Die Energiewende ist bereits gescheitert

14. Mai 2012 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Artikel, Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Energiewende, Erdgas, Erdöl, Kernenergie, Kohle, Politik, Wasserkraft, Windkraft

Aktualisierte und stark erweiterte Fassung des Artikels „Die Energiewende ist schon gescheitert“ aus Dezember 2011.

Man stelle sich vor, dass einem TV-Sender ein Drehbuch über ein politisches Thema angeboten wird, dessen Inhalt sich in Kurzform etwa wie folgt liest:

„In Japan ereignet sich ein furchtbares Erdbeben mit einer gewaltigen Tsunamiwelle, die eine riesige Zahl an Toten zur Folge hat. Auch ein großes Atomkraftwerk an der Küste wird schwer beschädigt. Im fernen Deutschland bricht Panik aus, obwohl in diesem Land die sichersten Reaktoren stehen und weder schwere Erdbeben noch Tsunamis drohen. Die deutsche Regierungschefin – nennen wir sie Frau M. – hat aber eine Idee: Sie will ihren Gegnern endlich das Atomangst-Argument aus der Hand schlagen, mit dem man sie ständig ärgert. Sie will jetzt die Atomenergie einfach abschaffen und verkündet, dass sie nun plötzlich begriffen hätte, dass Atomreaktoren unsicher sind. Das habe sie vorher nicht gewusst. Frau M. ist übrigens Physikerin. Sofort werden acht Kernkraftwerke abgeschaltet, die übrigen dann später. Weil die Reaktorsicherheits-Experten leider erklären, dass die Atomkraftwerke doch sicher sind, beruft Frau M. einen Ethikrat, der gar nicht erst über den Ausstieg diskutieren soll, sondern dem sie gleich die gewünschte Antwort als Frage vorlegt: „Wie kann ich den Ausstieg mit Augenmaß vollziehen…?“ Diesem Ethikrat gehört kein Energieexperte an, jedoch zwei Bischöfe.

Dieser Rat gibt die gewünschte Antwort und dann wird ein Ausstiegs-Gesetzespaket beschlossen, das Parlament und Bundesrat anschließend in Rekordzeit verabschieden. Es herrscht große Angst, denn schon morgen können die Reaktoren explodieren. Jedenfalls genau die, die zuerst abgeschaltet wurden. Die übrigen noch nicht. Der jetzt fehlende Strom wird nun zum großen Teil aus den Nachbarländern importiert: Und das ist wieder überwiegend Atomstrom. Das stört jetzt aber niemanden mehr. Deutschland ist noch einmal davon gekommen. Frau M. nennt es die Energiewende.“

Das Drehbuch wird wegen Unglaubwürdigkeit abgelehnt. Soweit die Fiktion.

Wie man weiß, hat sich das aber tatsächlich im Frühjahr und Frühsommer 2011 zugetragen (14). Jetzt, wo sich die ersten Auswirkungen zeigen und die Fehler im Gesetzeswerk, in den Methoden ihrer Kaschierung und in der Argumentation der Regierung deutlich hervortreten und nun auch Reaktionen aus dem Ausland vorliegen, kann man eine Diagnose der sogenannten Energiewende versuchen (13, 14, 34, 37, 62, 65, 80).

Inhaltsübersicht

1. Die deutsche Energiepolitik: Eine Fieberkurve
2. Das Erneuerbare Energien-Gesetz: Gefahr für den Industriestandort Deutschland
3. Die verhängnisvolle und erfolgreiche Informationspolitik
4. Jenseits der Planwirtschaft: Entschädigung für die Nicht-Erzeugung von „Ökostrom“, Verpflichtung zur Hellseherei und „negative Preise“
5. Ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz verfassungswidrig ?
6. Windstrom – Versorgung nach Wetterlage
7. Solarstrom – geringer Nutzen für sehr viel Geld
8. Biogas: Nur begrenzt umweltfreundlich
9. Neue Kohle- und Gaskraftwerke – der Rettungsanker, der nicht greift
10. Die Stromnetze werden an die Grenzen ihrer Belastbarkeit getrieben
11. Zukunftstechniken ohne Zukunft: Das Prinzip Hoffnung als Realitätsersatz
12. Die Energie-Planwirtschaft ist längst Realität
13. Das stille Ende großer Ankündigungen – und das Erwachen der Gewerkschaften
14. Die Geister, die man rief…
15. Deutschlands Energiewende bedroht die Nachbarländer
16. Für Industrie und Bürger wird es immer teurer – die „Energiearmut“ wächst
17. Ein internationales Urteil
18. Globale Entwicklungen gehen in eine andere Richtung
19. Schäden und Kollateralschäden
20 . Wie geht es weiter?
Quellenverzeichnis

.

1. Die deutsche Energiepolitik: Eine Fieberkurve

Die Energiepolitik eines Industrielandes gehört zu den wichtigsten Politikfeldern, weil sie die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landes und damit auch die Lage auf dem Arbeitsmarkt und den privaten und öffentlichen Wohlstand entscheidend bestimmt. Sie muss effizient und berechenbar sein und der Wirtschaft und den Bürgern Energie kostengünstig und zuverlässig zur Verfügung stellen. Diese Anforderungen sind unverzichtbar. Sie dürfen nicht durch politische Interessen in Frage gestellt oder aufgegeben werden, weil z.B. bei einer schweren Schädigung der Wirtschaft durch eine gezielt auf Verteuerung der Energie setzende Politik letztlich auch jeglicher Umweltschutz scheitert. Mit dieser einfachen Wahrheit im Sinn betrachte man die deutsche Energiepolitik in den vergangenen eineinhalb Jahren:

  • Am 28.September 2010 beschloss die Bundesregierung ihr „Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“ (23), das „die energiepolitische Ausrichtung Deutschlands bis 2050 beschreibt“ (BMU-Feststellung). Der damit verkündete Größenwahn einer 40-jährigen Energieplanung endete dann auch nach 8 Monaten.
  • In einem Anflug von Realitätssinn beschloss die Regierung anschließend eine Laufzeitverlängerung für die Kernkraftwerke um durchschnittlich 12 Jahre, die der Bundestag am 28.10.2010 verabschiedete. Man hatte wohl erkannt, dass man angesichts des nur langsam steigenden und zudem sehr unzuverlässigen Versorgungsbeitrags der sog. Erneuerbaren Energien noch recht lange eine sichere Grundlast-Stromversorgung benötigen würde.
  • Das änderte sich am 14. März 2011 in sein Gegenteil mit der Verkündung einer auf 3 Monate befristeten Aussetzung der Laufzeitverlängerung durch die Bundeskanzlerin – das sog. Moratorium. Am darauf folgenden Tag teilte sie mit, dass die 7 ältesten deutschen Kernkraftwerke während des Moratoriums abgeschaltet werden sollten. Auch das seit 2009 abgeschaltete KKW Krümmel sollte in dieser Zeit außer Betrieb bleiben.
  • Am 6.6. 2011 beschloss die Regierung ein Energiepaket mit dem Titel „Der Weg zur Energie der Zukunft – sicher, bezahlbar und umweltfreundlich“. (Man beachte die veränderte Reihenfolge der Eigenschaftswörter.) Es war streckenweise eine Neuauflage des Papiers vom September 2010 – allerdings mit einer wichtigen Änderung, die das BMU wie folgt beschreibt (91): „Die Darstellungen zur Kernenergie in Kapitel C….zum Energiekonzept vom September 2010 werden durch die Beschlüsse des Bundeskabinetts zur Änderung des Atomgesetzes vom 6.6.2011 ersetzt. Gemeinsam bilden die Beschlüsse des Energiekonzepts von 2010 (mit Ausnahme der Darstellung der Kernenergie) und der Energiewende 2011 die aktuelle (sic !) Energiepolitik der Bundesregierung ab“. Was denn nun ? Aktuell oder für 40 Jahre ? Eher aktuell.
  • Durch das 13. Gesetz zur Änderung des Atomgesetzes wurde die Laufzeitverlängerung vom Oktober 2010 am 6.8.2011 zurückgenommen.

Die deutsche Energiepolitik in den vergangenen eineinhalb Jahren gleicht einer Fieberkurve. Ihre wilden Kurswechsel sind für die Wirtschaft schlimm genug. Was dabei aber leider konstant blieb, sind ihre fundamentalen Fehler aus der Vergangenheit: Die planwirtschaftlichen und zerstörerischen staatlichen Maßnahmen, die unter dem Sammelbegriff „Erneuerbare Energien-Gesetz“ bekannt sind.

[Zur Inhaltsangabe]

2. Das Erneuerbare Energien-Gesetz: Gefahr für den Industriestandort Deutschland

Ein kurzer Blick in die Geschichte dieses gefährlichsten Sprengsatzes für die deutsche Wirtschaft: Es war die 4. Regierung Kohl (CDU, CSU, FDP) mit ihrem Umweltminister Klaus Töpfer, die das „Stromeinspeisungsgesetz“ vom 7.12.1990 – die Mutter des EEG – in die Welt setzte, und nicht etwa Rot-Grün. Der vollständige Titel hieß „Gesetz über die Einspeisung von Strom aus erneuerbaren Energien in das öffentliche Netz“, woraus man schon damals sowohl einen physikalischen Blödsinn im Gesetzestitel (erneuerbare Energie gibt es nicht) und eine ideologische Verengung des Blicks auf den Strom entnehmen kann.

Damit hatte die Regierung Kohl bereits die hauptsächlichen Merkmale des späteren EEG festgelegt, deren Unsinn heute stärker denn je fortwirkt. Es folgte das 4. Kabinett Kohl, in dem schon eine Frau Merkel Ministerin für Frauen und Jugend war; im 5. und letzten Kabinett Kohl ab 17.1.1994 war sie dann Ministerin für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit.

Die rot-grüne Regierung von Schröder schrieb dann ab 1.4.2000 dieses Gesetz, das dann „Erneuerbare Energien-Gesetz“ hieß, mit einer Novellierung fort. 2004 ließ das 2. Kabinett Schröder eine weitere Novellierung folgen. Und 2009 setzte die große Koalition – CDU und SPD – unter Merkel die EEG-Novellierung 2009 fort. Die schwarz-gelbe Koalition unter Merkel ließ dann die nächste Novellierung des EEG zum 1.1.2012 folgen.

Diese Vorgeschichte erklärt, weshalb die 4 „alten“ Parteien CDU, SPD, FDP und CSU die volle Verantwortung für dieses Gesetzeswerk tragen und weshalb niemals in einem Koalitionsvertrag ein radikaler Rückbau des EEG beschlossen wurde. Da diese Parteien – in welcher Kombination auch immer – die künftigen Regierungen bilden werden, wird den Deutschen das EEG bis zu seinem von Industrie, Gewerkschaften und Medien erzwungenen bitteren Ende erhalten bleiben.

Im Laufe seiner nunmehr 21-jährigen, mit deutscher Gründlichkeit zu einem großen und die kleinsten Details regulierenden Paragraphenwerk ausgebauten, Entwicklung ist das EEG von seinen irgendwie sympathischen Anfängen – als Unterstützungsmaßnahme für kleine, von den großen EVU unterdrückte Produzenten regenerativ erzeugten Stroms – zu einem Monster geworden, das die Wirtschaft insgesamt bedroht.

Das EEG weist vier fundamentale Fehler auf, die sich durch die strikte Durchsetzung und Ausweitung dieses Gesetzeswerks in eine Bedrohung des Standorts Deutschland verwandelten, ohne der Umwelt zu helfen :

  1. Die unverständliche Fokussierung des EEG auf die Stromerzeugung ignorierte den Sektor Wärmeversorgung sowohl bezüglich der dort umgesetzten Energiemengen als auch bezüglich der Importabhängigkeit der dort eingesetzten, überwiegend fossilen Energieträger.Dessen verspätete Einbeziehung (Gesetz zur Förderung erneuerbarer Energien im Wärmebereich) war von abrupten Änderungen der Förderung bis hin zu vorübergehenden Stops gekennzeichnet, die die Heizungsbranche einem chaotischen Wechselbad aussetzten und die dringend notwendige Modernisierung bremsten. Stagnation auf tiefem Niveau ist das Ergebnis.Die Milliardensubventionen wurden an diesem für Deutschland wichtigsten Energiesektor vorbei gelenkt – und dies dazu noch mit erheblichen volkswirtschaftlichen Kollateralschäden im Sektor der Stromwirtschaft, dem das EEG eigentlich dienen sollte.
  2. Das anscheinend verfolgte energiepolitische Ziel, bei der Stromerzeugung von fossilen Energieträgern wegzukommen, wurde mit einer falschen Förderungspolitik angegangen: Man wählte bestimmte Techniken dafür aus, anstatt Einsparziele für die Energieträger vorzugeben und die Wahl der dafür geeigneten Techniken bzw. deren Weiterentwicklung dem industriellen Wettbewerb zu überlassen.Damit schuf man Förderreservate für bestimmte Techniken, von denen sich die extra ausgewählte, obwohl für das sonnenarme Deutschland a priori ungeeignete Photovoltaik als ein finanzielles Fass ohne Boden bei gleichzeitigem äußerst geringem Nutzen erwies – außer für China.Auch hätte die thermodynamisch völlig unsinnige Stromerzeugung mit Geothermie ohne den ausdrücklichen Wunsch ihrer politischen Förderer niemals auch nur zu Prototypanlagen geführt. Stattdessen hätte es hier kleine, inhärent sichere nukleare Heizkraftwerke gegeben, die im Ausland schon lange bekannt und jetzt in der Weiterentwicklung sind. Unmöglich ? Das ist in jenen Ländern möglich, in denen man keine Listen über gute und böse Technologien führt und in denen die Medien keine politisch korrekte Selbstzensur betreiben – siehe Kap. 3.
  3. Die Grundidee, der das EEG dienen sollte, nämlich die Umwelt auf diese Weise schützen zu können, stimmte nur am Beginn der Entwicklung. Es ist eine Tatsache, dass eine jede Energietechnik, deren Potenzial in die Leistungsregion von Hunderten von Megawatt oder darüber ausgebaut wurde, zwangsläufig zu einer von Umweltschützern stets verdammten „Großtechnologie“ geworden ist.Mit allen zugehörigen Nachteilen wie Flächenverbrauch, Rohstoffverbrauch, Verlust an Biodiversität, Umweltbelastungen durch schädliche chemische Emissionen (insbesondere bei der Photovoltaik-Herstellung und bei Biogasanlagen) oder Lärmbelastungen (Windkraft) sowie erheblichem Energieverbrauch für die Produktion der grünen Technik – und letztlich auch erheblichem Entsorgungsaufwand. Man hat am Ende nur die alten Umweltprobleme gegen neue ausgetauscht.
  4. Das EEG hatte von Anfang an planwirtschaftliche Tendenzen, die sich mit den extrem zunehmenden Subventionen für die ausgewählten „Erneuerbaren“ zur Umwandlung des ehemals marktwirtschaftlich ausgerichteten Energiesektors in einen von Planwirtschaft gefesselten Sektor auswuchsen.

Mit den zwangsläufigen Folgen, die eine Planwirtschaft kennzeichnen:

-Unkontrollierte Verschwendung in Milliardenhöhe

-starke Energiekostensteigerung („Energiearmut“)

-großer verspäteter Aufwand für das Beheben von Defiziten, die durch das jahrelange Ignorieren von zentralen Voraussetzungen für eine derartige Umgestaltung des Elektrizitätssystems entstanden sind (fehlende Speicher, unzureichendes Netz, fehlende konventionelle Kraftwerke als Sicherheit)

-Verwandlung des erhofften Nutzens in eine Bedrohung (Vertreibung der energieintensiven Industrie, Blackouts)

-Ärger mit den Nachbarländern wegen des Missbrauchs ihrer Stromnetze als Abladeplatz für wetterbedingte Stromüberschüsse

-technologischer Rückstand oder völliger Verlust von Kompetenzen auf den nicht vom EEG begünstigten Feldern

Diese EEG-verursachten Probleme wurden durch das plötzliche Abschalten von 7 Kernkraftwerken nochmals erheblich vergrößert. Zudem gab Deutschland damit seine bisherige Rolle als Exporteur von Grundlaststrom auf – ohne Abstimmung mit den Nachbarländern.

Die EEG-Förderung der verschiedenen „grünen“ Technologien entbehrt jeglicher Logik, betrachtet man die Subventionen, die jeweils eine Megawatt-Stunde (MWh) Stromerzeugung verschlingen darf – und das für 20 Jahre garantiert (90):

Photovoltaik: 307 €/MWh
Geothermie: 166 €/MWh
Biomasse: 112 €/MWh
Wind (Land): 104 €/MWh
Wasser: 24 €/MWh

Nicht weiter verwunderlich, dass insbesondere bei der Photovoltaik ein extremer Bauboom im sonnenarmen Deutschland einsetzte, dessen Folgekosten jenseits der 100-Milliarden-Grenze liegen (18).

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnte bereits Anfang März, danach im Juni, im August, im September und zuletzt am 22.10.2011. Hohe Energiekosten gefährdeten nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern auch den sozialen Frieden, wenn ein Teil der Menschen die Stromrechnung nicht mehr bezahlen könne.

„Ich bin überrascht, wie gedankenlos die Entwicklung der Strompreise hingenommen wird“

sagte Oettinger auf dem internationalen Wirtschaftsforum in Baden-Baden. Deutschland zähle weltweit zu der Spitzengruppe bei den Strompreisen. Dies sei eine Ursache für die stetige De-Industrialisierung – energieträchtige Produktionen würden ins Ausland verlagert, sagte Oettinger.

Zu den Belastungen durch Steuern und Abgaben – darunter auch die EEG-Umlage – siehe Kap. 16. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW präsentierte eine EEG-Mittelfristprognose bis 2016. Danach ist mit folgenden Auszahlungen an die „Einspeiser“ zu rechnen: Für 2013 sind 19,3 Mrd. €; für 2014 20,8 Mrd. €; für 2015 22 Mrd. € und für 2016 23,8 Mrd. € zu erwarten (90) – und entsprechend wird sich die EEG-Umlage auf den Strompreis erhöhen.

Die EEG-Gewinner sind: Bayerische Erzeuger.

Eine von den Erfindern unbedachte Wirkung des EEG ist die Aufteilung der Bundesländer in Gewinner und Verlierer. Absoluter Gewinner ist Bayern: Seine Bürger müssen jährlich 2,2 Mrd. € für die EEG-Umlage zahlen, dafür strömen den geförderten Grünstromproduzenten Bayerns – hauptsächlich Bayerns Photovoltaik-Betreibern – 3,3 Mrd. € zu, die zu ca. einem Drittel von den Verbrauchern in den anderen Ländern kommen. Auch alle nördlichen Ost-Bundesländer sowie Niedersachsen gehören mit ihrem exzessiven Windräder-Bestand zu den Gewinnern der grünen Tombola.

Umgekehrt ist NRW der große Verlierer im EEG-Umlage-Spiel: Nordrhein-Westfalens Bürger zahlen 5,34 Mrd. € an EEG-Umlage; die EEG-Profiteure aus NRW nehmen aber nur 1,29 Mrd. € ein. Auch die 3 Stadtstaaten gehören zu den Verlierern, ebenso Baden-Württemberg und Hessen (90). Es handelt sich also bei dem großen EEG-Umverteilungsprojekt nicht nur um eine besonders extreme unsoziale Umverteilung von unten nach oben (Mieter finanzieren Hauseigentümer und Landwirte), sondern auch um eine regionale Umlenkung von Geldströmen.

Schon werden Debatten darüber geführt, wie man diese politisch geschaffenen Subventionsgeldströme wieder politisch umlenken könnte: Den Ostländern mit riesenhaft ausgebauter Windkraft – dort sind 42% der gesamten Windkraftleistung Deutschlands installiert; gut das Doppelte, was sie selbst verbrauchen können – gefällt nicht, dass sie für den Transport dieses Stroms nach Westen und Süden den dazu nötigen Netzausbau selbst bezahlen sollen. Ost-Unternehmerverbände fordern „Gleichbehandlung“. Spätestens jetzt ist die Aktion „Gleichbehandlung für NRW“ fällig.

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3. Die verhängnisvolle und erfolgreiche Informationspolitik

Wer die amtlichen Verlautbarungen zur Energiepolitik, zur Begründung von Gesetzen, die die Förderung bestimmter Energietechnologien betreffen, die politischen Erläuterungen zu sämtlichen staatlichen Maßnahmen auf diesem Gebiet kritisch betrachtet, der kann zunächst die durchgängig festzustellenden fast unglaublichen Fehler nicht fassen.

Die von Frau Merkel angestrebte sogenannte Energiewende ist – abgesehen vom Ausstieg aus der Kernkraft – in allen Einzelheiten seit 6 Jahren der Kern der Energie-Regierungspolitik. Neu ist nur der geradezu messianische Ehrgeiz, die selbst gesteckten Ziele in einer noch kürzeren Zeit zu erreichen. Der Anspruch, damit Vorbild für den Rest der Welt zu sein, ist auch nicht neu, sondern typisch.

Der Grundgedanke der Energiewende 2011 ist die völlige Abschaffung der Kernkraftwerke und der weitgehende Ersatz der Kohle- und Gaskraftwerke durch die sogenannten erneuerbaren Energien (Windstrom, Solarstrom, Biogaskraftwerke, Wasserkraft, Geothermie-Strom), die es natürlich nicht gibt; gemeint sind regenerative Energien.

Auffällig sind drei Prinzipien dieser Politik:

  • Nahezu ausschliessliche Konzentration auf elektrische Energie,
  • dabei das Ersetzen von zuverlässiger Grundlastversorgung durch Tageslicht- und Wetter-abhängige Stromerzeugung mit Bedrohung der Netzstabiliät
  • und die Vernachlässigung der Wärmeversorgung.

Vorbei sind leider die Zeiten, in denen eine Oberste Bundesbehörde unter keinen Umständen die Bürger gezielt getäuscht und mit falschen Informationen in die Irre geführt hätte. Die einzige lässliche Sünde war in diesen „guten alten Zeiten“ das Weglassen allzu peinlicher Aussagen – aber es wurde niemals gefälscht und gelogen. Die Manipulation von Fakten und absichtliche Falschinformationen sind seit etwa 6 Jahren zu einem normalen Mittel der Öffentlichkeitsarbeit geworden.

Da es sich bei dem Thema Energiewirtschaft und Energietechnik um Fachgebiete handelt, die dem Normalbürger eher fremd sind, war diese Politik der systematischen Desinformation außerordentlich erfolgreich – wie die Umfragen über die Meinung der Bürger auf diesem Gebiet belegen (siehe unten).

Das Haupt-Schlachtfeld dieses Medienkriegs sind die sogenannten erneuerbaren Energien. Es war und ist das politische Ziel der letzten und der derzeitigen Bundesregierung, für diese Energietechniken trotz ihrer vielfachen und massiven Nachteile eine öffentliche Akzeptanz zu erreichen und Widerstände der Fachleute zu neutralisieren. Dazu dient diese systematische Fehlinformation – sie ist ein politisches Instrument zur Durchsetzung ideologischer Ziele, und dabei geht es keineswegs nur um die Umwelt. Umwelt- und Klimaschutz sind nur ein für die Bürger vorgeschobener Schirm, hinter dem sich ein konsequenter Kampf gegen die westliche Industriegesellschaft verbirgt. Diese kann man mit dem Instrument einer massiven Verteuerung der Energie am wirksamsten treffen – und eben das leistet das Erneuerbare Energien-Gesetz.

Desinformation in den Medien

Wie stark die jahrelange Desinformationskampagne der Medien bereits gewirkt hat, demonstrierte unfreiwillig das Deutsche Atomforum, als es Mitte 2010 eine Umfrage zur künftigen Energieversorgung bei Emnid in Auftrag gab. Die darin gestellte Frage lautete: „Welche drei der nachfolgend genannten Energieträger werden in 5 Jahren unsere Stromversorgung in Deutschland im Wesentlichen sichern ?“ (84).

Die Antwort war verblüffend:

  • Platz 1 erhielt die Solarenergie – mit 69 % Voten der Befragten. Realität: Platz 8 mit nur 1,1 % an der Stromerzeugung in 2009.
  • Platz 2 ging an die Windkraft – mit 66 % der Befragten. Die Realität: Platz 5 mit 6.5 % an der Stromerzeugung..
  • Platz 3: Wasserkraft – mit 44 % der Befragten. Tatsache: Platz 7 mit 3,2 % Anteil.
  • Platz 4 ging interessanterweise an die Kernenergie: Mit 30 % der Stimmen. Tatsache: Platz 2 mit 22,7 % Anteil.
  • Platz 5 wurde dem Erdgas zugewiesen: Mit 27 % der Voten. Real: Platz 4 mit 13,0 % Anteil.
  • Platz 6 erhielt Biomasse-Strom mit 22 % der Befragten. Tatsache: Platz 6 mit 4,3 % Anteil.
  • Platz 7 erhielt die Braunkohle mit 10 % der Stimmen. In Wirklichkeit Platz 1 mit 24,7 % Stromanteil.
  • Platz 8 ging an die Steinkohle mit 9 % der Befragten. Die Realität: Platz 3 mit 18,0 % Anteil.

Hier stand die Welt in den Köpfen auf dem Kopf: Die wichtigsten Stromerzeugungsformen landeten unter ferner liefen und die Nischenerzeuger Sonne, Wind und Wasser mit insgesamt gerade einmal 10,8 % Anteil an der Stromerzeugung kamen auf die ersten drei Plätze – mit überragenden Werten. Besser kann man den Erfolg der jahrelang manipulierenden Informationspolitik der Medien nicht dokumentieren. Das erklärt auch die vermutlich zutreffende Behauptung, dass die Bürger heute mehrheitlich der Energiewende zustimmen, wie sie auch mehrheitlich – mit ca. 60 bis 70 % – die Kernenergie ablehnen.

Es ist bezeichnend für die gesamte Diskussion über die Kernkraft, die sogenannten Erneuerbaren Energien und die Konsequenzen unbedachter energiepolitischer Entscheidungen, dass alle damit befassten Ministerien und alle daran interessierten Parlamentarier alle schwerwiegenden Kritikpunkte an der Energiepolitik schon länger kannten, weil man es einfach wusste und es zudem von renommierten Fachautoritäten – und zwar allgemeinverständlich – wiederholt erklärt bekam: So zum Beispiel in dem ausgezeichneten Artikel „Kosten rauf, Sicherheit runter“ von Professor Hermann-Josef Wagner aus dem Jahre 2004 (13). Das Ignorieren derartiger Warnungen kommt uns nun teuer zu stehen. In den Tageszeitungen und im Fernsehen wurden diese Informationen systematisch ausgeblendet.

In den Medien dominiert in Sachen Energiewende nach wie vor Gesundbeterei – mit einer interessanten Ausnahme: Die extrem teure und kaum wirksame Solarstromerzeugung kommt jetzt in Verbindung mit dem Untergang der angeblichen Zukunftsindustrie Photovoltaik in das Schussfeld der Medien. Im Übrigen wird aber Optimismus verbreitet. Das Medien-Adjektiv für die mit der Energiewende verbundenen teuren und riskanten Vorhaben heißt: „Ehrgeizig.“ Diese ehrgeizigen Pläne und Maßnahmen werden im Folgenden behandelt.

[Zur Inhaltsangabe]

4. Jenseits der Planwirtschaft: Entschädigung für die Nicht-Erzeugung von „Ökostrom“, Verpflichtung zur Hellseherei und „negative Preise“

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG enthält mehrere kaum glaubliche Vorschriften, die eine besondere Erwähnung verdienen. Beispiele:

Entschädigung für die Strom-Nichterzeugung

Die Härtefallregelung des EEG – der §12 – bestimmt:

„Wird die Einspeisung von EEG-Strom wegen eines Netzengpasses…… reduziert, sind die von der Maßnahme betroffenen Betreiberinnen und Betreiber ……für 95 Prozent der entgangenen Einnahmen…zu entschädigen. Übersteigen die entgangenen Einnahmen in einem Jahr ein Prozent der Jahreseinnahmen, sind die Betreiberinnen……zu 100 Prozent zu entschädigen.“

Mit anderen Worten: Bei besonders häufigen Netzstörungen durch den grünen Strom gibt es für dessen Erzeuger mehr Geld. Dies erinnert leider sehr an die Praktiken der Agrar-Planwirtschaft in der EU, wo ebenfalls Produktionsvermeidungen finanziell belohnt werden. In Deutschland wird nun auch die Energiewirtschaft dazu verurteilt, nach den schlimmsten Methoden der Planwirtschaft zu einem ineffizienten Milliardengrab zu verkommen.

Gesetzliche Verpflichtung zur Hellseherei

Der §12 EEG enthält auch eine Verpflichtung für die Netzbetreiber, die offenbar von den Gesetzesmachern für notorische Betrüger gehalten werden, in die Zukunft zu sehen und das Ergebnis den Betreibern der Ökostromanlagen (EE-Anlagen genannt) verbindlich mitzuteilen: Zitat:

„Betreiber von EE-Anlagen sollen künftig spätestens am Vortag vom Netzbetreiber über den erwarteten Zeitpunkt, den Umfang und die Dauer des Einspeisemanagements (Anm.: gemeint ist der Eingriff des Netzbetreibers, z.B. das Stoppen der Einspeisung in sein Netz) informiert werden.“

Der Netzbetreiber muss also „spätestens am Vortag“ eine Netzüberlastung oder Netzstörung voraussehen. Da derartige Überlastungen gerade durch den plötzlichen und massiven Anstieg von Windstrom innerhalb von Stunden verursacht werden, muss das der Netzbetreiber „spätestens am Vortag“ „den erwarteten Zeitpunkt“ und auch „den Umfang“ sowie ebenfalls „die Dauer“ der morgigen Störung und seiner dann notwendigen Eingriffe sicher feststellen und mitteilen.

Wahrscheinlichkeits-Aussagen, wie sie die Meteorologen gerne benutzen, da selbst sie niemals exakt die regionalen Wettergeschehnisse vorhersagen können, sind hier unzulässig. Man darf auf das Ergebnis der sicher kommenden Zivilklagen von Erzeugern gegen Netzbetreiber, die ihren hellseherischen Pflichten nicht nachgekommen sind, gespannt sein. Diese Bestimmung sagt alles sowohl über den Realitätsbezug als auch über die Denkweise im Bundesumwelt-Ministerium.

Ökostrom-„Verkauf“ zu „negativen Preisen“

Bemerkenswert ist, dass es durch diese Härtefallregelung des EEG dem Netzbetreiber nicht erlaubt ist, bei Unverkäuflichkeit des Ökostroms an der Strombörse diesen abzuschalten bzw. dessen Einspeisung abzulehnen. Er muß stattdessen den vom Markt unerwünschten Strom entweder verschenken, oder gar noch dem Interessenten Geld bezahlen, damit er den Strom abnimmt. Das wird beschönigend „negative Preise“ genannt.

Das BMU schreibt in seinem „EEG-Erfahrungsberichts-Entwurf 2011“:

„Im September 2008 wurde an der Strombörse die Möglichkeit negativer Preise eingeführt. Dies ist bislang weltweit einzigartig. (Anm.: Die Verfasser sind eindeutig stolz darauf). Tatsächlich sind negative Preise inzwischen mehrfach vorgekommen, im Extremfall wurden Preise bis zu minus 500 €/MWh erreicht“ (…)

„Um die Höhe negativer Preise zu begrenzen, sah die Ausgleichsmechanismus-Ausführungsverordnung (AusglMechAV) vom 22.2.2010 eine bis zum Jahresende 2010 befristete Übergangsregelung vor, welche die Netzbetreiber in Ausnahmefällen von der Pflicht befreite, EEG-Strom um jeden Preis an der Börse verkaufen zu müssen. Um das Kostenrisiko auch über das Jahr 2010 hinaus zu reduzieren, enthält die AusglMechAV seit dem 1.1.2011 eine bis zum 28.2. 2013 befristete Möglichkeit, negative Preise zu begrenzen. Danach greifen Preislimits zwischen minus 150 und minus 350 Euro.“

Es geht also genau so weiter. Selbstverständlich erhält der Erzeuger auch in diesen Fällen seine volle Einspeisevergütung, die genau wie die Zuzahlung an den Abnehmer den Verbrauchern aufgebürdet wird, die dadurch den grünen Strom doppelt bezahlen müssen.

Auch hier stimmt die Parallele zur Agrarpolitik der EU: Überschüsse, die keiner braucht, werden verbilligt, also unter den Erzeugungskosten, ins Ausland exportiert, wodurch dann die regionalen Erzeuger aus dem Markt verdrängt werden. Die durch den Überschussexport in den Empfängerländern angerichteten Schäden addieren sich zu den finanziellen Schäden, die in den EU-Staaten angerichtet werden.

Eine exakte Parallele zum jetzt von Deutschland praktizierten doppelt subventionierten Export des überflüssigen Wind- und Solarstroms, der ebenfalls in den Empfängerländern zu Schäden führt: Deshalb die von Polen angekündigte Importsperre für grünen deutschen Überschuss-Strom. (Siehe den Abschnitt „Deutschlands Energiewende bedroht die Nachbarländer“ in Kapitel 15.)

Selbst die UdSSR und ihre Satellitenstaaten haben es während der Ära des „real existierenden Sozialismus“ und seiner letztlich das ganze System zerstörenden Planwirtschaft nicht fertig gebracht, die Nichtproduktion von Strom mit einer Bezahlung zu belohnen. Das war Deutschland vorbehalten. Und das BMU hat hier recht: Das ist weltweit einzigartig.

[Zur Inhaltsangabe]

5. Ist das Erneuerbare-Energien-Gesetz verfassungswidrig ?

Es gilt der alte Spruch: Vor den Schranken der Gerichte und auf hoher See ist man in Gottes Hand. Das bedeutet für das hier behandelte Thema: Vielleicht hat die Politik auch beim EEG die Rechnung ohne das Verfassungsgericht gemacht. Am 5.3.2012 meldete die Nachrichtenagentur dapd (22):

„Ein Gutachten der Universität Regensburg befeuert die Debatte um das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Experten der Rechtsfakultät sind demnach zu dem Schluss gekommen: Die Umlage der Kosten für die Energiewende auf alle Stromverbraucher ist verfassungswidrig.

Das Gutachten wurde im Auftrag des Gesamtverbandes der deutschen Textil- und Modeindustrie erstellt. Studienautor Gerrit Manssen sieht dabei deutliche Parallelen zwischen dem einstigen „Kohlepfennig“ und der Ökostrom-Umlage. Im Jahr 1994 hatte das Bundesverfassungsgericht die Abgabe zur Subventionierung der Steinkohle für verfassungswidrig erklärt.

Die Verfassungsrichter entschieden damals: Die deutschen Stromverbraucher haben keine besondere Finanzierungsverantwortung für die Förderung des Steinkohleeinsatzes bei der Stromerzeugung. Der „Kohlepfennig“ war entsprechend unzulässig. Dabei habe es sich unstreitig um eine Sonderfinanzierungsabgabe gehandelt, führt Manssen jetzt in der Studie aus. Die sei nach der Rechtsprechung des Verfassungsgerichts aber nur zulässig, wenn „die Abgabepflichtigen eine besondere Finanzierungsverantwortung trifft“.

Wie die damalige Subventionierung der Steinkohle ist laut Manssen die Förderung von Ökostrom aber Aufgabe der Allgemeinheit und liege nicht in der Verantwortung der Stromverbraucher. Deshalb könne die Öko-Umlage auch nicht durch eine Sonderabgabe finanziert werden.

Als verfassungsrechtlich problematisch stuft Manssen vor allem die 2010 in Kraft getretene Ausgleichsregelung ein, die energieintensive Unternehmen von der Umlage verschont. Die Zahl der begünstigten Firmen steige dadurch an, die Kosten für die Verschonung würden auf alle Stromabnehmer umgewälzt, die nicht von der Neuregelung profitierten. Durch den damit „geschlossenen Finanzkreislauf“ zwischen Endverbraucher und Anlagenbetreiber träfe die wirtschaftliche Belastung aus der Förderung regenerativer Energien faktisch immer die Stromverbraucher.

Rolf A. Königs, Vizepräsident des Gesamtverbandes Textil und Mode, sagte „Welt Online“, mehrere Unternehmen der Branche prüften nach Vorlage des Gutachtens jetzt, keine EEG-Umlage mehr zu zahlen. Ziel sei es dabei, sich verklagen zu lassen, um so „auch höchstrichterlich feststellen zu lassen, dass das Erneuerbare Energien-Gesetz verfassungswidrig ist“.

Nach dem Ärger mit der Physik und der Mathematik nun auch noch mit der Justiz….

[Zur Inhaltsangabe]

6. Windstrom – Versorgung nach Wetterlage

Die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen zeigt wegen deren Wetterabhängigkeit extreme Schwankungen – einschließlich tagelanger Perioden ohne jede nennenswerte Leistung; aber auch plötzlich auftretende Leistungsspitzen, die das Verbundnetz an den Rand des Zusammenbruchs bringen. Großflächige Stromsperren drohen vor allem im Winter, wenn der Bedarf steigt, das Ausland weniger liefert – und Flaute herrscht. Bei plötzlichem Starkwind kann das Gleiche geschehen: Dann schalten die Windräder schlagartig ab. Man lässt es darauf ankommen (13, 26, 32, 34).

November 2011: Lastganglinie aller deutschen Windkraftanlagen in viertelstündlicher Auflösung (Quelle: wilfriedheck.de)

Zunächst einige Daten und Fakten:

  • Die typischen Windkraftanlagen (WKA) sind 3-flüglige „Schnellläufer“, die nach Einschätzung des Leipziger Energieinstituts (16) bei Betriebsaufnahme 2012 rund 1.761 Vollaststunden erreichen (von 8760 Jahresstunden = 20%) – und durch technische Weiterentwicklung 2016 rund 1.817 h (21%). Dies ist eine Rechengröße, die sich aus der in einem Jahr gelieferten Energiemenge (kWh) dividiert durch die Maximalleistung der Anlage (kW) ergibt und verdeutlicht, wie viele Stunden im Jahr die Anlage mit voller Leistung hätte laufen müssen, um die tatsächlich gelieferte Energiemenge zu liefern. (Die Photovoltaikanlagen erreichten dagegen 2011 nur klägliche 939 Vollaststunden – das sind 10,7 % (16)).
  • Die Leistung einer WKA steigt und sinkt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit. Das bedeutet: Bei doppelter Windgeschwindigkeit steigt die Leistung um das Achtfache. Umgekehrt gilt selbstverständlich: Bei halber Windgeschwindigkeit sinkt die Leistungsabgabe auf ein Achtel – also magere 12,5%. Dieses von der Physik bestimmte Verhalten erklärt die extrem variierende Leistung von WKA-Parks: Jede geringe Veränderung der Windstärke erzeugt große Leistungsschwankungen. Für eine Stromversorgung, die auf Kontinuität der angebotenen Leistung angewiesen ist, sind WKA deshalb völlig ungeeignet. Man benötigt riesige Stromspeicher, die die volle Leistung jeder WKA für mindestens 30 Minuten ausgleichen können. Diese gibt es nicht. Kohle- oder Gaskraftwerke müssen diesen Ausgleich übernehmen – und werden dadurch unwirtschaftlich.
  • „Die Stromeinspeisung sämtlicher Photovoltaik- und WKA kann zeitweise nahe null Prozent liegen, während hohe Einspeiseleistungen von mehr als 50 Prozent der installierten EE-Kapazitäten (= Erneuerbare Energien) nur an 5 bis 10 Prozent der Jahresstunden erbracht werden“. (BDEW, (6)). Eine nüchterne Feststellung, die das Scheitern der im April 2000 getroffenen und seither mehrfach erneuerten Fehlentscheidungen zum großen Ausbau der „Erneuerbaren“ nicht treffender bewerten könnte.

Die wetterbedingten Leistungsschwankungen, die bei WKA besonders groß sind, werden zu einem immer größer werdenden Problem:

„Es sind allein im ersten Halbjahr 2011 Variationen der verfügbaren Windkraftkapazitäten von 23 GW (= 23.000 MW) und der Photovoltaikleistung von 13 GW beobachtet worden.“ (H. Gassner, RWE Innogy).

Ein Alptraum für die Übertragungsnetz-Betreiber. Die stets bei der Einweihung neuer Windparks behauptete Versorgung von mehreren tausend Haushalten gehört hierbei zu den Standardlügen, denn bei Flaute kann kein einziger Haushalt versorgt werden.

Es konnte trotz der bereits installierten gewaltigen theoretischen Maximalleistung aller Windkraftanlagen noch kein einziges Kohlekraftwerk abgeschaltet werden, weil die WKA im Gegensatz zu Kohle- und Kernkraftwerken keine Grundlast liefern – das heißt zu jeder Stunde und an jedem Tag. Im Gegenteil: Man benötigt schnell regelbare Kraftwerke, die einspringen, wenn sich die Leistung der WKA zu schnell ändert, und die Kraftwerke, die das am besten können, sind Kernkraftwerke. Diese werden nun der Reihe nach abgeschaltet und fallen als Netzstabilisatoren aus. Daher müssten neue Kohle- und Gasturbinen-Kraftwerke für diesen Zweck gebaut werden; allerdings rentiert sich das nicht für die Investoren (77,78) –siehe Kapitel 9.

Weil große Stromspeicher fehlen, muss man buchstäblich um jeden Preis versuchen, überflüssigen Windstrom, der oft genug verschenkt werden muss, ins Ausland zu leiten. Manchmal muss sogar dem Abnehmer dafür noch ein Preis bezahlt werden. Der dafür benutzte Begriff ist „negativer Preis.“ Der Erzeuger erhält dennoch die EEG-Einspeisevergütung; der Verbraucher zahlt dann doppelt für den überflüssigen grünen Strom.

Endgültig auf den Kopf gestellt wird die bei der Energiewende prinzipiell missachtete Marktwirtschaft durch die sogenannte Härtefallregelung in §12 EEG: Zufällig anfallender Wind- oder Solarstrom, der vom Netzbetreiber nicht akzeptiert werden kann und dessen Produktion folglich unterbleibt, muss trotzdem bezahlt werden – siehe Kapitel 4.

Der Ausbau der Windkraft erfolgt weiterhin mit hohem Tempo. Das vergrößert das Problem – aber man negiert es.

Prinzipiell könnten Pumpspeicherwerke diese Schwankungen ausgleichen, aber Deutschland hat unveränderlich viel zu wenige davon und der immer größer werdende Bedarf kann hier niemals gedeckt werden. Es werden zudem Langzeitspeicher benötigt, um längere Flauten abfangen zu können. Eine 10-tägige Flaute ist nicht selten; aber Deutschland erlebte gerade eine 44 Tage andauernden Hochdruck-Wetterlage im Oktober – November 2011, die einen nicht enden wollenden, spektakulären Einbruch in der Windstromerzeugung mit sich brachte. Die Daten liegen vor.

Konventionelle Stromerzeugung und Windkraft im November 2011 (wilfriedheck.de)

Von der gesamten in Deutschland installierten Windstrom-Leistung von 27.215 MW (Stand nach EWI vom 30.6.11) lieferten die Windräder an 27 Tages des November:

An 2 Tagen 30% ihrer möglichen elektrischen Arbeit
an 4 Tagen 15%
an 5 Tagen 7 – 8%
an 2 Tagen 4 – 5%
an 11 Tagen 2 – 2,5

Zu diesem Thema schreibt Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, RWE Innogy GmbH, daß bei 450 TWh (Terawattstunden = Milliarden kWh) Jahresverbrauch der durchschnittliche Tagesverbrauch bei 1,25 TWh liegt und bei 10 Tagen somit bei 12,5 TWh. Die derzeit in Deutschland vorhandene Kapazität an Pumpspeicher-Kraftwerken beträgt 7.000 MW, mit denen sich rund 0,04 TWh an Strom erzeugen lassen, wenn sie komplett leer laufen. Die Bundesnetzagentur nennt die gleichen Zahlen (2, 68)

Demnach würde zur Abpufferung der Flautenzeit von 10 Tagen das 313-fache der heute installierten Pumpspeicherleistung benötigt. Dies sei für Deutschland und die Alpenregion auch auf Grund von Akzeptanzproblemen vollkommen unrealistisch.

Somit wird in vielen Studien oft auf Norwegen verwiesen (38). Dort sind die meisten Speichermöglichkeiten derzeit einfache Stauseen mit natürlichem Zulauf, die zwar in Engpasszeiten Strom liefern könnten, aber nicht als Senke (= Stromaufnahme bzw. –Speicherung) in (Windstrom-) Überschusszeiten zur Verfügung stehen. Zudem müsste im Bedarfsfalle einer Flaute in Deutschland ja auch noch Norwegen weiterhin versorgt werden.

Lastgang in Norwegen 2011 (wilfriedheck.de)

Die letzte Oktoberwoche und der November 2011 zeigten, dass Prof. Vahrenholts Annahme einer 10-tägigen Flaute als „worst case“ noch stark untertrieben war: Diese Flaute dauerte 3,5 Wochen.

Angesichts dieser Misere werden von der Regierung Hoffnungen auf neue Stromspeichermöglichkeiten geweckt: So wegen der oben erwähnten fehlenden echten Pumpspeicherwerke die Nutzung norwegischer Wasserkraftwerke per Seekabel, die Erzeugung von Wasserstoff mit überflüssigem Windstrom oder die Verwendung von Elektroautos als Speicher für das Stromnetz.

Zu letzterem: Nach der Jubel- und Schönfärbekampagne von Regierung und Medien zur sog. „Elektromobilität“ hat sich bei den anscheinend Verdummungs-resistenten Autofahrern (siehe E-10-Benzin) schnell eine realistische Bewertung durchgesetzt: Seit den zwangsläufig deprimierenden Testergebnissen und Bewertungen von ADAC und Autozeitschriften braucht man innerhalb der nächsten 15 – 20 Jahre nicht mehr darüber sprechen. Zu den anderen Visionen im Kapitel 11 weiter unten.

Strom zu Gas

Inzwischen schält sich eine zwar wiederum teure und energetisch ineffiziente, aber wenigstens machbare Möglichkeit zur Umwandlung von elektrischer Windenergie in geringerwertige chemische Energie heraus: Strom zu Wasserstoff bzw. Erdgas. Der einzig positive Effekt einer größeren Einführung dieser keineswegs neuen Technik (47, 69) bestünde darin, dass der Missbrauch der Stromnetze unserer Nachbarländer durch die Einspeisung überflüssigen deutschen Windstroms abnehmen würde und eine wenigstens teilweise Speicherung der unnötig und teuer erzeugten Energie im eigenen Land erfolgen würde.

Das wäre aber gleichzeitig das Eingeständnis, dass es bereits zu viele Windmühlen gibt – und die logische Konsequenz wäre der sofortige Stop ihres weiteren Ausbaus. Die Strom-zu-Gas-Technik wäre allerdings beim erwarteten Erscheinen des billigen „unkonventionellen“ Erdgases (Shale-Gas) in Europa extrem unwirtschaftlich – siehe Kapitel 18 und (50, 51, 53). Deshalb gehörte auch ein Ausbau der Strom-zu-Gas-Technik zu dem die ganze Energiewende prägenden deutschen Prinzip, energiepolitische Fehlentwicklungen durch weitere, teure Fehlentwicklungen zu bekämpfen.

Die Idee, mit dem so erzeugten Gas wieder Strom zu erzeugen, bedeutet jedoch die nahezu vollständige Vernichtung des ursprünglichen Energieinhalts. Niemand wird so etwas versuchen. Außer der Staat: Ein solches, gefördertes Projekt wird in Kapitel 11 beschrieben.

Ein weiteres, durch das Dilemma der fern von den Verbrauchern stattfindenden Windstromerzeugung geborenes Riesenprojekt ist der Bau von mindestens 3000 km neuen Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland, um den im Norden erzeugten, dort aber nicht benötigten Windstrom bis nach Baden-Württemberg und Bayern zu transportieren, wo die Abschaltung der Kernkraftwerke besonders große Löcher in die Stromversorgung gerissen hat. Selbstverständlich kann der unzuverlässige Windstrom diese Grundlaststrom-Lücke auch nicht annähernd ausgleichen – siehe Kapitel 10.

Wenn man alle Systemschwächen der Windkraft ignoriert und nur die installierte, aber fast nie – und wenn, dann nur für Stunden – gelieferte Maximalleistung herausstellt und diese den Bürgern auch noch als zuverlässige Stromversorgung verkauft, dann kann man sie für die stärkste der „Erneuerbaren“ halten. Realistisch betrachtet ist es jedoch nur eine gelegentliche, unberechenbar und zufällig anfallende Stromerzeugung, die nicht nur sehr teuer ist, sondern jetzt nach dem deutlichen Überschreiten einer kritischen Leistungsgröße auch eine potenzielle Gefahr für die Stromversorgung darstellt.

Die Regierung kann das aber nicht zugeben, denn für sie ist Windstrom die Schlüsselkomponente in ihrem Energiekonzept, das sich ohne den Glauben an die mächtige Stromquelle Windstrom in Nichts auflösen würde: Bis 2030 sollen die sog. Erneuerbaren enorme 50 Prozent der Stromversorgung liefern; allein die Offshore-Windparks 15 %.

Und bei denen gibt es schon jetzt Probleme (27, 58): Abgesehen von den erwähnten prinzipiellen Systemschwächen, an denen die Physik und das Wetter Schuld sind, gibt es Schwierigkeiten beim Anschluss der Windräder auf See. Der Netzbetreiber Tennet, der im vergangenen Jahr das 11.000 km lange Höchstspannungsnetz von E.on gekauft hat, ist gesetzlich verpflichtet, alle Windparks in der Nordsee anschließen. Für die Anbindung der Windparks an die Stromnetze auf dem Festland haben die Netzbetreiber feste Fristen.

Jetzt warnte Tennet die Bundesregierung in einem Brandbrief vor Engpässen

“Tatsächlich gibt es in sämtlichen laufenden Projekten erhebliche Schwierigkeiten im Planungs- und Baufortschritt.“ Der Bund drohe seine Ziele beim Ausbau der Meeres-Windenergie zu verfehlen. Alle Beteiligten „stießen an die Grenzen ihrer Ressourcen“, und „hinzu kommen massive Probleme bei der Beschaffung des Kapitals.“ Deshalb warnte E.on Mitte Februar wegen fehlender Stromnetzanschlüsse vor einem Baustopp. Der erste grosse Offshorewindpark Amrumbank West werde von Tennet voraussichtlich erst in 3 Jahren mit dann 15 Monaten Verspätung angeschlossen (66). E.oN sucht übrigens inzwischen selbst Hilfe bei Finanzinvestoren für den Windpark Amrum-Bank-West.

Am 23.2.2012 teilten Tennet und RWE mit, dass sie den Ausbau von weiteren Windparkprojekten auf See gestoppt haben. „Wir werden zunächst nur noch die bestehenden Projekte weiterverfolgen“, sagte eine Tennet-Sprecherin. Eine finanzielle Kapazitätsgrenze sei erreicht. Zur RWE-Entscheidung nannte der Finanzchef von RWE-Innogy Hans Bünting die fehlende Rechtssicherheit und fehlende belastbare Regelungen für den Fall eines späteren Netzanschlusses.

„Die Situation ist katastrophal“

Im März legte E.on nach: „Die Situation ist katastrophal“, erklärte der Chef der E.on-Sparte Climate&Renewables, Mike Winkler. „Niemand wird weiter investieren, wenn der Netzanschluss so unsicher ist wie derzeit, weder E.on noch andere.“ Tennet beklagte inzwischen, dass „die finanziellen Anreize für Netzbetreiber unzureichend“ seien. Von den laut Energiekonzept der Bundesregierung für Ende 2022 geplanten Windkraftanlagen mit 13.000 MW Leistung in Nord- und Ostsee habe Tennet nun die Anbindung von rund 5.300 MW auf den Weg gebracht. Mehr sei kostenmäßig für ein Einzelunternehmen nicht möglich. Im Klartext: Bitte noch mehr Subventionen (86).

Weil der niederländische Staat als 100-prozentiger Eigentümer der Muttergesellschaft Tennet, die Anfang 2010 leichtsinnigerweise das Nord-Stromnetz von E.on (zuvor „Transpower“) übernommen hat, vermutlich nicht mit neuem Kapital die Probleme der deutschen Tochter Tennet TSO GmbH und die deutschen Windkraft-Probleme lösen möchte, hatte Tennet nun eine Rettungsidee – auf Kosten Dritter:

In einem Brief an Wirtschaftsminister Rösler schlug Tennet die Gründung einer deutschen Gleichstrom-Netzgesellschaft vor, die die notwendigen Investitionen i.H.v. 15 Mrd.€ tragen sollte. Diese sollte aus den 4 großen Übertragungsnetzbetreibern (ÜNB) bestehen: Amprion (früher RWE), Tennet , 50Hertz (Ex-Vattenfall) und EnBW-Netze. Die drei übrigen Netzbetreiber, die sich bereits zusammen mit Tennet seit Wochen in einer „Arbeitsgemeinschaft Beschleunigung Offshore“ im Bundeswirtschaftsministerium mit diesen Problemen beschäftigen, zeigten sich von Tennets Vorpreschen überrascht bis befremdet.

Alle wiesen diesen Vorschlag zurück. Tennet habe beim Kauf des E.on-Netzes gewusst, welche Aufgaben anstünden, kommentierte Amprion.

Tennet hatte noch eine zweite Idee: Vor weiteren Aufträgen für den Anschluss von Offshore-Windparks müsse es bei der Haftung neue Regeln geben, heißt es in dem Brief. Wo Versicherungen nicht mehr einsprängen müsse eine „Sozialisierung der Schäden“ ermöglicht werden. Schöner kann man das Abwälzen der Risiken auf die Steuerzahler nicht ausdrücken (85) – siehe auch Kapitel 19.

Diese Schadens-Sozialisierungs-Idee gibt im Übrigen einen Hinweis auf die Einschätzung der Offshore-Risiken durch die Versicherungen. Dort sind offenbar nüchterne Fachleute am Werk. Die Idee, den Staat noch weitaus mehr für seine großen Pläne zahlen zu lassen, breitet sich an der Küste weiter aus: Birger Nicolai berichtete in der WELT, dass sich nun selbst Häfen den Umbau ihrer Kaianlagen – z.B für Stauplätze zum Verladen von Windrädern und für den Umschlag von Seekabeln – vom Staat bezahlen lassen möchten (87).

Bau eines Sockels für ein Windrad vor dem Einfüllen von 800 m³ Fertigbeton. Quelle: http://www.gegenwind.lu

Umweltverschmutzung durch Windgeneratoren-Bau

Über einen bislang unbekannten sehr problematischen Umwelteinfluss des massenhaften Baus von Windkraftanlagen (WKA) haben chinesische Blogger, in England die Daily Mail online und in Deutschland Dr. L. Weß in der Webseite achgut.de berichtet (25):

Zunehmend werden WKA als getriebelose Anlagen gebaut was viele Vorteile hat. Allerdings benötigen die getriebelosen Generatoren starke Permanentmagnete, die grosse Mengen des Metalls Neodym aus der Gruppe der Seltenen Erden enthalten – ca. 200 kg pro Megawatt Leistung. Neodym ist aber ohne grosse Mengen begleitenden radioaktiven Abfalls (Thorium, Uran) nicht zu gewinnen.

Da das radioaktive Thorium nicht verwendet wird, häuft es sich rund um die chinesischen Minen, aus denen derzeit 97 % der Weltproduktion an Neodym stammen, in riesigen Mengen unter freiem Himmel an. Allein rund um den großen „See der seltenen Erden“, einem riesigen Auffangbacken für wässrige Abfallprodukte nahe der der mongolischen Stadt Baotou, lagern schon ca. 90.000 Tonnen Thorium.

Ferner würden Seltene Erden in ca. 4000 Abbaustätten rund um Gangzhou der Provinz Jiangxi abgebaut. Vom chinesischen Neodym wurden bereits 2006 ca. 55 % überwiegend für den Bau von Windkraftanlagen verbraucht; mit steigendem Anteil.

Satellitenaufnahme vom Baotou-Komplex in China. Hier werden die für die Windkraft so wichtigen Seltenen Erden abgebaut.

Um Chinas Monopolstellung bei den Seltenen Erden zu beenden, wird in Grönland und Kalifornien über die Wiedereröffnung älterer Minen nachgedacht. Umweltgruppen leisten bereits Widerstand: In Kuala Lumpur, Malaysia, demonstrierten kürzlich 3000 Menschen gegen den im Osten des Landes vom australischen Bergbaukonzern Lynas geplanten Bau einer Raffinerie für Seltenerdmetalle, weil sie eine radioaktive Belastung befürchteten. Eine durch den Bau von Windrädern verursachte nukleare Verseuchung ist etwas Neues. Auf eine Protestaktion von Greenpeace wartet man bislang vergeblich.

Zum Grundsatzproblem der Rohstoffversorgung für spezielle Technologien gab es einen Beitrag der Financial Times Deutschland: „Energiewende gehen die Rohstoffe aus“ (46).

Im Dezember 2011 berichtete der SPIEGEL über die Gefahr der Meeresverschmutzung durch Offshore-Windräder: Schwer abbaubare synthetische und mineralische Öle in den Lagern und hydraulischen Elementen könnten bei einer Havarie in Mengen von bis zu tausend Litern ins Meer gelangen und zu einer Gefahr für die Meeresökologie werden. Projektleiter Dirk Kempkes der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR kritisierte: „Die Windbranche setzt zu über 90 % auf konventionelle Öle, die allesamt in den höchsten Wassergefährdungsklassen eingestuft sind.“

Folgt auch der Niedergang der Windkraft-Hersteller?

Den Windkraftanlagen-Herstellern in den westlichen Industrieländern droht mittelfristig vermutlich das gleiche Schicksal wie den Solarstromunternehmen (siehe die Ausführungen zur Solarenergie weiter unten): 2006 fanden sich unter den zehn weltgrößten Windkraftanlagen-Herstellern noch vier deutsche. 2010 standen nur noch zwei Namen auf der Liste – wohl aber vier chinesische.

Inzwischen haben die chinesischen Hersteller ihre Produktionskapazitäten massiv verstärkt und schirmen insbesondere die Fertigung der Generatoren gegen fremde Augen ab. Die künstliche Verknappung der für den Generatorenbau zwingend benötigten Seltenen Erden durch den Quasi-Monopolisten China – wie oben eingehend beschrieben – ist offensichtlich Bestandteil einer Strategie, die auf die Erringung eines technologischen und wirtschaftlichen Vorteils für die chinesischen Hersteller abzielt (46).

Auch hier gilt vermutlich der Satz des Branchenexperten Wolfgang Hummel vom Berliner Zentrum für Solarmarktforschung “ Für China ist die Solarförderung nicht Klimaschutzpolitik, sondern Teil einer aggressiven Exportoffensive“ ebenso für die Windkraft.

Erste Probleme zeigen sich:

  • Der Windkraft-Zulieferer Siag stellte im März 2012 Insolvenzantrag, der sich auch auf 5 Tochterunternehmen bezieht (88).
  • Die Bard-Gruppe kündigte im März 2012 die Schließung ihrer Rotorblattfertigung in Emden an. Grund: Fehlende Anschlussaufträge nach Abschluss der Fertigstellung des Windparks Bard Offshore 1 (88).
  • Nordex erlebte in 12 Monaten einen Kursverfall seiner Aktie von 8,40 auf 3,60 €. Nach 40 Mio € Gewinn 2010 gab es 2011 einen Verlust von 10,3 Mio €. 250 Stellen wurden gestrichen. Die Auftragslage sei jedoch gut. Die Zukunft des Unternehmens sieht das Management in Osteuropa.

Derartige Vorfälle sind jedoch nicht mit den heutigen Problemen der Photovoltaik-Branche vergleichbar. Es ist kaum vorstellbar, dass chinesische Billig-Anbieter auf dem deutschen Windräder-Markt eine Rolle spielen können. Dennoch besteht Gefahr. Das HANDELSBLATT schrieb am 2.4.2012:

„Nordex steht stellvertretend für Europas Windkonzerne. Diese haben ein schweres Jahr hinter sich: Die asiatische Konkurrenz macht Druck. Die Windenergiebranche steht vor einer Konsolidierungswelle. Sinkende Preise und die Konkurrenz asiatischer Hersteller und Zulieferer machen Druck. Für die nächsten Jahre ist ein langsameres Wachstum vorhergesagt. Kostensenkung und Kooperationen sind bei den europäischen Windunternehmen unausweichlich.“

Sollte es jedoch zu einem weltweiten Rückgang der meisten regenerativen Energieformen (außer Wasserkraft) kommen, ist auch der derzeitige Erfolg Chinas nicht von Dauer. Dafür gibt es konkrete Anzeichen:

Für die weltweiten Industrien der regenerativen Energien geben deren Aktienkurse eine gute Einschätzung durch den Markt. Es gibt dazu den „Regenerative Aktienindex RENIXX“, der vom Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster beobachtet wird. Am 21.9.2011 teilte das IWR mit, dass besonders chinesische Solar- und Windenergieunternehmen unter Druck geraten seien.

„Seit dem Höchstkurs im Jahre 2007 mit 1.918,7 Punkten hat der RENIXX World bereits um über 80 % nachgegeben. Seit Jahresbeginn 2011 habe er bis Mitte September über 40 % verloren. Auch die 3 im RENIXX gelisteten deutschen Unternehmen Centrotherm Photovoltaics, Nordex (Windkraft) und Solar World „können sich dem Negativtrend nicht entziehen.“

„Der Reaktorunfall in Fukushima im März hat nur ein kurzes Strohfeuer ausgelöst, danach ging es mit den Kursen weiter bergab“, sagte IWR-Direktor Norbert Allnoch.

Es bleibt somit die Frage, wie lange Deutschland mit seiner Energie- und Förderpolitik einen Umbau seines Energiesystems in Richtung eines sehr viel höheren Anteils an regenerativen Energien weiter vorantreiben kann. Die internationale Konkurrenz scheint rechnen zu können. Siehe dazu auch Kapitel 17 („Ein internationales Urteil“).

Die Prognosen für den Windkraft-Ausbau

Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben am 14.10.2011 die EEG-Umlage für das Jahr 2012 und am 15.11.2011 die Mittelfristprognose zur EEG-Einspeisung bis 2016 veröffentlicht. Das Leipziger Institut für Energie hat dabei die Prognose zur Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien bis 2016 sowie der entsprechenden Vergütungssummen erarbeitet, auf der beide Veröffentlichungen beruhen (16). Darin wurden Strombedarf und die Stromerzeugung in Deutschland in drei Szenarien berechnet; als Grundlage für den dann nötigen Netzausbau. Im mittleren „Trend“-Szenario erwartet das Institut bis zum Jahre 2016

  • einen Ausbau der installierten Windstrom-Leistung auf dem Festland von 27.800 MW (2011) auf 35.490 MW (2016)
  • und bei Offshore-Windparks von 240 MW (2011) auf 6.330 MW (2016); siehe auch (27)

In Anbetracht der schon beim jetzigen Ausbau kaum noch zu beherrschenden Schwierigkeiten – insbesondere das unlösbare Speicherproblem – ist diese Abschätzung im Grunde die Projektion einer von Deutschland ausgelösten Katastrophe für den gesamten europäischen Netzverbund. Bereits jetzt beginnen sich die angrenzenden Länder dagegen zu wappnen: Siehe die Ankündigung Polens, die deutschen Windstrom-Überschüsse nicht mehr aufzunehmen – in Kapitel 15 „Energiewende bedroht die Nachbarländer“.

Da der Zeitpunkt, an dem diese Probleme nicht mehr hinnehmbar geworden sind, voraussichtlich lange vor dem Erreichen der prognostizierten Ausbauzahlen erreicht wird, bekommen wir den Windräder-Ausbau wohl ein paar Milliarden Euro billiger.

[Zur Inhaltsangabe]

7. Solarstrom – geringer Nutzen für sehr viel Geld

Auch die Stromgewinnung aus Sonnenlicht leidet unter dem Wetter und zusätzlich auch unter den Tages- und Jahreszeiten: In der Dämmerung und des Nachts gibt es überhaupt keinen Strom. Ebenso liegt die Leistung der Photovoltaik (PV)-Module bei bedecktem Himmel, bei Regen und auch bei einer Schneedecke auf den Modulen bei Null.

Luftbild des Solarparks Lieberose. Bildquelle: Wikipedia

Aus einem Bericht des BDEW (90, Abb.5) geht hervor, dass die mittlere Stromerzeugung aus PV-Anlagen im Zeitraum November bis Februar gerade einmal ein Viertel der Leistung im übrigen Jahr erreicht.

Weil auch bei klarem Himmel die Einstrahlung in Deutschland verglichen mit südlichen Ländern eher bescheiden ist, liefern alle für teures Geld installierten Photovoltaik-Zellen trotz ihrer inzwischen gewaltigen installierten theoretischen Maximalleistung, die Ende 2011 bereits 24.400 MW erreicht hatte, wegen ihres sehr geringen Nutzungsgrades auch nur einen minimalen Anteil an der Inlands-Stromerzeugung. BDEW: „Die PV macht zwar ein Drittel der installierten Leistung der Regenerativen aus, steuert aber lediglich 12 % zum erneuerbaren Strommix bei“ (90).

Probleme verursacht die Photovoltaik

wegen ihrer dezentral verteilten Einspeisung auch in den unteren Spannungsebenen des Netzes, das bisher nur auf die Versorgung der Abnehmer, aber nicht auf die Bewältigung der Stromeinspeisung vieler Stromerzeuger ausgelegt ist. Alle PV-Anlagen sind zudem darauf eingestellt, dass alle Anlagen – wie in der bisherigen Niederspannungsrichtlinie des BDEW gefordert – bei einer Netzfrequenz von 50,2 Hz, die die Folge einer gefährlich zu hohen Stromeinspeisung ist, gleichzeitig vom Netz gehen (45). Dieser abrupte Einbruch kann dann zu einem Netzausfall führen, wie das BMU in einem Berichtsentwurf vom Mai 2011 selbst konstatiert (5) – vgl. Kapitel 3.

Deshalb plant es, den Anwendungsbereich des § 6 EEG auch auf PV-Anlagen zu erstrecken, so dass auch diese in das Einspeisemanagement nach § 11 EEG einbezogen werden. Wie das gehen soll, ist unklar. Denn die Betreiber der unteren Verteilungsnetze haben keine Chance zu einem Eingriff in die zahllosen Einzelanlagen. Auch erfolgen die Stromschwankungen viel zu schnell.

Denn „bei Wolkendurchzug funktioniert das bei Solarstromanlagen nicht“, wie der Leiter des Fachgebiets Elektrische Energieversorgungsnetze der TU München, Prof. Rolf Witzmann nüchtern feststellte. Gegen den dadurch verursachten rapiden Wechsel von Leerlauf zu voller PV-Leistung ist der Netzbetreiber machtlos; es hilft nur automatische Abschaltung durch die Einzelanlage selbst und kein „Einspeisemanagement“.

Genau darüber denkt das BMU jetzt nach. In die PV-Anlagen müssten Messgeräte eingebaut werden, die ständig die Netzfrequenz messen und bei zu hoher Gesamt-Einspeisung, die sich durch Überschreiten der kritischen 50,2 Hertz-Grenze ankündigt, Einzelanlagen abschalten. Aber welche ? Das erfordert zumindest eine teure Nachrüstung aller PV-Anlagen.

Man muss allerdings davon ausgehen, dass auch hier wieder dafür gesorgt wird, dass dem Betreiber der nicht gelieferte Solarstrom voll bezahlt wird. Das ist schließlich das Prinzip der Regierung – siehe die „Härtefallregelung“ des EEG § 12. Der Solarstrom-Nichterzeuger wird also dem Übertragungsnetzbetreiber einen Nachweis über die von seiner Automatik verhinderte Stromeinspeisung liefern müssen, was einen interessanten neuen Entschädigungs-Bürokratismus auszulösen verspricht.

Dieses Problem und seine Behandlung ist für alle Komponenten der Energiewende typisch: Die negativen Folgen unbedachter Fehlentscheidungen – hier die extreme Photovoltaik-Förderung – werden mit neuen Reparatureingriffen zu beheben versucht – und erneut wird es teuer.

Wachsende Kritik, Kürzungsgerüchte und ein Boom

Während aus der Wirtschaftswissenschaft schon länger harte Kritik an der EEG-Photovoltaikförderung geübt wurde (18), erfolgte am 26. Juli 2011 ein unerwarteter Schlag aus Brüssel: Der deutsche EU-Kommissar Oettinger sieht keine Zukunft für die Photovoltaik in Deutschland. „In Deutschland stößt Photovoltaik an ihre Grenzen. Wir sind kein Sonnenland“, sagte er der „Passauer Neuen Presse“. Die PV werde in Deutschland nie eine große und kostengünstige Stromquelle sein.

Eine unangenehme Kritik an der gesamten Förderpraxis für die Erneuerbaren kam auch von der vom Bundespräsidenten eingesetzten Monopolkommission, die ein unabhängiges Beratungsgremium für die Bundesregierung auf den Gebieten der Wettbewerbspolitik und Regulierung ist.

In ihrem Sondergutachten „Energie 2011: Wettbewerbsentwicklung mit Licht und Schatten“ vom 12.9.2011 stellte sie fest (17):

„Eine Vielzahl marktlicher Verwerfungen resultieren aus der Marktordnung bei erneuerbaren Energien. Der erwartete Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung legt nahe, dass die Marktverzerrungen hier weiter zunehmen und sich zudem ungünstig auf die Verbraucher auswirken werden. Die Monopolkommission erachtet daher einen grundsätzlichen Wechsel in ein marktnäheres System für überfällig und bedauert, dass eine marktkonformere Ausgestaltung des EEG bei der aktuellen Novelle verpasst worden ist.“

Speziell zur Photovoltaik fand die Kommission harte Worte: Sie spricht von einer „ineffizienten, teuren Technik“ in einem „klimatisch ungeeigneten Umfeld.“ Der BDEW unterstützte die Monopolkommission mit einer Pressemitteilung vom 14.9.2011: „Erneuerbare Energien müssten stärker in den Wettbewerb integriert werden.“ Der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) hielt mit einem Gutachten der EU-Kommission dagegen, das Quotensysteme ineffizienter als Umlagen einschätzte.

Im Laufe des Jahres 2011 war die Kritik an der extrem hohen Förderung des Solarstroms, die bei minimalem Stromertrag 50 % der gesamten Ökostrom-Fördermittel verschlingt (16, 59, 60), – im Jahre 2011 erreichte dieser Betrag 22 Mrd € – derart stark geworden, dass aus der Regierung Überlegungen zu einer Reduzierung dieser Förderung zu hören waren. Das hatte Folgen.

Die Furcht vor einer Kürzung der lukrativen Einspeisevergütung brachte im Jahre 2011 mit plus 7.500 MW auf dann enorme 24.400 MW einen Boom bei der Erstinstallation von PV-Anlagen im Sonnenland Deutschland, – mit einem entsprechenden Abfluss von Euro-Milliarden nach China – , was am Jahresende 2011 zu einem relativ größeren, aber nach wie vor unbedeutenden Anteil von 3,2 % an der Gesamtstromerzeugung führte.

Wie Deutschland seine Solarstrom-Industrie förderte und zugleich ihre härteste Konkurrenz aufbaute

Das Geld, das die Solarzellen kosten, geht zu ca. 60% nach China; Tendenz steigend. Deutschland ist dank seiner übertriebenen Photovoltaik-Zwangsförderung der größte Kunde von Chinas neuen PV-Fabriken. Dort sind die Arbeitsplätze entstanden – mit dem Geld der deutschen Stromverbraucher, die sich keine eigene PV-Anlage leisten können.

China hat diesen gewaltigen Geldstrom für den Aufbau seiner Photovoltaik-Produktion eingesetzt – übrigens mit deutschen Produktionsmaschinen (s.u.), nachdem Deutschland China zuvor mit Millionen beim Aufbau dieser Industrie half (s.u.). – und ist inzwischen der weltgrößte Hersteller, dessen Solarzellen konkurrenzlos billig sind.

Deutschland hat China dabei in dreifacher Hinsicht geholfen und gleichzeitig seine eigene Photovoltaik-Industrie in eine aussichtslose Lage gebracht:

  • Mit dem EEG bot sich Deutschland als risikoloses Absatz- und Gewinnparadies für Photovoltaikhersteller an. Jahrelang stellte dieses sonnenarme Land den weltweit größten Absatzmarkt dar. Diese Chance ließen sich die chinesischen Produzenten nicht entgehen.
  • Die traditionell starken deutschen Maschinen- und Anlagenbauer lieferten China alle benötigten Maschinen zur Massenproduktion der Solarzellen. Damit verfügt China heute über einen nur drei Jahre alten modernen Maschinenpark – und nutzt ihn. Und nun brechen auch den deutschen Solartechnik-Maschinenbauern die Aufträge weg: Branchenweit ist die Zahl der Aufträge um mehr als die Hälfte zurückgegangen und befindet sich auf dem niedrigsten Niveau seit Mitte 2009 (Wirtschaftswoche). „Man könnte überspitzt sagen, dass die deutschen Maschinenfirmen den deutschen Modulherstellern den Untergang bereitet haben.“ (Heiko Böhmer, GeVestor).
  • Den eigentlichen Grund für Chinas besonders raschen Aufstieg als Solarzellen-Weltmacht deckte Ende Februar der SPIEGEL in seiner Nr. 9/2012 auf: In dem Artikel „Peking päppeln“ von Alexander Neubacher wird berichtet, wie die Bundesregierung die chinesische Photovoltaik-Industrie mit Millionenhilfen und günstigen Millionenkrediten mit voller Absicht aufrüstete. Das Startkapital von 9 Millionen Euro kam direkt vom Umweltministerium. Es handelte sich absurderweise um Geld aus dem Verkauf von Verschmutzungszertifikaten an die deutsche Industrie, die damit selbst das Aufpäppeln ihrer Konkurrenz finanzieren durfte.Das weitere Geld kam aus den Entwicklungshilfeetats der Regierung und ihrer Institutionen: Die Entwicklungsbank der staatlichen KfW Bankengruppe gab China 75 Millionen Euro als zinsgünstiges Darlehen, u.a. an die Solarriesen Yingli, Sunergy oder JA Solar, und die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft DEG (gleichfalls KfW-Tochter) finanzierte gleichfalls den Branchenriesen Yingli Solar. Diese Kredite laufen noch bis Dezember 2013 bzw. September 2013 weiter (64).Der Wahnsinn hat Methode: Diese Mittel an China sollten laut Broschüren des Bundesumweltministeriums der Förderung der „globalen Klimagerechtigkeit“ dienen – und der damit finanzierte Aufbau einer starken chinesischen Solarindustrie war volle Absicht und ein großer Erfolg – allerdings nicht aus der Sicht der deutschen Solarfirmen.Minister Röttgen ist inzwischen aufgefallen, dass die chinesische Dumpingpolitik „zu einem ruinösen Wettbewerb auf dem Weltmarkt für Photovoltaikanlagen geführt hat“ und dass er „eine Preispolitik sehe, die auf die Verdrängung deutscher Unternehmen gerichtet sei“, wie er am 23.2.12 erklärte. Dass die deutschen Kredite zur Finanzierung dieses Verdrängungswettbewerbs weiter laufen, kann annehmen, denn es handelt sich um Verträge. Frank Asbeck, der Chef des Bonner Solarkonzerns Solarworld, der soeben zusammen mit US-Solarfirmen eine Klage gegen die Dumpingmethoden Chinas eingereicht hat, sollte ihr vielleicht eine neue Richtung geben.
  • Wie China im eigenen Land mit ausländischen Herstellern umgeht, musste der Weltmarktführer in Solar-Wechselrichtern, SMA Solar Technology, erfahren. SMA- Vorstandssprecher Urbon: „In den Ausschreibungsverfahren in China kommt kein internationaler Player zum Stich“.

Die Zahlen sind eindrucksvoll – und spätestens seit Mitte 2010 alarmierend. Anteile an der Solarzellen-Weltmarktproduktion in den 3 letzten Jahren

Deutschland 2009: 15,4% 2010: 9,7% 2011: 6,7%
China 2009: 38,1% 2010: 47,8% 2011: 57,3%
Quelle: Boomberg/FAZ

Das Bonner Marktforschungsunternehmen EuPD Research berichtete im September 2011: „Die Solarzellenproduktion verschiebt sich deutlich nach Asien“, die wichtigsten Länder seien China, Taiwan und Japan.

Besonders rasant verlaufe die Entwicklung in Taiwan: Während dort der Absatzmarkt auf Grund einer Beschränkung des Zubaus auf 70 MW pro Jahr (!) 2011 kaum eine Rolle spielen konnte, zeige die Produktion deutliche Zuwächse. Ein Hauptgrund sei der Eintritt großer Elektronik-Konzerne in den PV-Markt. Eine bezeichnende Politik: Solarpanels in Massen für den Export produzieren – sie aber im eigenen Land nicht dulden. In Deutschland entsteht durch den Verlust der eigenen Produktion bei weiterhin EEG-geförderten massiven Importen die exakt entgegengesetzte Situation.

Einbrüche in der Solarindustrie

Der durch immense Subventionen in den westlichen Industrieländern künstlich geschaffene Absatzmarkt mit seinen hohen Gewinnen führte inzwischen zu einer extremen Überproduktion und damit zu einem dramatischen Preisverfall, der angesichts der überfüllten Lager noch nicht zu Ende ist: 2006 kostete ein Kilowatt Leistung 5.000 €, heute 2.000 – 2.400 €.

Branchenexperten schätzen die weltweite Solarzellen-Nachfrage 2012 auf 21.000 MW, die existierenden Produktionskapazitäten aber auf 40-50.000 MW. Man rechnet jetzt mit einer sehr deutlichen Marktbereinigung.

Verluste werden geschrieben, Pleiten und Arbeitsplatzverluste drohen im In- und Ausland. Die Nachrichten vom Winter 2011/Frühjahr 2012:

  • Der Berliner Solarzellenhersteller SOLON SE ging in die Insolvenz; mitgerissen auch von der Pleite des östereichischen Solarzellenherstellers Blue Chip Energy.
  • Solar Millenium traf es im Dezember 2011.
  • Conergy verbuchte 2011 einen Verlust von 80-85 Mio €. Im September 2011 wurde entschieden, die Zellenfertigung in Frankfurt an der Oder einzustellen.
  • First Solar (USA, s.u.) prüft für seine Werke in Frankfurt-Oder Kurzarbeit. Der Maschinen-Ausrüster für Solarfabriken Centrotherm, Blaubeuren, erlitt Verluste und kündigt 400 von 1928 Mitarbeitern (weltweit). 80% seiner Umsätze macht das Unternehmen in Asien. Die PV-Hersteller in China, Centhrotherms Kunden, leiden seit 2 Jahren unter Überkapazitäten und streichen ihre Investitionen zusammen.
  • Q-Cells (Bitterfeld) meldete am 3.4.2011 Insolvenz an. Das Unternehmen wurde bereits in der Ausgabe 35/2011 des AKTIONÄR in dessen „Solar-Todesliste“ aufgenommen. Über die Hälfte des Grundkapitals war Ende 2011 verloren.
  • Der kanadische PV-Hersteller ARISE meldete für seine deutsche Tochterfirma in Bischofswerda Insolvenz an.
  • Schott Solar in Alzenau stellte seine Solarzellen-Produktion ein.
  • Die Sunways AG (Konstanz) hat mit 115,4 Mio € ihren Umsatz in 2011 gegenüber 2010 nahezu halbiert. Die chinesische LDK Solar übernahm ein Drittel der Anteile; die spätere volle Übernahme ist vorgesehen. Auch LDK Solar profitierte von dem Geld, das die Bundesrepublik mit ihrem Kredit der KfW Entwicklungsbank von 75 Mio € , u.a. an den chinesischen Solarkonzernen gab.
  • Die SunConcept Group (Elz, Hessen) stellte für ihre 7 Gesellschaften Insolvenzantrag.
  • SolarWorld teilte im Februar mit, dass ihr Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) von plus 193 Mio € in 2010 auf minus 233 Mio € in 2011 abgestürzt ist. Im TecDax stand die Aktie am 4.4.2011 bei 2,20 €; vor einem Jahr waren es 11,90€. Vor einem Kauf der Aktie wird in Börsenkreisen gewarnt, jedoch seien die meisten Beobachter der Meinung, dass der Konzern gute Chancen hat, auf lange Sicht als einer der Sieger aus der derzeitigen Konsolidierungswelle hervorzugehen.
  • Die Solarhybrid AG aus dem Sauerland ging Mitte März 2012 in die Insolvenz (89).
  • RALOS New Energy AG, Michelstadt, stellte Ende Februar Insolvenzantrag.

Diese Aufzählung endet Anfang April 2012. Am 21.2.2012 meldete die Börse, dass der deutsche Technologie-Aktienindex TecDax davon profitiert, dass von ehemals 9 deutschen Solarunternehmen nur noch 3 im TecDax stünden (83). Nur eins dieser Unternehmen stellt noch selbst PV-Zellen her, die anderen liefern Produktionsanlagen bzw. Elektronik.

Der Zustand des Solraparks Fehmarn nach 20 Jahren Betrieb. Quelle: Klimakatastrophe.wordpress.com

Das Bild ist nicht durchweg düster: Der Marktführer in Solar-Dünnschichtzellen First Solar eröffnete im November 2011 sein zweites deutsches Werk in Frankfurt/Oder. Gut geht es der Firma aus Tempe/Arizona allerdings nicht (s.u.). Die PV-Maschinenbauer werden diversifizieren; sie müssen nicht ausschließlich Produktionsmaschinen für diese eine Produktklasse fertigen. SolarWorld überlebt voraussichtlich (s.o.). Und der Wechselrichter-Hersteller SMA erwartet bessere Zeiten ab 2013.

Sehr drastisch bewertete E.on-Technologie-Vorstand Prof. Klaus-Dieter Maubach – gewiss kein Photovoltaik-Freund – auf dem „Bloomberg New Energy Finance Summit“ in New York die Aussichten der deutschen Solarstrombranche: Deutschlands Solarindustrie werde in den kommenden 5 Jahren angesichts des Wettbewerbs aus China „verschwinden“. Nicht ein einziger Arbeitnehmer werde dann noch bei den deutschen Solarunternehmen arbeiten, denn dann seien alle pleite, wird Maubach zitiert (89).

Und die wachsenden Probleme der Solarstrombranche sind keineswegs auf Deutschland beschränkt.

Solar-Pleiten in den USA

In den USA häufen sich Solar-Pleiten:

  • Im September 2011 ging der Solarkonzern Solyndra, den noch vor einem Jahr Präsident Obama besucht und als ein perfektes Beispiel das Wachstum mit sauberen Energien und für neugeschaffene, hochbezahlte Jobs gelobt hatte, bankrott und entließ alle 1.100 Mitarbeiter. Ein vom Energieministerium DoE garantierter Kredit über 535 Millionen US-$ ist verloren (49).
  • Die Aktien von Evergreen Solar, die noch 2009 bei 12 US-$ lagen; sind heute noch 10 Cent wert. Evergreen beantragte im August 2011 die Insolvenz.
  • Der Marktführer First Solar, der einst einen Marktwert von fast 6 Milliarden Dollar besaß, erlebte seit Januar 2011 einen Kursverlust von 48 %. Verglichen mit 2008 betrug der Kursverlust über 90 %.
  • Sunpower, das ebenfalls zu den größeren Unternehmen gehört, erlebte seit 2007 einen Kurssturz von fast 95 %. Im Herbst 2011 dauerten die Verluste bereits über drei Quartale an. Es existieren langfristige Schulden von mehr als 500 Mio Dollar und Gesamtverbindlichkeiten, die gegen 1 Milliarde Dollar gehen.
  • Auch die Firmen Spectrawatt, SES und Stirling Energy wurden in den vergangenen Monaten vom Markt gefegt.

Auch die italienische Regierung wurde aktiv: Sie zog den Termin der Beendigung der Förderung von PV-Freiflächenanlagen auf Ende Januar 2012 vor. Eine Ausnahmeregelung betrifft im Bau befindliche Anlagen.

Bis vor einigen Jahren war Spanien noch der grösste Solarmarkt der Welt. 2011 wurden dann nur noch 400 MW an PV-Leistung zugebaut (72). „Was heute ein Energieproblem ist, könnte ein finanzielles Problem werden“, sagte Industrieminister Jose Manuel Soria am 27.1.2012 in Madrid. Die Regierung erließ an diesem Tage ein Dekret, das Subventionen für neue Wind-, Solar-, Co-Feuerungs- und Müllkraftwerke stoppte.

Soria erklärte weiter, dass Wasserkraft- oder Kernkraftwerke nicht mit neuen Abgaben belastet würden. „Wer wird jetzt noch nach diesem Dekret in den Sektor der erneuerbaren Energien investieren ?“, fragte der Chef der Lobby-Gruppe Fundacion Renovables, Javier Breva.

Selbst die chinesischen Firmen JA Solar und Sunergy werden zur Gruppe gefährdeter Solarunternehmen gerechnet (Bewertung der Schweizer Bank Sarasin). Deutsche Tageszeitungen meldeten: Anleger flüchteten Ende 2011 „in Scharen aus Papieren der Solarbranche.“

Die grünen Jobs verschwinden wieder

In den westlichen Industrieländern spricht kaum noch jemand von der Solarindustrie als einer Zukunftsindustrie oder Jobmaschine – mit Ausnahme von Bundesumweltminister Röttgen, der anlässlich der Vorstellung der Förderkürzungen am 23.2.2012 wörtlich erklärte: „Die Photovoltaik ist eine Erfolgsgeschichte. Sie könnte zum Exportschlager werden.“

Die tatsächliche Marktentwicklung trifft jetzt diejenigen Arbeitsplätze, die nach grünen Plänen eigentlich an die Stelle der Jobs in der konventionellen Energiewirtschaft treten sollten (29). Die staatlich verkündete Behauptung war stets, dass es sich um hochqualifizierte, sog. Hightech-Arbeitsplätze handeln würde, was nicht den Tatsachen entsprach. Noch wird in deutschen Forschungsinstituten an der Photovoltaik gearbeitet und daran wird sich voraussichtlich nichts ändern.

Aber schon länger wird kritisiert, dass die deutschen Photovoltaikfirmen selbst nicht genügend Geld in die Forschung investiert haben, sondern im Vergleich zu anderen Technik-Branchen sogar besonders wenig. Das beschleunigte ihren Niedergang. Dass Bundesumweltminister Röttgen im Januar betonte, „er wolle ein Überleben der (Photovoltaik-) Technologieführerschaft in Deutschland“, kann sich also nur noch auf die Arbeiten in Forschungsinstituten beziehen, nicht aber auf die Unternehmen, die sein eigenes Ministerium mit der großzügigen Starthilfe für Chinas Solarfirmen dem vorauszusehenden Untergang preisgegeben hat.

Weil die Herstellung der Solarzellen dank der großzügigen deutschen Finanzhilfen weitgehend nach China abgewandert ist, verbleiben in Deutschland mittelfristig nur noch Jobs in der Produktion von begleitender Elektronik (z.B. Wechselrichter, Netztrenngeräte) und in der Montage. Diese Elektronik ist jedoch noch leichter zu kopieren, als die Herstellungstechnologie der PV-Zellen; das trübt die Aussichten. Das ständig wiederholte Argument über die „Erneuerbaren“ als Jobmaschine verliert nicht nur bei der Photovoltaik seine Glaubwürdigkeit. Ohne weitere Dauersubventionen hätte nur ein Teil von ihnen Bestand – z.B. in der Bioenergie, bei den Kraft-Wärmekopplungs-Anlagen und der Erdwärmenutzung sowie selbstverständlich bei der Wasserkraft.

Die Photovoltaik ist damit für die Welt keineswegs eine überholte Stromerzeugungstechnik – als eine prosperierende Industriebranche für Deutschland und auch für andere westliche Industrieländer kommt sie aber nicht mehr in Frage.

Technisches Unverständnis und Beratungsresistenz

ließ Politiker lange an die Illusion von einer blühenden Solarindustrie glauben; dabei hätte man bereits vor 10 Jahren ohne Schwierigkeiten erfahren können, dass diese Technologie niemals in einem Hochlohnland gehalten werden konnte. Dass dies dermaßen schnell ging, hat die Bundesregierung mit der Aufbauhilfe für Chinas Solarfirmen selbst verursacht. Es ist vermutlich kein Trost für die deutschen Solarfirmen, dass sie auf dem Altar deutscher regierungsamtlicher Klimaretter geopfert wurden.

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung RWI hat berechnet, dass die gesamten Subventionen für die Photovoltaik mittlerweile die 100-Mrd-Euro-Grenze überschritten haben. Wie man jetzt feststellt, hat dieser enorme Aufwand im Gegensatz zu den politischen Visionen keine nachhaltigen positiven Arbeitsplatzeffekte bewirkt (18).

Ausbau-Prognosen

Der Ausbau wird dennoch ohne Zweifel weiter gehen: Die staatliche Bundesnetzagentur hatte am 15.11.2011 ihre „EEG-Mittelfristprognose“ vorgelegt, die vom Leipziger Institut für Energie GmbH erarbeitet wurde (16):

  • Für das Jahr 2015 wird eine installierte Leistung von rund 86.000 MW aus erneuerbaren Energiequellen erwartet, wovon über 90 % auf Solar- (40.000 MW) und Windenergie (40.000 MW) entfallen.
  • Für 2016 werden 94.000 MW erwartet, wovon über 91 % auf Solar- (ca. 44.000 MW) und Windstrom (ca. 42.000 MW) entfallen. (Dabei hatte das Institut bereits die PV-Leistung am Jahresende 2011 um 552 MW unterschätzt).

Die Kosten der Photovoltaik machen der Regierung Sorgen

Die Erzeugung des Solarstroms ist teuer; sie liegt um das 5 bis 7-fache über den Strom-Erzeugungskosten konventioneller Kraftwerke. Die Besitzer derartiger Anlagen erhielten – entsprechend dem EEG-Gesetz – ab 1.7.2011 pro eingespeister Kilowattstunde 24,4 Cent, was dann dem Strompreis für Endverbraucher aufgeschlagen wurde (59, 60).

Der BDEW berichtete (90):

„Bei der Photovoltaik werden….lediglich 14 % der durchschnittlichen Vergütung (Anm.: die der Erzeuger durch das EEG erhält) durch die Vermarktung gedeckt; die restlichen 86 % müssen durch die EEG-Umlage gefördert werden“.

Ein Beleg für die extremen Kosten und die katastrophale Unwirtschaftlichkeit dieser Stromerzeugung. Ein erstaunliches Eingeständnis ist im EEG-Erfahrungsbericht 2011(Entwurf) des BMU zu lesen (5):

„Die Vergütungszahlungen im Rahmen des EEG beliefen sich 2010……auf über 12 Mrd. €….. Hier ist es in den letzten Jahren zu Fehlentwicklungen gekommen (!). So entfielen 2010 im Stromsektor von rund 23,7 Mrd. € Investitionen in erneuerbare Energien allein 19,5 Mrd. € und damit über 80% auf die Photovoltaik.“ Und zum Thema Strompreise liest man: „Insgesamt stieg seit dem Jahr 2000 die durchschnittliche Vergütung für Strom aus (allen) erneuerbaren Energien von 8,5 Cent / kWh auf voraussichtlich 15,5 Cent / kWh (2010) an. Diese Entwicklung musste dringend gestoppt werden.“

Mit der zum 1.1.2012 vorgesehenen EEG-Novelle, genannt „neues EEG“ (15), habe die Regierung „wirksam gegengesteuert und insbesondere mit dem Abbau der Überförderung der Photovoltaik entschlossen gehandelt.“ Das Zugeständnis durch die Regierung, dass es hier eine Überförderung gibt, ist interessant; die Behauptung, dass sie nun abgebaut würde, traf nicht zu, wie sich dann im Frühjahr 2012 herausstellte.

Der Versuch einer Kürzung – und die Folgen

Wegen der anhaltenden Kritik debattierte die Regierung seit geraumer Zeit über eine weitere Kürzung der Einspeisevergütung für Solarstrom und/oder ein Leistungs-Limit für den jährlichen Zubau. In einer Mitteilung des BMU über „Daten und Fakten zur Photovoltaik-Förderung“ vom 17.11.11 heißt es, dass nach dem am 1.1.12 in Kraft getretenen „neuen EEG“ (15) der „Ausbaukorridor“ möglicherweise auf 2500 – 3500 MW zusätzliche PV-Leistung pro Jahr sinken könnte.

Darüber stritten sich dann das Wirtschaftsministerium (für starke Kürzung der Vergütung und ein Zubau-Limit („Deckelung“) von 1.000 MW – gegenüber dem 7.500 MW-Zubau in 2011) – und das Umweltministerium (gegen starke Kürzung und Deckelung). Die Fraktionschefs der Regierungskoalition hatten bereits in einem Schreiben an Röttgen eine Kürzung der Subventionen um 70 % gefordert.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) hatte dazu im Januar 2012 (90) festgestellt: „Der Vergleich der Anteile an der EEG-Umlage 2011 und 2012 zeigt, dass sich die Gewichtung zugunsten der Photovoltaik-Förderung verschoben hat“ – also eine Entwicklung hin zu einer weiteren Verteuerung der Umlage. Die Hauptgeschäftsführerin des BDEW Hildegard Müller reagierte daher auf die eher milden Kürzungspläne der Regierung mit einer klaren Empfehlung:

„Nach einem Zubau von 7.500 MW im letzten Jahr könne die Solarstrom-Förderung für zwei Jahre bei jeweils 1.000 MW gedeckelt werden, um diese Zeit für eine grundlegende Diskussion über die Reform des EEG zu nutzen“

sagt sie der Ulmer „Südwest-Presse“. Aber es war umsonst.

Die Regierung vermied nun eine solche Regelung und erklärte, dass die Kürzung den Zubau auf 2.500 – 3.500 MW begrenzen würde. Die Haltbarkeitsdauer dieser Behauptung betrug nur wenige Tage. Die Wahrheit kam in drei Stufen ans Licht.

Stufe 1: Jammern

Laut erklangen die Klagen deutscher Solarfirmen – Zitat: „Jetzt steht die Energiewende auf dem Spiel“ – mit der Behauptung, dass diese Kürzungen „nicht verkraftbar“ seien sowie mit der erstaunlichen Behauptung, dies sei ja „eine der wichtigsten Zukunftsbranchen“ (Bundesverband Solarwirtschaft). Die IG Metall forderte nun für die deutsche Solarbranche ein Nothilfeprogramm. Diese Kürzungen seien kontraproduktiv. (Zu etwas anderen Stellungnahmen von Gewerkschaften zu den Auswirkungen der „Energiewende“ auf die Wirtschaft siehe Kapitel 14).

Vorsorglich kündigten Thüringen und Sachsen-Anhalt bereits Schritte zur Verzögerung eines entsprechenden Gesetzes im Bundesrat an: Sie wollen die von den Subventionen lebenden Solarfirmen schützen. Sachsens Ministerpräsident verstieg sich zu der Aussage, seine Solarfirmen seien „der Mercedes“ der sächsischen Industrie.

Stufe 2: Die Experten sehen sich das genauer an

Eine Prognose des DIHT vom 8.3.2012 ergab, dass im Jahre 2012 voraussichtlich PV-Anlagen mit 8.000 MW Gesamtleistung installiert werden. Das wären sogar 500 MW mehr als selbst im Boomjahr 2011.

Modellrechnungen hätten laut Presseberichten gezeigt, dass die Zubauten nach der alten Regelung, in der die Förderung je nach Zubaumenge (nach jährlich installierter Leistung) automatisch gekürzt wurde, sogar geringer ausfallen würden, als das nun mit der neuen Regelung der Fall wäre. In diesem Falle wäre die jetzt beschlossene Maßnahme eine Geste ohne die angeblich gewünschte Wirkung. Das bestätigte Prof. Felix Höffler vom Energiewirtschaftlichen Institut der Uni Köln in einem WISO-Interview (67):

„Wenn es erneut zu einem massiven Ausbau von über 7.000 MW kommt, dann würden Investoren vor allem kleinerer und mittlerer Anlagen, die 2015 ans Netz gehen, gegenüber der alten Förderung sogar besser gestellt.“

Stufe 3: Entwarnung, alles ist bestens, es geht weiter wie bisher

Die o.e. WISO-Sendung vom 12. März ließ zwei Unternehmen der Photovoltaik-Branche zu Wort kommen – und die Stellungnahmen waren frappierend: Nikolaus Krane (ehemals Gründer der heute Verlust-geschüttelten Conergy) von der WIRSOL Solar AG (Marktführer für große Solarparks):

„Die bevorstehenden Kürzungen der Solarförderung betreffen unsere Geschäftsentwicklungen in keiner Weise ! Für einen Solarpark mit 130 Mio € Investitionsvolumen und 25 Jahren Laufzeit kann ich 6,5 % Rendite garantieren. Kein anderes Kapitalprodukt auf dem Markt kann dem Investor eine solche Rendite bringen.“

Florian Golinski von der SUNTEC Energiesysteme GmbH – Spezialist für kleine und mittlere PV-Anlagen:

„Wir hatten eine Eigenkapitalrendite von 11 %; jetzt nach der Kürzung sind es 7,5 %. Das reicht – nennen Sie uns eine andere Anlagenform, die mehr bringt. Natürlich werden wir uns weiter nach preisgünstigen Modulen umsehen – zum Beispiel in Asien.“

Am 23.2.2012 verkündete die Regierung, dass ab dem 9.3.2012 die Einspeisevergütung sinken soll:

Für Anlagen bis 10 kW Leistung von 24,4 auf 19,5 Cent/kWh
Für Anlagen bis 1000 kW Leistung von 22 auf 16,5 Cent/kWh
Für Anlagen über 1000 kW Leistung von 18,3 auf 13,5 Cent/kWh

Bei Dachanlagen sollen nur 85 % des erzeugten Stroms vergütet werden; bei Freilandanlagen 90 %. Damit bliebe diese Förderung auch weiterhin attraktiv hoch. Eine „Deckelung“ nach Zubau-Leistung gibt es nicht.

Die PV-Kürzung gerät in Turbulenzen

Die Minister Röttgen und Rösler wollten zwar den oben genannten Termin 9.3. halten, um einen Förderungswettlauf zu verhindern. Doch der Druck der Lobby verhinderte es: Die schwarz-gelbe Koalition verschob das Datum auf Anfang April. Im Bundesrat drängten Sachsen-Anhalt und Thüringen auf eine Verschiebung bis Juli.

Nun brach eine wahre PV-Installationshysterie aus. DER SPIEGEL berichtete am 26.3.12, „dass die Deutschen Solaranlagen wie im Rausch installierten, um noch rasch die bisherigen Förderbeträge abzugreifen“. In einem internen Papier des Umweltministeriums sei zu lesen, dass der PV-Boom von 2011 noch „deutlich übertroffen werden“ könne. Weiter heißt es in dem Papier, dass dadurch die Stromkunden innerhalb der nächsten 20 Jahre um weitere 9 Mrd. € zur Kasse gebeten werden könnten. Eine gute Nachricht für die chinesischen Hersteller.

Für die Regierung wird die erneute und anscheinend nicht mehr aufzuhaltende Photovoltaik-Zubaulawine – obwohl doch ganz im Sinne der Energiewende – zu einem ernsten Problem. Denn inzwischen haben die Medien nach Abklingen der Energiewende-Euphorie die großen Nachteile der Photovoltaik-Förderung nach dem EEG erkannt.

Die immensen Kosten, der klägliche Beitrag zur Stromerzeugung, das Verschwinden der versprochenen Arbeitsplätze und besonders die bislang einzigartige Umverteilung von unten nach oben, die erstaunlicherweise sowohl von den Sozialdemokraten als auch von den stets als Gerechtigkeitskämpfer auftretenden Linken kommentarlos hingenommen wird.

„Erneuerbare“ bekommen Akzeptanzproblem

Die Photovoltaik ist jetzt in den Medien ein hartes Argument gegen die Energiewende geworden und damit wurde eine Bresche in die Potemkinsche Fassade geschlagen, die nun keinen Schutz mehr gegen weitere Medien-Angriffe auf für die Bürger nachteilige Energiewende-Aktionen bietet. Insofern ist das Solarstrom-Dilemma möglicherweise ein derart schwerer Glaubwürdigkeitsschaden für die Regierung, dass alle weiteren mit der Energiewende verbundenen Zumutungen und Belastungen für die Bürger auf noch mehr Widerstand stoßen. Siehe dazu Kapitel 16, ebenso Kapitel14.

Wie der erwartete extreme Ausbau der Windkraft (s.o.) dürfte auch der enorme weitere Anstieg der Photovoltaik, der durch die jetzt geplanten Maßnahmen voraussichtlich nicht gebremst wird, nicht nur an den untragbar gewordenen Kosten, sondern auch an den ungelösten Problemen im riesigen Verteilungsnetz (siehe Kapitel 10) scheitern – aber erst nach vielen weiteren von den Verbrauchern gezahlten Milliarden Euro und spürbaren Stromversorgungsproblemen.

Die Regierung sitzt in der Klemme: Einerseits setzt sie voll auf die Photovoltaik. Sie ist eben neben dem Windstrom die zweite Säule der Energiewende. Sie darf trotz erwiesener Nutzlosigkeit nicht fallen, koste es was es wolle. Andererseits ruiniert die „Überförderung“ die „notwendige Akzeptanz des EEG“ (Zitat aus dem o.e Bericht des BMU). Ob die Regierung aus diesem Dilemma herauskommen kann, ist unklar. Vielleicht erhebt sie einen Einfuhrzoll von 100-Prozent auf chinesische Solarpanels. Aber dann rächen sich die Chinesen….
[Zur Inhaltsangabe]

8. Biogas: Nur begrenzt umweltfreundlich

Im Gegensatz zu Wind- und Solarstrom ist Biogas ein Energieträger, der gleichmäßig anfällt, gut speicherbar ist und mit dem auch über einen längeren Zeitraum Strom erzeugt werden kann – in der Fachsprache der Energiewirtschaftler ein „dargebotsunabhängiger“ Energieträger – obwohl die Stromerzeugung aus dafür angepflanzter Biomasse deren mit Abstand schlechteste Nutzung darstellt. Ebenso wie die für eine Stromerzeugung vollkommen ungeeignete und quantitativ marginale Geothermie wird Biogas zu sehr zur Gewinnung elektrischer Energie eingesetzt.

Dennoch ist die Stromerzeugung aus Biomasse die nach der Wasserkraft relativ beste „erneuerbare“ Stromquelle. Der Grund wird im BDEW-Papier vom 23.1.12 (90) erklärt:

„Photovoltaik-Anlagen erzeugen bei Dunkelheit keinen Strom und erreichen nur bei intensiver Sonneneinstrahlung ihre maximale Leistung. Auch Windenergieanlagen laufen nur wenige Stunden im Jahr mit ihrer maximalen Leistung. Wasserkraft und Biomasse haben zwar einen relativ kleinen Anteil an der installierten Leistung, erzeugen aber aufgrund ihrer hohen Verfügbarkeit und Auslastung knapp die Hälfte des Stroms aus erneuerbaren Energien.“

Biomasse insgesamt hatte an der Stromerzeugung 2011 einen Anteil von 5,2 % (Vorjahr 4,4 %). (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft, BDEW.)

Langsam, aber sicher wird Biogas zur teuersten stromliefernden Energieform der sog. erneuerbaren Energien. Das liegt vor allem am Anteil der Rohstoffkosten an der Biogaserzeugung, die rund die Hälfte der Stromerzeugungskosten betragen. Biogas kann mit einfachen Mitteln zu Erdgas veredelt werden und sollte ausschließlich dem Wärmemarkt zugeführt werden.

Der Grund dafür ist die Überbewertung von Stromerzeugung, was zum exzessiven und teuren Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik geführt hat. Solarthermie und die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen hätte stattdessen eine konsequente und wirkungsvollere Förderung verdient.

Die Probleme des Biogases liegen aber nicht allein in einer ineffizienten Nutzung: Das Hauptproblem ist der große Flächenverbrauch, der zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen betrifft und an die Stelle der Produktion von Nahrungsmitteln Energiepflanzen setzt. Und nun gibt es eine neue von der Regierung geförderte Initiative, die diesen Flächenverbrauch noch verstärkt: Die Energiewende.

Widerstand formiert sich

Aber Widerstand formiert sich: Jetzt forderte der Bauernverband „einen schonenden Umgang mit der ohnehin knappen Agrarfläche bei der Energiewende“, wie Bauernpräsident Gerd Sonnleitner Ende März 2012 erklärte. „Unser Kern- und Hauptgeschäft bleibt die Nahrungsmittelproduktion“, für die es große Exportchancen gebe. Besonders scharf wandte sich Sonnleitner gegen den Verbrauch von Landwirtschaftsfläche durch neue Stromtrassen und Solaranlagen.

Mit dem Bau von Solaranlagen auch entlang von Autobahnen und Bahnstrecken müsse Schluss sein, denn bereits jetzt gingen täglich rund 90 Hektar Äcker und Wiesen durch Bauprojekte und neue Straßen für die Landwirtschaft verloren. Mit einer Petition an den Bundestag, die von 212.000 Unterschriften unterstützt wird, will der Bauernverband gesetzliche Schritte gegen diesen „Landfraß“ erreichen.

Zu den Zahlen:

Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe FNR in Güstrow-Prüzen schätzte Anfang September 2011, dass in Deutschland Energie- und Industriepflanzen auf rund 2,3 Millionen Hektar(ha) Ackerfläche wuchsen. Laut dem Projektträger des Bundeslandwirtschafts-Ministeriums BMELV entspricht dies etwa 19 % der Ackerfläche Deutschlands und einem Anstieg gegenüber dem Vorjahr um gut 150.000 ha.

Energiepflanzen stehen derzeit laut FNR auf 1,96 Mio ha. Der Anbau von Kulturen für die Biogasproduktion sei gegenüber dem Vorjahr um 150.000 ha und der für Bioethanol um 10.000 ha erweitert worden. Die wichtigste Energie- und Industriepflanze bleibe Raps.

Zwar wird angestrebt, pflanzliche Reststoffe und andere biologische Abfälle vermehrt einzusetzen, aber der Druck auf die Umwandlung von Agrarflächen zur Produktion von Raps, Mais etc. hält wegen der damit erzielbaren weitaus höheren Renditen unvermindert an – eine direkte Folge der Überförderung. Und selbst wenn Gülle zu Biogas vergoren wird, erhöht die Zugabe von Weizen den Gasertrag beträchtlich.

Die gleichen Probleme ergeben sich bei der Herstellung von Biotreibstoff. Hier tritt ein weiterer negativer Umwelteffekt auf: Es wird in großem Umfang Palmöl aus subtropischen Ländern – z.B. Indonesien – eingeführt und hier verarbeitet. Im Ursprungsland werden daher neue Ölpalmplantagen eingerichtet und dafür Tropenwald gerodet.

Schon lange prangern vor allem die Kirchen die Umwandlung von Agrarflächen und die Verwendung von Lebensmitteln als Energieträger als unethisch und skandalös an. Selbst das dem Umweltministerium nachgeordnete Umweltbundesamt spricht Biogas und Biodiesel schon lange jeglichen Umweltnutzen ab. In seiner hilflosen und erfolglosen Verteidigung der Einführung des E-10-Treibstoffs wagte es der Umweltminister Röttgen denn auch nicht, diesem irgendeinen positiven Umwelteinfluss zuzuschreiben.

Es stellt sich die Frage, wie lange die Politik und die Öffentlichkeit dieser vom Staat unterstützten Vernichtung von Agrarfläche noch zuschaut. Dass man damit die Energiewende in irgendeiner Weise unterstützen könnte, wird durch einfache Rechnungen widerlegt, aus denen hervorgeht, dass in Deutschland nicht annähernd die für signifikante Biogas-Steigerungen erforderlichen Flächen verfügbar sind. Von den katastrophalen Konsequenzen für den Naturschutz ganz abgesehen.
[Zur Inhaltsangabe]

9. Neue Kohle- und Gaskraftwerke – der Rettungsanker, der nicht greift

Mitte Dezember 2011 berichtete der SPIEGEL dass der für die Energiepolitik zuständige Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler „stärker als bisher geplant in zusätzliche Kohle- und Gaskraftwerke investieren“ wolle. Gemeint war wohl, dass sein liberal geleitetes und früher die Marktwirtschaft hoch haltendes Ministerium entsprechende Investitionen mit Zuschüssen fördert, wie sie bereits gefordert werden. Laut SPIEGEL sei in einem BMWi-Papier von „circa 17 neuen Großkraftwerken bis zum Jahr 2022“ die Rede. Weiter hieße es dort: „Fossile Kraftwerke sind essenziell für eine sichere Energieversorgung“, denn diese müssten die wegfallenden Atomkraftwerke ersetzen und die schwankende Stromerzeugung aus Wind und Sonne ausgleichen.

GuD-Kraftwerk von Statkraft mit zwei Gasturbinen im Chemiepark Knapsack. Bildquelle: Wikipedia

Dem widersprach sofort der unzuständige aber intensiv mit dem Segen der Kanzlerin Energiepolitik betreibende Bundesumweltminister Norbert Röttgen, der die Existenz von Engpässen in der Erzeugungskapazität bestritt. Bei Kraftwerkskapazitäten gebe es bis 2020 „kein Problem.“ Es dürften nur die bereits beantragten oder im Bau befindlichen Kohlekraftwerke in Betrieb gehen.

Warnungen werden dementiert

Röttgen bezeichnete Warnungen vor einem „Blackout“ ebenso als Horrorszenario wie jene vor explodierenden Strompreisen. Damit hat man ein halbes Jahr nach Verkündung der Energiewende ein zutreffendes Bild von der Arbeit der Regierung an ihrer Umsetzung.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW ersetzte nun die widersprüchlichen Streitereien aus Berlin durch ein im Oktober 2011 veröffentlichtes Gutachten (6):

Der BDEW schätzt, dass bis 2030 etwa 33.000 MW an fossilen Kraftwerken (Kohle und Gas; Öl ist unwesentlich) vom Netz gehen, weil sich der Betrieb nicht mehr lohnt oder Bestandskraftwerke am Ende ihrer Lebensdauer sind. In diese Zahl sind bereits die bis dahin geplanten Neubauten von 12.000 MW eingerechnet.

Anschließend hatte die Bundesnetzagentur in ihrem Monitorbericht 2011 (9) eine Auflistung für den Zu- und Rückbau von Steinkohle-, Braunkohle- und Erdgaskraftwerken präsentiert, soweit es heute sicher bzw. geplant ist:

„Bundesweit wird bis 2022 ein Rückbau von ca. 29.500 MW dargebotsunabhängiger (d.h. unabhängig von Wind, Wetter, Tageslicht…) Erzeugungskapazität erwartet. Hierin sind die bereits 2011 stillgelegten 8 KKW mit insgesamt 8.400 MW enthalten. Neben den derzeit im Bau befindlichen 12.900 MW wird demnach der Zubau von weiteren 16.600 MW Kraftwerksleistung benötigt, um den Rückbau bis 2022 auszugleichen. Hierbei ist es wichtig, dass es sich um neue, zusätzliche Kraftwerksleistung handelt, die nicht durch den Rückbau stillzulegender Kraftwerksblöcke am gleichen Standort reduziert wird. Bislang liegt erst für Kraftwerksprojekte mit 1,400 MW eine behördliche Genehmigung vor. Weitere 10.600 MW befinden sich noch im Genehmigungsverfahren.“

Lage in Süddeutschland angespannt

Durch die Stilllegung von 5 Kernkraftwerken fehlen in Süddeutschland etwa 3.000 MW. Erst 2013 und 2014 wird durch die Fertigstellung von 2 Steinkohlekraftwerken ein Zubau um ca. 1.700 MW in Süddeutschland erwartet. Aber: „In Süddeutschland übersteigen die erwarteten Rückbauzahlen der Kraftwerke deutlich die aktuellen Plandaten für die Zubauten“. Die Folge: „Gegenüber der Situation vor dem Kraftwerksmoratorium der Bundesregierung bleibt die Lage in Süddeutschland auch nach Fertigstellung der derzeit im Bau befindlichen größeren Kraftwerksprojekte ernst und risikobehafteter als vorher.

„Wie die Daten zeigen, wird sich die Erzeugungssituation in Süddeutschland 2012 voraussichtlich nicht signifikant verändern. Demnach ist davon auszugehen, dass im Winter 2012/13 eine zum Winter 2011/12 vergleichbare Erzeugungssituation vorliegen wird.“

Die Erzeugungssituation in Süddeutschland bleibe auch nach Fertigstellung zweier Steinkohlekraftwerke angespannt. Siehe auch Kapitel 9.

„Die im Monitoring 2010 bereits festgestellten Verzögerungen bei 11 größeren Kraftwerksprojekten haben sich 2011 noch einmal vergrößert. Zudem reduzierte sich das Gesamtvolumen von dargebotsunabhängigen Kraftwerksprojekten innerhalb eines Jahres um 18% bzw. rund 7.300 MW.“

Die Zahlen für Süddeutschland (Kraftwerke Frankfurt am Main und südlicher) aus dem Monitoringbericht:

2011 Erdgas +684 MW
Kernkraft -4.947 MW Saldo 2011: Abnahme um 4.263 MW
2012 Steinkohle -293 MW
Erdgas + 92 MW Saldo 2012: Abnahme um 201 MW
2013 Steinkohle + 847 MW Saldo 2013: Zunahme um 847 MW
2014 Steinkohle +845 MW; -406 MW Saldo 2014: Zunahme um 439 MW
2015-2020 Steinkohle –655 MW
Kernkraft -3.961 MW
Weiter -114 MW Saldo 2014-2020: Abnahme um 4.713 MW
2021-2022 Kernkraft -4.008 MW Saldo 2021-2022: Abnahme um 4.008 MW

Diese geschätzten Zahlen enthalten ab 2014 die weiteren, noch stillzulegenden Kernkraftwerke in Süddeutschland:

Grafenrheinfeld – 1.275 MW 31.12.2015
Grundremmingen B – 1.284 MW 31.12.2017
Philippsburg 2 – 1.402 MW 31.12.2019
Grundremmingen C – 1.288 MW 31.12.2021
Neckar II – 1.310 MW 31.12.2022
Isar 2 – 1.410 MW 31.12.2022

Diese Stilllegungen würden ein zusätzliches, heute noch nicht einmal geplantes Kohlekraftwerks-Neubauprogramm erfordern. Weshalb es bereits heute große Schwierigkeiten beim Erreichen der heutigen Neubaupläne gibt, wird unten erläutert.

Klimaziele werden zur Nebensache

Betrachtet man die Art der heute im Bau befindlichen und derzeit geplanten neuen Kraftwerke, so kann man dem Monitorbericht entnehmen, dass von den im Bau befindlichen Kraftwerken 82% der Kraftwerksleistung durch Kohlekraftwerke und nur 18% durch Erdgaskraftwerke erbracht werden. Ende 2013 sollen dann insgesamt 73% der Neubaukapazität neue Kohlekraftwerke und 27% Gaskraftwerke sein. Hier musste die Regierung sämtliche Bekenntnisse zum sogenannten Klimaschutz über Bord werfen, denn es ist eine Binsenweisheit der Kraftwerkswirtschaft: Wenn man kaum Wasserkraft hat und dann auch noch seine Kernkraftwerke abschaltet, dann muss man eben Kohlekraftwerke bauen. Es sei denn, man hat sehr billiges Erdgas oder Erdöl. Beides haben wir nicht.

Diese Neubauaktivität und die Neubauplanung fossil gefeuerter Kraftwerke zeigt deshalb sehr klar – abseits von allen Sonntagsreden – die Wirklichkeit der Energiewende. Die gesamte stillgelegte Erzeugungskapazität der deutschen Kernkraft muss durch Kohle und Gaskraftwerke ersetzt werden, die allein eine sichere Grundlasterzeugung bieten, wie sie von der Industrie und von den Verbrauchern benötigt wird. Egal, wie viel Wind- oder Solarstromanlagen am Netz hängen.

Wenn Wind und Sonne dann Strom liefern, müssen die Kohle- und Gaskraftwerke heruntergefahren, aber natürlich nicht abgeschaltet werden, da sie in kurzer Zeit wieder benötigt werden könnten. Das macht sie unrentabel, weshalb die Investoren mit Recht kein Interesse mehr an Neubauten haben: Ein Teufelskreis.

Kohle und Gas durch EEG unrentabel

Die Einsparung von Kohle bzw. Erdgas während dieser Leerlaufperioden ist verständlicherweise gering, weshalb auch der positive Effekt des Wind- und Solarstroms für die Umwelt ebenso gering ist. Dieses System mit vielen Milliarden Euro der Stromverbraucher aufzubauen war daher eine gigantische Fehleinschätzung – eine Mischung aus Unwissenheit und Ideologie. Die beste Lösung wäre deshalb, einfach alle Wind- und Solarstromanlagen abzuschalten. Aber dann hätte man ja keine Energiewende mehr.

Die Gewissheit, dass die Kernkraftabschaltung exakt die beschriebenen „fossilen Konsequenzen“ haben musste, bestand in der Energiewirtschaft von Anfang an – und die hier präsentierte Neubautätigkeit und –Planung zeigt, dass es auch genau so geschieht. Und diese Planung geschieht nicht etwa hinter dem Rücken der Bundesregierung, diese ist vielmehr die planende und treibende Kraft hinter dieser Entwicklung. Soviel zur Ehrlichkeit in der Energiepolitik.

Aus dem Monitoringbericht könnte man schließen, dass etwa Ende 2014 das von der Abschaltung der 8 Kernkraftwerke gerissene Versorgungsloch- wenn alles gut geht – wieder aufgefüllt sein wird. Wie es dann nach dem Abschalten der übrigen Kernkraftwerke weitergehen soll, wird nicht behandelt. Eine neue große Kohlekraftwerks-Neubauaktion wäre dann fällig. Aber auch die bis 2014 präsentierten Zahlen täuschen aus drei Gründen:

Grund Nr.1: Die vorgestellten Planzahlen sind möglicherweise zu optimistisch. Die Bundesnetzagentur führt dazu in ihrem Bericht folgendes aus:

„Derzeit befinden sich bundesweit ca. 12.900 MW dargebotsunabhängige (=Kohle-, Gas; Biomasse) Kraftwerkskapazitäten in Bau, die voraussichtlich bis 2014 fertig gestellt sein werden. Hier gibt es jedoch Unwägbarkeiten wie die Kesselproblematik. So führt der Einsatz von Kesseln mit der neuartigen, hochtemperaturbeständigen und druckfesten Stahllegierung T24 (7 CrMo VTiB 10 10) zu technischen Problemen.

Bei mehreren im Bau befindlichen Kohlekraftwerken hat dies bereits zu Verzögerungen bei der geplanten Inbetriebnahme geführt. Von den insgesamt im Bau befindlichen Kraftwerksprojekten (Anm.: Kohle, Gas) haben 18 Projekte mit insgesamt 12.300 MW eine Kapazität von jeweils mindestens 100 MW. Gegenüber den Daten aus dem Monitoring 2010 lassen sich davon für elf Projekte Verzögerungen bei dem geplanten Zeitpunkt der kommerziellen Inbetriebnahme feststellen.

Bei sechs Projekten (5.000 MW) beträgt die Verzögerung ein Jahr, bei vier Projekten (2.900 MW) zwei Jahre und bei einem Projekt (1.100 MW) drei Jahre. Die bereits im Monitoring 2010 festgestellten Verzögerungen haben sich damit gemäß der Monitoringdaten 2011 noch einmal vergrößert. Zudem ist das Gesamtvolumen der Investitionsvorhaben bei diesen Kraftwerken rückläufig. So reduzierte sich das Gesamtvolumen innerhalb eines Jahres um knapp 18 Prozent bzw. rund 7.300 MW.“

Grund Nr.2: Die Situation in Süddeutschland (siehe oben).

Grund Nr.3: Gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke gibt es ebenso wie gegen neue Hochspannungstrassen massiven Widerstand durch Umweltverbände (75) und Bürgerinitiativen – siehe unten, sowie Kapitel 14.

Dass diese in den Prognosen der Bundesnetzagentur und des BDEW ersichtliche bedenkliche Kapazitätslücke künftig entstehen und auch aus heutiger Sicht nicht geschlossen werden kann, liegt an dem schon in zahlreichen Berichten erläuterten sehr plausiblen Desinteresse der potenziellen Investoren an neuen Kohle- und Gaskraftwerken. Auch für dieses Desinteresse gibt es gute Gründe.

Die stetig ansteigende gesetzlich vorgeschriebene Zwangseinspeisung von stark schwankendem Wind- und Solarstrom in die Netze zwingt konventionelle Kraftwerke zu immer häufigerem Herauf- und Herunterfahren ihrer Leistung. Eben das wünscht sich die Regierung zum Ausgleich dieser Schwankungen – aber eben das senkt die Betriebsstunden der Kraftwerke, verhindert ihr gleichmäßiges Fahren mit konstanter Leistung und erhöht den Verschleiß.

Es wird weitaus weniger Strom erzeugt und verkauft, als es die Anlagen erlauben. Sie sind dann unrentabel, weshalb es keinen Sinn macht, sie zu bauen. Dazu schreibt der BDEW in seinem Gutachten „Flexibilisierung“ vom 11.10.11 mit erstaunlicher Offenheit (90):

„…in 2020 werden noch immer 80 % der heutigen konventionellen Kraftwerke benötigt. Diese werden als Back-up-Systeme bei unzureichender Erzeugung von EE-Strom (d.h. Strom aus „Erneuerbaren“) vorgehalten. Sie weisen jedoch eine gegenüber der heutigen Situation um durchschnittlich 40 % geringere Auslastung auf.

Ein wirtschaftlicher Betrieb wäre unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht gesichert bzw. benötigt entsprechende Preisspitzen. Ein marktgetriebener inländischer Ausbau der technisch erforderlichen Kraftwerkskapazität zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit ist unter den aktuellen Rahmenbedingungen nicht gesichert. Er erfordert langfristig wirksame und marktbasierte Anreize, die von der Politik zugelassen werden müssen.“

Neue Subventionen absehbar

Damit ist eine weitere Subventionsaktion angekündigt – und sie wird kommen, wie Minister Röslers Bemerkung bereits andeutet (s.o.) – denn sie passt sich logisch in die verhängnisvolle Kette von Fehlentscheidungen ein, die beginnend mit der grundsätzlichen Fehlentscheidung, die das Erneuerbare Energien-Gesetz darstellt, in einer immer weiter gehenden Reihe schädlicher und stets teurer Reparaturmaßnahmen den eingeschlagenen Irrweg ohne Rücksicht auf Verluste fortsetzen.

Selbstverständlich würden auch diese Subventionen – hier liebevoll „Preisspitzen“ und „Anreize“ genannt – wiederum allein den Stromverbrauchern aufgebürdet. Weiteres dazu im Kapitel 16 mit der Auflistung der Ursachen für weitere Strompreis-Steigerungen. Auch im Kapitel 12 über die Energie-Planwirtschaft haben diese Überlegungen ihren passenden Platz gefunden.

Ein weiterer Grund, die von der Regierung geschätzten – und besonders gut regelbaren – Gaskraftwerke gerade nicht zu bauen, liegt in den sehr hohen Gaspreisen und den langfristigen Lieferverträgen, die diese Preise zementieren. Derartige Investitionen sind daher noch unattraktiver als solche in neue Kohlekraftwerke.

Widerstand auch bei Umweltverbänden

Aber nicht nur Investoren zögern beim Neubau fossiler Kraftwerke: Mindestens ebenso wirksam ist der Widerstand von Umweltverbänden und Bürgerinitiativen: Allein in NRW sind drei Neubauprojekte gestoppt bzw. verzögert: Das EON-Kraftwerk Datteln wurde vom NRW-Oberverwaltungsgericht gestoppt, ebenfalls das Trianel-Kraftwerk Lühen; für beide fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz BUND das Ende.

Das Trianel-Steinkohlekraftwerk Krefeld wurde nach heftigen Protesten der Umweltschützer aufgegeben – eventuell wird stattdessen innerhalb von 6 Jahren ein Gaskraftwerk gebaut. Und der neue Block 10 des STEAG-Kraftwerks Walsum wird wegen technischer Probleme erst drei Jahre später ans Netz gehen. In Planung befinden sich laut BDEW Kohlekraftwerke mit rund 12.000 MW. „Projekte mit noch einmal dieser Leistung wurden in den letzten Jahren vor allem wegen öffentlicher Proteste aufgegeben“. Das heißt: „Der notwendige Investitionsbedarf ist bei weitem nicht durch die Planungen gedeckt.“ (M. Hüther, IWKöln, Handelsblatt 16.3.11).

[Zur Inhaltsangabe]

10. Die Stromnetze werden an die Grenzen ihrer Belastbarkeit getrieben

Bereits vor dem Kernenergie-Moratorium, dem dann die permanente Abschaltung der 7+1 Kernkraftwerke und schließlich noch das Gesetzespaket der Energiewende folgte, hatte die rot-grüne und die schwarz-gelbe Regierung mit dem EEG eine stetig zunehmende Belastung und Destabilisierung des elektrischen Übertragungs- und Versorgungsnetzes verursacht. Mit der KKW-Abschaltung wurde dann dem Versorgungssystem ein besonders schwerer Schlag versetzt, der es an das Limit seiner Leistungsfähigkeit und Stabilität brachte.

Deutsches Übertragungsnetz von 50Hertz, Amprion, EnBW und TenneT. Bildquelle: Wikipedia

Die rechtzeitigen Warnungen der Bundesnetzagentur ließen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Bereits in ihrem kurz vor der KKW-Abschaltung veröffentlichten jährlichen Routine-Bericht „Bericht zur Auswertung der Netzzustands- und Netzausbauberichte der deutschen Elektrizitätsübertragungsnetzbetreiber (Anm.:ÜNB)“ (4) vom 14.3.201 hatte die Bundesnetzagentur wichtige Informationen zum bereits damals unbefriedigenden Zustand des Netzes veröffentlicht.

Die Netzagentur warnte darin, dass die deutschen Stromnetze „derzeit am Rande der Belastbarkeit beansprucht“ werden. Dies sei die direkte Folge massiver Verzögerungen beim Bau neuer Stromleitungen, so die Behörde. Nur durch massive Investitionen auf allen Ebenen des Netzausbaus könne das hohe Niveau der Versorgungssicherheit in Deutschland auch weiterhin gewährleistet werden.

„Diese Berichte der ÜNB zeigen einen Investitionsbedarf in ganz erheblichem Umfang auf. Die Gründe …..liegen vor allem in der Integration erneuerbarer Energien – sowohl Wind als auch Photovoltaik -, verbunden mit der gesetzlich vorgegebenen Anschluß- und Abnahmepflicht (EEG).“

Die Bundesnetzagentur konstatiert erhebliche Verzögerungen bei der Realisierung von Netzausbauvorhaben der ÜNB. Gründe hierfür liegen überwiegend in den langwierigen Raumordnungs- und Planfeststellungsverfahren und einer fehlenden Akzeptanz in der Bevölkerung“ (siehe auch Kapitel 14).

  • Die Hälfte von 24 besonders wichtigen Ausbauprojekten, die im August 2009 als vordringlich eingestuft wurden, verzögere sich.
  • Der Zeitverzug bei diesen 12 Projekten liege zwischen 1 und 4 Jahren.
  • Erst 214 km von insgesamt 1807 km seien bislang fertiggestellt.

Probleme waren bereits vor Beginn des Moratoriums bekannt

Dieser Bericht lag somit der Regierung und den Parlamentariern bereits zu Beginn der Kernkraft-Abschaltungsdebatte vor und seine Aussagen wurden durch die folgenden Berichte vom 11.4.2011 und vom 27.5.2011 noch wesentlich verschärft – sämtlich vor dem Kabinettsbeschluss zum Energiewende-Gesetzespaket und natürlich auch vor dem Inkrafttreten dieser Gesetze.

Liest man die „Fortschreibung des Berichts der Bundesnetzagentur zu den Auswirkungen des Kernkraftwerks-Moratoriums auf die Übertragungsnetze und die Versorgungssicherheit“ vom 27. Mai 2011 (2), dann kann man die sträfliche Leichtfertigkeit, mit der die Regierung und dann das Parlament die Gesetze zur Energiewende beschlossen haben, nicht fassen. Bereits der erste Bericht zum Moratorium vom 11.4.2011 (1) enthielt massive Kritik an der Abschaltung der Kernkraftwerke und eindrucksvolle Erklärungen zu den unvermeidlichen schädlichen Auswirkungen.

Regierung und Parlamentarier hatten selbst nach der Veröffentlichung des Fortschreibungsberichts (2) noch 4 Wochen Zeit bis zu ihrer überhasteten Vorlage der Gesetzentwürfe an den Bundesrat am 24. Juni.; und dann verblieb immer noch genügend Zeit bis zu dem Tag, an dem der Bundestag diese Gesetze beschloss – das war der 8. Juli 2011.

Niemand kann also behaupten, er hätte die massiven Warnungen der Bundesnetzagentur nicht rechtzeitig gekannt. Die Wahrheit ist daher, dass sowohl Regierung als auch die Abgeordneten diese Berichte kannten – und bewusst dagegen handelten. So wie sie auch den Bericht der Reaktorsicherheitskommission kannten, der den deutschen Kernkraftwerken eine hohe Sicherheit bescheinigte. Sie folgten stattdessen den Empfehlungen der Ethikkommission.

Man wusste beizeiten, was kommen würde

Die von der Bundesnetzagentur präsentierten Feststellungen und Voraussagen werden hier zusammengefasst:

  • „Die historisch einmalige zeitgleiche Abschaltung von 5.000 MW Leistung und das längerfristige Fehlen von 8.500 MW Leistung bringen die Netze an den Rand ihrer Belastbarkeit.“
  • „Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sind daher gezwungen, das Marktergebnis durch gesteigerten Einsatz ihrer Handlungsinstrumente wie… Eingriffe in den Kraftwerkseinsatz…zu korrigieren. Damit wird das eigentlich anzustrebende, wettbewerblich strukturierte Marktergebnis durch einen mehr oder weniger zentral gesteuerten planerischen Ansatz ersetzt (Anm.: siehe auch Kapitel 4 und 12: Planwirtschaft). Das ist energiewirtschaftlich zweifelhaft, ökonomisch ineffizient und ökologisch schädlich.Das erhebliche netztechnische Problem, das mit dieser Marktkorrektur verbunden ist, besteht darin, dass das genannte Maßnahmenpaket eigentlich für Ausnahmesituationen wie Ausfälle von Kraftwerken oder Leitungen gedacht ist, nunmehr aber oft bereits für den Normalfall eines intakten Netzes nahezu vollständig ausgeschöpft wird und damit bei zusätzlichen unerwarteten Notfällen nicht mehr zur Verfügung steht. Damit steigt das Risiko der Nichtbeherrschbarkeit von Störungsfällen im Netz deutlich an.“
  • „(Weiterhin) gilt die Aussage, dass sich das Risiko im Winterhalbjahr bei der dann typischerweise höheren Netzbelastung durch höhere Stromnachfrage sowohl im Inland wie im Ausland und der signifikant niedrigeren Photovoltaikerzeugung nochmals deutlich erhöht.“ „Das Einspeiseverhalten aus Photovoltaik-Anlagen und Windenergie im Zeitraum vom 11.3. bis 8.5.2011 sind in Grafiken dargestellt. Sie verdeutlichen das enorme Potential zur Lastdeckung, das erneuerbare Energien schon heute haben. In der Spitze erreicht dies bis zu 28.000 MW. Die Grafiken verdeutlichen allerdings auch, dass diese Leistung nicht gesichert zur Verfügung steht, sondern regelmäßig auch völlig entfällt.Diese Einspeisungsschwankungen sind tatsächlich noch größer. Ende November 2011 teilte der Leiter Politik und Märkte bei der RWE Innogy Holger Gassner mit, dass allein im ersten Halbjahr 2011 enorme Schwankungen der verfügbaren Windkraftkapazitäten von 23.000 MW und der Photovoltaikleistung von 13.000 MW beobachtet wurden.

    Mit der Abschaltung der Kernkraftwerke wurde Deutschland zum Strom-Importeur (Quelle (1))

    Einspeisung aus Wind und Sonne im März 2011 (Quelle (1))

  • „Der fluktuierenden Einspeisung stehen derzeit und mittelfristig keine auch nur annähernd ausreichenden Speicherkapazitäten gegenüber. Gegenwärtig sind in Deutschland Pumpspeicher mit einer Leistung von etwa 7.000 MW und Entladezeiten von einigen Stunden in Betrieb…Die gesamte verfügbare Speicherkapazität beträgt derzeit etwa 40.000 MWh (Megawatt-Stunden). Zum Vergleich: Im Mai 2011 betrug der Stromverbrauch im Schnitt an einem Tag rund 1.440.000 MWh (Anm.: Also das 36-fache).
  • „Die Erwartung einer stärkeren Belastung durch die Abschaltung der 7+1 Kernkraftwerke der Nord-Süd- und der Ost-West-Trassen in Gestalt verstärkter Lastflüsse im Übertragungsnetz hat sich bestätigt. Insbesondere in Zeiten von Starkwind werden häufiger Sicherheitseingriffe …erforderlich.“
  • „Die veränderte Netzbelastung durch die Abschaltung der 7+1 Kernkraftwerke hat bereits zu Verzögerungen bei geplanten Wartungs- und Instandhaltungsarbeiten im Übertragungsnetz geführt, da viele Arbeiten nur bei wenig oder unbelasteten Netzen durchgeführt werden können…Mit weiteren Verzögerungen muss gerechnet werden…Bedingt durch die höhere Netzlast ist auch bei Netzausbaumaßnahmen mit Verzögerungen zu rechnen. Es ergibt sich die paradoxe Situation, dass durch das Moratorium ein Mehr an Transportkapazitäten erforderlich wird und gleichzeitig Netzumbau- oder Netzverstärkungsmaßnahmen aufgrund der erhöhten Netzbelastung nicht mehr wie geplant durchgeführt werden können.“
  • „Durch das Moratorium entstehen sowohl in der Rhein-Main- und in der Rhein-Neckar-Region als auch im Raum Hamburg große Probleme bei der Spannungshaltung.“
  • „Auch nach wiederholter Analyse besteht sowohl im Sommer 2011 als auch im Winterhalbjahr 2011/2012 in kritischen Last-/Erzeugungssituationen gerade noch ein ausreichendes erzeugungsseitiges Versorgungssicherheitsniveau. Ein etwaiger Puffer für zusätzliche Stilllegung von Kraftwerkskapazitäten besteht nicht.“
  • „Es ist sinnvoll, Kraftwerke aus der Kaltreserve zurückzuholen und wieder in einen kurzfristig einsatzfähigen Zustand zu versetzen.“ (Anm.: Das wären natürlich in erster Linie die hier nicht gemeinten abgeschalteten Kernkraftwerke – technisch problemlos, politisch undenkbar).
  • „Die Übertragungsnetzbetreiber haben bestimmte, besonders risikobehaftete Szenarien… durchgerechnet. Zu diesen Szenarien zählen:a) Der Fall eines Starklast-Tages im Sommerhalbjahr, bei dem zusätzlich zum Moratorium eine Vielzahl von Kraftwerken wegen Revision nicht am Netz ist.b) Der Fall eines Starklast-/Starkwind-Tages im Winterhalbjahr.c) Der Fall eines Starklast-Tages mit sehr geringer EEG-Einspeisung im Winterhalbjahr.d) Der Fall eines Starklast-Tages mit sehr geringer Einspeisung im Winterhalbjahr verbunden mit dem Ausfall einer hoch belasteten Nord-Süd-Leitung.Diese Szenarien sind für das Netz äußerst kritisch. Die Szenarien a) und b) erscheinen …gerade noch beherrschbar. Die Szenarien c) und d) sind nach derzeitiger Kenntnislage die kritischsten und bedürfen daher der intensiven weiteren Prüfung und möglicherweise weitergehender…..Maßnahmen…. Im Falle d) bleibt die Lage riskant, da bei einem möglichen Hinzutreten weiterer Umstände (z.B. Kraftwerksausfall, Ausfall eines weiteren Betriebsmittels) eine Leitungsbelastung von 140 % und mehr aufträte, die wegen des kaskadenartigen automatischen Auslösens der Schutzeinrichtungen nicht mehr beherrschbar wäre.“ (Ende des Zitats).
  • Mehrfach wird auf die Beeinflussung der Netze der Nachbarländer durch die auf deutscher Seite ergriffenen Maßnahmen kritisch eingegangen. Diese Passagen werden im Kapitel 15 zitiert.

Ende November 2011 legte dann die Bundesnetzagentur ihren „Monitorbericht 2011“ vor, der zahlreiche weitere bemerkenswerte Aussagen enthielt (9):

  • „Insgesamt konnte festgestellt werden, dass die derzeitige Situation im Netzbereich zwar beherrschbar ist, jedoch geht sie mit einer erhöhten Eingriffshäufigkeit der Netzbetreiber in den Systembetrieb einher. Nach wie vor ist die Netzinfrastruktur im Elektrizitätsbetrieb jedoch sicher und stabil.“ Anmerkung: Diese Aussage geschah kurz vor den äußerst kritischen Situationen in den darauf folgenden Winterwochen.
  • „Das …hohe Niveau der Versorgungssicherheit mit Elektrizität kann zukünftig nur durch massive Investitionen auf allen Netzebenen gewährleistet werden.“„Das Energieleitungsausbaugesetz EnLAG benennt 24 Projekte, die vorrangig zu realisieren sind. Zwei dieser Projekte wurden fertig gestellt. Bei 12 der 24 EnlAG-Projekte sind deutliche Verzögerungen im Genehmigungs- und Realisierungsplan zu beobachten, so dass die jeweils vorgesehene Inbetriebnahme teilweise um mehrere Jahre überschritten wird. Etwa 214 km von 1807 km an neu zu errichtenden Trassen sind bislang fertig gestellt.“Von 149 insgesamt bis 2014 vorgesehenen Ausbaumaßnahmen (Anm.: an existierenden Trassen) unterläge Mitte 2011 die Hälfte – d.h.73 Projekte – Verzögerungen. Dementsprechend dokumentierten auch die gemeldeten Investitionsdaten „erneut die erheblich hinter den Planungen zurückbleibende Realisierung von Neu- bzw. Ausbauvorhaben der Übertragungsnetze (Anm.: der Höchstspannungsnetze)“.
  • Gründe für die Verzögerungen seien: „Verzögerungen im behördliche Genehmigungsverfahren – beispielsweise auf Grund von Widerstand der lokalen Bevölkerung; Klagen gegen Planfeststellungsbeschlüsse; Lieferengpässe, technische Gründe.“
  • Zu den Verteilernetz-Betreibern: Diese hätten „die Option, auch EEG-Anlagen herunterzuregeln, wenn die Erzeugung aus erneuerbarer Energie vom Netzbetreiber nicht abgenommen werden kann, weil kein konventionelles Kraftwerk mehr zum Ausgleich heruntergeregelt werden kann.“„Im Jahr 2010 ist die durch das Herunterregeln entstandene Ausfallarbeit von EEG-Anlagen im Vergleich zum Jahr 2009 insgesamt um über 70% angewachsen. Dies zeigt die weiter steigenden Herausforderungen, denen die Netze (Anm.: alle Netzebenen) im Hinblick auf den rasanten Zuwachs der erneuerbaren Energien bereits jetzt, insbesondere aber in den nächsten Jahren, ausgesetzt sein werden“.
  • Die Kommentierung der Strompreisentwicklung durch die Bundesnetzagentur wird im Kapitel 16 zitiert.

Die Politik entdeckt das regionale Verbundnetz

Bereits lange vor dem Abschalten der 7+1 KKW hatten sich die Probleme aufgetürmt: Mit den nicht vom Markt, sondern durch die Zwangssubvention des EEG kräftig wachsenden Installationen von Windrädern und Photovoltaikanlagen entstanden zwei Probleme, die die Große Koalition überhaupt nicht und die Schwarz-Gelbe Regierung erst nach massiven Warnungen der Netzbetreiber ernst nahmen:

Problem Nr.1: Zum einen bemerkte man schließlich, dass der größere Teil der Windstromanlagen in Norddeutschland liegt, wo man aber deren Strom nicht brauchen kann. Anders in Süddeutschland, wo es nach der Abschaltung mehrerer der dortigen Kernkraftwerke durchaus einen Bedarf gäbe – wenn es dafür ausreichend dimensionierte Nord-Süd-Höchstspannungsleitungen gäbe. Was nicht der Fall ist.

Problem Nr.2: Zum anderen bemerkte man bis zum Oktober 2011 nicht, dass es auch noch ein zweites gravierendes Netzproblem gibt: Im weitaus größeren regionalen Verteilungsnetz, das technisch nur für die Versorgung der Abnehmer, keineswegs aber für die stark schwankende Stromaufnahme aus vielen dezentralen Windparks und Photovoltaikanlagen (s.u.) und die Weiterleitung dieses Stroms in das Höchstspannungsnetz ausgelegt ist (20).

Zum Problem Nr. 1: Für eine bessere Abnahme des Windstroms wünscht die Regierung bereits bis 2020 den Bau von 3000 km neuen Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland. Der ehemalige Wirtschaftsminister Brüderle legte am 21.3.2011 „Eckpunkte für den Stromnetzausbau“ vor: „Es würden etwa 3.600 km neue Leitungen benötigt.“

Die Deutsche Energie-Agentur Dena rechnet jedoch mit erforderlichen 4.450 km an zusätzlichen Höchstspannungsleitungen und die parlamentarische Staatssekretärin im BMU, Katherina Reiche, nannte kürzlich 4200 km. Weil die abgeschalteten Kernkraftwerke zuvor ganz wesentlich zur Stabilisierung des Netzes beigetragen hatten, das mit der schwankenden Ökostromproduktion zu kämpfen hat, – sie können Leistungsschwankungen am schnellsten von allen Kraftwerken durch massives Gegensteuern ausgleichen (das sog. Lastfolgemanagement) – mussten zuletzt immer häufiger Windparks zwangsweise abgeschaltet werden. Allein 2010 gingen dadurch ca. 150 Millionen kWh verloren.

Auch die Anbindung der neuen Offshore-Windparks an das Netz an Land gerät in Turbulenzen: Soeben warnte der Netzbetreiber Tennet, der in Norddeutschland das E.ON-Stromnetz übernahm, die Bundesregierung in einem Brandbrief vor Engpässen (siehe Kapitel 6).

Wie die Bürger auf die Aussicht auf den geplanten massiven Ausbau der Hochspannungstrassen reagieren, wird in Kap. 14 näher beschrieben. Der bremsende Einfluss der vielen Bürgerinitiativen wird von den Netzbetreibern jedenfalls als noch ernster betrachtet, als die langen Genehmigungszeiträume.

Aber auch einer eingespielten Maschinerie für die Illumination des Bildes einer vollkommen auf „erneuerbaren“ Energiequellen beruhenden Zukunft passiert hin und wieder ein Fehler – bzw. kommt versehentlich ein Stückchen Wahrheit ans Licht: Das Bundesumweltministerium BMU hat am 3.5.2011 den „Entwurf des Erfahrungsberichts 2011 zum Erneuerbare-Energien-Gesetz“ veröffentlicht. In diesem stehen auf Seite 38 und 39 bemerkenswerte, fast resignierende Sätze:

„Es muss davon ausgegangen werden, dass der Netzausbau auch künftig nicht in dem erforderlichen Maß vorankommen wird.“ (Im o.e. Fortschreibungsbericht der Bundesnetzagentur (2) kann man die Gründe nachlesen.) Und weiter heißt es: „Obwohl sich die betroffenen Netzbetreiber bemühten, die bestehenden Netzengpässe im Verteilnetz zu überwinden, stieg die durch das Einspeisemanagement abgeregelte Strommenge (Anm.: Das heißt: die abgelehnte Grünstrom-Aufnahme ins Netz) aus Windenergieanlagen von 2004 bis 2009 auf das 7-fache an.

Einzelne Netzausbaumaßnahmen an kritischen Stellen im Netz könnten große Wirkung entfalten und diesen Trend abschwächen. Dennoch dürfte das Einspeisemanagement mit zunehmendem Ausbau der erneuerbaren Energien weiter an Bedeutung gewinnen, weil es zunehmend zu Netzengpässen kommen wird.“

Zum Problem Nr. 2: Wie im Kapitel 7 „Solarstrom…“ beschrieben, treten Netzprobleme keineswegs nur im Hochspannungsnetz auf, das mit dem Transport der Windstrom-Schwankungen nicht fertig wird, sondern sie zeigen sich zunehmend auch in den unteren Spannungsebenen. Dafür sind die immer zahlreicher werdenden Photovoltaikanlagen, insbesondere Solarparks, aber auch Windparks im Binnenland verantwortlich, die mit ihren wetterabhängigen Schwankungen das nicht für Tausende von Stromeinspeisern ausgelegte regionale Netz in Schwierigkeiten bringen (20).

Das „50.2 Hertz-Problem“

Man kämpft jetzt mit dem „50,2 Hertz-Problem“, der abrupten, massenhaften Selbstabschaltung der Photovoltaikanlagen bei Netzüberlastung durch zu hohe Einspeisung. Diese Sicherheitseinrichtung ist vorgeschrieben und sehr vernünftig. Nur hat die Regierung übersehen, dass sie sich damit ein neues Problem einhandelt, wenn eine riesige Anzahl von PV-Anlagen, mit der kein vernünftiger Mensch im sonnenarmen Deutschland je rechnen konnte, das gleichzeitig tut.

Die nun notwendige technische Nachrüstung aller PV-Anlagen mit automatischen Meß- und Abschaltgeräten sowie die mit Gewissheit auch hier künftig praktizierte Entschädigung der PV-Betreiber für den nicht gelieferten Strom würde wohl unweigerlich wieder den Stromverbrauchern aufgebürdet werden.

Als notwendige Abhilfe gilt deshalb der Ausbau nicht nur der höchsten, sondern auch der unteren Spannungsebenen mit ihren Netzen und der Einsatz von Ortsnetztransformatoren. Dazu gab es endlich auch eine Zahl – und zwar eine sehr hohe: Katherina Reiche, parlamentarische Staatssekretärin im BMU, erklärte Ende November 2011 auf einem VDI-Kongress, dass das Netz „massiv umgebaut“ werden müsse. „Beim Höchstspannungsnetz seien 4200 km, bei den Verteilnetzen 200.000 km in moderner Netztechnik nötig.“

Sie reagierte damit vermutlich auf eine im Auftrag des Bundesverbandes Windenergie angefertigte Studie der Ecofys Germany GmbH (54), in der ein folgenschwerer Satz steht (eigene Ergänzungen in Klammern):

„Die Ausfallarbeit durch Abregelung (d.h. Abschalten der Wind- und Solarstrom-Einspeiser) aufgrund von Netzengpässen im Übertragungsnetz (Höchstspannungsnetz mit 380 oder 220 Kilovolt; Länge 35.000 km) ist bislang noch wesentlich kleiner als die Ausfallarbeit aufgrund von Netzengpässen im (1,7 Millionen km großen) regionalen Verbundnetz.“

Das Hauptproblem für die Netzstabilität liegt also bei den sehr viel größeren Verteilnetzen: Diese bestehen aus dem regionalen Hochspannungsnetz HV (100 oder 60 kV mit 77.000 km); dem Mittelspannungsnetz MS (30 – 3 kV mit 500.000 km) und dem Niederspannungsnetz NS (400 oder 230 Volt mit über 1 Million km) – und die zusammen sind in der Tat riesenhaft. (Daten von Verivox).

Netzausbau dringend nötig

Ausgerechnet im März 2011, dem Monat des Kernkraftmoratoriums, legte der BDEW ein Gutachten zum „EEG-bedingten Ausbaubedarf des Verteilungsnetzes“ vor (20), in dem sowohl für das Energiekonzept 2020 der Bundesregierung vom 28.9.2010 (23) als auch für das BMU-Leitszenario 2020 (21) die notwendigen Ausbaumaßnahmen behandelt wurden. Erforderlich sei.

1. Nach dem Energiekonzept 2020:

HS: 350 km
MS: 55.000 km
NS: 140.000 km
…mit Gesamtkosten zwischen 10 und 13 Mrd. Euro

2. Nach dem BMU-Leitszenario 2020:

HS: 650 km
MS: 140.000 km
NS: 240.000 km
…mit Gesamtkosten zwischen 21 und 27 Mrd. Euro

Diese Ausbaukosten des Verteilungsnetzes (MS + NS) kämen somit noch zu den Ausbaukosten des Höchstspannungsnetzes (= Übertragungsnetz) hinzu.

Der Verband kommunaler Unternehmen VKU forderte deshalb in einer Erklärung vom 17.11.2011 die Politik und die Regulierung auf, ihren Blick auf diese 1,7 Mio km der Stromverteilnetze zu richten und nicht nur auf die knapp 35.000 km der Höchstspannungs-Übertragungsnetze, denn mehr als 80% der Anlagen der „Erneuerbaren Energie“ waren 2009 an die unteren Verteilnetze angeschlossen und haben diesen die Probleme gebracht.

Der VKU rechnet für einen derartigen Ausbau und die Integration der dezentralen Energieversorgung in den Verteilnetzen mit 25 Mrd € bis 2030. Darin seien die Kosten des Umbaus zur vielseitigen Mess- und Steuerbarkeit (Smart Grids) noch nicht einmal enthalten. Auswirkungen auf den Strompreis sind unausweichlich.

Peinlich für die Regierung: Im neuen Energieleitungsausbau-Gesetz EnLAG sind nur die Höchstspannungs-Trassen des Übertragungsnetzes vorgesehen. Es ging den Gesetzesmachern nur um die Durchleitung des Windstroms von Nord nach Süd. Die Gefährdung der Stabilität des weitaus größeren Verteilnetzes durch die vielen unkontrollierten Stromerzeuger hatte man übersehen.

Die Zuverlässigkeit der Stromversorgung verringert sich systematisch

Während die Bundesregierung – im Gegensatz zu ihrer Bundesnetzagentur – die anwachsende Bedrohung der Netzstabilität herunterspielt – Röttgen bezeichnete solche Warnungen unlängst als Horrorszenario – wächst in der Industrie eben diese Sorge. Nicht aus Freude an Horrorszenarien, sondern aus konkreten Erfahrungen im Jahre der Energiewende 2011.

Das Handelsblatt berichtete am 29.12.2011 über die sinkende Qualität der Stromversorgung: „Mit der beschleunigten Energiewende kommt es bereits heute zu bedenklichen Qualitätsverlusten bei der Stromversorgung“, wird Volker Schwich, der Vorstandsvorsitzende des Verbandes der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) zitiert. Die Stabilität komplexer Produktionsprozesse sei bedroht – lange bevor die Allgemeinheit einen Blackout bemerkt. Kurze Unterbrechungen im Millisekundenbereich und Frequenzschwankungen führten jetzt häufiger als früher zu Problemen.

In einem Brandbrief an den Präsidenten der Bundesnetzagentur M. Kurth listet eine Tochterfirma des norwegischen Norsk-Hydro-Konzerns, der als drittgrößter Aluminiumhersteller der Welt in Deutschland an 14 Standorten Unternehmen der Al-Primärproduktion betreibt, die Probleme aus den Instabilitäten auf. Man beobachte „seit Juli 2011 eine beunruhigende Häufung aus Netz- und Frequenzschwankungen.“ In dem Schreiben werden die 5 wesentlichsten Fälle aus den vergangenen Monaten aufgelistet, die zu teuren Schäden geführt hätten. Die steigende Zahl der netzbedingten Produktionsbeeinträchtigungen sei beunruhigend. Eine solche Häufigkeit von Zwischenfällen habe es in den vergangenen Jahrzehnten nicht gegeben.

Die Bundesnetzagentur, die über die Netzstörungen eine Statistik führt, berücksichtigt aber nur ungeplante Unterbrechungen, die länger als 3 Minuten dauern. Der sich daraus ergebende Index (SAIDI) sieht deshalb optisch gut aus. Er berücksichtigt aber aus der Sicht der Industrie nicht die sich häufenden und wachsende Probleme verursachenden Störungen von weniger als 3 Minuten Dauer.

In der kurzen Debatte um die Energiewende war die Zuverlässigkeit der Stromversorgung ein zentrales Thema. Heinz-Peter Schlüter, der Aufsichtsratsvorsitzende und Eigentümer von Trimet-Aluminium, hatte in den Anhörungen der Ethik-Kommission „Sichere Energieversorgung“ vor den unausweichlich auf die Industrie zukommenden Problemen gewarnt: Mit dem Wegfall einer zuverlässigen Stromversorgung verliere er seine Existenzgrundlage. „Nur vier Stunden ohne Stromversorgung und die Produktionsanlagen meines Unternehmens wären irreparabel zerstört“, hatte Schlüter gewarnt. Die Töpfer-Ethik-Kommission beeindruckte das nicht.

Der Winter 2011/2012: Noch einmal Glück gehabt

Die Bundesnetzagentur nannte in ihrem Bericht (2) die Region Hamburg als besonders bedroht. Dort reagierte man: Im November 2011 bereitete sich Hamburg auf die Möglichkeit eines totalen Stromausfalls im Winter 2011/2012 vor, wie WELT Online am 21.11.2011 berichtete (43).

Der Netzbetreiber 50Hertz arbeite an einem Notfallplan und verhandle bereits mit großen Stromverbrauchern über eine Abschaltung. Olivier Felix von 50Hertz: „Eine solche Situation kann eintreten, wenn im Winter bei Hochdrucklagen keine Windenergie erhältlich ist und zusätzlich das KKW Brokdorf unerwartet abgeschaltet werden muss.“ Vor nicht allzu langer Zeit gab es in dieser Region noch die KKW Stade (wird abgerissen), Brunsbüttel und Krümmel (sind stillgelegt). Deren Leistung fehlt nun.

Diese Sorge ist sehr berechtigt, wie die folgenden Meldungen zeigten. Die Stabilität des deutschen Stromnetzes konnte im Dezember 2011 zum Teil nur dank Nachbarschaftshilfe aus Östereich aufrechterhalten werden. Bereits am 8. und 9. Dezember musste der Netzbetreiber Tennet erstmals auf die von der Bundesnetzagentur für Stromengpässe festgelegte sog. Kaltreserve zurückgreifen. Dafür musste unter anderem ein altes Öl-Kraftwerk bei Graz wieder ans Netz gebracht werden. „Die Netzsituation ist nach wie vor angespannt“, betonte damals ein Sprecher der Bundesnetzagentur.

Wie erwartet, trieb die Eiseskälte zu Beginn des Monats Februar 2012 den Strombedarf in Frankreich enorm in die Höhe – am 7.2. belief er sich auf 100.500 Megawatt. Frankreich war wie in jedem Winter auf Stromimporte aus Deutschland angewiesen, was offenbar auch dieses Mal problemlos funktionierte, denn es gab zunächst nur selbstzufriedene offizielle Kommentare.

Das führte zu triumphierenden Pressemeldungen, nach denen diese Situation ein Beweis dafür wäre, dass die abgeschalteten deutschen Kernkraftwerke sowieso überflüssig gewesen seien. „Bitter für die Atomlobbyisten“ sei das. Nach Angaben der deutschen Energiekonzerne sei aber auch in Deutschland zu dieser Zeit der Strompreis auf 16 Cent/kWh angestiegen, weil sogar alte und teure Ölkraftwerke Strom produzieren mussten. „Fakt ist, dass man derzeit nur auf Sicht fährt“, kommentierte RWE-Chef Großmann bereits damals.

Knapp am Blackout vorbei

Es dauerte 5 Wochen, bis die Wahrheit endlich ans Licht kam: Denn die Bundesnetzagentur veröffentlichte erst Mitte Februar 2012 die wahre Schreckensmeldung: Nur die Notreserven hätten im Zeitraum vom 6. Bis zum 9. Februar das Netz vor dem Blackout gerettet. „Es war sehr, sehr ernst“, hieß es am 16.2 in der Aufsichtsbehörde (lt. VDI-nachrichten vom 17.2.).

Folgendes war demnach geschehen: Wegen der Rekord-Nachfrage nach Strom von bis zu 100.000 Megawatt in Frankreich und auch eines in Deutschland hohen Verbrauchs bei extremer Kälte schnellte der Börsen-Strompreis am Spotmarkt für kurzfristige Einkäufe in die Höhe; teils zu über 350 € für die Megawattstunde. Der Run auf die knappen Strom-Ressourcen führte dazu, dass Notreserven herangezogen werden mussten – und dieses Anzapfen der Notreserven drohte das Netz in die Nähe des Zusammenbruchs zu bringen. „Das Verlassen auf diese Regelleistung wird in der Politik und der Industrie als riskantes Vabanquespiel bezeichnet“ (T. Federico, GF des Beratungsunternehmens Energy Brainpool).

Inzwischen meldete sich auch der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG-BCE) Michael Vassiliades. Er sagte am 5.2.12:

„Wir brauchen einen doppelten Schutz vor Preis- und Frequenz-Schwankungen im Netz, die wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind.“

Alles andere sei fahrlässig. (Diese Aussagen im Detail siehe Kapitel 8).

Zur Erinnerung: Der geplante riesenhafte Ausbau des Stromnetzes ist nur eine Folge der Fehlentscheidung, die Windkraft ebenso wie die Photovoltaik so lange übermäßig durch Subventionen zu fördern, bis deren gewaltige Schwankungen und ihr unvorhersehbar auftretender Überschuss zu einer Bedrohung der Netzstabilität wurde. Ohne diese Fehlentscheidung und ohne die Abschaltung der 8 Kernkraftwerke hätte das Netz weiterhin völlig ausgereicht.

Wenn unsere Nachbarländer dem Beispiel Polens, das keinen grünen Spitzenstrom mehr hereinlassen will, folgen sollten, bricht das deutsche Stromnetz durch die selbst verschuldeten Störungen, die dann nicht mehr exportiert werden können, möglicherweise bei jedem Sturmtief zusammen. (Siehe Kapitel 15 „Energiewende bedroht die Nachbarländer.“) Doch die Geldvernichtung im Namen der Umwelt geht weiter: Die Regierung subventioniert Wind- und Solarstrom weiterhin mit dem EEG und bekämpft anschließend mit weiteren Milliarden die eben dadurch verschärften Probleme.

[Zur Inhaltsangabe]

11. Zukunftstechniken ohne Zukunft: Das Prinzip Hoffnung als Realitätsersatz

Ein von der Politik schon immer eingesetztes Mittel zur Stärkung der Überzeugungskraft von Plänen ist die Projektion von Verheißungen, das Versprechen von neuen Möglichkeiten, wozu sich insbesondere die Schilderung von neuen technischen Lösungen sehr gut eignet, weil hierbei die rasche Nachprüfung durch die Bürger entfällt und auch die Medien erfolgreich als Werbeträger eingesetzt werden können.

In keinem anderen Sachbereich wird von dieser Methode derart viel Gebrauch gemacht, wie bei der Energieversorgung. Und je ungewisser den Verkündern neuer Pläne die Erfolgschancen erscheinen, umso mehr arbeiten sie mit Visionen, Hoffnungen und Versprechungen. Die am meisten benutzte Methode ist die Beschreibung von tatsächlich noch nicht fertig entwickelten Techniken als in Kürze sicher und erfolgreich einsetzbar.

Ideologische Überbewertung der Stromerzeugung

Die ideologische Überbewertung der Stromerzeugung durch alle sogenannten erneuerbaren Energiequellen und die Vernachlässigung der Nutzung dieser Energiequellen für die Wärmeerzeugung führte zu einer extremen Fehlsteuerung, deren Antriebsmaschine das EEG-Gesetz ist. Eine Folge dieser einseitigen Schwerpunktsetzung ist die Förderung einer Reihe von zumeist wenig aussichtsreichen Projekten, die als Hoffnungsträger für die Verwirklichung der „ehrgeizigen“ Ziele angesehen werden.

Ihre Merkmale sind:

  • Verschweigen des noch verstreichenden Zeitraums bis eine ausgereifte Technik entwickelt ist; statt dessen Erwecken des Eindrucks kurzfristiger Verfügbarkeit.
  • Unterschlagung wichtiger Leistungsziffern, insbesondere Wirkungsgrade bzw. Verluste sowie Kosten – z.B. die Investitionskosten pro geleistetem Kilowatt an Leistung und die Kosten einer erzeugten Kilowattstunde.
  • Verschleierung der für bestimmte Techniken vergebenen Subventionen bzw. Zwangsabgaben und deren Auswirkung auf die Verbraucher. Drastisches Beispiel: Das erneuerbare Energien-Gesetz EEG.
  • Verschweigen der damit verbundenen direkten Umweltbelastungen wie Flächenverbrauch (Biomassenutzung, Energiepflanzen), Lärmemissionen (Windräder), Feinstaubemissionen (Pelletheizungen), Gesundheitsgefahren (CO2-Speicher), Gefährdung von Gebäuden (Geothermie), Landschaftszerschneidung (Höchstspannungs-Trassen).Ebenso auch indirekter schädlicher Auswirkungen wie Biodiversitätsverluste durch Monokulturen (Energiepflanzen), der weltweite Anstieg der Nahrungsmittelpreise durch exzessive energetische Nutzung von Feldfrüchten mit Verlust von Anbauflächen für Nahrungsmittel oder die sozialen Auswirkungen steigender Energiepreise für Menschen mit geringem Einkommen (s. Aussagen von Oettinger in Kapitel 2).

„Windgas“ soll es richten

Eins der absurdesten Beispiele ist das Wasserstoff-Hybrid-Speicherkraftwerk, das vor kurzem in Prenzlau in Gegenwart von Ministerpräsident Michael Platzeck eingeweiht wurde. Überschüssiger Windstrom wird darin zur Wasserstoff-Erzeugung benutzt; danach wird mit dem gespeicherten Wasserstoff in einem Gasmotor wieder Strom erzeugt, der bei Bedarf ins Netz zurück gespeist wird. Die Presse berichtete begeistert; Zahlen zum Speicher-Wirkungsgrad der Anlage und zu den Kosten einer so gespeicherten Kilowattstunde gab es bezeichnenderweise nicht.

Eine Nachrechnung ergibt: Die Umwandlung des Windkraft-Wechselstroms in Gleichstrom für die Druckelektrolyse beschert 10% Verluste; die Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse verursacht 25% Verluste und der Gasmotor, der wieder Strom aus dem Wasserstoff erzeugt, hat 70% Verluste. Das ergibt einen Gesamtverlust von mindestens 80% – wertlose Abwärme. Der verbliebene kleine Rest des ohnehin nicht billigen Windstroms ist dann nach dieser „Speicherung“ fünffach teurer geworden.

Als eine Anlage, die aus Windstrom nach dem Zwischenschritt der Wasserstofferzeugung wieder Strom produziert, ist dieses Hybridkraftwerk nur eine teure Energievernichtungsanlage und kein Stromspeicher.

Als Anlage nur zur Wasserstofferzeugung als Endprodukt – mit Windstrom als Energiequelle – und Beimischung dieses Wasserstoffs zum Erdgas ist sie bedingt brauchbar (47, 69). Aus der hochwertigen Energieform Strom wird nur ein chemischer Energieträger. Allein für den Fall, dass nicht anderweitig nutzbarer Windstrom umgewandelt wird, wäre dieses Verfahren zu rechtfertigen. Das Problem dabei: Nur wenn es diesen Überschuß-Windstrom gibt, läuft die Anlage; ansonsten steht sie still. Das macht ihren Betrieb und den erzeugten Wasserstoff teuer.

Hier eine Zusammenstellung weiterer Beispiele:

  • Technologien zur CO2-Abtrennung aus den Abgasen von Kohle- und Gaskraftwerken. Dazu Prof. H.-J. Wagner, Institut für Energietechnik der Ruhr-Univ. Bochum: „Kraftwerke mit CO2-Abscheidung werden erst in der übernächsten Generation, also in 30-40 Jahren, zum großtechnischen Einsatz kommen.“
  • Die unterirdische CO2-Speicherung: Bereits die gesetzliche Regelung zur Erprobung ist am Widerstand der Bürger gescheitert.
  • Der Ausbau des Höchstspannungsnetzes um 3000 – 4200 km innerhalb der nächsten 20 Jahre: Bisher nur 214 km realisiert; angesichts der Widerstände ist selbst das Erreichen eines kleinen Teils dieser Pläne mehr als unwahrscheinlich.
  • Druckluftspeicher zum Ausgleich von Windstromschwankungen: Das erste und einzige Entwicklungsprojekt für adiabatische Druckluftspeicherung namens ADELE stellte am 22.11.2010 die RWE Power in Staßfurt/Sachsen-Anhalt vor. Zu schaffende Voraussetzungen: „Erfolgreiches Abschließen der technischen Untersuchungen und Planungen; Finanzierung einschließlich der erforderlichen (!) Förderung; Geologie des Standortes.“ Viele wesentliche technische Komponenten müssen ebenfalls erst noch entwickelt werden. Ob in 30 Jahren die Marktreife erreicht werden kann, ist unklar.
  • Seekabelverbindungen zu norwegischen Pumpspeicher-Kraftwerken mit mindestens 5000 MW Übertragungsleistung: Siehe die obigen Ausführungen von Prof. Vahrenholt in Kapitel 2. Ein erstes kleineres Projekt befindet sich bereits in Schwierigkeiten. Das 530 km lange Nord Link Ein solches Kabel soll es bis Anfang 2017 geben. Es soll 1.400 MW übertragen.Das entspricht der Leistung eines Kernkraftwerks und gerade einmal 4 Prozent der schon jetzt in Deutschland installierten Windstromleistung. Mehrere Partner verließen das Projekt bereits. Fünf bis zehn dieser Seekabel wären wohl nötig, geplant sind sie nicht, und es gibt noch andere Probleme.Die meisten norwegischen Wasserkraftwerke sind keine in beiden Richtungen (bergauf und bergab) arbeitenden Pumpspeicherwerke. Sie müssten teuer und langwierig umgebaut werden – wenn es die Norweger überhaupt wollen. Außerdem wollen alle Nordseeanrainer, die ebenfalls Windkraftanlagen gebaut haben, ebenfalls mit Seekabeln an die norwegische Wasserkraft heran. Holland hat es schon getan. Damit fällt für jeden weniger Speicherkapazität ab. Und schließlich: Schon jetzt kämpfen Bürgerinitiativen in Norddeutschland gegen die Umspannstation an Land und die neuen Hochspannungsleitungen.
  • Bezahlbare, leistungsfähige und langlebige Batterien für Elektroautos. Diese Entwicklung dauert voraussichtlich mehr als 20 Jahre. Als Speicher für Wind- oder Solarstrom wird auch danach kaum ein Autobesitzer seine Batterien bereitstellen: Ihre Lebensdauer leidet darunter.
  • Brennstoffzellen zur Stromerzeugung aus Wasserstoff, der wiederum per Elektrolyse aus überflüssigem Windstrom gewonnen wurde. Zu teuer, zu geringe Lebensdauer, unausgereifte Technik.
  • Solarstrom aus Nordafrika für Europa: Das DESERTEC-Projekt. Abgesehen von enormen Kosten, extremen Umweltproblemen (z.B. Sandstürme), enormen Leistungsverlusten bei Stromerzeugung und Transport bis Mitteleuropa sind sehr lange, neue Höchstspannungstrassen notwendig – und kaum realisierbar. Zudem haben die politischen Umbrüche in Nordafrika alle Pläne obsolet gemacht.
  • Unterirdische Pumpspeicherwerke in ehemaligen Bergwerken. Noch existieren nur Pläne. Bis zur Marktreife mindestens 25 Jahre. Problem: Über und unter Tage müssten sehr große Speicherbehälter angelegt werden.
  • Im März 2012 stellte Prof. Heindl, Furtwangen, das Konzept „Hydraulischer Felsenheber als Stromspeicher“ vor. Ein zylindrischer Felsblock soll in einem zylindrischen Wasserbehälter hydraulisch mit 200 bar Druck angehoben werden; die gespeicherte mechanische Energie sei zu 80% zurückgewinnbar. Kosten: das 10-fache eines Pumpspeicherwerks. Noch gibt es kein EVU, das einen Pilotspeicher (50-70m Durchmesser, Höhe gleich Durchmesser) finanzieren möchte. Zum Problem der Abdichtung des 160 -220 m langen Spaltes am Außenrand des Blocks gegen die 200 bar Wasserdruck gibt es leider keine Informationen.
  • Geothermie-Kraftwerke zur Stromerzeugung. Die äußerst geringe Temperaturdifferenz, mit der diese Wärmekraftanlagen arbeiten müssen (ca. 140oC), führt zu einem kläglich kleinen Wirkungsgrad, der fast immer verschwiegen wird. Erstmals wurden im Herbst 2011 in einem Fachbericht über das geplante „petrothermale“ Kraftwerk in Munster-Bispingen (Lüneburger Heide) die interessanten Zahlen genannt: Thermalwassertemperatur 160oC; thermische Leistung 14,7 MW; elektrische Leistung 1,2 MW.Elektrischer Wirkungsgrad somit trotz relativ hoher Temperatur des Thermalwassers nur 8,2%. Das heißt: Sehr wenig elektrische Leistung für sehr hohe Investitionskosten, die hier 43 Mio € betragen; somit 36.000 € für 1 kWel Leistung. Zum Vergleich: 1 kW eines Kohlekraftwerks kosten 1.140-1.480 €; selbst bei einer kleinen Haus-Blockheizanlage kostet 1 Kilowatt 3.700-7.500 €. Stromerzeugung mit Geothermie ist also extrem unrentabel. Nur als Fernheizung hat es Sinn.
  • Solare Wasserstofferzeugung durch CO2-gefütterte Algen. Im Labormaßstab in Erprobung. Ungewisse Aussichten; mehrere Jahrzehnte von der Marktreife entfernt.

Diese und weitere Techniken sind zwar im Prinzip realisierbar, jedoch entweder noch weit von einer Markteinführung entfernt, von untragbar hohen Kosten gekennzeichnet, mit unakzeptablen Verlusten behaftet oder ihr Einsatz bleibt durch andere Defizite weit jenseits des politisch anvisierten Zeitraumes. Somit ohne Wirkung für die Umsetzung der Ziele der Energiewende.

Energiekonzept setzt auf weniger Verbrauch

Ein weiteres Hoffnungsargument in den Energiewende-Papieren besteht in der Annahme der Regierung, dass der Bedarf an elektrischer Energie jährlich um 1,7% sinken werde. Diese Annahme wurde offenbar sehr zum Erreichen besserer Zahlen benötigt. Sie wurde aber schon zuvor durch eine Studie der Task Force „Stromversorgung und Umwelt“ des VDE von 2009 widerlegt.

Der bisherige langfristige Trend sei im Gegenteil eine Erhöhung von 1,2% pro Jahr gewesen. Seit 2006 habe er +0,6% betragen – und dieser jährliche Verbrauchszuwachs von 0,6% sei auch unter der Annahme von weiterhin erzielbaren Effizienzfortschritten wegen der zunehmenden Anwendung elektrischer Energie auch das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft.

Pläne dieser Art haben Konjunktur. Es gibt offenbar in den zuständigen Ministerien keine fachliche Kontrolle mehr, die derartige politisch korrekten Projekte von ihrer Förderung fernhalten könnte. Das Problem für die Regierung, die Derartiges mit Steuergeld unterstützt, ist die Physik. Sie ist weder durch Programmpapiere, noch durch Sonntagsreden oder Einweihungszeremonien zu beeinflussen. Der einzige politisch nützliche Effekt derartiger Projekte ist ein positives Medienecho und ein kleiner Zeitgewinn – bis zur unausweichlichen Pleite, über die aber nicht mehr berichtet wird. Das scheint die Steuergelder wert zu sein.

Fehlende Ehrlichkeit bei der Energiepolitik

Eine ernsthafte und ehrliche Energie- und Umweltpolitik hätte die physikalisch-betriebswirtschaftliche Sackgasse der Stromerzeugung aus ungeeigneten Quellen vermieden und die regenerativen Energiequellen für den Wärmemarkt erschlossen: Solarthermie mit Langzeitspeichern und die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen hätten eine konsequente und wirkungsvolle Förderung verdient, was niemals konsequent und für die Branchen berechenbar geschehen ist.

Auch die Fernwärmenutzung aus tiefen Erdschichten – an Stelle absurd unrentabler Geothermie-Kraftwerke zur Stromerzeugung – und die ausschließliche Biogaserzeugung aus verwertbaren Abfällen und nicht aus Feldfrüchten wäre Bestandteil jener Politik. Vorhandene Windkraft dürfte in diesem Pumpspeicher-armen Lande einzig zur Wasserstofferzeugung mit anschließender Verwertung als Brennstoff oder Chemierohstoff eingesetzt werden; neue Installationen müssten gesetzlich unterbunden werden.

Die Reihe der Beispiele für eine intelligente Verbesserung der Wärmebereitstellung ließe sich noch lange fortsetzen. Eine sehr viel stärker auf die Wärme-Bereitstellung ausgerichtete Energiepolitik würde direkt die teuren fossilen Öl- und Gasimporte treffen und die Zahlungsbilanz verbessern. Eine derartige konsequente Energiepolitik würde dem „Kaizen“-Prinzip folgen, dem aus der japanischen Industrie bekannten Begriff für „ständige Verbesserung“. Eine „Wende“ hingegen bedeutet eine 90- bis 180-Grad-Kursänderung; diese Bezeichnung war daher korrekt. Abrupte Wenden in der Energiepolitik aber kann die Wirtschaft eines Industrielandes nicht aushalten, erst recht nicht eine Wende mit den beschriebenen Defiziten.

[Zur Inhaltsangabe]

12. Die Energie-Planwirtschaft ist längst Realität

Von vielen Autoren der Wirtschaftspresse ist bereits harte Kritik daran geübt worden, dass im Energiesektor immer mehr marktwirtschaftliche Grundprinzipien, die bisher den Erfolg der Industrienation Deutschland herbeiführten, von der Regierung missachtet und durch politisch motivierte Verletzungen dieser Prinzipien ersetzt werden. Die Liste dieser Verstöße ist inzwischen lang:

  1. Das EEG, also die extreme Zwangssubventionierung unwirtschaftlicher und auch technisch ungeeigneter Methoden der Stromerzeugung – verbunden mit dem Zwang, den so erzeugten Strom vorrangig ins Netz einzuspeisen und seinen Weiterverkauf notfalls noch zusätzlich zu bezahlen
  2. Entschädigungs-Verpflichtung für die Nicht-Produktion eines Wirtschaftsgutes – s. §12 EEG.
  3. Die mit Angstszenarien begründete Stilllegung einer großen Grundlast-Stromerzeugung (Kernkraft) mit der Folge von Preissteigerungen – auch im Ausland – und Versorgungsengpässen.
  4. Gewaltiger, teurer Ausbau der Stromnetze, der ohne die Fehlentscheidung der Bevorzugung unrentabler Erzeugungstechniken – s. Punkt 1 – überhaupt nicht notwendig wäre.
  5. Entlastung von energieintensiven Produktionen von den durch die EEG-Fehlsteuerung verursachten Strompreiserhöhungen – und deren Überwälzung auf die übrigen Verbraucher.
  6. Geplante neue Subventionen, um weitere Folgen der Fehlsteuerung durch das EEG und den Kernkraftausstieg zu bekämpfen: Die Bevorzugung von Wind- und Solarstrom macht die jetzt benötigten neuen Kohle- und Gaskraftwerke unrentabel, weshalb sich Investoren zurückhalten. Die Gaswirtschaft betonte, dass sich auch der Betrieb der zum schnellen Ausregeln der Netzschwankungen geeigneten Gasturbinenkraftwerke wegen der hohen Gaspreise nicht rentiere.Derartige Investitionszuschüsse diskutiert ebenfalls der BDEW und auch die Bundesnetzagentur empfiehlt, über Subventionen für den Kraftwerksneubau „nachzudenken“ Deshalb hat die Bundesregierung einen Investitionskostenzuschuss für neue fossile Kraftwerke im Zeitraum 2013-2016 in Aussicht gestellt und steht hierzu in Verhandlungen mit der EU. Dies wird mit Sicherheit kommen, weil sonst niemand derartige Investitionen tätigen wird, was sich schon heute abzeichnet. Sollte das dann auch nicht helfen, wird der Staat selbst als Kraftwerksbauer auftreten müssen.
  7. Stromspeicher werden im Ausland gesucht – so die per Seekabel teuer anzuschließenden Pumpspeicherwerke Norwegens – weil nicht benötigter, überschüssiger Windstrom zwischengespeichert werden muss. Fördermittel fließen in neue Speicherprojekte. Ohne die Fehlsteuerung durch das EEG hätten die vorhandenen Pumpspeicherwerke weiterhin ausgereicht.
  8. Durch die Energieeinsparverordnung werden Hausbesitzer zur energetischen Sanierung und Nachrüstung gezwungen. Auch wenn sie das nicht wünschen. Sie dürfen die Kosten auf die Mieter umlegen.
  9. Für Neubauten ist bereits die Installierung der sog. intelligenten Stromzähler vorgeschrieben. Ein Zwang für alle Verbraucher, diese Geräte anzuschaffen, ist angesichts der die Bürger bevormundenden Energiepolitik zu erwarten.
  10. In Baden-Württemberg wurden Hausbesitzer bereits gesetzlich verpflichtet, bei einer Modernisierung ihrer Heizungsanlage eine anteilige Versorgung durch „Erneuerbare Energie“ sicherzustellen.
  11. Der staatliche Geldregen für Energiewende-Reparaturmaßnahmen lockt nun auch weitere Interessenten hervor: Auf der Energiespeicher-Konferenz IHRES in Berlin wurde ein Einspeisegesetz á la EEG auch für Energiespeicher, die das Netz stabilisieren sollen, gefordert. Auch Investitionszuschüsse seien geeignet.

Das durchgängige Prinzip dieser Politik ist es, den Energiesektor zunehmend aus der Marktwirtschaft herauszulösen und sowohl die Wirtschaft wie auch die Bürger durch Gesetze und Verordnungen zu einem geänderten Verhalten zu zwingen – selbstverständlich nur zu ihrem Besten.

Die Geschichte zeigt ausnahmslos, dass eine derartige Politik, die nichts anderes als Planwirtschaft ist, mit Sicherheit scheitert. Die unvermeidliche Folge sind riesige Fehlinvestitionen, die Verhinderung wirtschaftlicher Weiterentwicklung und die Ausplünderung der Bürger – insgesamt eine Verarmung des Landes und eine Absenkung seiner Wettbewerbsfähigkeit.

Das abschreckendste Beispiel für eine schon lange existierende Planwirtschaft in Westeuropa ist natürlich der reglementierte, subventionierte und riesige Kosten verursachende Agrarsektor. Umso merkwürdiger, dass selbst eine von CDU/CSU und FDP getragene Regierung diese Demontage der Marktwirtschaft nach Kräften vorantreibt.

[Zur Inhaltsangabe]

13. Das stille Ende großer Ankündigungen – und das Erwachen der Gewerkschaften

Sie haben es sicherlich bemerkt: Klimaschutz ist plötzlich „out“. Jahrelang hat die Regierung Deutschland als einsamen Vorreiter und moralisches Vorbild bei der Reduzierung der CO2-Emissionen hingestellt. Der nach dem Anschluss der DDR dort stattgefundene Zusammenbruch der Industrie sowie die anschließende Modernisierung ihres Restes hat einen beträchtlichen Rückgang der dortigen Emissionen zur Folge gehabt – den sich die Bundesrepublik als eigene Leistung angerechnet hat.

Damit konnte sie die Selbstverpflichtung, die CO2-Emissionen gegenüber dem für die Statistik sehr geeigneten Jahr 1990 um 21% zu vermindern, mit 23,4% sogar übertreffen. Anschließend hat sie in der EU die Forderung nach einer Absenkung der Emissionen bis 2020 um 40% erhoben – was von den Grünen als „ambitionierte Vorreiterrolle“ bezeichnet wurde.

Das ist nun seit Verkündigung der Energiewende Makulatur. Die Abschaltung von 8 unbestreitbar CO2-freien Kernkraftwerken und der Ersatz des Stromausfalls durch Importe – teilweise von Kohlekraftwerken – und Hochfahren auch noch der letzten und ineffizientesten deutschen Kohlekraftwerke hat alle großartigen Selbstverpflichtungen abrupt in eine Peinlichkeit verwandelt.

Grundlastkraftwerke erforderlich

Hinzu kommt, dass Deutschland dringend neue Grundlastkraftwerke benötigt – und das können nach derzeitiger politischer Lage wiederum nur Kohlekraftwerke sein, wenn auch sehr moderne. Die Braunkohle-Bundesländer und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie begrüßen das sehr. Aber die Grünen und zahlreiche Bürgerinitiativen, die vom Ende der Klimaschutzpolitik noch nichts gehört haben, behindern den Neubau von Kohlekraftwerken nach Kräften (siehe Kapitel 9).

Inzwischen beginnen auch die Gewerkschaften, den Ernst der Lage zu begreifen: Im Januar 2012 mahnten die NRW-Gewerkschaften die rot-grüne Landesregierung, bei der Energiewende die Folgen für die Arbeitsplätze stärker zu beachten. DGB-Landeschef Andreas Meyer-Lauber (73):

„Wir glauben nicht, dass im Bereich der erneuerbaren Energien automatisch so viele neue Arbeitsplätze entstehen, dass die Verluste kompensiert werden.“

Er hielte den Braunkohlen-Tagebau für unverzichtbar. Im Streit um das geplante Kohlekraftwerk Datteln erwartet er, dass das mehr als eine Milliarde Euro teure Projekt ans Netz gehen kann. Die Industrie in NRW verbrauche rund 40 % des Industriestroms in Deutschland; 80.000 Menschen arbeiteten in der Energieversorgung, weitere 400.000 in energieintensiven Betrieben. Aus der Sicht des DGB müsse es daher „Leitplanken für den Erhalt guter Arbeitsplätze“ auch im bundesweit ersten Klimaschutzgesetz in NRW geben.

Der Chef der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG-BCE) Michael Vassiliades sagte am 5.2.2012 (55):

„Wenn das so weiter geht wie bislang, wird das nichts mit der Energiewende.“

Es genüge nicht, einige Kernkraftwerke abzuschalten und für andere ein Auslaufdatum zu beschließen. Damit beginne erst die eigentliche Arbeit. Notwendig seien verstärkte Anstrengungen beim Ausbau der Energienetze und beim Kraftwerksbau. Zur Stabilisierung des Stromversorgungssystems fordere die IG-BCE die Schaffung eines gesicherten Energiesockels. „Wir brauchen einen doppelten Schutz vor Preis- und Frequenz-Schwankungen im Netz, die wirtschaftlich nicht mehr tragbar sind“, so der Gewerkschaftschef. Alles andere sei fahrlässig.

In die Gegenrichtung geht allerdings die Aussage der IG Metall vom 23.2.2012 anlässlich der von der Regierung verkündeten – nach Expertenmeinung „moderaten“ – Kürzung der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen: Die Metallergewerkschaft forderte für die deutsche Solarbranche ein Nothilfeprogramm. Mit den selbstbewussten Stellungnahmen erfolgreicher Solarunternehmen (67) hat sich diese Forderung wohl erledigt.

Neue Kohlekraftwerke zwingend benötigt

Es müsste also unbedingt weitere Kohlekraftwerke geben. Die Regierung hat gar keine andere Wahl, als nun auch beim sogenannten Klimaschutz eine 180-Grad-Wende zu fahren – diese allerdings möglichst so, dass es den Bürgern nicht auffällt. Aber sie streitet über Kraftwerks-Neubauten, obwohl selbst die Wünsche des Wirtschaftsministeriums bei Weitem nicht ausreichen würden – siehe Kapitel 9.

Kohlekraftwerkes in Werdohl-Elverlingsen. Bildquelle: Wikipedia

Aber das werden dann auch nicht einmal Kraftwerke mit CO2-Abtrennung (CCS) sein, wie es stets vollmundig verkündet wurde. Denn die Regierung erlitt kürzlich eine schwere Niederlage: Der Bundesrat lehnte ihren Gesetzesvorstoß ab, der es ermöglichen sollte, in Kraftwerken abgetrenntes CO2 zunächst versuchsweise in ehemaligen Gasspeichern zu lagern. Er will auch nicht den Vermittlungsausschuss anrufen. Damit ist die unterirdische Einlagerung von CO2 in Deutschland erst einmal unmöglich.

Die Abtrennungs- und Speichertechnik sollte eigentlich durch ein vom Energieversorger Vattenfall zu bauendes Demonstrationskraftwerk im Brandenburgischen Jänschwalde erprobt werden. Jetzt hat Vattenfall Anfand Dezember 2011 erklärt, dass dieses Projekt gestoppt wird. Grund sei das jahrelange erfolglose Ringen um eine gesetzliche Grundlage, teilte Vattenfall mit und bezog sich dabei vermutlich auch auf die kürzliche Ablehnung der CO2-Einlagerung (s.o.). Minister Röttgen zeigte sich enttäuscht.

Jetzt fehlt es also weiterhin sowohl an der Abtrennungstechnik als auch an der Möglichkeit zur Lagerung des Gases. Damit sind auch alle Lippenbekenntnisse zum künftigen Bau von ausschließlich CO2-freien Kohlekraftwerken gegenstandslos geworden. Aber neue Kohlekraftwerke werden nach der Abschaltung der AKW dringend benötigt. Es werden dann – falls es der in den vergangenen Jahren stets begrüßte Widerstand der Bevölkerung überhaupt zulässt und die Investoren das Risiko überhaupt tragen wollen– ganz normale Kohlekraftwerke ohne CO2-Abtrennung gebaut. Das werden aller Voraussicht nach überwiegend Steinkohlekraftwerke sein, deren Brennstoff importiert werden muss. Womit die CO2-Emissionen Deutschlands noch mehr steigen werden, als es bereits jetzt der Fall ist.

Planlosigkeit auch in der EU

Mit diesem Dilemma ist die Regierung aber nicht allein: Die EU verfolgt das Ziel, 2050 rund 90% weniger CO2 zu emittieren, wozu entscheidend die CCS-Technik gebraucht wird. Die EU-Kommission geht davon aus, dass im Jahre 2035 CO2 aus Kohle- und Gaskraftwerken mit einer Kapazität von 35.000 MW abgetrennt und gespeichert werden kann. Allerdings fehlen Erfolgsmeldungen: Nur Spanien, die Niederlande und Rumänien haben bisher die EU-Richtlinie zur geologischen Speicherung von CO2 vom April 2009 in nationales Recht übernommen. In allen anderen EU-Staaten fehlt Investoren die Rechtssicherheit.

Und von den 6 von der EU-Kommission geplanten Pilotprojekten wird eventuell nur das in Rotterdam bis 2015 in Betrieb gehen. Das deutsche Projekt Jänschwalde gehört nicht mehr dazu. Das Hauptproblem der CCS-Technik ist die fehlende Wirtschaftlichkeit. Eine Tonne CO2 abzuscheiden kostet ca. 50 €. Im Emissionshandel liegt der Preis für diese Menge bei ca. 10 €. Und er könnte später noch weiter sinken, wenn in Europa die neuen Erdgasquellen ausgebeutet werden – s. Kap.18. Die ab 1.1.2013 anstehende Versteigerung der Emissionszertifikate wiederum treibt ihren Preis hoch. Eine Prognose ist deshalb nicht möglich.

Seit 6 Jahren experimentiert Deutschland nun mit dem angeblichen Klimaschutz durch den Emissionshandel. Der Staat beschenkt mittlerweile energieintensive Unternehmen – z.B. Stahl-, Zement- und Chemieindustrie; insgesamt 164 Industriebereiche – üppig mit Emissionsrechten, nach Meinung von Kritikern wie BUND sogar viel mehr als nötig, damit sie nicht abwandern. Diese Emissionsrechte können sie weiterverkaufen. Da auf diese Weise die Emissionen in Europa nur verlagert, aber in keiner Weise verringert werden, ist der Effekt gleich Null.

Aber auch mit der Verwendung von CO2 als Rohstoff (CCU) kann nur ein kleiner Teil der Emissionen genutzt werden, wie kürzlich auf einem Kongress in Düsseldorf einhellig festgestellt wurde. Die größte Hürde – vor allem in Mitteleuropa und Skandinavien ist aber die fehlende Akzeptanz der CO2-Speicherung vor der eigenen Haustür. Zur Rolle der Bürgerinitiativen siehe Kapitel 14.

Die Regierung wird somit in den kommenden Jahren stetig ansteigende CO2-Emissionen registrieren, sie aber vermutlich nicht mehr kommentieren. Sie hat vielleicht die Hoffnung, dass die weltweit stark ansteigenden Emissionen – allein 2010 gegenüber 2009 um +6 Prozent auf knapp 32 Mrd Tonnen, vor allem durch China, Indien, USA, Russland und Japan – von der ehemals „ambitionierten Vorreiterrolle“ Deutschlands ablenken würden.

Im Grunde müsste die Regierung jetzt ihre gesamte Klimapolitik offiziell begraben. Es wäre sowohl ein Akt der Ehrlichkeit als auch die Beendigung einer ohnehin sinnlosen und unwirksamen Anstrengung, die von vornherein niemals das Klima auch nur im Geringsten beeinflussen konnte. Man lese dazu das neue Buch von Vahrenholt und Lüning „Die kalte Sonne“ (92).

Man könnte nun auf die Idee kommen, dass eine Regierung, die – nicht offen und ehrlich, aber de facto – derart leichthin ihre moralisch überlegen gespielte Rolle als selbsternannte Weltretterin opfert, ebenso eines Tages ihre Energiewende einfach ausklinken könnte. Man kann sich jedoch nicht darauf verlassen, denn die Lobby der EEG-Profiteure, die man geschaffen hat, ist stark.

[Zur Inhaltsangabe]

14. Die Geister, die man rief…

Viele Jahre lang wurden die Umweltverbände von den Regierungen mit großer Sympathie behandelt und zahlreiche Forderungen wurden ihnen erfüllt. Vernünftiges und auch Unsinniges geschah. Gleichzeitig bildeten sich lokale und regionale Aktionsbündnisse, die Flugplatzerweiterungen, Atomabfall-Endlager, Straßenbauprojekte, Flussbegradigungen, Abholzungen, Sendemasten des Mobilfunks und vieles andere mehr bekämpften; oft mit beachtlichem Erfolg.

Die Bürger haben daraus gelernt, dass sie recht wirksam unliebsame Entwicklungen in ihrer Umgebung verhindern können. Genau diese Fähigkeiten setzen sie seit einiger Zeit gegen nahezu alle Projekte ein, die jetzt zu wesentlichen Teilvorhaben der Energiewende ernannt worden sind:

  • Eine kaum übersehbare Anzahl von Bürgerinitiativen – inzwischen von den Medien als „Wutbürger“ bezeichnet – bekämpft Windkraftanlagen: ArGe für eine windradfreie Heimat; Volksinitiative „Gegen Windräder“ mit 26 angeschlossenen Vereinen; Windkraftgegner; Gegenwind; Windwahn; NAEB; Epaw-Europäische Plattform gegen Windkraftanlagen; Bürgerinitiative „gegenwindlärm“; Sturm im Storm; Freier Wald e.V.; IG Sturmwind; Wind gegen Wind; Sturm gegen Wind u.v.a.m.
  • Auch die wenigen noch geplanten Pumpspeicher-Kraftwerke sehen sich dem Widerstand der Bürger gegenüber: – Atorf/Südschwarzwald: Der Schwarzwaldverein als Interessenvertreter der Bevölkerung hatte in den Anhörungen kritisiert, die „Region dürfe nicht bloß das Objekt für energiewirtschaftliche Ausbeutung werden.“ Der Kreisverband der B90/Die Grünen / Waldshut sprach sich gegen das Projekt aus. – Riedl/Bayern: Das Projekt ist politisch umstritten; eine Bürgerinitiative hat sich dagegen gebildet. – Blautal / Birkhau: Massive Bürgerproteste in Arnegg und Markbronn führten zu erheblichen Planungsänderungen – auch bezüglich des Ortes der Anlage. Zur Zeit werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht; der Widerstand hält auch nach 6 Jahren an; ein Baubeginn ist nicht absehbar.
  • Eine Bürgerinitiative hat bislang erfolgreich die Errichtung einer Umrichterstation in Norddeutschland verhindert, die als deutscher Endpunkt am Seekabel nach Norwegen das Anzapfen der norwegischen Wasserkraftwerke für die Speicherung deutschen Windstroms möglich machen sollte. (Vgl. Kapitel 6 und Kapitel 10).
  • Massiven Widerstand gibt es bereits gegen jegliche neue Hochspannungs-Freileitungen. Angst vor Elektrosmog, entwertete Grundstücke und verschandelte Natur führen die Bürgerinitiativen ins Feld. Das wird sich noch erheblich steigern, wenn die Pläne der Regierung zum Neubau von mindestens 3000 km Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland verwirklicht werden sollen. Siehe „Netz“-Kapitel 10.
  • Eine weitreichende Niederlage erlitt die Berliner Regierung mit ihrem Gesetzesvorstoß, der es ermöglichen sollte, in Kraftwerken abgetrenntes CO2 zunächst versuchsweise in ehemaligen Gasspeichern zu lagern. Der Bundesrat lehnte es ab und will auch nicht den Vermittlungsausschuss anrufen. Grund für diese Ablehnung war die im Gesetz vorgesehene Klausel, die es jedem Bundesland ermöglicht hätte, auf seinem Territorium diese Technik zu erproben oder aber die Erprobung zu verbieten.Angesichts des sehr großen Widerstandes in den nördlichen Ländern – zahlreiche Bürgerinitiativen kämpfen dort gegen die Einlagerung des giftigen CO2 „unter ihren Füßen“ – wäre letzteres mit Sicherheit geschehen. Bereits vor der Bundesrats-Abstimmung hatte es massive Proteste gegeben: „Stoppt das CO2-Endlager“ stand auf ungezählten Autoaufklebern im Raum Flensburg und massenweise in friesischen Vorgärten, an der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und Niedersachsen brannten Mahnfeuer.Die Initiatoren lehnten auch eine Speicherung vor der Küste ab, weil Experten davon ausgehen, dass sich eine CO2-Verpressung noch in 100 km Entfernung auswirken könnte. Die im Gesetz vorgesehene Ausstiegsklausel aber lehnte insbesondere Brandenburg ab, das in Jänschwalde den Bau einer grosse CCS-Pilotanlage von Vattenfall erhoffte, für deren CO2 dann aber wohl keinerlei unterirdische Speichermöglichkeit zu erwarten wäre. Vattenfall stoppte das Projekt Anfang Dezember 2011.Greenpeace zeigte sich über das Abstimmungsergebnis im Bundesrat erfreut. Diese sog. CCS-Technik gilt jedoch als Voraussetzung, um in Deutschland Kohlekraftwerke auf Dauer wirtschaftlich betreiben zu können, da sonst CO2-Emissionsrechte an der Börse gekauft werden müssen. Das könnte alle Pläne zum Bau neuer Kohlekraftwerke, die die abgeschalteten Kernkraftwerke ersetzen sollen, verhindern. Damit wäre eine weitere entscheidende Voraussetzung der sog. Energiewende entfallen.
  • Auch gegen Photovoltaikanlagen gibt es Widerstand – und zwar aus den Reihen der Solarstrom-Befürworter selbst (31): Wolf v. Fabeck, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V. (SFV) schrieb am 21.9.2009: „Hier setzt sich eine bedauerliche Fehlentwicklung fort.“ Der SFV lehne PV-Freiflächen aus folgenden Gründen ab:
    • „Sie belegen unnötigerweise Landflächen und treiben damit in ihrer Weise die Zersiedelung der Landschaft weiter voran.
    • Freiflächen stehen in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau.
    • Freiflächen fangen viel Sonnenenergie ab; diese fehlt dann bei der Photosynthese. Das Pflanzenwachstum unter den Solarmodulen bindet bei weitem nicht so viel CO2 aus der Atmosphäre, wie es ohne Abschattung binden könnte.
    • Als ökologisch bessere Alternative bietet sich die Nutzung der Windenergie an.
    • Durch die Zunahme der Freiflächen nimmt die Akzeptanz für die Photovoltaik in der Bevölkerung ab, wie einige Bürgerinitiativen gegen Freiflächen-Anlagen belegen.“

Blockieren und Aufstellen irrealer Forderungen

Die Bürger haben leider von der Politik nicht nur das erfolgreiche Blockieren von Projekten gelernt, sondern auch die Verwendung irrealer technischer Vorschläge als Argumente. So wird beispielsweise der Einsatz der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) gefordert, weil damit mehr Leistung über vorhandene Leitungen geschickt werden kann.

Genervte Vertreter der Netzbetreiber erklären dann in den Diskussionen vor Ort, die HGÜ sei nur für die Übertragung großer Leistungen über große Entfernungen zwischen zwei Punkten sinnvoll – und ein nur mit sehr teuren Umrichterstationen anzapfbarer Fremdkörper im Wechselstromnetz.

Sehr beliebte ist das Argument des Ersatzes der Freileitungen durch Kabel. Unterirdische Hochspannungsleitungen stellen jedoch eine problematische Alternative dar (11). Bei einer Erdverkabelung ist ein steter und direkter Zugriff für Wartung und Reparatur nur dann sichergestellt, wenn die Fläche oberhalb des Kabels frei ist. Bei der Verlegung eines Erdkabels muss der Boden ausgetauscht werden. Anschließend müssen die Kabeltrassen freigehalten werden. Darüber hinaus strahlen Erdkabel Wärme ab, was zu einer Bodenaustrocknung führen kann.

Ihre elektromagnetischen Abstrahlungen („Elektrosmog“) sind die gleichen wie bei einer Freileitung. Hinzu kommt, dass bei der Verlegung von Erdkabeln der Bau von Muffenbauwerken in Abständen von 500 bis 700 Metern sowie von Kompensationseinrichtungen entlang der Kabelstrecke nötig ist. So werden vorhandene Biotope bleibend zerschnitten. Die Verlegung von Erdkabeln erhöht die Baukosten um das 4 bis 10-fache.

Bei einer Verlegung von Kabeln in Tunneln können sich die Kosten sogar um den Faktor 30 bis 40 erhöhen. Die Vertreter der Regierung lernen jetzt erneut, was die Experten des Bundesforschungsministeriums bereits von 1975 – 1978 in den Diskussions- und Seminarveranstaltungen ihrer umfangreichen Aufklärungs- und Werbeaktion „Bürgerdialog Kernenergie“ erfahren hatten: Es ist unmöglich, Ängste durch Sachargumente erfolgreich zu bekämpfen.

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15. Deutschlands Energiewende bedroht die Nachbarländer

Als die 8 deutschen Kernkraftwerke Mitte März 2011 mit einer Entscheidung der Regierung abgeschaltet wurden, wodurch einmalig zeitgleich 5.000 MW und längerfristig eine Grundlast-Kapazität von 8.500 MW (Megawatt) ausfiel, geschah es ohne jede Vorwarnung oder gar Konsultation der Nachbarländer, obwohl klar war, dass diese von dem drastischen Eingriff in den europäischen Strommarkt erheblich betroffen sein würden. Der Zeitpunkt war zufällig und vorübergehend günstig, denn am Beginn des Frühjahrs waren die Nachbarländer gut in der Lage, das in Deutschland entstandene Leistungsdefizit mit Stromexporten zu füllen.

Strom Import-Export Bilanz in Deutschland Janunar-Oktober 2011 (rot: Import, blau: Export; Quelle: wilfriedheck.de)

Die Bundesnetzagentur hat in ihrer Fortschreibung des Moratoriumsberichts (2) vom 27.5.2011 in einer Grafik den Verlauf der Wind- und Solarstromeinspeisung sowie der Export-Import-Bilanz für den Zeitraum 6.-25.3.11 vorgestellt – mit den entscheidenden 3 Tagen 16. bis 18.März 2011, in denen die Abschaltung der Kernkraftwerke erfolgte (siehe Abbildungen in Kapitel 10).

Ab dem 17.3. drehte sich die Export-Import-Bilanz um: Danach musste Deutschland Strom importieren. Die Leistungskurven zeigen ab diesem Tag ein sich täglich wiederholendes absurdes Bild: Tagsüber steigt die deutsche Solarstromerzeugung für einige Stunden bis auf 10.000 MW an – was die Bilanz kurzfristig etwa ausgleicht – um dann selbstverständlich in jeder Nacht zu verschwinden, woraufhin sofort wieder elektrische Leistung zwischen 4.000 und 6.000 MW importiert werden muss.

Frankreich wurde nicht berücksichtigt

Allein Frankreich, das generell vom Frühjahr bis zum Herbst Strom exportiert, musste seit dem 17. März 2011 durchschnittlich zusätzliche 2.000 Megawatt (MW) exportieren – und zwar nach Deutschland. Frau Merkel hatte zuvor erklärt, dass Deutschland keinerlei Stromimporte benötigen würde. Tatsächlich sind es noch vor dem Winter 2011/2012 bis zu 4.000 MW geworden.

Was die deutsche Regierung offensichtlich übersah – oder nicht wusste – war die völlig andere Situation Frankreichs in den Wintermonaten: In diesen wird das Land zum Stromimporteur, wobei die Höhe dieser Importe bei 2,500 MW im Mittel und bei 5.000 MW im Maximum liegt.

Die Zahlen belegen es: Während der Grundlastbedarf im Sommer bei 32.000 MW im Mittel und der Spitzenbedarf bei 50.000 MW liegt, steigt die erforderliche Grundlast in den Wintermonaten auf 55.000 MW sowie auf enorme 95.000 MW im Maximum. Dieser beträchtliche Verbrauchsanstieg beruht darauf, dass französische Häuser meist elektrisch beheizt werden – weshalb Frankreich im Winter stets Strom bezog – auch aus Deutschland.

Nun braucht Deutschland im Winter selbst Stromimporte; nicht kontinuierlich, wohl aber witterungsabhängig – wie es sich im Dezember 2010 (siehe das Beispiel im Kap. 6) zeigte, als die Stabilität des deutschen Stromnetzes zum Teil nur dank Nachbarschaftshilfe aus Österreich aufrechterhalten werden konnte.

Frankreich wird also von Deutschland im Winter nicht mehr zuverlässig Strom geliefert bekommen: Nur die Notreserven hätten im Zeitraum vom 6. Bis zum 9. Februar das deutsche Netz vor dem Blackout gerettet. „Es war sehr, sehr ernst“, hieß es am 16.2 in der Bundesnetzagentur (lt. VDI-nachrichten vom 17.2.).

Auch die Schweiz bekommt Probleme

Deshalb hat jetzt nicht nur Deutschland in Wintern einen Stromengpass zu befürchten, sondern insbesondere Frankreich, wie der Stromkonzern EDF bereits Anfang November 2011 warnte. Aber nicht nur Frankreich. Auch die Strombranche der Schweiz trifft nach einem Bericht der NZZ vom 26.11.2011 Vorbereitungen für Versorgungsengpässe in den kommenden Wintermonaten, wie der Betreiber des Hochspannungsnetzes Swissgrid im November bestätigte.

In der 3. Novemberwoche hatte die europäische Netzbetreibervereinigung Entso-E einen Bericht publiziert, der die Auswirkungen des deutschen Atomausstiegs auf die Versorgungssicherheit erörtert. Probleme könnten sich bei einer längeren Kälteperiode ergeben, erklärte Swissgrid-Sprecher Thomas Hegglin. Laut Entso-E könnte es zu weiträumigen Engpässen kommen, wenn etwa Frankreich auf Importe aus Deutschland angewiesen sein würde, dort aber aufgrund des Abschaltens von 8 AKW nicht genügend Kapazitäten vorhanden wären. Das letzte Mittel seien gezielte Stromrationierungen.

Im Fortschreibungsbericht der Bundesnetzagentur zum KKW-Moratorium (2) konnte die Bundesregierung bereits am 27. Mai 2011 nachlesen, was sie gegenüber ihren Nachbarn angerichtet hatte:

„Bei einer dauerhaften Stilllegung der acht Kernkraftwerke des Moratoriums kann Deutschland schon heute nicht mehr im bisherigen Umfang als eine der Stützen der Versorgungssicherheit im europäischen Verbund auftreten, wie die nachfolgende Grafik (Anm.: Export-Import-Bilanz vom 1.1. – 21.5.2011; Daten von ENTSO-E) verdeutlicht. Dies ist im Hinblick darauf, dass Nachbarländer auf den deutschen Export gebaut und sich darauf verlassen haben, nicht unproblematisch.“ Weiter sagt die Bundesnetzagentur: „Es besteht kein Anlass, von der Aufforderung der Bundesnetzagentur (Anm.: 1. Moratoriumsbericht (1) vom 11.4.2011), vor weitergehenden Maßnahmen und Beschlüssen, die Abstimmung mit den europäischen Nachbarn zu suchen, abzugehen.“

In der Diskussion der verschiedenen, durch das „Moratorium“ verursachten Risiken für die Stromversorgung wird von der Netzagentur auch ein spezielles Risiko für unsere Nachbarn angesprochen (2): Die „lastferne Erzeugung“ – also die weit von den Verbrauchszentren entfernten Einspeisungsorte speziell des Windstroms und die entsprechend langen Transportwege und Leitungsbeanspruchungen – erzeuge „ein erhöhtes Risiko kaskadierender und damit großflächiger überregionaler Auswirkungen. Dies geschehe bei außergewöhnlichen Fehlerereignissen, falls bei Ausfall eines zentralen Leitungssystems der Lastfluss von anderen, ebenfalls bereits stark ausgelasteten Leitungen aufgenommen werden muss. Es ist erwartbar, dass derartige Fehler auch Auswirkungen auf europäische Nachbar-Regelzonen hätten.“ Es folgt noch die schlechte Nachricht:

Das deutsche Transportnetz wird durch die fehlende Einspeisung der 7+1 Kernkraftwerke tendenziell erheblich anfälliger im Hinblick auf sogenannte Mehrfachfehler (Anm.: wie oben beschrieben).“

In den zwei „Moratoriumsberichten“ (1, 2) geht die Bundesnetzagentur mehrfach davon aus, dass die von der Regierung gewählte Bezeichnung Moratorium auch so gemeint war – also als eine zeitlich begrenzte Maßnahme, nach der wieder der Normalzustand eintreten würde. Deshalb auch die Wahl der Überschrift.

Die Agentur irrte sich. Die Nachbarn beginnen sich bereits gegen die schädlichen Auswirkungen der rücksichtslosen deutschen Energiepolitik zu wehren, wie der SPIEGEL am 5.12.2011 berichtete. In Warschau sorgt man sich, dass die polnischen Kraftwerke dem ständigen Hoch- und Herunterfahren nicht gewachsen seien und es durch einen unerwarteten Stromüberschuss sogar zu einem Blackout kommen könne.

Deutscher Windstrom belastet Polens Netze

Deshalb plant Polen jetzt drastische Schritte: „Im Zuge der Modernisierung der Umspannwerke in Krajnik und Mikulow planen wir den Einbau von Phasenschiebern (Anm.: eine Spezialform eines Transformators)“, erklärte Slawomir Smoktunowicz, der Sprecher des polnischen Netzbetreibers PSE-O. Damit lässt sich der Stromfluss je nach Bedarf herauf- oder herunter regeln. Die Inbetriebnahme sei 2014. Deutscher Überschuss-Strom müsste dann im deutschen Netz verteilt werden, was dort das Risiko von Stromausfällen vergrößern würde (19).

Auch Tschechien hat schlechte Erfahrungen mit deutschen Grünstrom-Spitzen: Am 19. Februar 2012 kamen plötzlich 2.000 MW aus Deutschland – das Doppelte wie normalerweise. Der staatliche tschechische Netzbetreiber CEPS musste alle Anstrengungen aufwenden, um einen Kollaps der Leitungen zu verhindern. „Das Sicherheitskriterium n-1 war über mehrere Stunden nicht erfüllt“, schilderte CEPS-Vorstand Miroslav Vrba den Ernst der Lage. (Dieses Kriterium ist erfüllt, wenn der Ausfall einer Leitung oder eines Transformators nicht auf andere Netzanlagen übergreift und so eine Kettenreaktion auslöst. Ist es wie in diesem Falle nicht erfüllt, dann verursacht jeder zusätzlich auftretende Ausfall eines wichtigen Netzelements den Zusammenbruch).

Dabei hatte CEPS am 19.2. noch Glück. Im Nordosten Deutschlands herrschte an jenem Sonntag Flaute. Über 11.000 MW Windkraft sind dort installiert und diese erzeugen bei gutem Wind einen sehr großen Energiefluss, der schon länger mangels innerdeutscher Leitungen über Polen und Tschechien nach Süddeutschland transportiert wird. Diese Lage hat sich mit der Abschaltung von 8 Kernkraftwerken im März sehr verschärft.

Die Häufigkeit der Krisensituationen ist seither stark angestiegen und hält manchmal tagelang an, heißt es gleichlautend bei CEPS und PSE-O. Prag betrachtet deshalb die polnischen Pläne mit großer Sympathie.

„Der Einbau eines Phasenschiebers an der deutsch-polnischen Grenze schützt auch den polnisch-tschechischen Übergang“

bestätigte CEPS-Vorstand Vrba. Derartige Maßnahmen an der deutsch-tschechischen Grenze plant man hingegen nicht, denn man will schließlich durch den Ausbau des Kernkraftwerks Temelin noch mehr Strom nach Deutschland exportieren und die Deutschen nicht verärgern (19). Doch die Nachbarn sind immer weniger gewillt, mit Notmaßnahmen in ihren Netzen für deutsche Versäumnisse und Fehlentscheidungen geradestehen zu müssen.

„Das deutsche Stromnetz wird instabiler“

Stephan Kohler, der Chef der Deutschen Energie-Agentur Dena, sagte dazu:

„Wenn überschüssiger Wind- und Solarstrom nicht mehr ins Ausland abgeführt werden kann, dann wird das deutsche Stromnetz instabiler.“

Er forderte die Bundesregierung auf, mit den Nachbarländern rasch Verhandlungen aufzunehmen, „um die Energiewende europäisch abzusichern.“ „4.000 MW an nicht im deutschen Netz übertragbarer (d.h. unterzubringender) Leistung gibt es laut unserer Netzstudie 2“, betonte Dena-Experte Hannes Seidl. Das ist viel elektrische Energie, die in die Netze der deutschen Nachbarländer abgeschoben werden muss, wenn der momentane deutsche Stromverbrauch gerade unter der plötzlich angestiegenen Stromerzeugung liegt (82).

Verständlich, dass dies nicht auf Dauer hingenommen werden kann; insbesondere angesichts des in Deutschland immer weiter getriebenen Ausbaus von Wind- und Solarstromerzeugung, der den Export dieser Netzüberlastungen und –Störungen in die Netze der Nachbarn irgendwann inakzeptabel macht.

Die einseitige dramatische und abrupte Verringerung der deutschen Stromerzeugung hat also erwartungsgemäß zu größten Problemen im europäischen Verbund geführt und unabhängig von gefährlichen Stromengpässen steigen jetzt auch die Strompreise in unseren Nachbarländern. Sie dürfen Merkels Energiewende mitbezahlen.

Sämtlichen Energiewirtschaftlern waren diese Folgen sofort klar. Der Regierung Merkel anscheinend nicht. Daß die Handlungsweise der deutschen Regierung in den Nachbarländern als unsolidarisch und arrogant angesehen wird, bestätigen Landsleute, die mit dortigen Regierungsvertretern Kontakt haben.

„Wenn alle so reagieren würden, wie die Deutschen, wäre die Energieversorgung Europas gefährdet“

zitiert der Europaabgeordnete Holger Krahmer Stellungnahmen aus der holländischen Regierung. Sollte es in Folge des deutschen Alleingangs zu wirtschaftlichen Schäden kommen, wird Deutschland vermutlich die Rechnung auf dem Wege über Brüssel präsentiert werden. Die Stellungnahmen der ausländischen Experten in der Umfrage des World Energy Council – siehe Kap. 18 – belegen, dass sie alle sowohl Preissteigerungen als auch eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Europa als Folge der deutschen Kursänderung erwarten.

[Zur Inhaltsangabe]

16. Für Industrie und Bürger wird es immer teurer – die „Energiearmut“ wächst

Es ist eine eiserne Regel der Marktwirtschaft, die auch für Ideologen, Weltverbesserer oder Zwangsbeglücker gilt: Verstöße gegen die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit werden durch Preiserhöhungen bestraft. Die deutsche Energiepolitik insbesondere der letzten und der gegenwärtigen Regierung führt exakt zu diesem Ergebnis. Das stärkste Werkzeug zum Umwandeln einer Marktwirtschaft in eine Planwirtschaft ist seit dem Jahre 2000 das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es ist nach wie vor in Kraft.

Der durch das EEG bewirkte Zuwachs an Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen, deren Stromerzeugung von den Netzbetreibern vorrangig angenommen und mit den bekannten hohen Einspeisevergütungen bezahlt werden muss, führt zu beständig steigenden Strompreisen, weil diese Kosten auf die Verbraucher abgewälzt werden dürfen.

Alle Preissteigerungen für Mineralöl- und Gaslieferungen werden durch die hohen Steuern noch verstärkt. Deutschlands Energiesteuern und –abgaben zählen bekanntlich zu den höchsten in Europa.

  • Die gesetzlich verursachten Belastungen des Strompreises in Form von Abgaben und Steuern stiegen 2011 auf 46%.
  • Die darin enthaltene, stetig ansteigende EEG-Umlage betrug 2011 3,530 Cent/kWh zusätzlich 0,67 Cent/kWh MWSt und lag damit bereits bei 17% Anteil am Haushaltsstrompreis.
  • Bei Industriebetrieben, die die volle EEG-Umlage entrichten müssen, ist der relative Anteil aufgrund des geringeren Preisniveaus für Industriekunden noch höher: Dieser Anteil am Strompreis liegt 2011 für einen mittelspannungsseitig versorgten Industriebetrieb bei 26% (90).

Eine Umverteilung zu Lasten der privaten Haushalte

Wie ernst diese Situation für die energieintensiven Industrien – Chemie, Papierindustrie, Düngemittelindustrie, Glaswerke, Stahlwerke, Baustoffindustrie, Aluminiumhersteller, Metallverarbeitung – bereits geworden ist, ist der Regierung bereits durch Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften klar gemacht worden. Der SPIEGEL brachte vor kurzem unter dem Titel „Ofen aus“ einen sehr kritischen Bericht über die Wirkung der Energie-Preissteigerungen auf die Unternehmen – mit konkreten Beispielen zu Oettingers Vorhersage (63).

Die Reaktion der Regierung war bezeichnend: Der Staat verzichtet keineswegs auf seine vielfältigen Steuern und Abgaben auf den Strompreis, die ihn hier dermaßen teuer machen. Er verteilt die Lasten einfach um.

Ein Entlastungs-Instrument dafür ist die o.g. am 28.7.2011 geänderte Verordnung (StromNEV), die unauffällig im Konvoi anderer Energiewende-Gesetze versteckt und die von der Presse erst nach einem Vierteljahr entdeckt wurde.

In dem für Laien praktisch unlesbaren Juristenchinesisch verbirgt sich im §19 ein Goldesel: Unternehmen mit einem hohen Verbrauch werden fast komplett von den Netzgebühren befreit – und auch noch rückwirkend für das laufende Jahr. Unternehmen, die mindestens 7000 Stunden jährlich am Stromnetz hängen und mehr als 10 Millionen kWh Strom verbrauchen, müssen gar keine Netzgebühren mehr bezahlen.

Bereits ab einem jährlichen Stromverbrauch von 100.000 kWh sinken die Netzkosten deutlich, so dass Tausende Unternehmen nicht den vollen Preis zahlen müssen. Die dadurch von den Unternehmen gesparten Netzkosten werden voll auf den Strompreis umgelegt – also von den Verbrauchern bezahlt. Geschätzt wird, daß die Strompreise allein durch diese Netzkostenermäßigung um 0,75 bis 1,0 Cent / kWh steigen könnten. Pro Haushalt mit ca. 4000 kWh Jahresverbrauch wären das bis zu 40 Euro mehr.

Und noch eine zweite Entlastung gab es:

„Stromintensive Unternehmen des produzierenden Gewerbes mit einem Jahresstromverbrauch von mehr als 100.000 MWh (Megawatt-Stunden) sowie einem Stromkostenanteil an der Bruttowertschöpfung von mehr als 20 Prozent….gelten als privilegierte Letztverbraucher und müssen grundsätzlich nur eine begrenzte EEG-Umlage in Höhe von 0,05 Cent/kWh auf ihren Stromverbrauch entrichten“ (90).

„Die Industrie zu entlasten und allein die Kleinverbraucher die Zeche zahlen zu lassen, ist eine Dreistigkeit, die bisher ohne Beispiel ist,“ zitierte die „Frankfurter Rundschau“ Verbraucherschützer Holger Krawinkel. Aber das ist das durchgängige Prinzip bei der Energiewende. Sie beruht schließlich ganz wesentlich auf der Schröpfung der Bürger durch ihre Zwangsbeglückung mit zu teurer Energie. Mit dieser fortgesetzten Umverteilung zu Lasten der kleinen Leute dürften die Warnungen des Energiekommissars vor dem Ende des sozialen Friedens Wirklichkeit werden.

Auf die Bürger kommen eine Reihe neuer Kosten zu:

Die Folgen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Die folgenden Angaben stammen aus der Veröffentlichung vom 15.10.2010 der 4 Übertragungsnetz-Betreiber (ÜNB), die per Gesetz verpflichtet sind, jeweils am 15.10. eines Kalenderjahres die EEG-Umlage – das sind die durch das EEG verursachten Mehrkosten, die den Endverbrauchern aufgebürdet werden – für das folgende Jahr zu ermitteln:

„Die ÜNB haben…auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter für 2011 eine EEG-Einspeisevergütung in Höhe von 16,7 Mrd. € ermittelt. (Anm.: Davon gehen unglaubliche 8,38 Mrd. € an die Photovoltaik-Betreiber, die aber nur klägliche 1,9% der deutschen Stromerzeugung beisteuern.) Der prognostizierte Gegenwert des eingespeisten Stroms liegt bei 4,7 Mrd. €. Zusätzlicher Differenzbetrag (aus 3 Quartalen von 2010): 1,1 Mrd. €. Insgesamt werden somit rund 13 Mrd. € über die EEG-Umlage refinanziert.“

Dies ist die Summe, die die Endverbraucher zusätzlich für den grünen Strom aufzubringen haben.

„Wie die 4 ÜNB mitteilen, bedeutet dies im Jahre 2011 eine Belastung von 3,530 Cent pro kWh. Für das Jahr 2010 betrug die EEG-Umlage 2,047 Cent pro kWh.“

Das ist eine Steigerung von 73% in nur einem Jahr. Das bedeutet für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 kWh: 88 € Mehrkosten durch das EEG im Jahre 2011 gegenüber 51 € im Jahre 2010.

Neue Kostenlawine für 2012 erwartet

Wesentlich interessanter ist aber die Vorhersage für 2012: Die Bundeskanzlerin hatte noch im Sommer 2011 erklärt: „Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen. Heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent / kWh.“ Umweltminister Röttgen versprach das Gleiche. Für 2012 hatte die Bundesnetzagentur anschließend angekündigt, dass die EEG-Umlage bei 3,6 Cent pro kWh liegen werde.

Nun zeigt die neue Prognose der Netzbetreiber vom 15.10.2011 für das Jahr 2012, „dass die Bandbreite der Ökostrom-Umlage zwischen 3,66 und 4,74 Cent / kWh liegen wird.“ Auch die Deutsche Energie-Agentur Dena widersprach Anfang Dezember: „Es wird nicht gelingen, die EEG-Umlage auf etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen,“ sagte Dena-Chef Stephan Kohler der „Frankfurter Rundschau“.

Laut Kohler ergeben Dena-Berechnungen, dass die Umlage 2013 bereits knapp unter 4 Cent und 2020 bei 5 bis 5,5 Cent liegen wird.

Für einen 3-Personen-Haushalt bedeutet das ca. 210 Euro Mehrkosten. Im Januar 2012 lagen der Strompreis um 3 % und der Gaspreis mit 6,7 % über dem Preis des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Die Mieter trifft die Energiewende doppelt

Das Gesetz zur Energieeinsparung in Gebäuden hat sich zu einer ernsten finanziellen Bedrohung für die Mieter entwickelt. Denn zu den ständig steigenden Stromkosten kommt im Falle einer Energiesanierung eines Miethauses eine kräftige Mieterhöhung hinzu. „Mieter zahlen für die Energiewende drauf“, sagte Mieterbundchef Bernhard von Grünberg dem Bonner Generalanzeiger. Nach geltendem Recht können Vermieter elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. Im Schnitt steigt die Miete nach einer Energiesanierung um 2,40 € pro qm, die Energieersparnis aber beträgt nur 50 Cent. „Die Miete steigt real um 1,90 € pro Quadratmeter,“ rechnet Grünberg vor.

Der NRW-Mieterbund lehnt den Kabinettsentwurf der Mietrechtsreform des Bundes mit der weiterhin enthaltenen 11-Prozent-Kostenumlage auf die Mieten ab. Die Wohnungsgesellschaft LEG hat in Ratingen festgestellt, dass viele Rentner wegen der gestiegenen Heizkosten ihre Heizung nicht mehr einschalten. Inzwischen wird die Forderung nach Sozialtarifen für einkommensschwache Verbraucher erhoben und von der Politik – noch – abgelehnt.

Weitere Strompreiserhöhungen

Weitere Strompreiserhöhungen drohen durch die 2011 beschlossenen Energiewende-Pläne sowie durch die Umsetzung einiger bereits 2010 eingeleiteter Vorhaben. Die Abschaltung von 8 Kernkraftwerken entzog dem europäischen Stromverbund schlagartig 9000 MW Grundlast. Der Strompreis stieg sofort an der Börse. Schätzungen belaufen sich auf +20% – und nicht nur für Deutschland.

Die Netzbetreiber – s.o. – konnten das bei ihrer Prognose vom Oktober 2010 noch nicht einbeziehen. Eine große Zahl von energieintensiven Unternehmen hat – unbemerkt bei der Verkündung der Energiewende – von der Regierung eine weitgehende Befreiung von den Netzentgelten zugestanden erhalten. Mit der Überwälzung der dort eingesparten Kosten wieder auf die Endverbraucher. Auch das kommt noch hinzu.

Falls der riesenhafte geplante Ausbau des Höchstspannungsnetzes tatsächlich in Gang kommt – vieles spricht dagegen – dann werden alle damit verbundenen Kosten auf den Strompreis draufgepackt. Der Ausbau von Windkraft – speziell die teure Offshore-Windkraft – und von Photovoltaik und Biogaserzeugung geht unvermindert weiter. Nur bei der Photovoltaik voraussichtlich langsamer, aber wegen ihrer hohen Kosten weiterhin preistreibend.

Damit steigt die EEG-Umlage weiter. Es ist zu erwarten, dass die Regierung in Anbetracht der Unwilligkeit der Kraftwerksbetreiber, neue Gaskraftwerke zu bauen, dies mit Steuergeldern und Steuerermäßigungen anregt, da sich Gaskraftwerke als einzige fossile Kraftwerke der Sympathie der Regierung erfreuen. Leider ist der von ihnen erzeugte Strom wegen der hohen Gaspreise sehr teuer. Dann zahlen die Bürger wieder mehr.

Falls es der Regierung wider Erwarten gelingen sollte, Zugang zu norwegischen Wasserkraftwerken als Speicher für Überschuss-Windstrom zu erlangen, wird Windstrom teurer. Dann steigt die EEG-Umlage. Es ist zu befürchten, dass die weiter zunehmende und in der Fläche verteilte Photovoltaik die bereits sichtbaren Netzprobleme in der regionalen Mittelspannungs-Ebene derart verschärft, dass zusätzlich zu den ohnehin geplanten 3000 oder 4400 km Hochspannungstrassen noch ein starker Ausbau der regionalen Stromleitungen nötig wird.

Diese Netze sind nicht auf viele Einspeiser ausgelegt, die Sonnenlicht-abhängig je nach Wetterlage kurzfristig extreme Leistungsspitzen erzeugen können. Die Verbraucher werden das dann ebenfalls zu bezahlen haben. Weil sich lt. BDEW wegen der Außerbetriebnahme älterer fossiler Kraftwerke und der geringen Neubau-Aktivität bis zum Jahr 2030 eine Erzeugungslücke von ca. 33.000 MW auftun wird, wird dort über „neue Mechanismen und ein anderes Marktdesign für die Strompreisfindung“ diskutiert. Eine Option seien „Kapazitätsmechanismen“.

Neue Subventionen für Netze und Kraftwerke

Im Klartext: Mit einer zusätzlichen Vergütung sollen Investitionen für die „Vorhaltung von Erzeugungsleistung“ – also den Bau von dann zumeist stillstehenden Kraftwerken, die bei Engpässen einspringen können – angeregt werden. Diese Investitionen unterbleiben heute logischerweise wegen der durch das EEG verursachten zunehmenden wirtschaftlichen Unattraktivität von Kraftwerksneubauten (6).

In dieselbe Kerbe schlägt die Bundesnetzagentur (9): Weil in Süddeutschland, das bereits besonders hart von der Abschaltung von Kernkraftwerken betroffen ist, künftig (bis 2022) sogar mehr Kraftwerke außer Betrieb gehen werden, als neue auch nur geplant sind, wird vorgeschlagen, „über Allokationsanreize (= vornehme Bezeichnung für Subventionen) für den Neubau von Kraftwerksleistung nachzudenken.“

Der BDEW scheint auch in Anbetracht der von ihm erwarteten Unrentabilität von Kraftwerksneubauten – sie würden zu 40% der Zeit still stehen – die Hoffnung auf ausreichend Neubauten zur Netzstabilisierung aufgegeben zu haben (6). Es schlägt deshalb vor, die am Ende ihrer im Durchschnitt 40-jährigen Lebensdauer stillzulegenden Altkraftwerke unbedingt weiter zu betreiben – natürlich mit umfangreichen Reparaturen, Nachrüstungen und Modernisierungen.

Dies könnte „bei entsprechenden ökonomischen Rahmenbedingungen“ – also Subventionen – „einen substanziellen Beitrag zur Deckung des Bedarfs an Kraftwerkskapazität liefern“. Wer das dann bezahlen darf, ist klar.

Eine deutliche Warnung vor den dramatischen Folgen des steigenden Strompreises für Deutschland gab es mehrfach im Jahre 2011 von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Hohe Energiekosten gefährdeten nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern auch den sozialen Frieden, wenn ein Teil der Menschen die Stromrechnung nicht mehr bezahlen könne. „Ich bin überrascht, wie gedankenlos die Entwicklung der Strompreise hingenommen wird“, sagte Oettinger.

Deutschland zähle weltweit zu der Spitzengruppe bei den Strompreisen. Weil der Offshore-Windpark-Netzanbinder in Schwierigkeiten geraten ist, ertönt auch aus dieser Richtung der Ruf nach noch mehr Staatsgeld. Der in Finanzierungsproblemen steckende Netzbetreiber Tennet, der gesetzlich zum Anschluss aller Windräder in der Nordsee verpflichtet ist, hatte eine Idee: In einem Brief an den Bundeswirtschaftsminister schlug er vor, dass es „vor weiteren Aufträgen für den Anschluss von Offshore-Windparks bei der Haftung neue Regelungen geben müsse“. Denn: „Wo Versicherungen nicht mehr einsprängen, müsse eine „Sozialisierung der Schäden“ (!) ermöglicht werden“ (85).

„Das Rennen um öffentliche Gelder droht aus dem Ruder zu laufen“

Treffender kann man es nicht ausdrücken. Auch der Energiekonzern E.on, der unter Verweis auf die Verzögerungen durch Tennet dramatisch „Deutschland vor Scheitern der Windkraft“ warnte (86), kritisierte, dass „die finanziellen Anreize für die Netzbetreiber unzureichend“ seien. Die Regulierungsbehörde müsste daher Investitionen „höher vergüten“.

Die Errichter von Offshore-Windparks haben ebenfalls bereits schmerzliche Erfahrungen mit großen Kostensteigerungen und Verzögerungen gemacht. Der Anlagenbauer Bard aus Emden, der den bisher größten Windpark in der Nordsee vor Borkum errichtet, ist in Finanzierungsschwierigkeiten geraten. Sollten derartige Kostensteigerungen den Unternehmen untragbar erscheinen, genügt vermutlich die Ankündigung, den Bau der Windparks einzustellen, um zusätzliche Steuermittel locker zu machen (87).

Die Offshore-Windkraft bringt auch neue Förderungskandidaten hervor: Birger Nicolai schrieb im Dezember 2011:

„Das Rennen um öffentliche Gelder droht aus dem Ruder zu laufen: Selbst Häfen wollen sich den Umbau ihrer Kaianlagen vom Staat bezahlen lassen.“ (87)

Energiearmut droht

Der scharfe Preisanstieg für Strom und Gas hat nun zu ernsten Zahlungsschwierigkeiten für mehr und mehr Verbraucher geführt – bis hin zu dunklen Wohnungen. Bereits heute können Hunderttausende Haushalte in Deutschland ihre Energierechnungen nicht mehr bezahlen, wie die WELT am 22.2 2012 berichtete (82). Wegen unbezahlter Rechnungen sei schätzungsweise 600.000 Haushalten 2010 die Energieversorgung abgeschaltet worden, teilte die Düsseldorfer Verbraucherzentrale NRW mit. Diese Schätzung wurde auf Grund einer Umfrage bei 58 Unternehmen der lokalen Energieversorger im größten Bundesland, von denen drei Viertel antworteten, ermittelt.

„Preisanstiege von rund 15 Prozent für Strom und Gas in den vergangenen zwei Jahren machen Energie für viele Haushalte unbezahlbar“

sagte Verbraucherzentrale-Chef Klaus Müller. Die steigende Energie-Armut sei alarmierend. Im Jahre 2010 hatten die befragten Unternehmen allein in NRW drei Millionen Mahnungen wegen unbezahlter Stromrechnungen versandt. Sie drohten 340.000 Stromabschaltungen an und schalteten 62.000 Haushalten den Strom ab.

Nach Hochrechnungen von Verbraucherschutzgruppen wurde allein in NRW ca. 120.000 Haushalten und bundesweit 600.000 Haushalten die Energie abgeschaltet. Eine Sprecherin der NRW-Verbraucherzentrale fügte hinzu, dass sich ihre Verbraucherberatung zunehmend auf die Frage konzentriert, wie Verbraucher mit Zahlungsverpflichtungen gegenüber ihren Energieversorgern zurechtkommen können. Oettingers Prognose bezüglich sozialer Spannungen könnte Wirklichkeit werden, allerdings muss die Zahl der Haushalte ohne Strom erst die politisch wirksame Millionengrenze übersteigen.

Immer neue Umverteilungsmaßnahmen

Die notwendige Reaktion der Politik auf die beschriebenen Probleme, die durch die seit Jahren systematisch betriebene Verteuerung der Energie mit ihren zerstörerische Wirkungen verursacht wurden, wäre eine Rückführung der Energiesteuern und -abgaben auf die Größenordnung, die auch unsere Konkurrenten haben. Das wäre allerdings nicht der deutsche Weg.

Wie man bereits bei der Befreiung der energieintensiven Industrie von den Netzkosten gesehen hat, die nur auf die Verbraucher umverteilt wurden, wird man auch das Problem der wachsenden Energiearmut nicht durch eine kräftige Senkung der hohen Energiesteuern und -Abgaben lösen. Man wird vielmehr wie bereits bei Hartz-IV–Empfängern Energiekostenzuschüsse erfinden und sie an die von der Energiearmut Bedrohten über die Sozialämter verteilen.

Das hat für den reglementierenden Bürokratenstaat den Vorteil, dass Bürger zu Bitt- und Antragsstellern und damit in ihrem vermutlich nicht klimagerechten Energieverbrauch kontrollierbar werden, anstatt ihnen ihr Geld zur eigenmächtigen Verfügung zu belassen.

Staatliche Eingriffe in den Energiesektor sind ausnahmslos preistreibend

Die im Kapitel 12 „Die Energie-Planwirtschaft ist Realität“ aufgelisteten staatlichen Eingriffe in den Energiesektor sind ausnahmslos preistreibend, weil gegen den freien Markt gerichtet und stellen deshalb zugleich eine Auflistung der vielen Komponenten dar, die den Bürgern eine nicht enden wollende Kette von Strompreiserhöhungen bescheren werden.

Alle in den obigen Ausführungen beschriebenen, den Strompreis kräftig in die Höhe treibenden Handlungen der Regierung werden aber voraussichtlich von einem Ereignis in den Schatten gestellt, das am 1.1.2013 eintritt. An diesem Tag beginnt die Versteigerung der Emissionszertifikate, die der Industrie bislang zugeteilt wurden. Nach einer Schätzung des Energiefachmanns Dr. Alfred Richmann, Meckenheim, wird der Strompreis „über Nacht“ um ca. 50% steigen.

Dass diese Zertifikate die Emissionen in der EU um keine einzige Tonne reduzieren können, weil sie nur für die Umverteilung von Emissionen zwischen Ländern und Industrien sorgen, wie schon mehrfach aber erfolglos von Fachleuten bekräftigt wurde, ist nur eine weitere Absurdität in der Energie- und „Klimaschutz“-Politik der EU – und natürlich auch Deutschlands.

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17. Ein internationales Urteil

Das World Energy Council – der Weltenergierat – ist das größte internationale Netzwerk der Energiewirtschaft. Seit über 80 Jahren besteht er in fast 100 Ländern. Es war dem World Energy Council vorbehalten, am 10. Oktober 2011 das Ergebnis einer internationalen Expertenbefragung zur deutschen Energiewende zu präsentieren; eine Befragung, die die deutsche Regierung besser selbst durchgeführt hätte, und zwar rechtzeitig vor der Verkündung ihrer dramatischen Politikänderung.

Die Umfrage erfolgte unter den mehr als 90 Länderkomitees. Grundlage der Ergebnisse sind Antworten aus den Rückläufe.: Von Experten aus 21 Länderkomitees des World Energy Council, darunter 14 aus Europa. Die wesentlichen Ergebnisse sind (24):

  • Keiner der befragten Experten erwartet, dass Deutschland sämtliche Ziele der Energiewende in der anvisierten Frist erreichen kann.
  • Nur 38% trauen Deutschland zu, einzelne Ziele – und zwar verspätet – zu erreichen.
  • Nur 29% schätzen, dass alle Ziele – verspätet – erreicht werden können.
  • Bis 2020 erwarten 76% der Experten eine Schwächung der Wirtschaftskraft Deutschlands.
  • Auch längerfristig – nach 2020 – erwarten 48% eine solche Schwächung. Nur 33% erwarten eine Stärkung.
  • Der weit überwiegende Teil der Befragten – 71% – erwartet Preissteigerungen für Strom im eigenen Land !
    • 29% der Befragten erwarten Strompreiserhöhungen von bis zu 10%
    • 24% erwarten Strompreiserhöhungen zwischen 10 und 20%
    • und einige Länder – 14% – gehen sogar von Preissteigerungen über 20% aus.
  • Knapp zwei Drittel – 62% – der Befragten sehen erhöhte Gefahren für die Versorgungssicherheit Europas.
  • 81% der befragten Länder lehnen den deutschen Weg als Vorbild für die Welt ab.
  • Keiner der Experten hält es für vorstellbar, dass sein Land den deutschen Politikansatz vollständig übernehmen könnte.
  • 62% können sich vorstellen, einzelne Elemente der Energiewende zu übernehmen. 33% kein einziges Element.

Dieses Gutachten der internationalen Energieexperten ist vernichtend.

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18. Globale Entwicklungen gehen in eine andere Richtung

Es gibt drei starke Trends in der Energiewirtschaft und der Energiepolitik des gesamten Auslands:

Die weiterhin bestehende Dominanz der Kohleverstromung,

die weltweite Renaissance der Kernenergie,

die Erschließung der gewaltigen neuen Erdgasquellen (Shale Gas).

Hinzu kommt ein Trend zur Reduzierung oder Beendigung der Subventionen für sog. Erneuerbaren Energien.

Kohleverstromung

Die Kohleverstromung muss Deutschland angesichts des Kernkraft-Ausstiegs wieder erheblich ausbauen – ohne CO2-Abscheidung. Selbst das ist jetzt durch die jahrelange und sehr erfolgreiche Klimakatastrophen-Propaganda mit der Kohle als gefährlichstem Primärenergieträger von erheblichen Unsicherheiten gekennzeichnet, wie oben ausgeführt wurde. Diese Form der Stromerzeugung kommt jedoch bald unter starken Druck durch die neuen Erdgasvorkommen, wobei Deutschland vermutlich eher spät dazu kommt– s.u.

Kernkraft

Im Gegensatz zu Deutschland läuft im Rest der Welt weiterhin eine mächtige Aktivität zur Verstärkung und auch insbesondere zur erstmaligen Einführung dieser Technologie. Zahlreiche innovative Neuentwicklungen verbreiten das Anwendungsfeld der Nukleartechnik auf sämtliche Bereiche der Energieanwendung. Zu erwähnen ist insbesondere die Entwicklung von Kleinreaktoren, die der Nukleartechnik sehr große neue Anwendungsfelder eröffnen. Ein kurzer Überblick:

  • Ende 2010 wurden in 30 Ländern insgesamt 443 Kernkraftwerke (6 Blöcke mehr als am 31.12.2009) mit einer Nettoleistung von 376 GW (376.000 MW) betrieben, die damit um ca. 5 GW über dem Vorjahreswert lag.
  • 6 Kernkraftwerke haben 2010 den Betrieb neu aufgenommen.
  • Ende 2010 gab es 62 aktive Bauprojekte in 15 Ländern für KKW – das sind 9 im Bau befindliche Blöcke mehr als im Vorjahr: (Argentinien:1; Brasilien:1; Bulgarien:2; China:27; Finnland:1; Frankreich:1; Indien:5; Iran:1; Japan:2; Südkorea:5; Pakistan:1; Russland:10; Slowakische Republik:2; Taiwan:2; USA:1).
  • Im fortgeschrittenen Planungsstadium befanden sich Ende 2010 in 20 Ländern 102 KKW-Blöcke. Weitere sind in der Vorplanung.

Mit seinem Ausstiegsbeschluss und der sofortigen Stilllegung von 8 Kernkraftwerken mit 8.800 MW Leistung befindet sich Deutschland allein in der Welt. Insbesondere die Schwellenländer haben einen derart großen Bedarf an elektrischer Energie, dass sie nur zwischen Kohlestrom und Kernkraftstrom wählen können. Die größten dieser Länder – China und Indien – haben beide Optionen gewählt und sind inzwischen selbst zu den dynamischsten Entwicklern modernster Nukleartechnik herangereift.

Eine aktuelle Antwort auf den deutschen Kernkraftausstieg gaben im Februar 2012 die USA, Frankreich und England:

  • Die zuständige U.S. Nuclear Regulatory Commission NRC genehmigte die Errichtung der beiden neuen Reaktoren im KKW Vogtle/Georgia. Dies war die erste neue Baugenehmigung seit 1978. Die Reaktoren vom neuen Typ AP 1000 des Herstellers Westinghouse/Toshiba könnten zwischen 2016 und 2017 in Betrieb gehen.
  • Die französische Regierung teilte mit, dass Frankreich die Laufzeiten seiner Kernkraftwerke deutlich über 40 Jahre hinaus verlängern will. Die französischen Kraftwerksbetreiber seien gebeten worden, die Laufzeiten auszudehnen. Damit folgte die Regierung der entsprechenden Empfehlung des Rechnungshofs. Industrieminister Bresson erklärte, „dass es Verschwendung wäre, unsere Reaktoren nach 40 Jahren zu stoppen.“ Er ergänzte, dass die Reaktoren in den USA im Schnitt 60 Jahre am Netz seien.
  • Die englische und die französische Regierung vereinbarten am 17.2.2012 eine intensive Zusammenarbeit auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie.

Shale-Gas

Die neue Bohr- und Erschließungstechnologie für die riesigen, lange bekannten, bislang unzugänglichen Shale-Gas-(Schiefergas)-Vorkommen hat in den letzten Jahren eine Revolution auf dem Weltenergiemarkt ausgelöst.

Die Internationale Energieagentur rechnet mit Vorräten in der Höhe des 250-fachen Jahresverbrauchs in der Welt. Sie spricht in ihrem World Energy Outlook gar von einem „goldenen Zeitalter“ für Erdgas. Sie geht von einem jährlichen Nachfrage-Anstieg von 2 % bis 2035 aus. Vor allem bei der Stromerzeugung und der Wärmeversorgung löse Gas andere Brennstoffe ab.

Unkonventionelle Gasvorkommen (Quelle: Wikipedia)

Bereits jetzt decken die USA, wo Shale-Gas in großem Stil gefördert wird, inzwischen ihren Gasbedarf aus eigenen Quellen und beginnen mit Erdgasexporten. Amerika hat inzwischen Russland als weltgrößten Gasproduzenten abgelöst. Es gibt in den USA ca. 3000 Bohrungen für Erdgas, monatlich kommen ca. 135 hinzu. Die Förderung von Shale-Gas stieg von 11 Mrd. m3 im Jahre 2000 auf 136 Mrd. m3 in 2010. Dieser Shalegas-Boom hat den Erdgas-Preis drastisch gedrückt:

  • Noch Anfang 2008 betrug der Erdgas-Preis für 1 Mio BTU (Wärmemengeneinheit in den USA) 8,0 US-$; er stieg sogar kurzfristig Mitte 2008 auf 13 US-$.
  • Seit Herbst 2008 fällt der Erdgaspreis und erreichte im Januar 2012 mit 2,77 US-$ fast wieder den Stand des Jahres 2000. Mit einem weiteren Rückgang wird gerechnet.

Mitte März 2012 gab es die Nachricht vom U.S.-Energiemarkt, dass der gesunkene Gaspreis nun auch den Preis für Kraftwerkskohle drückt. Bergbaukonzerne und Rohstoff-Handelshäuser mussten erhebliche Preisabschläge hinnehmen: Noch 2011 hatte der Preis für Kraftwerkskohle bei 130 US-$/Tonne gelegen; inzwischen ist er am Spotmarkt im australischen Newcastle unter 110 US-$/t gerutscht. Nun bestehen Chancen für billigeren Strom aus Steinkohlekraftwerken – auch in Deutschland.

Indem zusätzlich die Steuern für den KFZ-Treibstoff Erdgas drastisch gesenkt wurden, hat die US-Regierung einen Anreiz für die allmähliche Umstellung der riesigen LKW-Flotte von Diesel auf Erdgas geschaffen. Auch die PKW-Hersteller könnten diese Chance nutzen, da der Benzinpreis steigt.

Exxon Mobile erwartet in einer neuen Prognose, dass Erdgas bis 2030 die Kohle als wichtigsten Stromlieferanten verdrängen wird. Vermutete Vorkommen von „unkonventionellem“ (Shale-Gas) und konventionellem Erdgas:

  • Konventionell: 241 Billionen Kubikmeter
  • Unkonventionell: 1720 Billionen Kubikmeter, davon Europa 84.
  • Die Deutsche Rohstoffagentur schätzt das deutsche Erdgaspotenzial auf 827 Mrd. m3, davon seien 80% „unkonventionelles Gas“ (Schiefergas und Kohleflözgas).

In NRW werden die zweitgrößten Vorkommen Europas vermutet. In NRW und Niedersachsen suchen etwa zwei Dutzend Konzerne nach wirtschaftlichen Vorkommen. Es wird jedoch noch Jahre dauern, bis die Daten aus den Probebohrungen ausgewertet sind. In Polen haben die Behörden in den vergangenen 2 Jahren 70 Konzessionen für Probebohrungen vergeben.

Bürgerwiderstand gegen Shale-Gas

Bereits jetzt haben sich Bürgerinitiativen im Emsland und in NRW gegen die Probebohrungen gebildet. Man befürchtet Umweltgefahren, z.B. eine Beeinträchtigung des Trinkwassers durch das sog. Fracking: Damit wird das Gestein durch Einpressen einer mit Spezialsand beladenen Flüssigkeit unter hohem Druck aufgebrochen. Die Landesregierung NRW erteilt für das Fracking-Verfahren derzeit keine Genehmigungen mehr. Die inländischen Produzenten halten dagegen: Fracking sei sicher; man verweist auf 300 durchgeführte Verfahren.

Der an der Rockefeller Universität in New York tätige Umweltforscher Jesse Ausubel sagte zu Shale-Gas in einem Interview im Jahre 2010:

„Es ist nicht aufzuhalten. Gas wird der in der Welt dominierende Energieträger für den größeren Teil der kommenden hundert Jahre werden. Kohle und die Erneuerbaren werden verdrängt, während Öl hauptsächlich für den Transport verwendet wird. Selbst Kernkraft wird sich verzögern.“

Und der britische Journalist Matt Ridley schrieb 2010:

„Das Beste am billigen Gas sind jene, denen es Kummer macht. Die Russen und die Iraner hassen es, weil sie glaubten, dass sie den Gasmarkt in den kommenden Dekaden kontrollieren würden. Die Grünen hassen es, weil es ihr Argument zerstört, dass die fossilen Energieträger immer teurer werden würden, bis schließlich Wind- und Solarkraft konkurrenzfähig geworden sind. Das gilt auch für die Nuklearindustrie. Der große Verlierer aber wird die Kohle sein.“

Nicht verwunderlich, dass eine seltsame Allianz von Grünen, Kohlewirtschaft, Kernkraftindustrie und konventionellen Gaserzeugern mit Umweltargumenten gegen die Shale-Gas-Gewinnung arbeitet. Erste Erfolge dieser Allianz sind sichtbar: In Frankreich wurde die Fracking-Technik verboten. Das ist sicherlich nicht auf eine plötzlich auftretende grüne Wende der Regierung zurückzuführen, sondern sehr wahrscheinlich auf die starke Position der Kernkraftindustrie, die wohl zu Recht um ihren gewaltigen Stromabsatz für die elektrische Beheizung von Frankreichs Häusern fürchtet, die das Land im Winter sogar zum Stromimporteur macht.

In Deutschland waren Proteste – allerdings hier nicht von der Atomwirtschaft – sicher zu erwarten; zum Ärger dieser Kritiker haben jedoch Vertreter Niedersachsens trocken mitgeteilt, dass sie die vorgetragenen Sorgen nicht teilen, da sie selbst viele Jahre lang Erfahrungen mit den benutzten Techniken haben, und zwar ohne Probleme.

Interessant wird die Haltung der Rot-Grünen NRW-Landesregierung zu der Erschließung der im Lande liegenden Vorkommen sein: Die Grünen sicherlich dagegen, auch wenn sie bisher immer Erdgas als wünschenswerte und klimafreundliche Alternative zur Kohle herausstellten; die SPD wird wohl mit freudiger Erwartung auf die zusätzlichen Steuereinnahmen blicken.

Deutsche Haltung: Mischung aus Förderung und Eiertanz

In unseren ebenfalls Shale-Gas-begünstigten Nachbarländern – insbesondere Polen – wird man hingegen diesen unverhofften Energiesegen nach Kräften nutzen. Die deutsche Haltung wird somit voraussichtlich eine Mischung aus Förderung hier und Eiertanz dort werden, mit dem gemeinsamen Merkmal, dass es auf jeden Fall länger dauert als bei den Nachbarn.

Gaskraftwerke mit ihren sehr hohen Brennstoffkosten – der Gaspreis macht 74% der Stromerzeugungskosten eines modernen GuD-Kraftwerks aus – würden dann deutlich billiger Strom erzeugen können und mindestens in die Mittellasterzeugung vordringen. Die Heizungskosten würden beträchtlich sinken und der Erdgasantrieb im Transportsektor würde attraktiver.

Weil bei der Verbrennung von Gas nur halb so viel CO2 entsteht, wie bei Kohle, wird der neue Boom Folgen für den Emissionshandel haben. Die Preise für „Verschmutzungsrechte“ dürften sinken und das wiederum hätte Folgen für die „erneuerbaren“ Energien. Je stärker die Preise von CO2-Rechten sinken, desto schwerer kann Wind- und Solarstrom im Wettbewerb bestehen. Man würde sich dann wohl fragen, wozu man eigentlich die vielen teuren Windräder und Photovoltaikanlagen errichtet hat. Eine Energiewende hätte man dann tatsächlich, aber ganz anders als es die Regierung geplant hatte. Ob sie diese Entwicklung ebenso wie das übrige Ausland als große Chance begreift, ist keineswegs sicher.

[Zur Inhaltsangabe]

19. Schäden und Kollateralschäden

Die „aktuelle“ Energiepolitik (Zitat BMU – (91)) besteht aus sechs grundsätzlichen Fehlern, vier Sekundärfehlern sowie einer immer länger werdenden Reihe von weiteren potenziellen Kollateralschäden, mit denen die Schadwirkungen der Grundsatzfehler repariert werden sollen. Wobei diese „Reparaturmaßnahmen“ niemals den Grundübeln zu Leibe rücken, sondern im Gegenteil stets so eingerichtet werden, dass die gefährlich gewordenen primären Schadwirkungen durch neue kostspielige Investitionen, Subventionen und Kostenüberwälzungen auf die Verbraucher zugekleistert werden – womit sie selbst zu neuen Schädigungen von Bürgern und Wirtschaft führen. Das Prinzip ist: Alte Fehler weiterbestehen lassen, neue Fehler einführen, um die dahinter stehende planwirtschaftliche Ideologie zu schützen.

Die Grundsatz-Fehler sind (siehe auch Kapitel 2):

1. Die Fokussierung des EEG auf die Stromerzeugung. Das ignorierte den Sektor Wärmeversorgung sowohl bezüglich der dort umgesetzten Energiemengen als auch bezüglich der Importabhängigkeit der dort eingesetzten, überwiegend fossilen Energieträger.

2. Das verfolgte Ziel, bei der Stromerzeugung von fossilen Energieträgern wegzukommen, wurde mit einer falschen Förderungspolitik angegangen: Man wählte bestimmte Techniken dafür aus, anstatt Einsparziele für die Energieträger vorzugeben und die Wahl der dafür geeigneten Techniken bzw. deren Weiterentwicklung dem industriellen Wettbewerb zu überlassen.

3. Es wurde zwar ein riesiger Ausbau von Wind- und Solarstrom vorangetrieben, aber dabei wurden die zum Ausgleich von deren großen Leistungsschwankungen notwendigen Stromspeicher schlicht ausgeblendet; möglicherweise sogar vergessen. Die wenigen Pumpspeicherkraftwerke reichen bei weitem nicht aus. Jetzt hat man das Speicherproblem erkannt, aber gleichzeitig feststellen müssen, dass es selbst mittelfristig keinen Weg zur Ausrüstung des Netzes mit ausreichender Speicherkapazität gibt.

4. Das EEG hatte von Anfang an planwirtschaftliche Tendenzen, die sich mit den extrem zunehmenden Subventionen für die ausgewählten „Erneuerbaren“ zur Umwandlung des ehemals marktwirtschaftlich ausgerichteten Energiesektors in einen von Planwirtschaft gefesselten Sektor auswuchsen.

5. Der Ausstieg aus der Nutzung der Kernkraft – ohne jegliche sicherheitstechnischen Argumente, auch ohne Rücksicht auf die wirtschaftlichen Auswirkungen, sondern nur als eine Maßnahme zur Besetzung und Entkräftung eines Themenfeldes der politischen Gegner.

6. Bereits die älteren Ansätze für den Umbau der deutschen Stromversorgung wurden als nationaler Alleingang verfolgt. Den durch ein Verbundnetz mit Deutschland in der Stromversorgung eng verbundenen Nachbarländern wurde nur das großartige deutsche Vorbild vorgeführt – von der nötigen Kooperation war nichts zu sehen. Diese Haltung erreichte ihren extremen Höhepunkt mit der ohne jegliche Vorwarnung oder gar Konsultation durchgeführten Abschaltung von 7+1 Kernkraftwerken, was schlagartig dem europäischen Stromverbund 8.400 MW an Grundlaststrom entzog. Diese Rücksichtslosigkeit und Arroganz hat in den Nachbarländern große Verstimmung ausgelöst. Dies wird sich nun rächen, wenn Deutschland weiterhin versucht, seine steigenden, unberechenbaren Wind- und Solarstrom-Überschüsse in die Nachbarnetze zu exportieren – siehe Sekundärfehler Nr.13.

Die Sekundärfehler:

7. Die Grundsatzfehler Nr.1 bis 4 sorgten für einen enormen Ausbau der Windkraft, der logischerweise in Norddeutschland und damit fern von den industriellen Verbrauchszentren im Süden von statten ging. Das bestehende Übertragungsnetz ist nicht für diesen zusätzlichen Stromtransport ausgelegt. Ein riesiger, teurer Ausbau des Höchstspannungs-Übertragungsnetzes wird deshalb geplant.

8. Bei den Ausbauplänen für das Höchstspannungsnetz vergaß die Regierung, dass die ebenfalls riesenhaft ausgebaute regional verteilte und deshalb in die Verteilungsnetze einspeisende Photovoltaik sowie die landgestützte Windkraft und die Biostromeinspeisung auch diese Netze überlastet – weshalb man nun auch an deren Ausbau herangehen muss. Der Teil des Verteilungsnetzes, das auszubauenden wäre, ist 70-mal länger als der auszubauende Teil des Höchstspannungsnetzes (s. Kap. 10).

9. Die grenzwertige aber notwendige Belastung des Übertragungsnetzes machte Teilstilllegungen unmöglich und behinderte so notwendige Reparatur- als auch die Ausbaumaßnahmen des Netzes, die eigentlich das Problem Nr. 7 lindern sollten. Damit behindern die Grundsatzfehler sogar teure Maßnahmen zur Verbesserung der durch sie erst geschaffenen ernsten Situation (10).

10. Die Grundsatzfehler Nr. 1 und 2 führten wegen der deutlich höheren bis extremen (PV) Stromgestehungskosten der „Erneuerbaren“ und deren Einspeisungszwang unweigerlich zu stetig ansteigenden Strompreisen. Man erkannte die Bedrohung der energieintensiven Industrie – und entlastete einfach diese Industrie durch Überwälzung von Strom- und Netzkosten auf die privaten Verbraucher, anstatt die außerordentlich hohen staatlichen Steuern und Abgaben auf die Energie zu senken. Eine Folge: Energiearmut – s. Nr. 16.

Die folgenden Kollateralschäden der Energiewende sind noch nicht eingetreten, jedoch wahrscheinlich und nach der bislang verfolgten Logik des Regierungshandelns werden sie begangen:

11. Der Kernkraftausstieg (Fehler Nr.5) verknappte schlagartig das Grundlast-Stromangebot. Damit wurde sowohl der Weiterbetrieb von stillzulegenden alten Kohlekraftwerken als auch deren Neubau sehr wichtig. Für beide Maßnahmen fehlt jedoch das Interesse von Investoren, weil sie durch den Vorrang des EEG-bevorzugten Wind- und Solarstroms bis zu 40 % der Zeit stillstehen und deshalb unwirtschaftlich sind. Deshalb werden bereits jetzt finanzielle Anreize (Subventionen, Investitionszuschüsse, Strompreiserhöhungen etc.) gefordert, damit diese Investitionen überhaupt erfolgen (siehe Kap. 9).

12. Eine Variante von Fehler Nr. 5 und dessen Folge Nr.10 stellen Subventionen bzw. finanzielle Hilfen für das „Vorhalten von Erzeugungsleistung“ dar, die in offiziellen Gutachten für die Sanierung und den Weiterbetrieb alter, unrentabler Kohlekraftwerke gefordert werden (Kap.9).

13. Die nicht ausreichenden Nord-Süd-Höchstspannungstrassen haben dazu geführt, dass überschüssiger Windstrom, der nach Süddeutschland transportiert werden soll, nun über Polen und Tschechien geleitet wird – wo er beträchtliche Netzprobleme verursacht. Die Drohung aus Polen, diese Durchleitung zu unterbinden, hat in Berlin große Sorge und einen dringenden Gesprächsbedarf mit den Nachbarn, die man zuvor nicht gefragt hatte, ausgelöst. Das wird teuer enden, weil unsere Nachbarn nicht das geringste Interesse daran haben, die selbst verursachten deutschen Probleme gratis zu lösen. Deshalb wird man die Windstromerzeugung nicht etwa drosseln, sondern – alter Fehler führt zu neuem Fehler – das Problem durch Zahlungen behandeln.

14. Das nicht begriffene Speicherproblem – siehe Grundsatzfehler Nr.3 – lockt nun neue Interessenten an staatlichen Beihilfen hervor: Auf der Energiespeicher-Konferenz IHRES in Berlin wurde ein EEG-ähnliches Gesetz auch für Energiespeicher mit Anschlusszwang und Vergütung gefordert. Auch Investitionszuschüsse seien geeignet.

15. Der Netzbetreiber Tennet, der die Offshore-Windparks anschließen soll und erhebliche finanzielle Probleme hat, forderte vor kurzem „neue Regelungen“ bei der Haftung für den Anschluss von Offshore-Windparks. Es müsse „eine Sozialisierung der Schäden“ geben (wörtliches Zitat).

16. Ost- und Nordseehäfen, die ihre Kaianlagen für den Bau und den Anschluss von Offshore-Windparks aus- bzw. umbauen sollen, wollen sich das vom Steuerzahler bezahlen lassen.

17. Die Betreiber von Photovoltaikanlagen leiden unter der strikten Regelung der Netzbetreiber, keine Frequenzerhöhung über 50,2 Hertz zu tolerieren, was bei zu starker Einspeisung passieren kann. Abhilfe können elektronische Zusatzgeräte an den PV-Anlagen schaffen. Sie müssten bezahlt werden. Von wem wohl ?

18. Wenn die sog. Energiearmut wegen nicht mehr verkraftbarer Energiepreise zunimmt, wird es vermutlich Energiekostenzuschüsse auf Antrag geben. Finanzierung dann über die Steuern oder wieder über die Strompreise.

Neue Fehler folgen alten Fehlern

Dies ist eine nach unten offene Liste, die sich noch verlängern dürfte. Interessant sind die Fehler-Rückkopplungseffekte, bei denen selbst die verzweifelten Reparaturversuche der Fehler und ihrer dazu gehörenden Schäden wiederum durch die Eigenschaften des Originalfehlers behindert werden – siehe Fehler Nr. 9.

Für hochkomplexe technische Systeme, wie es ein nationales Stromversorgungsnetz mit seinen angeschlossenen Erzeugern darstellt, sind derartige Kombinations- und Akkumulationseffekte von Problemen der Normalfall. Unnormal ist einzig der Versuch von Bürokraten, diesen Herausforderungen mit Gesetzesnovellierungen und Paragraphen Herr zu werden. Bezeichnend auch die Taktik, unerträglich werdende Kosten für die Wirtschaft auf die privaten Energieverbraucher abzuwälzen – was entsprechend dem bereits begangenen Fehler Nr.10 auch für alle anstehenden Fehler Nr.11 bis 17 möglich ist.

Die Regierung ist offenbar entschlossen, an der grundlegenden Fehlentscheidung, die mit dem Erneuerbaren Energie-Gesetz getroffen wurde, um jeden Preis festzuhalten. Als Konsequenz dieser Haltung sind ständig weitere neue Reparatur-Fehlentscheidungen erforderlich, um die unübersehbaren Engpässe und Schäden vorübergehend zuzudecken.

Im Ergebnis muss in Deutschland das gesamte System der Stromerzeugung doppelt errichtet werden: Riesige Investitionen in unzuverlässige und teure Wind- und Solarstromanlagen – und dann noch einmal die nahezu gleiche Investition in teilweise stillstehende Kohle- und Gaskraftwerke. Hinzu kommt ein enormer Ausbau der Übertragungs- und auch der Verteilungsnetze sowie teure Stromspeicher als Ausgleichs- und Reservekapazität für den unberechenbaren und damit mittlerweile wegen seiner enormen Leistung auch gefährlichen Wind- und Solarstrom. Ferner Ärger mit den Nachbarländern, die durch die deutsche Energiewende geschädigt werden.

Der doppelte Ausbau der deutschen Stromerzeugung ist inzwischen eine scheinbar auch von der Wirtschaft nicht mehr in Frage gestellte Strategie, was kürzlich zur folgenden trockenen Feststellung des Stromhandelsexperten Christian Hewicker des Beratungsunternehmens Kema führte.

„ Für erneuerbare Energien ist ein konventionelles back-up mit fast der gleichen Leistung notwendig.“

Was es für die Wettbewerbsfähigkeit und die Arbeitsplätze bedeutet, wenn Deutschland als einziges Land der Welt seine Stromerzeugung in der Kapazität doppelt, dabei aber in den Kosten sogar mehr als doppelt so teuer ausbaut, kann man sich unschwer vorstellen. Günther Oettinger hat die Konsequenzen bereits genannt.

[Zur Inhaltsangabe]

20 . Wie geht es weiter?

Die Feststellung, dass buchstäblich alle in den Energiewende-Gesetzen angestrebten Ziele nicht erreichbar sind, bedeutet, dass dieser energiepolitische Kurswechsel bereits jetzt gescheitert ist. In keinem der für die sichere Stromversorgung relevanten Themenfelder bestehen auch nur geringe Erfolgschancen für die Zielerreichung. Das erklärt das vernichtende Urteil der internationalen Experten, die unbeeinflusst von deutschen Fördermitteln und unbeeindruckt von deutscher Medienpropaganda allein auf der Grundlage ihres Sachverstandes und ihrer Erfahrung ihr Urteil fällten.

Die Frage der Kapitelüberschrift ist leider nicht zu beantworten. Die deutsche Energiepolitik ist dermaßen erratisch, von Tagespolitik bestimmt und deshalb auch für unsere Nachbarländer unberechenbar und verantwortungslos geworden, dass jegliche Prognosen, die sich altmodisch auf das Fortschreiben notwendiger, sinnvoller und realistischer Entwicklungen abstützen, unmöglich sind. Für die Deutschen und ihre Nachbarn sind das keine schönen Aussichten.

Die folgende Prognose ist jedoch zwingend: Die im Energiesektor ausufernde, die Wirtschaft schwer schädigende Plan-Misswirtschaft wird nach einigen Jahren spektakulär scheitern, weil ihre wirtschaftlichen und sozialen Kosten untragbar geworden sind.

Die offene Frage ist nur, wie viele Milliarden Euro erst vernichtet werden müssen und wie stark die Arbeitslosigkeit erst steigen muss, bis eine neue Energiepolitik (eine neue Energiewende ?) den Scherbenhaufen zusammenkehrt. Ein amerikanischer Präsident hat einmal den dauerhaft gültigen Satz gesagt: „It´s the economy, stupid !“ Es ist die Wirtschaft, Dummkopf. Und Professor Helmut Alt von der FH Aachen hat die finale Auswirkung der deutschen Energiepolitik in einem Satz zusammengefasst: „Die deutsche Politik hat Energie zum Luxusgut erklärt. Die Ärmsten werden es zuerst zu spüren bekommen, aber die haben keine Lobby.“

[Zur Inhaltsangabe]

Quellen:

(1) Bundesnetzagentur: „Auswirkungen des Kernkraft-Moratoriums auf die Übertragungsnetze und die Versorgungssicherheit“, Bericht an das BM f. Wirtschaft und Technologie, 11.4.2011

(2) Fortschreibung des Berichts der Bundesnetzagentur (1), Pressegespräch am 27.5.2011

(3) Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW): „Auswirkungen des Moratoriums auf die Stromwirtschaft“, atw , 56.Jg., Juli 2011, S. 448; www.bdew.de/

(4) Bundesnetzagentur: „Bericht zur Auswertung der Netzzustands- und Netzausbauberichte der deutschen Elektrizitätsübertragungsbetreiber“, 14.3.2011, www.bundesnetzagentur.de/

(5) BMU: „Erfahrungsbericht 2011 zum Erneuerbare-Energien-Gesetz„, Entwurf, Stand 3.5.2011

(6) BDEW: „Bewertung und Quantifizierung der Flexibilitäten der konventionellen Strom- und der gekoppelten Strom- und Wärmeerzeugung – Weichenstellungen für den Umbau auf ein durch die Nutzung der Erneuerbaren Energien geprägtes Energiesystem“ (Gutachten „Flexibilisierung“), Berlin, 11.10.2011; www.bdew.de/

(7) BDEW: „Stromerzeugungs-Mix 2011“, BWK Bd.64 (2012) Nr.1/2; www.bdew.de/

(8) NERA Economic Consulting: „NERA-Gutachten im Auftrag der BDEW zu Eigenkapitalzinssätzen: Deutschland verliert international Anschluss bei Investitionsbedingungen für Gas- und Stromnetze“, 11.7.2011, www.bdew.de/, sowie Klaus Stratmann: „Niedrige Renditen hindern Energienetze“, Handelsblatt online, 10.7.2011

(9) Bundesnetzagentur: „Monitoringbericht 2011“, 25.11.2011

(10) Daniel Wetzel: „Bund richtet Krisenstab für Stromversorgung ein“, WELT Online, 5.3.2012

(11) Netzbetreiber (ÜNB) 50Hertz: „Freileitung versus Kabel

(12) Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz, Amprion, EnBW Transportnetze und TenneT: „EEG-Umlage für 2012“, 14.10.2011

(13) Prof. Hermann-Josef Wagner (Ruhr-Univ. Bochum): „Kosten rauf, Sicherheit runter“, (Probleme durch den Ausbau der Windenergie; Überalterung des Kraftwerksparks; Kernkraft-Ausstieg), bild der wissenschaft 4/2004

(14) Wolfgang Clement: „Angela Merkels nukleares Solo“, NOVO-Argumente, 11.7.2011

(15) BMU: „Gesetz zur Neuregelung des Rechtsrahmens für die Förderung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (EEG 2012)“, Novellierung des EEG vom 30.6.2011, www.bmu.de/

(16) Leipziger Institut für Energie GmbH: „Mittelfristprognose zur deutschen Stromerzeugung aus regenerativen Kraftwerken bis 2016“, 28.10.2011

(17) Monopolkommission: Sondergutachten „Energie 2011: Wettbewerbsentwicklung mit Licht und Schatten“, 12.9.2011

(18) Prof. Manuel Frondel, RWI Essen: „Die EEG-Förderung von Photovoltaik: Technologischer Irrweg“, bdvb-aktuell 102, (Bundesverband Deutscher Volks- und Betriebswirte e.V.) 2008

(19) Steffen Neumann: „Polen und Tschechien wehren sich gegen deutschen Strom“, vdi-nachrichten, 9.3.2012

(20) BDEW: „Abschätzung des Ausbaubedarfs in deutschen Verteilungsnetzen aufgrund von Photovoltaik- und Windeinspeisungen bis 2020“, Gutachten von E-Bridge Consulting und IAEW, 30.3.2011, www.bdew.de

(21) BMU: „Entwicklung der EEG-Vergütungen, EEG-Differenzkosten und der EEG-Umlage bis zum Jahr 2030 auf Basis eines aktualisierten EEG-Ausbaupfades“ („Leitszenario 2020“), Dezember 2010, www.bmu.de

(22) dapd-Meldung: „Gutachten: Ökostrom-Umlage ist verfassungswidrig“, 05.03.2012

(23) BMWi, BMU: „Energiekonzept für eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung“, 28.9.2010

(24) World Energy Council: „German Energy Policy – A Blueprint For The World ?“, Ergebnisse einer Umfrage, Okt. 2011, www.weltenergierat.de

(25) Ludger Weß: „Windräder produzieren Atommüll“, 1.2.2012, www.achgut.de

(26) Prof. Hubert Flocard: „The Electricity Of France; RTE Data, Sept.2010-Aug.2011”, Faculté des sciences d´Orsay, ; CNRS; 15.9.2011

(27) Institut der deutschen Wirtschaft Köln: „Teurer Offshore-Strom“, Juni 2011

(28) Prof. Michael Hüther, IW Köln: „Jährlich fast zwei Milliarden Mehrkosten für die Industrie“, 14.6.2011

(29) Institut der deutschen Wirtschaft Köln: „Nur scheinbar ein Beschäftigungswunder“, 1.9.2010

(30) Roger Corradini, Christian Musso: „Motor und Bremse für den Kollektorausbau“, Förderchaos bei Solarthermie, Brennstoff, Wärme, Kraft (BWK), Bd.63 (2011), Nr.6

(31) Wolf v. Fabeck, Solarenergie-Förderverein Deutschland e.V.(SFV): „Rückgang der Kleinanlagen setzt sich fort“, 21.9.2009; sowie Hermann Bähr (SFV): „Freiflächenanlagen boomen. Warum sie abzulehnen sind“, 10.12.2009, www.sfv.de

(32) World Energy Council: „Weltenergierat: Echte Energiewende nur auf europäischer Ebene machbar“, Pressemitteilung vom 26.5.2011, www.weltenergierat.de

(33) Frank Schäffler, MdB: „Persönliche Erklärung zur Energiewende“, 30.6.2011

(34) Holger Krahmer, MdEP: „Deutsche Energiepolitik ignoriert europäische und internationale Realitäten“, 26.3.2011

(35) Michael Vassiliades, IGBCE: „Vassiliades zum Atom-Moratorium“, 15.3.2011

(36) AG Energiebilanzen, berlin: „Energieeffizienz stagniert“, BWK Bd.63 (2011) Nr.12, S. 25-26, www.ag-energiebilanzen.de

(37) Arnold Vaatz, MdB: „Über die Energiewende, ihre Gründe und Folgen“, 4.2.2012, www.eike-klima-energie.eu/

(38) Ralph H. Ahrens: „Hoffen auf Norwegens Wasser“, 3.2.2012, vdi-nachrichten

(39) Jim Snyder, Katarzyna Klimasinska: „Obama Pushes natural Gas Fracking To Create 600.000 U.S.Jobs”, 25.1.2012

(40) Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU): „Kommunale Versorger fordern Blick auf Verteilnetze“, PM 100/11 vom 17.11.2011

(41) NZZ Online: „Notpläne für Stromengpässe. Risiken schon im Dezember“, 26.11.2011

(42) Verivox (Verbraucherportal): „Daten zum deutschen Stromnetz“, 9.5.2008

(43) Martin Kopp: „Notfallplan soll Hamburg vor Stromausfall bewahren“, 21.11.2011, WELT Online

(44) Holger Ludwig, Tatiana Salnikova, Ludwig Haas: „Lastwechselfähigkeiten deutscher Kernkraftwerke“, Intern. Zeitschrift f. Kernenergie, Jg.55 (2010), Heft 8/9, Aug./Sept.

(45) Heinz Wraneschitz: „Bei 50,2 Hertz wird die Sonne vom Netz getrennt“, vdi-nachrichten 3.6.2011

(46) Financial Times Deutschland: „Energiewende gehen die Rohstoffe aus“, 26.6.2011

(47) Th. Kiehl: „Aus Wind wird Gas“, 22.10.2011

(48) RWE: „ADELE – Der adiabatische Druckluftspeicher für die Elektrizitätsversorgung“, April 2010

(49) Jeff Reeves: „After Solyndra Sun Might Set On All Solar Stocks“, Investor Place, 23.9.2011

(50) Matt Riley: „Gas Against Wind“, The Spectator, 15.10.2011

(51) Helen Robertson: „Huge Opportunities In EU Shale Gas“, Petroleum Economist, 12.10.2011

(52) Torsten Thomas: „Schleichender Paradigmenwechsel in der Stromwirtschaft“, (Pläne zur „Kapazitätsvorhaltung“), 3.2.2012, vdi-nachrichten

(53) Frank Dohmen, Alexander Jung, Jan Puhl: „Gebt Gas“ (Shale Gas), DER SPIEGEL 9/2011, 28.2.2011

(54) Ecofys-Studie: „Abschätzung der Bedeutung des Einspeisemanagements nach EEG 2009; Auswirkungen auf die Windenergieerzeugung im Jahr 2009“, Januar 2011

(55) Michael Vassiliades, IGBCE: „Kritik an Umsetzung der Energiewende“, 5.2.2012, dpa-AFX, dapd

(56) Andreas Meyer-Lauber, DGB-NRW: „Beschäftigung und gute Arbeit in der Energiewende sichern“, 16.1.2012

(57) DER SPIEGEL: „Leere Klimakasse“, Heft 7/2012, 13.2.2011

(58) Frank Dohmen, Alexander Jung: „Stress auf hoher See: Der Bau neuer Offshore-Windparks stockt“, DER SPIEGEL Nr. 51/2011, 17.12.2011

(59) Alexander Neubacher: „Verblendet: Hohe Kosten, kaum Leistung. Die Subventionslasten des Sonnenstroms“, DER SPIEGEL Nr. 3/2012, 16.1.2012

(60) Peter Müller, Alexander Neubacher: „Irrsinn beenden. Unionsfraktions-Vize Michael Fuchs über die Fehler der bundesdeutschen Solarförderung“, DER SPIEGEL Nr. 3/2012, 16.1.2012

(61) DER SPIEGEL: „Bürgschaften: Atomexporteur Deutschland ?“, Nr. 51/2011, 17.12.2011

(62) Laura Gitschier, Christian Schwägerl: „Umwelt: Wacklige Wende“, DER SPIEGEL Nr. 41/2011, 10.10.2011

(63) Frank Dohmen, Alexander Neubacher: „Ofen aus. Die Energiewende gefährdet viele Unternehmen“, DER SPIEGEL Nr.8/2012, 18.2.2012; SPIEGEL Online International, 24.2.2012, „Rising Energy Prices Endanger German Industry

(64) Alexander Neubacher: „Peking päppeln. Chinas Solarfirmen erobern den Markt mit deutscher Hilfe“, DER SPIEGEL Nr.9/2012, 27.2.2012; SPIEGEL Online International, 27.2.2012, „A Capital Error ? Germany Created Own Threat With Chinese

(65) Jan Fleischhauer, Guido Kleinhubbert, Alexander Neubacher: „Die Öko-Falle“, DER SPIEGEL Nr.11/2011, 17.3.2011

(66) DER SPIEGEL: „E.on droht mit Baustopp bei Offshore-Windkraft“, 14.2.2012

(67) ZDF-WISO Mediathek: „Solaranlagen: Warum es sich immer noch lohnt“, Video, Sendung vom 12.3.2012

(68) Heinz Wraneschitz: „Energiespeicher, das ungelöste Problem der zukünftigen Stromversorgung“, vdi-nachrichten 2.9.2011

(69) Gert Müller-Syring: „Power to Gas“, Untersuchungen i.R. der DVGW-Innovationsoffensive zur Energiespeicherung, BWK Bd.63 (2011) Nr.7/8

(70) Birgit Böhret: „Energiewende – Zerreißprobe für die Belegschaften“, vdi-nachrichten 9.12.2011

(71) DIHT: „Faktenpapier zur aktuellen energiepolitischen Situation“, Berlin/Brüssel, 22.12.2011

(72) Ben Sills: „Spain Suspends Subsidies For New Renewable Energy Power Plants“, 27.1.2012

(73) Andreas Meyer-Lauber,DGB-NRW: „Braunkohle unverzichtbar. Bei Energiewende auf Jobs achten“, General-Anzeiger, Bonn, 17.1.2012

(74) dpa: „Notreserven retten vor Blackout. Bonner Bundesnetzagentur erhebt schwere Vorwürfe. Stromversorgung war offenbar gefährdet“, Generalanzeiger, Bonn, 17.2.2012

(75) dpa: „B.U.N.D. fordert das Aus der meiler in Lünen und Datteln. Verzögerungen in Walsum und Krefeld“, 29.12.2011

(76) Klaus Stratmann: „Wenn der Stromfluss versiegt“, Handelsblatt, 29.12.2011

(77) Institut der deutschen Wirtschaft, Köln: „Gas- und Kohlekraftwerke: Die Unabkömmlichen“, 28.10.2010

(78) Statkraft (norwegisches EVU), www.statkraft.de

(79) dena (Deutsche Energie-Agentur): „dena Netzstudie II – Integration erneuerbarer Energien in die deutsche Stromversorgung im Zeitraum 2015-2020 mit Ausblick 2025“, www.dena.de

(80) FOCUS: „Das Energie-Abenteuer: Deutschland hebt ab. 127 Fakten“, Nr.23/11, 6.6.2011, www.focus.de/

(81) Institut der deutschen Wirtschaft Köln: „Grundzüge einer effizienten Klimapolitik – weist die ökologische Industriepolitik den richtigen Weg ?“, Gutachten für den DIHK, Berlin, Juli 2009, www.iwkoeln.de

(82) WELT Online: „Hunderttausenden Haushalten wird der Strom gesperrt“, 21.2.2012

(83) WELT Online: „TecDax profitiert vom Abstieg der Solar-Aktien“, 21.2.2012

(84) Deutsches Atomforum: „Repräsentative Umfrage zur Kernenergie, Juni 2010“, PM v.15.6.2010

(85) Daniel Wetzel: „Netzbetreiber mit Ausbau auf See überfordert“, WELT Online, 20.2.2012

(86) WELT Online: „E.on warnt Deutschland vor Scheitern der Windkraft“, 14.2.2012

(87) Birger Nicolai: „Superschiff von Hochtief droht Kollaps“, WELT Online, 6.12.2011

(88) T-Online: „Windkraft-Zulieferer Siag stellt Insolvenzantrag“, 20.3.2012

(89) T-Online: „Nächste Pleite in der Solarbranche“, 21.3.2012

(90) BDEW: „Erneuerbare Energien und das EEG: Zahlen, Fakten, Grafiken (2011)“, Fassung vom 23.1.2012

(91) BMWi,BMU: „Der Weg zur Energie der Zukunft – sicher, bezahlbar und umweltfreundlich. Eckpunktepapier der Bundesregierung zur Energiewende“, 6.6.2011

(92) Fritz Vahrenholt, Sebastian Lüning: „Die kalte Sonne. Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet“, Hoffmann und Campe, 2012, ISBN 978-3-455-50250-3 (http://www.kaltesonne.de/)

 

Dr.-Ing. Günter Keil, 53757 Sankt Augustin, 5.4.2012

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234 Kommentare
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  1. Dieser Artikel ist eine umfangreich Ergänzte Neuauflage des Artikels vom 29.12.2011. In seiner Detailfülle und seinem Informationsgehalt stellt er das vollständigste Resümee der „erneuerbaren“ Politik der letzten Jahre dar, das bisher in deutscher Sprache erschienen ist. Absolute Lesepflicht!

    Ein Pdf-Dokument dieses umfangreichen Beitrags kann man hier herunterladen:
    Die_Energiewende_ist_bereits_gescheitert.pdf

  2. Wir sollten alle noch mal drüber gucken ob sich nicht doch noch kleine Fehler eingeschlichen haben……..denn dieses WERK, diese wahnsinnige Fleißarbeit des Herrn Keil könnte als Standardwerk dazu dienen, als stofflichen Ausdruck oder als E-Mail-Anhänger jeden Politiker um die Ohren zu hauen.

    Meine größte Hochachtung vor der Leistung des Herrn Keil……….sagt nix geringeres, als der Energie-Ossi persönlich.

    MfG
    Heinz Eng

  3. Hallo
    Vielen Dank für den umfangreichen Bericht, Herr Keil. Ich würde den Artikel ins polnisch übersetzen, damit meine Landsleute wissen können, was in Deutschland los ist.

    Ich habe noch nicht alles durchgelesen, aber eins ist mir aufgefallen:
    Ist
    „und letzten Kabinett Kohl ab 17.1.1094 war“

    Soll
    „und letzten Kabinett Kohl ab 17.1.1994 war“

    Obwohl der Bericht durchaus sinnvoll ist, würde ich ihn als „Schreie in der Wildnis“ bezeichnen -- wohl kaum jemand wird sie hören.

  4. Das ganze Thema Stromerzeugung behandelt sowieso nur die Nummer 2. der Verwendungszwecke für Energie-
    Kein vernünftiger Mensch geht von einem nahen Ende der Verbrennungsmotoren aus, was den Effekt der Umstellung der Stromerzeugung weiter marginalisiert, ohne allerdings den Schaden zu verkleinern.

  5. Es ist immer wieder erfreulich, die kompetenten und sorgfältigen Arbeiten von Herrn Keil zu lesen. :-)

  6. Eine Super-Zusammenfassung. Apropos #2: mir ist auch eine kleine Seltsamkeit aufgefallen, in Kapitel 10:

    Knapp am Blackout vorbei

    Es dauerte 5 Wochen, bis die Wahrheit endlich ans Licht kam: Denn die Bundesnetzagentur veröffentlichte erst Mitte Februar 2012 die wahre Schreckensmeldung: Nur die Notreserven hätten im Zeitraum vom 6. Bis zum 9. Februar das Netz vor dem Blackout gerettet. „Es war sehr, sehr ernst“, hieß es am 16.2 in der Aufsichtsbehörde (lt. VDI-nachrichten vom 17.2.).

    Da zwischen 6.-9. Februar und Mitte Februar nicht 5 Wochen liegen, ist wohl einer der beiden Februare verkehrt…

  7. Sehr guter Artikel, danke sehr! Nur musste ich zwischendurch beim Lesen ab und zu tief durchatmen, weil ich mir nicht vorstellen kann, wie Politiker und Mittäter so ignorant sein können und eine ganze Volkswirtschaft gefährden. Ich werde diesen Artikel, so ich darf, verbreiten, auch wenn mir wieder das übliche Gezeter der Energie-Cranks um die Ohren fliegt.

  8. @ Caspar #3
    Danke für den Hinweis. Ich habe das korrigiert. Eine Übersetzung in Polnische wäre klasse.

    @ Fluminist #6
    Vielen Dank. Ich frage mal nach, wie es korrekt heißen soll.

    @ Constanze
    Sie sind ausdrücklich dazu eingeladen, den Artikel nach Herzenslust zu verbreiten. Ich habe unter #1 den Artikel als Pdf verlinkt.

  9. Als aktuelle Bestätigung:

    Strompreise steigen bis 2025 um 70 Prozent

    Die Strompreise in Deutschland werden einer Studie zufolge bis zum Jahr 2025 um 70 Prozent steigen. Schuld daran seien die Kosten für die Energiewende und der geplante Ausstieg aus der Atomkraft, heißt es in dem Gutachten des Karlsruher Instituts für Technologie

  10. achgut.com: Eon droht mit Schließung von Gaskraftwerken

  11. manager magazin: Strompreise

    Auf Explosionskurs

  12. Von 14 bis 16 Mai findet in Kattowitz der EEC (European Economic Congress) statt. Heute, bei einem Treffen sprach man über die Energiewende in Europa. Natürlich wurde nicht vergessen, die Grüne Propaganda zu verbreiten. Es gab aber die Stimmen, die vor hohen Kosten solcher Revolution warnten:

    Dariusz Lubera, der Vorsitzender der Tauron-Gruppe sagte:
    Sollten scharfe Klimaziele, die von Europäischer Kommission bis 2050 akzeptiert wurden, angenommen werden, dann müssten wir allein für die Investitionen in der Energiebranche 120 Md zl ausgeben (1 zl = 4,3 €). Wenn man nur die laufenden Kosten zusammenstelle, dann bräuchten wir ab sofort 350 Md zl. Es werden so enorme Kosten entstehen, dass unsere Industrie sie nicht verkraften werde. Es ist jetzt klar, warum polnische Regierung das Veto eingelegt habe. Unsere Firmen seien momentan für das Ziel 3x20 bereit, und eine Änderung bei der Zielsetzung werde für die Unsicherheit sorgen. Das können sich die Firmen nicht erlauben.

    Ein weiterer Artikel über die Energiewende. Wenn ich den Titel übersetze, dann kann ich nur totlachen.
    Klimatische Schlinge um Hals der Europäischen Union
    Wenn ihr Interesse habt, dann ist der Artikel über Google-Translator zu lesen…
    Mfg
    Casper

  13. @Struppi #10
    Dazu noch ein Beispiel aus der „Augsburger Allgemeine“

    Aus für bayerische Gaskraftwerke? Wirtschaftsminister Zeil in Sorge

    Sollte Eon die Anlagen tatsächlich stilllegen, wäre dies ein herber Rückschlag für die bayerische Energiepolitik. Denn die Staatsregierung will die Kapazität der Gaskraftwerke eigentlich um 3000 bis 4000 Megawatt ausbauen. Doch der Leiter des Kraftwerkes Franken 1, Wilhelm Kleffner, sieht die Zukunftsaussichten seines Gas- und Dampfturbinenkraftwerks nicht sehr zuversichtlich. «Momentan hängen wir wirklich in der Frage: Überstehen wir den Sommer», sagte er dem «Bayerischen Rundfunk»…….

    Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks steht auch in Haiming bei Burghausen ein Neubauprojekt auf der Kippe. Der österreichische OMV-Konzern wolle das bereits genehmigte Gas- und Dampfturbinenkraftwerk dort nur bauen, wenn Subventionen fließen. «Zur Zeit können wir die Wirtschaftlichkeit nicht darstellen», sagte Martin Thomas von der OMV-Kraftwerkssparte dem BR. Grund sei die hohe Produktion von Solarstrom in Bayern, die Gaskraftwerke aus dem Markt dränge. ……..

    Wie ich schon vor Jahren sagte, die Energiewende wurde ohne das Wirtstier eingeleitet und nun sind die Parasiten so zahlreich geworden, das sie ihren Wirt gerade umbringen.
    Dat blöde an der tollen Sonnenenergie ist ja, das sie kaum bis garnet einspeist wenn Deutschland besonders viel Strom braucht…….in der kalten und dunklen Jahreszeit.
    Das natürlich teure Kraftwerke, die nur noch im Winter arbeiten dürfen, nicht mehr wirtschaftlich arbeiten können, sollte jedem normalen Menschen klar sein, wenn er damals in der Schule Mathematik nicht abgewählt hat.

    Lustig dagegen wieder die grünen Realitätsverweigerer…..

    Die Landtagsgrünen bezeichneten die angeblichen Pläne als durchsichtige Drohkulisse. «Der Energiekonzern Eon will sich hier offenbar im Windschatten der Energiewende staatliche Subventionen für seine alten Gaskraftwerke sichern», sagte der energiepolitische Sprecher Ludwig Hartmann.

    Tja liebe „Grünen“…ihr habt damals zusammen mit der SPD die Liberalisierung der Energiemärkte in Deutschland durchgeprügelt als ob ihr dafür Zielprämien bekommen hättet, nur doof, das ihr euch damit jeder Einflussmöglichkeit auf die deutsche Energieinfrastruktur beraubt habt.
    Wer schon den europäischen Kapitalismus-Klassenprimus spielen will, sollte auf der anderen Seite nicht den Energie-Sozialismus per EEG einführen wollen…..da beißt sich nämlich logisch wat gewaltig.

    Tja, auch wenn ich die 4 Großen nicht besonders mag…….versteh ick se rein menschlich total………erst kalte Enteignung und nun sollen se die Kartoffeln aus den Feuer holen…….würd ick ooch net machen.
    PS. Ich merke trotzdem noch mal an, das wir in der Energiewirtschaft prinzipiell nicht mehr wissen wie es weiter gehen soll…..aber das nur mal am Rande des grünen Universums (in Fachkreisen auch flache Erde genannt).
    PPS. Wir sind sowas von am Arsch………..dat glaubt ihr net.
    Onkel Heinz……..mit finsteren Vorahnungen

  14. @Casper #12

    Ihr müsst Euch nur noch etwas gedulden, Deutschland wird den Rest von Europa schon vorreitend zeigen, wie man eine Energiewende gründlich gegen die Wand fährt.
    Habt Geduld…….und lernt aus unseren Fehlern.

    MfG
    Heinz Eng

  15. Ganz putzig,

    Solarenergie Förderverein Deutschland e.V.

    Ein lange vernachlässigtes Problem muss endlich aktiv gelöst werden!

    „Und was macht ihr, wenn nachts die Sonne nicht scheint?“ Auf diese Frage -- von der Energiewirtschaft in tausenden von Diskussionen immer wieder gestellt -- gibt es eine wesentlich richtige und viele halbrichtige Antworten. Die richtige Antwort lautet: Wir speichern überschüssigen Solarstrom in Batterien und versorgen uns in der sonnenscheinlosen Zeit mit Solarstrom aus der Batterie.

    Norwegen gegen den Bau von Pumpspeicherkraftwerken für Deutschland

    Das ist interessant, Rösler weiß es , trotzdem taucht die Norwegerspeicherlüge immer wieder auf, jetzt per Panorama.

  16. Solarenergie Förderverein Deutschland e.V.

    Ein lange vernachlässigtes Problem muss endlich aktiv gelöst werden!

    “Und was macht ihr, wenn nachts die Sonne nicht scheint?” Auf diese Frage — von der Energiewirtschaft in tausenden von Diskussionen immer wieder gestellt — gibt es eine wesentlich richtige und viele halbrichtige Antworten. Die richtige Antwort lautet: Wir speichern überschüssigen Solarstrom in Batterien und versorgen uns in der sonnenscheinlosen Zeit mit Solarstrom aus der Batterie.
    …………………
    Wie witzig, besonders dann, wenn diesen grünen Idioten die Accus um die Ohren fliegen, wie seinerzeit bei den laptops die Lithium- Zellen oder erst vor Kurzem GM’s „Volt“. Ausserdem brennen die Chinesen nur darauf, den Zipfelmützen ihr (seltenes) Lithium als Rohstoff zu verkaufen- und nicht als Fretigprodukt.
    Danke an den Mitblogger Herrn Rassbach für den Tip!. Links dazu:
    http://www.youtube.com/watch?v=RQjudHKh-bI
    für explodierende Accus
    und:
    https://www.google.de/search?q=GM+%22Volt%22+-+Accu+brannte
    für den „VOLT“
    und so weiter……

  17. Eine Verständnisfrage.

    Wie soll ich das verstehen?
    Soll das heißen, das Kernkraftwerke besonders gut regelbar sind, oder gut zur Grundlast geeignet sind?

    „Es konnte trotz der bereits installierten gewaltigen theoretischen Maximalleistung aller Windkraftanlagen noch kein einziges Kohlekraftwerk abgeschaltet werden, weil die WKA im Gegensatz zu Kohle- und Kernkraftwerken keine Grundlast liefern – das heißt zu jeder Stunde und an jedem Tag. Im Gegenteil: Man benötigt schnell regelbare Kraftwerke, die einspringen, wenn sich die Leistung der WKA zu schnell ändert, und die Kraftwerke, die das am besten können, sind Kernkraftwerke. Diese werden nun der Reihe nach abgeschaltet und fallen als Netzstabilisatoren aus..“

  18. Spirit:

    KKWssind besonders gut regelbar.
    Die regeln sich nämlich von selbst:
    Wenn das Netz mehr Strom hat, als es braucht, steigt die Netzfrequenz.
    Die Regelung der Turbine drosselt dann automatisch die Dampfzufuhr.
    Dadurch wird, weil weniger Energie abgeführt wird, der Reaktor heisser.
    Dadurch wieder dehnt sich das Wasser aus und bremst die Neutronen weniger ab.
    Die Kernspaltung braucht aber langsame Neutronen. Wenn sie schneller werden, nimmt die Leistung ab oder kommt sogar zum Erliegen.
    Wird aber mehr Dampf gebraucht, kühlt das Wasser ab, die Spaltleisung nimmt zu und der Reaktor versucht, den Temperaturverlust auszugleichen. Er will immer zu der Temperatur (bzw den Druck) zurück, auf die er eingestellt ist.
    Der Reaktor regelt sich also selbst und da seine Masse sehr klein ist, geht das auch sehr schnell.

    Der Fachausdruck für dieses Verhalten ist ’negativer Dampfblasenkoeffizient‘.

    Bei einem Verbrennungskraftwerk ist das nicht so einfach:
    In einem Kohlekraftwerk brennen riesige Mengen Kohle. Um da zu drosseln, muss man warten, bis die abgebrannt ist. Bis dahin bleibt eigentlich als schnelle Regelmassnahme nur das Ablassen von überschüssigem Dampf. Das ist verschenkte Energie und kostet.
    Bei einem Gaskraftwerk geht das schneller, man drosselt einfach das Gas. Aber das muss man aktiv machen, im Gegensatz zum Kernreaktor, der sich selbst einspielt.

  19. Hallo Leute

    Darf’s noch ein bisschen mehr sein?

    Regierung plant neue Umlage auf Strompreis

    Der Ausbau der Windparks vor der Küste hakt, weil oft die Anbindung an das Landstromnetz schwierig ist. In der Bundesregierung wird jetzt die Einführung einer neuen Umlage über die Stromrechnung erwogen.

    In der Bundesregierung wird die Einführung einer neuen Umlage zur Sicherung der Stromerzeugung in Nord- und Ostsee über die Stromrechnung erwogen. Sie soll einspringen, wenn ein Windparkbetreiber wegen eines Leitungsschadens oder fehlender Anbindung an das Landnetz Strom zwar erzeugen, aber nicht in das Netz einspeisen und deshalb kein Geld verdienen kann…

    Demnächst wird es auch noch „Umlagen“ für den Nichtbau von Miefquirlen, Krähenspiegel und Kraftwerken aller Art geben.

    prophezeit der Moosgeist

  20. #18

    Ich widerspreche nur ungern Tritium, aber seine Darstellung ist doch ein wenig verkürzt. Zwar regelt sich, wie er beschrieben hat, jeder Leichtwasserreaktor in gewissen Grenzen selbst (eben über den Void-Koeffizienten), diese Regelung hat jedoch sehr enge Grenzen. Will man Regelung über größere Leistungsbereiche muss man schon ein klein wenig mehr tun. Hier haut dann auch bei zu großen Änderungen die Xenon-Vergiftung ins Kontor. Änderungen im 10-20% Bereich innerhalb von wenigen Minuten stellen aber dennoch keine größere Probleme dar.

  21. @ Helium:
    Das ist natürlich alles richtig und an die Xenon-Vergiftung hab‘ ich auch wirklich nicht gedacht, die tauchte erst mit dem Stichwort wieder aus dem Gedächtnis auf. Dafür hatte ich den ‚Kaltwasserunfall‘ im Kopf, der zeigt, wie verflixt schnell so ein Reaktor sich grundsätzlich selber hochfahren kann.
    Aber ich hab‘ auch beim Kohlekraftwerk ein bisschen gemogelt, denn moderne Wirbelschicht- bzw Staub-Brenner sind auch ganz schön schnell. Aber mal so zur grundsätzlichen Beschreibung aufgrund der Frage bitte ich um Milde.

    Natürlich ist auch die technische Auslegung entscheidend und soweit ich weiss, hat man bei den deutschen Druckwasser-Reaktoren stets auch schnelle Regelbarkeit über einen grosssen Lastbereich (50 -- 100%) in die Spezifikation geschrieben, obwohl sie als Grundlastkraftwerke eigentlich gar nicht für diesen Zweck vorgesehen waren.

    Aber, da das eh‘ ein bisschen OT ist: Ich habe da bei der ganzen Netzstabilität auch immer die kaum diskutierte Frage im Kopf, wie die denn die richtig schnellen Lastwechsel in den Griff bekommen wollen, die jetzt durch die träge Masse der Turbinen- und Generatorläufer abgefedert werden, wenn es keine Großkraftwerke mehr geben soll. Wollen die dann umlagefinanzierte Schwungrad-Generatoren im Leerlauf mitdrehen lassen?

  22. zumindest gibts in den USA schon so schwungrad „kraftwerke“ zur schnellen regelung. obs das (und wenn ja in welchem umfang) auch in deutschland gibt weiss ich ehrlich gesagt nicht. und das zeug taugt auch eher für den sekundenbereich. abgesehen davon, dass das auch in großem massstab gebaut werden muss.

  23. @Onkel Heinz #13

    PS. Ich merke trotzdem noch mal an, das wir in der Energiewirtschaft prinzipiell nicht mehr wissen wie es weiter gehen soll…

    ….na ja, vielleicht hilft ja an dieser Stelle ein wenig grünsozialistische Liebeslyrik aus dem GREENPEACE-Heldenepos „Der Plan” weiter, um Trost und Zuversicht zu spenden:

    (…..Harri, hol schon mal den Kübel !!!)

    6 Uhr morgens, Helgoland, der Wetterbericht meldet ein Sturmtief, Windstärke 6-7. Schwarze Wolken ziehen über den Himmel, Regen peitscht waagerecht über die Hafenmole. Am Horizont, hinter der Regenwand kaum zu erahnen, drehen sich mächtige Windräder wie ein Ballett aus dreiarmigen Tänzern, wandeln die stürmische Energie hunderte Kilometer entfernt in wohlige Wärme um. Hunderte Windparks arbeiten jetzt auf dem Meer, schicken ihre Kraft aufs Festland, wo sich an den Küsten immer mehr Windparks zuschalten. In Hamburg setzen sich die Urban Turbines auf Bürohäusern in Betrieb und leiten den Strom bis zum Dienstbeginn in Energiespeicher. Das Sturmtief erreicht nur die Mittelgebirge. Südlich davon wenden sich die ersten Solaranlagen der aufgehenden Sonne zu, auf den riesigen Dachflächen der Fabriken entsteht jetzt zusätzlicher Strom für die Bänder und Maschinen der Frühschicht. Autohersteller und Chemiekonzerne werden zu dezentralen Stromerzeugern. Überschuss geht ins Netz und wird an private Haushalte weitergeleitet. Im Wohnblock im Berliner Osten reicht das heute nicht für Frühstück und Warmwasser -- im Keller des siebenstöckigen Hauses schaltet sich ein Gaskraftwerk hinzu. Die Kühlschränke im Haus und die Gefriertruhen beim Supermarkt um die Ecke melden vorab, dass in zehn Minuten ein Mehrbedarf an Energie fällig wird. Die Energiesteueranlagen in den Häusern benachrichtigen die dezentrale Energieverwaltung, die zusätzlich Strom einspeist. Und auch an den Standorten der Atommeiler beginnt eine neue Schicht. Der Strom aus den Windparks treibt die Bohrer der Bauarbeiter an. Seit 15 Jahren wird nun schon abgerissen. Nur die Kühltürme und Stromleitungen stehen noch und dienen den neuen Gaskraftwerken, die hier entstanden sind.

    In den vorzeitigen Ruhestand geht heute dann das letzte Braunkohlekraftwerk, statt im Kohlestaub arbeiten die Menschen in der Lausitz in einer neuen Fabrik für Windkraftanlagen …

    ….. Deutschland, einig Lummerland…..

  24. #23. Tim Hardenberg

    ….na ja, vielleicht hilft ja an dieser Stelle ein wenig grünsozialistische Liebeslyrik aus dem GREENPEACE-Heldenepos „Der Plan” weiter, um Trost und Zuversicht zu spenden:

    Tim, es soll ja Leute geben, die halten dieses Geschreibsel für Tatsache. Ein Kübel wird hier nicht reichen 😉

    karl.s

  25. @karlchen

    …..na ja, Grimms Kinder- und Hausmärchen ham die Leute früher auch gerne gelesen.

  26. Gibt es schon Anzeichen einer Todesspirale? Das heisst, da es immer lohnender wird, PV-Eigenverbrauch zu betreiben oder sich ein Mikro-Heizkraftwerk zu besorgen (Honda, Vaillant -- Gas-Verbrennungsmotor statt klassischem Gasbrenner), muesste die Zahl privater Stromkunden bzw. der Durchschnittsverbrauch sinken und damit die zwangsweise EEG-Umlage fuer die verbleibenden (aermeren) Kunden steigen, was wiederum mehr Leute dazu bringt, sich eigene Stromversorgung zu besorgen. --> positive Rückkopplung, Todesspirale.

  27. Es wird zwar viel davon schwadroniert, den PV-Strom zur Selbstversorgung zu nutzen, doch er ist noch sehr weit davon entfernt rentabel zu sein.
    Dazu braucht es nämlich auch Speicher, wenn man nicht nur an einem sonnigen Tag um 12 Uhr Strom haben will. Doch dieses Gesamtpaket ist immer noch sehr viel teurer als Netzstrom.
    Heizkraftwerke funtionieren für den unsubventionierten Eigenverbrauch auch noch lange nicht rentabel, da die Lastkurven für Heizung und Stromerzeugung zu weit auseinander liegen.

  28. @struppiger Tim

    Sorry, wo Greenpeace im Zusammenhang mit Energiewende drauf steht, ist grundsätzlich nur Müll drin…..ideologischer Sondermüll, sozusagen.
    Aus Deinen lesbaren, rezeptfreien Brechmittel mal ein paar Beispiele.

    Deutschland 2030, rundum erneuert. Klingt ganz einfach. Ist es auch. Man muss es nur wollen.

    Heißt auf deutsch……man muss es bezahlen wollen.

    Deutschland ist erneuerbar, weil es das kann.

    Tja, wir ham den ersten Weltkrieg verloren, wir ham den zweiten Weltkrieg verloren………an den „Können“ hab ich da doch so meine Zweifel.
    Die blöden Typen der Realitätsverweigerungs-Umweltdingensgesellschaft GP haben in ihren tollen Plan jede Menge Gaskraftwerke und keine Speicher geplant, Off-Shore Windparks bis das Meer erbricht, Solaranlagen die auch noch das letzte deutsche Dach okkupieren, natürlich hams se vergessen die Ersatinvestitionen zu erwähnen, wegen der geringen Lebensdauer dieser Zufallsstromerzeuger.
    Fazit.: Greenpeace soll sich gefälligst um die Wale kümmern und sich aus der Energie raushalten…….reicht schon, wenn im Umweltministerium arrogante Stümper ohne Plan rumsitzen.

    Nein Danke, entzieht den Typen endlich die Gemeinnützigkeit…….dann sind wir se endlich los.
    Würg und wech.
    Onkel Heinz….mit den ganz großen Eimer

  29. @Dirk

    Naja, Todesspirale wäre zu krass, da gibbet ja noch genügend Blöde und Arme ohne Eigenheim in Deutschland.
    Ick nenn das lieber „Sargnagel“……1.) für die örtlichen Netzbetreiber, denen Durchleitungsgebühren flöten gehen, was besonders schmerzt, weil die sowieso schon von Papa Staat gegängelt werden wie kleine Kinder.
    2.) der Kommune….der entgehen jede Menge Konzessionsabgaben, die ja an den durchgeleiteten Strommengen finanziell gekoppelt sind.
    3.) Papa Staat selber, denn dem entgehen ja auch die 19% Märchensteuer für nicht gelieferten Strom.
    4.) Wie Du schon erwähnt hast, müssen dann immer weniger Haushalte immer mehr EE-Umlagen stemmen, die da auch noch aus den großen Windparks, Kaggevergaser, Speicher, Gaskraftwerke und Krähenspiegel-Megaanlagen uff´n Agger eintrudeln.

    Tja, und eines schönen Tages wird der aufgebrachte Wutbürger mittels Wurfgeschosse dafür sorgen, das der liebe Solaranlagenbesitzer auch wieder 100% Strom aus den Netz ziehen muss………….denn als erstes trifft es dann auch nur wieder die Kleinen, uff´n Meer ein Windrad umsägen ist da weit aus schwieriger.
    MfG
    H.E.

  30. Tritium 16. Mai 2012 07:32

    Es wird zwar viel davon schwadroniert, den PV-Strom zur Selbstversorgung zu nutzen, doch er ist noch sehr weit davon entfernt rentabel zu sein.

    Die Erzeugungskosten sollten unter 20 cent/kWh liegen (unter dem derzeitigen Feed In Tarif also). Damit liegen sie auch unter dem durch Steuern und EEG-Umlage hochgetriebenen Endverbraucher-Stromtarif von ca. 23 cent. Damit lohnt sich der Eigenverbrauch fuer den PV-Anlagenbesitzer (aber nicht fuer die Gesellschaft).

    Dazu braucht es nämlich auch Speicher, wenn man nicht nur an einem sonnigen Tag um 12 Uhr Strom haben will. Doch dieses Gesamtpaket ist immer noch sehr viel teurer als Netzstrom.

    Eigenverbrauch heisst nicht, dass man gar keinen Strom mehr vom Netz bezieht. Man kann Ueberschuesse einspeisen oder Strom aus dem Netz entnehmen. Fuer eine selbsterzeugte und selbstverbrauchte kWh gibt es sogar noch ein paar cent Subvention dazugeschenkt. Ich nehme an, die Regierung will damit die Entlastung der Netze belohnen.

    Heizkraftwerke funtionieren für den unsubventionierten Eigenverbrauch auch noch lange nicht rentabel, da die Lastkurven für Heizung und Stromerzeugung zu weit auseinander liegen.

    Das mit den Lastkurven ist richtig, aber durch Kombination von (subventionierter) Einspeisung und (subventioniertem) Eigenverbrauch und gesparter teurer 23-cent-kWh ergibt sich ein Gewinn. Zusaetzlich gibt es Steueranreize zur Foerderung der Kraft-Waerme-Kopplung.

    Mich interessiert, ob die vom Netz kommende Strommenge aller Privathaushalte dadurch bereits erkennbar zurueckgeht. Dies koennte den EEG-Umlagesatz naemlich exponentiell hochtreiben -- da die installierten Wind- und Solaranlagen ja fuer 20 Jahre bezahlt werden muessen, egal ob man ihren Strom verbraucht.

    Das absurde daran ist, dass der Preis an der Strombörse auf Null und ins Negative faellt, die verbleibenden privaten Endverbraucher aber immer mehr bezahlen muessen. Die reichsten werden in den Eigenverbrauch fluechten, die aermsten werden den Strom abgeklemmt bekommen, und so schrumpft die Zahl der Bezahlenden von beiden Rändern. Das ist jedenfalls die offensichtliche Systemdynamik.

    Ehrlich gesagt, es macht Spass, die Folgen von planwirtschaftlichen Systemen zu prognostizieren. Es kommt immer entweder zu Ueberangebot eines unbezahlbaren Gutes oder zu leeren Regalen. Das EEG-Gesetz fuehrt zu den bisher bizarrsten Folgen. Man könnte eine Stromvernichtungsagentur gruenden, die verspricht, beliebig hohe Strommengen abzunehmen, wenn der Preis ins Negative faellt. Und weil das den Politikern nicht gefallen würde, würde man sich dann dafür bezahlen lassen, es nicht zu tun.

  31. Papa Staat…

    Was auch immer geschehen wird, eine Konstante bleibt: Der Staat wird niemals auf Steuereinnahmen verzichten! Tatsächlich sind Steuern oft das letzte Relikt, welches an alte ‚Transformationen‘ erinnert:
    Die Sektsteuer für den Aufbau der kaiserlichen Marine, das Staatsmonopol für Spirituosen zu exorbitant hohen Preisen in Skandinavien als Relikt der Prohibitionsbewegung, Tabaksteuererhöhungen im Zug der jüngsten Raucherdiskriminierungskampagne usw.

    Es ist sicher, dass der Staat eine Besteuerung des selbstverbrauchten NIE-Stroms einführen wird, wenn die Mengen die Einnahmen aus dem Netzstrom merklich schmälern. Es ist auch sicher, dass E-Mobile hoch besteuert würden, falls sie tatsächlich die Einnahmen aus der Mineralölsteuer deutlich schmälern würden.
    Als Muster kann die Alkoholsteuer dienen:
    Selbst brennen befreit nicht von der Steuer, auch nicht, wenn der Schnaps nur für den Eigengebrauch bestimmt ist. Die Destillen sind verplombt und stehen unter Zollaufsicht. Genau so leicht ist es, einen verplombten ‚Steuerzähler‘ einzubauen, der, dank ‚Smart Grid‘, die zu zahlende Taxe direkt an das Finanzamt meldet.

  32. @ DirkH

    Eigenverbrauch heisst nicht, dass man gar keinen Strom mehr vom Netz bezieht. Man kann Ueberschuesse einspeisen oder Strom aus dem Netz entnehmen.

    Da tut sich ein neues Problem auf, das die Netzbetreiber betrifft:

    Konventioneller Strom kostet so etwa 14 Cent/kWh vor Steuern und Umlagen. Doch nur der kleinste Teil davon sind Herstellungskosten, der Löwenanteil sind Infrastrukturkosten für Netz, Trafos, Kraftwerksreserven etc.
    Diese Infrastrukturkosten werden nicht geringer, wenn weniger Strom abgenommen wird, denn das Netz muss ja weiterhin auf die Höchstlast ausgelegt sein, für den Fall, dass alle Partiellen Selbstversorger keinen eigenen Strom haben und sich wie ganz normale Kunden verhalten.
    Nun ist es aber so, dass die Fixkosten nur zum geringsten Teil als ‚Grundgebühr‘ abgerechnet werden. Der grösste Teil wird durch einen Aufschlag auf den Verbrauchspreis eingenommen.
    Verkauft der Netzbetreiber nun weniger, gehen ihm massiv Einnahmen verloren, denn pro nichtgelieferter kWh hat er zwar eine Ersparnis von ca. 2 Ct/kWh (Die Brennstoffkosten, die er vermeidet), aber Einnahmeverluste von 14 Ct/kWh. Er zahlt also drauf. Das bedeutet, er muss entweder die Strompreise massiv erhöhen, wodurch die ’normalen‘ Kunden die Kosten für den Anschluss der der ‚Selbstversorger‘ mitbezahlen müssten, oder die Stromtarife müssen auf eine völlig andere Basis gestellt werden, nämlich einer sehr hohen Grundgebühr und sehr niedrigen Verbrauchspreisen.

    Ein Beispiel dazu:
    von einem Durchschnittshaushalt nimmt der Versorger 3500 x 0,14 = 490 € ein.
    Er hat für diesen Kunden Fixkosten von ca. 385 € (0,11 €/kWh). An diesen Fixkosten kann er nichts sparen, er kann kein Kraftwerk abschalten, keine Leitung stilllegen, keinen Trafo kleiner dimensionieren, wenn diese Kunde einen Teil seines Stroms selber macht, denn er muss ja jederzeit die Versorgung sicherstellen, auch wenn dieser Kunde plötzlich von Eigenversorgung wieder auf Netzversorgung geht.
    Nun lassen wir diesen Kunden 1500 kWh seines Stroms selber machen.
    Der Netzbetreiber nimmt nur noch für 2000 gelieferte kWh 280 € ein.
    Seine Fixkosten sind aber gleich, 385 €, plus Brennstoffkosten von 2000 x 0,03 € = 60 €, zusammen also 445 €.
    Um diesen Verlust auszugleichen, müsste er entweder für diesen Kunden einen Minderabnahmezuschlag verlangen oder den Tarif völlig umstellen.

    Variante 1:
    Der Netzbetreiber erhöht den Preis der kWh auf 0,22 € und der ‚Selbstversorgerkunde‘ muss einschliesslich Steuern etc. für die kWh 0,34 € bezahlen, als 10 Cent mehr als sein Nachbar.
    Variante 2:
    Der Kunde muss unabhängig vom Verbrauch eine Grundgebühr von ca. 500 €/Jahr bezahlen, bekommt aber die kWh für nur 10 Cent/kWh geliefert.

    Die derzeitige Tarifsituation würde auf jeden Fall, wenn sie unverändert bliebe, eine massive Subventionierung des ‚Selbstversorgers‘ durch die anderen Kunden bedeuten, ein Fakt, auf den man nicht früh genug hinweisen kann, wenn die ‚Grid parity‘ bei Diskussionen ins Spiel kommt!
    Die 1500 kWh, die in unserem Beispiel selbst erzeugt wurden, sparen dem Selbstversorger derzeit Ausgaben von 360 €. Seine PV-Anlage wird genau mit der Grid parity = 24 Ct/kWh rentabel.
    Muss er aber einen fairen Preis für seine Restabnahmemenge von 2000 kWh bezahlen (34 Ct/kWh), spart er durch Selbsterzeugung von 1500 kWh nur 160 €, seine PV-Anlage wird also erst rentabel, wenn sie Strom für 10,5 Ct/kWh liefern kann!

  33. Tritium,
    das wird eine planwirtschaftliche Transformation, letztlich will der Maoist Baroso ungefragt in die Taschen der EU Länder greifen und die EU länder wollen ungefragt in in die Taschen ihre Untertanen greifen, indem sie keine neue Steuer erfinden, sondern ihre Untertanen alles über die Stromrechnung bezahlen lassen.
    Die RoySoc redete über das knappe Wasser, ich nehme an, sie wollen auch über die Wasserrechnung kassieren.

    Edenhofer sagt, wie die Die große Transformation: Utopie oder rot-grünes Projekt? funktionieren soll.

    Ich denke, sie sind übergeschnappt.

  34. @Tritium #32
    Dein geschildertes Beispiel geschieht schon heute, nämlich beim Wasser.
    Da man ja den Deutschen irrsinnigerweise eingebleut hat Wasser zu sparen, macht er das natürlich dienstbeflissen auch ganz toll. Nun aber liegt die Infrastruktur in der Erde und muss gewartet und betrieben werden, ergo wird bei vielen Wasser- und Abwasserverbänden höhere Festkostenbeiträger erhoben und dafür die Wasserpreise gesenkt.
    Da sich die Festkosten auf die Zählergröße bezieht…….ham natürlich viele Kunden angefangen sich kleine Zähler einbauen zu lassen, was natürlich nicht im Sinne des Erfinders lag.
    So wird es auch beim Strom passieren……nur mit den kleineren Zähler wird wohl nix werden, da der Gleichzeitigkeitsfaktor auch noch ne Rolle spielt.
    MfG
    H.E.

  35. @Rassbach #33

    Die gigantischen weltweiten Kohlereserven von ca. 12.000 Gigatonnen könnten Edenhofer zufolge sowohl den Energiebedarf des 21. Jahrhunderts problemlos decken als auch das globale Klima hoffnungslos ruinieren.

    Hahaha, nix mit schnell verschwindenen fossilen Rohstoffe……deshalb muss ja dann auch unsere Lufthülle als argumentative Müllhalde für CO2 herhalten um doch noch eine Verarmung der Welt zu erzwingen.

    Um zu untermauern, welch schwierigen politischen Konflikte hier bevorstehen, erinnerte Trittin an Polen und Frankreich, die ihren Strom zu 90 Prozent aus Kohle bzw. zu 70 Prozent aus Atomkraft erzeugen. Rot-Grün sollte sich zur kommenden Bundestagswahl dieses mutigen Projekts annehmen und offen ankündigen, die europäischen Verhandlungen z.B. durch freiwillige deutsche Vorleistungen neu zu beleben, so Trittin in einem klaren Vorschlag an den möglichen Koalitionspartner.

    Ja ne is klar……wir gehen mal so nebenbei für ganz Europa in der Finanzkrise in Vorleistung und pappen dann auch noch vorleistend unser Restgeld in den Ausbau der europäischen Energiewende.
    Irgendwie hab ick plötzlich so Geräusche im Kopp, die verdammt nach Stiefeln im Gleichschritt erinnern.
    Ick gloobe, vor den nächsten Bundestagswahl müssen wir verstärkt die Grünen in ihren unverschämten Hintern treten und das „Tritt Ihn“ besonders.

    PS. Ick lach mir tot, die glauben doch nicht im ernst, das sich die superreichen Eliten ihren Reichtum wegnehmen lassen……….dagegen wäre ja sogar die Mafia nur ein Verein von Kleingärtnern beim sonntäglichen Grillen.
    Am Ende wird es so kommen, das wir immer ärmer werden und die anderen die einzigen sind, die dann noch mit ihrern Jachten, Flugzeugen und Ferraris den gesparten Sprit verballern.
    Eh Leute, der Marxismus ist Murks….selbst wenn er im grünen Gewand angeschlichen kommt.
    Würg und wech
    H.E.

  36. Interessanter Artikel bei novo-argumente:

    Seltene Erden – oder die Angst des Westens vor Chinas Stärke
    Von James Woudhuysen

  37. #30 DirkH.

    Das EEG-Gesetz fuehrt zu den bisher bizarrsten Folgen.

    Genau. Ein wunderbares Beispiel dafür sind die geschäftstüchtigen Stadtwerke Flensburg. Die greifen den überschüssigen Zufallsstrom ab, um damit Wasser zu kochen. Das ist alles so gewollt.

  38. Heinz,
    so isses, nur der Georg merkt nichts in seiner kleinen CO2 Welt 😉

    Steinmeier ist noch unschlüssig, wenn die Industrie weg ist, hat er auch keine Genossen mehr 😉

    Edenhofer: The „German Marxist Economist“ will weg von knappen Ressourcen , Georg pass auf, die sind auch in 500 Jahren nicht endlich, er will zu knappen natürlichen CO²-Deponieräumen.

    Da wird Trittin als alter erfahrener K-Gruppen Commander lieber wieder die Dosen bekämpfen, diese Ideologie ist ab 5 Jahre zugelassen.

    Wir sind am Arsch und Georg hat die schuld 😉

  39. #37Oho, die Stadtwerke Flensburg wollen 1Woche pa den Zufallstrom abpassen. Da haben sie schön aus Schilda gelernt. Im Winter, wenn es schön kalt ist, die Sonne nicht scheint und der Wind nicht weht und die PSW leer sind , verteilen sie Spannungsabfalleimer zum Strom sammeln . Haben sich denn die sozialistischen Ökonomen über ganz Deutschland verbreitet?

  40. Wer kennt sich aus?

  41. #40 Und es kommt noch toller…

  42. Voerdal: Kommt Freitag das Aus ?

    Was passiert, wenn einer Aluhütte einfach so abgeschaltet wird, haben die Voerder Mitarbeiter im vergangenen Jahr erleben müssen. „Da hat der Netzbetreiber bei unserem Schwesterunternehmen Zeeland Aluminium einfach die Hebel umgelegt. Die Öfen dort sind platt“, erzählte Schwermer.
    Unabsehbar wären auch die möglichen Folgen für die Umwelt, die das Abschalten der Öfen verursachen könnte. „Auch unsere Reinigungsanlagen laufen ja mit Strom“, erklärte Schwermer, „und beim Ausdampfen der Öfen werden Fluoride und Stäube, die dann freigesetzt würden, wenn die Reinigung nicht arbeitet.“

    Da kann ja ein Blackout ganze Arbeit leisten in Richtung Deindustrialisierung

  43. #30 DirkH

    Die reichsten werden in den Eigenverbrauch fluechten, die aermsten werden den Strom abgeklemmt bekommen, und so schrumpft die Zahl der Bezahlenden von beiden Rändern.

    Ab einem bestimmten Strompreis werden privat betriebene Dieselgeneratoren günstiger. Das könnte ein Auweg für Arme sein.

  44. …vor allem wenn sie mit steuervergünstigtem Heizöl betrieben werden.
    Allerdings stellt sich dann das Problem, wo man die alle in einem Mietshochhaus aufstellt.

  45. Hallo, #40, #41
    Kopp ist bekannt für seine Verschwörungstheorien. Ebenso für Sensationsmache durch Esotherik. Vorsicht ist da in jedem Fall angebracht! Und schlaumachen…
    Seit dem dritten Tag der Fukushima- Havarie (und Hysterie) ist NHK meine Startseite. NHK ist das staatliche, japanische Fernsehen, also das Medienunternehmen, von dem sich der GEZ- Reichsrundfunk die Bilder holte (klaute?) um sie im fernen Osaka zipfelmützengerecht zu beplappern (in den Studios in Tokio machte man sich drei Tage nach dem Ereignis aus purer Angst vor der pöhsen Radioaktivität in die Hose und floh dahin).
    Heldenhafte, schlandsche Zwangsjournaille…..
    Link zu NHK:
    http://www3.nhk.or.jp/nhkworld/index.html
    Und darin gibt es die Rubrik: „Data on Fukushima Plant“
    http://www9.nhk.or.jp/kabun-blog/500/
    die täglich über die Kontamination der Luft und des Wassers an mehreren Punkten des Reaktorkomplexes berichten. Von der Kopp- Hysterie war da bis jetzt nichts zu lesen….
    Allerdings interessiert der deutsche Angstscheisser die NHK auch herzlich wenig bis garnicht..
    Gruss

  46. #40

    Das BE-Becken (bzw. sein Inventar) in Reaktor 4 ist tatsächlich ein Problem. Wenn es zu einer tiefliegenden Beschädigung des Beckens kommt wirds sehr ungemütlich. Das Problem sind die Japaner auch schon angegangen durch Verstärkungen des Bodens etc.

    Die Horrorszenarien allerdings zu den möglichen Folgen sind einfach lachhaft. Sicher wärs ein schwerer Unfall, aber slbst bei einer Kernschmelze unter freiem Himmel wird nie alles Inventar freigesetzt (auch in Tschernobyl passierte das nicht). Was freigesetzt wird ist Cäsium und Strontium (im wesentlichen, und auch davon nicht alles). Es vernachlässigt natürlich auch alle Notfallmassnahmen die eventuell noch greifen könnten (und da hat man sogar Zeit, weil die BE zwar Wärme entwickeln, aber längst nicht mehr so viel wie frisch nach Ausladung

  47. @Helmut Erb #37

    Genau. Ein wunderbares Beispiel dafür sind die geschäftstüchtigen Stadtwerke Flensburg. Die greifen den überschüssigen Zufallsstrom ab, um damit Wasser zu kochen.

    …..klar, wie im Märchen „Vom Töpfchen mit dem süßen Brei”, Hauptsache, es is immer genug drin, je mehr rausquillt, desto besser und den gibt’s dann gratis….. na logo, das kann man dem dummen Pöbel – der natürlich gaaaanz viel Geld sparen will – superleicht verklickern.

    Stadtwerke heizen bald mit Gratis-Strom

    Wenn zu viel Windstrom für die Netze produziert wird, bekommt der Stromabnehmer noch Geld dazu

    Wenn der Stromsee überzulaufen droht, wird Energie ganz billig. Stromsee? So nennen Energieexperten die gesamte Menge elektrischer Energie, die in den Stromnetzen vorhanden ist.….

    …..hier wird dem Energielaien allen Ernstes weis gemacht, das Netz sei ein „Stromsee”, also ein „großer Bottich”, der nur immer möglichst bis zum Platzen voll sein sollte, damit der Grünstrom auch schön billig ist……

    Wat soll man den Stromverbraucher-Pöbel auch mit „Frequenzstabilität” nerven, der versteht es ja eh net, gelle?

    …..und ich brauch schon wieder mal den ganz großen Bottich.

  48. achgut.com (Peiser):

    Klimahysterie und Atompanik werden Angela Merkel jetzt zum Verhängnis

  49. @ W.Rassbach, #40
    @ Fluminist, #41

    Stanislaw Lem sagte einmal: „Bis ich das Internet nicht entdeckte, wusste ich nicht, dass es so viele Idioten in der Welt gibt“ (Dopóki nie skorzystałem z Internetu, nie wiedziałem, że na świecie jest tylu idiotów.)

  50. In einem ist der Artikel ungenau: Solarthermie lohnt sich für die meisten nicht. Beim warmen Wasser kann Solartherme wohl so 60% ersetzen. Das macht im Jahr aber nur gut 100€ aus. Investitionskosten 3000-4000€. Unterstützt man die Heizung kommt man auf max. 20% Einsparung (wenn die Sonne richtig scheint, braucht man das warme Wasser ja nicht). Im Sommer weiß man dann nicht wohin mit dem kochenden Wasser. Swimming Pool ist dann natürlich eine Lösung.
    Die Sonne im Sommer in einem gut isolierten Wasserbecken einfangen und dann damit im Winter heizen? Es kann ja mal jemand ausrechnen, wie dick die Styroporisolierung sein muß, damit die Temperatur über 5 Monate nur von 90 auf 80°C fällt. Zu aufwendig. Lieber das Haus gut dämmen und eine Solewärmepumpe einbauen.

  51. Als Chemiker muss ich sagen, dass Styropor wegen seiner thermisch-mechanischen Eigenschaften für kochendes Wasser ungeeignet ist. Es kann nur Temperaturen bis 60°C vertragen. Für eine Berechnung bräuchte man zunächst eine Annahme, dass man mit vereinfachtem Fall zu tun hat (zB. freie Konvektion, keine Strahlung, bekannte Geometrie, gleichmäßige Temperaturverteilung etc). Dann kann man eine Bilanz aufstellen und kinetischen Ansatz anwenden…

  52. Dann nehmen wir halt PU-Hartschaum.
    Ich habe da aber doch noch eine Frage: Ich meine gelesen zu haben, daß die vorgehalten Kraftwerksleistung 160% des maximalen Verbrauchs beträgt (betrug). Von 16 Ktaftwerken standen also 6 still und dienten als Reserve. So etwas kostet doch auch ne Menge Geld. Was unterscheidet das denn von der Situation, ein Gaskraftwerk nur einzuschalten, wenn der Wind nicht bläst?

  53. @ Chemiker
    Dann nehmen wir eine Eine 1,5 Liter Kaffekanne mit kochendem an. Sie verliert ihre Wärme durch den Verschluss aber auch wegen der Strahlung. Nach höchstens zwei Tagen ist der Inhalt lauwarm. Dann wäre es besser die Wärme durch die Kristallisationswärme zu speichern. Vorteil: man kann sie leicht freisetzen. Nachteil: einmal im Gang gesetzt ist es nicht mehr zu stoppen. Beim Wiederaufsetzen muss der Inhalt komplett geschmolzen sein. Stoffe: CH3COONa*3H2O, Mischungen aus Magnesium und Lithiumnitrate etc.
    Das hat verschiedene Gründe. Man muss wissen, dass man mit Energienetzen arbeitet, und die Spitzenleistungen (kurzfristige Leistungszunahmen unvermeidbar sind), die sich aufgrund möglicher Störungen ergeben, immer auftreten können. Die Kraftwerke müssen diese Störungen sozusagen auffangen. Die Eigenschaften des Systems ergeben sich aus DGLs .Man kann sie durch die Simulationen (zB mit Matlab) untersuchen lassen.

  54. Von 16 Ktaftwerken standen also 6 still und dienten als Reserve. So etwas kostet doch auch ne Menge Geld

    ‚Reserve‘ kann sehr viel bedeuten:
    1. Hohe Bereitschaft (Warmreserve)
    Das Kraftwerk ist personell voll besetzt und auf Betriebstemperatur. Binnen kürzester Zeit können die Generatoren Szrom liefern.
    Das bedeutet hohe Personalkosten, ständigen Brennstoffverbrauch und hohen Wartungsaufwand
    2. Niedrige Bereitschaft (Kaltreserve)
    Das Kraftwerk ist betriebsbereit, aber abgeschaltet und personell nur mit einer kleinen Stammbesatzung besetzt. Das Hochfahren kann Tage dauern.
    Das Kraftwerk hat geringe Personalkosten, Brennstoffkosten nur beim Hochfahren und ist praktisch verschleissfrei.

    Echte Warmreserve wird nur so dimensioniert, dass sie neben den voraussehbaren Änderungen im Lastgang den plötzlichen Ausfall eines Großkraftwerks kompensieren kann bevor die Pumpspeicher erschöpft sind.
    Die ‚Reserven‘ bestehen also grösstenteils aus alten Anlagen, die ihr Leben eigentlich schon hinter sich haben, aber noch stehen gelassen werden und nur minimalste Wartung erfahren. Viele haben gar keine Zulassung für den Regelbetrieb mehr, entsprechen also beispielsweise nicht mehr den Abgasnormen und die Kraftwerke sind regelmässig auch veraltet, mit schlechtem Wirkungsgrad, und daher an sich unrentabel geworden.

  55. Hihi, zum Wochenende noch eine Meldung die mich schmunzeln lässt…..

    Diebe stehlen Solarmodule im Wert von 300.000 Euro

    Aus einem Solarpark in Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sind Solarmodule im Wert von 300.000 Euro gestohlen worden. Unbekannte Täter waren innerhalb von wenigen Tagen zwei Mal auf das Firmengelände eingedrungen, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte.

    Tja, Giga-Solar-Freiflächenanlagen sind nicht nur pervers in Sachen „Naturverbrauch“…….nee, die sind auch nicht vor Dieben schützbar. Andere Diebe wiederum erfreuen sich dem Kupfer in den Vogelschreddern, die ja auch im Nirgendwo vor sich hintrotten, Schrottdiebe als ungewollte EE-Gegner, da kommt mir ein eigenartiges Grinsen, dat ick irgendwie nicht unterdrücken kann.

    Wer hat hier gesagt ick wäre Schadenfroh?……………Mensch, nicht so laut……….nachher hört dat noch einer.
    Grins und wech
    Onkel Heinz…..Sonne im Herzen, trotz des schweinekalten Mai.

  56. Eine interessante Meldung:

    Strafzölle
    USA ziehen in den Solar-Krieg gegen China

    Der Grund ist Dumping. Chinesische PV-Module werden unter dem Herstellungspreis angeboten.
    Warum ist das interessant?
    Weil es nun ‚amtlich‘ ist, dass der Preisverfall der PV-Module künstlich hervorgerufen wurde und nicht dauerhaft ist. Dumping dient dem Zweck der Ausschaltung von Konkurrenten, danach steigen die Preise natürlich wieder auf ein kostendeckendes Niveau.
    Der Traum vom immer billiger und billiger werdenden PV-Strom bricht also absehbar zusammen, wie beim Wind, der die Talsohle bereits hinter sich hat und wieder deutlich teurer wurde (Offshore-Tarife!) wird auch PV wieder anziehen und der weitere Ausbau wird nicht weniger, sondern höhere Subventionen erfordern.
    Aber das war zu erwarten.

  57. @ Heinz Eng
    /sarc on
    Waren keine Polen am Werk? Kupfer ist sehr begehrt in Polen…
    /sarc off
    @ Tritium
    Der Krieg gegen China ist nicht zu gewinnen. Es reicht schon aus, wenn die Chinesen den Hahn mit seltenen Erden zudrehen, dann kniet die ganze Welt.

  58. Es reicht schon aus, wenn die Chinesen den Hahn mit seltenen Erden zudrehen, dann kniet die ganze Welt

    Seltene Erden gibt es genug, nur war es bis jetzt einfacher und billiger die Chinesen
    das Zeug ausbuddeln zu lassen.

    Streitfall Biogas
    Eine wie ich finde eine sehr sehenswerte Sendung des NDR zu den Auswüchsen der neuen Energien.

  59. @ Casper #57:
    Das sehe ich allerdings völlig anders:
    Erst mal sind ‚Seltene Erden‘ nicht selten. Sie sind nur nicht so vorteilhaft in ‚reichen‘ Lagerstätten aufkonzentriert wie z.B. Eisen, das man auch mal mit 60% findet. Man hat China die Förderung überlassen, weil kein grosses Interesse bestand, aber Lagerstätten gibt es auch an vielen anderen Stellen der Welt.

    Doch das ist nicht das wichtigste.
    China ist derzeit nämlich alles andere als stark, sondern vielmehr in einer Phase grösster Verwundbarkeit.
    Der Binnenmarkt ist, trotz der grossen Bevölkerung, nur schwach entwickelt, die Wirtschaft ist extrem exportabhängig. Ein Embargo bzw. Schutzzölle würden Chinas Wirtschaft ins Mark treffen und sie, konsequent angewendet, implodieren lassen, mit sehr schlimmen Folgen für die soziale Lage im Land, die ohnehin schon sehr gefährlich ist. Das letzte, was die chinesische Führung gebrauchen kann, sind innnenpolitische Revolten; die drohen jedoch, wenn die Wirtschaft nicht brummt.
    Deshalb kann China auch keinen Druck ausüben, trotz seiner Devisenreserven. China und der Westen sind in einer Symbiose und müssen kooperieren; im Zweifelsfall hält jedoch der Westen eine Konfrontation besser aus, da er innenpolitisch weitaus stabiler ist und mehr Ressourcen hat.

    Nicht zu übersehen ist übrigens, dass China sich durch seine globalisierten Handelsbeziehungen auch miltärisch höchst verwundbar gemacht hat, denn es ist eine Landmacht, die nun auf Seeverbindungen angewiesen ist, aber nur über eine Küstenschutzmarine verfügt. Die US Navy als ultima ratio kann China jederzeit erwürgen ohne dass die millionenstarke Volksarmee auch nur das geringste dagegen tun könnte. Und wie sagte Mao: Die Macht kommt aus den Gewehrläufen. Seine Nachfolger wissen das.

    Doch ein kleiner Rückblick auf die deutsche Geschichte ist auch hilfreich zur Einschätzung:
    Nach dem Weltkrieg hielten auch wir den Dollar künstlich auf einem festen Wechselkurs, der bald in keiner Weise mehr mit der Kaufkraft korrelierte. Mit 4,20 Mark wurde er gehandelt, unsere Exportgüter waren daher spottbillig, während Importe aus den USA viel zu teuer waren, um eine Marktchance zu haben. Deshalb strömten die Volkswagen Beetles nach den USA und viele andere Waren noch dazu und unsere Dollar-Reserven wuchsen und wuchsen und das Wirtschaftswunder nahm seinen Lauf. Die Chinesen haben von uns genau gelernt!
    Ich halte es für unsinnig, dehalb das Gespenst der schlitzäugigen Roten Gefahr an die Wand zu malen. Offener Handel ist für beide Seiten ein Gewinn, jetzt und in Zukunft, und die Zeit wird das Verhältnis ganz von selbst ausgleichen und konsolidieren.

  60. @ Peter Patzig
    Dann könnte man von den USA verlangen ihre Schulden zurückzuzahlen. Bin mal gespannt, wie die Lage sich weiter entwickeln würde…Jedenfalls, es könnte ein gutes/böses Beispiel sein, wie man mit China umgeht.
    Zum Video:
    In Polen sagt man: „Es gibt keine Rose ohne Stacheln“ -- auch schöne Dinge hat ihre dunkle Seite 😉

  61. @ Heinz Eng

    Diebe stehlen Solarmodule im Wert von 300.000 Euro(..)

    dazu meldet der Nordkurier:

    Warum der Wachschutz oder die Polizei die Täter nicht schnappen konnte, bleibt ihm bislang ein Rätsel. Hier gebe es noch Klärungsbedarf. Der Park sei mit einem Sicherheitszaun und einer Alarmanlage versehen. Der Wachschutz könnte nach Auslösen der Alarmanlage relativ schnell vor Ort sein. Und die Module würden sich zwar schnell, aber nicht innerhalb von zehn Minuten abbauen lassen.

    Da bleibt als Erklärung des Rätsels eigentlich nur übrig, dass die Alarmanlage in vorbildlicher Nachhaltigkeit aus dem selbsterzeugten „Sonnenstrom“ gespeist wurde :-)

    Wenn man außerdem der Logik einer Pressemeldung aus 2011 folgt, müssten dort jetzt 30 Wohnungen im Dunkeln sitzen, da der PV-Park doch immerhin „1500 Haushalte mit Strom versorgt“.

  62. @Tritium

    Das sehe ich allerdings völlig anders:
    Erst mal sind ‘Seltene Erden’ nicht selten. Sie sind nur nicht so vorteilhaft in ‘reichen’ Lagerstätten aufkonzentriert wie z.B. Eisen, das man auch mal mit 60% findet. Man hat China die Förderung überlassen, weil kein grosses Interesse bestand, aber Lagerstätten gibt es auch an vielen anderen Stellen der Welt.

    Ich bin ein Chemiker und weiß, was der Begriff von seltenen Erden bedeutet. Ich weiß auch dass ihr Vorkommen sehr zerstreut ist.

    Doch das ist nicht das wichtigste.
    China ist derzeit nämlich alles andere als stark, sondern vielmehr in einer Phase grösster Verwundbarkeit.
    Der Binnenmarkt ist, trotz der grossen Bevölkerung, nur schwach entwickelt, die Wirtschaft ist extrem exportabhängig. Ein Embargo bzw. Schutzzölle würden Chinas Wirtschaft ins Mark treffen und sie, konsequent angewendet, implodieren lassen, mit sehr schlimmen Folgen für die soziale Lage im Land, die ohnehin schon sehr gefährlich ist. Das letzte, was die chinesische Führung gebrauchen kann, sind innnenpolitische Revolten; die drohen jedoch, wenn die Wirtschaft nicht brummt.

    Die größte Aufgabe Chinas ist, den inneren Mark aufzubauen, damit sie sich von anderen unabhängig machen können. Deshalb investieren sie wetlweit. Sie machen eine Rekolonisiereung der anderen Ländern und Kontinenten. Füher oder später werden sie von den westlichen Konzerne unabhängig.

    Deshalb kann China auch keinen Druck ausüben, trotz seiner Devisenreserven. China und der Westen sind in einer Symbiose und müssen kooperieren; im Zweifelsfall hält jedoch der Westen eine Konfrontation besser aus, da er innenpolitisch weitaus stabiler ist und mehr Ressourcen hat.

    Doch, China kann es. Die CO2-Streit mit der EU hat es bereits bewiesen. Und sie werden die CO2-Gebühren nicht zahlen müssen. Hingegen werden die Autofahrer in der EU zur Kasse gebeten, da sie sich nicht dagegen wehren und keine Gefahr für die Luftfahrtkonzerne darstellen können.

    Nicht zu übersehen ist übrigens, dass China sich durch seine globalisierten Handelsbeziehungen auch miltärisch höchst verwundbar gemacht hat, denn es ist eine Landmacht, die nun auf Seeverbindungen angewiesen ist, aber nur über eine Küstenschutzmarine verfügt. Die US Navy als ultima ratio kann China jederzeit erwürgen ohne dass die millionenstarke Volksarmee auch nur das geringste dagegen tun könnte. Und wie sagte Mao: Die Macht kommt aus den Gewehrläufen. Seine Nachfolger wissen das.

    Die Supermacht der USA gehört längst zur Vergangenheit. Sowohl ökonomisch als auch militärisch. Die Chinas Armee könnte mit ihrer Überzahl die GI niederwalzen, ganz zu schweigen, dass sie auch Atomwaffen und interkontinentale Raketen besitzt. Niemand von ihnen wird jemals Atomwaffen einsetzen (jedenfalls es ist sehr unwahrscheinlich), daher kämme nur konventioneller Krieg in Frage. Die USA hat sich aus dem Weltraum zurückgezogen, während die China auf dem Vormarsch ist. Das gleiche betrifft die Wissenschaft und Technik. Die Chinesen werden immer schlauer und irgendwann wird der Schüler besser als der Meister.

    Doch ein kleiner Rückblick auf die deutsche Geschichte ist auch hilfreich zur Einschätzung:
    Nach dem Weltkrieg hielten auch wir den Dollar künstlich auf einem festen Wechselkurs, der bald in keiner Weise mehr mit der Kaufkraft korrelierte. Mit 4,20 Mark wurde er gehandelt, unsere Exportgüter waren daher spottbillig, während Importe aus den USA viel zu teuer waren, um eine Marktchance zu haben. Deshalb strömten die Volkswagen Beetles nach den USA und viele andere Waren noch dazu und unsere Dollar-Reserven wuchsen und wuchsen und das Wirtschaftswunder nahm seinen Lauf. Die Chinesen haben von uns genau gelernt!

    Na, siehste? Der Schüler wird besser als der Meister…

    Ich halte es für unsinnig, dehalb das Gespenst der schlitzäugigen Roten Gefahr an die Wand zu malen. Offener Handel ist für beide Seiten ein Gewinn, jetzt und in Zukunft, und die Zeit wird das Verhältnis ganz von selbst ausgleichen und konsolidieren.

    Das hat mit Roter Gefahr nicht zu tun. In Wirklichkeit China hat niemals aufgehört sich wie ein Kaisertum zu verhalten, und der Maoismus war ein Event in der 5000 jährigen China’s Geschichte. Der Handel ist wichtig, aber es geht hier um die Herrschaft, nicht um eine Ideologie.

  63. „Der Energiebedarf der Welt wird unterschätzt“

    Der Texaner braucht eine Übersetzung. Doch seine Meinung zum deutschen „energy turnaround“ ist klar: „Der Wechsel der Energieerzeugung sollte sehr transparent gemacht werden, vor allem sollten die Kosten offen gelegt werden“, sagte Colton, der in der Führungsriege des weltgrößten privaten Ölkonzerns die Position des Vize-Präsidenten für strategische Planung innehat. Aus seiner Skepsis macht er keinen Hehl: „Erneuerbare Energien liebt jeder – aber leider macht sich kaum jemand einen Begriff von deren Kosten.“…………

    ….Für das „Greenwashing“ anderer großer Energiekonzerne, die sich in der Werbung gern als Umwelt-Aktivisten präsentieren, hat Colton nicht viel übrig: „Jeder will eine saubere Umwelt. Aber wer denkt an die Verbraucher?“…..

    …. „Es wäre leicht für ExxonMobil, Windparks zu bauen und dafür die gewaltigen Subventionen der Regierungen einzustreichen“, sagt Colton: Doch ein Geschäftsmodell, das nur auf Subventionen basiert, komme für das Unternehmen nicht in Frage.

    Au Backe, da schäumt die grüne Sippe bestimmt gleich über vor Wut, EXXON…..der ÖKO-Teufel in Menschengestalt……wagt sich die Wahrheit zu sagen.
    Greenwashing……betreibt derzeit ganz fluffig unsere lieben Energiekonzerne wie EON und RWE……..um sich Dank Subventionen durch den deutschen Stromkunden ein grünes Sabberlätzchen umzuhängen, mit der grünen Welle mitzuschwimmen ist eben leichter in Deutschland als mal die Wahrheit zu verkünden.

    Kosten……….für grünbesudelte Bessermenschen mit abgesicherten Arbeitsplatz ein Floskel, denn wenn am Monatsende fein artig das Gehalt auf den Konto eintrudelt, ist der Rotweingürtelbewohner ja im Himmel.

    Vor kurzen kam ne Studie die besagte, das Geringverdiener im Durchschnitt 50 Wochenstunden ackern müssen um überhaupt finanziell über die Runden zu kommen……..das würde wohl deren Gesundheit beeinträchtigen und unser Gesundheitswesen über Gebühr belasten.
    Viel Spass noch mit der Energiewende……sagt
    Onkel Heinz

  64. @ Casper # 62:

    Die größte Aufgabe Chinas ist, den inneren Mark aufzubauen

    ja. Genau das sagte ich. Genau deshalb ist China derzeit verwundbar.

    Doch, China kann es. Die CO2-Streit mit der EU hat es bereits bewiesen

    Das ist nur eine marginale Meinungsverschiedenheit mit der EU. Keine echte Kontroverse, bei der es um grundsätzliche Existenzfragen geht.

    Die Supermacht der USA gehört längst zur Vergangenheit. Sowohl ökonomisch als auch militärisch. Die Chinas Armee könnte mit ihrer Überzahl die GI niederwalzen,

    Und wie wollen diese chinesischen Soldaten an die GIs kommen? Sollen die schwimmen? Casper, wir sprechen von Seemacht!

    Der Handel ist wichtig, aber es geht hier um die Herrschaft, nicht um eine Ideologie.

    Genau das sehe ich anders. Ich sehe keinerlei Anzeichen für einen chinesischen Imperialismus, ausser bei Chinas unmittelbaren Nachbarn.

  65. Ahh, dieser Artikel hat nun eine weitere Verbreitung gefunden, die Zusammenfassung hätte glatt von mir sein können.

    Einleitung: Der ideologisch begründete, von allen anderen Industrieländern abgelehnte radikale Umbau der deutschen Energiewirtschaft, der einen massiven Ausbau der Wind- und Solarstromerzeugung mit dem Ziel der Zurückdrängung von Kohle und Kernkraft anstrebt, wird bereits seit mehreren Jahren verfolgt. Dieses wegen seiner fundamentalen Widersprüche zur Physik und der absehbaren Unbezahlbarkeit unerreichbare Ziel wird zur Ausschaltung störender Einflüsse des freien Marktes mit immer neuen Gesetzes-Instrumenten der Planwirtschaft verfolgt, wobei die derzeitige konservativ-liberale Bundesregierung seltsamerweise die Energiepolitik der Grünen übernommen hat. Mit der im März 2011 überstürzt beschlossenen und nur politisch begründeten Stillegung von 8 Kernkraftwerken und damit dem Wegfall eines wichtigen Teils der nicht vom Wetter und vom Tageslicht abhängigen Stromversorgung wurde die bereits prekär gewordene Situation zusätzlich dramatisch verschärft.

    Dr.–Ing. Günter Keil hat die gefährliche Entwicklung, ihre Ursachen und ihre Folgen in diesem Bericht eingehend analysiert. Seine Bewertung: Die Regierung zappelt jetzt in den selbst gelegten Fallstricken. Die durch ihre Fehler verursachten Probleme werden noch durch neue und stets planwirtschaftliche Fehlentscheidungen zu verzögern versucht, was nur neue Schäden hervorruft und immer das gleiche Resultat ergibt: Die Risiken steigen weiter und die Stromverbraucher müssen es bezahlen.

    Die Liste der Fehler wird immer länger:

    Man hat die Stromerzeugung zu Lasten der Wärmeerzeugung bevorzugt, dabei auch noch auf unbrauchbare Techniken gesetzt; man hat übersehen, dass die Stromnetze den neuen unnötigen Anforderungen nicht gewachsen sind und Blackouts drohen; man hat erst vor Kurzem begriffen, dass von Anfang an riesige, teure Stromspeicher erforderlich waren, die es aber nicht gibt und auch nicht geben kann. Man hat zu spät begriffen, dass nun – unter Opferung hehrer Klimaschutz-Ziele -- viele neue Kohle- und Gaskraftwerke gebaut werden müssten und merkt jetzt, dass auch das durch die Folgen der gesetzlichen Bevorzugung grünen Stroms nicht funktioniert. Man hat den Widerstand der Bürger unterschätzt. Und man hat den dramatischen Kurswechsel von 2011 ohne jede Vorwarnung und Konsultation der stark betroffenen und geschädigten Nachbarländer exekutiert – eine Rücksichtslosigkeit, die sich rächen wird.

    Die Regierung war schon lange von allen renommierten Fachleuten und Institutionen vorgewarnt. Kein einziges der heute immer größer werdenden Probleme war unvorhersehbar. Die Frage ist jetzt, wie groß der angerichtete Schaden erst werden muss, wann die Energiewende-Heuchelei aufhört und wie viele Industriebetriebe erst das Land verlassen müssen, bis eine Regierung die Notbremse zieht.

    http://thegwpf.org/subject-index/5718-keil.html

    Joo, und weil wir ja noch nicht genug belogen und betrogen wurden von der EE-Mafia……….machen wir immer schön weiter mit diesen Blödsinn.

    In Merkels Büro beginnt nun das Hauen und Stechen

    Die Länder ringen gegenseitig um die Profite der Energiewende. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) hat bereits erste Ansprüche gestellt. Und überrascht mit untypischen Forderungen…….

    …McAllister und auch Freidemokrat Birkner denken deshalb mittlerweile an eine für ihre Farben wahrhaft „unkonventionelle“ Methode: die Verstaatlichung der Netze.

    Ja nee is klar, die Post, die Bahn und andere Infrastruktur ham wa erst privatisiert und sind nebenbei auch effizienter geworden……..und weil der Energiewende nun die Physik im Weg steht, tun wir halt „Verstaatlichen“………….und nebenbei gleich mal gegen die Liberalisierung der Energiemärkte als EU-Forderung verstoßen.

    Wir zögern also das Leiden so lange hinaus bis der Patient endgültig am Boden liegt, ähnlich der Posse um Griechenland und den Euro.
    Und das alles, weil wir zu feige sind zuzugeben, das wir von Anfang an groben Mist gebaut haben.
    Es wird uns mit einen lauten Knall um die Ohren fliegen, das steht so fest wie das Amen in der Kirche.

    H.E.

  66. Und wieder dieser bescheuerte Unsinn……..ein Umweltminister soll die Energiewende vorantreiben……

    Seehofer droht Merkel mit Energie-Alleingang

    Auch der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) äußerte sich besorgt über den Stand der Energiewende und dringt auf eine bessere Organisation der Energiewende. „Wir haben bis heute kein funktionierendes Projektmanagement“, sagte VKU-Präsident Stephan Weil. Als Vertreter der Stadtwerke kritisierte er: „Wir haben kein Drehbuch für die Energiewende. Wir haben stattdessen ein heilloses Durcheinander von Kompetenzen und Personen, die sich berufen fühlen, einzelne Teile der Energiewende zu vertreten.“…….

    ….Seit Wochen mehren sich die Äußerungen aus Wirtschaft und Industrie, dass die Energiewende dringend eines klaren Fahrplans und einer besseren Koordinierung bedürfe, zudem fehlt bisher eine Abstimmung der Energiekonzepte von Bund und Ländern. Hinzu kommt der ungelöste Streit um die Solarförderung, deren Kosten die Bürger über den Strompreis zu zahlen haben.

    Dumm nur, das sich besonders die Leute berufen fühlen bei der Energiewende ihren substanzlosen Müll herumzulabern, die von Energiesystemen nun gar keine Ahnung haben.
    Gestorben an Inkompetenz……..wird dann auf dem Grabstein zu lesen sein, der der Energiewende gewidmet ist.
    Das einzige was sich bei mir noch bei diesen Thema wendet……ist mein Mageninhalt nach aussen.

    H.E.

  67. @ Heinz:
    Das ‚Hauen und Stechen‘ ist letztendlich aber doch der Anfang vom Ende. Das unbegrenzte Wachstum der NIE ist an Grenzen angekommen, einfach mehr und mehr zubauen geht nicht mehr.
    Ich bin wirklich gespannt, wie viele Gemeinsamkeiten es unter den Länderchefs denn überhaupt noch gibt. Übrigens: Kretschmann ist verhältnismässig schweigsam dazu, findest du nicht auch?

  68. @Tritium

    Übrigens: Kretschmann ist verhältnismässig schweigsam dazu, findest du nicht auch?

    Hmm, wo Du das gerade so sagst……..stimmt auffallend.
    Ick hätte da eine Idee, sollen doch die Bundesländer machen was sie wollen, nur sollte dann die EEG-Umlage auch nur von den Bürgern dieses Bundeslandes gezahlt werden……..
    Hach wäre das in Bayern lustig, die ja vor lauter Krähenspiegel nicht mehr aus den Augen gucken können….was denkst Du wie schnell dieser Schwachsinn sein Ende finden würde.

    Kretsche hat die EnBW am Hals……zusätzlich total beschissene Windverhältnisse, samt Wutbürger die nun realisieren, wie der Mist am Ende aussieht.
    Solange man nur den Osten damit vollgepappt hat war ja alles nice, nu aber kriegen die lieben Wessis und Südis dat vor die eigene Haustür geknallt, wenn es nicht so traurig wäre, könnt ick mich jetzt dumm und dusselig freuen.
    Es wird uns zerfetzten, aus Dummheit und Gier.
    Wo nochmal war die chinesische Botschaft?
    MfG
    Onkel Heinz………kurz vor dem Urlaub

  69. @Tritium #67

    Das unbegrenzte Wachstum der NIE ist an Grenzen angekommen, einfach mehr und mehr zubauen geht nicht mehr.

    …..uppps, so hatte der olle Meadows das aber net gemeint mit seinen „Grenzen des Wachstums”, gelle?

  70. Ein Wessi ist aufgewacht.
    Enoch zu Guttenberg
    Ich trete aus dem BUND aus

    Selbst wenn in Deutschland wieder physikalische Vernunft einkehren würde, den grünen Umweltmoloch werden wir nie wieder los. Enoch ist aus von ihm beschriebenen Gründen vernünftig geworden, es geht auch ohne Physik.

    Er hat aber dabei schön die Machtmechanismen grüner Umweltdiktatur beschrieben:

    Und es ging um Geld, als der BUND im Jahr 2003 vor Gericht zog, um gegen den geplanten Windpark in Nordergründe am Wattenmeer zu klagen. Eine der wichtigsten europäischen Vogelrouten war höchst gefährdet. Aber weil es eben um Geld ging, um sehr viel Geld, zog der BUND gegen eine Zahlung von 800.000 Euro des Betreibers seine Klage zurück.Das Geld floss bei Baubeginn an eine Stiftung, die von BUND-Mitgliedern verwaltet wird (wegen geradezu marginaler Beiträge treten heute Bundespräsidenten zurück). Das gleiche Muster, nur mit abenteuerlicheren Beträgen gegen die Emsvertiefung: Klageverzicht des BUND, gütliche Einigung mit dem Betreiber, 9 Millionen Euro an eine Stiftung. So einfach ist das.

    Ja ,so einfach ist es in Deutschland zu kassieren.Letztlich bezahlt es der kleine Steuerzahler.

    An was erinnert mich diese Prozedur, nach Klageverzicht folgt Geldzahlung in eine Stiftung?
    Ähnlichkeiten mit Schutzgeldzahlungen sind nicht ausgeschlossen.

    Scheint ein einträgliches Geschäft zu sein und stimmt mit Jürgen Roths Buch Mafialand Deutschland überein.

    Beispiele gefällig? Das geschieht am laufenden Band in Deutschland.
    MDR gestern

    Studie: Kliniken zahlen Fangprämien für Patienten
    Viele Ärzte kassieren offenbar Extra-Honorare, wenn sie Patienten an bestimmte Kliniken überweisen. Das berichtet die Bild-Zeitung unter Berufung auf eine repräsentative Studie der Universität Halle-Wittenberg. Danach zahlt nahezu jede vierte Klinik so genannte Fangprämien für Patienten. Auch Sanitäts-Häuser, Hörgeräte-Akustiker oder Orthopädie-Schuhmacher hätten zugegeben, schon Vorteile wie etwa Kostenübernahme von Tagungen oder Sachleistungen erhalten zu haben. Die Bundesärztekammer erklärte dazu, sollte die Studie stimmen, müsste es viel mehr Anzeigen geben. Präsident Montgomery sagte, offenbar wollten die Autoren der Studie vor dem heutigen Ärztetag Stimmung gegen die Mediziner machen. © MDR INFO

    Klage gegen Magdeburger Tunnel
    Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat Klage gegen den geplanten Straßen-Tunnel am Magdeburger Hauptbahnhof eingereicht. Geschäftsführer Wendenkampf sagte MDR 1 RADIO SACHSEN-ANHALT, durch das Millionenprojekt drohten ein stärkerer LKW-Verkehr und damit zusätzliche Schadstoffe. Zudem sei der Tunnel viel zu teuer. -- Mit dem rund 27 Millionen Euro teuren Tunnel will Magdeburg am Hauptbahnhof einen Teil des Straßenverkehrs unter die Erde verlegen. © MDR INFO

    Ohne unabhängige Staatsanwaltschaften und unabhängige Richter wird das Spiel wohl so weitergehen.
    Unter dem Mantel der weisungsgebundenen Staatsanwaltschaften ist alles möglich.

  71. Wow: Dieses Bild hätte ich in der ‚Bild‘ erwartet, aber nicht im Handelsblatt. Doch die Überschrift zum Artikel ist auch nicht ohne: Merkels Strompreislüge

  72. ich muss grad kotzen

    ich kann gar nicht anfangen aufzuzählen wo hier überall unsinniges vermengt wurde

  73. @Helium #72
    Ja Mann o Mann. Vielleicht sollten die, die das verzapft haben, mal damit anfangen, nach „unabhängige Zufallsvariablen“ zu googlen … ach was red ich … hat ja doch keinen Sinn …

  74. So, nachdem nun die gescheiterte Energiewende endlich bei den Medien und der Politik angekommen ist, sollten wir uns vllt um ein weiteres Thema kümmern, das ab 2013 die europäische Wirtschaft ein Stück weit zertrümmern wird und deren Wettbewerbsfähigkeit endgültig an die Wand fährt…………………..der Emissionshandel

    Dazu ein paar Auszüge aus den Wiki-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Emissionshandel

    Der EU-Emissionshandel (European Union Emission Trading System, EU ETS) ist ein marktwirtschaftliches Instrument der EU-Klimapolitik mit dem Ziel, die Treibhausgasemissionen unter minimalen volkswirtschaftlichen Kosten zu senken. Der Emissionshandel ist eines der Mittel, mit denen die Europäische Union versucht, das im Kyoto-Protokoll festgelegte Klimaschutzziel einer Reduktion der Treibhausgasemissionen in der Verpflichtungsperiode 2008–2012 um acht Prozent gegenüber dem Stand von 1990 zu erreichen…………..

    Im April 2009 wurden bereits die rechtlichen Rahmenbedingungen für Phase III (2013–2020) fixiert.

    Die Verteilung der Emissionsberechtigungen auf die konkreten Anlagen oblag dagegen weitgehend der Entscheidungsfreiheit der Nationalstaaten. Sie wurde in sogenannten nationalen Allokationsplänen (NAPs) geregelt. In Phase III wird es keine nationalen Allokationspläne mehr geben. Stattdessen werden die Emissionszertifikate zentral von der Europäischen Kommission vergeben. Zuständig ist hierfür der Kommissar für Klimaschutz……..

    Mit einem Emissionsvolumen von gut zwei Milliarden Tonnen CO2 erfasst das ETS etwa acht Prozent aller globalen CO2-Emissionen. In Zukunft soll das System auf weitere Treibhausgase (zum Beispiel Lachgas und vollhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe) und Verursacher (zum Beispiel Flugverkehr) ausgedehnt werden. ….

    In der am 23. April 2009 von der EU beschlossenen dritten Handelsphase kommt es bei der Vergabe der Zertifikate zu massiven Veränderungen.[47] So wird es in Zukunft keine 27 nationalen Allokationspläne mehr geben. Stattdessen gibt die Europäische Kommission eine EU-weite Gesamtobergrenze für CO2-Emissionen vor. Diese wird im Jahr 2013 nur noch 1,97 Mrd. t CO2 betragen. Die Menge wird danach jährlich um 1,74 Prozent gesenkt, um sie schließlich im Jahr 2020 auf 1,72 Milliarden Tonnen oder 79 Prozent der Emissionen des Jahres 2005 zu begrenzen.[48] Weiters gibt es CO2-Emissionsgrenzen für die Herstellung einzelner Produkte. So dürfen bei der Erzeugung von Zement pro Kilo nur mehr maximal 766 Gramm, pro Kilo Stahl 1328 Gramm CO2 entweichen.

    So weit, so fies auch.
    Dumm nur, das es Rufer gibt, die öffentlich behaupten, das dieser Handel teuer und ineffizient sei.

    E.on-Chef fordert Fundamentalreform des Emissionshandels

    „Ich kenne niemanden in Europa, der wegen des Emissionshandelssystems bisher auch nur einen einzigen Euro investiert hat.“

    E.on-Chef Johannes Teyssen geht hart mit dem europäischen CO2-Emissionssystem ins Gericht -- und geißelt es als teuer und ineffizient. Abhilfe soll eine Reform bringen. Für die soll sich der neue Umweltminister Peter Altmaier stark machen.

    So, nun ein paar Fragen zu diesen Thema……
    Was geschieht eigentlich mit den vielen Milliarden Euro, die dort der Wirtschaft abgepresst werden, welche Projekte werden damit gefördert und was bringen die am Ende an Einsparungen?
    Warum hält Europa wie ein Ertrinkender am Strohalm derart weiter an diesen Wirtschaftskraftvernichtenden System, fest obwohl Kyoto gescheitert ist und obwohl der Rest der Welt diesen Unfug auch nicht mitmacht (ausser paar Einzelne)?
    Warum will es sogar die EU-Kommision auf einen grünen Handelskrieg ankommen lassen, wegen der Flugverkehrsabgaben international?

    Wem ist es daran gelegen die europäische Wirtschaft trotz Eurokrise ins Unglück zu stürzen?

    Warum ick dat nicht alleene mache…….keine Zeit und ausserdem will ick nicht, das sich hier jemand für mein grottiges Deutsch fremdschämen muss, wo doch anscheinend das Niveau gerade durch die Decke schießt.
    Natürlich braucht auch diesmal niemand auf meinen Kommentar zu antworten……ick weeß ja, Trolle und Choleriker soll man nicht füttern, dann verpissen se sich von ganz alleine.

    PS. Stocknüchtern, stocksauer……..und endgültig Urlaubsreif.
    Onkel Heinz………ersatzweise Ekel Alfred Heinz

  75. Ich glaube nur noch an die Kinderzeitung, die werden sie doch nicht belügen?

    Welche Probleme gibt es bei der Energiewende?
    dpa

    Was haben ein Backofen, ein Handy und eine Heizung gemeinsam? Sie alle brauchen Energie, damit sie laufen. Und woher bekommen wir diese Energie? Vor allem aus Öl, Gas und Kohle. So ist es jedenfalls bisher.

    Die Kraft der Sonne -- dafür braucht man Solarkraftanlagen und Solarzellen.
    Die Kraft der Sonne -- dafür braucht man Solarkraftanlagen und Solarzellen.Doch in Zukunft soll sich das in Deutschland ändern.

    Denn diese Rohstoffe reichen nicht für immer. Und bei ihrer Verbrennung entstehen Gase, die das Klima schädigen.

    Deutschland will deswegen künftig stärker auf Energien setzen, die immer da sind. Und die auch die Umwelt schonen. Dazu gehören etwa die Kraft von Sonne, Wasser und Wind. Den Wechsel zu diesen Energien nennt man Energiewende. Das umzusetzen ist aber nicht so einfach. Hier einige Knackpunkte:

    NETZ: Damit die Energie von Windrädern oder Solaranlagen zu uns kommen kann, braucht es ein Netz von besonderen Leitungen und Kabeln. Von denen gibt es aber nicht genug. An manchen Orten fehlen sie komplett. Sie müssen noch gebaut werden. Das ist aber teuer.

    SPEICHER: Strom von Windrädern oder Solaranlagen gibt es immer mehr. Dabei gibt es folgendes Problem: Manchmal stellen diese Anlagen und auch andere Kraftwerke mehr Strom her, als die Leute gerade verbrauchen. Das kann das Stromnetz überlasten. Damit es nicht zusammenbricht, werden Windräder oder Solaranlagen abgestellt. Das ist aber schade, weil so Strom verloren geht. Für die Zukunft braucht man deshalb Möglichkeiten, diese Energie zu speichern.

    KRAFTWERKE FEHLEN: In Deutschland kommt Strom auch von Atomkraftwerken. Bei der Herstellung des Stroms entstehen aber gefährliche Strahlen. Viele Menschen haben Angst, dass es dabei zu schlimmen Unfällen kommen kann. Deswegen soll es bei uns in einigen Jahren keinen Strom mehr von deutschen Atomkraftwerken geben. Damit es aber dann immer noch genug Strom gibt, müssen neben Windrädern und Solaranlagen neue Kraftwerke her -- vor allem supermoderne Gaskraftwerke. Die schädigen weniger das Klima als Kohlekraftwerke. Doch diese Anlagen sind teuer.

    Am Mittwoch gab es in Berlin ein großes Treffen zur Energiewende. Dabei besprach Kanzlerin Angela Merkel unter anderem mit den Chefs der Bundesländer offene Fragen.

    Heinz, schönen Urlaub 😉

  76. Kinderzeitung

    jetzt geht es

  77. @Rassbach

    Heinz, schönen Urlaub

    Danke
    MfG

  78. @ H.E.

    Warum ick dat nicht alleene mache…….keine Zeit und ausserdem will ick nicht, das sich hier jemand für mein grottiges Deutsch fremdschämen muss, wo doch anscheinend das Niveau gerade durch die Decke schießt.
    Natürlich braucht auch diesmal niemand auf meinen Kommentar zu antworten……ick weeß ja, Trolle und Choleriker soll man nicht füttern, dann verpissen se sich von ganz alleine.

    Wer hat Dir den vor die Tuer geschixxen? Pack das selbstmitleid ein und lass das Selbstbewusstsein mal wieder anne Sonne Alder. Selten so`n Quark von Dir gelesen! Und wenn Dir Deine Rechtschreib-/Grammatikschwæche auf`n Senkel geht versuchs mal hier, mach ich auch fast immer.
    Beste Gruesse und `n schønen Urlaub

  79. @Karlchen

    Ach komm, dat geht hier nich um Satzzeichen oder Selbstkontrolle des Browsers, mein Stil is kagge und entspricht nicht mehr den hohen Anforderungen der hier gebrachten Beiträge.
    Meine damaligen, guten Artikel waren Teamwork, gute virtuelle Freunde, die mein Kram in lesenswerter Form gebracht haben, die Ideen und Links beigesteuert haben und denen ich heute immer noch sehr dankbar bin. Ick bin Techniker, ich mach kurze Anweisungen, ick hasse immer noch ausführliche Berichte, ick kann einfach nicht….“schön schreiben“…..tja, so isses nun mal und mein Müll passt nicht mehr hier rein, sorry.
    Die Zeit für den Wald- und Wiesenpöbel ist hier vorbei……..bei den ganzen wissenschaftlich hochtrabenden Meta-Diskussionen halt ick einfach nicht mehr mit, inzwischen empfinde ick mich hier als Exot, der gerade noch so geduldet wird, den alten Zeiten wegen.
    Nicht „Selbstmitleid“ sondern „Eigenreflexion“ und ein Stück weit „Nichtreaktion“ sind massgebend für meine Einstellung.
    Ick war immer ein Kämpfer……..aber sehe auch irgendwann den Punkt, wo meine Meinung nicht mehr gefragt ist oder den hehren Kommentatoren zu primitiv oder was weiß ich, wat da noch an Gründe mitspielen.

    Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen………….aber bitte jetzt daraus keine rassistischen Schlüsse ziehen, ist nur ein altes Sprichwort, Pionierehrenwort.
    Nix vor die „Tür geschixxen“……..eher eine schleichende Entwicklung, der ich nix mehr entgegensetzen kann und will.

    Trotzdem Dank für Deine netten Urlaubswünsche……….zumindest seid ihr ein paar Tage „Pöbel-frei“, hat doch auch wat gutes, gelle.
    MfG
    Heinz Eng

  80. @ Heinz

    Wenns de meinst, ich seh das anders und denke die meisten hier auch aber

    Wat den een sien Uhl, is den annern sien Nachtigal..

    Spann mal aus und lass mal das Auge \ne Stunde auf`s Wasser fallen, eins nach dem anderen 😉 , ihr Kieferwaldbewohner seht vor lauter Wald die Bäume nicht mehr und müßt deshalb ab und an mal an´s „Große Wasser“.
    Viel Spass und gute Erholung, bis späder Alder :)

  81. Na, hoffentlich kommst wieder richtig bissig aus dem Urlaub, Heinz!
    Bist doch das Salz in der Suppe! :-)

  82. @Karlchen aus dem Norden

    So is dat geplant, viele Tage weit weg von der Heimat und absolute Nachrichtensperre………..warmes Wasser, den einen oder anderen Sonnenbrand………….die Birne auslüften, die Seele entspannen, nix hören, nix sehen, ausser die Schönheit der Natur………und die Freundlichkeit ausländischer Mitmenschen, die trotz allem mehr auf uns Deutsche halten als in wir in unserem eigenen Land.
    Sorry, wahrscheinlich ist die derzeitige Nachrichtenlage in Deutschland eher geeignet einen Selberdenker in die Verzweiflung zu treiben, ick bin leider noch zu jung, meine Rente steht in den Sternen, meine Lebensversicherung dem Euro-Rettungsschirm geopfert, mein Job vllt bald im Arsch………ick bin Otto-Normalo, der die ganze Scheixxe am Ende ausbaden darf.
    Leider seh ich die Ernsthaftigkeit der Lage hier im Blog nicht mehr ausreichend reflektiert, vllt sehe ich zu viele nette Nebelkerzen, die vom eigentlichen Problem ablenken……..vllt bin ick auch nur noch müde und allem überdrüssig.
    Sei es die so-genannte Energiewende, sei es die kritische Finanzlage in Europa, sei es der Hass der Sarrazin entgegenschlägt………….da kann es selbst einen Optimisten wie mir den Tag verhageln und den Rest der Hoffnung als Qualmwölkchen gen Himmel entschwinden lassen………..langsam begreife ich, was Burnout wirklich heißt, ……..absolute Hoffnungslosigkeit.

    Wenn die Seele den Bach runter geht, dann kaggt auch der Körper ab……………
    H.E.

  83. @Tritium
    Bissig….mist, ick muss mal wieder zum Zahnarzt…………ansonsten, Du bist ein Sonnenstrahl im finsteren deutschen Konsensalltag, ick bin froh das Du zu uns gefunden hast.
    Na mal sehen, Sonne tanken soll ja Wunder bewirken, vllt klappt dat ja bei mir dieses Jahr auch nochmal.
    MfG
    H.E.

  84. Lieber Heinz,
    Hier in Bayern hatten wir vor Seehofer Leut‘, die auch redeten, wie ihnen der Schnabel gewachsen war. Nein, nicht nur Franz Josef Strauß.
    Der Herr Abgeordnete Joszef Filser war ihr Uhrahn.
    Zu Aufmunterung ein Stück aus seinem Briefwexel, in dem er schreibt, wie er nach einem Zwangsurlaub mit frischem Schwung wieder aufs Parlament nach München geht:

    Ich freie mich sär stark bald mir in minchen einrucken, und die gans ahndern missen sich auch freien bald mir aufgläste Abgeornete daher kohmen und mir sind jez wie die wepsen, wo mahn aus ierem näst ferdrieben had und stechen firchterlich und mir hawen keinen respäkt durchaus gahr nichd mer sontern stächen auch in der nehe des trohnes. der Salfermoser haz mir geschriem das der lärno fohler wuht ist und der häld von rägensburg had sich seine breißische schleiffen lasen und had schohn fiel Kraud bestält wo er drauf die miniester ferspeißt und der ortherer had sich fiele zehne einsäzen lasen und bald er auf der strase gäht schnabbt er iemer damid das er sich einiebt. disses wierd anderst fidehl. der her Angerer had zu mier gesagd, das fieleichd baiern eine repabliek werd, bald die wiedelspacher nichd anderne seiten aufziehgen und der bardeiforstand weuß es aber noch nichd gewieß, ob er gnedig sein wiel gengen das angeschtammte härscherhaus. Mit die Minischter machen mir ieberhaupz keine umstend nichd mer und hielft ienen kein flähen sontern sie missen den wahnderschtab ergreuffen und ier broth in schweise ieres angesichz ferdinen und der ärzengel Georg ferdreibt sie aus dem baradisse und der oßwald schmeußt ienen den huth nach bald sie hinauß fliehgen. disses wierd noch fiel fidehler als wie zuerscht und bald mir dissesmahl den schwuhr der Treie gengen das härscherhauß ablägen missen mir ahle einen kalden Eid leißten, das der schwuhr in den bohden farrt und mir gans fräch sein dierfen.
    läbe woll alter schpezl und läge deinen stäken auch ins waser das er hard wierd bald mier die minischter herum lasen.
    Juhu!
    Ich haue anderst zu das den groskobfeten die briehlen anlauffen.

    Siehst, diese ‚Stimme des Volkes‘ darf nicht verstummen. Und wer könnte sie besser als du?

  85. @ Heinz

    Ich sag Dir was, geht nicht gibts nicht und niemals Aufgeben.

  86. …..der Emissionshandel

    Da fiel mir doch spontan was ein:
    Bekanntlich verursachen die NIE ja in den Regelkraftwerken einen sehr erheblichen Brennstoff-Mehrverbrauch. Das heisst, die Produktion des NIE-Stroms ist alles andere als CO2-Frei.
    Dafür müssten sie doch auch Emissions-Zertifikate kaufen!
    Kann ja nicht so schwer sein, ihnen das in Rechnung zu stellen, die Kraftwerke führen über die Brennstoff-Kosten sehr genau Buch. Eine Befreiung käme natürlich in Frage, wenn die NIE-Produzenten selbst ausregeln, also ihren Strom speichern und bedarfsgerecht einspeisen. Dann können sie aber auch antizyklisch bessere Erlöse erwirtschaften und die EEG-Umlage sinkt.

    Ich sehr da wieder ein typisches Beispiel dafür, dass der Markt immer bessre Lösungen erzeugt als die Planwirtschaft. In diesem Fall: Weniger CO2-Emissionen und geringere Belastungen für den Endkunden. Also: Wenn schon Emissionszertifikate, dann für alle, nach dem Verursacher-Prinzip!

  87. achgut.com (Ederer):

    Der Staat lenkt und plant – der Verbraucher zahlt

    Günter Ederer

    Jetzt also soll Peter Altmaier einen Neustart der Energiewende einläuten, dem wichtigsten Projekt der Kanzlerin Angela Merkel: mehr Überlandleitungen, mehr Offshore-Windparks, mehr Elektroautos, mehr Speicherkapazitäten, mehr energetische Haussanierungen, mehr Sonnenenergie, mehr Biogasanlagen. Ja was hat denn der bisherige Umweltminister Norbert Röttgen eigentlich gemacht? Wurde er nicht hoch gelobt, weil er kräftig mithalf, die Republik in ein grünes Energiewunderland zu verwandeln? Galt er darüber hinaus nicht als Symbolfigur für die neue moderne Großstadt-CDU, die sich für die Grünen schon mal im Partnerlook zurecht schminkte?

    500 000 Wähler in Nordrhein-Westfalen entschieden aber, dass sie eine solche CDU nicht mehr wählen, und schon wurde Röttgen brutal entsorgt. Aber mit dem Austausch der Minister hat sich an der Zielsetzung der CDU nichts geändert – denn für die Energiewende steht wie gesagt Angela Merkel, und das bedeutet: Auch in Zukunft herrscht in der Energiepolitik Planwirtschaft pur. Und deshalb wird auch Peter Altmaier scheitern. Es gibt nämlich keine richtigen Entscheidungen in einem falschen Wirtschaftssystem……

    Bitte weiterlesen !!!

  88. Das Scheitern der Wende ist offenbar:
    Öko reicht nicht für die Wende
    …in der Regierungskoalition wachsen Zweifel am Gelingen einer ökologischen Energiewende. Möglicherweise werden klimaschädliche Quellen bei der Energieversorgung auch künftig eine deutlich größere Rolle spielen als vor einem Jahr noch gewünscht und geplant -- und solche, die Deutschlands Abhängigkeit von anderen Staaten vergrößern.
    Klartext:
    Die Realität hat die Träumer eingeholt, die ‚Energiewende‘ IST gegen die Wand gefahren und nun geht es darum, sie möglichst still und ohne Gesichtsverlust zu beerdigen. Wie das Waldsterben.

  89. achgut.com (Horeis):


    Kampagnenwissenschaft: Alle zehn bis zwanzig Jahre ein Gau

  90. #87. Tim Hardenberg

    Bitte weiterlesen !!!

    moin Tim,

    habe ich gemacht. Der Ederer bringt es mal wieder auf den Punkt. Ich glaube, je dichter wir uns dem Bundestagswahltermin nähern, wird der Wind, der der Merkel entgegenweht, immer stärker. Denn mit dem jetzigen Kurs haben etliche CDU Mitglieder, aber insbesondere bisherige CDU-Wähler, ein großes Problem!

    karl.s

  91. Gauck bezieht Stellung:

    Gauck warnt vor Planwirtschaft bei Energiewende
    „Es wird uns nicht gelingen, allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Schon gar nicht mit einem Übermaß an Subventionen“

  92. @Tritium

    Langsam wird mir unser neuer Bundespräser immer sympathischer, kein Wunder also, das Mutti den nicht haben wollte.

    Viel interessanter dagegen ist unser kleiner Rösler, der hier wahrscheinlich mitlesen lässt…

    „Bisher ist das ein reines Subventionsgesetz“, sagte Rösler mit Blick auf das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Förderung wird über den Strompreis mitbezahlt. Sie droht 2013 stark zu steigen. Der Einspeisevorrang für Ökostrom führe zudem dazu, dass bei viel Wind und Sonne konventionelle Kraftwerke runtergefahren werden müssten und sich Investitionen in neue Gas- und Kohlekraftwerke kaum rechneten………….

    Aus meiner Sicht fehlt in der energiepolitischen Debatte ein Stück weit Ehrlichkeit„, sagte Rösler. So sei die eine Hälfte der Wahrheit, dass mehr Solar- und Windstrom die Strombörsenpreise dämpfe. Dadurch steige aber andererseits die von allen Bürgern über den Strompreis zu zahlende Umlage, betonte Rösler. Denn bezahlt werden muss die Differenz zwischen dem für den Strom erzielten Preis und dem auf 20 Jahre festgelegten festen Vergütungssatz.

    Rösler mahnt Ehrlichkeit an……….ausgerechnet beim deutschen. lobbyistengetriebenen, physikunverständigen Politiker……na dann viel Spass Kleener, ick drück Dir da mal die Daumen, zumal Du die Zecken sogar im eigenen Stall hast.
    Zumindest wachen se langsam, gaaanz langsam uff, obwohl dat Kind eigentlich elektrotechnisch schon längst in den Brunnen gefallen ist.
    Nebenbei, die Kommentare im SPON übertreffen sich mal wieder in Realitätsverweigerung, die Solarlobby scheint immer noch genug zu bezahlen……..
    Grins und wech
    Onkel Heinz………..knurr, wuff……Wadenbiss

  93. #91. Tritium

    weil so schön ist, gleich mal zum lesen.

    Berlin -- Bundespräsident Joachim Gauck hat angesichts der Milliardenausgaben für die Förderung erneuerbarer Energien davor gewarnt, die Energiewende per Planwirtschaft umzusetzen. „Es wird uns nicht gelingen, allein mit planwirtschaftlichen Verordnungen. Schon gar nicht mit einem Übermaß an Subventionen“, sagte Gauck am Dienstag im Park von Schloss Bellevue zur Eröffnung der Woche der Umwelt.

    Es gebe keinen besseren Nährboden für Problemlösungen als eine Gesellschaft mit offenen Märkten und freiem Wettbewerb. Es sei dringlich, einen verlässlichen politischen Rahmen zu setzen und zwar so, dass Schädliches vermieden und Gewünschtes erreicht werde.

    Die Energiewende könne „mit überzeugenden Innovationen und im fairen Wettbewerb“ erfolgreich umgesetzt werden, sagte Gauck. Bei der Umsetzung der Energiewende gibt es insbesondere Streit um die Frage, mit wie viel Geld der Solarstrom gefördert werden soll.

  94. @Onkel Heinz

    Langsam wird mir unser neuer Bundespräser immer sympathischer…..

    …..wieso „langsam”?

  95. achgut.com (Miersch):

    Gauck spricht vor der Öko-Lobby von Wachstum und Fortschritt

  96. Es scheint, als hätte Gauck die Lektion ‚DDR‘ noch nicht vergessen.

    Liegt wohl daran, dass er nicht, wie eine gewisse deutsche Politikerin, ein gewendeter FDJ-Apparatschik ist, sondern schon in der DDR nicht im Mainstream schwamm.

  97. Manchmal gefällt mir Gauck, manchmal gar nicht. Kann aber auch an der Journaille liegen.

    Bei Miersch:

    Das Thema „Klima“ tauchte im hinteren Teil der Rede kurz auf, mit einem erstaunlich vor-sichtigen Satz: „Führende Klimaforscher warnen, dass eine folgenschwere Erderwärmung kaum mehr zu bremsen ist.“

    Vorhin im Radio hat Gauck nach Ansicht des Reporters persönlich vor der folgenschweren EW gewarnt, da dachte ich , jetzt ist Gauck auch schon durchgeknallt.

  98. Hmm, vielleicht sollte man das Interview mal im Originaltext lesen. Das, was die Welt da noch schreibt, könnte auch von einem Cap&Trade befürworter stammen:

    Zugleich betonte Gauck mit Blick auf Umweltschäden, wie sie etwa durch fossile Energieträger oder die Nutzung der Atomkraft entstehen können: „Marktwirtschaftliche, wachstumsfreundliche Umweltpolitik heißt für mich, dass Kosten für Umweltbelastungen und Umweltrisiken den Verursachern in Rechnung gestellt werden und nicht den Steuerzahlern“.

    Es könne nicht sein, dass solche Kosten der Generation der Enkelkinder aufgebürdet würden.

    „Eine solche Haltung wäre schlicht verantwortungslos“, sagte Gauck vor tausenden Gästen im Park seines Amtssitzes. Er pries die großen Chancen umweltfreundlicher Technologien und verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass es beim UN-Nachhaltigkeitsgipfel Mitte Juni in Rio de Janeiro zu Fortschritten kommt, gerade auch in Sachen Klimaschutz. „Es ist keine Fiktion, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt“, betonte Gauck.

    Verursacherprinzip, Kosten nicht den nächsten generationen aufbürden, folgenschwere Erderwärmung kein Fiktion … Da sollte man wohl Vorsicht walten lassen.

  99. W.Rassbach schrieb am 5. Juni 2012 18:58

    Vorhin im Radio hat Gauck nach Ansicht des Reporters persönlich vor der folgenschweren EW gewarnt, da dachte ich , jetzt ist Gauck auch schon durchgeknallt.

    Die Welt zitiert ihn auch so -- also eher Originaltext lesen …

  100. @Tritium #96

    Liegt wohl daran, dass er nicht, wie eine gewisse deutsche Politikerin, ein gewendeter FDJ-Apparatschik ist, sondern schon in der DDR nicht im Mainstream schwamm.

    …..zumal diese gewisse deutsche Politikerin damals – lang, lang ist’s her – Seit’ an Seit’ marschierte neben einem Parteivorsitzenden, der sich in der DDR als „Anwalt von Oppositionellen” geriert hatte, kurz darauf jedoch als strammer Stasi-IM enttarnt wurde.

  101. Was nun Marvin,

    lt. Miersch sagte er “ Führende Wissenschafler warnen…“

    lt WElt “Es ist keine Fiktion, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt”, betonte Gauck.

    Was ist das Original?

    Wir beide wissen doch, ob eine große Erderwärmung auf uns zu kommt, weiß kein Mensch auf dieser Welt, nur Al Gore will es ganz fest.

  102. W.Rassbach schrieb am 5. Juni 2012 19:44

    Was ist das Original?

    Das da: Eröffnung der Woche der Umwelt 2012
    Da sind einige Brocken drin …

  103. Dies mag zur Klärung beitragen:

    „Gaucks Kritik hängt mit Ost-Mentalität zusammen“

    …kritischer äußerte sich der frühere Staatssekretär im Bundesumweltministerium, Michael Müller (SPD): „Gauck kann das Thema nicht beurteilen. Seine Logik ist nicht haltbar.“ Damit Deutschland die führende Position bei der Ökotechnologie innehabe, sei eine Förderung nötig, sagte Müller. „Gaucks Kritik hängt wohl mit seiner Ost-Mentalität zusammen. Er hat Angst vor der Planwirtschaft.“
    Halten wir erst mal fest: Die SPD hat offenbar keine Angst vor der Planwirtschaft!

    Der energiepolitische Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, Hans-Josef Fell, äußerte sich hingegen zurückhaltender. Einiges von dem, was Gauck gesagt habe, sei vollkommen richtig, sagte Fell „Welt Online“. Allerdings interpretierte er die Warnungen Gaucks vor Planwirtschaft bei der Energiewende keineswegs als Kritik am EEG und an der EEG-Umlage….. „Das EEG ist nicht Planwirtschaft, sondern das genaue Gegenteil – ein marktwirtschaftliches Instrument“, sagte Fell.
    …und die Grünen sind völlig durchgeknallt, wie man sieht.
    Ein wirklich verzeifelter Rettungsversuch. Ist es die allgemeine neue Rückzugslinie?

  104. Energiewende
    Da hab ick noch was feines von Herrn Eberhard Wagner….falls nich schon jemand schneller war als ich.

    Wird die Energiewende zur Energiefalle?

    Die Antwort vorweg: Ja! Weil naturgesetzliche Einflüsse besonders bei der Elektrizitäts-Versorgung (hier Schwerpunktthema) nicht bzw. erstaunlich unzureichend beurteilt werden.

    Begründung

    Die Energiewende stellt die Nutzung Regenerativen Energien (RE) in den Vordergrund. Ihr Nutzen wird meist nur über eine Berechnung der erzielbaren Energiemengen beurteilt, gemessen in Kilowattstunden. Um die Mengenziele zu erreichen, müssen riesige Anlagenzahlen realisiert werden, weil die erreichbaren Volllaststunden z. B. von Windkraft- und Photovoltaik-Anlagen sehr gering sind. Das bedeutet gleichermaßen riesige Kraftwerks-Leistungen, gemessen in Kilowatt.

    Die sich z. B. bei Starkwind (Windkraft-Anlagen) und Mittagssonne (Photovoltaik-Anlagen) sowie Leistung aus anderen RE- und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen ergebende gesamte Anlagen-Leistung, kann nicht und wird nicht von den Verbrauchern/Gewerbe/Industrie in Anspruch genommen werden. Die RE-Kraftwerke müssen also “abgeregelt” werden. Damit können diese die geplanten Strommengen nicht produzieren. Es besteht ein naturgesetzliches Dilemma. Speicher- und Netzausbau können diese Schwierigkeiten nicht wesentlich vermindern………….

    Übrigens ein sehr netter Mann, den ich die große Ehre hatte, einige male persönlich zu treffen.
    H.E.

  105. @Onkel Heinz

    Da hab ick noch was feines von Herrn Eberhard Wagner….falls nich schon jemand schneller war als ich.

    ….hö hö, war schneller….. macht aber nix, doppelt hält besser.

  106. @Tritium #103

    “Das EEG ist nicht Planwirtschaft, sondern das genaue Gegenteil – ein marktwirtschaftliches Instrument”, sagte Fell.

    ….wat für’n Zeuch raucht der Fell eigentlich?

  107. http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/06/120605-Woche-Umwelt.html?nn=1891550

  108. Sorry Leute, in Deutschland geht dat einfach nicht, wir können nicht gleich die volle Dosis auf die Bevölkerung los lassen.

    Die Energiewende, zumindest für Leute die sich etwas Resthirn bewahrt haben, ist bereits gescheitert………..dat sickert so langsam durch, nun auch gleich noch den AGW ad absurdum zu führen, würde das Volk an den Rand des Wahnsinns führen……….ergo, kommt dat alles in kleinen Dosen an.
    Insbesondere wir Deutschen brauchen die Klimawandel wie ein Drogenabhängiger seine Dope………dat kann man nich einfach von heut auf morgen wegnehmen, die Folgereaktionen wären katastrophal.
    Ergo, wird der Rückweg in die Normalität lang und grausam werden……Mutti hin, Bundespräsi her…….

    Sarrazins Buch war ein Schlag ins Gesicht der Multikulti-Fanatiker……..trotzdem wird heut offen über Integration diskutiert.
    Vahrenholts Buch war ein Tiefschlag für Klimaaposteln und EE-Fanatiker, trotzdem wird die Energiewende heute offen diskutiert………habt Geduld, ansonsten könnte unsere Nation im Chaos versinken.
    Ergo, shit auf die korrekte Formulierung………..als Ossi hört man eh eher auf die Worte zwischen den Zeilen.

    Bitte schlagt euch deswegen jetzt nicht die Köppe ein, Marvin ist nun mal unser Buchprüfer, wat uns Ansporn sein sollte, noch weniger Fehler zu machen.
    So, ick lass dann mal ne Horde Friedenstauben aufsteigen.

    MfG
    H.E.

  109. @struppiger Tim
    Ups…..naja, ick war 10 Tage verhindert, mit selbstauferlegter Nachrichtensperre, hihi.

    Ach übrigens, empfehle ick jeden Teilnehmer hier………zum Urlaub und zur geistigen Genesung ist es äusserst wichtig mal 1000% ig abzuschalten, den Tag, die netten fremden Menschen und die unendlich schöne Natur zu geniesen……..bei mir hats jedenfalls geholfen.

    Nochmals zu Marvin……..er hat es geschafft Onkel Heinz regelmäßig zum Nachdenken zu bringen, dafür bin ich Ihm Dankbar………..ein Dorn muss pieken um eine Reaktion zu provozieren, vergrämt mir ja nicht unseren persönlichen Rosenstrauch, bitte.
    MfG
    Onkel Heinz…….liebt ehrbare Gegner

  110. @Onkel Heinz #108

    Sarrazins Buch war ein Schlag ins Gesicht der Multikulti-Fanatiker

    ….übrigens…. Joachim Gauck über Sarrazin:

    „Er hat über ein Problem, das in der Gesellschaft besteht, offener gesprochen als die Politik.“ Die politische Klasse könne aus dem Erfolg von Sarrazins Buch lernen, dass „ihre Sprache der politischen Korrektheit bei den Menschen das Gefühl weckt, dass die wirklichen Probleme verschleiert werden sollen“

  111. @Onkel Heinz #109

    Nochmals zu Marvin …..ein Dorn muss pieken um eine Reaktion zu provozieren, vergrämt mir ja nicht unseren persönlichen Rosenstrauch, bitte.

    …..hi hi, der Marvin als Rosenstrauch…. muss er vielleicht auch regelmäßig gegossen werden, damit er uns net vertrocknet?…. nee, Spaß beiseite, ick schließe mich hier dem Onkel Heinz an….

  112. Lieber Onkel Heinz!

    Dein Harmoniebedürfnis trifft auf mein vollstes Ossi-Verständnis. Trotzdem hege ich den leisen Verdacht, daß Du in den entsprechenden Schulungen seinerzeit manchmal ein kleines bißchen unkonzentriert warst; Stichwort Gesetze der Dialektik (Hegel: Umschlag von Quantität in Qualität und so). Elektrisch ausgedrückt: Nach langer Hitze ensteht eine Schwüle, dunkle Wolken ziehen auf, eine merkwürdige, knisternde Ruhe -- und dann … Na, Du weißt schon.
    Es wird auf alle Fälle nicht langweilig und mit ziemlicher Sicherheit anders als erwartet. Lassen wir uns überraschen! :)

  113. @Tim….mit den struppigen Köter

    Ich sehe Marvin als Korrektive hier auf den Blog, man muss sich a bisserl an seine Art gewöhnen aber er ist trotzdem extrem wichtig für uns, nicht den gleichen Fehler zu begehen wie die Warmaholics…….in der eigenen Suppe zu ersaufen.
    Für mich ist ein ehrbarer Gegner wertvoller als ein blöder Mitläufer……………man kann nur intellektuell weiter kommen, wenn man sich ständig selbst in Frage stellt……und diese Funktion übernimmt unser Marvin, selbst wenn es unbeabsichtigt ist.

    @nLeser
    Ick bin Harmoniesüchtig und Ästhet, ergo versuche ich auch vermeintliche Gegner ernst zu nehmen, die hier halbwegs anständig auftreten……..und ick lass mir gerne mal überraschen, grins.

    MfG
    Onkel Heinz……Schaf im Wolfspelz

  114. @ Marvin Müller #98 und #99

    bitte zu Beidem noch die Links zu den Originaltexten nachliefern.

  115. #106. Tim Hardenberg

    ….wat für’n Zeuch raucht der Fell eigentlich?

    na jedenfalls was, das die Birne aufweicht. Ohne Drogen kann man doch gar nicht so einen Mist von sich geben :-)

    karl.s

  116. @Karlchen

    Na rate mal warum die Grünen/Gefängnis 90 so für die Legalisierung weicher Drogen sind……….damit se endlich auch im Straßenkaffee ihre Joints rauchen dürfen.
    Gab es vor einiger Zeit nicht mal ne Abwasseranalyse des Bundestages?
    Nach der Analyse und ausgiebigen Test sind die Tester immer noch down……….

    Alkohol ist auch keine Lösung……….benebelt aber ausreichend das Gehirn um nicht durchzudrehen.

    MfG
    H.E.

  117. @Onkel Heinz #116

    Alkohol ist auch keine Lösung

    Korrektur, dat muss heißen „KEIN Alkohol ist auch keine Lösung” .

  118. @Tim
    Korrekt mein Freund…..Deutschland is bisweilen nur noch im Vollsuff zu ertragen.

    Hicks und wegschleich.
    H.E.

  119. moosgeist schrieb am 5. Juni 2012 20:59

    @ Marvin Müller #98 und #99

    bitte zu Beidem noch die Links zu den Originaltexten nachliefern.

    Hmm, ist derselbe Artikel, wie ihn karl.seegert in #93 zitiert hat … http://www.welt.de/politik/deutschland/article106418133/Energiewende-Gauck-warnt-vor-Planwirtschaft.html

  120. Der BUND gibt bekannt:

    EU-Kommission lehnt europäische Bürgerinitiative gegen Atomkraft ab

    Der BUND hatte – zusammen mit elf anderen Gruppen des Netzwerks Friends of the Earth – vor, eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg ins Leben zu rufen.

    Am 31.5.2012 nun wurde diese erste europäische Bürgerinitiative gegen die Atomenergie und für eine sichere Energiezukunft mit dem Titel „Meine Stimme gegen Atomkraft“ von der EU-Kommission abgewiesen! …..

    Der BUND und die anderen Initiatoren sind empört. Das ist ein Affront gegen die europäische Umweltbewegung, für den wir ein Jahr nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima keinerlei Verständnis haben. Die Ablehnung schadet auch der Weiter­entwicklung der Demokratie in der Europäischen Union.

    ……wat werden se jetzt machen, die al-Kaida zu Hilfe holen?

  121. @ Marvin Müller #119

    Was soll denn das? Sie empfehlen den Originaltext der Rede „Gauck“ zu lesen und bringen dann einen Link zu einer Ihnen gefälligen „Welt“ Interpretation. Das empfinde ich in hohem Maße als unredlich, um nicht das Wort „verlogen“ zu benutzen.

  122. #121. moosgeist

    moin moosi,

    es ist wohl wirklich das Beste, wenn man tatsächlich nur auf den Originaltext der Rede zurückgreift und nur diesen dann auch zitiert. Was dabei rauskommt, sich auf bereits interpretierte Veröffentlichungen zu verlassen, sehen wir ja gerade.

    gruß
    karl.s

  123. #120. Tim Hardenberg

    ……wat werden se jetzt machen, die al-Kaida zu Hilfe holen?

    moin Tim,

    na mindestens. Frei nach dem Motto „Und bist Du nicht willig, dann brauch ich Gewalt“. Diese Truppe ist doch einfach die Scheinheiligkeit in Persona. Wenn die sich für „echten“ Umweltschutz einsetzen würden, was ja mal durchaus der Antritt war, dann sollten sie gegen Vogelschredder und Krähenspiegel ein Aktionsbündnis starten! Damit wird die Umwelt zerstört und nicht mit AKW`s. Aber da werden wir lange drauf warten können. Sind halt eben auch nur ganz ordinäre Lobbyisten!

    karl.s

  124. moosgeist schrieb am 6. Juni 2012 00:34

    @ Marvin Müller #119

    Was soll denn das? Sie empfehlen den Originaltext der Rede „Gauck“ zu lesen und bringen dann einen Link zu einer Ihnen gefälligen „Welt“ Interpretation. Das empfinde ich in hohem Maße als unredlich, um nicht das Wort „verlogen“ zu benutzen.

    Hmm, auf die Idee, dass das ganze ein einfache Missverständnis sein könnte, sind Sie nicht gekommen, oder? Da muss gleich die große Kanone rausgeholt werden und Verlogenheit in die Runde geworfen werden.

    Zur Aufklärung des Mißverständnisses: Ich habe aus der Welt zitiert (wie andere vor mir auch) und Sie haben mich nach dem Link zum Originaltext gefragt. Das habe ich natürlich auf die Zitat bezogen und die Quelle dieser Zitat belegt. Dass Sie den Link auf die Rede Gaucks haben wollte, auf die Idee bin ich aus einem ganz einfachen Grund nicht gekommen. Und der ist folgender:

    Müller, #102

    Rassbach, #101

    Müller, #99
    Die Welt zitiert ihn auch so — also eher Originaltext lesen …

    Was ist das Original?

    Das da: Eröffnung der Woche der Umwelt 2012

    Ich hatte den Link zur Originalrede bereits in #102 „gepostet“, dann fragen Sie nach dem Link auf den Originaltext in #114 … was sollte ich da anderes annehmen, als dass Sie die Quelle haben wollen, aus der ich in #98, #99 zitiert habe?

  125. @ karl.seegert #122

    moin, moin,

    Ja Karl, es ist immer gut bei Politiker-Reden auf den –so verfügbar- Originaltext zurückzugreifen. Vor noch nicht allzu langer Zeit war es noch üblich diese veröffentlichten Redetexte mit dem Vermerk „es gilt das gesprochene Wort“ zu versehen. Da wusste man gleich, dass es u.U. Abweichungen oder gar Ergänzungen geben könnte und konnte sich um ein Protokoll bzw. eine Niederschrift bemühen.

    Was die Printmedien bringen sind i.d.R. verkürzte Inhaltsangaben mit z.T. großzügigen Interpretationen, je nach politischer Ausrichtung des Blattes bzw. des Redakteurs. So etwas dann in einer Diskussion, ohne entsprechenden Hinweis, als Original unter zu jubeln hat schon ein besonderes G’schmäckle.

    schöne Grüße aus dem saukalten Moos

  126. Was nun Marvin,

    lt. Miersch sagte er ” Führende Wissenschafler warnen…”

    lt WElt “Es ist keine Fiktion, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt”, betonte Gauck.

    Was ist das Original?

    Wir beide wissen doch, ob eine große Erderwärmung auf uns zu kommt, weiß kein Mensch auf dieser Welt, nur Al Gore will es ganz fest.

    Marvin,
    Sie reden wie ein Politiker.
    Gauck wurde im Radio und inder Welt FALSCH zitiert.
    Miersch gab ihn richtig wieder, samt seiner Wertung dazu.

    Die Welt benutzte sicherlich einen eilig gefertigten Textbaustein von dpa, der Gauck an die Propaganda politisch korrekt anpasste.

  127. Entschuldigung für die Wiederholung!
    http://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Joachim-Gauck/Reden/2012/06/120605-Woche-Umwelt.html?nn=1891550

  128. Und die nächste Teuerungswelle rast auf uns zu….

    Gericht hält Strom- und Gaspreise für zu niedrig

    Das Oberlandesgericht Düsseldorf ist der Ansicht, dass falsche Berechnungsmethoden angewandt wurden, zum Nachteil der Netzbetreiber. Bald könnten die Preise für Millionen Verbraucher stark anziehen.

    Hmm, dienstlich freut mich das Urteil natürlich aber privat wird das wiederum meine Stromrechnung ansteigen lassen, welch ein Zwiespalt wieder mal.
    H.E.

  129. moosgeist schrieb am 6. Juni 2012 09:59

    Was die Printmedien bringen sind i.d.R. verkürzte Inhaltsangaben mit z.T. großzügigen Interpretationen, je nach politischer Ausrichtung des Blattes bzw. des Redakteurs. So etwas dann in einer Diskussion, ohne entsprechenden Hinweis, als Original unter zu jubeln hat schon ein besonderes G’schmäckle.

    Das einzige, was hier ein besonderes G’schmäckle hat, sind Ihre Unterstellungen. Ich habe nach den Freudentänzen über ausgewählte Zitate darauf hingewiesen, dass man vielleicht lieber eher das Original lesen sollte, da mir die Wiedergabe der Rede widersprüchlich erschien. Dass Sie das missverstehen, ist schon seltsam. Was Sie mir basierend auf Ihrem Missverständnis dann aber unterschieben wollen, ist einfach nur frech und bösartig …

  130. W.Rassbach schrieb am 6. Juni 2012 11:01

    Was nun Marvin,
    lt. Miersch sagte er ” Führende Wissenschafler warnen…”
    lt WElt “Es ist keine Fiktion, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt”, betonte Gauck.
    Was ist das Original?
    Wir beide wissen doch, ob eine große Erderwärmung auf uns zu kommt, weiß kein Mensch auf dieser Welt, nur Al Gore will es ganz fest.

    Marvin,
    Sie reden wie ein Politiker.

    Sie zitieren sich selbst und werfen mir vor, ich rede wie ein Politiker. Hätten Sie nicht anstelle Ihres Textes die Stelle zitieren könmnen, die in Ihren Ohren wie ein Politiker klingt?
    Oder meinten Sie etwa wirklich den zitierten Text? Dann würde ich ernsthaft anfangen, mir Sorgen um Sie zu machen …

  131. Marvin,

    genau auf diese meine Frage haben Sie nie geantwortet, deshalb habe ich es nochmal kopiert.Nochmal:
    1.Miersch hat richtig kopiert Ja/nein (ich sage ja)
    2.die Welt hat Gauck verfälscht ja/nein (ich sage ja)
    Jetzt zum ankreuzen. Viel Glück !

  132. W.Rassbach schrieb am 7. Juni 2012 09:04:

    Marvin,

    genau auf diese meine Frage haben Sie nie geantwortet, deshalb habe ich es nochmal kopiert.Nochmal:
    1.Miersch hat richtig kopiert Ja/nein (ich sage ja)
    2.die Welt hat Gauck verfälscht ja/nein (ich sage ja)
    Jetzt zum ankreuzen. Viel Glück !

    Jaja, die Welt ist total einfach, kann man alles mit Ja/Nein abhaken … Ich sehe das eben genau nicht so und habe deshalb auf die Originalrede verwiesen. Da kann jeder selbst lesen und sich darüber Gedanken machen. Daher nur zwei Anmerkungen:
    1. Es gilt das gesprochene Wort. Ich weiss nicht, ob Gauk nicht ein klein wenig vom Manuskript abgewichen ist. Dann hat die Welt vielleicht das gesprochene Wort zitiert und Miersch hat hinterher in das Manuskript gekuckt und von dort zitiert.
    2. IMHO stellt auch Miersch das nicht richtig da. Er hat zum einen den Satz auch nicht korrekt zitiert und zum anderen ist

    Das Thema „Klima“ tauchte im hinteren Teil der Rede kurz auf, mit einem erstaunlich vorsichtigen Satz: „Führende Klimaforscher warnen, dass eine folgenschwere Erderwärmung kaum mehr zu bremsen ist.“

    in meinen Augen auch eine Verfälschung. Der Teil, der sich mit Klima beschäftigt, geht über mindestens 3-4 Absätze. Die auf einen „vorsichtigen Satz“ zu reduzieren ist auch nicht viel besser.

  133. W.Rassbach schrieb am 7. Juni 2012 09:04

    1.Miersch hat richtig kopiert Ja/nein (ich sage ja)

    Miersch:

    „Führende Klimaforscher warnen, dass eine folgenschwere Erderwärmung kaum mehr zu bremsen ist.“

    Manuskript:

    Führende Klimaforscher warnen, es ist keine Fiktion, sondern es wird geschehen, dass eine folgenschwere Erderwärmung auf uns zukommt.

    Ich mache mir langsam wirklich Sorgen um Ihre Lesefähigkeiten …

  134. @Marvin und Rassbach

    Ähmm, wer absoluten Wert auf Worte legt, sollte dies auch zu dem Artikel diskutieren der hier bei ScSk extra dafür angelegt worden ist……dat hier is nämlich die „gescheiterte Energiewende“ und nicht die gescheiterte Auslegung der Gauck-Rede.

    Man o man, ick komm mir vor als ob gerade unser pingeliger Buchprüfer wieder mal die Firma heimsucht.
    MfG
    H.E.

  135. Heinz Eng schrieb am 7. Juni 2012 09:59

    @Marvin und Rassbach

    Ähmm, wer absoluten Wert auf Worte legt, sollte dies auch zu dem Artikel diskutieren der hier bei ScSk extra dafür angelegt worden ist……dat hier is nämlich die “gescheiterte Energiewende” und nicht die gescheiterte Auslegung der Gauck-Rede.

    Diesen Kommentar würde ich verstehen, wenn es hier eine strikte Themendisziplin gäbe. Warum die allerdings nur für mich gelten soll und ich nicht dort reagieren soll, wo ich angepisst werde, entgeht mir irgendwie. Aber ich verspreche Ihnen eins, ich werde Herrn „Verschwörungstheoretiker“ Rassbach zukünftig wieder ignorieren. Jemandem beim Lesen zu helfen sollte nun wirklich nicht meine Aufgabe sein…

  136. Was tut man, wenn man nichts tun will?
    Man gründet eine Kommission:

    Deutsche Energiewende startet im Blindflug

    Grundsätzlich ist das hier natürlich richtig:
    Ob die Energiewende an die Wand gefahren wird oder doch auf gutem Wege ist, ist kaum prüfbar. Denn Deutschland erhebt gar nicht alle notwendigen Daten, um die Fortschritte zu messen
    So geht es eben, wenn man losmarschiert und erst auf dem weg merkt, dass man weder Karte noch Kompass hat. Schneller laufen ist dann keine Lösung. Schön, dass das nach 10 Jahren EEG und 1 Jahr ‚Energiewende‘ tatsächlich mal den Verantwortlichen dämmert.

    Doch leider verliert sich der gute Vorsatz dann in unverbindlichem Geschwafel:
    …Allerdings, schränkt Löschel ein, gebe es zu vielen der identifizierten Kriterien noch keine nationalen und internationalen Daten. Auch konzeptionell bleiben offene Fragen, zum Beispiel wie verschiedene Schäden zu gewichten sind, oder wie Wettbewerbseffekte korrekt bewertet werden können.
    „Um diese Wissenslücken zu füllen, gibt es noch einen erheblichen Forschungsbedarf.“ So klammere die Studie aufgrund von systematischen Problemen bei der Datenerhebung auch die Frage aus, wie stark die soziale Umverteilung aufgrund der Erneuerbare-Energien-Umlage sei.

    Zu deutsch: Gebt uns mehr Geld und wir liefern euch das gewünschte ‚wissenschaftliche‘ Mäntelchen für das, was ihr ohnehin tun wollt.
    Doch es bleibt bemerkenswert, dass immerhin einmal zugegeben wird, dass es überhaupt Probleme und ungeklärte Fragen gibt.

    Aber

  137. @Marvin
    Inzwischen, nach grundlegender Analyse, versteh ich langsam, warum ich Dich nie verstehe.
    Du bist ein hochintelligenter Mensch aber als solches ein Paragraphenreiter und kleinlicher Erbsenzähler.
    Bitte nicht mißverstehen oder deswegen böse werden, dat ist im Prinzip für gewisse Berufsgruppen lebensnotwendig, soll auf keinen Fall als Beleidigung verstanden werden.
    Für Dich zählt das Wort und nur das Wort………..ich dagegen fühle den Text, lausche auf Zwischentöne, lese zwischen den Zeilen……..und vor allem, spüre die Emotionen des Schreibenden.
    Beispiel…..Der wunderschöne, emotional erschütternde Artikel von Herrn Heller bezüglich Zirkustiere, dagegen kann ick dann mit manch anderen Text nix anfangen, weil da nix bei mir anklingt, weil ich kein Gefühl dafür entwickeln kann.

    Daher mein Freund, rühren unsere Kommunikationsschwierigkeiten…….daher fühlen sich wohl einige Leser auch bei meinen oder Deinen Kommentaren etwas verunsichert oder gar beleidigt.

    Oberlehrer gegen Emotionsmensch……dat kann manchmal gewaltig in die Hosen gehen, leider.
    Ansonsten, mein kleiner Einwand galt Euch beiden, ick woll eben ooch mal den Krümelkacker spielen, sorry Marvin.
    MfG
    Onkel Heinz……musste ick einfach mal los werden

  138. Und der nächste Medienbericht, diesmal in der ftd

    Deutschland droht Überspannung

    Für die Energiewende wird der Übereifer der Länder zum Problem. Denn auch die Südländer wollen sich nicht allein auf den Strom aus dem Norden verlassen und bauen lieber eine eigene Produktion auf. Bayern will sogar autark in der Energieversorgung sein. Wenn der Ökostrom aber keine Abnehmer findet, droht eine gigantische Ressourcenverschwendung: Mit den heutigen Förderregeln zahlen die Verbraucher auch für Strom, der gar nicht gebraucht wird -- wenn etwa Windräder wegen Überangebots im Netz abgeschaltet werden müssen. Zudem stellt sich die Frage, warum für viele Milliarden Euro neue Nord-Süd-Stromtrassen gebaut werden sollen.

    Wir brauchen kein Energieministerium…….wozu die Koordinierung in eine geballte Hand legen wenn man auch völlig bescheuert klein, klein weitermauscheln kann.
    Eigentlich kommt man beim Bundesdeutschen Irrsinn aus dem Lachen nicht mehr raus, jeder will Klassenprimus werden ohne zu merken, das man in der Förderschule schon immer der Letzte war.
    Wie gesagt, die Einschläge kommen näher.
    H.E.

  139. #138. Heinz Eng

    Und da kann man doch schon mal sehen worum es wirklich geht. Es geht ums schnöde Geld. Jedes Bundesland will für sich die maximalen Vorteile aus dem Schwachsinn ziehen. Und da einer dem anderen nix gönnt, werden auch nie alle unter einen Hut gebracht werden. Eigentlich nur noch zum „Totlachen“ 😉

    karl.s

  140. Ja wat nu fragt sich da der grüne Eumel

    Energiepreise zu hoch: Mehrheit will Atomausstieg verschieben

  141. #140. moosgeist

    Hallo moosi,

    das fragt er sich zu Recht, dat grüne Eumelchen. Das ist doch wohl nicht zu glauben, ist das nicht 😉 Nur weil das ein bißchen teurer wird, wird jetzt die schöne Ideologie einfach über Bord geworfen. Was kommt denn als nächstes? Vielleicht noch ein neues Atomkraftwerk bauen? So geht das nicht, die Merkel verträgt keine Wende mehr, sonst fällt die Rübe runter wegen Überdrehung :-)

    karl.s

  142. @ karl.seegert #141

    Hallo Karl,

    Nur weil das ein bißchen teurer wird, wird jetzt die schöne Ideologie einfach über Bord geworfen.

    Das wäre ja noch schöner. Die grüne Khmer lässt sich doch von dem bisschen Volk nicht ihr Spielzeug wegnehmen. Da wird dann eben mit den nachhaltigen Propaganda-Kanonen solange scharf geschossen, bis der Pöbel nicht mehr den Kopf zu heben wagt. Das hat in der Vergangenheit funktioniert und wird auch wieder funzen. Nur blöd, dass die Wirkung nie von Dauer war und die „Geschosse“ irgendwann den tapferen Propaganda-Kanonieren vor die eigenen Füße fielen.

    …die Merkel verträgt keine Wende mehr…

    Die muss höllisch aufpassen, dass sie nicht bald selbst in einem offshore Windpark steht und auf Netzanschluss wartet.

    meint der Moosgeist

  143. Energiewende? War da mal was?

    So oder ähnlich könnten die Fragen schon der nächsten Generation lauten.
    Schon jetzt –endlich?- kommen die Medien kritisch aus der Deckung und thematisiert
    Die größten Irrtümer über die Energiewende

    Ein paar Auszüge:


    Doch hier ist seit dem beschlossenen Atomausstieg im Frühjahr 2011 zu wenig passiert. Das liegt auch daran, dass sich Politiker bei Fragen der Energiewende immer wieder Illusionen hingegeben haben

    Die Strompreise steigen nicht

    Damals: Als die Bundesregierung nach dem Fukushima-Schock 2011 das Aus für die deutschen Atomkraftwerke beschloss, kam sofort eine Diskussion um steigende Strompreise auf. Die beschleunigte Energiewende, sagten Kritiker, werde die Energiekosten ist die Höhe treiben. Ex-Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) stellte sich diesen Befürchtungen entgegen. „Der Strom wird auf jeden Fall wegen der Investitionen in erneuerbare Energie nicht teurer“, sagte er.

    Heute: Mittlerweile stellt sich heraus, dass die Energiewende teurer wird, als gedacht. Allein der Ausbau der Stromtrassen wird nach neuesten Plänen der Netzbetreiber in den kommenden zehn Jahren rund 20 Milliarden Euro verschlingen. Weitere zehn Milliarden werden für den Ausbau der Offshore-Windparks auf hoher See nötig sein. Die Kosten dürften am Ende an die Stromkunden weitergereicht werden. Nach Ansicht des Bundesverbands der Verbraucherzentralen werden die Strompreise auch in den kommenden Jahren deutlich zulegen. Nach einer Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) werden die Strompreise bis zum Jahr 2025 sogar um 70 Prozent [das wird wohl nicht reichen] steigen.

    Offshore-Windkraft ist eine Schlüsseltechnik

    Damals: Vor gut einem Jahr galten Windparks auf hoher See als Hoffnungsbringer schlechthin. Der Energieexperte der Unions-Fraktion, Thomas Bareiß, sah in der Offshore-Windkraft das größte Potential für die Energiewende– „weil diese verhältnismäßig konstant vorhanden ist“. Die staatliche KfW-Bankengruppe und das Umweltministerium legten ein fünf Milliarden Euro umfassendes Programm auf, um die Windkraft auf See zu fördern.

    Heute: Mittlerweile zeigt sich, dass die Erwartungen an die Offshore-Windkraft zumindest übereilt, wenn nicht übertrieben waren. Bei den Windparks hakt es an allen Ecken und Enden: Bau und Unterhalt der Anlagen sind teuer, der Netzanschluss geht nicht ordentlich voran. Wegen der Unwägbarkeiten scheuen sich potentielle Geldgeber, im großen Stil in Offshore-Windanlagen zu investieren [trotz staatlicher Förderung]…
    : Siemens zum Beispiel schrieb in seiner Sparte Erneuerbare Energien zuletzt rote Zahlen und musste seine Gewinnprognose für das laufende Jahr kassieren – wegen unerwarteter Kostensteigerungen und Projektverzögerungen.

    Die Stromversorgung ist gesichert

    Damals: Acht alte Atomkraftwerke nahm die Bundesregierung im Frühjahr 2011 vom Netz – für immer…
    „Die Versorgungssicherheit ist oberstes Gebot bei der Energiewende“, teilte das Bundesumweltministerium mit.
    Heute: … Nach Meinung vieler Experten entging Deutschland teilweise nur knapp einem Stromausfall. „Im Februar hätte der Ausfall eines Kraftwerks gereicht und wir hätten einen Blackout gehabt“…
    Zwischen Dezember 2011 und März 2012 habe man dreimal auf die Kaltreserve aus bestehenden Alt-Kraftwerken zurückgreifen müssen, um die Stromnetze stabil zu halten. Auch die Zahl der Eingriffe in Netze und Produktion habe deutlich zugenommen. Bundeskanzlerin Merkel ficht das nicht an. „Die Stromversorgung in Deutschland ist stabil und sicher“, sagte sie im kritischen Monat Februar.

    Wenn man jetzt noch das Debakel um den Neubau (ganz dezentral, versteht sich) von Gaskraftwerken und das Nichtvorhandensein der entsprechenden Infrastruktur z.B. Transportnetze für Strom und Gas im Blickfeld hat, dann, ja dann dämmert es vielleicht auch den grünverschmierten Ökojublern und Klimaterriern, dass Ideologien nicht zu den Grundversorgungsarten einer Industrienation gehören.

    resümiert der Moosgeist

  144. Heute hab‘ ich mal in Google News ‚Energiewende‘ als Suchbegriff eingegeben und was ich präsentiert bekam, war interessant. Ich zitiere mal kurz in der Reihenfolge der Treffer:

    „Wir tun alles, um die Energiewende so zu gestalten, dass die Preise bezahlbar bleiben“, sagte Merkel…SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier kritisierte, bei der Regierung seien die anstehenden höheren Kosten für die Verbraucher offenbar noch nicht angekommen.

    Zwölf Jahre nach dem Start des Erneuerbare-Energien-Gesetzes holt die Ökostromlobby das soziale Gewissen ein. Es hat sie nie gejuckt, dass kleine Rentnerinnen die Solardächer besser verdienender Nachbarn per Stromrechnung subventionieren….Erst jetzt fordert Renate Künast Sozialstrom und entdeckt ihr Herz für kleine Verbraucher mit unbezahlten Stromrechnungen. Scheinheilig, durchschaubar und zwölf Jahre zu spät fließen jetzt die Krokodilstränen.

    Grüne und Sozialexperten fordern Stromrabatte für Verbraucher…„Strom darf nicht zum Luxusgut werden. Der Staat ist da gefordert, Hilfen anzubieten“, sagte Altmaier dem Magazin „Der Spiegel“.

    Das ist der einstimmige Tenor in den Medien. Natürlich ist es das, was kluge Bürger schon von Anfang an voraussagten. Bemerkenswert finde ich, wie schnell nun in der breiten Öffentlichkeit und den Medien die ‚Wende aus der Wende‘ Fuß fasst. Auf ‚Fukushima‘ wagt schon kaum einer noch hinzuweisen, dieser Popanz hat seinen Schrecken verloren, ist ausgelutscht.
    Die ‚Energiewende‘ ist tatsächlich gescheitert.
    ich hole mir jetzt eine Tüte Chips und schaue zu, wie sich die Wendehälse aus der Affäre winden werden :-)

  145. Kernkraft in China: Zum Ausbau der Kerenergie plant China den grössten Börsengang der Geschichte:


    Chinesischer Kernkraftriese plant Milliarden-IPO

    Die chinesischen Nukleartechniker wollen mit ihren Börsenplänen Projekte in vier Provinzen finanzieren. Die Projekte seien von der Kommission für Nationale Entwicklung und Reform bereits zwischen 2008 und 2010 abgenickt worden, schreibt das Ministerium auf seine Webseite.
    Welches Potenzial hinter Chinas Kernkraftambitionen steckt, zeigt sich in den ehrgeizigen Plänen: Innerhalb der nächsten 20 Jahre sollen 100 neue Reaktoren errichtet werden.

  146. #145. Tritium

    Welches Potenzial hinter Chinas Kernkraftambitionen steckt, zeigt sich in den ehrgeizigen Plänen: Innerhalb der nächsten 20 Jahre sollen 100 neue Reaktoren errichtet werden.

    das ist doch mal eine Hausnummer und sehr ambitioniert. Aber China hat keine andere Wahl, der Energiehunger ist dermaßen hoch, dass der Bedarf aktuell kaum zufriedenstellend gedeckt werden kann. Auch wenn das in etwa eine Verachtfachung der Kapazitäten bedeutet, wird wohl Energie aus Kohlekraftwerken baw. unangefochten die Spitzenposition bei der Energieerzeugung behalten. Aber Diversifikation ist ohne Frage von Vorteil. Unter diesem Aspekt ist auch der Ausbau der Windkraft und der Solarenergie in Cina zu sehen. Jede Quelle, die Energie liefern kann, wird genutzt, wenngleich die letztgenannten Energierzeugungsformen in China über ein Nischendasein nicht hinauskommen werden.

    karl.s

  147. @ Karl.
    Das ganze ist sogar noch ambitionierter:
    Allein der Drei-Schluchten-Staudamm ist der gewaltigste Wasserkraft-Stromerzeuger der Welt, entspricht mit 18 GW etwa 14 grossen KKWs. China hat überhaupt ein grosses Wasserkraftpotential, weit grösser als unseres in Deutschland.
    Und was den Ausbau der Kernkraft betrifft, ist das hier aufschlussreich:

    Nuclear Power in China

    By around 2040, PWRs are expected to level off at 200 GWe and fast reactors progressively increase from 2020 to at least 200 GWe by 2050 and 1400 GWe by 2100.

    Bis zum Jahr 2040 sollen Druckwasser-Reaktoren (PWR/LWR = Leichtwasser-Reaktoren wie unsere) bei 200 GW Leistung (Das entspräche rund 150 Stück der deutschen Standardgrösse) ihren Endausbau erreicht haben und ‚Schnelle‘ Reaktoren (Wahrscheinlich sind IFR’s gemeint, wie aus anderen Quellen hervorgeht, auf jeden Fall aber wären das ‚Actinidenbrenner‘, die Uran vollständig ausnutzen können und auch alte PWR-Brennstäbe verheizen) sollen, beginnend mit dem Jahr 2020 auf 200 GW bis 2050 und 1400 GW bis 2100 ausgebaut werden.

    1400 GWe, das würde über 1000 KKW’s unseres Standardtyps entsprechen! Ob das realisiert wird, steht natürlich in den Sternen, das Jahr 2100 ist weit. Aber es verdeutlicht die Ambitionen und die Denkweise in China: Kernenergie ist die Zukunft!

  148. @ Tritium #144

    Wirklich eine interessante Auflistung. So langsam scheinen tatsächlich auch einige in den Medien zu ahnen, dass der überstürzte Ausstieg aus der Kernkraft bei gleichzeitigem Ausbau von Zufallsstromern vielleicht doch keine so gute Idee war oder dass die „Wende“ wohl doch nicht zum Nulltarif zu haben sein wird.

    Ich bin mal gespannt, was wir an Umschwingen und Zurückrudern von Seiten der Politik erleben werden, wenn sich diese Erkenntnis auch in der breiten Bevölkerung durchsetzt. Mein Popcorn steht auch schon bereit. Das wird alles noch sehr spannend…

    Übrigens, ich habe bereits vor einiger Zeit eine Rubrik „Energiewende“ auf der Startseite in der ersten Box oben (da rechts) eingerichtet. Hier mal die aktuellen Schlagzeilen:

    # Energiewende: Stromspeicher werden zum Milliardenmarkt -- Financial Times Deutschland
    # Energiewende Politik streitet über Sozial-Strom -- Spiegel Online
    # Energiewende Viel Kohle für den Strom? -- Bayerischer Rundfunk
    # Energiewende: Grundkontingent Gas und Strom zum Sonderpreis ist nicht genug -- Hannover Zeitung
    # Wille zur echten Energiewende fehlt bisher -- IG Metall
    # Energiewende: Chancen und Risiken -- Vorgebirge-aktuell.de
    # Dänische Energiewende: „Wir brauchen die Hilfe der Türkei“ -- Deutsch Türkische Nachrichten
    # Energiewende: Ein Kampf gegen Windräder -- Financial Times Deutschland
    # Vernetzte Systeme für die Energiewende -- ptext.de (Pressemitteilung)
    # Rösler will die Kosten der Energiewende offen legen -- top agrar online

  149. #147. Tritium

    1400 GWe, das würde über 1000 KKW’s unseres Standardtyps entsprechen! Ob das realisiert wird, steht natürlich in den Sternen, das Jahr 2100 ist weit. Aber es verdeutlicht die Ambitionen und die Denkweise in China: Kernenergie ist die Zukunft!

    ist wenigstens eine klare Linie, auf die sich dort die Gesamtwirtschaft einstellen kann, im Gegensatz zu unserem Hick-Hack nebst utopischer green-Energie Phantasien.

    karl.s

  150. Das Imperium schlägt zurück ;.-)

    AKW-Betreiber fordern 15 Milliarden Schadensersatz
    Die Betreiber der deutschen Kernkraftwerke verlangen wegen des Atomausstiegs rund 15 Milliarden Euro Schadensersatz vom Staat. Neben E.on und RWE will auch der schwedische Vattenfall-Konzern klagen.

    Das wird zwar mein Geld kosten, aber es ist für mich dennoch verständlich, denn der Abschaltbeschluss ist eine de Facto-Enteignung und so was ist gem. GG nun mal entschädigungspflichtig.
    Vielleicht hilft es wenigstens, in Deutschland etwas Besinnung auf rechtsstaatliche Prinzipien zu wecken.

  151. ups!
    Link: AKW-Betreiber fordern 15 Milliarden Schadensersatz

  152. #151. Tritium

    moin Tritium,

    ich bin gespannt, wie die Schadensersatzklagen ausgehen. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Viel wichtiger erscheint mir das Urteil des BGH zur Verfassungsbeschwerde wegen Vertoßes gegen das Grundgesetz. Gibt der BGH dieser Beschwerde statt, ist die Schadenersatzklage defacto bereits gewonnen.

    karl.s

  153. Gericht kassiert Genehmigung für Kraftwerksbau in Datteln

    Der BUND-Landesgeschäftsleiter Dirk Jansen bezeichnete das Urteil als „weiteren Sargnagel für das gescheiterte Kraftwerksprojekt“. Bereits 2009 hatte das OVG den Bebauungsplan für das Kraftwerk für ungültig erklärt. „Der Reset-Knopf ist gedrückt“, betonte Jansen. „E.ON wäre gut beraten, endlich die Konsequenzen zu ziehen und die Kraftwerksleiche nicht länger künstlich am Leben zu halten.“ Die angekündigte Nichtzulassungsbeschwerde werde das Bundesverwaltungsgericht ablehnen……

    Ich gratuliere den BUND zu diesen Pyrrhussieg, nachdem nun auch das AUS für Datteln 1-3 zum 31.12.12 gerichtlich angeordnet ist, dürfte die zu erwartende Stromlücke im nächsten Winter ein Stück weit größer werden.
    Da dies besonders Süd- und Westdeutschland betreffen wird, freue ich mich ehrlichen Herzens schon auf teilweise Blackys bis hin zu einen europäischen Stromausfall, je eher, umso besser.
    Und ja lieber BUND, in dieser Hinsicht bin ich nachtragend wie ein Elefant, denn eines Tages werden Schuldige für den Zusammenbruch gesucht werden….und da werden dann Namen fallen, von NGO´s und Personen.

    Inzwischen habe ich die Hoffnung aufgegeben noch irgendwo ein Fünckchen Verstand in der deutschen Energiepolitik erkennen zu wollen, es wird also unvermeidlich kommen, wie es kommen muss.

    @E.ON
    Lasst es sein, solange das deutsche Volk denkt, das man alleine mit Wind und Sonne die Stromversorgung Deutschland aufrecht erhalten kann, solange werden sie weiterhin starrköpfig jedes Kraftwerk bekämpfen.
    Es ist der Wunsch des Volkes (oder der kleinen schreienden Minderheit) die Physik ad acta zu legen, erfüllen wir ihnen doch einfach mal ihren Herzenswunsch.

    Irrenhaus Deutschland
    H.E.

  154. Ich gratuliere den BUND zu diesen Pyrrhussieg

    Also mir fallen da spontan Lemminge ein, die ein Wettrennen zur Klippe machen.

  155. @Tritium #154

    So in etwa?

  156. Und es geht weiter, der nächste Solarhersteller hat Insolvenz angemeldet.

  157. @karlchen #156

    Und es geht weiter, der nächste Solarhersteller hat Insolvenz angemeldet.

    ….und dieser…. und dieser …..

  158. Die Energiewende könnte noch teurer werden.

    Berlin/Düsseldorf (Reuters) -- Die deutschen AKW-Betreiber wollen für den Atomausstieg vom Steuerzahler einen zweistelligen Milliardenbetrag kassieren:

    Sie fordern Schadenersatz von der Bundesregierung, weil sie ihre hohe Gewinne bringenden Atommeiler vorzeitig abschalten müssen. Allein der Versorger E.ON macht einen Schaden von rund acht Milliarden Euro geltend, wie der Konzern am Mittwoch bestätigte. RWE machte keine genauen Angaben, in Unternehmenskreisen war aber von Forderungen von mindestens zwei Milliarden Euro die Rede. E.ON und RWE hatten bereits vor Monaten Verfassungsbeschwerde eingereicht, weil sie ihr Recht am Eigentum nicht gewahrt sehen, die Schadenshöhe aber bislang nicht beziffert. Die Versorger haben durch die Atomwende der Regierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel Atomkraftwerke wie Biblis oder Isar 1 stilllegen müssen. Die Verfahren dürften mehrere Jahre dauern.

    http://de.reuters.com/article/companiesNews/idDEBEE85C03I20120613

    Einstweilen will Rösler Naturschutzgesetze außer Kraft setzen, um die Landschaft schneller verdrahten können.

    Bundeswirtschaftsminister Rösler will den Ausbau der deutschen Stromnetze gegen alle Widerstände durchsetzen. Laut „FAZ“ plant er sogar, EU-Vorgaben für Natur- und Vogelschutz außer Kraft zu setzen.

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/netzausbau-roesler-will-umweltschutz-fuer-trassenbau-aushebeln-a-838760.html

  159. …Laut “FAZ” plant er sogar, EU-Vorgaben für Natur- und Vogelschutz außer Kraft zu setzen.

    Unter stillschweigender Billigung der Grünen…
    Genauer: Um das Gesicht zu wahren, werden sie wahrscheinlich die vielfach teurere unterirdische Verlegung fordern, im sicheren Wissen, dass das unmöglich ist. Aber die blöden Wähler werden es schon glauben. Denken sie. Denn auch hier wird der Bogen so offensichtlich überspannt, dass sehr bald die Diskrepanz zwischen dem Juchtenkäferschutz und den Wind-Beton- und Leitungswäldern einfach nicht mehr zuzudecken ist.
    Ich frage mich, was diese Ökos eigentlich dazu treibt, so lemminghaft auf den eigenen Untergang zu zu rennen. Sie überschlagen sich in immer absurderen und widersprüchlichen Aktionen. Aber die müssen doch wahrnehmen, dass sie damit rasant an Glaubwürdigkeit verlieren!
    Ist das Bunkerwahnsinn? Totentanz?
    Jedenfalls ist es ein sicherer Weg, statt einer Gesundschrumpfung mittel- und langfristig die eigene Daseinsberechtigung so fundamental zu untergraben, dass der Sturz bodenlos wird.

    Na, mir kann es egal sein. Aber wären die Grünen eine AG, würde ich meine Aktien sofort verkaufen!

  160. @ Tritium

    Laut “FAZ” plant er sogar, EU-Vorgaben für Natur- und Vogelschutz außer Kraft zu setzen.

    Schön hat sich da der Spiegel mal wieder einen Punkt eines Interviews heraus gesucht, was Rösler aber sonst noch sagt, kann natürlich in einer so kurzen Mitteilung wie im Spiegel, nicht auch noch untergebracht werden. Deshalb: „Wir müssen an die Förderung für erneuerbare Energien ran,“ so lautete nämlich die Überschrift in der FAZ.

    Dennoch ist es nicht falsch oder verdreht wie es der Spiegel darstellt. Die Forderungen hat ja Rösler tatsächlich gestellt. Für mich stellen sich da aber gleich ein paar Fragen. Ist das mit dem Justizministerium abgesprochen, oder ist es so klar, dass man Rechtswege einfach so beschneiden kann? Warum benennt er ganz konkrete Vorhaben?

    Auf Fachebene laufen die Gespräche. Dabei geht es vor allem um die Fauna-Flora-Habitat- sowie die Vogelschutz-Richtlinie. Da müssen wir ran. Jedem Beteiligten muss klar sein, dass wir auf die Herausforderungen der Energiewende auch unbequeme Antworten geben müssen. Auch das gehört zur Ehrlichkeit dazu.

    Das ist nicht abstrakt, wie sich sonst Politiker bei unangenehmen Themen ausdrücken, sondern ganz konkret. Im Prinzip zwingt er damit die Befürworter der Energiewende die Hosen runter zu lassen.

  161. Im Prinzip zwingt er damit die Befürworter der Energiewende die Hosen runter zu lassen.

    Im Prinzip ja…
    Aber, siehe oben, die Ökos werden sich nicht scheuen, mit plumpen Schlagworten so zu tun, als sei der Kahlschlag nur ein perfider Trick der ‚Atomlobby‘, um die schöne Energiewende in Misskredit zu bringen:
    1 Unterirdische Kabel! -- Kosten werden verschwiegen
    2.HGÜ! -- dass das Verfahren dazu gar nicht taugt, wen kümmert das!
    3. ‚Dezentral‘! -- eine leere Worthülse, aber so gut etabliert, dass sie -- wie ‚Nachhaltigkeit‘ -- immer taugt.
    4. Raffgierige Konzerne!: „Die haben doch schon alles bezahlt bekommen und wenn sie das Netz nicht heruntergewirtschaftet hätten, bräuchten wir gar keine neuen Leitungen!“ -- Völliger Unsinn, kommt aber bei nicht wenigen gut an.
    usw. usw. …

    Nee, so wie ich das sehe, muss die Karre wirklich erst mit einem Riesenbums an die Wand fahren, bevor die Einsicht einkehrt.

  162. @ Tritium

    Ja klar, diese Ausreden werden kommen. Ob diese aber auch verfangen außerhalb der eigenen Klientel?

  163. @ Quentin:

    Weniger und weniger.
    Vergessen wir nicht: Der Paradigmenwechsel ‚gärt‘ erst gewissermassen, bis er sich dann scheinbar plötzlich manifestiert. Das haben wir in den letzten Wochen doch schon erlebt, bei gewissen Punkten.
    Dass aber ein genereller Paradigmenwechsel ansteht, ist ausser Frage, denke ich. Es rumort, der Medientenor hat sich bedeutend verändert und so manche Wendehälse schrauben schon fleissig am Gewinde.

    Nebenbei: Um Vahrenholt ist es recht still geworden, aber ich zweifle nicht daran, dass er ein wichtiger Mit-Auslöser war.

  164. #157. Tim Hardenberg

    Hallo Tim,

    wenn das in dem Tempo so weitergeht, sind wir bald Solarmodulherstellerfreie Zone. Hätte nix dagegen 😉

    karl.s

  165. #159. Tritium

    Ich frage mich, was diese Ökos eigentlich dazu treibt, so lemminghaft auf den eigenen Untergang zu zu rennen. Sie überschlagen sich in immer absurderen und widersprüchlichen Aktionen. Aber die müssen doch wahrnehmen, dass sie damit rasant an Glaubwürdigkeit verlieren!
    Ist das Bunkerwahnsinn? Totentanz?

    Hallo Tritium,

    das ist rational nicht zu erklären. Dazu bedarf es irrationaler Denkmuster und Verhaltensweisen, gefüttert von einer weltfremden grünen Ideologie. Und wenn die Welt in Scherben………………

    karl.s

  166. Hihi, ick hab da ein ganz hinterhältigen Vergleich.

    Wir treiben alle unsere Kinder ab, damit unsere Urenkel später auch noch ein Stückchen heile Natur übrig haben.
    Nachhaltiger geht doch dieser NULL-CO2-Footprint garnet mehr, oder???

    Onkel Heinz………böser Scherz

  167. #157. Tim Hardenberg

    Tim, und hier noch einen, der bald die Hand hebt.

  168. @karlchen

    Tim, und hier noch einen, der bald die Hand hebt.

    …..und noch einer, der schon gehoben hat …..und die Chinesen reiben sich die Hände:

    Der neue Investor bei Scheuten Solar in Gelsenkirchen ist die letzte Chance für die Rettung des Werkes.

    Mit dieser Aussage hat der Betriebsrat auf den Verkauf reagiert. Der chinesische Investor Aikosolar will mit 40 Mitarbeitern in Schalke weitermachen. 130 Beschäftigte sollen in eine Transfergesellschaft wechseln. Betriebsratschef Mathias Wilms hofft auf einen Neubeginn bei Scheuten.

    Grund für die Insolvenz von Scheuten Solar in Gelsenkirchen war der Preisverfall auf dem europäischen Markt für Solarmodule….

  169. Hach, jetzt geht’s auch schon bei den Windbeuteln los.
    Und kein Geier will das Aas.


    Verkauf des Offshore-Windparks auf der Kippe

    Der geplante Verkauf des Windkraft-Unternehmens „Bard“ droht zu scheitern. Bisher ist nicht gelungen, einen Investor zu finden, der die gesamte Unternehmensgruppe mit Standorten in Emden, Cuxhaven und Bremen übernimmt. Das Unternehmen selbst schließt eine Zerschlagung nicht mehr aus. Grund für die Verkaufspläne sind die explodierenden Kosten für den Hochsee-Windpark „Bard Offshore 1“.

  170. #169. moosgeist

    Hach, jetzt geht’s auch schon bei den Windbeuteln los.
    Und kein Geier will das Aas.

    moin moosi,

    ja so ist das, wenn man bei solchen Investitionen auf Ideologie baut und nicht auf wirtschaftlichen Prämissen. Ich wein denen keine Träne nach. Mir tun immer nur die Beschäftigten leid, die können letztendlich nix dafür.

    gruß
    karl.s

  171. Sie müssen bei E-Autobesitzern nachfragen, wer sowas kauft , kauft auch Windmühlen 😉

  172. @ W. Rassbach: Leider gibt es nur etwa 1000 E-Autobesitzer…

  173. Der ‚Norwegische Wasserstrom‘ wird aus der Mottenkiste geholt:

    Berlin drängt auf Stromanschluss in Norwegen

    Interessant ist vor allem, dass niemand bereit ist, die Leitungen zu finanzieren und deshalb der Staat einspringen muss:

    Für die erforderlichen Milliardeninvestitionen in die Verbindung soll die bundeseigene KfW-Bank ins Boot geholt werde. Diese Zusicherung hat Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Kapferer dem staatlichen norwegischen Netzbetreiber Statnett SF nach Informationen dieser Zeitung schriftlich gegeben.

    Dabei ist es alles andere als ein Großprojekt, denn es handelt sich nur um die eine, seit langem geplante 1,4 GW-Leitung, deren Bau unter anderem wegen Bürgerprotesten gegen den Landanschlusspunkt stagniert. Das wäre ohnehin nur ein Tropfen auf den heissen Stein, nötig wären wenigstens 5 solcher Leitungen -- vorläufig!
    Welchen Zweck sie hat? Euphemistisch kann man es so ausdrücken:

    Das Kabel wäre keine Einbahnstraße, Strom würde mal nach Norden, mal nach Süden fließen. „Norwegen würde die überschüssige Windenergie aus Deutschland nutzen, Wasser in seinen Reservoirs sparen und zurückzahlen, wenn der Wind über Deutschland nicht bläst und die Sonne nicht scheint“, sagte Akselsen.

    Wie das in der Praxis aussieht, wissen die Dänen inzwischen: Norwegen nimmt den Überschussstrom der Windräder praktisch umsonst ab, so lange es nicht mehr ist, als sie verbrauchen können, und spart dafür Wasser.
    Bei Flaute verkaufen die Norweger soviel sie übrig haben zu Spitzenpreisen zurück und machen ein grossartiges Geschäft.

    Wohlgemerkt:
    1. Die Norweger denken gar nicht daran, ihre Wasserkraftwerke auszubauen! Deshalb kann die norwegische Wasserkraft immer nur einen kleinen Teil des deutschen Energiebedarfs decken, den die Gesamtleistung Norwegens ist nur 1/5 der deutschen.
    Insbesonders werden die Norweger KEINE Umbauten zu Pumpspieichern vornehmen -es sei denn vielleicht, dass wir sie fürstlich dafür bezahlen, die Umbaukosten übernehmen, und Garantien für die Auslastung geben.

    2. Um den norwegischen Überschuss konkurrieren Dänemark und Großbritannien mit Deutschland -- gewinnen wird der, der den Norwegern am meisten zahlt!

    3. WIR müssen die Leitung bezahlen, mit der unser Geld nach Norwegen gepumpt wird!

    4. Die Norweger werden nicht zögern, auch ’negative‘ Preise für unseren NIE-Überschuss zu nehmen, wir werden also wohl noch dafür BEZAHLEN, dass sie unseren Strom nehmen.

    5. Die Norweger können und werden auf keinen Fall mehr abnehmen, als ihrem aktuellen Eigenbedarf entspricht. Im Sommer ist das nur sehr wenig und bei weiterem Ausbau der NIE werden die bald zu Spitzenzeiten weitaus mehr liefern als selbst mit noch so viel Leitungen nach Norwegen geschickt werden könnte. Wohin dann damit?

  174. @Tritium

    1.400 MW……ist dat lächerlich, wo schon heute im ÜB-Netz von 50Hertz bei Windstarken Wetterlagen so um die 10.000 MW Windstrom rumlungert und allen Beteiligten das Leben schwer macht.

    Frühestens 2018…….da mach ich mir keine Sorgen, bis dahin ist das deutsche Stromnetz schon oft genug zusammengebrochen um einen Paradigmenwechsel bei der Energiewende auszulösen.

    Tja, und wenn Norwegen ausgerechnet dann seinen Strom in harten Wintertagen selber brauch……..gucken wir ganz einfach in die Röhre, in die dumme.
    Fazit, ein Alibi-Projekt um den Beteiligten ein Stück weit Rendite und Ansehen zu sichern aber für unser Konzept, auf 100% EE umzuschwenken, nix weiter als ein unsicheres Tröpfchen auf der heißen Bratpfanne.
    Mit der krieg ich nämlich auf die Omme, wenn ick versuche meine Frau zu bescheißen oder zu belügen, *grins*

    Onkel Heinz…….müdes lächeln

  175. @ Heinz:
    Darfst aber nicht vergessen, dass es ausser den Norwegern, denen wir eine Lizenz zum Gelddrucken ausstellen, auch noch andere Profiteure gibt:
    Hausierer a la Geeenpeace Energy! Denn wenn diese Alibi-Leitung steht, können sie ‚zertifizierten Wasser-Öko-Strom aus Norwegen‘ in ihr Portefeulle aufnehmen!
    Das heisst, dass die deutschen Steuerzahler nun an der Reihe sind, deren Schwindel-Geschäftsmodell mit einem Plausibilitäts-Mäntelchen zu versehen!
    Denn:
    Es wäre zwar durchaus möglich, norwegische ‚Öko‘-Zertifikate auch ganz ohne Leitungsverbindung fürs Greenwashing zu benutzen -- Selbst das ’strenge‘ Greenpeace-Ökolabel verlangt ja nur, dass der angeblich grüne Strom zeitgleich produziert wird, aber nicht, dass auch tatsächlich ein entsprechender Elektrizitätsfluss stattfindet -- aber das würde selbst den vertrauensseligsten Kunden doch etwas seltsam vorkommen, denn die erwarten ja blauägig, dass da tatsächlich der Strom aus der Dose kommt, für dessen Etikett sie bezahlt haben.
    Steht die Leitung, kann man ihnen sagen:“Klar ist das echter Norwegen-Strom! Kommt über die neue Leitung direkt aus sauberen Seen im Norden!“.
    Ob tatsächlich irgendwas durch die Leitung fliesst, ist natürlich völlig egal, hauptsache, die lustigen bunten Zertifikate für 0,05 Cent/kWh wurden erworben und hauptsache die Norweger produzieren zeitgleich Strom für sich selbst. Das genügt für den Schwindel, sogar, wenn in Wirklichkeit gerade mal zufällig unverwertbarer NIE-Strom Richtung Norwegen unterwegs ist. Immerhin können Greenpeace und die anderen Öko-Hausierer so bis zu 20% des gesamten deutschen Stromverbrauchs mit ihren selbstgedruckten Ökomonopoly-Zertifikaten grün waschen! Das macht das Geschäftsmodell zukunftssicher.
    Ja, und siehst, DAFÜR reicht eine 1,4 GW-Leitung völlig aus!
    Nebenbei: Greenpeace Energy muss nicht mal für die Betriebskosten der Alibi-Leitung aufkommen, die zahlt nämlich die Oma mit der mini-Rente zwangsweise via EEG-Umlage und erhöhten Netzgebühren.
    Weisst, das sind so Gedanken, bei denen mir in den Sinn kommt, dass Laternenpfähle doch eigentlich zu mehr taugen als nur Lampen dran zu hängen.

  176. @ Tritium #173

    Hallo Tritium,

    es grenzt schon an Leichenfledderei, dass immer dann, wenn die Grenzen des Wunschdenkens unserer Ökofuzzis erreicht sind, die angeblich reichlich vorhandenen (de facto sind es nur 2) norwegischen PSW aus der ideologischen Gruft gebuddelt werden.

    Diese 1,4 GW Leitung (NorGer) scheiterte bereits mehrmals an dem Umstand, dass kein Investor für diese Leitung hinterm Ofen vorzulocken war. Der Grund ist relativ einfach. Egal, wer diese Leitung bezahlt, sie wird Eigentum der Betreiber-Gesellschaft NorGer KS , die eine 100%tige Tochter von Statnett ist und bleibt. Wenn jetzt sie KfW-Bank die Kröten locker machen soll, so sagt das nur, dass für die Kosten von ca. 1,5 bis 2 Mrd Euro Omas Sparstrumpf herhalten muss.

    Das ganze Spiel schaut mir eher nach einem geschickt eingefädelten Coup des staatlichen Norwegischen Energieversorgers Statkraft, gemeinsam mit dem ebenfalls staatlichen Netzbetreibers Statnett, aus.

    Es sieht hier ganz nach einem (noch) Planspielen von Statkraft/Statnett aus, um das eigene Engagement auf dem deutschen Energiemarkt auszubauen. Derzeit ist Statkraft der sechstgrößte Stromerzeuger auf dem deutschen Markt und betreibt zehn Wasserkraftwerke, vier Gaskraftwerke, ist an einigen GuD-Kraftwerken Heizkraftwerken beteiligt. Weiterhin ist Statkraft über Eon an deren Erdgasverteilungsnetz beteiligt. Beabsichtigt ist der evtl. weitere Bau von Gas- und GuD-Kraftwerken. Durch technische „Renovierungen“ an den Wasserkraftwerken ist Statkraft auch zum Empfänger der Vergütungen nach EEG geworden.

    Das Planspiel der Norweger könnte folgendes betrachten: Statkraft produziert über eigene Gasleitungen mit eigenem Gas in eigenen Kraftwerken Strom, schickt ihn über ein eigenes Kabel (vom deutschen Verbraucher bezahlt) nach Norwegen und verkauft ihn wieder nach DE zu Spitzenlast-Zeiten zum Höchstpreis.

    So ein Geschäft lässt sich sogar buchhalterisch abwickeln, ohne dass auch nur ein einziges Ampere geflossen ist. Nebenbei hat Norwegen dann auch noch eine Reserve für die eigene Versorgung und genau das dürfet des Pudels Kern sein.

    Ein schönes Spielchen, das mit dem Ökostrom bereits ohne Leitung funktioniert. Mit der Energiewende baut man noch ein paar Biomassekraftwerke dazu und der Kohl wird dann so richtig fett.

    sinniert der Moosgeist

  177. Ein Menetekel:

    Angst vor Blackout – Japan fährt Atomreaktoren hoch
    Noda begründete seine Entscheidung mit drohenden negativen Auswirkungen auf die japanische Wirtschaft und die Bevölkerung. „Der Stopp der Reaktoren schneidet das Land von 30 Prozent seiner Stromerzeugung ab“, sagte der Regierungschef. Es drohe nicht nur Stromknappheit im Sommer, sondern Japans Wirtschaft könne erlahmen. Atomkraft sei insofern eine „wesentliche Energiequelle“.

    Die Japaner handeln immerhin VOR dem Blackout. Ich fürchte, diese Voraussicht wird sich in Deutschland nicht finden.

  178. @Tritium und Moosi

    Ach ja…….da musste ick mal wieder an meinen alten Artikel vom 16.06.08 denken, der irgendwie immer noch aktuell ist wie eh und je.
    http://www.science-skeptical.de/blog/warum-ist-oko-strom-eigentlich-so-billig/00213/

    “Zwar ist es physikalisch nicht möglich, dass der Strom aus einem österreichischen Wasserkraftwerk bei Ihnen direkt in Fürth aus der Steckdose kommt. Je mehr Kunden infra natur bestellen, umso höher werden unsere Bestellmengen für Wasserkraftstrom sein.”

    Nun jut, das Ökostrom-Wasserkraft-Gebrösel nehm ick mir mal später wieder verstärkt zur Brust, da ham wa ja noch ein Stück weit Zeit.
    Ick sehe derzeit eigentlich nur die rein physikalischen Stromdingens und da wird uns dieses lüdde Kabel im Jahre 2018 bis dahin nix mehr nützen, wenn der Ausbau der NIE so ungebremst weiter gehen wie bisher.

    Hier noch mal eine kleine Nachhilfestunde für neugierige Leser:

    Nordel ist die Bezeichnung für das mit Dreiphasenwechselstrom betriebene elektrische Verbundsystem der skandinavischen Staaten. Das NORDEL-Netz umfasst die Staaten Finnland, Schweden, Norwegen und die östlichen Gebiete Dänemarks (Seeland, Lolland und Falster). Island stellt aufgrund der räumlichen großen Entfernung ein Inselnetz dar, welches von der Organisation NORDEL administrativ betreut wird.
    Aus technischen Gründen kann das Netz der NORDEL mit den zentraleuropäischen UCTE-Netz nicht direkt verbunden werden. Die Netze weisen zwar bezüglich der Netzfrequenz den gleiche Nennwert von 50 Hz auf, konkrete Abweichungen und Phasenlagen der Netzfrequenz sind aber unterschiedlich, d. h., die Netze sind zueinander asynchron. Elektrische Energie zwischen den Netzen kann nur in Form von Gleichstrom über Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungen (HGÜ) oder HGÜ-Kurzkupplungen (GKK) übertragen werden.
    Zum UCTE-Netz bestehen in Form von mehreren Seekabeln HGÜ-Verbindungen wie die Konti-Skan, HGÜ Cross-Skagerrak oder die NorNed. Zu der russischen Regelzone IPS/UPS besteht in Finnland die HGÜ-Kurzkupplung Wyborg, welche die einzige elektrische Verbindung zwischen Russland und Finnland darstellt.
    Die skandinavischen Netzbetreiber der NORDEL sind wie die zentraleuropäischen Netzbetreiber der UCTE im Verband Europäischer Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) organisiert.

    http://de.wikipedia.org/wiki/NORDEL

    Ein Grund, warum wir Norwegen als „Speicherland“ nicht zu sehr überbewerten sollten, ist es doch ein Teil eines anderen Netzverbundes und erfüllt innerhalb diesem seine historisch bedingte Aufgabe.
    Eine weitere Gleichstromanbindung an das UCET -- Netz kann sicherlich stabilisierende Wirkung auf beide Teilnetze haben aber für die geplanten NIE-Strömlinge, die Deutschland durch die Wallachei schicken möchte, ist dat arme Kabel einfach viel zu mickrig.

    Deutschland muss eigene Speicher in gigantischen Dimensionen innerhalb von nur einigen Jahren aus den Hut zaubern um seine so-genannte Energiewende stemmen zu können…………alles andere ist doch nur ne riesige Nebelkerze für dumme Grün-Nachplapperer.
    MfG
    H.E.

  179. Aprops grünbesudelte Norwegen-Speicherfans………..

    Geologen entdecken riesiges Erdgas-Reservoir

    Es könnte der größte Erdgasfund in Norwegen seit mehr als zehn Jahren sein: Geologen haben 400 Kilometer vor der Küste ein riesiges Gasfeld aufgespürt. Doch noch ist völlig unklar, ob und wann der wertvolle Rohstoff von dort in die EU fließen wird.

    Der Artikel ist ja nun schon von 2009, sollte aber zeigen, das unsere Realitätsblinden Öko-Bessermenschen trotzdem auf die falsche Karte setzen.
    Während Deutschland dabei ist seine einzige einheimische Primärenergiequelle, die Kohle, wegen Klimagedöns abzuschaffen, stehen rund herum schon so einige Erdgasproduzenten in den Startlöchern um in Deutschland dann die fetten Gewinne mit Erdgas abschöpfen zu können.
    Strategisch gesehen sind wir also bereit uns noch ein Stückchen mehr in Abhängigkeiten zu begeben, die uns eines Tages nochmal ganz bös auf die Füsse fallen werden.

    Ist das der wahre Sinn hinter der idiotischen deutschen Energiewende?

    H.E.

  180. Es gibt ein ausführliches Paper über Windkraft in Dänemark, welces vorweg nimmt, was uns blühen würde:

    WIND ENERGY THE CASE OF DENMARK

    Das ‚Executive Summary‘:
    The claim that Denmark derives about 20% of its electricity from wind overstates matters. Being
    highly intermittent, wind power has recently (2006) met as little as 5% of Denmark’s annual
    electricity consumption with an average over the last five years of 9.7%.

    Over the last eight years West Denmark has exported (couldn’t use), on average, 57% of the
    wind power it generated and East Denmark an average of 45%.

    The wind power that is exported from Denmark saves neither fossil fuel consumption nor CO2
    emissions in Denmark, where it is all paid for. By necessity, wind power exported to Norway and
    Sweden supplants largely carbon neutral electricity in the Nordic countries. No coal is used nor
    are there power-related CO2 emissions in Sweden and Norway.
    —-
    Die Behauptung, dass Dänemark ungefähr 20% seines Stroms aus Windkraft gewinnt übertreibt die Realität. Durch seine sehr wechselhafte Erzeugung hat Windkraft kürzlich (2006) nur 5% von Dänemarks jährlichem Stromverbrauch gedeckt und in den letzten 5 Jahren im Mittel 9,7%.

    Im Lauf der letzten acht Jahre hat West-Dänemark im Schnitt 57% und Ost-Dänemark 45% seines Windstroms exportiert, weil er im Land selbst nicht verbraucht werden konnte.

    Der Windstrom, der von Dänemark exportiert wird, spart weder fossile Brennstoffe noch erniedrigt er die CO2-emissionen in dänemark, welches die gesamten Unkosten trägt. Notwendigerweise ersetzt Windstrom, der nach Norwegen und Schweden exportiert wird, dort nur den weitestgehend CO2-freien (Wasserkraft-) Strom. In Norwegen und Schweden wird weder Kohle verbrannt noch gibt es CO2-Emissionen aus der Stromerzeugung.

    Da wird also Licht in Säcken ins Rathaus getragen, zur Freude der Nachbarn Norwegen und Schweden, die davon enorm profitieren,dass die dänischen Stromkunden und Steuerzahler ihnen Strom nahezu schenken und dann später für Rekordpreise wieder zurück bekommen.
    Zusätzlich muss bedacht werden, dass Dänemark 5,5 Millionen Einwohner hat, da funktioniert das noch mit Hilfe der ‚grossen‘ Nachbarn.
    Deutschland hat 80 Millionenen Einwohner und die skandinavischen Länder sind uns gegenüber Zwerge. Doch wie sollen Zwerge einen Riesen stützen?

    Was man auch ablesen kann:
    Die realen Zahlen aus Dänemark sagen, dass bereits bei einem Teilausbau der NIE auf 20% rund die Hälfte(!) des erzeugten Windstroms irgendwie gespeichert (oder vernichtet oder verschenkt) werden muss, weil er nicht verbraucht werden kann.
    Das ist eine wichtige Kennzahl, die in Deutschland nicht eruierbar ist, aber sicherlich in der selben Grössenordnung liegt. Der Umstand, dass Dänemark seine Überschüsse durch Export regelt und es darüber klare Zahlen gibt, ist ein Glücksfall und die erschreckend schlechte Bilanz zeigt auch gleich, warum diese Zahl für Deutschland nicht veröffentlicht wird, denn sie ist ein sehr grosser Nagel zum Sarg der NIE.
    Setzt man diesen Faktor in die Bedarfsrechnungen für den thoretisch nötigen Speicherbau ein, wachsen Speicherbedarf und -kosten ins astronomisch-irreale und das zangsläufig notwendige Scheitern der Energiewende wird noch unmissverständlicher klar als es ohnehin schon ist.

  181. @Tritium

    Doch wie sollen Zwerge einen Riesen stützen?

    ….hi hi, kennst sicher die Swift’s Geschichte vom Gulliver. Den ham die Zwerge vor allem festgebunden, damit er keinen Unsinn macht…. oder am Ende gar „auf sie drauf trampelt”.

  182. @ Tim:
    Die Geschichte kenn‘ ich anders!

  183. @Tritium

    …wuhohahaha…. ein schönes Beispiel dafür, dass die wahre Geschichte meistens ganz anders aussieht, als den Leuten weisgemacht wird.

  184. #181 / #182

    Tim u. Tritium,

    da muß was dran sein :-)

  185. Wird EnBW wieder französisch?

    Grün-Rot in Baden-Württemberg will den Einstieg des Landes in den bundesweit drittgrößten Energiekonzern EnBW wegen des hohen Kaufpreises notfalls wieder rückgängig machen. Wenn der französische Energieversorger Electricité de France (EdF) nicht gut zwei Mrd. Euro an das Land zurückzahlt, will die Landesregierung auf eine Rückabwicklung des von Ex-Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) eingefädelten Deals pochen. Das geht aus dem Klageantrag hervor, den das Land beim Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer in Paris eingereicht hat.

    Tja, sowas passiert, wenn einem Land energietechnisch die Felle wegschwimmen.
    Hihi, olle Kretschmar ist überfordert, Rot-Grün kaggt ab, also versucht man den Kauf rückgängig zu mach, wie es bei Dünnebrettbohrern immer so ist, ich lieg gerade wieder in der Ecke……..um meinen Magen zu beruhigen, derart Lachkrämpfe hält ja der stärkste Ochse nicht aus.

    Bundes-Mutti kloppt die Kernkraft in die Tonne, Rot-Grün hätte Dank eigenen Energieversorger jetzt die erneuerbare Kampfsau spielen können und ziehen gerade den Schwanz ein, wie ein Köter den man voll in die Eier getreten hat, ja das ist Politik mit Augenmass.

    Rot-Grün kann nur meckern….aber sobald se was konkretes zeigen müssen, stecken se wie Vogel Strauss den Kopp in den Sand, wie immer eigentlich, wenn se mal ausnahmsweise Verantwortung vom unverantwortlichen Wähler bekommen haben.
    Dampfplauderer ohne Eier in der Hose, Dummschwätzer und Gegen-Alles-Nichtsnutze die nur um ihre politischen Posten bemüht sind……….wo se gerade mal die echte Chance hätten, den Rest Deutschland zu zeigen, wie man Energie richtig wendet.

    Geil, diese Politzwerge zerlegen sich gerade selber, zur Freude Onkel Heinz´s, joo……zeigt eure Unfähigkeit, zeigt eure Wahllügen, zeigt das ihr zu nix in der Lage seid, ausser euern Wahlpöbel in den Arsch zu latschen.

    Deutschland schafft sich ab……….
    Onkel Heinz………die personifizierte Gehässigkeit

  186. Tja, und weil ick gerade besonders fies und hämisch drauf bin, gibbet die nächste Klatsche.

    EnBW kämpft einen Krieg an drei Fronten

    Der Streit zwischen EnBW und dem langjährigen Geschäftspartner Bykov um die Rückzahlung von 130 Millionen Euro dümpelt seit zwei Jahren. Jetzt hat der Russe in einem großen Interview mit dem „Handelsblatt“ schwere Vorwürfe gegen den amtierenden EnBW-Chef Hans-Peter Villis und seine beiden Vorgänger Utz Claassen und Gerhard Goll erhoben. Über die Jahre sollen danach 200 Millionen Euro an Bykov geflossen sein, die der für „Klimapflege“ in Russland eingesetzt haben will. Die Hälfte der Summe sei in die Siftung des „Heiligen Nikolaus, der Wundertäter“ gegangen, die Kirchen, Denkmäler und Schulen in ganz Russland finanzierte.

    Klimapflege….Erdgas………..und ick zieh mir die Hosen mit der Kneifzange an, welche Anzeichen brauchen wir seit Schröders Amtszeit eigentlich noch um zu begreifen, das die EE nur einem nutzen.
    Immer uff die Fresse……….langsam spült es die ganze Scheiße an die Oberfläche, und dat ist auch gut so.
    H.E.

  187. Alle guten Dinge sind drei……ok, in meinen Fall, alles Sachen die ick gegen die EE in Deutschland in Stellung bringen kann.

    Gemeinsam fördern

    Während Deutschland der Entwicklung erneuerbarer Energien große Bedeutung beimisst und jährlich mehrere Milliarden Euro in deren Ausbau investiert, ist die Haltung anderer EU-Staaten zu diesem Thema mindestens ambivalent. Großbritannien setzt bei der weiteren Umgestaltung des Energiemarktes auf technologieneutrale CO2-Minderungsziele, die gleichermaßen durch erneuerbare Energien, Atomkraft, fossile Energieträger mit CCS (Carbon Capture and Storage) und Energieeinsparung erfüllt werden können. In Polen hingegen wird derzeit die klimapolitische Grundausrichtung der EU insgesamt angezweifelt, was den weiteren Umgang mit regenerativen Energiequellen in Frage stellt…………………

    Ja, der deutsche Alleingang, mit den HIntergrund mal wieder schlauer zu sein als der Rest der Welt, stößt in Europa auf immer mehr Widerwillen.
    Ja, ihr unbelehrbaren grünen Besserwisser aus dem Rotweingürtel, die Physik lässt sich nicht bescheissen…….zumindest bei der Elektrotechnik nicht, ick hoffe also, das gerade ihr am Längsten im Dunkeln sitzen werdet um dieses Naturgesetz zu begreifen, obwohl ihr damals in der Schule gepennt oder gekifft habt.

    PS. Ick werde mir dann ganz stark überlegen, wen ich nach dem Black-Out als Erstes wieder mit Strom versorge, und ihr steht da ganz weit hinten auf der Liste.
    Leidet……..bezieht Prügel von euren Kindern………..ihr wolltet es einfach nicht anders, nun lebt mit euren bekloppten Utopien, idealerweise bekommt gleich noch noch volle Ladung Multikulti um die Ohren gehauen, was nun schon längst fällig wurde.

    Der kommende Knall wird euch vom Sofa fegen, das garantier ick euch schon heute………denn entgegen euerm Wahn gibbet in Deutschland ne Menge Menschen die sich noch ein Stück weit Selbsterhaltungstrieb bewahrt haben……….Evolution und das Überleben der Stärksten, falls ihr bei diesen Thema nicht auch noch gepennt habt in der Schule.
    Ich blicke positiv in die Zukunft……..und ihr solltet euch ganz verschämt vor jeder Strassenlaterne und jeden stabilen Ast in Acht nehmen………
    Angst essen Seele auf……..oder macht sie stärker denn je, wie in meinen Fall.

    Onkel Heinz……wird über euch kommen wie der Zorn Gottes

  188. Onkel Heinz……wird über euch kommen wie der Zorn Gottes

    …. hi hi, endlich isser wieder in alter Form! :-) (Der Struppi lässt fragen, wie’s dem Pitbull geht.)

  189. Heinz,
    EnBW ist der Lacher. Die Grünen haben durch Wahl die Mehrheit über einen bösen Konzern erlangt und starten nicht mit der Wende durch 😉

    EnBW ist doch jetzt schon dunkelgrün? Grüne Regierung hat die Hälfte und die andere Häälfte betsht vorrangig aus Stadtwerken, die sicherlich auch dunkelgrün sind. Wenn die Leute im Ländle merken, dass ihr Geld gerade zum Teufel gejagt wird, brennt die Luft.

    Dieses Jahr haben sie erstmal die Niedrigenergiehaus Besitzer geschockt. Voller Preis auf die Wärmepumpen.
    Da liege ich ja mit meiner Gasheizung, gesponsert von Gasgerd, jetzt locker unter den wärmegepumpten Häuschen, und ich kann meine Fenster aufmachen?

  190. achgut.com (Wendt):

    Der Energie-Ausnahmezustand

  191. @Timmi

    Den Pittbull gehts wieder fast so wie es sein sollte, am Dienstag kann ich ihn wahrscheinlich wieder in die heimatlichen Arme schließen.
    Onkel Heinz kann man nur temporal aus die Socken hauen……..am Ende siegt immer der alte Kampfgeist.

    MfG
    Struppi und andere gut aufgelegte „Köter“…….wünscht Onkel Heinz

  192. @Rassbach

    Hihi, Wärmepumpentarife…..gab es eh nur noch vom heimischen Stadtwerk, die üblichen Stromdealer uff´n freien Markt ham da eh keine Tarife mehr für angeboten.
    EnBW……gibbet ein Wort für die Steigerungsform von „Gehässig“?…..würd ick jetzt gerne mal wissen um es zu verwenden.
    Egal……..Grüne an die Macht, um sie anschließend wegen gelebter Realität und politischer Verantwortung voll eine auf die Fresse zu bekommen.
    Wer grün wählt, frisst auch kleine Kinder, ersatzweise die Fliegen, die um den selbstgelegten Scheißhaufen herumsummen.

    Onkel Heinz…….die Realität kann so grausam sein

  193. #190 Tim

    Befürworter der sauberen neuen Welt nehmen die Kollateralschäden bewusst in Kauf. „Ohne Windkraftanlagen im Wald“,sagt Boris Palmer, grüner Oberbürgermeister in Tübingen, „wird die Energiewende nicht gelingen.“ Überhaupt, findet der Grünen-Politiker,„geht es nicht, dass immer nur Einwände kommen, hier gegen einen Windpark und dort gegen energetische Gebäudesanierung“. Schließlich, so Palmer, stelle die weltweite Klimaerwärmung „eine Art Notstand“ dar. Ein wenig erinnert der Satz an das berühmte Diktum des autoritären Staatsrechtlers Carl Schmitt: „Souverän ist, wer über den Ausnahmezustand entscheidet.“

    Sorry liebe Deutsche, weil wir uns einbilden das Weltklima schützen zu können, machen wir unsere Natur zur Sau, damit unsere Enkel dann zwischen den den Waldlosen Flächen zwischen den Windrädern spielen können……falls die nicht von den Energie-Landwirten von den Energie-Äckern verjagt werden.
    Ach ich vergaß, diese Kinder wachsen ja in den Nobelviertel der grünbesudelten Bessermenschen klinisch sauber auf wie eine Laborratte, Sagrotan sei Dank.
    Ick hab als kleines Kind noch Dreck gefressen, jeden zweiten Tag aufgeschlagene Knie oder Ellenbogen gehabt, bei minus 20 Grad meine Notdurft in einen Aussen-Plumpsklo verrichtet……..und lebe immer noch.

    Wenn ein Lebewesen anpassungsfähig ist, dann ist es der Mensch……und Vorsorge klappt nur, wenn auf den Staat verlass ist…….und so sieht es bei uns gerade nicht aus, Dank ESM.
    Am deutschen Wahn soll der Planet genesen………….und so mancher Bürgermeister sollten mal sein Hirn vom Facharzt untersuchen lassen.
    Den einzigen Notstand den wir in Deutschland haben…sind die selbstgewählten Volksvertreter, Amen.

    Ok, Ekel Alfred muss auch langsam ins Bett, selbst Giftspritzen brauchen ihren Schlaf.
    H.E.

  194. „…eine Art Notstand“

    Das ist eine sehr bemerkenswerte Aussage von einem Grünen.
    Denn zu den Gründungsmythen der Grünen Partei gehört, neben dem Kampf für den Naturschutz, ganz oben der Kampf gegen die Notstandsgesetze in den 60ern.
    Und nun fordert ein Grüner Notstandsgesetze gegen den Naturschutz..

    Nunn, das an sich wundert mich eigentlich weniger, denn so eine Umkehrung ist geradezu typisch für totalitäre Idologien. Allerdings ist die Abkehr von den propagierten Idealen, mit denen der Weg zur Macht geebnet wurde, erst nach der festen Machtergreifung üblich.
    Da frage ich mich dann: Fühlen sich die Grünen denn tatsächlich so unangreifbar, dass sie glauben, sie könnten ungeniert den Schafspelz ablegen? Das dürfte, trotz des scheinbaren Primats der Grünen Ideologie in der medialen Gesellschaftsdarstellung, ein fataler Irrtum sein.

  195. #189. W.Rassbach

    Neuer Ärger bei EnBW (Handelsblatt e-paper)

    Grün-rote Landesregierung verärgert EnBW-Großaktionär
    Emails belegen führende Rolle von Banker Dirk Notheis im EnBW-Deal.
    Martin Buchenau Stuttgart

    Dem Energieversorger EnBW drohen weitere Turbulenzen: Nach dem laufenden Skandal um die Russlandgeschäfte und dem Besuch der Steuerfahnder droht jetzt das ohnehin schwierige Bündnis der beiden Großaktionäre zu zerbrechen.

    Der Zweckverband Oberschwäbische Elektrizitätswerke (OEW), der mit 46,5 Prozent einen gleich hohen Anteil wie das Land Baden-Württemberg am drittgrößten deutschen Energiekonzern hält, fühlt sich vom Land düpiert und droht mit Kündigung der Aktionärsvereinbarung. „Unter diesen Umständen sehe ich die bisher sachliche Zusammenarbeit im Rahmen der Aktionärsvereinbarung gefährdet“, sagte Heinz Seiffert, Verbandsvorsitzender und Landrat des Alb-Donau-Kreises, nach der Verbandsversammlung am vergangenen Freitag. Tags zuvor hatten die beiden Haupteigentümer im Aufsichtsrat noch gemeinsam die für die Finanzierung der Energiewende nötige Kapitalerhöhung beschlossen.

    Was war passiert? Die grün-rote Landesregierung hatte im vergangenen Februar beim Schiedsgerichtshof der internationalen Handelskammer in Paris Klage eingereicht. Darin fordert die Landesregierung vom Verkäufer, dem französischen Stromkonzern EdF, zwei Milliarden Euro zurück, weil sie den von der Vorgängerregierung gezahlten Kaufpreis von rund 4,7 Milliarden Euro für völlig überhöht hält und als unzulässige Beihilfe für den Staatskonzern sieht. Das Land hat aber der OEW die Klageschrift nie gezeigt. EdF-Chef Henri Proglio hat das bisher geheime Schriftstück vergangene Woche dem Stuttgarter EnBW-Untersuchungsausschuss zukommen lassen, der die umstrittenen Umstände des Einstiegs des Landes im Dezember 2010 klären soll. In der Klageschrift steht aber nicht nur die bekannte Forderung, sondern auch, dass hilfsweise der Staatskonzern EdF verurteilt werden solle, den Deal ganz rückgängig zu machen. Dies würde den Ausstieg des Landes entgegen allen bisherigen Aussagen bedeuten.

    Finanz- und Wirtschaftsminister Nils Schmid (SPD) bemühte sich zwar klarzustellen, dass das Land keinen Ausstieg plane. Dennoch zeigte sich die OEW enttäuscht über den Inhalt der Schiedsklage. Das Verhalten der Landesregierung spreche nicht gerade für eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und beeinträchtige das Verhältnis der Aktionäre, so Seiffert weiter am Rande der Sitzung. „Eines ist klar, wir werden jetzt alle Schritte in die Wege leiten, die unsere Rechtsposition wahren und Schaden abwenden“, sagte Seiffert. Damit ist klar, dass das Tischtuch zwischen den konservativen Landräten und der grün-roten Landesregierung zerschnitten ist. Erst im Januar hatten die OEW und das Land auf fünf Jahre eine Aktionärsvereinbarung unterschrieben, die das partnerschaftliche Miteinander der Hauptaktionäre der EnBW regelt.

    grün-rot und partnerschaftlich, das beißt sich irgendwie 😉

    karl.s

  196. #193. Heinz Eng

    Sorry liebe Deutsche, weil wir uns einbilden das Weltklima schützen zu können, machen wir unsere Natur zur Sau, damit unsere Enkel dann zwischen den den Waldlosen Flächen zwischen den Windrädern spielen können……falls die nicht von den Energie-Landwirten von den Energie-Äckern verjagt werden.

    moin Heinz,

    das zeigt aber ganz klar, dass es den Grünlingen mitnichten um Naturschutz und dergleichen geht, sondern einzig und allein um Totalisierung, um die Errichtung einer grün-roten Diktatur. Die Worte Palmers sind an Deutlichkeit nicht zu übertreffen.

    karl.s

  197. @Karlchen

    EnBW……ick hatte die Sache mit den Verkauf damals nicht so auf den Radarschirm und kann auch heute noch nicht viel dazu sagen, ick kann mir aber nicht vorstellen, das man den exakten Wert einer Firma nicht ermitteln kann.

    Irgendwie riecht dat nach a.) man will die Verluste kompensieren, die durch den Atomausstieg entstanden sind, oder b.) man kriegt kalte Füsse und will seine Anteile wieder los werden, damit man anschließend anderen den schwarzen Peter unterjubel kann, wenn die Energiewende nicht so klappt, wie man sich dat vorgestellt hat.

    Na mal gucken, wat die Rechtsverdreher am Ende auskaspern.
    H.E.

  198. Achtung, Achtung

    Dr. Peter Hoffmann von der TenneT TSO GmbH in Bayreuth, hat am 8. Mai 2012 einen sehr moderaten Vortrag im Rahmen des Physikalischen Kolloquiums der Universität Bayreuth gehalten mit dem Thema „Die Energiewende in Deutschland -- Kollabiert das Übertragungsnetz“. Dieser Vortrag hat mittlerweile seinen Weg zu Youtube gefunden und ich empfehle ihn hiermit eindrücklich zur Kenntnisnahme.

    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=PiHSf5q6fo0#!

    Ich hab da kurz mal etwas Probegeguckt, scheint wirklich sehr interessant und Lehrreich zu sein, ihr könnt gleich auf 15:00 min vorscrollen, der Rest ist etwas Vorgeplänkel.
    Richtig interessant wird es aber ab 1:00:00, da spricht der gute Mann über die extrem haarscharfe Sitiuation ab den 30.01.12, wo uns elektrotechnisch das Wasser schon bis zum Hals gestanden hat.

    Mein Kredo……….ein wirklicher Fachmann der wirklich anschaulich erklärt, was viele schon damals geahnt hatten.
    Eigentlich müssten unsere Politiker dieses Video als Pflichtstunde zwangsweise um die Ohren gehauen bekommen.

    Onkel Heinz………Guck-Pflicht

  199. achgut.com (Keil):

    Merkels Energiewende: Teuer in die Sackgasse

  200. hm, was mich an keil etwas stört: die texte werden zwar immer mal wieder aktualisiert, aber im wesentlichen schreibt er seit einem jahr ständig das gleiche. allmählich verlier ich die lust ständig texte zu lesen die mir zu großen teilen schon mal über den weg liefen (inklusive der gleichen schwachstellen).

  201. Das Ende rückt schnell näher:

    Luftbuchung – Energiewende nur zur Hälfte finanziert

    Der Beitrag der Banken zur Finanzierung der Energiewende in Deutschland fällt vermutlich geringer aus, als dies Energie- und Umweltpolitiker erwarten. „In Kernbereichen der Energiewende ist derzeit eine Projektfinanzierung nur sehr eingeschränkt möglich“, warnte Lutz Diederichs, Vorstand der HypoVereinsbank Corporate & Investmentbanking im Gespräch mit „Welt Online“.
    Diese Einschränkungen bezögen sich „auf die Hälfte der Gesamtkosten der Energiewende von rund 335 Milliarden Euro bis 2030.“ Wegen der unsicheren technischen, politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen beim geplanten Umbau der Energieinfrastruktur in Deutschland könnten die Banken „ihre klassische Rolle als Kreditfinanzierer“ hier nicht mehr uneingeschränkt spielen.

    Natürlich ist das auch ein Versuch, einfach an mehr Geld zu kommen.
    Aber die Banken sehen auch wirklich eine Pleite voraus, den Bankrott der ‚Energiewende‘ wegen ausufernder Kosten.
    Zu Recht haben sie Bedenken, dass niemand wirklich wissen kann, wie die Situation in ein paar Jahren sein wird, von 2030 ganz zu schweigen -- und ein Staat, der bedenkenlos sämtliche Abmachungen, Versprechen und Verträge mit den KKW-Betreibern gebrochen hat, verdient auch kein Vertrauen!
    Für dieses Risiko wollen sich die Banken absichern und hohe Risiken kosten natürlich auch hohe Zinsen.
    Dabei sind, wie wir wissen, die meisten Baustellen der ‚Energiewende‘ noch gar nicht eröffnet: Subventionen für konventionelle Kraftwerke, Speicherbau, Netzausbau im grossen Stil, Erweiterung der Gasinfrastruktur etc.
    Niemand würde einem Privatunternehmer mit so einem windigen Business-Konzept und so einer Vergangenheit auch nur einen Cent leihen -- und was sind Staaten denn anderes als Großunternehmen, die auch wegen einer verfehlten Geschäftspolitik pleite gehen können?

  202. PS:
    Man vergleiche die brennenden Windräder hier und im Artikel der ‚Welt‘! :-)

  203. @Tritium

    Ohh, die Energiewende kostet Geld, wer hätte das gedacht?
    Inzwischen kostet die Energiewende aber soooo viel Geld, das selbst den Banken schwindelig wird, hätte sich damals der Umweltminister auch nicht gedacht.
    Der Netzausbau kostet Geld, leider aber sooo viel Geld, das diese Investitionen von den Netzbetreibern nicht gestemmt werden können, der Umweltminister guckt plötzlich betreten aus seinen Amt.
    Neue Gaskraftwerke kosten viel Geld aber werden derart unwirtschaftlich arbeiten, das auch dort keiner Lust hat sich dafür Geld zu leihen, oh welch unvorhersehbarer Fakt.
    Ach was solls, machen wir halt noch mehr Schulden, auf die eine Billionen Euro kommt es doch auch nicht mehr an, das sollte uns die Rettung der Welt schon wert sein…….gelle.
    Wir hams doch……
    Onkel Heinz……habickdochschonimmergesagt

  204. Hallo Leute,

    Es rührt sich was in den Medien. Da steht im Focus unter dem Titel
    Die große Illusion ganz verschämt der Satz :

    Angeschoben wurde die Energiewende von ganz oben, als Eliteprojekt. Scheitern wird sie womöglich weit unten: bei den Bürgern.

    Der Autor Alexander Wendt hat da wohl garnicht so Unrecht.

    schöne Grüße aus dem Moos

  205. @moosi #204

    ….. sehr bezeichnend ist auch der Vergleich mit dem Gaza-Streifen in der Bildunterschrift (…..also liebe Leser, immer auch das Kleingedruckte beachten!):

    Im Gaza-Streifen sind Stromausfälle keine Seltenheit. Die Gefahr eines Blackouts in Deutschland ist nach Einschätzung von Experten aber realer, als viele glauben.

  206. Reanimation an einer Leiche geplant::

    Fast 800.000 Deutsche können Strom nicht bezahlen
    SPD-Politiker und Verbände wollen einkommensschwache Haushalte unterstützen.

    Ein neues Subventionsprogramm ist natürlich keine Lösung, auch wenn es den linksgrünen Planwirtschaftlern wahrscheinlich feuchte Träume verschafft, den Strombezug auf diesem Weg zu rationieren und zu subventionieren und immer mehr Bürger zu Almosenempfängern und Bittstellern zu machen, denen man ‚Wohltaten‘ zukommen lassen kann um Dankbarkeit zu ernten.
    Denn so dumm sind die Bürger nicht. Sie wissen, dass sie mit den Stromkosten nur die Dächer im Speckgürtel und die Wiesen der Grundbesitzer vergolden. Vielleicht nicht so ganz bewusst, aber die politischen Protagonisten der ‚Energiewende‘ können nicht darauf hoffen, ungeschoren zu bleiben.
    Und letztendlich wird das Ende der Wende eingeleitet. Ein Jahr ökologistische Realität haben wenigstens zehn Jahre ökologistische Propaganda zunichte gemacht.
    Schade, dass das Lehrgeld so teuer war.

  207. Solarförderung wird gekürzt
    Regierung und Bundesländer einigen sich auf einen Kompromiss bei der Solarförderung. Da die Kürzungen nicht ganz so drastisch ausfallen, könnte der Boom weitergehen. Die Einigung muss jetzt noch von der Länderkammer gebilligt werden, was als reine Formsache gilt.


    Demnach bleibt es bei den vom Bundestag beschlossenen Einmalkürzungen der Förderung ab April von 20 bis deutlich über 30 Prozent. Zudem verständigte man sich darauf, die Förderung für Solaranlagen ab einer installierten Leistung von 52 Gigawatt komplett einzustellen. Derzeit sind rund 28 Gigawatt am Netz. Solarstrom soll allerdings auch danach -- allerdings zum Marktpreis -- ins Netz eingespeist werden müssen.

    guckst du hier:

    vor allem bei folgendem punkt bin ich gespannt:

    Solarstrom soll allerdings auch danach -- allerdings zum Marktpreis -- ins Netz eingespeist werden müssen.

    abnahmeverpflichtung zu marktpreisen und damit auch zu negativen preisen…

    ma gucken was wirklich verhandelt wurde

  208. Hi Leute

    Heute ist drüben bei EIKE wieder ein schöner Artikel von Günter Keil erschienen, ick hab schon mal nachgefragt ob ich diesen netterweise auch hier einschleppen darf.
    http://www.eike-klima-energie.eu/news-cache/merkels-energiewende-extrem-teuer-aber-direkt-in-die-sackgasse/

    Ick muss wech
    H.E.

  209. @Onkel Heinz

    Sehr guter Artikel, der den schreienden Energiewende-Irrsinn in allen Facetten offenlegt! Wäre super, wenn der auch hier erscheinen würde.

  210. Energiewende hin oder her, es ist sowieso zu spät für eine Veränderung.

  211. Die Energienutzung und Zivilisation started mit Menchenkraft, Hunde, Ochsen, Pferde, Wasser, Solar & Wind, Kohle, Öl & Gas, Kernspaltung, Kernverschmelzung, spaeter Antimatter.
    Die deutsche Energiewende ist ein Schritt zurück in die Steinzeit der Energiegewinnung.

  212. Wer keine Kinder hat, und sich auch sonst nicht für die Überlebensfähigkeit unserer Zivilisation und der Natur interessiert, kann dem Autor im Wesentlichen zustimmen.
    Wer nicht an morgen denkt, kann ebenso sein Konto leerräumen und sich in Schulden stürzen; die Regierungen machen es ja so vor (mit allen schon erkennbaren Folgewirkungen).

    Alle anderen sollten zu dem Ergebnis kommen, dass es in der Tat einige Schwierigkeiten macht, unsere Energieversorgung anders zu gestalten, das es aber den Einsatz wert ist.

  213. Kommentar von Marco (26.02.103): „Energiewende hin oder her, es ist sowieso zu spät für eine Veränderung.“

    Ist nicht genau das eines der Probleme der Energiewende? Klar könnte die Politik noch mehr machen aber jeder einzelne hat auch die Möglichkeit an sich zu arbeiten und somit an seiner ganz persönlichen Energiewende beizutragen!

  214. @ J. Falkeinhain:
    Sie beten da den Katechismus. Schöne Sprüche von Verantwortung und goldener Zukunft. Aber wo ist die Substanz?

    Was tun Sie denn ‚für Ihre Kinder‘, wenn Sie brav bei der Energiewende mitmachen?
    Also erst einmal häufen Sie damit ungeheure Schulden auf Ihre Kinder, denn das, was wir jetzt zahlen müssen, ist erst der Anfang der Kostenexplosion.
    Vergleichen wir doch mal:
    Der französische Weg (Kernkraft) bewirkt, dass auch die Kinder zuverlässigen, preiswerten Strom für die absehbare zeit bekommen, in der überhaupt zukunftsplanung möglich ist.
    Der deutsche Weg, wenn konsequent weitergeführt, wird nicht nur zu Strompreisen in der Grössenordnung von 1 €/kWh + führen, sondern auch mit einer gigantischen Naturzerstörung durch Energiepflanzenanbau, Hochspannungsleitungen, Windspargeln usw.
    Wollen Sie das wirklich Ihren Nachkommen zumuten?
    Ich finde, dass man gerade dann GEGEN die Energiewende sein muss, wenn man das Wohl der Nachkommen schätzt!

    Und übrigens: Unsere Nachkommen werden ohnehin tun, was sie selbst wollen und sich den Teufel um meine oder Ihre Pläne kümmern. Ihr Glaube, dass sie zukünftigen Generationen Vorschriften machen könnten, wie die gefälligst zu leben haben, ist ganz einfach absurd. Ja, ich weiss, Sie kaschieren diese Hybris mit der ‚Sorge‘, von der Sie getrieben sind, doch praktisch läuft es auf genau das hinaus: Sie wollen Zwang auf die Nachkommen ausüben, sie in eine Ideologie pressen. das ist jedoch von vorn herein zum Scheitern verurteilt.

    …dass es in der Tat einige Schwierigkeiten macht, unsere Energieversorgung anders zu gestalten

    Es macht in der Tat nicht nur ‚einige Schwierigkeiten‘. Es ist UNMÖGLICH den Energiewende-Plan (Sofern man überhaupt von einem Plan sprechen kann) umzusetzen.
    Er scheitert sowohl an technischen, als auch ökologischen und vor allem finanziellen Problemen.

  215. @ Klaus # 213:

    …aber jeder einzelne hat auch die Möglichkeit an sich zu arbeiten und somit an seiner ganz persönlichen Energiewende beizutragen!

    Sie sind ungeheuer naiv, sonst würden sie so etwas nicht sagen.
    Denken Sie einmal, was in dieser Aussage politisch drin steckt!
    Informieren sie sich vor allem, wer und bei welcher Gelegenheit genau so argumentiert und argumentiert hat. ersetzen sie einfach das wort ‚Energiewende‘ durch andere wie z. B. Seelenheil, Kommunismus, Alkoholprohibition, Nationalsozialismus…

    Und fragen Sie mal sich selbst, warum die Möglichkeit, dass jemand die ‚Energiewende‘ ablehnt, in Ihrer Weltsicht nicht vorkommt -- Oder akzeptieren Sie, dass jeder einzelne auch die Möglichkeit haben muss, aktiv GEGEN die Energiewende zu agieren?

  216. Wer keine Kinder hat, und sich auch sonst nicht für die Überlebensfähigkeit unserer Zivilisation und der Natur interessiert, kann dem Autor im Wesentlichen zustimmen.

    Ich kann -mit Verlaub- diesen arroganten, totalitären Sch***d**ck einfach nicht mehr hören.

    Ihr sprecht zukünftigen Generationen jeglichen, eigenen Lösungsweg ab. Und zum Zwecke der selbsterfüllenden Prophezeiung verblödet und indoktriniert ihr noch unsere Kinder mit Eurem grün-totalitären Mist.

    „Nur wir jetzt haben das ideale Klima, die ideale Nachhaltigkeit, den idealen Meeresspiegel, die ideale Artenvielfalt, die ideale, ganz doll ökologische Weitsicht -- wir sind die ideale Generation überhaupt, die „Herrengeneration“, sozugen… Wir -- und nur wir- wissen, was gut für Euch ist.

    Fortschritt? Neue Lösungen? Ganz andere Ansätze? Die wird es nicht geben -- dafür sorgen wir schon ganz nachhaltig. Euch werden wir helfen!

    Kennen wir doch alles!

    Meine Großväter (stellvertretend für diese Generation) wollten mir ganz nachhaltig ein tausendjähriges Reich mit der Welthauptstadt Germania hinterlassen, nicht „überbevölkert“ („Volk ohne Raum“), ganz ökologisch, der „Scholle verbunden“ und ganz doll „judenfrei“ (wie heisst das heute? Was schreiben sich da einige Gemeinden auf die Fahne?)

    „Blut und Boden“ die Parole um die „Überlebensfähigkeit“ der „Nordischen Rasse“ ganz nachhaltig zu sichern…

    Vielen Dank auch für diese gnädige „Vorsorge“ und „Weitsicht“, mit der „ihr euch“ „zukünftigen Generationen“ gewidmet habt! Eure Knochen liegen in Welikije Luki und Brjansk. Generationen seelischer Krüppel habt ihr hinterlassen.Wir dürfen weiter für euren Wahnsinn zahlen, materiell, wie ideell.

    Ich kann Brecht nur zustimmen: Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch.

    Nur die Farbe wurde gewechselt und aus der „Rasse“ und ihrer Rettung wurde gleich die Rettung der ganzen ganzen Welt.

    Die Hybris bleibt die gleiche -- sie scheint ein deutsches Gen zu sein!

  217. Genossen…..Still gestanden zum Appell.

    Der wirtschaftliche Sieg des Sozialismus über den Faschismus ist ein Ausdruck für die gewaltige Lebensfähigkeit und Fortschrittlichkeit der sowjetischen, sozialistischen Ordnung und ihrer großen Zukunft. Diese Ordnung zu hüten und ihre mächtigen Produktivkräfte zu entwickeln, ist die heilige Pflicht der Völker der Sowjetunion.

    Die heldenhafte Leistung der Bauern, Arbeiter und der Intelligenz der Sowjetunion wurde durch die Beseitigung der Ausbeuterklassen und den Sieg des Sozialismus im Sowjetlande ermöglicht. Dieser Einigkeit und dieser Arbeitstat des Sowjetvolkes standen die unterdrückten, vom deutschen Kapitalismus ausgebeuteten deutschen Arbeiter und die Zwangsarbeit der von Hitler in allen besetzten und unterjochten Ländern Europas mobilisierten neuen Sklaven gegenüber.

    http://www.politische-oekonomie.org/Dokumente/Wosnessenski/kapitel_16.htm

    Ja Genossen, auch heute ist es wieder an der Zeit….jeder für sich, alle auf einen…..zum Wohle des ausgebeuteten Planeten, dieses imperialistische Energie-Pack in die Schranken zu weisen.
    Ja, auch Du Genosse kannst Deinen Beitrag leisten…….in dem Du dem Wattfrass entschieden entgegentritts, sei es in Deinem eigenen Heim oder sei es bei Genosse Nachbar……..ab 21:00 Uhr muss bei keinen Deutschen mehr das Licht brennen.
    Scheu Dich nicht, derartig klimaschädliches Verhalten anzuprangern oder vertrauensvoll Deinem Klimaschutzbevollmächtigten zu melden, denn nicht jeder im Kollektiv hat die Einsicht in die Notwendigkeit verinnerlicht, helfen wir also nach….mit sanften Druck oder harter Strafe, das Endziel haben wir vor Augen, lasst nicht zu, das es wegen einiger konterrevolutionären Elemente nicht erreicht werden kann.

    Genossen……rühren und wegtreten.
    (Edit…Link eingefügt)

  218. @Heinz #217
    Wenn du mit „Licht brennen“ eine Stromlampe meinst, dann gibt es von mir die Rote Karte 😉
    In einer Ökologie-Welt der sozialen Brüderlichkeit gibt es aller höchsten nur noch Kerzen. Stromlampen sind der verhassten westlichen Konsumwelt zu zuordnen, Hr. Genosse!
    Und Kerzen sind auch das Äußerste und Notwendigste, was nur in Ausnahmefällen herangezogen werden kann.
    Ansonsten ist mit dem ersten Sonnenstrahl aufzustehen und mit dem letzten Sonnenstrahl ins Bett zu gehen.

  219. Genosse Hofmann
    Jawoll Genosse……ich bedarf unbedingt einer Nachschulung in Ökologie, da ich einsehen musste, noch zu sehr den Fesseln der Konsumgesellschaft verhaften zu sein.
    Ich bitte um einen Transportschein ins nächste Umerziehungslager, so das mir derartige ökologische Fehleinschätzung nicht noch einmal passieren, ich gelobe Besserung.
    Zum Wohle unseres ökologischen Vaterlandes, Hurra, hurra, hurra.

    Bitte wegtreten zu dürfen.

  220. Genosse Eng, Sie dürfen. Melden Sie sich bitte bei ihrer nächsten Gulag-Ferienagentur.
    Ich glaube ihnen tut ein Urlaub in den weiten Russland mal richtig gut….Marsch,Marsch…
    In diesem Sinne…es lebe das ökologisch korrekte und naturbehaftende Erdenleben!

    So, ich glaube, dass musste jetzt mal sein….;)

  221. Ihre Haltung ist viel zu lasch, Natschalnik Hoffmann!
    Es ist genauestens zwischen Stearinkerzen (Erdölprodukt, schlecht, klimaschädlich) und Talgkerzen (nachwachsender Rohstoff, klimaneutral, gut) zu unterscheiden. Zulässig sind selbstverständlich nur Talgkerzen die jedoch nur dann angezündet werden dürfen, wenn die Ernteschlacht erfolgreich war, da sie ansonsten als Notverpflegung zu dienen haben.
    Sollten sie noch einmal so leichtfertig dem Feind in die Hände arbeiten wie mit Ihrer obigen irreführenden Anleitung, müssen wir Sie leider zu einem Aufklärungsgespräch in die Transformationswache 7b einladen.
    i.A.
    Tritium, Transformationswart.

  222. @Hoffi

    Ich sehe, Deine ideologische Grundbesohlung, im Zuge der künftigen ökologischen Transformation unserer Gesellschaft, ist schon weit fortgeschritten.
    Transformation konsequent zu Ende gedacht…..zumal ja ein Grundpfeiler der Energiewende eine Einsparung des Energieverbrauches um 25%….oder waren es 50%…….darstellt.
    Da reicht es nicht aus, einfach mal hier und da ein paar Watt einzusparen, nein……nicht kleckern sondern klotzen ist angesagt.
    Die kleinen Babbelbübchen, die das frisch gelernte Neudeutsch unreflektiert wiederkäuen, wissen im Prinzip noch garnicht, was auf sie zu kommen wird………und dat ist echt traurig.
    Wir alten Ossis können zumindest erahnen, wie eine ökologische Mangelgesellschaft aussehen könnte……wenn man bedenkt, das man unseren CO2-Footprint auf 2 Tonnen senken will.
    Tja, und wie das der WBGU schon sagte…….mit demokratischen Mitteln werden wir das wohl nie freiwillig schaffen.
    H.E.

  223. @Tritium #221
    Ich sehe meine „kapitalen“ Fehler ein und werde mir sofort Holzspäne als Beleuchtungs und Wärmemittel anschaffen.
    Ich hoffe, dass ich damit einen guten Beitrag für unsere neu zu verteidigende Ökologiewelt der brüderschaftlichen Nachhaltigkeit gedient zu haben.
    Mit untertänigsten Genossen Ökogruss

  224. @Tritium #221 :

    Talgkerzen (nachwachsender Rohstoff, klimaneutral, gut)

    Einspruch, Euer Ehren. Talg als tierisches Produkt ist doppelplusungut, erstens weil wir alle Vegetarier werden sollen und zweitens weil das Rindvieh sich als Klimakiller erster Kategorie (Methan!) erwiesen hat und daher im Zuge der Energiewende überhaupt abzuschaffen ist. Als Kerzenmaterial kommt höchstens Bienenwachs aus eigener Raps-Imkerei in Frage; dies ist aber sehr kostbar, also greifen wir zur neuesten, cutting edge Ökotechnologie: Bioöllämpchen (Muster sind in jedem archäologischen Museum zu sehen) und vor allem mein Favorit, der gute alte Kienspan (#223: richtig!).

  225. @Fluminist #224
    Ja, das waren noch die guten alten Zeiten! In den eingen verrauchten Wänden unsere Augen und unsere Lungen zu Schädigen….naja, wenigstens mit der Geburtenrate hat es hingehaut 😉

  226. . . . und wieder wackelt ein Baustein der „tollen“ Energiewende:

    Die seit Frühjahr dieses Jahres erwartete Kosten-Nutzen-Analyse für einen flächendeckenden Einbau von intelligenten Messsystemen ist jetzt erschienen. Die Gutachter empfehlen keinen flächendeckenden Rollout, sondern eine differenzierte Betrachtung nach Leistungen und nach Relevanz der Kunden für das Stromnetz.

    Erstellt hat die Analyse das Beratungsunternehmen Ernst & Young im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums. Nach EU-Vorgaben sollen die Mitgliedsstaaten grundsätzlich bis zum Jahr 2022 80 Prozent aller Haushalte mit intelligenten Messsystemen für Strom ausstatten. Als Alternative steht es ihnen frei, eine Kosten-Nutzen-Analyse durchzuführen und darauf aufbauend eine individuelle Strategie auf den Weg zu bringen.

    Die jetzt vorliegende Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass eine Ausstattung fast aller Haushalte mit intelligenten Messgeräten, also das EU-Szenario, für Deutschland nicht zu empfehlen ist: „Ein verpflichtender Einbau von intelligenten Messsystemen für alle Letztverbraucher führt in Deutschland zu einer hohen zusätzlichen finanziellen Belastung von Verbrauchern mit geringem und durchschnittlichen Stromverbrauch. Darüber hinaus wird das EU-Szenario auch den Anforderungen der Energiewende nicht gerecht“, heißt es in dem Bericht.

    ( Quelle : Thüga )

    Die Analyse ist hier zu finden:
    http://www.bmwi.de/BMWi/Redaktion/PDF/Publikationen/Studien/kosten-nutzen-analyse-fuer-flaechendeckenden-einsatz-intelligenterzaehler.pdf

    Ansonsten gebe ich den eher pessimistischen Einschätzungen des Herrn Eng recht.
    Passend dazu einige interessante Artikel :

    http://www.power-blackout.info/downloads/Smart_Metering.pdf
    http://www.tab-beim-bundestag.de/de/publikationen/buecher/petermann-etal-2011-141.html
    http://www.cybersecurityaustria.at/images/pdf/blackout_-_eine_nationale_herausforderung_bereits_vor_der_krise.pdf
    http://www.sicherheit-forschung.de/schriftenreihe/sr_v_v/sr_3.pdf

    Fazit:

    Wir müssen wohl leider erst unsere Energieversorgung gegen die Wand fahren um zu bemerken, dass man Ernergie nicht wenden kann. Oder wie meine Oma immer sagte: „Leute kauft Kämme, es kommen lausige Zeiten“

    @ Jürgen Falkenhain:

    Gerade weil ich an meine Kinder denke, ist es aus meiner Sicht den Einsatz keinesfalls wert.
    Ich möchte sie in einer Welt leben sehen, in der sie die alle Möglichkeiten der Entfaltung erleben können.
    Mangelwirtschaft und Ökodiktatur gehören für mich nicht dazu.

    www.sturmlauf.de/files/kosten-energie-_quivalenzgesetz.pdf

    (Wegen zu vieler Links in Moderation gelandet, ick hab mal freigelassen H.E.)

  227. Man kann diese kranke, ökologistische Denke und Geschichtsblindheit tatsächlich nur mit Sarkasmus ertragen.

    So regen wir die Ruder, stemmen uns gegen den Strom -- und treiben doch stetig zurück, dem Vergangenen zu

    Der letzte Satz aus „Der große Gatsby“ von F. Scott Fitzgerald hat einiges von Energiewende,.. bezüglich Paddel, Strom und Vergangenheit…

    Genosse Armeegeneral Hoffmann, Genosse Transformationswart Tritium, Genosse Kriechstromverminderer Heinz,
    Ich habe für heute fertig.

    Ich kann schon wieder nicht so viel essen wie ich kotzen möchte … aber Euer Humor hat mir trotzdem den Tag gerettet.

  228. @ Fluminist.
    Ich gestehe alles!
    Mein raffinierter Sabotageversuch iim Dienst der Carnivoren-Lobby ist gescheitert.
    Ich bitte zur Buße um baldmöglichste Kompostierung.

  229. @Hans Peter
    Erst einmal muss ick mich dafür entschuldigen, nicht schon früher mal nachgeguckt zu haben, ob was im Filter fest hängt.

    Und….vielen Dank für die wertvollen Links……..wobei leider der „Sturmlauf“ nicht mehr existent zu sein scheint.

    Dieser Service steht nicht mehr zur Verfügung.

    Kleiner Hinweis in eigener Sache………bitte benutze max. 3 Verlinkungen pro Kommentar…….weil unser Spamfilter alles rauswirft, wat mehr Links beinhaltet.
    Dann lieber 2 oder 3 Kommentare schreiben, dat geht dann allermeist auch gut………oder kurz mal nachfragen, ob ein Admin weiter helfen kann.

    Janz liebe Grüße
    Onkel Heinz………….Aushilfs-Admin

  230. Ohne Worte üner soviel Verbohrtheit auf dieser Seite… Lest mal lieber sowas hier:
    http://umweltinstitut.org/atom-luegen

  231. @Carotte
    Ähmm, wei sich ein paar Umweltbesorgte zusammentun und dat Dingens am Ende „Umweltinstitut“ nennen, is in etwa so viel wert wie Pfiffi, wenn er ne Wurscht macht.
    http://umweltinstitut.org/ueber-uns/ueber-uns/team-434.html
    Lass gut sein, zwing uns jetzt bitte nicht ernsthaft, den Schrott auseinander nehmen zu müssen, zumal wir das schon kennen, also schon mal getan haben.
    Gähn…..soll das jetzt der Klima-Volkssturm sein, das letzte Aufgebot zur Rettung der Energiewende?

    Ok, die haben „Mütter gegen Atomkraft“………dann werd ick mal ein eigenen Verein gründen……“Väter für Kernkraft“, damit unsere Kinde auch 2030 noch Strom aus der Steckdose haben.
    H.E.

  232. Das mit der Endlagerung über 1 Mio Jahre ist echt interessant.
    Im allgemeinen geht man doch davon aus, dass man Radioaktivität von Materialien nach ca. 10 Halbwertszeiten vernachlässigen kann.
    Bei der geforderten Lagerdauer müsste das Stoffe betreffen, die eine Halbwertszeit von über 100 000 Jahren haben.
    Die strahlen doch von Haus aus nicht so stark.
    14C hat eine HWZ von 5730 Jahren und das haben wir im Körper.
    Man müsste nach der Mio Jahre den Atommüll wohl essen und würde trotzdem eher an einer Schwermetallvergiftung, als an Strahlenkrankheit sterben.

  233. @carlottchen

    guck mal lieber sowas hier… ist sicher eher dein Niveau.

  234. „Im Gegenteil: Man benötigt schnell regelbare Kraftwerke, die einspringen, wenn sich die Leistung der WKA zu schnell ändert, und die Kraftwerke, die das am besten können, sind Kernkraftwerke.“

    Ich muss sagen, dass ich eine fachlich derart falsche Aussage noch recht selten gelesen habe. Kernkraftwerke brauchen Tage, um runter und wieder hoch gefahren zu werden. Geringe Leistungsänderung können gewiss durch das Ablassen von Dampf vor der Turbine erreicht werden, aber deswegen die AKW´s als Regelleistungskraftwerke zu bezeichnen…

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