CO2-Emissionen erreicht. Im Jahr 2015 wird dieser Wert annähernd wieder erreicht, oder in der Jahres-Endabrechnung vielleicht sogar noch überschritten. Also alles andere als rosige Perspektiven. Von einem Plateau kann keine Rede sein, schon gar nicht wenn man sich die aktuellen Ergebnisse der Netherlands Environmental Assessment Agency ansieht.

CO2-Emissionen2014

Die CO2-Emissionen inklusive Zementproduktion zeigen bis zum Jahr 2014 einen steilen Anstieg und kein Plateau. Hauptverursacher ist China und der weltweit zunehmende Energieverbrauch. Im Jahr 2005 hat China die USA als Spitzenreiter überholt und seine CO2-Emissionen seit 2000 mehr als verdoppelt (von 3-4 GtCO2 auf über 10 GtCO2 pro Jahr). Auch Indien hat seine CO2-Emissionen seit 2000 verdoppelt (von 1 GtCO2 auf 2 GtCO2 pro Jahr). Indien hat wie China etwas über 1 Milliarde Einwohner, wenn es den selben Weg wie China geht, werden in den nächsten Jahrzehnten 8 GtCO2 global pro Jahr hinzukommen. Afrika hat ebenfalls etwas über 1 Milliarde Einwohner. Nehmen die den selben Weg, kommen nochmal 10 GtCO2 pro Jahr hinzu.

Nur rund 15% des gesamten Welt-Energiebedarfes/ Primärenergiebadarfes (mit Strom, Wärme, Verkehr, etc.) werden über sogenannte Erneuerbare Energien gedeckt. Die Biomasse und die Wasserkraft stellen dabei den Hauptteil an den Erneuerbaren Energien und Wind- und Solarkraft in etwa nur 3%. Über 80% werden über Kohle, Erdöl und Erdgas gedeckt. Wir sind also eine Karbone Gesellschaft.

Die Klimaforscher sagen, die Globaltemperatur der letzten 1 1/2 Jahrzehnte zeigt kein Plateau und steigt infolge der zunehmenden CO2-Emissionenimmer immer weiter an. Die CO2-Emissionen sollen aber jetzt ein Plateau erreicht haben. Das soll der vorläufige Wert der CO2-Emissionen für 2015 zeigen. Die Trendwende in den CO2-Emissionen soll allen Anschein nach unmittelbar bevorstehen.

Damit hat Herr Rahmstorf allen Anschein nach den Bogen überspannt. Selbst die Klimaschützer nehmen ihn diese Trendwende nicht mehr ab.

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12 Kommentare
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  1. Mich erinnert das an die Parolen im januar 1945. Alle Fakten laufen anders, aber das Dogma Klima und Dekarbonisierug muß durchgehalten werden. Wenn in einer Lageentwicklung den Fakten nicht mehr gefolgt wird, den Zahlen mit Entscheidungen nicht mehr gefolgt wird, dann folgen wir halt einem Glauben und manipulierten Zahlen aus einem manipulierten Computer. Es gibt ja „Wissenschaftler“ und Institute die aus diesem Geschäftsmodell Millionen Steuergelder ziehen. Die sind ja Berater der Regierung. Die Auftraggeber (Nutznießer) ziehen dann langfristig ihre politische Macht daraus und auch wieder ein paar Euro. Wer ist Papst und wer ist Gegenpapst? Seit 500 Jahren nichts gelernt.
    Fakten wie bei werden von den Medien verschwiegen.

  2. naja,
    wie man sieht, hängt zz sehr viel von China alleine ab.
    Die machen zwar sicher eine Zeitlang mit viel Kohle weiter, aber sie machen auch sehr viel mit EE.
    Wenn deren fossilen CO2 Emissionen also nur leicht sinken, was durchaus sein kann, dann könnte global tatsächlich ein Plateau erreicht oder bald überschritten sein. ist alles nicht unrealistisch, da die Chinesen alleine schon wegen dem brutalen Smog Problem weg von Kohle und Diesel müssen….

  3. Mich überrascht, dass niemand über die Mauna Loa-Daten berichtet.
    Dabei ergibt sich für 2015 ein deutlicher Anstieg der CO2-Konzentration
    der Atmosphäre bis November 2015.
    Anstieg 2014: 2,17 ppm CO2

    Anstieg bis November 2015:400,16 ppm CO2
    “ 2014:397,27 “ “
    Bis November 2015 also ein Anstieg von 2,98 ppm CO2
    Übbrigens betrug der CO2-Anstieg im bisher wärmsten Jahr 1998:
    2,93 ppm CO2/Jahr.
    mit freundlichen Grüssen,
    danhaeuser

  4. @Mayr

    China macht nur viel im Wasserkraft. Ca. 10% am Primärenergieverbrauch in China. Wind und Sonne liegen bei 2% am Primärenergieverbrauch in China.

    Zudem wurden Chinas CO2-Emissionen aktuell hochkorrigiert.

    Und Indien legt derzeit weiter zu.

  5. @Justus Danhaeuser

    Richtig, im Super El Nino Jahr 1998 ging der CO2-Anstieg richtig hoch. Und dieses Jahr haben wir auch einen starken El Nino. Der warme Zentralpazifik setzt dann viel CO2 frei. (Hoher CO2-Partialdruck des warmen Zentralpazifiks gegenüber der Luft).

  6. Hoffen wir mal, dass der Klimagimpfel die Menschen wirklich zum umdenken bringt.

  7. Warum sollte er ?

  8. Die Stabilisierung der Kohlendioxid-Emissionen findet bei fortschreitender Entwicklung automatisch irgendwann auch global statt. Wenn die Weltbevölkerung nicht mehr wächst:

    http://www.science-skeptical.de/klimawandel/kein-klimaschutz-ist-der-bessere-klimaschutz/0013642/

  9. Die Global Monitoring Division des ESRL (Earth System Labaratory) der NOAA liefert zwei Datensätze mit den jährlichen Zuwächsen der atmosphärischenCO2-Konzentration (in ppm, bezogen auf das Volumen), einen mit den Werten der Station Mauna Loa, einen mit den global gemittelten Werten über See. Die Zuwachsraten werden für die Zeit von Anfang bis Ende des Jahres berechnet.
    Mir erscheint der Globalwert aussagekräftiger als der Sationswert für Mauna Loa. Die Daten gibt es hier
    ftp://aftp.cmdl.noaa.gov/products/trends/co2/co2_gr_gl.txt

    Nun habe habe ich die Zuwächse von ppm in absolute CO2 Mengen in Gt umgerechnet und die Werte in einer Grafik zusammen mit den CO2-Emissionswerten (Quelle: CO2 Emissions from Fuel Combustion, BP Statistical Review of World Energy June 2015) über der Zeitachse (Jahre ab 1965) aufgetragen.
    Bemerkenswert finde ich, dass, wie die Grafik deutlich zeigt, zwar die CO2-Emissionen seit der Jahrtausendwende stark gestiegen sind (von ca. 25 auf 35 Tt), aber die jährliche CO2-Massenzunahme in der Atmosphäre nahezu konstant (im Bereich von 15 bis 20 Tt) verblieb.
    Es scheint, dass ein wachsender Teil der CO2-Emissionen von anderen Senken aufgenommen wird.
    Eine davon dürfte der südliche Ozean sein, so sagen zwei neue Studien:
    http://research.noaa.gov/News/NewsArchive/LatestNews/TabId/684/ArtMID/1768/ArticleID/11348/Scientists-find-Southern-Ocean-removing-CO2-from-the-atmosphere-more-efficiently.aspx

  10. @Heller, #8:
    „Peak Child“ ist auch schon überschritten, dezeit wächst die Weltbevölkerung langsamer als noch in den 80ern. Wenn es mit dem zunehmendem Wohlstand so weitergeht wie die letzten 20 Jahre, dann dürfte die Weltbevölkerung sich bei 10 Milliarden einpendeln -- oder sogar wieder sinken, wenn sich immer mehr Leute sagen „ein Kind ist ja ganz schön, zwei sind auch noch okay, aber mehr brauch ich nicht“. Ein Luxus, den man sich leisten können muß -- bäuerliche Subsistenzwirtschaft verlangt nach immer neuen, jungen unverbrauchten Arbeitskräften, d.h., im Neo-Mittelalterlichen Utopia der Klimagläubigen würde es keinen Bevölkerungsrückgang geben.

  11. @Karl-Heinz Dehner

    Bemerkenswert finde ich, dass, wie die Grafik deutlich zeigt, zwar die CO2-Emissionen seit der Jahrtausendwende stark gestiegen sind (von ca. 25 auf 35 Tt), aber die jährliche CO2-Massenzunahme in der Atmosphäre nahezu konstant (im Bereich von 15 bis 20 Tt) verblieb.

    Richtig. Die Zunahme in der Atmosphäre beträgt seit 1995 ca. 2 ppm pro Jahr. In selber Zeit sind die CO2-Emissionen aber von etwas unter 25 GtCO2 auf etwas über 35 GtCO2 pro Jahr gestiegen. Etwa die Hälfte davon verbleibt in der Atmosphäre. Der südliche Ozean scheint bei höheren CO2-Partialdruck in der Luft mehr CO2 im Ozean aufzunehmen.

  12. @Michael Krüger,11
    Interesant erscheint mir in diesem Zusammenhang eine jüngst erschienene Studie (K. W. McMahon et al. Millennial-scale plankton regime shifts in the subtropical North Pacific Ocean, Science (2015). DOI: 10.1126/science.aaa9942), die zeigt, dass die Aktivität von Cyanobakterien eine negative Rückkoppelung im CO2-Kreislauf bewirken könnte:
    „Phytoplankton, the foundation of the marine ecosystem, depend on ambient oceanographic conditions such as temperature, salinity, and nutrient availability, which affect ocean chemistry and isotopic distributions. McMahon et al. report carbon isotopic composition changes in the North Pacific Ocean over the past 1000 years, which reflect changes in the community composition of phytoplankton in the region (see the Perspective by Vogt). An ongoing trend toward greater prevalence of nitrogen-fixing cyanobacteria that began 100 years ago might lead to a more efficient carbon pump and remove increasing amounts of CO2 from the atmosphere.“
    Ein Bericht über diese Studie findet sich hier:
    http://phys.org/news/2015-12-scientists-shifts-climate-sensitive-plankton-millennium.html
    Einer der Autoren kommt zu dem Schluss: „This picoplankton community shift may have provided a negative feedback to rising atmospheric carbon dioxide, during the last 100 years. However, we cannot expect this to be the case in the future“
    In den Computersimulationen mit den Klimamodellen des CMIP5-Projekts aber werden dagegen, soweit ich weiß, überwiegend positive Rückkoppelungseffekte angenommen.

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