Die Energiewende ist schon gescheitert

29. Dezember 2011 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Energieerzeugung, Politik

[Update: Von diesem Artikel liegt inzwischen unter “Die Energiewende ist bereits gescheitert” eine aktualisierte und stark erweiterte Version vor.]

Man stelle sich vor, daß einem TV-Sender ein Drehbuch über ein politisches Thema angeboten wird, dessen Inhalt sich in Kurzform etwa wie folgt liest:

„In Japan ereignet sich ein furchtbares Erdbeben mit einer gewaltigen Tsunamiwelle, die eine riesige Zahl an Toten zur Folge hat. Auch ein großes Atomkraftwerk an der Küste wird schwer beschädigt. Im fernen Deutschland bricht Panik aus, obwohl in diesem Land die sichersten Reaktoren stehen und weder schwere Erdbeben noch Tsunamis drohen. Die deutsche Regierungschefin – nennen wir sie Frau M. – hat aber eine Idee: Sie will ihren Gegnern endlich das Atomangst-Argument aus der Hand schlagen, mit dem man sie ständig ärgert. Sie will jetzt die Atomenergie einfach abschaffen und verkündet, daß sie nun plötzlich begriffen hätte, daß Atomreaktoren unsicher sind. Das habe sie vorher nicht gewußt. Frau M. ist übrigens Physikerin. Sofort werden sieben Kernkraftwerke abgeschaltet, die übrigen dann später. Weil die Reaktorsicherheits-Experten leider erklären, daß die Atomkraftwerke doch sicher sind, beruft Frau M. einen Ethikrat, der gar nicht erst über den Ausstieg diskutieren soll, sondern dem sie gleich die gewünschte Antwort als Frage vorlegt: „Wie kann ich den Ausstieg mit Augenmaß vollziehen…?“ Diesem Ethikrat gehört kein Energieexperte an, jedoch 2 Bischöfe.

Dieser Rat gibt die gewünschte Antwort und dann wird ein Ausstiegs-Gesetzespaket beschlossen, das Parlament und Bundesrat anschließend in Rekordzeit verabschieden. Es herrscht große Angst, denn schon morgen können die Reaktoren explodieren. Jedenfalls genau die, die zuerst abgeschaltet wurden. Die übrigen noch nicht. Der jetzt fehlende Strom wird nun zum großen Teil aus den Nachbarländern importiert: Und das ist wieder überwiegend Atomstrom. Das stört jetzt aber niemanden mehr. Deutschland ist noch einmal davon gekommen. Frau M. nennt es die Energiewende.“

Das Drehbuch wird wegen Unglaubwürdigkeit abgelehnt. Soweit die Fiktion.

Wie man weiß, hat sich das aber tatsächlich im Frühjahr und Frühsommer 2011 zugetragen. Jetzt, wo sich die ersten Auswirkungen zeigen und die Fehler im Gesetzeswerk, in den Methoden ihrer Kaschierung und in der Argumentation der Regierung deutlich hervortreten und nun auch Reaktionen aus dem Ausland vorliegen, kann man eine Diagnose der sogenannten Energiewende versuchen.

1. Übertreiben, Beschönigen, Weglassen, Verschweigen

Wer die amtlichen Verlautbarungen zur Energiepolitik, zur Begründung von Gesetzen, die die Förderung bestimmter Energietechnologien betreffen, die politischen Erläuterungen zu sämtlichen staatlichen Maßnahmen auf diesem Gebiet kritisch betrachtet, der kann zunächst die durchgängig festzustellenden fast unglaublichen Fehler nicht fassen.

Bis er das System erkennt: Vorbei sind die Zeiten, als eine Oberste Bundesbehörde unter keinen Umständen die Bürger gezielt getäuscht und mit falschen Informationen in die Irre geführt hat. Die einzige lässliche Sünde war in diesen “guten alten Zeiten” das Weglassen allzu peinlicher Aussagen – aber es wurde niemals gefälscht und gelogen.

Vorbei. Die Manipulation von Fakten und absichtliche Falschinformationen sind seit etwa 6 Jahren zu einem normalen Mittel der Öffentlichkeitsarbeit geworden.

Da es sich bei dem Thema Energiewirtschaft und Energietechnik um Fachgebiete handelt, die dem Normalbürger eher fremd sind, war diese Politik der systematischen Desinformation außerordentlich erfolgreich – wie die Umfragen auf diesem Gebiet belegen.

Das Haupt-Schlachtfeld dieses Medienkriegs sind die sogenannten erneuerbaren Energien, die es natürlich nicht gibt, denn Energie ist nicht erneuerbar. Gemeint sind regenerative Energietechniken, mit denen die Strahlungsenergie der Sonne, die kinetische Energie von Luftströmungen oder die chemische Energie von Biomasse ausgenutzt werden kann. Es war und ist das politische Ziel der letzten und der derzeitigen Bundesregierung, für diese Energietechniken trotz ihrer vielfachen und massiven Nachteile eine öffentliche Akzeptanz zu erreichen und Widerstände der Fachleute zu neutralisieren. Dazu dient diese systematische Fehlinformation – sie ist ein politisches Instrument zur Durchsetzung ideologischer Ziele.

Die von Frau Merkel angestrebte sogenannte Energiewende ist – abgesehen vom Ausstieg aus der Kernkraft – in allen Einzelheiten seit 6 Jahren der Kern der Energie-Regierungspolitik, neu ist nur der geradezu messianische Ehrgeiz, die selbst gesteckten Ziele in relativ kurzer Zeit zu erreichen. Der Anspruch, damit Vorbild für den Rest der Welt zu sein, ist nicht neu, sondern eher typisch.

Ein kurzer Durchgang durch die politisch wichtigsten Förderfelder im Energiebereich zeigt die offensichtlichen, aber verschwiegenen Schwachstellen:

2. Windstrom – Versorgung nach Wetterlage

Die Stromerzeugung mit Windkraftanlagen zeigt wegen deren Wetterabhängigkeit extreme Schwankungen – einschließlich tagelanger Perioden ohne jede nennenswerte Leistung, aber auch plötzlich auftretende Leistungsspitzen, die das Verbundnetz an den Rand des Zusammenbruchs bringen. Großflächige Stromsperren drohen, vor allem im Winter, wenn der Bedarf steigt, das Ausland weniger liefert – und Flaute herrscht. Bei plötzlichem Starkwind kann das Gleiche geschehen. Man läßt es darauf ankommen.

November 2011: Lastganglinie aller deutschen Windkraftanlagen in viertelstündlicher Auflösung (Quelle: wilfriedheck.de)

Eine sehr beeindruckende Zahl zum Ausmaß der wetterbedingten Leistungsschwankungen der Windkraft und des Solarstroms nannte der Leiter Politik und Märkte der Essener RWE Innogy, Holger Gassner auf einem VDI-Kongress Ende November 2011:

„Es seien allein im ersten Halbjahr 2011 Variationen der verfügbaren Windkraftkapazitäten von 23 GW (= 23.000 MW) und der Photovoltaikleistung von 13 GW beobachtet worden.“

Ein Alptraum für die Übertragungsnetz-Betreiber. Die stets bei der Einweihung neuer Windparks behauptete Versorgung von mehreren tausend Haushalten gehört hierbei zu den Standardlügen, denn bei Flaute kann kein einziger Haushalt versorgt werden.

Es konnte trotz der bereits installierten gewaltigen theoretischen Maximalleistung aller Windkraftanlagen noch kein einziges Kohlekraftwerk abgeschaltet werden, weil die WKA im Gegensatz zu Kohle- und Kernkraftwerken eben keine Grundlast liefern – das heißt zu jeder Stunde an jedem Tag. Im Gegenteil: Man benötigt schnell regelbare Kraftwerke, die einspringen, wenn sich die Leistung der WKA zu schnell ändert, und die Kraftwerke, die das am besten können, sind Kernkraftwerke. Diese werden nun der Reihe nach abgeschaltet und fallen als Netzstabilisatoren aus.

Daher müssten neue Gasturbinen-Kraftwerke für diesen Zweck gebaut werden; allerdings rentiert sich das nicht.

Weil große Stromspeicher fehlen, muß man buchstäblich um jeden Preis versuchen, überflüssigen Windstrom, der oft genug verschenkt werden muß, ins Ausland zu leiten. Manchmal muß sogar dem Abnehmer dafür noch ein Preis bezahlt werden. Der dafür benutzte Begriff ist „negativer Preis.“ Der Erzeuger erhält dennoch die EEG-Einspeisevergütung; der Verbraucher zahlt dann doppelt für den überflüssigen grünen Strom.

Endgültig auf den Kopf gestellt wird die bei der Energiewende prinzipiell missachtete Marktwirtschaft durch die sogenannte Härtefallregelung in §12 EEG: Zufällig anfallender Wind- oder Solarstrom, der vom Netzbetreiber nicht akzeptiert werden kann und dessen Produktion folglich unterbleibt, muß trotzdem bezahlt werden – siehe Kapitel 5.

Der Ausbau der Windkraft erfolgt weiterhin mit hohem Tempo. Das vergrößert das Problem – aber man negiert es. Prinzipiell könnten Pumpspeicherwerke diese Schwankungen ausgleichen, aber Deutschland hat viel zu wenige davon und der immer größer werdende Bedarf kann hier niemals gedeckt werden.

Es werden Langzeitspeicher benötigt, um längere Flauten abfangen zu können. Eine 10-tägige Flaute ist nicht selten; aber Deutschland erlebte gerade eine 44 Tage andauernden Hochdruck-Wetterlage im Oktober – November 2011, die einen nicht enden wollenden, spektakulären Einbruch in der Windstromerzeugung mit sich brachte.

Es gibt bereits die Daten

Konventionelle Stromerzeugung und Windkraft im November 2011 (wilfriedheck.de)

Von der gesamten in Deutschland installierten Windstrom-Leistung von 27.215 MW (Stand nach EWI vom 30.6.11) lieferten die Windräder an 27 Tages des November:

  • An 2 Tagen 30% ihrer möglichen elektrischen Arbeit ;

  • an 4 Tagen 15%

  • an 5 Tagen 7 – 8%

  • an 2 Tagen 4 – 5%

  • an 11 Tagen 2 – 2,5%

Zu diesem Thema schreibt Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, RWE Innogy GmbH, daß bei 450 TWh (Terawattstunden = Milliarden kWh) Jahresverbrauch der durchschnittliche Tagesverbrauch bei 1,25 TWh liegt und bei 10 Tagen somit bei 12,5 TWh. Die derzeit in Deutschland vorhandene Kapazität an Pumpspeicher-Kraftwerken beträgt 7.000 MW, mit denen sich rund 0,04 TWh an Strom erzeugen lassen, wenn sie komplett leer laufen.

Demnach würde zur Abpufferung der Flautenzeit von 10 Tagen das 313-fache der heute installierten Pumpspeicherleistung benötigt. Dies sei für Deutschland und die Alpenregion auch auf Grund von Akzeptanzproblemen vollkommen unrealistisch.

Somit wird in vielen Studien oft auf Norwegen verwiesen.

Dort sind die meisten Speichermöglichkeiten derzeit einfache Stauseen mit natürlichem Zulauf, die zwar in Engpaßzeiten Strom liefern könnten, aber nicht als Senke (= Stromaufnahme bzw. –Speicherung) in (Windstrom-) Überschußzeiten zur Verfügung stehen. Zudem müßte im Bedarfsfalle einer Flaute in Deutschland ja auch noch Norwegen weiterhin versorgt werden.

Lastgang in Norwegen 2011 (wilfriedheck.de)

Die letzte Oktoberwoche und der November 2011 zeigten, daß Prof. Vahrenholts Annahme einer 10-tägigen Flaute als „worst case“ noch stark untertrieben war: Diese Flaute dauerte 3 bis 4 Wochen.

Angesichts dieser Misere werden von der Regierung Hoffnungen auf ganz neue Stromspeichermöglichkeiten geweckt: So trotz der oben beschriebenen Aussichtslosigkeit die Nutzung norwegischer Wasserkraftwerke per Seekabel, die Erzeugung von Wasserstoff mit überflüssigem Windstrom oder die Verwendung von Elektroautos als Speicher für das Stromnetz. Zu diesen Visionen weiter unten.

Ein weiteres, wohl nur aus Verzweiflung geborenes Riesenprojekt

ist der Bau von mindestens 3000 km neuer Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland, um den im Norden erzeugten, dort aber gar nicht benötigten Windstrom bis nach Baden-Württemberg und Bayern zu transportieren, wo auch die Abschaltung der Kernkraftwerke besonders große Löcher in die Stromversorgung gerissen hat. Selbstverständlich kann der unzuverlässige Windstrom diese Grundlaststrom-Lücke auch nicht annähernd ausgleichen.

Daß der Plan auch aus anderen Gründen unrealistisch ist, kommt noch hinzu: Siehe dazu Kapitel 6 „Das zweimal vergessene Netz.“

Wenn man alle Systemschwächen der Windkraft ignoriert und nur die installierte, aber fast nie gelieferte Maximalleistung herausstellt und diese den Bürgern auch noch als zuverlässige Stromversorgung verkauft, dann kann man sie für die stärkste der “Erneuerbaren” halten. Realistisch betrachtet ist es jedoch nur eine gelegentliche, unberechenbar und zufällig anfallende Stromerzeugung, die nicht nur sehr teuer ist, sondern auch eine Störung der Stromversorgung darstellt.

Die Regierung kann das aber nicht zugeben,

denn für sie ist Windstrom die Schlüsselkomponente in ihrem Energiekonzept, das sich ohne die Verwirklichung von dessen Phantasiezahlen in Nichts auflösen würde: Bis 2030 sollen die sog. Erneuerbaren enorme 50 Prozent der Stromversorgung liefern; allein die Offshore-Windparks 15 %.

Abgesehen von den erwähnten prinzipiellen Systemschwächen, an denen die Physik und das Wetter Schuld sind, gibt es aber bereits jetzt Schwierigkeiten beim Anschluß der später weitestgehend nutzlosen Windräder auf See: Der Netzbetreiber Tennet, der im vergangenen Jahr das 11.000 km lange Höchstspannungsnetz von E.on gekauft hat, muß nun alle Windparks in der Nordsee anschließen. Jetzt warnte Tennet die Bundesregierung in einem Brandbrief vor Engpässen. Für die Anbindung der Windparks an die Stromnetze auf dem Festland haben die Netzbetreiber feste Fristen. Tennet:

“Tatsächlich gibt es in sämtlichen laufenden Projekten erhebliche Schwierigkeiten im Planungs- und Baufortschritt.“

Alle Beteiligten „stießen an die Grenzen ihrer Ressourcen“, und „hinzu kommen massive Probleme bei der Beschaffung des Kapitals.“ Das ist der Unterschied zwischen Ministerialpapieren und der Wirklichkeit.

Mit welchem tatsächlichen Windräder-Ausbau bis 2022 zu rechnen ist, hat soeben (Anfang Dezember 2011) dankenswerterweise die Bonner Bundesnetzagentur – immerhin eine staatliche Behörde – ermittelt bzw. abgeschätzt: Sie hat den Strombedarf und die Stromerzeugung in Deutschland in drei Szenarien berechnet; als Grundlage für den dann nötigen Netzausbau.

Welches Szenario dann Realität werde, hänge vor allem davon ab, wie stark die Windkraft zulege, sagte Behördenchef Matthias Kurth. Im mittleren Szenario erwartet die Behörde einen Ausbau der installierten Windstrom-Leistung

  • auf dem Festland von 27.100 MW auf 47.500 MW

  • bei Offshore-Windparks von 100 MW auf 13.000 MW

     

Die Netzagentur rechnet deshalb auch mit zeitweise erheblichen Stromüberschüssen. Wie diese dann zum Schaden der Verbraucher behandelt werden, ist in Kapitel 5 „Jenseits der Planwirtschaft…“ beschrieben.

In Anbetracht der schon beim jetzigen Ausbau kaum noch zu beherrschenden Schwierigkeiten – siehe die obigen Ausführungen zum unlösbaren Speicherproblem – ist diese Abschätzung der Bundesnetzagentur im Grunde die Projektion einer von Deutschland ausgelösten Katastrophe für den gesamten europäischen Netzverbund. Da diese voraussichtlich lange vor dem Erreichen der erwarteten Ausbauzahlen eintreten wird, bekommen wir sie ein paar Milliarden Euro billiger.

3. Solarstrom – geringer Nutzen für sehr viel Geld

Auch die Stromgewinnung aus Sonnenlicht leidet unter dem Wetter und zusätzlich auch unter den Tageszeiten: In der Dämmerung und des Nachts gibt es überhaupt keinen Strom. Ebenso liegt die Leistung der Photovoltaik (PV)-Module bei bedecktem Himmel, bei Regen und auch bei einer Schneedecke auf den Modulen bei Null. Weil auch bei klarem Himmel die Einstrahlung in Deutschland verglichen mit südlichen Ländern eher bescheiden ist, liefern alle für teures Geld installierten Photovoltaik-Zellen trotz ihrer inzwischen gewaltigen installierten theoretischen Maximalleistung, die Ende 2010 bereits den enormen Wert von 16.900 MW erreicht hatte, wegen ihres sehr geringen Nutzungsgrades auch nur einen kläglichen Anteil von 1,9% an der Inlands-Stromerzeugung.

Probleme verursacht die Photovoltaik wegen ihrer dezentral verteilten Einspeisung

auch in den unteren Spannungsebenen des Netzes, das bisher nur auf die Versorgung der Abnehmer, aber nicht auf die Bewältigung vieler Stromerzeuger ausgelegt ist. PV-Anlagen derzeit so ausgelegt sind, dass alle Anlagen – wie in der bisherigen Niederspannungsrichtlinie des BDEW gefordert – bei einer Netzfrequenz von 50,2 Hz, die die Folge einer gefährlich zu hohen Stromeinspeisung ist, gleichzeitig vom Netz gehen.

Dieser abrupte Einbruch kann dann zu einem Netzausfall führen, wie das BMU in einem Berichtsentwurf vom Mai 2011 selbst konstatiert – vgl. Kapitel 6.

Deshalb plant es, den Anwendungsbereich des § 6 EEG auch auf PV-Anlagen zu erstrecken, so dass auch diese in das Einspeisemanagement nach § 11 EEG einbezogen werden. Daß die Betreiber der unteren Verteilungsnetze überhaupt eine Chance zu einem Eingriff in die zahllosen Einzelanlagen haben, ist nicht der Fall.

Denn „bei Wolkendurchzug funktioniert das bei Solarstromanlagen nicht“,

wie der Leiter des Fachgebiets Elektrische Energieversorgungsnetze der TU München, Prof. Rolf Witzmann nüchtern feststellte. Gegen den dadurch verursachten rapiden Wechsel von Leerlauf zu voller PV-Leistung ist der Netzbetreiber machtlos; es hilft nur automatische Abschaltung durch die Einzelanlage selbst und kein „Einspeisemanagement“.

Genau darüber denkt das BMU jetzt nach. In die PV-Anlagen müßten Meßgeräte eingebaut werden, die ständig die Netzfrequenz messen und bei zu hoher Gesamt-Einspeisung, die sich durch Überschreiten der kritischen 50,2 Hertz-Grenze ankündigt, die Einzelanlage abschalten. Das erfordert also eine teure Nachrüstung aller PV-Anlagen. Aber damit nicht genug: Man kann davon ausgehen, daß auch hier wieder dafür gesorgt wird, daß dem Betreiber der nicht gelieferte Solarstrom voll bezahlt wird. Das ist schließlich das Prinzip der Regierung – siehe die „Härtefallregelung“ des EEG § 12.

Der Solarstrom-Nichterzeuger wird also dem Übertragungsnetzbetreiber einen Nachweis über die von seiner Automatik verhinderte Stromeinspeisung liefern müssen, was einen interessanten neuen Entschädigungs-Bürokratismus auszulösen verspricht.

Daß diese Entschädigungen und wahrscheinlich auch die technischen Nachrüstungen der PV-Anlagen wieder von den Stromkunden zu bezahlen wären, kann man sicher erwarten.

Die Erzeugung des Solarstroms ist extrem teuer

Die Besitzer derartiger Anlagen erhalten – entsprechend dem EEG-Gesetz – ab 1.7.2011 pro eingespeister Kilowattstunde 24,4 Cent, was dann dem Strompreis für Endverbraucher aufgeschlagen wird. Und das Geld, das die Solarzellen kostet, geht inzwischen zu ca. 60% nach China. Deutschland ist dank seiner übertriebenen Photovoltaik-Zwangsförderung der weitaus größte Kunde von Chinas neuen PV-Fabriken. Dort sind die Arbeitsplätze entstanden – mit dem Geld der Stromverbraucher, die sich keine eigene PV-Anlage leisten können.

China hat diesen gewaltigen, von deutschen Verbrauchern bezahlten Geldstrom für den Aufbau seiner Photovoltaik-Produktion eingesetzt und ist inzwischen der weltgrößte Hersteller. Chinas Solarzellen sind konkurrenzlos billig und jetzt brechen den deutschen Unternehmen die Umsätze weg. Deutschland exportierte 2010 Solarstromanlagen für 138 Millionen Euro nach China; China exportierte im Gegenzug solche Anlagen im Wert von 5,9 Milliarden Euro nach Deutschland.

Verluste werden geschrieben, Pleiten und Arbeitsplatzverluste drohen.

Es trifft diejenigen Arbeitsplätze, die nach grünen Plänen eigentlich an die Stelle der Jobs in der konventionellen Energiewirtschaft treten sollten. Der Windkraft droht exakt das gleiche Schicksal: 2006 fanden sich unter den zehn weltgrößten Windkraftanlagen-Herstellern noch vier deutsche. 2010 standen nur noch zwei Namen auf der Liste – wohl aber vier chinesische. Das ständig wiederholte Argument über die Erneuerbaren als Jobmaschine löst sich jetzt auf.

Ebenso wie der Windstrom leistet auch der Solarstrom keinerlei Beitrag zur Grundlast-Stromversorgung. Im Gegenteil stört auch diese Wetter-abhängige Stromeinspeisung vor allem die Stabilität im Netz und beansprucht ebenfalls große Stromspeicher, die es nicht gibt.

Ein erstaunliches Eingeständnis ist im EEG-Erfahrungsbericht 2011(Entwurf) des BMU zu lesen:

„Die Vergütungszahlungen im Rahmen des EEG beliefen sich 2010……auf über 12 Mrd. €….. Hier ist es in den letzten Jahren zu Fehlentwicklungen gekommen (!). So entfielen 2010 im Stromsektor von rund 23,7 Mrd. € Investitionen in erneuerbare Energien allein 19,5 Mrd. € und damit über 80% auf die Photovoltaik.“

Und zum Thema Strompreise liest man:

„Insgesamt stieg seit dem Jahr 2000 die durchschnittliche Vergütung für Strom aus (allen) erneuerbaren Energien von 8,5 Cent / kWh auf voraussichtlich 15,5 Cent / kWh (2010) an. Diese Entwicklung mußte dringend gestoppt werden.“

Mit der zum 1.1.2012 vorgesehenen EEG-Novelle, genannt „neues EEG“, habe die Regierung

„wirksam gegengesteuert und insbesondere mit dem Abbau der Überförderung der Photovoltaik entschlossen gehandelt.“

Das Zugeständnis durch die Regierung, daß es hier eine Überförderung gibt, ist interessant; die Behauptung, daß sie nun abgebaut würde, ist unwahr:

In einer Mitteilung des BMU über „Daten und Fakten zur Photovoltaik-Förderung“ vom 17.11.11 heißt es, daß nach dem am 1.1.12 in Kraft tretenden „neuen EEG“ der „Ausbaukorridor“ möglicherweise auf 2500 – 3500 MW zusätzliche PV-Leistung pro Jahr sinken könnte. Ob und wann das tatsächlich erfolgt, bleibt im Unklaren; konkrete und später nachprüfbare Angaben werden vermieden.

Mit einer Absenkung hat das wenig zu tun,

denn ein weiterer jährlicher Ausbau der PV um die genannte Leistung ist nur wenig kleiner als der in den ersten 9 Monaten von 2011 erfolgte Zubau mit 3400 MW. Es soll also genau so weiter gehen, nur nicht so extrem wie im Boomjahr 2010 mit 7200 MW Zubau.

Aber die weitere gewollte Entwicklung, die auch weiter über das EEG und damit über die Verbraucher finanziert wird, ist hier absichtlich nicht quantifiziert worden.

Diese Verschleierungstaktik des BMU hat nun die Bundesnetzagentur – immerhin eine staatliche Behörde – in ihrem im Kapitel 2 „Windstrom…“ erwähnten Bericht vom Dezember 2011 durchbrochen:

Er befaßt sich auch mit dem erwarteten Ausbau der Photovoltaik und nennt Zahlen. Hier erwartet die Behörde in ihrem wahrscheinlicheren Szenario bis 2022 einen Anstieg von heute 18.000 MW auf enorme 54.000 MW. Auch dies wird zu den für die bedauernswerten Verbraucher kostenträchtigen Stromüberschüssen führen.

Ebenso wie der erwartete extreme Ausbau der Windkraft (s.o.) dürfte auch dieser enorme Anstieg der PV sowohl an den dadurch ausgelösten Netzstörungen als auch an den nicht mehr verkraftbaren Kosten scheitern – aber erst nach vielen weiteren von den Verbrauchern gezahlten Milliarden Euro, die in diesem Falle zum größeren Teil nach China fließen.

Die Regierung sitzt in der Klemme:

Einerseits setzt sie voll auf die Photovoltaik. Sie ist eben neben dem Windstrom die zweite Säule der Energiewende. Sie darf trotz erwiesener Nutzlosigkeit nicht fallen, koste es was es wolle.

Andererseits ruiniert die „Überförderung“ die „notwendige Akzeptanz des EEG“ (Zitat aus dem o.e Bericht des BMU). Aber ohne eine derartige die Marktmechanismen außer Kraft setzende Überförderung könnte es den dringend gewünschten Zubau nicht geben. Und auch das „neue EEG“ sorgt weiterhin dafür.

4. Biogas: Wenn Nahrungsmittel verheizt werden

Im Gegensatz zu Wind- und Solarstrom ist Biogas ein Energieträger, der gleichmäßig anfällt, gut speicherbar ist und mit dem auch über einen längeren Zeitraum Strom erzeugt werden kann, obwohl das seine mit Abstand schlechteste Nutzung darstellt. Ebenso wie die für eine Stromerzeugung vollkommen ungeeignete und quantitativ marginale Geothermie wird Biogas zu sehr zur Gewinnung elektrischer Energie eingesetzt, anstatt es mit einfachen Mitteln zu Erdgas zu veredeln und dem Wärmemarkt zuzuführen.

Der Grund dafür ist die ideologische Überbewertung von Stromerzeugung, was zum exzessiven und teuren Ausbau der Windkraft und der Photovoltaik geführt hat und was gleichzeitig zu einer Vernachlässigung der Nutzung regenerativer Energiequellen für die Wärmeerzeugung führte: Solarthermie und die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen hätte statt dessen eine konsequente und wirkungsvolle Förderung verdient.

Die Probleme des Biogases liegen aber nicht allein in einer ineffizienten Nutzung:

Das Hauptproblem ist der große Flächenverbrauch, der zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen betrifft und an die Stelle der Produktion von Nahrungsmitteln Energiepflanzen setzt. Zwar wird angestrebt, pflanzliche Reststoffe und andere biologische Abfälle vermehrt einzusetzen, aber der Druck auf die Umwandlung von Agrarflächen zur Produktion von Raps, Mais, Miscanthus etc. hält wegen der damit erzielbaren weitaus höheren Renditen unvermindert an – eine direkte Folge der Überförderung. Und selbst wenn Gülle zu Biogas vergoren wird, erhöht die Zugabe von Weizen den Gasertrag beträchtlich – und wird unbedenklich angewendet.

Die gleichen Probleme ergeben sich bei der Herstellung von Biotreibstoff. Hier tritt ein weiterer negativer Umwelteffekt auf: Es wird in großem Umfang Palmöl aus subtropischen Ländern – z.B. Indonesien – eingeführt und hier verarbeitet. Im Ursprungsland werden daher neue Ölpalmplantagen eingerichtet und dafür Tropenwald gerodet.

Schon lange prangern vor allem die Kirchen die Umwandlung von Agrarflächen und die Verwendung von Lebensmitteln als Energieträger als unethisch und skandalös an. Selbst das dem Umweltministerium nachgeordnete Umweltbundesamt spricht Biogas und Biodiesel schon lange jeglichen Umweltnutzen ab. In seiner hilflosen und erfolglosen Verteidigung der Einführung des E-10-Treibstoffs wagte es der Umweltminister Röttgen denn auch nicht, diesem irgend einen positiven Umwelteinfluß zuzuschreiben.

Es stellt sich die Frage,

wie lange die Politik und die Öffentlichkeit dieser vom Staat unterstützten Vernichtung von Agrarfläche noch zuschaut. Daß man damit die Energiewende in irgendeiner Weise unterstützen könnte, wird durch einfache Rechnungen widerlegt, aus denen hervorgeht, daß in Deutschland nicht annähernd die für signifikante Biogas-Steigerungen erforderlichen Flächen verfügbar sind. Von den katastrophalen Konsequenzen für den Naturschutz ganz abgesehen.

5. Jenseits der Planwirtschaft: Entschädigung für die Nicht-Erzeugung von „Ökostrom“, Verpflichtung zur Hellseherei und „negative Preise“

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz EEG enthält mehrere kaum glaubliche Vorschriften. Einige Beispiele:

Entschädigung für die Strom-Nichterzeugung

Die Härtefallregelung des EEG – der §12 – bestimmt: „Wird die Einspeisung von EEG-Strom wegen eines Netzengpasses…… reduziert, sind die von der Maßnahme betroffenen Betreiberinnen und Betreiber ……für 95 Prozent der entgangenen Einnahmen…zu entschädigen. Übersteigen die entgangenen Einnahmen in einem Jahr ein Prozent der Jahreseinnahmen, sind die Betreiberinnen……zu 100 Prozent zu entschädigen.“

Mit anderen Worten: Bei besonders häufigen Netzstörungen durch den grünen Strom gibt es für dessen Erzeuger mehr Geld.

Gesetzliche Verpflichtung zur Hellseherei

Der §12 EEG enthält auch eine Verpflichtung für die Netzbetreiber, die offenbar von den Gesetzesmachern für notorische Betrüger gehalten werden, in die Zukunft zu sehen und das Ergebnis den Betreibern der Ökostromanlagen (EE-Anlagen genannt) verbindlich mitzuteilen. Zitat:

„Betreiber von EE-Anlagen sollen künftig spätestens am Vortag vom Netzbetreiber über den erwarteten Zeitpunkt, den Umfang und die Dauer des Einspeisemanagements (Anm.: gemeint ist der Eingriff des Netzbetreibers, z.B. das Stoppen der Einspeisung in sein Netz) informiert werden.“

Der Netzbetreiber muß also „spätestens am Vortag“ eine Netzüberlastung oder Netzstörung voraussehen. Da derartige Überlastungen gerade durch den plötzlichen und massiven Anstieg von Windstrom innerhalb von Stunden verursacht werden, muß das der Netzbetreiber „spätestens am Vortag“ „den erwarteten Zeitpunkt“ und auch „den Umfang“ sowie ebenfalls „die Dauer“ der morgigen Störung und seiner dann notwendigen Eingriffe sicher feststellen und mitteilen..

Wahrscheinlichkeits-Aussagen, wie sie die Meteorologen gerne benutzen, da selbst sie niemals exakt die regionalen Wettergeschehnisse vorhersagen können, sind hier unzulässig.

Man darf auf das Ergebnis der sicher kommenden Zivilklagen von Erzeugern gegen Netzbetreiber, die ihren hellseherischen Pflichten nicht nachgekommen sind, gespannt sein.

Diese Bestimmung sagt alles sowohl über den Realitätsbezug als auch über die Denkweise im Bundesumwelt-Ministerium.

Ökostrom-„Verkauf“ zu „negativen Preisen“

Bemerkenswert ist, daß es durch diese Härtefallregelung des EEG dem Netzbetreiber nicht erlaubt ist, bei Unverkäuflichkeit des Ökostroms an der Strombörse diesen abzuschalten bzw. dessen Einspeisung abzulehnen. Er muß stattdessen den vom Markt unerwünschten Strom entweder verschenken, oder gar noch dem Interessenten Geld bezahlen, damit er den Strom abnimmt. Das wird beschönigend „negative Preise“ genannt.

Das BMU schreibt in seinem „EEG-Erfahrungsberichts-Entwurf 2011“:

„Im September 2008 wurde an der Strombörse die Möglichkeit negativer Preise eingeführt. Dies ist bislang weltweit einzigartig. (Anm.: Die Verfasser sind eindeutig stolz darauf). Tatsächlich sind negative Preise inzwischen mehrfach vorgekommen, im Extremfall wurden Preise bis zu minus 500 €/MWh erreicht.

Um die Höhe negativer Preise zu begrenzen, sah die Ausgleichsmechanismus-Ausführungsverordnung (AusglMechAV) vom 22.2.2010 eine bis zum Jahresende 2010 befristete Übergangsregelung vor, welche die Netzbetreiber in Ausnahmefällen von der Pflicht befreite, EEG-Strom um jeden Preis an der Börse verkaufen zu müssen. Um das Kostenrisiko auch über das Jahr 2010 hinaus zu reduzieren, enthält die AusglMechAV seit dem 1.1.2011 eine bis zum 28.2. 2013 befristete Möglichkeit, negative Preise zu begrenzen. Danach greifen Preislimits zwischen minus 150 und minus 350 Euro.“

Es geht also genau so weiter. Selbstverständlich erhält der Erzeuger auch in diesen Fällen seine volle Einspeisevergütung, die genau wie die Zuzahlung an den Abnehmer den Verbrauchern aufgebürdet wird, die dadurch den grünen Strom doppelt bezahlen müssen.

Selbst die UdSSR und ihre Satellitenstaaten haben es während der Ära des „real existierenden Sozialismus“ und seiner letztlich das ganze System zerstörenden Planwirtschaft nicht fertig gebracht, die Nichtproduktion eines Wirtschaftsgutes mit einer Bezahlung zu belohnen. Das war Deutschland vorbehalten. Und das BMU hat hier recht: Das ist einzigartig.

6. Die zweimal vergessenen Netze

Mit den nicht vom Markt, sondern durch die Zwangssubvention des EEG kräftig wachsenden Installationen von Windrädern und Photovoltaikanlagen entstanden zwei ganz unvermeidliche Probleme, die die Große Koalition überhaupt nicht und die Schwarz-Gelbe Regierung erst nach massiven Warnungen der Netzbetreiber ernst nahmen:

Problem Nr.1:

Zum einen bemerkte man schließlich, daß der größere Teil der Windstromanlagen in Norddeutschland liegt, wo man aber deren Strom nicht brauchen kann. Anders in Süddeutschland, wo es nach der Abschaltung mehrerer der dortigen Kernkraftwerke durchaus einen Bedarf gäbe – wenn es dafür ausreichend dimensionierte Nord-Süd-Höchstspannungsleitungen gäbe. Was nicht der Fall ist.

Problem Nr.2:

Zum anderen bemerkte man bis zum Oktober 2011 nicht, daß es auch noch ein zweites gravierendes Netzproblem gibt: Im weitaus größeren regionalen Verteilungsnetz, das technisch nur für die Versorgung der Abnehmer, keineswegs aber für die stark schwankende Stromaufnahme aus vielen dezentralen Windparks und Photovoltaikanlagen (s.u.) und die Weiterleitung dieses Stroms in das Höchstspannungsnetz ausgelegt ist.

Zum bereits bestehenden Ausmaß dieser Situation hat Ende November Holger Gassner, der Leiter Politik und Märkte bei der RWE Innogy, mitgeteilt, daß allein im ersten Halbjahr 2011 ganz enorme Schwankungen der verfügbaren Windkraftkapazitäten von 23.000 MW und der Photovoltaikleistung von 13.000 MW beobachtet worden.

Zum Problem Nr. 1: Für eine bessere Abnahme des Windstroms wünscht die Regierung bereits bis 2020 den Bau von 3000 km neuen Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland. Aber der ehemalige Wirtschaftsminister Brüderle legte am 21.3.2011 Eckpunkte für den Stromnetzausbau vor:

“Für den ehrgeizigen Ausbau der erneuerbaren Energien würden etwa 3.600 km neue Leitungen benötigt.”

Die Deutsche Energie-Agentur Dena rechnet jedoch mit erforderlichen 4.450 km an zusätzlichen Höchstspannungsleitungen und die parlamentarische Staatssekretärin im BMU, Katherina Reiche, nannte gerade 4200 km. Die Chancen dafür sind allerdings verschwindend. Bürger wehren sich erfolgreich dagegen; die Planungs- und Genehmigungsverfahren dauern und die Kosten sind enorm. Bisher sind gerade nur 214 km neu gebaut worden (s.u. „Monitorbericht“).

Weil die abgeschalteten Kernkraftwerke zuvor ganz wesentlich zur Stabilisierung des Netzes beigetragen hatten, das mit der schwankenden Ökostromproduktion zu kämpfen hat, – sie können Leistungsschwankungen am schnellsten von allen Kraftwerken durch massives Gegensteuern ausgleichen – mußten zuletzt immer häufiger Windparks zwangsweise abgeschaltet werden. Allein 2010 gingen dadurch ca. 150 Millionen kWh verloren.

Das führte aber keineswegs zu einer geringeren Belastung der Verbraucher,

denn die Regierung hat im EEG in der „Härtefallregelung“ des §12 dafür gesorgt, daß auch in derartigen Fällen Geld fließt: Die Windstromerzeuger, deren Stromeinspeisung wegen der drohenden Stabilitäts-Störung des Netzes von den Netzbetreibern abgelehnt wird, bekommen trotzdem für die Nichterzeugung von Windstrom eine Entschädigung, „die den entgangenen Vergütungen entspricht.“. Näheres in Kapitel 5.

Die Bundesnetzagentur hat in ihrem „Monitorbericht 2011“ interessante Zahlen mitgeteilt. Die Hälfte von 24 besonders wichtigen Ausbauprojekten verzögere sich und die bestehenden Netze seien „durch die Vielzahl der in den letzten Jahren zu erfüllenden Transportaufgaben und die Veränderung der Erzeugungsstruktur (im Klartext: Massiver Ausbau der Wind- und Solarstromerzeugung, Abschaltung von 8 Kernkraftwerken) „am Rand der Belastbarkeit angekommen.“

Die Netzagentur bezieht sich auf Stromleitungen, die im August 2009 als vordringlich eingestuft wurden – mit der Einführung des Energieleitungsausbaugesetzes.

Der Zeitverzug bei diesen 12 Projekten liege zwischen 1 und 4 Jahren.

Erst 214 km von insgesamt 1807 km seien bislang fertiggestellt. Nach Informationen von SPIEGEL-Online werden in dem Monitorbericht 2011 weitere 73 Projekte genannt, die sich nach Angaben von Übertragungsnetzbetreibern verzögern (Angaben vom 2. Quartal 2011).

Auch die Anbindung der neuen Offshore-Windparks an das Netz an Land gerät in Turbulenzen: Soeben warnte der Netzbetreiber Tennet, der in Norddeutschland das E.ON-Stromnetz übernahm, die Bundesregierung in einem Brandbrief vor Engpässen. Es gebe in sämtlichen laufenden Projekten erhebliche Schwierigkeiten im Planungs- und Baufortschritt. Alle Beteiligten „stießen an die Grenzen ihrer Ressourcen“, auch gebe es massive Probleme bei der Kapitalbeschaffung.

Wie die Bürger auf die Aussicht auf den geplanten massiven Ausbau der Hochspannungstrassen reagieren, wird in Kapitel 9 näher beschrieben. Der bremsende Einfluß der vielen Bürgerinitiativen wird von den Netzbetreibern jedenfalls als noch ernster betrachtet, als die langen Genehmigungszeiträume.

Die Zielvorgabe ist vollkommen unrealistisch

wird aber aufrecht erhalten, denn Berlin will auf keinen seiner Stützpfeiler für die Energiewende-Vision verzichten, seien sie auch noch so brüchig. Aber auch einer eingespielten Maschinerie für die Illumination des Bildes einer vollkommen auf „erneuerbaren“ Energiequellen beruhenden Zukunft passiert hin und wieder ein Fehler – bzw. kommt versehentlich ein Stückchen Wahrheit ans Licht:

Das Bundesumweltministerium BMU hat in seinem bereits mehrfach zitierten „Entwurf des Erfahrungsberichts 2011 zum Erneuerbare-Energien-Gesetz“ auf Seite 38 und 39 bemerkenswerte, fast resignierende, Sätze veröffentlicht:

„Es muß davon ausgegangen werden, daß der Netzausbau auch künftig nicht in dem erforderlichen Maß vorankommen wird.“

Und weiter heißt es:

„Obwohl sich die betroffenen Netzbetreiber bemühten, die bestehenden Netzengpässe im Verteilnetz zu überwinden, stieg die durch das Einspeisemanagement abgeregelte Strommenge (Anm.: Das heißt: die abgelehnte Aufnahme ins Netz) aus Windenergieanlagen von 2004 bis 2009 auf das 7-fache an. Einzelne Netzausbaumaßnahmen an kritischen Stellen im Netz könnten große Wirkung entfalten und diesen Trend abschwächen. Dennoch dürfte das Einspeisemanagement mit zunehmendem Ausbau der erneuerbaren Energien weiter an Bedeutung gewinnen, weil es zunehmend zu Netzengpässen kommen wird.“

Zum Problem Nr. 2: Wie im Kapitel3 „Solarstrom..“ beschrieben, treten Netzprobleme keineswegs nur im Hochspannungsnetz auf, das mit dem Transport der Windstrom-Schwankungen nicht fertig wird, sondern sie zeigen sich zunehmend auch in den unteren Spannungsebenen. Dafür sind die immer zahlreicher werdenden Photovoltaikanlagen, insbesondere Solarparks, aber auch Windparks im Binnenland verantwortlich, die mit ihren wetterabhängigen Schwankungen das nicht für Tausende von Stromeinspeisern ausgelegte regionale Netz in Schwierigkeiten bringen.

Man kämpft jetzt mit dem „50,2 Hertz-Problem“,

der abrupten, massenhaften Selbstabschaltung der Photovoltaikanlagen bei Netzüberlastung durch zu hohe Einspeisung. Diese Sicherheitseinrichtung ist vorgeschrieben und sehr vernünftig. Nur hat die Regierung übersehen, daß sie sich damit ein neues Problem einhandelt, wenn eine riesige Anzahl von PV-Anlagen, mit der kein vernünftiger Mensch im sonnenarmen Deutschland je rechnen konnte, das gleichzeitig tut.

Die nun notwendige technische Nachrüstung aller PV-Anlagen mit automatischen Meß- und Abschaltgeräten sowie die mit Gewißheit auch hier künftig praktizierte Entschädigung der PV-Betreiber für den nicht gelieferten Strom würde wohl unweigerlich wieder den Stromverbrauchern aufgebürdet werden.

Als einzige realistische Abhilfe gilt deshalb der Ausbau nicht nur der höchsten, sondern auch der unteren Spannungsebenen mit ihren Netzen und der Einsatz von Ortsnetztransformatoren. Dazu gab es endlich auch eine Zahl – und zwar eine sehr hohe: Katherina Reiche, parlamentarische Staatssekretärin im BMU, erklärte Ende November 2011 auf einem VDI-Kongress, daß das Netz „massiv umgebaut“ werden müsse. „Beim Höchstspannungsnetz seien 4.200 km, bei den Verteilnetzen 200.000 km in moderner Netztechnik nötig.“

Sie reagierte damit vermutlich auf eine im Auftrag des Bundesverbandes Windenergie angefertigte Studie der Ecofys Germany GmbH, in der ein folgenschwerer Satz steht (eigene Ergänzungen in Klammern):

„Die Ausfallarbeit durch Abregelung (d.h. Abschalten der Wind- und Solarstrom-Einspeiser) aufgrund von Netzengpässen im Übertragungsnetz (Höchstspannungsnetz mit 380 oder 220 Kilovolt; Länge 35.000 km) ist bislang noch wesentlich kleiner als die Ausfallarbeit aufgrund von Netzengpässen im (1,7 Millionen km großen) regionalen Verbundnetz.“

Das Hauptproblem für die Netzstabilität liegt also bei den Verteilnetzen:

Bei dem regionalen Hochspannungsnetz (100 oder 60 kV mit 77.000 km); dem Mittelspannungsnetz (30 – 3 kV mit 500.000 km) und Niederspannungsnetz (400 oder 230 Volt mit über 1 Million km) – und die zusammen sind riesenhaft. (Daten von Verivox).

Der Verband kommunaler Unternehmen VKU forderte deshalb in einer Erklärung vom 17.11.2011 die Politik und die Regulierung auf, ihren Blick auf diese 1,7 Mio km der Stromverteilnetze zu richten und nicht nur auf die knapp 35.000 km der Höchstspannungs-Übertragungsnetze, denn mehr als 80% der Anlagen der „Erneuerbaren Energie“ waren 2009 an die unteren Verteilnetze angeschlossen und haben diesen die Probleme gebracht..

Der VKU rechnet für einen derartigen Ausbau und die Integration der dezentralen Energieversorgung in den Verteilnetzen mit 25 Mrd € bis 2030. Darin seien die Kosten des Umbaus zur vielseitigen Meß- und Steuerbarkeit (Smart Grids) noch nicht einmal enthalten. Auswirkungen auf den Strompreis sind unausweichlich.

Peinlich für die Regierung:

Im neuen Energieleitungsausbau-Gesetz EnLAG sind nur die Höchstspannungs-Trassen des Übertragungsnetzes vorgesehen. Es ging den Gesetzesmachern nur um die Durchleitung des Windstroms von Nord nach Süd. Die Gefährdung der Stabilität des weitaus größeren Verteilnetzes durch die vielen unkontrollierten Stromerzeuger hatte man übersehen.

Inzwischen bereitet sich Hamburg auf die Möglichkeit eines totalen Stromausfalls im kommenden Winter vor, wie WELT Online am 21.11.2011 berichtete.

Der Netzbetreiber 50Hertz arbeite an einem Notfallplan und verhandle bereits mit großen Stromverbrauchern über eine Abschaltung. Olivier Felix von 50Hertz:

„Eine solche Situation kann eintreten, wenn im Winter bei Hochdrucklagen keine Windenergie erhältlich ist und zusätzlich das KKW Brokdorf unerwartet abgeschaltet werden muß.“

Vor nicht allzu langer Zeit gab es in dieser Region noch die KKW Stade (wird abgerissen), Brunsbüttel und Krümmel (sind stillgelegt). Deren Leistung fehlt nun.

7. Schäden umverteilen

Daß die Energiewende zu Strompreiserhöhungen führen wird, bestreitet nicht einmal die Regierung. Aber das Ausmaß dieser Erhöhung wird von ihr verniedlicht, während externe Fachleute von mindestens 20% ausgehen. Wesentlicher Grund dafür ist die 2011 erfolgte Abschaltung von 8 deutschen Kernkraftwerken, die bisher preisgünstigen Grundlaststrom erzeugten, der nun vermehrt durch Stromimporte aus Frankreich, Tschechien und Polen ersetzt werden muß – was Frau Merkel zunächst kategorisch ausgeschlossen hatte.

Strom Import-Export Bilanz in Deutschland Janunar-Oktober 2011 (rot: Import, blau: Export; Quelle: wilfriedheck.de)

Ein weiterer Grund ist der weitergehende Ausbau der teuren “erneuerbaren” Stromerzeuger Windkraft, Solarzellen und Biogas-gefeuerte Kleinkraftwerke, deren vom EEG garantierte Einspeisevergütungen den Stromverbrauchern aufgebürdet werden.

Dieser Anteil an der Stromrechnung steigt daher systematisch,

wobei auch wieder festzustellen ist, daß die Regierung wesentlich niedrigere Zahlen nennt als Energiewirtschaftler.

Der EU-Energiekommissar Günther Oettinger warnte bereits Anfang März, danach im Juni, im August, im September und zuletzt am 22.10.2011 vor den dramatischen Folgen des steigenden Strompreises für Deutschland. Hohe Energiekosten gefährdeten nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern auch den sozialen Frieden, wenn ein Teil der Menschen die Stromrechnung nicht mehr bezahlen könne. “Ich bin überrascht, wie gedankenlos die Entwicklung der Strompreise hingenommen wird,” sagte Oettinger auf dem internationalen Wirtschaftsforum in Baden-Baden. Deutschland zähle weltweit zu der Spitzengruppe bei den Strompreisen. Dies sei eine Ursache für die stetige De-Industrialisierung – energieträchtige Produktionen würden ins Ausland verlagert, sagte Oettinger.

Wie ernst diese Situation für die energieintensiven Industrien – Chemie, Papierindustrie, Düngemittelindustrie, Glaswerke, Stahlwerke, Baustoffindustrie, Aluminiumhersteller, Metallverarbeitung – bereits geworden ist, ist der Regierung bereits durch Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften klar gemacht worden.

Das Schlupfloch: Die Stromnetzentgeltverordnung

Die Reaktion der Regierung war bezeichnend: Der Staat verzichtet keineswegs auf seine vielfältigen Steuern und Abgaben auf den Strompreis, die ihn hier dermaßen teuer machen. Er verteilt die Lasten einfach um. Das Instrument dafür ist die o.g. am 28.7.2011 geänderte Verordnung (StromNEV), die unauffällig im Konvoi anderer Energiewende-Gesetze versteckt und die von der Presse erst nach einem Vierteljahr entdeckt wurde.

In dem für Laien praktisch unlesbaren Juristenchinesisch verbirgt sich im §19 ein Goldesel: Unternehmen mit einem hohen Verbrauch werden fast komplett von den Netzgebühren befreit – und auch noch rückwirkend für das laufende Jahr. Unternehmen, die mindestens 7000 Stunden jährlich am Stromnetz hängen und mehr als 10 Millionen kWh Strom verbrauchen, müssen gar keine Netzgebühren mehr bezahlen.

Bereits ab einem jährlichen Stromverbrauch von 100.000 kWh sinken die Netzkosten deutlich, so daß Tausende Unternehmen nicht den vollen Preis zahlen müssen. Die dadurch von den Unternehmen gesparten Netzkosten werden voll auf den Strompreis umgelegt – also von den Verbrauchern bezahlt. Geschätzt wird, daß die Strompreise allein durch diese Netzkostenermäßigung um 0,75 bis 1,0 Cent / kWh steigen könnten. Pro Haushalt mit ca. 4000 kWh Jahresverbrauch wären das bis zu 40 Euro mehr.

„Die Industrie zu entlasten und allein die Kleinverbraucher die Zeche zahlen zu lassen, ist eine Dreistigkeit, die bisher ohne Beispiel ist,“

zitierte die „Frankfurter Rundschau“ Verbraucherschützer Holger Krawinkel.

Aber das ist das durchgängige Prinzip bei der Energiewende. Sie beruht schließlich ganz wesentlich auf der Schröpfung der Bürger durch ihre Zwangsbeglückung mit zu teurer Energie. Mit dieser fortgesetzten Umverteilung zu Lasten der kleinen Leute dürften die Warnungen des Energiekommissars vor dem Ende des sozialen Friedens Wirklichkeit werden.

8. Das stille Ende großer Ankündigungen

Sie haben es sicherlich bemerkt: Klimaschutz ist plötzlich “out”. Jahrelang hat die Regierung Deutschland als einsamen Vorreiter und moralisches Vorbild bei der Reduzierung der CO2-Emissionen hingestellt. Der nach dem Anschluß der DDR dort stattgefundene Zusammenbruch der Industrie sowie die anschließende Modernisierung ihres Restes hat einen beträchtlichen Rückgang der dortigen Emissionen zur Folge gehabt – den sich die Bundesrepublik als eigene Leistung angerechnet hat. Damit konnte sie die Selbstverpflichtung, die CO2-Emissionen gegenüber dem sehr geeigneten Jahr 1990 um 21% zu vermindern, mit 23,4% sogar übertreffen. Anschließend hat sie in der EU die Forderung nach einer Absenkung der Emissionen bis 2020 um 40% erhoben – was von den Grünen als „ambitionierte Vorreiterrolle“ bezeichnet wurde.

Das ist nun seit Verkündigung der Energiewende Makulatur.

Die Abschaltung von 8 unbestreitbar CO2-freien Kernkraftwerken und der Ersatz des Stromausfalls durch Importe – teilweise von Kohlekraftwerken – und Hochfahren auch noch der letzten und ineffizientesten deutschen Kohlekraftwerke hat alle großartigen Selbstverpflichtungen abrupt in eine Peinlichkeit verwandelt. Hinzu kommt, daß Deutschland dringend neue Grundlastkraftwerke benötigt – und das können nach derzeitiger politischer Lage wiederum nur Kohlekraftwerke sein, wenn auch sehr moderne. Die Braunkohle-Bundesländer und die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie begrüßen das sehr. Aber die Grünen und zahlreiche Bürgerinitiativen, die vom Ende der Klimaschutzpolitik noch nichts gehört haben, werden mit Sicherheit den Neubau von Kohlekraftwerken nach Kräften behindern – siehe Projekt Datteln.

Dennoch müßte es unbedingt weitere Kohlekraftwerke geben; die Regierung hat gar keine andere Wahl, als nun auch beim sogenannten Klimaschutz eine 180-Grad-Wende zu fahren.

Aber das werden dann auch nicht einmal Kraftwerke mit CO2-Abtrennung (CCS) sein, wie es stets vollmundig verkündet wurde. Denn die Regierung erlitt kürzlich eine schwere Niederlage: Der Bundesrat lehnte ihren Gesetzesvorstoß ab, der es ermöglichen sollte, in Kraftwerken abgetrenntes CO2 zunächst versuchsweise in ehemaligen Gasspeichern zu lagern. Er will auch nicht den Vermittlungsausschuß anrufen. Damit ist die unterirdische Einlagerung von CO2 in Deutschland erst einmal unmöglich.

Die Abtrennungs- und Speichertechnik sollte eigentlich durch ein vom Energieversorger Vattenfall zu bauendes Demonstrationskraftwerk im Brandenburgischen Jänschwalde erprobt werden.

Jetzt hat Vattenfall Anfang Dezember 2011 erklärt, daß dieses Projekt gestoppt wird.

Grund sei das jahrelange erfolglose Ringen um eine gesetzliche Grundlage, teilte Vattenfall mit und bezog sich dabei vermutlich auch auf die kürzliche Ablehnung der CO2-Einlagerung (s.o.). Minister Röttgen zeigte sich enttäuscht. Jetzt fehlt es also weiterhin sowohl an der Abtrenungstechnik als auch an der Möglichkeit zur Lagerung des Gases. Damit sind auch alle Lippenbekenntnisse zum künftigen Bau von ausschließlich CO2-freien Kohlekraftwerken gegenstandslos geworden. Aber neue Kohlekraftwerke werden nach der Abschaltung der AKW dringend benötigt. Es werden dann – falls es der in den vergangenen Jahren stets begrüßte Widerstand der Bevölkerung überhaupt zulässt und die Investoren das Risiko überhaupt tragen wollen– ganz normale Kohlekraftwerke ohne CO2-Abtrennung gebaut.

Womit die CO2-Emissionen Deutschlands noch mehr steigen werden, als es bereits jetzt der Fall ist.

Mit diesem Dilemma ist die Regierung aber nicht allein: Die EU verfolgt das Ziel, 2050 rund 90% weniger CO2 zu emittieren, wozu entscheidend die CCS-Technik gebraucht wird. Die EU-Kommission geht davon aus, daß im Jahre 2035 CO2 aus Kohle- und Gaskraftwerken mit einer Kapazität von 35.000 MW abgetrennt und gespeichert werden kann. Allerdings fehlen Erfolgsmeldungen: Nur Spanien, die Niederlande und Rumänien haben bisher die EU-Richtlinie zur geologischen Speicherung von CO2 vom April 2009 in nationales Recht übernommen. In allen anderen EU-Staaten fehlt Investoren die Rechtssicherheit.

Und von den 6 von der EU-Kommission geplanten Pilotprojekten wird eventuell nur das in Rotterdam bis 2015 in Betrieb gehen. Das deutsche Projekt Jänschwalde hätte keinen Ort zur Speicherung des Gases.

Das Hauptproblem der CCS-Technik ist die fehlende Wirtschaftlichkeit. Eine Tonne CO2 abzuscheiden kostet ca. 50 €. Im Emissionshandel liegt der Preis für diese Menge bei ca. 10 €. Und er könnte später noch weiter sinken, wenn in Europa die neuen Erdgasquellen ausgebeutet werden – siehe Kapitel 13.

Aber auch mit der Verwendung von CO2 als Rohstoff (CCU) kann nur ein kleiner Teil der Emissionen genutzt werden, wie kürzlich auf einem Kongress in Düsseldorf einhellig festgestellt wurde. Die größte Hürde – vor allem in Mitteleuropa und Skandinavien ist aber die fehlende Akzeptanz der CO2-Speicherung vor der eigenen Haustür. Zur Rolle der Bürgerinitiativen mehr in Kapitel 11.

Die Erwartung der Regierung, daß künftig viele neue Gaskraftwerke gebaut werden,

die wegen ihrer geringeren Emissionen als klimafreundlicher gelten und auch als Regelungskraftwerke zum Ausgleich der Einspeisungs-Schwankungen benutzt werden könnten, wird sich nach Aussagen der Kraftwerksbetreiber nicht erfüllen. Das würde sich nicht rechnen, denn einerseits sind die Gaspreise zu hoch, andererseits sind Kraftwerke, die nur gelegentlich angefahren werden, um das Netz zu stabilisieren, unrentabel und rechtfertigen keine Investition. Es bleibt nur die Kohle. Ob Deutschland wenigstens nach 10 Jahren in den Genuß des billigen Erdgases aus „unkonventionellen“ Quellen (Shale-Gas) kommen wird, ist unsicher – siehe Kapitel 13.

Seit 6 Jahren experimentiert Deutschland auch mit Klimaschutz durch den Emissionshandel. Das Ergebnis stellt eine Kapitulation dar: Der Staat beschenkt mittlerweile energieintensive Unternehmen – z.B. Stahl-, Zement- und Chemieindustrie; insgesamt 164 Industriebereiche – üppig mit Emissionsrechten, nach Meinung von Kritikern wie BUND sogar viel mehr als nötig, damit sie nicht abwandern. Diese Emissionsrechte können sie nun weiterverkaufen. Ein Zwang zum erhofften CO2-Sparen entfällt; der Effekt ist gleich Null.

Die Regierung wird somit in den kommenden Jahren stetig ansteigende CO2-Emissionen registrieren,

sie aber vermutlich nicht mehr kommentieren. Sie hat vielleicht die Hoffnung, daß die weltweit stark ansteigenden Emissionen – allein 2010 gegenüber 2009 um +6 Prozent auf knapp 32 Mrd Tonnen, vor allem durch China, Indien, USA, Russland und Japan – von der ehemals „ambitionierten Vorreiterrolle“ Deutschlands ablenken würden.

Man könnte nun auf die Idee kommen, daß eine Regierung, die derart leichthin ihre moralisch überlegen gespielte Rolle als selbsternannte Weltretterin opfert, ebenso eines Tages ihre Energiewende einfach ausklinken könnte. Man kann sich jedoch nicht darauf verlassen, denn die Lobby, die man mit dem EEG geschaffen hat, ist stark.

9. Das Prinzip Hoffnung als Realitätsersatz

Ein von der Politik schon immer eingesetztes Mittel zur Stärkung der Überzeugungskraft von Plänen ist die Projektion von Verheißungen, das Versprechen von neuen Möglichkeiten, wozu sich insbesondere die Schilderung von neuen technischen Lösungen sehr gut eignet, weil hierbei die rasche Nachprüfung durch die Bürger entfällt und auch die Medien erfolgreich als Werbeträger eingesetzt werden können.

In keinem anderen Sachbereich wird von dieser Methode derart viel Gebrauch gemacht,

wie bei der Energieversorgung. Und je ungewisser den Verkündern neuer Lösungswege – zum Beispiel eine Energiewende – die Erfolgschancen erscheinen, umso mehr arbeiten sie mit Visionen, Hoffnungen und Versprechungen.

Die am meisten benutzte Methode ist die Beschreibung von tatsächlich noch nicht entwickelten Techniken als in Kürze sicher und erfolgreich einsetzbar.

Die Begründungsversuche für die sog. Energiewende stützen sich ganz erheblich auf derartige Beispiele. Ihre Merkmale sind:

  • Verschweigen des noch verstreichenden Zeitraums bis eine ausgereifte Technik entwickelt ist; statt dessen Erwecken des Eindrucks kurzfristiger Verfügbarkeit.
  • Unterschlagung wichtiger Leistungsziffern, insbesondere Wirkungsgrade bzw. Verluste sowie Kosten – z.B. die Investitionskosten pro geleistetem Kilowatt an Leistung und die Kosten einer erzeugten Kilowattstunde.
  • Verschleierung der für bestimmte Techniken vergebenen Subventionen bzw. Zwangsabgaben und deren Auswirkung auf die Verbraucher. Drastisches Beispiel: Das erneuerbare Energien-Gesetz EEG.
  • Verschweigen der damit verbundenen direkten Umweltbelastungen wie Flächenverbrauch (Biomassenutzung, Energiepflanzen), Lärmemissionen (Windräder), Feinstaubemissionen (Pelletheizungen), Gesundheitsgefahren (CO2-Speicher), Gefährdung von Gebäuden (Geothermie), Landschaftszerschneidung (Höchstspannungs-Trassen). Ebenso auch indirekter schädlicher Auswirkungen wie Biodiversitätsverluste durch Monokulturen (Energiepflanzen), der weltweite Anstieg der Nahrungsmittelpreise durch exzessive energetische Nutzung von Feldfrüchten mit Verlust von Anbauflächen für Nahrungsmittel oder die sozialen Auswirkungen steigender Energiepreise für Menschen mit geringem Einkommen (s. Aussagen von Oettinger).

Hier eine Zusammenstellung einiger Beispiele:

  • Technologien zur CO2-Abtrennung aus den Abgasen von Kohle- und Gaskraftwerken. Dazu Prof. H.-J. Wagner, Institut für Energietechnik der Ruhr-Univ. Bochum: „Kraftwerke mit CO2-Abscheidung werden erst in der übernächsten Generation, also in 30-40 Jahren, zum großtechnischen Einsatz kommen.“

  • Die unterirdische CO2-Speicherung: Bereits die gesetzliche Regelung zur Erprobung ist am Widerstand der Bürger gescheitert;

  • Der Ausbau des Höchstspannungsnetzes um 4200 km innerhalb der nächsten 20 Jahre: Bisher nur 214 km realisiert; angesichts der Widerstände ist selbst das Erreichen eines kleinen Teils dieser Pläne aussichtslos.

  • Druckluftspeicher zum Ausgleich von Windstromschwankungen: Das erste und einzige Entwicklungsprojekt für adiabatische Druckluftspeicherung namens ADELE stellte am 22.11.2010 die RWE Power in Staßfurt/Sachsen-Anhalt vor. Zu schaffende Voraussetzungen: „Erfolgreiches Abschließen der technischen Untersuchungen und Planungen; Finanzierung einschließlich der erforderlichen (!) Förderung; Geologie des Standortes.“ Viele wesentliche technische Komponenten müssen ebenfalls erst noch entwickelt werden. Ob in 30 Jahren die Marktreife erreicht werden kann, ist unklar.

  • Seekabelverbindungen zu norwegischen Pumpspeicher-Kraftwerken mit mindestens 5000 MW Übertragungsleistung: Siehe die obigen Ausführungen von Prof. Vahrenholt in Kap.1. Ein erstes kleineres Projekt befindet sich bereits in Schwierigkeiten: Das 530 km lange Nord Link Ein solches Kabel soll es bis Anfang 2017 geben. Es soll 1.400 MW übertragen. Das entspricht der Leistung eines Kernkraftwerks und gerade einmal 4 Prozent der schon jetzt in Deutschland installierten Windstromleistung. Mehrere Partner verließen das Projekt bereits.

    Fünf bis zehn dieser Seekabel wären wohl nötig, geplant sind sie nicht, und es gibt noch andere Probleme: Die meisten norwegischen Wasserkraftwerke sind keine in beiden Richtungen (bergauf und bergab) arbeitenden Pumpspeicherwerke. Sie müßten teuer und langwierig umgebaut werden – wenn es die Norweger überhaupt wollen.

    Außerdem wollen alle Nordseeanrainer, die ebenfalls Windkraftanlagen gebaut haben, ebenfalls mit Seekabeln an die norwegische Wasserkraft heran. Holland hat es schon getan. Damit fällt für jeden weniger Speicherkapazität ab. Und schließlich: Schon jetzt kämpfen Bürgerinitiativen in Norddeutschland gegen die Umspannstation an Land und die neuen Hochspannungsleitungen. Siehe auch die Ausführungen von Prof. Vahrenholt, Kap. 2: „Windstrom“.

  • Bezahlbare, leistungsfähige und langlebige Batterien für Elektroautos. Diese Entwicklung dauert voraussichtlich mehr als 20 Jahre. Als Speicher für Wind- oder Solarstrom wird auch danach kaum ein Autobesitzer seine Batterien bereitstellen: Ihre Lebensdauer leidet darunter.

  • Brennstoffzellen zur Stromerzeugung aus Wasserstoff, der wiederum per Elektrolyse aus überflüssigem Windstrom gewonnen wurde. Zu teuer, zu geringe Lebensdauer, unausgereifte Technik.

  • Solarstrom aus Nordafrika für Europa: Das DESERTEC-Projekt. Abgesehen von enormen Kosten, enormen Leistungsverlusten bei Stromerzeugung und Transport bis Mitteleuropa sind sehr lange, neue Höchstspannungstrassen notwendig – und kaum realisierbar. Zudem haben die politischen Umbrüche in Nordafrika alle Pläne obsolet gemacht.

  • Unterirdische Pumpspeicherwerke in ehemaligen Bergwerken. Noch existieren nur Pläne. Bis zur Marktreife mindestens 25 Jahre. Problem: Über Tage müßten sehr große und tiefe Speicherseen angelegt werden.

  • Hybridspeicher: Wasserstofferzeugung durch Windstrom-Elektrolyse mit anschließender Stromerzeugung durch Verbrennungskraftmaschine plus Stromgenerator. Diese Anlage würde 81% des eingespeisten Windstroms als Abwärmeverluste vernichten. Absurd, aber als Pilotanlage in Prenzlau errichtet. Eine chancenlose Energievernichtungstechnik, die wahrscheinlich mit Steuergeldern gefördert wurde. Details in Kap.5.

  • Geothermie-Kraftwerke zur Stromerzeugung. Die äußerst geringe Temperaturdifferenz, mit der diese Wärmekraftanlagen arbeiten müssen (ca. 140oC), führt zu einem kläglich kleinen Wirkungsgrad, der fast immer verschwiegen wird. Erstmals wurden im Herbst 2011 in einem Fachbericht über das geplante „petrothermale“ Kraftwerk in Munster-Bispingen (Lüneburger Heide) die interessanten Zahlen genannt: Thermalwassertemperatur 160oC; thermische Leistung 14,7 MW; elektrische Leistung 1,2 MW. Elektrischer Wirkungsgrad somit trotz relativ hoher Temperatur des Thermalwassers nur 8,2%. Das heißt: Sehr wenig elektrische Leistung für sehr hohe Investitionskosten, die hier 43 Mio € betragen; somit 36.000 € für 1 kWel. Zum Vergleich: 1 kW eines Kohlekraftwerks kosten 1.140-1.480 €; selbst bei einer kleinen Haus-Blockheizanlage kostet 1 Kilowatt 3.700-7.500 €. Stromerzeugung mit Geothermie ist also extrem unrentabel. Nur als Fernheizung hat es Sinn.

  • Solare Wasserstofferzeugung durch CO2-gefütterte Algen. Im Labormaßstab in Erprobung. Ungewisse Aussichten; mehrere Jahrzehnte von der Marktreife entfernt.

Diese und weitere Techniken sind zwar realisierbar, jedoch entweder noch weit von einer Markteinführung entfernt, von untragbar hohen Kosten gekennzeichnet, mit unakzeptablen Verlusten behaftet oder ihr Einsatz bleibt durch andere Defizite weit jenseits des politisch anvisierten Zeitraumes. Somit ohne Wirkung für die Umsetzung der Ziele der Energiewende.

Ein weiteres Hoffnungsargument in den Energiewende-Papieren

besteht in der Annahme der Regierung, daß der Bedarf an elektrischer Energie jährlich um 1,7% sinken werde. Diese Annahme wurde offenbar sehr zum Erreichen besserer Zahlen benötigt.

Sie wurde aber schon zuvor durch eine Studie der Task Force „Stromversorgung und Umwelt“ des VDE von 2009 widerlegt: Der bisherige langfristige Trend sei im Gegenteil eine Erhöhung von 1,2% pro Jahr gewesen. Seit 2006 habe er +0,6% betragen – und dieser jährliche Verbrauchszuwachs von 0,6% sei auch unter der Annahme von weiterhin erzielbaren Effizienzfortschritten wegen der zunehmenden Anwendung elektrischer Energie auch das wahrscheinlichste Szenario für die Zukunft.

10. Fehlinvestitionen: Die Förderung des Ungeeigneten

Die ideologische Überbewertung der Stromerzeugung durch alle sogenannten erneuerbaren Energiequellen und die Vernachlässigung der Nutzung dieser Energiequellen für die Wärmeerzeugung führte zu einer extremen Fehlsteuerung, deren Kern das EEG-Gesetz ist. Milliarden Euro werden den Verbrauchern abgenommen und in unzuverlässige, unrentable und im Falle der großtechnischen Biogasproduktion sogar umweltschädliche Investitionen geleitet, die im Falle von Windkraft und Solarstrom nicht etwa der sicheren Stromversorgung dienen, sondern sie im Gegenteil noch gefährden. Anstatt diese gigantische Fehlinvestition zu beenden, wird sie verstärkt fortgeführt – siehe die Energiewende-Schwerpunkte – und zur Schadensbegrenzung sollen weitere Milliarden für einen zuvor vollkommen unnötigen riesigen Netzausbau und für die verschiedensten Stromspeicherkonzepte ausgegeben werden, von denen die meisten wegen extremer Kosten und ebenso extremer Verluste bereits als Pläne in den Papierkorb gehörten.

Eins der absurdesten Beispiele ist das Wasserstoff-Hybrid-Speicherkraftwerk, das vor kurzem in Prenzlau in Gegenwart von Ministerpräsident Michael Platzeck eingeweiht wurde.

Überschüssiger Windstrom wird darin zur Wasserstoff-Erzeugung benutzt;

danach wird mit dem gespeicherten Wasserstoff in einem Gasmotor wieder Strom erzeugt, der bei Bedarf ins Netz zurück gespeist wird. Die Presse berichtete begeistert; Zahlen zum Speicher-Wirkungsgrad der Anlage und zu den Kosten einer so gespeicherten Kilowattstunde gab es bezeichnenderweise nicht.

Eine Nachrechnung ergibt: Die Umwandlung des Windkraft-Wechselstroms in Gleichstrom für die Druckelektrolyse beschert 10% Verluste; die Wasserstofferzeugung durch Elektrolyse verursacht 25% Verluste und der Gasmotor, der wieder Strom aus dem Wasserstoff erzeugt, hat 70% Verluste. Das ergibt einen Gesamtverlust von mindestens 80% – wertlose Abwärme. Der verbliebene kleine Rest des ohnehin nicht billigen Windstroms ist dann nach dieser „Speicherung“ fünffach teurer geworden.

Diese Anlage ist deshalb kein Stromspeicher, sondern eine teure Energievernichtungsanlage.

Derartige Pläne haben Konjunktur; es gibt offenbar in den zuständigen Ministerien keine fachliche Kontrolle mehr, die diese politisch korrekten Projekte von ihrer Förderung fernhalten könnte.

Das Problem für die Regierung, die Derartiges mit Steuergeld unterstützt, ist die Physik. Sie ist weder durch Programmpapiere, noch durch Sonntagsreden oder Einweihungszeremonien zu beeinflussen. Der einzige Effekt derartiger Projekte ist ein positives Medienecho und ein kleiner Zeitgewinn – bis zur unausweichlichen Pleite, über die aber nicht mehr berichtet wird. Das scheint die Steuergelder wert zu sein.

Eine ernsthafte und ehrliche Energie- und Umweltpolitik

hätte die physikalisch-betriebswirtschaftliche Sackgasse der Stromerzeugung aus ungeeigneten Quellen vermieden und die regenerativen Energiequellen für den Wärmemarkt erschlossen: Solarthermie und die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen hätten eine konsequente und wirkungsvolle Förderung verdient, was niemals geschehen ist. Auch die Fernwärmenutzung aus tiefen Erdschichten – an Stelle absurd unrentabler Geothermie-Kraftwerke (siehe Kap.9) – und die ausschließliche Biogaserzeugung aus verwertbaren Abfällen und nicht aus Feldfrüchten wäre Bestandteil jener Politik. Vorhandene Windkraft dürfte in diesem Pumpspeicher-armen Lande einzig zur Wasserstofferzeugung mit anschließender Verwertung als Brennstoff oder Chemierohstoff eingesetzt werden; neue Installationen müßten gesetzlich unterbunden werden.

Die Reihe der Beispiele für eine intelligente Verbesserung der Wärmebereitstellung ließe sich noch lange fortsetzen.

Und das würde direkt die teuren fossilen Öl- und Gasimporte treffen. Eine derartige konsequente Energiepolitik könnte sich „Kaizen“ nennen – der aus der Industrie bekannte japanische Begriff für „ständige Verbesserung“. Eine „Wende“ hingegen bedeutet eine 90- bis 180-Grad-Kursänderung; diese Bezeichnung war daher korrekt. Abrupte Wenden in der Energiepolitik aber kann die Wirtschaft eines Industrielandes nicht aushalten, erst recht nicht eine Wende mit den beschriebenen Defiziten.

11. Die Geister, die man gestern rief…

Viele Jahre lang wurden die Umweltverbände von den Regierungen mit großer Sympathie behandelt und ungezählte Forderungen wurden ihnen erfüllt. Vernünftiges und auch Unsinniges geschah. Gleichzeitig bildeten sich lokale und regionale Aktionsbündnisse, die Flugplatzerweiterungen, Atomabfall-Endlager, Straßenbauprojekte, Flußbegradigungen, Abholzungen, Sendemasten des Mobilfunks und vieles andere mehr bekämpften; oft mit beachtlichem Erfolg.

Die Bürger haben daraus gelernt,

daß sie recht wirksam unliebsame Entwicklungen in ihrer Umgebung verhindern können. Genau diese Fähigkeiten setzen sie seit einiger Zeit gegen nahezu alle Projekte ein, die jetzt zu wesentlichen Teilvorhaben der Energiewende ernannt worden sind:

Eine kaum übersehbare Anzahl von Bürgerinitiativen – inzwischen von den Medien als „Wutbürger“ bezeichnet – bekämpft Windkraftanlagen:

ArGe für eine windradfreie Heimat; Volksinitiative „Gegen Windräder“ mit 26 angeschlossenen Vereinen; Windkraftgegner; Gegenwind; Windwahn; NAEB; Epaw-Europäische Plattform gegen Windkraftanlagen; Bürgerinitiative „gegenwindlärm“; Sturm im Storm; Freier Wald e.V.; IG Sturmwind; Wind gegen Wind; Sturm gegen Wind u.v.a.m.

Auch die wenigen noch geplanten Pumpspeicher-Kraftwerke sehen sich dem Widerstand der Bürger gegenüber:

  • Atorf/Südschwarzwald: Der Schwarzwaldverein als Interessenvertreter der Bevölkerung hatte in den Anhörungen kritisiert, die “Region dürfe nicht bloß das Objekt für energiewirtschaftliche Ausbeutung werden.“ Der Kreisverband der B90/Die Grünen / Waldshut sprach sich gegen das Projekt aus.
  • Riedl/Bayern: Das Projekt ist politisch umstritten; eine Bürgerinitiative hat sich dagegen gebildet.
  • Blautal / Birkhau: Massive Bürgerproteste in Arnegg und Markbronn führten zu erheblichen Planungsänderungen – auch bezüglich des Ortes der Anlage. Zur Zeit werden Sicherheitsbedenken geltend gemacht; der Widerstand hält auch nach 6 Jahren an; ein Baubeginn ist nicht absehbar.

Eine Bürgerinitiative hat bislang erfolgreich die Errichtung einer Umrichterstation in Norddeutschland verhindert, die als deutscher Endpunkt am Seekabel nach Norwegen das Anzapfen der norwegischen Wasserkraftwerke für die Speicherung deutschen Windstroms möglich machen sollte. (Vgl. Kapitel 1 und Kapitel 9).

Massiven Widerstand gibt es bereits gegen jegliche neue Hochspannungs-Freileitungen.

Angst vor Elektrosmog, entwertete Grundstücke und verschandelte Natur führen die Bürgerinitiativen ins Feld. Das wird sich noch erheblich steigern, wenn die Pläne der Regierung zum Neubau von 3000 km Höchstspannungsleitungen von Nord- nach Süddeutschland verwirklicht werden sollen. Bisher sind davon nur 214realisiert worden. Siehe „Netz“-Kap.6.

Eine weitreichende Niederlage erlitt die Berliner Regierung mit ihrem Gesetzesvorstoß, der es ermöglichen sollte, in Kraftwerken abgetrenntes CO2 zunächst versuchsweise in ehemaligen Gasspeichern zu lagern. Der Bundesrat lehnte es ab und will auch nicht den Vermittlungsausschuß anrufen.

Grund für diese Ablehnung war die im Gesetz vorgesehene Klausel, die es jedem Bundesland ermöglicht hätte, auf seinem Territorium diese Technik zu erproben oder aber die Erprobung zu verbieten. Angesichts des sehr großen Widerstandes in den nördlichen Ländern – zahlreiche Bürgerinitiativen kämpfen dort gegen die Einlagerung des giftigen CO2 „unter ihren Füßen“ – wäre letzteres mit Sicherheit geschehen.

Bereits vor der Bundesrats-Abstimmung hatte es massive Proteste gegeben:

„Stoppt das CO2-Endlager“ stand auf ungezählten Autoaufklebern im Raum Flensburg und massenweise in friesischen Vorgärten, an der Nordseeküste in Schleswig-Holstein und Niedersachsen brannten Mahnfeuer. Die Initiatoren lehnten auch eine Speicherung vor der Küste ab, weil Experten davon ausgehen, daß sich eine CO2-Verpressung noch in 100 km Entfernung auswirken könnte.

Diese Ausstiegsklausel aber lehnte insbesondere Brandenburg ab, das in Jänschwalde den Bau einer große CCS-Pilotanlage von Vattenfall erhoffte, für deren CO2 dann aber wohl keinerlei unterirdische Speichermöglichkeit zu erwarten wäre. Vattenfall fürchtet nun, daß eine EU-Förderung wegzufallen droht.

Greenpeace zeigte sich über das Abstimmungsergebnis im Bundesrat erfreut.

Diese sog. CCS-Technik gilt nun als Voraussetzung, um in Deutschland Kohlekraftwerke auf Dauer wirtschaftlich betreiben zu können, da sonst CO2-Emissionsrechte an der Börse gekauft werden müssen. Das könnte alle Pläne zum Bau neuer Kohlekraftwerke, die die abgeschalteten Kernkraftwerke ersetzen sollen, verhindern. Damit wäre eine entscheidende Voraussetzung der sog. Energiewende entfallen.

Ob die sog. unkonventionellen Erdgasfunde (Shale-Gas; siehe Kap.13) in Europa innerhalb von 10 Jahren zu einem Sinken der Emissionsrechte-Preise und dann zu besseren Chancen für neue Kohle- und Gaskraftwerke – ohne CO2-Abtrennung – führen werden, ist ungewiss.

Auch gegen Photovoltaikanlagen gibt es Widerstand – und zwar aus den Reihen der Solarstrom-Befürworter selbst:

Die “kleinen Gebäudeanlagen”, die typischerweise auf Reihenhausdächern angebracht sind , wurden dramatisch durch wesentlich größere Freiflächenanlagen zurückgedrängt: Im Juli 2009 machten die Kleinanlagen nur noch 2% der installierten Leistung aus.

Dazu schrieb Wolf v. Fabeck, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Solarenergie-Fördervereins Deutschland e.V. (SFV) am 21.9.2009:

“Hier setzt sich eine bedauerliche Fehlentwicklung fort.”

Der SFV lehne PV-Freiflächen aus folgenden Gründen ab :

  • Sie belegen unnötigerweise Landflächen und treiben damit in ihrer Weise die Zersiedelung der Landschaft weiter voran.
  • Freiflächen stehen in Konkurrenz zum Nahrungsmittelanbau.
  • Freiflächen fangen viel Sonnenenergie ab; diese fehlt dann bei der Photosynthese. Das Pflanzenwachstum unter den Solarmodulen bindet bei weitem nicht so viel CO2 aus der Atmosphäre, wie es ohne Abschattung binden könnte.
  • Als ökologisch bessere Alternative bietet sich die Nutzung der Windenergie an.
  • Durch die Zunahme der Freiflächen nimmt die Akzeptanz für die Photovoltaik in der Bevölkerung ab, wie einige Bürgerinitiativen gegen Freiflächen-Anlagen belegen.

Die Bürger haben leider von der Politik nicht nur das erfolgreiche Blockieren von Projekten gelernt, sondern auch die Verwendung irrealer technischer Vorschläge als Argumente.

So wird beispielsweise zur Vermeidung neuer Stromtrassen gefordert, die Drahtseile der vorhandenen Leitungen durch Hochtemperaturseile zu ersetzen, die mehr Strom transportieren können. Weiterhin wird der Einsatz der Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) gefordert, weil damit mehr Leistung über vorhandene Leitungen geschickt werden kann.

Genervte Vertreter der Netzbetreiber sehen sich in den Diskussionen vor Ort genötigt,

auf die offensichtliche Tatsache hinzuweisen, daß heiße Stromleitungen deshalb heiß sind, weil dort eine zu hohe Belastung zu hohen Verlusten führt. Im Übrigen gebe es dafür nicht einmal kommerzielle Systemanbieter, nur Seil-Lieferanten. Und die HGÜ sei nur für die Übertragung großer Leistungen über große Entfernungen zwischen zwei Punkten sinnvoll – und ein nur mit sehr teuren Umrichterstationen anzapfbarer Fremdkörper im Wechselstromnetz.

Sehr beliebte ist das Argument des Ersatzes der Freileitungen durch unterirdische Kabel. Unterirdische Hochspannungsleitungen stellen jedoch keine realistische Alternative dar: Auch sie brauchen breite Schneisen wie die Freileitungen, ihre elektromagnetischen Abstrahlungen („Elektrosmog“) sind die gleichen – und sie führen zu Bodenaustrocknung. Außerdem sind sie über größere Strecken unerprobt und zudem bis zu 8-fach teurer als Freileitungen.

Die Vertreter der Regierung lernen jetzt erneut,

was die Experten des Bundesforschungsministeriums bereits von 1975 – 1978 in den Diskussions- und Seminarveranstaltungen ihrer umfangreichen Aufklärungs- und Werbeaktion „Bürgerdialog Kernenergie“ erfahren hatten: Es ist unmöglich, Ängste durch Sachargumente erfolgreich zu bekämpfen.

12. Deutschlands Energiewende bedroht die Nachbarländer

Als die 8 deutschen Kernkraftwerke Mitte März 2011 mit einer Entscheidung der Regierung abgeschaltet wurden, wodurch eine Grundlast-Kapazität von 8.800 MW (Megawatt) mit einem Schlag ausfiel, geschah es ohne jede Vorwarnung oder gar Konsultation der Nachbarländer, obwohl klar war, daß diese von dem drastischen Eingriff in den europäischen Strommarkt erheblich betroffen sein würden.

Der Zeitpunkt war zufällig und vorübergehend günstig, denn am Beginn des Frühjahrs waren die Nachbarländer Frankreich und Tschechien gut in der Lage, das in Deutschland entstandene Leistungsdefizit mit Stromexporten zu füllen. Frankreich, das generell vom Frühjahr bis zum Herbst Strom exportiert, musste seit dem 15. März 2011 durchschnittlich 2.000 Megawatt (MW) mehr exportieren – und zwar nach Deutschland.

Frau Merkel hatte zuvor erklärt, daß Deutschland keinerlei Stromimporte benötigen würde. Tatsächlich sind es noch vor dem Winter 2011/2012 bis zu 4.000 MW geworden. Was die deutsche Regierung offensichtlich übersah – oder nicht wußte – war die völlig andere Situation Frankreichs in den Wintermonaten: In diesen wird das Land zum Stromimporteur, wobei die Höhe dieser Importe bei 2,500 MW im Mittel und bei 5.000 MW im Maximum liegt.

Die Zahlen belegen es:

Während der Grundlastbedarf im Sommer bei 32.000 MW im Mittel und der Spitzenbedarf bei 50.000 MW liegt, steigt die erforderliche Grundlast in den Wintermonaten auf 55.000 MW sowie auf enorme 95.000 MW im Maximum. Dieser beträchtliche Verbrauchsanstieg beruht darauf, daß französische Häuser meist elektrisch beheizt werden – weshalb Frankreich im Winter stets Strom bezog – auch aus Deutschland.

Nun braucht Deutschland im Winter selbst Stromimporte, und zwar viel mehr als noch im Sommer 2011. Frankreich wird also von Deutschland nichts mehr geliefert bekommen. Und umgekehrt aber Deutschland auch nichts mehr aus Frankreich. Deshalb hat nicht nur Deutschland im Winter 2011/2012 einen Stromengpass zu befürchten, sondern insbesondere Frankreich, wie der Stromkonzern EDF Anfang November warnte. Siehe auch die folgende Meldung:

Auch die Strombranche der Schweiz trifft nach einem Bericht der NZZ vom 26.11.2011 Vorbereitungen für Versorgungsengpässe in den kommenden Wintermonaten, wie der Betreiber des Hochspannungsnetzes Swissgrid im November bestätigte. In der 3. Novemberwoche hatte die europäische Netzbetreibervereinigung Entso-E einen Bericht publiziert, der die Auswirkungen des deutschen Atomausstiegs auf die Versorgungssicherheit erörtert.

Probleme könnten sich bei einer längeren Kälteperiode ergeben, erklärte Swissgrid-Sprecher Thomas Hegglin.

Laut Entso-E könnte es zu weiträumigen Engpässen kommen, wenn etwa Frankreich auf Importe aus Deutschland angewiesen sein würde, dort aber aufgrund des Abschaltens von 8 AKW nicht genügend Kapazitäten vorhanden wären. Das letzte Mittel seien gezielte Stromrationierungen.

Die einseitige dramatische und abrupte Verringerung der deutschen Stromerzeugung hat also erwartungsgemäß zu größten Problemen im europäischen Verbund geführt und unabhängig von gefährlichen Stromengpässen steigen jetzt auch die Strompreise in unseren Nachbarländern. Sie dürfen Merkels Energiewende mitbezahlen. Sämtlichen Energiewirtschaftlern waren diese Folgen sofort klar. Der Regierung Merkel anscheinend nicht.

Daß die Handlungsweise der deutschen Regierung in den Nachbarländern als unsolidarisch und arrogant angesehen wird, bestätigen Landsleute, die mit dortigen Regierungsvertretern Kontakt haben.

„Wenn alle so reagieren würden, wie die Deutschen, wäre die Energieversorgung Europas gefährdet“

zitiert der Europaabgeordnete Holger Krahmer Stellungnahmen aus der holländischen Regierung.

Sollte es in Folge des deutschen Alleingangs zu wirtschaftlichen Schäden kommen, wird Deutschland vermutlich die Rechnung auf dem Wege über Brüssel präsentiert werden. Die Stellungnahmen der ausländischen Experten in der Umfrage des World Energy Council – siehe Kapitel 15 – belegen, daß sie alle sowohl Preissteigerungen als auch eine Gefährdung der Versorgungssicherheit in Europa als Folge der deutschen Kursänderung erwarten.

13. Globale Entwicklungen gehen in eine andere Richtung

Es gibt drei starke Trends in der Energiewirtschaft und der Energiepolitik des gesamten Auslands:

  1. Die weiterhin bestehende Dominanz der Kohleverstromung,
  2. die weltweite Renaissance der Kernenergie,
  3. die Erschließung der gewaltigen neuen Erdgasquellen (Shale Gas).

Kohleverstromung:

Die Kohleverstromung muß Deutschland angesichts des Kernkraft-Ausstiegs wieder erheblich ausbauen – ohne CO2-Abscheidung. Selbst das ist jetzt durch die jahrelange und sehr erfolgreiche Klimakatastrophen-Propaganda mit der Kohle als gefährlichstem Primärenergieträger von erheblichen Unsicherheiten gekennzeichnet, wie oben ausgeführt wurde.

Diese Form der Stromerzeugung kommt jedoch bald unter starken Druck durch die neuen Erdgasvorkommen, wobei Deutschland vermutlich eher spät dazu kommt– s.u.

Kernkraft:

Im Gegensatz zu Deutschland läuft im Rest der Welt weiterhin eine mächtige Aktivität zur Verstärkung und auch insbesondere zur erstmaligen Einführung dieser Technologie.

Zahlreiche innovative Neuentwicklungen verbreiten das Anwendungsfeld der Nukleartechnik auf sämtliche Bereiche der Energieanwendung. Zu erwähnen ist insbesondere die Entwicklung von Kleinreaktoren, die der Nukleartechnik sehr große neue Anwendungsfelder eröffnen

Ein kurzer Überblick:

  • Ende 2010 wurden in 30 Ländern insgesamt 443 Kernkraftwerke (6 Blöcke mehr als am 31.12.2009) mit einer Nettoleistung von 376 GW (376.000 MW) betrieben, die damit um ca. 5 GW über dem Vorjahreswert lag.
  • 6 Kernkraftwerke haben 2010 den Betrieb neu aufgenommen.
  • Ende 2010 gab es 62 aktive Bauprojekte in 15 Ländern für KKW – das sind 9 im Bau befindliche Blöcke mehr als im Vorjahr: (Argentinien:1; Brasilien:1; Bulgarien:2; China:27; Finnland:1; Frankreich:1; Indien:5; Iran:1; Japan:2; Südkorea:5; Pakistan:1; Russland:10; Slowakische Republik:2; Taiwan:2; USA:1).
  • Im fortgeschrittenen Planungsstadium befanden sich Ende 2010 in 20 Ländern 102 KKW-Blöcke. Weitere sind in der Vorplanung.

Mit seinem Ausstiegsbeschluß und der sofortigen Stillegung von 8 Kernkraftwerken mit 8.800 MW Leistung befindet sich Deutschland allein in der Welt. Insbesondere die Schwellenländer haben einen derart großen Bedarf an elektrischer Energie, daß sie nur zwischen Kohlestrom und Kernkraftstrom wählen können. Die größten dieser Länder – China und Indien – haben beide Optionen gewählt und sind inzwischen selbst zu den dynamischsten Entwicklern modernster Nukleartechnik herangereift.

Unkonventionelle Gasvorkommen (Quelle: Wikipedia)

Shale-Gas:

Die neue Bohr- und Erschließungstechnologie für die riesigen, lange bekannten, bislang unzugänglichen Shale-Gas-(Schiefergas)-Vorkommen hat in den letzten Jahren eine Revolution auf dem Weltenergiemarkt ausgelöst. Die Internationale Energieagentur rechnet mit Vorräten in der Höhe des 250-fachen Jahresverbrauchs in der Welt.

Bereits jetzt decken die USA, wo Shale-Gas in großem Stil gefördert wird, inzwischen ihren Gasbedarf aus eigenen Quellen und beginnen mit Erdgasexporten. Amerika hat inzwischen Russland als weltgrößten Gasproduzenten abgelöst. Es gibt dort ca. 3000 Bohrungen für Erdgas, monatlich kommen ca. 135 hinzu.

Exxon Mobile erwartet in einer neuen Prognose, daß Erdgas bis 2030 die Kohle als wichtigsten Stromlieferanten verdrängen wird. Vermutete Vorkommen von „unkonventionellem“ (Shale-Gas) und konventionellem Erdgas:

  • Konventionell: 241 Billionen Kubikmeter

  • Unkonventionell: 1720 Billionen Kubikmeter, davon Europa 84.

In NRW werden die zweitgrößten Vorkommen Europas vermutet. In NRW und Niedersachsen suchen etwa zwei Dutzend Konzerne nach wirtschaftlichen Vorkommen. Es wird jedoch noch Jahre dauern, bis die Daten aus den Probebohrungen ausgewertet sind. In Polen haben die Behörden in den vergangenen 2 Jahren 70 Konzessionen für Probebohrungen vergeben. Bereits jetzt haben sich Bürgerinitiativen im Emsland und in NRW gegen die Probebohrungen gebildet. Man befürchtet Umweltgefahren, z.B. eine Beeinträchtigung des Trinkwassers.

Der an der Rockefeller Universität in New York tätige Umweltforscher Jesse Ausubel sagte zu Shale-Gas in einem Interview im Jahre 2010:

„Es ist nicht aufzuhalten. Gas wird der in der Welt dominierende Energieträger für den größeren Teil der kommenden hundert Jahre werden. Kohle und die Erneuerbaren werden verdrängt, während Öl hauptsächlich für den Transport verwendet wird. Selbst Kernkraft wird sich verzögern.“

Und der britische Journalist Matt Ridley schrieb 2011:

„Das Beste am billigen Gas sind jene, denen es Kummer macht. Die Russen und die Iraner hassen es, weil sie glaubten, daß sie den Gasmarkt in den kommenden Dekaden kontrollieren würden. Die Grünen hassen es, weil es ihr Argument zerstört, daß die fossilen Energieträger immer teurer werden würden, bis schließlich Wind- und Solarkraft konkurrenzfähig geworden sind. Das gilt auch für die Nuklearindustrie. Der große Verlierer aber wird die Kohle sein.“

Nicht verwunderlich, daß eine seltsame Allianz von Grünen, Kohlewirtschaft, Kernkraftindustrie und konventionellen Gaserzeugern mit Umweltargumenten gegen die Shelf-Gas-Gewinnung arbeitet. In Deutschland war das sicher zu erwarten; zum Ärger dieser Kritiker haben jedoch Vertreter Niedersachsens trocken mitgeteilt, daß sie die vorgetragenen Sorgen nicht teilen, da sie selbst viele Jahre lang Erfahrungen mit den benutzten Techniken haben, und zwar ohne Probleme.

Interessant wird die Haltung der Rot-Grünen NRW-Landesregierung

zu der Erschließung der im Lande liegenden Vorkommen sein: Die Grünen sicherlich dagegen, auch wenn sie bisher immer Erdgas als wünschenswerte und klimafreundliche Alternative zur Kohle herausstellten; die SPD wird wohl mit freudiger Erwartung auf die zusätzlichen Steuereinnahmen blicken. In unseren ebenfalls Shale-Gas-begünstigten Nachbarländern – insbesondere Polen – wird man hingegen diesen unverhofften Energiesegen nach Kräften nutzen.

Die deutsche Haltung wird somit voraussichtlich eine Mischung aus Förderung hier und Eiertanz dort werden, mit dem gemeinsamen Merkmal, daß es auf jeden Fall länger dauert als bei den Nachbarn.

Gaskraftwerke mit ihren sehr hohen Brennstoffkosten – der Gaspreis macht 74% der Stromerzeugungskosten eines modernen GuD-Kraftwerks aus – würden dann deutlich billiger Strom erzeugen können und mindestens in die Mittellasterzeugung vordringen. Die Heizungskosten würden beträchtlich sinken und der Erdgasantrieb im Transportsektor würde attraktiver.

Weil bei der Verbrennung von Gas nur halb so viel CO2 entsteht,

wie bei Kohle, wird der neue Boom Folgen für den Emissionshandel haben. Die Preise für „Verschmutzungsrechte“ dürften sinken und das wiederum hätte Folgen für die „erneuerbaren“ Energien: Je stärker die Preise von CO2-Rechten sinken, desto schwerer kann Wind- und Solarstrom im Wettbewerb bestehen. Man würde sich dann wohl fragen, wozu man eigentlich die vielen teuren Windräder und Photovoltaikanlagen errichtet hat.

Eine Energiewende hätte man dann tatsächlich, aber ganz anders als es die Regierung geplant hatte. Ob sie diese Entwicklung ebenso wie das übrige Ausland als große Chance begreift, ist angesichts ihres bisherigen planlosen energiepolitischen Zickzackkurses keineswegs sicher.

14. Für die Bürger wird es immer teurer

Es ist eine eiserne Regel der Marktwirtschaft, die auch für Ideologen, Weltverbesserer oder Zwangsbeglücker gilt: Verstöße gegen die Prinzipien der Wirtschaftlichkeit werden durch Preiserhöhungen bestraft. Die deutsche Energiepolitik der letzten und der gegenwärtigen Regierung führt exakt zu diesem Ergebnis.

Die Energiewende von Frau Merkel ist im Grunde nichts anderes als die konsequente Fortsetzung der Energiepolitik der rot-grünen Vorgängerregierung. Deren stärkste Waffe war dabei das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vom 1. April 2000. Es ist nach wie vor in Kraft.

Der durch das EEG bewirkte Zuwachs an Windkraft-, Photovoltaik- und Biogasanlagen, deren Stromerzeugung von den Netzbetreibern vorrangig angenommen und mit den bekannten hohen Einspeisevergütungen bezahlt werden muß, führt zu beständig steigenden Strompreisen, weil diese Kosten auf die Verbraucher abgewälzt werden dürfen.

Im EEG-Erfahrungsbericht 2011 des BMU sind nahezu selbstkritische Töne zu finden:

„Die Vergütungszahlungen im Rahmen des EEG beliefen sich 2010……auf über 12 Mrd. €….. Hier ist es in den letzten Jahren zu Fehlentwicklungen gekommen.“

Und zum Thema Strompreise liest man:

„Insgesamt stieg seit dem Jahr 2000 die durchschnittliche Vergütung für Strom aus (allen) erneuerbaren Energien von 8,5 Cent / kWh auf voraussichtlich 15,5 Cent / kWh (2010) an. Diese Entwicklung mußte dringend gestoppt werden.“

Sie wurde aber nicht gestoppt, wie die folgenden Ausführungen zeigen.

Die Folgen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Die folgenden Angaben stammen aus der Veröffentlichung vom 15.10.2010 der 4 Übertragungsnetz-Betreiber (ÜNB), die per Gesetz verpflichtet sind, jeweils am 15.10. eines Kalenderjahres die EEG-Umlage – das sind die durch das EEG verursachten Mehrkosten, die den Endverbrauchern aufgebürdet werden – für das folgende Jahr zu ermitteln:

„Die ÜNB haben…auf Basis von Prognosen unabhängiger Gutachter für 2011 eine EEG-Einspeisevergütung in Höhe von 16,7 Mrd. € ermittelt. (Anm.: Davon gehen unglaubliche 8,38 Mrd. € an die Photovoltaik-Betreiber, die aber nur klägliche 1,9% der deutschen Stromerzeugung beisteuern.) Der prognostizierte Gegenwert des eingespeisten Stroms liegt bei 4,7 Mrd. €. Zusätzlicher Differenzbetrag (aus 3 Quartalen von 2010): 1,1 Mrd. €. Insgesamt werden somit rund 13 Mrd. € über die EEG-Umlage refinanziert.“

Dies ist die Summe, die die Endverbraucher zusätzlich für den grünen Strom aufzubringen haben.

„Wie die 4 ÜNB mitteilen, bedeutet dies im Jahre 2011 eine Belastung von 3,530 Cent pro kWh. Für das Jahr 2010 betrug die EEG-Umlage 2,047 Cent pro kWh.“

Das ist eine Steigerung von 73% in nur einem Jahr. Das bedeutet für einen Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2500 kWh: 88 € Mehrkosten durch das EEG im Jahre 2011 gegenüber 51 € im Jahre 2010. Wesentlich interessanter ist aber die Vorhersage für 2012. Die Bundeskanzlerin hatte noch im Sommer 2011 erklärt:

„Die EEG-Umlage soll nicht über ihre heutige Größenordnung hinaus steigen. Heute liegt sie bei etwa 3,5 Cent / kWh.“

Umweltminister Röttgen versprach das Gleiche.

Für 2012 hatte die Bundesnetzagentur anschließend angekündigt, daß die EEG-Umlage bei 3,6 Cent / kWh liegen werde. Nun zeigt die neue Prognose der Netzbetreiber vom 15.10.2011 für das Jahr 2012,

„daß die Bandbreite der Ökostrom-Umlage zwischen 3,66 und 4,74 Cent / kWh liegen wird.“

Auch die Deutsche Energie-Agentur Dena widersprach Anfang Dezember:

„Es wird nicht gelingen, die EEG-Umlage auf etwa 3,5 Cent pro Kilowattstunde zu begrenzen,“

sagte Dena-Chef Stephan Kohler der „Frankfurter Rundschau“.

Laut Kohler ergeben Dena-Berechnungen, daß die Umlage 2013 bereits knapp unter 4 Cent und 2020 bei 5 bis 5,5 Cent liegen wird. Für einen 3-Personen-Haushalt bedeutet das ca. 210 Euro Mehrkosten.

„Diese Prognose zeigt eindeutig, wer die Kostentreiber der Energiewende sind,“

sagte dazu Holger Krawinkel des Verbraucherzentralen-Bundesverbandes.

Die Mieter trifft die Energiewende doppelt

Das Gesetz zur Energieeinsparung in Gebäuden hat sich zu einer ernsten finanziellen Bedrohung für die Mieter entwickelt. Denn zu den ständig steigenden Stromkosten kommt im Falle einer Energiesanierung eines Miethauses eine kräftige Mieterhöhung hinzu. „Mieter zahlen für die Energiewende drauf,“ sagte Mieterbundchef Bernhard von Grünberg dem Bonner Generalanzeiger.

Nach geltendem Recht können Vermieter elf Prozent der Modernisierungskosten auf die Jahresmiete aufschlagen. Im Schnitt steigt die Miete nach einer Energiesanierung um 2,40 € pro qm, die Energieersparnis aber beträgt nur 50 Cent. „Die Miete steigt real um 1,90 € pro Quadratmeter,“ rechnet Grünberg vor.

Der NRW-Mieterbund lehnt den Kabinettsentwurf der Mietrechtsreform des Bundes mit der weiterhin enthaltenen 11-Prozent-Kostenumlage auf die Mieten ab.

Die Wohnungsgesellschaft LEG hat in Ratingen festgestellt, daß viele Rentner wegen der gestiegenen Heizkosten ihre Heizung nicht mehr einschalten.

Inzwischen wird die Forderung nach Sozialtarifen für einkommensschwache Verbraucher erhoben und von der Politik – noch – abgelehnt.

Weitere Strompreiserhöhungen drohen durch die 2011 beschlossenen Energiewende-Pläne sowie durch die Umsetzung einiger bereits 2010 eingeleiteter Vorhaben:

  • Die Abschaltung von 8 Kernkraftwerken entzog dem europäischen Stromverbund schlagartig 9000 MW Grundlast. Der Strompreis stieg sofort an der Börse. Schätzungen belaufen sich auf +20% – und nicht nur für Deutschland. Die Netzbetreiber – s.o. – konnten das bei ihrer Prognose vom Oktober 2010 noch nicht einbeziehen.

  • Eine große Zahl von energieintensiven Unternehmen hat – unbemerkt bei der Verkündung der Energiewende – von der Regierung eine weitgehende Befreiung von den Netzentgelten zugestanden erhalten. Mit der Überwälzung der dort eingesparten Kosten wieder auf die Endverbraucher. Auch das kommt noch hinzu.

  • Falls der riesenhafte geplante Ausbau des Höchstspannungsnetzes tatsächlich in Gang kommt – vieles spricht dagegen – dann werden alle damit verbundenen Kosten auf den Strompreis draufgepackt.

  • Der Ausbau von Windkraft – speziell die teure Offshore-Windkraft – und von Photovoltaik und Biogaserzeugung geht unvermindert weiter. Nur bei der Photovoltaik voraussichtlich langsamer, aber wegen ihrer hohen Kosten weiterhin preistreibend. Damit steigt die EEG-Umlage weiter.

  • Es ist zu erwarten, daß die Regierung in Anbetracht der Unwilligkeit der Kraftwerksbetreiber, neue Gaskraftwerke zu bauen, dies mit Steuergeldern und Steuerermäßigungen anregt, da sich Gaskraftwerke als einzige fossile Kraftwerke der Sympathie der Regierung erfreuen. Leider ist der von ihnen erzeugte Strom wegen der hohen Gaspreise sehr teuer. Dann zahlen die Bürger wieder mehr.

  • Falls es der Regierung wider Erwarten gelingen sollte, Zugang zu norwegischen Wasserkraftwerken als Speicher für Überschuß-Windstrom zu erlangen, wird Windstrom teurer. Dann steigt die EEG-Umlage.

  • Es ist zu befürchten, daß die weiter zunehmende und in der Fläche verteilte Photovoltaik die bereits sichtbaren Netzprobleme in der regionalen Mittelspannungs-Ebene derart verschärft, daß zusätzlich zu den ohnehin geplanten 3000 oder 4400 km Hochspannungstrassen noch ein starker Ausbau der regionalen Stromleitungen nötig wird. Diese Netze sind nicht auf viele Einspeiser ausgelegt, die Sonnenlicht-abhängig je nach Wetterlage kurzfristig extreme Leistungsspitzen erzeugen können. Die Verbraucher werden das dann ebenfalls zu bezahlen haben.

Eine deutliche Warnung vor den dramatischen Folgen des steigenden Strompreises für Deutschland gab es mehrfach im Jahre 2011 von EU-Energiekommissar Günther Oettinger. Hohe Energiekosten gefährdeten nicht nur den Wirtschaftsstandort, sondern auch den sozialen Frieden, wenn ein Teil der Menschen die Stromrechnung nicht mehr bezahlen könne.

“Ich bin überrascht, wie gedankenlos die Entwicklung der Strompreise hingenommen wird,”

sagte Oettinger. Deutschland zähle weltweit zu der Spitzengruppe bei den Strompreisen.

Die im Kapitel 16 „Die Planwirtschaft ist Realität“ aufgelisteten staatlichen Eingriffe in den Energiesektor sind ausnahmslos preistreibend, weil gegen den freien Markt gerichtet und stellen deshalb zugleich eine Auflistung der vielen Komponenten dar, die den Bürgern eine nicht enden wollende Kette von Strompreiserhöhungen bescheren werden.

Alle in den obigen Ausführungen beschriebenen, den Strompreis kräftig in die Höhe treibenden Handlungen der Regierung werden aber von einem Ereignis in den Schatten gestellt, das am 1.1.2013 eintritt.

An diesem Tag beginnt die Versteigerung der Emissionszertifikate, die der Industrie bislang zugeteilt wurden. Nach einer Schätzung des Energiefachmanns Dr. Alfred Richmann, Meckenheim, wird der Strompreis „über Nacht“ um ca. 50% steigen.

Daß diese Zertifikate die Emissionen in der EU um keine einzige Tonne reduzieren können, weil sie nur für die Umverteilung von Emissionen zwischen Ländern und Industrien sorgen, wie schon mehrfach aber erfolglos von Fachleuten bekräftigt wurde, ist nur eine weitere Absurdität in der Energie- und „Klimaschutz“-Politik der EU – und natürlich auch Deutschlands.

15. Ein internationales Urteil

Das World Energy Council – der Weltenergierat – ist das größte internationale Netzwerk der Energiewirtschaft. Seit über 80 Jahren besteht er in fast 100 Ländern. Es war dem World Energy Council vorbehalten, am 10. Oktober 2011 das Ergebnis einer internationalen Expertenbefragung zur deutschen Energiewende zu präsentieren; eine Befragung, die die deutsche Regierung besser selbst durchgeführt hätte, und zwar rechtzeitig vor der Verkündung ihrer dramatischen Politikänderung.

Die Umfrage erfolgte unter den mehr als 90 Länderkomitees. Grundlage der Ergebnisse sind Antworten aus den Rückläufen: Von Experten aus 21 Länderkomitees des World Energy Council, darunter 14 aus Europa.

Die wesentlichen Ergebnisse sind:

  • Keiner der befragten Experten erwartet, daß Deutschland sämtliche Ziele der Energiewende in der anvisierten Frist erreichen kann.
  • Nur 38% trauen Deutschland zu, einzelne Ziele – und zwar verspätet – zu erreichen.
  • Nur 29% schätzen, daß alle Ziele – verspätet – erreicht werden können.
  • Bis 2020 erwarten 76% der Experten eine Schwächung der Wirtschaftskraft Deutschlands.
  • Auch längerfristig – nach 2020 – erwarten 48% eine solche Schwächung. Nur 33% erwarten eine Stärkung.
  • Der weit überwiegende Teil der Befragten – 71% – erwartet Preissteigerungen für Strom im eigenen Land
  • 29% der Befragten erwarten Strompreiserhöhungen von bis zu 10%
  • 24% erwarten Strompreiserhöhungen zwischen 10 und 20%
  • und einige Länder – 14% – gehen sogar von Preissteigerungen über 20% aus.
  • Knapp zwei Drittel – 62% – der Befragten sehen erhöhte Gefahren für die Versorgungssicherheit Europas.
  • 81% der befragten Länder lehnen den deutschen Weg als Vorbild für die Welt ab.
  • Keiner der Experten hält es für vorstellbar, daß sein Land den deutschen Politikansatz vollständig übernehmen könnte.
  • 62% können sich vorstellen, einzelne Elemente der Energiewende zu übernehmen. 33% kein einziges Element.

Dieses Gutachten der internationalen Energieexperten ist vernichtend.

17. Die Planwirtschaft ist Realität

Von vielen Autoren der Wirtschaftspresse ist bereits harte Kritik daran geübt worden, daß im Energiesektor immer mehr marktwirtschaftliche Grundprinzipien, die bisher den Erfolg der Industrienation Deutschland herbeiführten, von der Regierung missachtet und durch politisch motivierte Verletzungen dieser Prinzipien ersetzt werden.

Die Liste dieser Verstöße ist inzwischen lang:

  1. Das EEG, also die extreme Zwangssubventionierung unwirtschaftlicher und auch technisch ungeeigneter Methoden der Stromerzeugung – verbunden mit dem Zwang, den so erzeugten Strom vorrangig ins Netz einzuspeisen und seinen Weiterverkauf notfalls noch zusätzlich zu bezahlen

  2. Entschädigungs-Verpflichtung für die Nicht-Produktion eines Wirtschaftsgutes – s. §12 EEG.

  3. Die mit Angstszenarien begründete Stilllegung einer großen Grundlast-Stromerzeugung (Kernkraft) mit der Folge von Preissteigerungen – auch im Ausland – und Versorgungsengpässen.

  4. Gewaltiger, teurer Ausbau der Stromnetze, der ohne die Fehlentscheidung der Bevorzugung unrentabler Erzeugungstechniken – s. Punkt 1 – überhaupt nicht notwendig wäre.

  5. Entlastung von energieintensiven Produktionen von den durch die EEG-Fehlsteuerung verursachten Strompreiserhöhungen – und deren Überwälzung auf die übrigen Verbraucher.

  6. Geplante neue Subventionen, um weitere Folgen der Fehlsteuerung durch das EEG und den Kernkraftausstieg zu bekämpfen: Die Bevorzugung von Wind- und Solarstrom macht die jetzt benötigten neuen Kohle- und Gaskraftwerke unrentabel, weshalb sich Investoren zurückhalten. Die Gaswirtschaft betonte, daß sich auch der Betrieb der zum schnellen Ausregeln der Netzschwankungen geeigneten Gasturbinenkraftwerke wegen der hohen Gaspreise nicht rentiere. Deshalb hat die Bundesregierung einen Investitionskostenzuschuss für neue fossile Kraftwerke im Zeitraum 2013-2016 in Aussicht gestellt und steht hierzu in Verhandlungen mit der EU.

  7. Stromspeicher werden im Ausland gesucht – so die per Seekabel teuer anzuschließenden Pumpspeicherwerke Norwegens – weil nicht benötigter, überschüssiger Windstrom zwischengespeichert werden muß. Fördermittel fließen in neue Speicherprojekte. Ohne die Fehlsteuerung durch das EEG hätten die vorhandenen Pumpspeicherwerke weiterhin ausgereicht.

  8. Durch die Energieeinsparverordnung werden Hausbesitzer zur energetischen Sanierung und Nachrüstung gezwungen. Auch wenn sie das nicht wünschen. Sie dürfen die Kosten auf die Mieter umlegen.

  9. Für Neubauten ist bereits die Installierung der sog. intelligenten Stromzähler vorgeschrieben. Ein Zwang für alle Verbraucher, diese Geräte anzuschaffen, ist angesichts der die Bürger bevormundenden Energiepolitik zu erwarten.

  10. In Baden-Württemberg wurden Hausbesitzer bereits gesetzlich verpflichtet, bei einer Modernisierung ihrer Heizungsanlage eine anteilige Versorgung durch „Erneuerbare Energie“ sicherzustellen.

  11. Der staatliche Geldregen für Energiewende-Reparaturmaßnahmen lockt nun auch weitere Interessenten hervor: Auf der Energiespeicher-Konferenz IHRES in Berlin wurde ein Einspeisegesetz á la EEG auch für Energiespeicher, die das Netz stabilisieren sollen, gefordert. Auch Investitionszuschüsse seien geeignet….

Das durchgängige Prinzip dieser Politik ist es, den Energiesektor zunehmend aus der Marktwirtschaft herauszulösen und sowohl die Wirtschaft wie auch die Bürger durch Gesetze und Verordnungen zu einem geänderten Verhalten zu zwingen – selbstverständlich nur zu ihrem Besten.

Die Geschichte zeigt ausnahmslos,

daß eine derartige Politik, die nichts anderes als Planwirtschaft ist, mit Sicherheit scheitert. Die unvermeidliche Folge sind riesige Fehlinvestitionen, die Verhinderung wirtschaftlicher Weiterentwicklung und die Ausplünderung der Bürger – insgesamt eine Verarmung des Landes und eine Absenkung seiner Wettbewerbsfähigkeit.

Umso merkwürdiger, daß selbst eine von CDU/CSU und FDP getragene Regierung diese Demontage der Marktwirtschaft nach Kräften vorantreibt.

18. Wie geht es weiter?

Die Feststellung, daß buchstäblich alle in den Energiewende-Gesetzen angestrebten Ziele nicht erreichbar sind, bedeutet, daß dieser energiepolitische Kurswechsel bereits jetzt gescheitert ist. In keinem der für die sichere Stromversorgung relevanten Themenfelder bestehen auch nur geringe Erfolgschancen für die Zielerreichung.

Das erklärt das vernichtende Urteil der internationalen Experten, die unbeeinflusst von deutschen Fördermitteln und unbeeindruckt von deutscher Medienpropaganda allein auf der Grundlage ihres Sachverstandes und ihrer Erfahrung ihr Urteil fällten.

Die Frage der Kapitelüberschrift ist leider nicht zu beantworten. Die deutsche Energiepolitik ist dermaßen erratisch, von Tagespolitik bestimmt und deshalb auch für unsere Nachbarländer unberechenbar und verantwortungslos geworden, daß jegliche Prognosen, die sich altmodisch auf das Fortschreiben notwendiger, sinnvoller und realistischer Entwicklungen abstützen, unmöglich sind.

Für die Deutschen und ihre Nachbarn sind das keine schönen Aussichten.

Eine Prognose ist jedoch zwingend: Die im Energiesektor ausufernde, die Wirtschaft schwer schädigende Plan-Misswirtschaft wird nach einigen Jahren spektakulär scheitern, weil ihre wirtschaftlichen und sozialen Kosten untragbar geworden sind. Die offene Frage ist nur, wie viele Milliarden Euro erst vernichtet werden müssen, bis eine neue Energiepolitik (eine neue Energiewende ?) den Scherbenhaufen zusammenkehrt.

Professor Helmut Alt von der FH Aachen hat die finale Auswirkung der deutschen Energiepolitik in einem Satz zusammengefasst:

„Die deutsche Politik hat Energie zum Luxusgut erklärt. Die Ärmsten werden es zuerst zu spüren bekommen, aber die haben keine Lobby.“

Und ein amerikanischer Präsident hat einmal den dauerhaft gültigen Satz gesagt:

„It´s the economy, stupid !“ Es ist die Wirtschaft, Dummkopf.

Sankt Augustin, Dezember 2011

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226 Kommentare
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  1. @ Günther Keil

    Anstatt des brennenden Windrades hätten Sie lieber das havarierende Atomkraftwerk Fukushima oder die brennenden Ölbohrinseln im Golf von Mexiko wählen sollen, denn davon gehen ERHEBLICH mehr Gefahren aus als von einem brennenden Stromgenerator! Angesichts einem weltweiten Boom’s an Kraftwerken mit EE, angesichrts eindeutiger Bekenntnisse zahlreicher Regierungen zu EE erscheint Ihre Postulierung des Scheiterns einer Energiewende wie das vergebliche Klammern an einen Strohhalm.

    [Schön, dass Sie es bereits geschafft haben, sich das Titelbild anzusehen. Wenn es jetzt noch mit dem Lesen (und verstehen) des Textes klappt, dann sind wir schon einen großen Schritt weiter… RK]

  2. An alle hier im Blog: Für diesen Artikel herrscht absolute Lesepflicht!

    Und noch eine Ergänzung in eigener Sache. Um die Verbreitung auch eines solch umfangreichen Textes zu erleichtern, habe ich ihn noch als PDF-Version angefügt. Das neu installierte Plugin (Print | PDF) unter dem Artikel erlaubt außerdem ab jetzt bei jedem Artikel einen PDF-Export oder das Erstellen einer druckerfreundlichen Internetseite.

  3. Lieber Herr Keil,

    danke für das Lehrbuch zur Energiewende. Ich werde es reichlich verteilen.

    Beste Grüße B.

  4. Sehr geehrter Herr Keil,

    vielen Dank für diese überaus gelungene Zusammenfassung bzw. Beschreibung des Status Quo bei der “sogenannten” Energiewende. Und bitte #1. einfach ignorieren.

    Eine Prognose ist jedoch zwingend: Die im Energiesektor ausufernde, die Wirtschaft schwer schädigende Plan-Misswirtschaft wird nach einigen Jahren spektakulär scheitern, weil ihre wirtschaftlichen und sozialen Kosten untragbar geworden sind. Die offene Frage ist nur, wie viele Milliarden Euro erst vernichtet werden müssen, bis eine neue Energiepolitik (eine neue Energiewende ?) den Scherbenhaufen zusammenkehrt.

    Bleibt die Frage, wer dann die Verantwortung dafür übernehmen wird.

    mfg
    karl.seegert

  5. Uff, ne Menge Lesestoff, der sich aber gelohnt hat.
    Danke Herr Keil für diese umfassende Zusammenfassung des deutschen Energie-Irrweges, ick werd mir dat auch mal ausdrucken und an mein Umfeld verteilen.
    Im Grunde genommen haben wir ja alles schon mal im Einzelnen dargelegt, ist im Prinzip für mich ja nix neues, aber trotzdem schön das mal in so konzentrierter Form lesen zu dürfen.
    Ich schließe mich der Empfehlung zur Lesepflicht unbedingt an, am besten gleich noch an Lokalpolitiker und sonstige Meinungsmacher und -Träger verteilen, vllt gehen ja den einen oder anderen doch mal die Augen auf.

    Vielen Dank nochmals.

    PS. Thorsten, geh wo anders spielen, von dem Thema hier verstehste eh nix.

    MfG
    Heinz Eng

  6. Im Großen und Ganzen ganz guter Text mit gutem Recherche-Material…aber diesem Zitat…:

    Solarthermie und die Nutzung von Erdwärme mittels Wärmepumpen hätten eine konsequente und wirkungsvolle Förderung verdient, was niemals geschehen ist.

    stimme ich aufgrund meiner eigenen umfangreichen Recherchen keinesfalls zu. Die Probleme der Speicherung von Wärme für eine bedarfsgerechten Nutzung sind noch bei weiterem größer als bei der Stromerzeugung. Es war ja mal ein EEG-Wärmegesetz politisch geplant, was man zum Glück wieder eingestampft hat, als man die Probleme (zum Glück) erkannt hatte. Eine Förderung zu Forschungszwecken mag sinnvoll sein, aber nicht die exzessiven MAPs (Marktanreizprogramme), die lediglich eine “Trabbi-Technik” im Wärmemarkt gefördert haben. Eine Weiterentwicklung einer effizienten Speichertechnik im Wärmemarkt hat seit über 10 Jahren definitiv nicht stattgefunden, womöglich auch deshalb, weil “man Kuhmist nicht polieren kann…

    Die Probleme mit Wärmepumpen werden auf meiner Webseite auch ausführlich erwähnt…

  7. Herr Hofmann,

    mir hat ein Schwäble erklärt, dass ab dem 01.01.2012 die Förderung für Wärmepumpenstrom, er hat ein EFH von Schwörer mit Luftheizung, wegfällt . Er zahlt dann statt 100 mtl. 140 € mtl. Das wäre ja pro m^2 mehr als ich für Gasheizung zahle?

  8. Egal wie oft es um tolle Windenergie und/oder tolle Atomenergie geht. Beide sind nur dabei gewesen weil es Subventionen gab und damit lehne ich beide in dieser Form ab. Sollen die AKW Betreiber den Schaden übernehmen wenn Ihnen Ihre Werke trotz aller Gesundbeterei kaputt gehen. Und sollen diejenigen die es wollen einfach Strom aus AKWs kaufen Sollen sich die Windradbetreiber am Markt beweisen solle mir auch das Recht sein. Sollte ich für beides bezahlen müssen ohne es haben zu wollen, sehe ich das ganz und gar nicht ein. Ich nenne es Betrug, wie Sie es nennen ist mir wirklich egal. Ich musste und muß für beides zahlen und das finde ich höchst widerlich.

  9. Vorweg genommen: Ich beziehe mich nicht auf Ihre Analyse zum Thema Windenergie etc., diese mag durchaus korrekt sein, mir ist aber ein anderes Thema wesentlich wichtiger, nämlich Ihr Einstieg in das Thema.

    Solange Leute wie Sie seitenweise Texte schreiben um die Energiewende anzugreifen, dabei aber weiterhin von der Voraussetzung ausgehen, Atomenergie sei sicher und der Ausstieg falsch, sehe ich den Sinn einer weiteren Diskussion nicht.

    Wollen Sie den Millionen Menschen im Umkreis eines Atomkraftwerks eine Garantie dafür geben, dass in den nächsten 50 Jahren nicht irgendwann ein Terrorist auf die naheliegende Idee kommt in ein AKW zu fliegen? Wollen Sie die Garantie dafür geben, dass es dabei nicht zu einer Kernschmelze wie in Fukushima kommt, mit den bekannten verheerenden Folgen?

    Es ist immer leicht sich im Internet als allwissender Kämpfer gegen die angeblich gleichgeschalteten manipulativen Medien und die irrige öffentliche Meinung zu produzieren, das Problem ist jedoch, dass gerade die getätigten Grundannahmen eine völlig einseitige Sichtweise darstellen. Das liegt daran, dass Leute wie sie bei Ihrem Windmühlenkampf gemeinhin Ihnen unpassende Möglichkeiten ausblenden. In einem Falle wie diesem, also dem Terrorangriff mit Kernschmelze, ist dies jedoch fatal, weil auch eine geringe Wahrscheinlichkeit extrem negative Auswirkungen nach sich ziehen würde.

    Hinzu kommt, dass Leute wie Sie sich grundsätzlich keinen Deut darum scheren, wie wir die kommenden Jahrtausende zukünftige Generationen vor strahlendem Müll schützen. Dafür gibt es keine Lösung. Dass ein Bergwerk mit etwas Beton und ein paar Warnschildern nicht reicht, sollte eigentlich einleuchten.

    Fazit: Schreiben Sie Ihre Seite um. Nehmen Sie Ihre möglicherweise berechtigte Kritik an der Energiewende in der jetzigen Form zum Anlass für konstruktive Vorschläge, wie man es besser machen könnte, statt der Atomkraft oder anderen nicht-regenerativen Energien nachzuhängen.

  10. @ A. Netz:

    Kernkraft-Bashing ist die übliche Methode, vom katastrophalen Scheitern der EE-Träume abzulenken.
    Hat sooooooooo ‘nen Bart.

    Aber ich sag’ ihnen gerne ein paar Alternativen:
    1. Erdgas/Methan
    Steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung, jedenfalls für mehr als 100 Jahre und über längere Zeiträume kann man sowieso nichts denken oder gar planen.
    2. Kernfusion
    Schon in wenigen Monaten wollen die USA ein Versuchskraftwerk zünden, das Nettoenergie liefert. Das wäre dann der Beginn einer völlig neuen Energie-Ära.
    3. Kernfission
    Kernkraftwerke der 4ten Generation sind inhärent sicher und erzeugen auch keinen langlebigen Strahlenmüll und gegen ein Flugzeug lassen sich Kraftwerksneubauten ohne weiteres härten.

    Diese ‘konstruktiven Vorschläge’ werden Sie bei Science-sceptical ausführlich behandelt finden und wenn Sie auch nur halbwegs mit der Materie vertraut wären, müssten sie sie selbst kennen.

    Fazit: Wenn Sie auf einen Strohmann eindreschen wollen, bauen Sie erst mal einen besseren, der jetzige taugt nichts.

  11. @A.Netz

    Hmm, war wohl zu viel Lesestoff oder wat?
    Ham se den eigentlichen Sinn der obigen Analyse überhaupt verstanden?
    Dat geht nämlich darum, das die gesamte deutsche Energiepolitik ein Desaster ist und demnächst (neben enorme Kostensteigerungen) zur elektrotechnischen Katastrophe europaweit führen kann.

    Wissen se, mir sind die KKW wurscht, wegen mir können se die Dinger auch durch neue Kohlekraftwerke ersetzen, hier geht es nämlich eher darum das ohne Not dringend benötigte Kraftwerkskapazitäten panikartig weggeschalten wurden, wäre es beim normalen Atomaussstieg geblieben, hätte die Energiewirtschaft heute nicht die Panik in den Augen.

    Man o man, dieses ewig proklamierte Grün-Gesäusel können se sich sparen, wir hatten nämlich bisher eine vollständig funktionierende Stromversorgung, die wir uns jetzt absichtlich kaputt machen……..und wir Energiefuzzis dürfen uns dann einen Kopp machen, wie wir den Mist ausbaden, den uns Elektrolaien und EE-Lobbyisten eingebrockt haben.
    Ach übrigens Vorschlag………machen se mal die “Liberalisierung der Strommärkte samt Unbundling” wieder rückgängig…..wäre doch schon mal ein Anfang, gelle.

    Ps. mal ne Frage, sind Sie ein Vetter von Thorsten……oder geht die selbe Öko-Bibel deutschlandweit reihum.
    H.E.

  12. #9. A. Netz

    Herr oder Frau Netz,

    Wollen Sie die Garantie dafür geben, dass es dabei nicht zu einer Kernschmelze wie in Fukushima kommt, mit den bekannten verheerenden Folgen?

    verheerend waren die Folgen des Erdbebens und des dadurch ausgelösten Tsunamis mit den tausenden von Toten, die Sie hier mal eben unter den Tisch fallen lassen. Wieviel Tote gab es noch mal in den beschädigten AKW durch die Kernschmelze?

    Warum Leute wie Sie dermaßen irrational denken und handeln, wenn Sie auch nur das Wort Atom hören oder lesen, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Man, brat mir nen Storch!

  13. @Guenter Keil

    Schöner Artikel. Das sieht man schon alleine daran, dass der Thorsten gleich reagiert. ;-)

    @Rainer Hoffmann

    Von Geothermie und oberflächennaher Geothermie und Wärmepumpen halte auch auch nichts. Die Temperatur steigt in etwa nur mit 3°C pro 100 Meter an. In einem 100 Meter tiefen Bohrloch liegt man so bei 12°C in 100 Meter Tiefe.

    @A. Netz

    Fazit: Schreiben Sie Ihre Seite um. Nehmen Sie Ihre möglicherweise berechtigte Kritik an der Energiewende in der jetzigen Form zum Anlass für konstruktive Vorschläge, wie man es besser machen könnte, statt der Atomkraft oder anderen nicht-regenerativen Energien nachzuhängen.

    Der Artikel wird sicher nicht umgeschrieben, nur weil Ihnen die Realität nicht gefällt. ;-)

  14. Sehr geehrter Herr Keil,

    sehr schöne Zusammenfassung der deutschen schildaischen Bemühungen um eine Abbremsung der Industriellen Entwickliung in Deutschland. Bei Eike habe ich gerade gelesen, was der Grund sein könnte:

    Mit dem Moratorium für acht Kernkraftwerke in Deutschland wür­de deutscher Stromexport von rund 3000 bis 4000 Megawatt (MW) er­setzt durch Stromimporte in Höhe von rund 3 000 MW. Das verändert die deutsche Zahlungsbilanz konso­lidiert um rund 3 Mrd. Euro pro Jahr, ein schöner Erfolg.

    von Max Dietrich Kley

    Mitglied des Auf­sichtsrats der BASF SE

    Was Deutschland dafür unternimmt, ist wahrscheinlich so ziemlich egal. Die British Empire Strategen wollen doch nur Deutschland am Boden halten, dafür taugt so ziemlich jede Art von Morgenthauplan, den Deutschland freiwillig umsetzt.

    Matt Ridley ist nicht nur ein Journalist, er ist Naturwissenschaftler, Biologe, Evolutionsforscher und hat letztens in einer Rede vor der RoySocArt vor einem verhängnisvollen Fehler gewarnt, den England vor 100 Jahren beinahe einging. Auch damals war England, wie ganz Europa, einer Pseudowissenschaft erlegen, der Eugenik und , welch ein Zufall, nur Deutschland tat es. Selbst der große Berhard Shaw träumte zur Rettung unserer Zivilisation vor Überbevölkerung und Ressourcenknappheit von einen Gas, dass menschfreundlich tötet, lange bevor IG das für Hitler tun konnte.

    Deutschland ist nachhaltig von diesen Ideologen besetzt, Round Table, Club of Rome und wie die Konsorten heißen.
    Beim Wort “nachhaltig” bekomme ich normalerweise Brechreiz, aber dafür passt es.

  15. @Micha

    Schöner Artikel. Das sieht man schon alleine daran, dass der Thorsten gleich reagiert.

    Ick würd eher sagen, der hat dat Bild gesehen und in üblicher Manier seinen substanzlosen Müll zum Besten gegeben, er hat den Artikel nicht gelesen und wenn, dann wird er ihn nie verstehen.

    Sach mal, is bei R-E nix mehr los, so das der Waldschrat jetzt mit seiner üblichen Masche (kill den Überbringer der schlechten Nachricht ) schon bei uns rumprollen muss?

    MfG

  16. Obige Beispiele wie ein @1 Thorsten Seifert und @9 A.Netz
    Terroristische Angriffe auf ein KKW: bei Anti-Atom und AGW Aktivisten ist das eine beliebte Illusion, die nur zeigt, dass sich derjenige nicht mit der Thematik befasst hat.
    Terroristen, die auch noch ein Flugzeug, mindest Größe Jumbo-Jet entführt haben, um es für zerstörerische Zwecke zu verwenden, werden mit Sicherheit nicht so blöd sein und es ausgerechnet in einem KKW – und dann auch noch deutscher Bauart, landen zu lassen.
    Viel zu unsicher, dass einfach keine Außenwirkung entsteht – zugegeben, höchstens das Geschrei(bsel) der Einheitsmedien und Ökos.
    Stadien, Hochhäuser, Bahnhöfe, gro0e Tanks sind viel besser geeignet und viel weniger gesichert.
    Wer nachdenken kann, kommt von selbst auf weitere Ziele.

    „Wollen Sie die Garantie dafür geben, dass es dabei nicht zu einer Kernschmelze wie in Fukushima kommt, mit den bekannten verheerenden Folgen?

    Es wäre doch schön, wenn bei Katastrophen nur so wenig Opfer wie bei den Fukushima- KKW zu beklagen wären. Wie gut, dass das bekannt ist.

  17. Eine Klasse Abhandlung von Guenter Keil !!! Als Informationsbasis wieder mal ein “Leckerbissen”. Man kann ihm für seine Arbeit nur danken.

  18. @ Andreas Demmig:

    Viel wird geklagt über die mangelnde Versicherung von KKW’s.
    Tatsache ist aber, dass KEIN Großbetrieb eine Haftpflicht hat, die alle eventuellen Schäden abdeckt.
    Wenn ich mir vorstelle, was passiert, wenn die BASF (Das grösste Chemiewerk der Welt) in Ludwigshafen abfackelt, mitten im Ballungszentrum Rhein/Main…naja, das wäre wirklich der GAU. Viel schlimmer als Harrisburgh oder Fukushima, SEHR viel schlimmer.

    Sollte jemand ein Flugzeug entführen und in ein KKW steuern, wäre übrigens die Fluggesellschaft haftbar (Ja, auch Flugzeuge unterliegen der Gefährdungshaftung, der Betreiber ist auch für den Missbrauch im vollen Umfang haftbar!) und die hat bestenfalle eine freiwillige Terrorismusversicherung von 2 Milliarden und darauf legt der Staat(!) als Sponsor noch 8 Milliarden drauf. Alles über insgesamt 10 Milliarden bleibt unversichert.

  19. @Heinz Eng

    Ick würd eher sagen, der hat dat Bild gesehen und in üblicher Manier seinen substanzlosen Müll zum Besten gegeben, er hat den Artikel nicht gelesen und wenn, dann wird er ihn nie verstehen.

    Glaube ich auch. Meine Links schaut er auch nie an. Es könnte ja sein Weltbild in Frage gestellt werden.

    Sach mal, is bei R-E nix mehr los, so das der Waldschrat jetzt mit seiner üblichen Masche (kill den Überbringer der schlechten Nachricht ) schon bei uns rumprollen muss?

    R-E gefällt mir nach dem Neustart gar nicht mehr. Schon vorher gab es Probleme mit der Freischaltung der Artikel und Kommentare. Die alten Artikel wurden auch nicht wie versprochen wiederhergestellt. Deshalb habe ich mich auch dazu entschieden hierher umzuziehen. Thorsten war ein weiterer Grund. Bei R-E fehlen ihm nun die Gegner und die Aufmerksamkeit.

    Im Artikel hier fällt ein schöner Ausdruck für das Klientel: “Zwangsbeglücker”
    Die sind wie die Zeugen Jehovas. Immer den Wachturm dabei -- die Klimabibel von Rahmstorf -- und zum Missionieren bereit/ unterwegs.

    Wenn die aus Fukushima zu sprechen kommen, ziehe ich mir mein “Kerngesund”-T-Shirt an. ;-)

  20. Im Artikel sind wahre Leckerbissen zu finden:

    Selbst die UdSSR und ihre Satellitenstaaten haben es während der Ära des „real existierenden Sozialismus“ und seiner letztlich das ganze System zerstörenden Planwirtschaft nicht fertig gebracht, die Nichtproduktion eines Wirtschaftsgutes mit einer Bezahlung zu belohnen. Das war Deutschland vorbehalten. Und das BMU hat hier recht: Das ist einzigartig.

    Scheint mir auch so. Wie ein Waisenknabe wirkt die einstmalige staatliche DDR-Planwirtschaft (die ja bekanntlich zum vollständigen Staatsbankrott geführt hat) gegenüber der in 2010 etablierten, geradezu kafkaesken EEG-Plan-Misswirtschaft des Nachwende-Deutschland. Eine demokratisch organisierte Gesellschaft schützt offensichtlich vor derartigen Fehlentwicklungen nicht die Spur. Besonders, wenn das betrachtete Land “Deutschland” heisst. Deutschland scheint die Heimat in immer neuer Form wiederkehrenden ideologischen Wahnsinns zu sein. Wo ein ideologisch-dogmatischer, irrationalen Gesichtspunkten folgender Wille am Werke ist, da ist er offenbar auch nicht dadurch zu bremsen, daß die politischen Parteien sich regelmäßig dem Votum der Wähler/-innen stellen müssen.

    Die Grafik unter 7. “Strom Import-Export Bilanz in Deutschland Janunar-Oktober 2011″ sehe ich so zum erstenmal, ohne dass die mich auch nur im geringsten überrascht. Glasklar zeigt dies die durch Abschaltung wichtiger Grundlast-Kraftwerke entstandene “stabile” Stromlücke in der heimischen Stromerzeugung.

    Mit der Netzgebühren-Entlastung stromintensiver Unternehmen durch die StromNEV-Verordnung folgt die Bundesregierung unausweichlichen Notwendigkeiten …. und lädt, wie schon systematisch bei der EE-Politik die Lasten beim gemeinen Volk ab. Wenn — laut Artikel — H.Krawinkel in der Frankfurter Rundschau dazu bemerkt, „Die Industrie zu entlasten und allein die Kleinverbraucher die Zeche zahlen zu lassen, ist eine Dreistigkeit, die bisher ohne Beispiel ist,“, dann ist das umso bemerkenswerter, als ja die Kleinverbraucher diejenigen sind, die diese Politiker erst wählen.

    Zynisch könnte man konstatieren: das deutsche Schaf wählt sich seinen Schlächter freiwillig. Die Politik, speziell die Grünen und Unweltverbände, werden versuchen, in konzertierter Aktion mit den öff-recht. Staatsmedien, Proteste und Unwillen der Bevölkerung — ich fürchte erfolgreich — auf die Energieunternehmen, Mineralölwirtschaft und ganz allgemein den “Kapitalismus” zu projizieren. Wenn die deutschen Schafe so blöde sind, dass sie ihren wahren Schlächter nicht erkennen, dann ist ihnen nicht zu helfen. Blödheit ist nicht auszurotten, solange die herrschenden Machstrukturen diese zum eigenen Vorteil geradzu züchten.

    Ich stimme zu, wenn Guenter Keil zu einem hirnlos gefeierten Wasserstoff-Hybrid-Speicherkraftwerk schreibt:

    Das Problem für die Regierung, die Derartiges mit Steuergeld unterstützt, ist die Physik. Sie ist weder durch Programmpapiere, noch durch Sonntagsreden oder Einweihungszeremonien zu beeinflussen. Der einzige Effekt derartiger Projekte ist ein positives Medienecho und ein kleiner Zeitgewinn – bis zur unausweichlichen Pleite, über die aber nicht mehr berichtet wird. Das scheint die Steuergelder wert zu sein.

    ***

    Kleine Anmerkung zum Schluss: Die Titelgrafik (brennende WKV) ist gut gewählt, denn sie steht symptomatisch für das Scheitern der Energiewende. Vorn ist der Propeller noch dran, aber hinten brennt alles.

  21. Zusatz zum im übrigen hervorragenden Artikel:

    Das Handeln unserer Politiker, insbesondere der in Physik promovierten Bundeskanzlerin, die es mit Sicherheit besser weiß, ist in höchstem Maße gemeingefährlich, unmoralisch und verantwortungslos. Schließlich nehmen sie ohne Not das Risiko von großflächigen Stromausfällen und Netzzusammenbrüchen in Kauf. Solche Netzzusammenbrüche können immer zu Todesfällen führen. Ich nenne nur Verkehrsunfälle, weil Signanlagen ausfallen, Massenpaniken in überfüllten und auf einmal dunklen U-Bahnen, erfrierende Menschen in Wohnungen, deren Heizung nicht mehr arbeitet … Die Politik gefährdet das Leben von Menschen. Eigentlich gehörten die Politiker dafür vor Gericht gestellt.

    Dr. Keil schreibt, dass die Energiewende in “einigen Jahren” scheitern müsse. Ich bin optimistischer. Ich glaube, das Scheitern wird viel früher sichtbar werden.

    Wenn erst der Strom für “Otto Nomalverbraucher” unbezahlbar wird, wenn erst Stromausfälle im Winter die Regel werden, wenn auch noch Kohlekraftwerke stillgelegt werden, weil sie durch den Einspeisevorrang der “Erneuerbaren” zu wenig ausgelastet werden, wenn sich die modernen Rechenanlagen, die die Produktion steuern, herunterfahren, weil die Frequenzschwankungen zu groß werden, und daher ganze Produktionsbänder stillstehen, wenn nicht nur aus der Solarindustrie Pleiten zu berichten sind, weil die Arbeitsplätze eben in China entstehen und bei uns unwirtschaftlich werden, sondern auch von den Herrstellen von WKAs, wenn dann am Ende auch deutlich wird, dass die riesigen Windparks in Norddeutschland und auf See die Rauhigkeit der Erdoberfläche verändern und dadurch zu einer Veränderung des regionalen Klimas (Stolpereffekt des Windes und Abregnen der Wolken, wie man es heute immer wieder an der Küstenlinie beobachten kann) führen, dann wird auch Deutschland zu Rationalität und Vernunft zurückkehren. Ich glaube nicht, dass das noch lange dauert.

    Und es besteht Hoffnung, dass die stillgelegten Kernkraftwerke dann doch wieder in Betrieb genommen werden können. Sie können ja erst nach einigen Jahren abgerissen werden, weil man warten muss, bis die Reststrahlung abgeklungen ist.

  22. Paßt doch gerade zum Thema:
    Seit Energiewende mehr Stromausfälle in Industrie -- 29.12.2011

    Seit der Energiewende mehren sich in der deutschen Industrie nach Aussagen eines Interessenverbandes Klagen über kurzzeitige Stromausfälle.

    Während mehrere große Stahlkonzerne noch keine kritische Häufung sehen, beklagt der Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft (VIK) eine Zunahme an Frequenzschwankungen und sekundenlangen Unterbrechungen. Seine rund 350 Mitglieder aus energieintensiven Branchen wie Stahl, Papier, Zement, Glas und Chemie verbrauchen etwa 80 Prozent des industriellen Stroms in Deutschland.

    «Wir bekommen vermehrt Zurufe unseren Mitgliedsunternehmen, die von Kurzzeit-Unterbrechungen berichten. Das kann für sensible Steuerungselemente ein Problem darstellen», sagte ein VIK-Sprecher am Donnerstag und bestätigte Medienberichte. «Beziffern können wir den Schaden noch nicht.» Daher laufe Anfang des Jahres eine Umfrage an.

    BTW
    Daß Thorsten die Qualität von Artikeln an den Bildchen mißt wissen wir doch seit meinem Artikel -- leider sind Thorstens Auslassungen (freundlich ausgedrückt) auf Readers als Realsatire nicht mehr abrufbar.
    Auch Michael Krüger kann über ähnliche Erfahrungen klagen.
    Hauptsache rumlamentieren.

  23. Mittlerweile wünsche ich mir ja manchmal das die Netzbetreiber es mal so richtig lecker krachen lassen. “Uups, die 3.000 MW mehr aus den WKA haben wir jetzt aber nicht erwartet!” und zack, weg ist der Strom.

    Ich habe enormen Respekt vor den Leuten die dort arbeiten, und unter mittlerweile unmöglichen Bedingungen noch in der Lage sind dafür zu sorgen, das wir Strom haben. Nur halt manchmal, so ein ganz kleines bisschen, da wünsche ich mir das die alle auf einmal sagen “Was soll der ganze Blödsinn hier eigentlich, ich mach jetzt Feierabend!” und so der Letzte dann sprichwörtlich das Licht ausmacht.

    Denn manchmal hilft einfach nur eine dicke, gesunde Watschen mitten ins Gesicht, damit das Gegenüber merkt um was es eigentlich gerade geht. Und die, so scheint es mir, ist derzeit bitternötig.

    Ansonsten: Hervorragender Artikel!

    Grüße,

    Chris

  24. @ChrisK #23

    “Was soll der ganze Blödsinn hier eigentlich, ich mach jetzt Feierabend!” und so der Letzte dann sprichwörtlich das Licht ausmacht.

    Wenn’s richtig läuft geht der Letzte, wenn’s Licht ausgeht.

  25. @Micha

    Ach ja, R-E……gelegentlich guck ich da mal rein und vermisse die üblichen Prügeleien bei den Klimawandelartikel, ist die Freischaltung so lahmarschig oder verirren sich immer weniger da rein?
    Na egal, wat geht mich fremdes Elend an……..solange dat hier nicht auftaucht.

    MfG
    Heinz Eng

  26. Der Hype um die NIE in und für Deutschland ist meines Erachtens nur ein Teil einer Politik, die seit Jahren schon alles daran setzt auf dem Gebiet der sogenannten Umwelttechnologien Weltmarktführerschaft zu erringen. Nicht nur durch Produkte und Technologien, sondern auch durch bezahlte Beratung glaubt man allen Ernstes damit die Zukunft Deutschlands zu sichern. Alles scheint darauf ausgerichtet zu sein und viele folgen dieser Agenda. Eine Umkehr scheint ausgeschlossen. Mit Sturheit geht man diesen Weg.

    Sicher hatte man in vielen Zweigen einen gewissen Vorsprung, jedoch schläft die große weite Welt nicht und wird es auch künftig nicht tun. Ging man nicht davon aus, daß alle die deutsche Solartechnik kaufen werden? Und nun? -- Pustekuchen damit. Genauso wird es den großen Hoffnungen ergehen, daß die Welt in deutschen Elektromobilen umherkreuzen wird.

    Eine eigene Stromversorgung brauchen wir schon gar nicht. Denn der viele Solarstrom wird dann aus dem ach so sicheren Nordafrika geliefert und Skandinavien wird uns mit Strom aus Wasserkraftwerken versorgen. Hat man dann die anderen europäischen Länder überzeugt, daß die Kernkraft weg muß, ist das Ganze dann auch noch alternativlos und zwingt gar zum militärischen Eingreifen in Nordafrika. Die Abhängigkeit vom russischen Gas sorgt ja jetzt schon zum Nachdenken über neue Bündnispartner.

    Bald steht zur Debatte Homöopathie statt Maschinenbau. Ehitk statt Fachwissen haben wir ja schon.

    Beste Grüße B.

  27. @A.Netz,

    rufen Sie sich mal den Kältewinter 1978/79 in Erinnerung. Norddeutschland versank im Schnee, so daß die Bundeswehr helfen mußte. Die DDR erlebte ein Desaster, da deren Stromversorgung fast ausschließlich auf Braunkohle (hoher Wassergehalt) basierte, die bei den niedrigen Temperaturen festbuk, so daß die Halden sogar mit Düsentriebwerken aufgetaut werden mußten. In Westdeutschland war diese Naturkatastrophe bei weitem nicht so schlimm, wahrscheinlich auf Grund des Energiemixes aus Braun- , Steinkohle, Atom und Wasserkraft.

    Nun wollen Leute wie Sie allen Ernstes auf rein witterungsabhängige Energieerzeugung setzen. Da sag ich als Durchschnittsdeutscher Nein! Man muß Kernkraftwerke nicht lieben. Alles ist eine Abwägung von Nutzen und Risiko, das auch Sie sicherlich jeden Tag praktizieren, wenn Sie sich in einen Bus, in das eigene Auto setzen. Nur bei der Kernkraft schalten Sie den Verstand ab. Warum?

    Sie nehmen für sich in Anspruch, daß Sie künftige Generation gar auf Jahrtausende vor Unbilden bewahren möchten. Wo ist Ihr Engagement bei jetzt lebenden Menschen? Durch das EEG werden die Schwächsten der Gesellschaft massiv belastet. Wenn die Regierung eine Technologie vorantreiben möchte , wäre die Erhebung einer Steuer legitim. D. h. jeder zahlte nach seiner (finanziellen) Leistungsfähigkeit. Das EEG ist deswegen asozial!!! Kein Wort aus eurer Seite. Im Gegenteil, Menschen wie Seifert versuchen sich mit ihrem luxuriösen Lebensstil und als Besserverdiener noch als ökologisch korrektes Vorbild zu profilieren. Das ist mit Verlaub einfach abscheulich.

    Ein schönes neues Jahr für Sie und alles Gute.

  28. Hallo zusammen,

    zu diesem KLASSE! -- Artikel möchte ich auch noch etwas ergänzen bzw. fragen. Das Medien-Flaggschiff der sog. Energiewende ist ja zweifellos die “Süddeutsche Zeitung”. Gibt es eigentlich Hoffnung, dass das dort jemand liest? Und wenn nicht, gibt es eine Möglichkeit, diesen Artikel auch ohne Medien weithin bekannt zu machen?

    Vor allem, Herr Keil, möchte ich Ihnen dazu gratulieren, dass Sie die gesamte Thematik auch für Laien absolut verständlich beschrieben haben! Danke dafür!

    Chris Frey

  29. Der Artikel ist sicher hervorragend geeignet ein Nachdenken über die Energiewende in Gang zu bringen, wenn er denn von Leuten, die der Energiewende positv gegenüberstehen gelesen wird.
    In Kapitel 6 steht nun folgende Formulierung:

    Weil die abgeschalteten Kernkraftwerke zuvor ganz wesentlich zur Stabilisierung des Netzes beigetragen hatten, das mit der schwankenden Ökostromproduktion zu kämpfen hat, – sie können Leistungsschwankungen am schnellsten von allen Kraftwerken durch massives Gegensteuern ausgleichen – mußten zuletzt immer häufiger Windparks zwangsweise abgeschaltet werden. Allein 2010 gingen dadurch ca. 150 Millionen kWh verloren.

    Das sollte genauer ausgeführt werden, denn 1. betrifft es ein häufig benutztes Argument über die fossilatomaren Grosskraftwerke, die die Netze verstopfen würden und 2. bietet es eine Angriffsfläche, weil von den abgeschalteten Kernkraftwerken geredet wird, die 2011 abgeschaltet worden sind, und dann Daten aus 2010 zitiert werden.
    Alle, die den Artikel als ein Plädoyer für die Kernkraft verstehen und diese vehement ablehnen, sollten sich klar machen, dass Herr Keil eigentlich nur aufzeigt, dass es mit den regenerativen Energien in absehbarer Zeit keine ausreichende gesicherte Energieversorgung geben kann. Sie sollten dann aufzeigen, wo Herr Keil unrecht hat. Alle die zusätzlich noch der Meinung sind, dass wir mit den fossilen Energien das Klima und damit unsere Zukunft ruinieren, sollten auch noch sagen, wie sie sich die Zukunft vorstellen, wenn Herr Keil recht hat.

  30. Ist nur komisch, woher diese Spinner all die Stimmen bei den Wahlen bekommen.
    Haben alle hier, die sich beklagen, in der Wahlkabine einen Blackout?!

  31. @ Jeremias:

    Mir scheint, SIE haben einen Blackout.
    Frau Merkel wurde ausdrücklich NICHT dafür gewählt, dass sie die KKW’s sofort abschalten sollte. Vor Fukushima klang das nämlich noch ganz anders. Gewählt wurde sie für den ‘Ausstieg aus dem Ausstieg’.

    Im übrigen scheinen Sie auch nicht zu wissen, dass sich physikalische und wirtschaftliche Gesetze nicht per Mehrheitsentscheid ändern lassen.

  32. @Jeremias

    Sry, die Partei die ich gewählt habe ist leider nach Fukushima umgefallen wie ein Zinnsoldat im Dauerbrandofen.
    Sry, das es keine einzige etablierte Partei mehr gibt, die sich traut aus dieser Wahnsinnsspirale auszubrechen.
    Sry, das wir deswegen warten müssen, das in Deutschland das Licht ausgeht, vorher wird sich da auch nix mehr ändern.
    Sry, das mit der Energiewende schon viel zu viele Leute und Firmen dicke Kohle verdienen, die werden also bis zum Schluss kämpfen um ihre Pfründe zu sichern.
    Sry, das ganz Deutschland anscheinend die naturwissenschaftlichen Fächer in der Schule abgewählt haben.

    Ergo dürfen wir jetzt sehenden Auges wie die Lemminge ganz nachhaltig unser Land gegen die Wand fahren…………die Experten haben uns ja bewiesen das diese Energiewende ein Kinderspiel ist, zumindest ham se das im Buddelkasten so beschlossen, mit kirchlichen Segen.

    Ich habe fertig, Flasche leer
    MfG

  33. @ Jeremias #30

    Ihre Aussage, die Beführworter der Energiewende würden bei den Wahlen alle Stimmen bekommen ist ja gar nicht richtig. So sind bei der letzten Bundestagswahl sowohl die CDU/CSU, als auch die FDP, mit der klaren Ansage in die Wahl gegangen, die Laufzeit der Kernkraftwerke wieder zu verlängern. Und sie wurden damals trotzdem, oder gerade deswegen, an die Regierung gewählt.

    Wenn man jetzt die Wahlen in diesem Jahr betrachtet, dann fällt auf, dass vor allem die FDP massiv verloren hat. Sie wurde aber sicher nicht wegen Ihrer Befürwortung der Kernenergie abgewählt. Schließlich gab es bei den Wahlen bereits eine All-Parteien-Koalition in Deutschland, welche sich im einzelnen nur darin unterschied, wie schnell man denn nun aus der Kernkraft aussteigen sollte.

    Aus meiner Sicht haben sich nach Fukushima sämtlich Parteien in Deutschland dem Druck der Medien (nicht unbedingt der öffentlichen Meinung) gebeugt. Und diese Rechnung ist vor allem für die FDP, und zum Teil auch für die CDU, überhaupt nicht aufgegangen. Vor allem die konservativen Stammwähler haben es ihren Parteien übel genommen, im Buhlen um die “Mitte” ihre Kernwerte über Bord geworfen zu haben. Viele von ihnen sind überhaupt nicht zur Wahl gegangen. Ich wage zu behaupten, dass die FDP heute auf jeden Fall deutlich besser dastehen würde, hätte man im abgelaufenen Jahr mehr Kante und Profil gezeigt und wäre man für eine wirtschaftsfreundliche und liberale Politik eingestanden.

    Der Absturz dieser Partei hat nichts damit zu tun, dass diese gegen die NIEs eingestellt wäre. Das Gegenteil ist wohl eher der Fall.

  34. Lieber Herr Keil,

    Auch wenn ihre angesprochenen fakten für mich nix neues sind, muss ich einfach nur sagen

    Danke!
    Danke!
    Danke!

    Ich wage mich nicht zu fragen ,wie viel zeit sie investieren…

    Treffender kann man die derzeitige situation nicht zusammenfassen

    Lg
    Micha

  35. @Gerhard

    Hihi, das is wie olle Pavlow sein Köter, sobald jemand die NIE kritisiert, ist er automatisch ein Atomlobbyist und somit mit allen argumentativen Keulen niederzuschlagen.
    Kein einziger der hier kritisierenden Ökos hat auch nur eine Zeile des Artikels gelesen, max. das Bild und die Überschrift.

    Da kommt nix Substanzielles……….nur Atombashing, Bremser des Fortschritts, “denkt an unsere Enkel”, trölfmilliarden Jahre strahlender Atomsupergau, unterversicherte KKW, externe Kosten der Fossil-Atomaren Klimaschweine…….Sonne, Mond und Sterne schicken keine Rechnung……..und ähnlicher Schmackofatz der grünen Besserwisser.

    Für die sind wir nämlich die Typen die nicht loslassen wollen, die die tolle Zukunft ausbremsen und eh von EXXON, RWE, Onkel Dieter und Tante Hilde bezahlt worden sind.

    Widerstand ist Zwecklos……….soviel Einsicht sollte unsererseits schon sein, wir alten senilen Tattergreise.

    Wo verdammt nochmal steht wieder mein Rollator…………..doofes Alzheimer.
    Ich zitter dann mal los………Windeln wechseln.

  36. @Heinz Eng #35
    Das Dumme ist nur, dass RWE EXXON u.a. die Zahlungen einstellen müssen, wenn sie nicht mehr können und dann fehlt das Geld rür einen neuen Rollator, wenn beim alten die Räder klemmen. Alzheimer ist dann vielleicht sogar ein Segen.

  37. @RK #33
    Die nächsten Landtagswahlen stehen in Schleswig-Holstein ins Haus.

    Welches Potential eine marktwirtschaftlich orientierte, liberale Partei ausschöpfen könnte, zeigt sich bei Bürgerentscheiden zur Windkraft, die bei meist hoher Wahlbeteiligung überwiegend eindeutig von den Windkraftgegnern gewonnen werden.

    Die FDP legt sich hier besonders energisch für die NIE ins Zeug, für die Fortschreibung des EEG, für die Umgestaltung der Landschaft in ein großes Industriegebiet, für Planwirtschaft, gegen die Interessen der Mehrheit, gegen Natur und Umwelt.

    Deshalb wird die FDP in SLH nicht gebraucht. Nach der Wahl wird sie es selber sehen. Ob sie es auch versteht?

  38. @Gerhard

    Ach übrigens, bei diesen Namen biste wahrscheinlich auch schon so´n verkappter Heesters………..
    Aber egal, wozu hab ich ne Pflegerin, muss die eben die Windeln wechseln………ähm, um was gehts hier eigentlich?

    Achso, nicht um den “geistigen Blackout”, sondern um den elektrischen………..Rollstuhl.
    Mist, schon wieder vergessen Baldrian und die Beruhigungstabletten zu nehmen…….so kann dat ja nix werden mit der großen Transformation.

    @Micha
    Ick hab mal Testweise ein Kommentar bei R-E abgegeben, mal sehen wie lange die Freischaltung dauert.
    Na mal gucken……..Thorsten wird sich freuen dürfen.

    MfG
    PS. Leise rieselt der Kalk, böse wirkt der Alk……….und ick werd jetzt nich mehr alt.
    Schlaft schön, alle zusammen
    Onkel…ähm Opa Eng

  39. @Helmut
    Ups, nu hab ick sogar vergessen ins Bett zu machen gehen.

    FDP haben fertig, Postengeile Führungskräfte, die auf die Stimmung der eigenen Basis einen Dreck geben, ergo gibt die eigene Basis die Parteibücher zurück (5.000 bisher), “kannste abhaken”, wie wir hier in meiner Gegend so gerne sagen.

    Demnächst können diese Typen froh sein, wenn keine “Null Komma irgendwas” Prozentchen bei der nächsten Wahl herauskommen………..war ja ursprünglich auch ein FDP-Rentner, der den grünen Mist gepuscht hat.
    Deutschland haben fertig und die leeren Flaschen dürfen immer noch Minister spielen.

    Ups……ick wollt doch ins Bettchen……warum sagt denn keine wat, Kilowatt, Megawatt, Gigawatt?

    MfG

  40. @Heint Eng #39
    Du hast es erfasst. Liberal heisst in diesem Lande eben einfach opportunistisch. Es gibt da immer mal High-Lights wie im Moment Leutheusser-Schnarrenberger und Vorratsdatenspeicherung aber dominiert hat da immer Karriere und flüssige Klientel. Genuine Libertäre Positionen findet man mindest genausoviele in den anderen Parteien. Das behaupte ich jetzt mal so einfach für die Geschichte der BRD, ohne das belegen zu können. Aber eigentlich ist ist das mindestens Megawatt vom Thema weg.

  41. I’m back in the saddle again, out where a friend is a friend …
    Mann, hier iss ja Leben in der Bude.
    Wie die Folgen eines totalen Blackout´s aussehen konnte ich die Tage selbst erleben. Gründe sind wohl mangelnde Wartung und Pflege sowie ein wildes Mädchen mit Namen “Dagmar”. Am 25.12.11 gegen 19.00 kam die “Lüttsche” vorbei und hat für ca. 100 000 Nordmen das Licht ausgeknipst, das war noch erträglich bis 2h später dann das gesamte mobile Telekommunikationsnetz ausfiel, Internett war da auch schon weg. Danach war Radio und TV Empfang selbst mit normalen batteriebetriebenen Geräten nicht mehr möglich. Gelobt sei der Kauf eines Weltempfängers vor 10 Jahren bei ´ner Kaffeekette und AA-Batterien (scheix Akku´s, ungeladen sind die auch nur noch als Senkblei zu gebrauchen).
    Ca. 48 h ohne Strom lassen sich gut ertragen wenn man bei etwa 0°C einen Ofen hat, wir hatten -- puhh.
    Der Kühlschrankinhalt wurde einfach auf die Veranda verlegt und Licht mit ausreichend Kerzen erzeugt, doof ist nur wenn der Tank vom Benziner fast leer und an der Tankstelle nur Diesel verkauft wird, da nutzt der schönste und beste Colman-Camping-Kocher nix, der läuft nun einmal nur mit Normal Bleifrei oder Super, also los den Primus-Gaskocher gesucht, ich hab einen weiß ich genau, nur nicht wo. Gas gefunden, wo ist dieser verdammte Kocher? Ok, ich halt das durch, 2 Tage ohne Kaffee, das geht! Ohne Duschen nicht, erstaunlicher Weise hatten wir nach 2 Tagen trotz “Blitz-duschen” immer noch warmes Wasser im Tank, ich bin begeistert.

    Alles in allem hat uns die mangelnde Kommunikationsfähigkeit mehr zu schaffen gemacht als der Stromausfall, ich denke aber das lag zum Großteil an den besonderen Umständen der Feiertagsnähe und einer ganzen Menge Magnesium :-) .
    Mich hatten die Geräusche unserer Wärmepumpe etwas irritiert, nun freue ich mich darüber! Unsere größten zukünftigen Probleme werden mit Sicherheit keine Umweltprobleme sein, unsere größten Herausforderungen werden in der Bereitstellung und Sicherung billiger Energieversorgung bestehen.
    Gute Nacht
    Karl Rannseyer

  42. Herr Rannseyer,

    stellen Sie doch nochmal diese Frage an mich, ich finde sie leider nicht mehr ;-)

  43. Lieber Herr Keil, ick hätt da doch noch ne Ergänzung…….bezüglich Hellseherei.

    Sie schreiben…..

    Der Netzbetreiber muß also „spätestens am Vortag“ eine Netzüberlastung oder Netzstörung voraussehen. Da derartige Überlastungen gerade durch den plötzlichen und massiven Anstieg von Windstrom innerhalb von Stunden verursacht werden, muß das der Netzbetreiber „spätestens am Vortag“ „den erwarteten Zeitpunkt“ und auch „den Umfang“ sowie ebenfalls „die Dauer“ der morgigen Störung und seiner dann notwendigen Eingriffe sicher feststellen und mitteilen..

    Und so sieht das dann in der Praxis aus….bei Leuten die eigene KWK-Anlagen betreiben und die noch vor den EE-Anlagen drosseln oder abschalten dürfen…….

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    mit dieser Mail informieren wir Sie darüber, dass im Zeitraum Samstag, XX.12.2011 von XX:00 Uhr bis Sonntag, XX.12.2011 ca. XX:00 Uhr im Gebiet der Regelzone …ÜBN….. mit Starkwind verbunden mit einer erheblichen Sturmgefahr und Orkanböen zu rechnen ist.

    Für den Zeitraum sagen die Prognosen eine Windenergieerzeugung in der Regelzone …ÜBN….. bis zu ca. X.X00 MW voraus. …ÜBN…. hat alle Maßnahmen eingeleitet, die zur Wahrnehmung ihrer Systemverantwortung und zur Beherrschung möglicher Störungen unter diesen Bedingungen notwendig sind. Das betrifft insbesondere alle netzbezogenen und marktbezogenen Maßnahmen nach EnWG §13 und die Gewährleistung der höchsten Verfügbarkeit aller Betriebsmittel im Übertragungsnetz.

    Die prognostizierten Witterungsbedingungen können jedoch weitergehende Anpassungsmaßnahmen sowohl zur Einhaltung des Systemgleichgewichts in der Regelzone als auch zur Einhaltung der (n-1)-Sicherheit im Übertragungsnetz notwendig machen. Dabei bitten wir Sie um Ihre Unterstützung.

    Darüber hinaus informieren Sie bitte auch die weiteren mit Ihrem Netz verbundenen Verteilungsnetzbetreiber.

    Wir werden Sie über die weitere Entwicklung auf dem Laufenden halten.

    Mit Freundlichen Grüßen

    Blahblahblah

    Alles weiter geschieht dann per Mail/Fax………..Meldeketten.

    Schon lustig wie sich in der letzten Zeit dieses “Engpassmanagement” -Massnahmen häufen.

    Beim Sturmtief “Joachim” sah das im Netzgebiet der 50Hertz-Transmission dann so aus ….
    http://www.50hertz.com/de/file/Information_lokale_13-2_vom_16.12._bis_18.12.2011.pdf
    Tja, und je mehr WKA in der Landschaft gepappt werden, umso öfters geht der Ringelpietz reihum, bis es eines Tages wirklich kracht.
    MfG
    H.E.

  44. Hiho Stromlos-Karlchen and welcome back.
    An Dich musste ich denken, als ich das in den Nachrichten hörte mit den knapp 200.000 Skandinavian die im Dunkeln sitzen mussten. Gott sei Dank warst Du wenigstens etwas vorbereitet Dank unserer Arbeit hier, dat is nu echt nicht lustig im Winter ohne Strom aus der Steckdose dazusitzen.

    Ach übrigens, wat machen eure Butterpreise, man hört da so eigenartige Sachen im Internet?
    MfG
    Onkel Heinz….der Neugierige

  45. @ Rudolf Kipp

    [Schön, dass Sie es bereits geschafft haben, sich das Titelbild anzusehen. Wenn es jetzt noch mit dem Lesen (und verstehen) des Textes klappt, dann sind wir schon einen großen Schritt weiter… RK]

    Warum Herr Kipp soll ich mich zum Text äussern, wenn ich das Foto kritisiere? Können Sie mir das erklären? Es ging mir bei meinem Kommentar zunächst ausschliesslich um das Foto, welches ich für einseitig und deplaziert halte! Darf man das nicht kritisieren? Wenn es Ihnen nur um den Text geht, dann empfehle ich Ihnen, auf Fotos zukünftig zu verzichten. Diese sind dann ja offenbar überflüssig und belanglos!

  46. @ Tritium

    1. Erdgas/Methan
    Steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung, jedenfalls für mehr als 100 Jahre und über längere Zeiträume kann man sowieso nichts denken oder gar planen.
    2. Kernfusion
    Schon in wenigen Monaten wollen die USA ein Versuchskraftwerk zünden, das Nettoenergie liefert. Das wäre dann der Beginn einer völlig neuen Energie-Ära.
    3. Kernfission

    zu 1: CO2, kein Problem?

    zu 2: in 50, in 80 Jahren? Kernfusion löst keine Probleme!

    zu 3: Kernfission: In 80, in 100 Jahren? Vielleicht?!

    Wir müssen Lösungen für HEUTE finden! Nicht für vielleicht in 100 Jahren!

  47. @ Heinz Eng,

    OT zu RE: Ich habe zu Testzwecken auch zwei Texte bei RE eingestellt. Beim ersten (dem Video mit Gottfried Schatz) konnte ich dann auf Youtube überprüfen, wie viele sich das Video angeschaut hatten. Das waren offensichtlich kaum mehr als ein Dutzend. Also kaum der Rede wert. Irgendwie wollen die wohl die Diskussionen nun zu Twitter auslagern. Man kann ja auch keine Kommentare mehr per rss-feed abonnieren. Das finde ich schade. Twitter, und vor allem von Facebook, mag ich nicht. Bei RE gibt es auch keine Rubrik “Letzte Kommentare”, so wie früher. Das nährt den Verdacht, dass man darauf nicht mehr so viel wert legt, was ich verstehen kann, bei dem was da vorher abgegangen ist. Mal schauen wie es sich weiter entwickelt, optisch finde ich es jetzt ansprechender.

    @ Günter Keil

    Vielen Dank für diesen Text. Kleine Anmerkung noch zum Netzausbau. Es ist ja immer wieder die Rede von rund 3500 Kilometer Höchstspannungsübertragungsnetz welches auf Grund der Energiewende neu gebaut werden soll. Dies ist aber nur die halbe Wahrheit. Insgesamt, wenn man Verteilernetze etc hinzurechnet, kommt man wohl auf die stolze Summe von 400000 Kilometer benötigten Netzausbau. Das ist in etwas die Strecke Erde-Mond. Hauptgrund ist die dezentrale Erzeugung, nicht nur durch die Photovoltaik, doch vor allem. So wurde es jedenfalls in einer SWR2-Sendung geschildert.

  48. @Team-Thorsten
    Hach, wenn Du auftauchst gibbed 100.000 Gegenargumente die man Dir so schön um die Ohren hauen könnte, wenn dann Platz wäre, wenn dann die Zeit dazu da wäre.

    Wenn es Ihnen nur um den Text geht, dann empfehle ich Ihnen, auf Fotos zukünftig zu verzichten. Diese sind dann ja offenbar überflüssig und belanglos!

    Wenn sich ein minderintelligenter Geist über Fotos aufgeilt, dürfte wohl hier jeden klar sein, das der Rest dessen Geschreibsel nur idiologisches Wirrwarr werden kann.

    Ick persönlich, meines Zeichens Kulturbanause, finde die Symbolik dieses Fotos in mehrfacher Hinsicht treffend.
    -Brennende Windräder können von der Feuerwehr nicht gelöscht werden, nur eine Ausbreitung des Brandes eingedämmt werden.
    -Diese Windräder werden neuerdings in Wäldern gepappt, die brennenden Teile fliegen schon mal 500 m und weiter, ergo besteht ein erhöhtes Waldbrandrisiko
    -Gewöhnlich kündigen Windparkbetreiber nach 10 Jahren die Maschienenbruchversicherung, ergo fehlt dat Geld ein abgebranntes Windrad zu ersetzen oder zu reparieren, wirtschaftlicher Totalschaden
    -Dieses brennende Windrad sybolisiert auch die erhöhten Brandgefahren durch Aufdachsolaranlagen, wo die Feuerwehr meist auch kontrolliert abbrennen lässt um das eigene Leben vor Stromschlag zu schützen
    -diese brennende Windrad symbolisiert explodierende Biogasanlagen, wo Energielaien (Bauern) mit hochexplosiven Gasen hantieren ohne entsprechende Ausbildung

    Tja, und wat macht olle Thorsten daraus………Fukushima, Atomangst……….um dann nebenbei zu verdrängen das der Tsunami mindestens 20.000 Japanern ersäuft und erschlagen hat, die Ihm persönlich völlig am verlängerten Rücken runter gehen, die seiner Agenda nicht dienen, Hauptsache er kann wieder seine wirren Thesen unters Volk bringen.

    Ach Thorsten, lass Dich endlich mal behandeln………….

    H.E.

  49. @ T. Seifert, # 46:

    zu 1: CO2, kein Problem?

    Nein.

    zu 2: in 50, in 80 Jahren? Kernfusion löst keine Probleme!

    Herr Seifert, Sie sind eben ein kompletter Ignorant.
    Was schrieb ich denn?
    Ich sagte, in den USA wird in wenigen Monaten ein Fusionsreaktor gezündet, der Nettoenergie liefert.
    Offenbar handeln Sie aufgrund Pawlow’scher Reflexe: Fällt das Wort ‘Kernfusion’, löst das den automatischen Wortauswurf des Standard-Mantras aus.
    Herr Seifert, das konnte mein C 64 -Computer vor 25 Jahren schon besser* :-D

    zu 3: Kernfission: In 80, in 100 Jahren? Vielleicht?!

    Grööööhl!
    Sie wissen ja nicht mal was Kernfission ist!
    Herr Seifert, da muss ich Ihnen jetzt bescheinigen, dass jeder Transistor intelligenter ist als Sie. :-D :-D :-D

    (Wenn man Uran spaltet, wie in den Kernkraftwerken von heute, nennt man das ‘Fission’ -- einfach ein anderes Wort für ‘Kernspaltung’.)

    Wir müssen Lösungen für HEUTE finden! Nicht für vielleicht in 100 Jahren!

    Na,dann suchen Sie mal so eine Lösung.
    Mit Wind und Sonne klappt es ja nicht.
    Haben Sie noch andere Vorschläge?


    * Ich hab’ mal mit ELIZA geredet:

    Ich: “Kennst du Thorsten Seifert?”
    ELIZA: “Thorsten Seifert? Ich erinnere mich momentan nicht daran! Erzähl mir doch was über Thorsten Seifert!”
    Ich: “Ich mag Thorsten Seifert nicht”
    ELIZA: “Genau wie eine Menge anderer Leute.”
    Ich: “Weißt du, was Fission ist?”
    ELIZA: “Nein, tut mir leid. Das weiss ich nicht.”
    Ich: “Thorsten ist genau so dumm”
    ELIZA: “OK, ich versuche mir dies zu merken Thorsten ist genau so dumm.”
    Ich: “Aber Thorsten glaubt es nicht”
    ELIZA: “Der Himmel ist grün, die Bäume blau, er ist eingetreten, der Supergau!”

  50. Klasse Artikel, Herr Keil. Danke!

    @Heinz Reeg #27

    @A.Netz
    Nur bei der Kernkraft schalten Sie den Verstand ab. Warum?

    ….Heinz, da is nix, was man abschalten könnte bei diesen nützlichen Idioten.

    @Seifert geifert #45

    Wenn es Ihnen nur um den Text geht, dann empfehle ich Ihnen, auf Fotos zukünftig zu verzichten. Diese sind dann ja offenbar überflüssig und belanglos!

    …..hi hi, Voll-Thorsten als selbsternannter „Kommunikationsberater” von Rudolf Kipp.

    Dass er es ist, der hier „überflüssig und belanglos” ist, geht offenbar nicht in seinen hohlen Schädel rein.

  51. geil ist doch auch:

    Wir müssen Lösungen für HEUTE finden! Nicht für vielleicht in 100 Jahren!

    Na da keine Speichertechnologien (ohne die ja schonmal gar nichts geht in Sachen EE) verfügbar sind und so tolle Vorschläge wie Ringwallspeicher oder gar Norwegen fluten, sowieso Baumaßnahmen > 50Jahre verlangen ist das man -- mal von den herben Fehler abgesehen -- ne geile “Argumentationskette”.

  52. @Thorsten Seifert

    zu 3: Kernfission: In 80, in 100 Jahren? Vielleicht?!

    Wissen Sie nicht was Kernfission ist? Herr Wildbiologe/ Waldpädagoge?

  53. Excellent analysis. Too bad this is not in English so that policymakers in other countries could read this and think again before venturing into the green energy paradise.
    Some of the content above is included in Vahrenholt’s upcoming and outstanding new book “Die kalte Sonne” from Hoffmann & Campe. The above is only a preview.
    http://www.amazon.de/Die-kalte-Sonne-Klimakatastrophe-stattfindet/dp/3455502504

  54. Dear Pierre,

    if you would like to make the translation, I could ask Dr. Keil for the permission for re-publishing. I am pretty sure he would be very happy.

    Best Regards,
    Rudolf

  55. Dieser Klasse-Artikel von Guenter Keil ist jetzt auch bei EIKE erschienen.

    @Pierre
    Pierre, you are damned right. This article should be translated into english. By somebody, who speaks english natively. Why not you, Pierre?

  56. Hallo #53 bis 55,

    Pierre, if you lack time for translation -- I gladly would like to jump in! I offered already via EIKE. What’s your e-mail?

    Best regards Chris Frey

  57. #55. Climateobservator

    Dieser Klasse-Artikel von Guenter Keil ist jetzt auch bei EIKE erschienen.

    Hallo C-O,

    der Artikel verdient es, weite Verbreitung zu finden, auch im englischsprachigen Raum. Vielleicht klappt es ja mit einer Übersetzung. Das ganze Ausmass dessen, was in Bezug auf die sogenannte Energiewende hier abgeht, ist denke ich in so kompakter Form nirgends zu bekommen.

    Gruß
    Karl.s

  58. @ Onkel Heinz
    Da OT hab ich die Butterfrage da beantwortet. ;-)

  59. Zum Thema passt auch dieser Artikel von Edgar Gärtner ganz gut.

    “Energiewende”: Der Blackout rückt näher

    von Edgar L. Gärtner

    Planwirtschaftliche Eingriffe in den Strommarkt kommen teuer zu stehen

    Die von Angela Merkel ausgerufene und von allen Parteien im Deutschen Bundestag begrüßte „Energiewende“ führt wohl noch schneller ins Stromnetzchaos als befürchtet. Nach dem vorzeitigen Aus für die Hälfte der deutschen Kernkraftwerke sollten nach den Vorstellungen der Grünen aller Parteien vor allem Gaskraftwerke einspringen, wenn Windräder und Solarkraftwerke wegen Windflaute und/oder Dunkelheit keinen Strom liefern können. Denn die Gasturbinen können besonders schnell hoch und runter gefahren werden. Doch derzeit ist in Deutschland nur ein einziges Gaskraftwerk im Bau, und zwar in Hürth bei Köln. Dieses soll erst 2013 seinen Betrieb aufnehmen. Schlimmer noch: Gerade hat dessen Bauherr, der staatliche norwegische Stromkonzern Statkraft, angekündigt, dass er zwei ältere Gaskraftwerke in Landesbergen und Emden in Niedersachsen, die er vor zwei Jahren dem deutschen Stromriesen E.on abgekauft hat, gerne stilllegen möchte. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Gaskraftwerke sind nur rentabel in der Mittellast, das heißt wenn sie etwa 1.500 bis 2.000 Stunden im Jahr Strom liefern. Wegen der Überproduktion von Windstrom in Norddeutschland und der Vorrang-Regelung für Wind- und Solarstrom im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) liefen die beiden Anlagen von Statkraft aber zuletzt nur noch einige Hundert Stunden im Jahr. Sie spielten also lediglich die Rolle von Lückenbüßern. Aus dem gleichen Grund halten sich die privaten Stromkonzerne auch andernorts mit Investitionen in Gaskraftwerke zurück…..

    weiter lesen hier:
    http://www.ef-magazin.de/2011/12/26/3331-energiewende-der-blackout-rueckt-naeher

  60. @Thorsten Seifert

    Der Greifvogel und das Windrad

  61. Zuerst mal:
    Dieser Artikel ist eine sehr gute Zusammenfassung der Problematiken und hat das Zeug, zur Referenz zu werden.

    Zu monieren wären allenfalls einige Wiederholungen, doch bei der Länge kann es durchaus sinnvoll sein, einiges am richtigen Ort noch einmal zu sagen.

    Ein Punkt, der mir wichtig erscheint, fehlt allerdings: Es kann als bewiesene Tatsche angesehen werden, dass die ungünstigen Wirkungsgrade von thermischen Backup-Kraftwerken im Regelbetrieb dazu führen, dass insgesamt nicht einmal eine Einsparung fossiler Brennstoffe oder eine Verminderung der CO2-Emissionen erreicht wird. Damit sind Wind und PV vollends als völlig nutzlose potemkinsche Kulissen anzusehen.

  62. @Rudy Tellert #63

    Das Bild ist sicher nicht manipuliert, sondern ist real, warum darf man das nicht zeigen?
    Gerade weil Bilder sich einprägen, muss man so etwas zeigen, denn in den MSM wird so etwas, zumindest nicht in der wichtigen Sendezeit, nicht gezeigt.

    …..zumal das eben kein Einzelfall ist, und solche Vorfälle von den politisch korrekten MSM gern bagatellisiert oder möglichst ganz verschwiegen werden.

    Versagte das Bremssystem? Ursachenforschung nach Windrad-Crash -- VIDEO

    …..Die ungeheure Wucht beim Absturz hat einen riesigen Krater in den Boden gedrückt. Die Rotorblätter sind gespalten und liegen etwa 50 Meter vom beschädigten Turm entfernt, Der “Turm-Stumpf” hat noch eine “Resthöhe” von etwa 25 Metern. Ursprünglich waren die Windkraftanlagen von der Stadt Kirtorf gebaut und vor drei Jahren dann an die “Oberhessischen Versorgungsbetriebe” (OVAG) verkauft worden……

  63. #64. Bibliothekar

    Hallo Bibliothekar,

    dazu passt, dass auch die auf dem Gelände des fast rückgebauten KKW Lubmin geplanten 2 Gaskraftwerke bislang über bloße Absichtserklärungen nicht hinausgekommen sind. Und ich schätze mal, aus den von E. Gärtner benannten Gründen wird es dabei auch bleiben. So was aber auch.

    gruß
    karl.s

  64. #67 u. #63

    Hallo Tim,
    Hallo Herr Tellert,

    und das Bild stellt so richtig gut den kommenden großen “Knall” ;-) dar. Deswegen ist T.S. doch auch so sauer, da das Bild im übertragenen Sinne so schön das Ende seiner geliebten NIE´s symbolisiert. Logisch, dass er da lieber was anderes gesehen hätte.

    gruß
    karl.s

  65. #65. Michael Krüger

    Der Greifvogel und das Windrad

    Hallo Herr Krüger,

    aber das interessiert die EE -- Gläubigen nicht. Das “Klima” muß gerettet werden, koste es was es wolle.

    Gruß
    karl.s

  66. Der Artikel ist jetzt auch auf “Hartgeld.com” verlinkt. Von da kommen einen ganze Menge Seitenzugriffe.

    Interessant ist auch, was dort sonst noch zum Thema NIEs zu lesen ist:

    Bauern wegen Solar und Biogas total verschuldet:
    Im Grossraum Hannover fällt mir auf, dass die Bauern massenweise
    Biogas und Solar als Gesellschaften produzieren. Gott bewahre, wenn alles einstürzt, wieviele Bauern dann pleite gehen werden(…)

    BR-Reportage: Brandgefahr bei Photovoltaik-Solaranlagen (BR-“Geld & Leben” am 21.11.2011)
    Diese Anlagen sind häufig Brandursache. Wenn es brennt, kann die Feuerwehr kaum löschen. Ausserdem sondern die Anlagen beim Brand giftige Gase ab.

    Und der nächste hinüber: Solar Millennium beantragt Insolvenzverfahren

    Schönen Gruß an Frau Murksel, ich würde schon mal anfangen die Kohle Bergwerke im Ruhrgebiet trockenzulegen und wieder gangbar zu machen, das dauert wohl ein paar Jährchen, bis man aus den verotteten Gruben wieder fördern kann.

  67. Realitätsverlust?

  68. @ Rudolf Kipp #72

    Realitätsverlust?

    Nein! Nur ein typischer Fall von Thorstismus, bei dem mit thorstistischer Penetranz dem Bürger das Geld aus der Tasche geschwindelt wird. Von so etwas lebt der gesamte schöne Green New Deal. Wehe, wenn der Nachschub mangels Williger einbricht….

    Beste Grüße und einen guten Rutsch B.

  69. @Rudolf

    …..und das lohnt sich

    Prokon Genussrechte: Windige Werbung

    Werbung

    Per Postwurfsendung preist Prokon seine Genussrechte als „Alternative zur Bank oder Lebensversicherung“ an: „Nur eine Investition in Sachwerte bietet Ihnen einen wirksamen Vermögensschutz!“. In dieser Werbung, die laut Anbieter deutschlandweit an die Haushalte verteilt wird, ist von Risiken nicht die Rede.

    Beteiligung

    Anleger werden durch den Kauf der Genussrechte keineswegs Miteigentümer an Windkraftanlagen oder anderen Sachwerten. Sie erwerben lediglich eine „stille Beteiligung“ ohne Mitspracherecht an unternehmerischen Entscheidungen.

    Risiken

    Käufer der Genussrechte gehen erhebliche Risiken ein. Sollte das Unternehmen Pleite gehen, verlieren sie im schlimmsten Fall ihre gesamte Geldanlage. Prokon unterliegt keiner speziellen staatlichen Aufsicht. Laut Zeichnungsschein werden die Genussrechte „nachrangig“ behandelt. Die Anleger wären im Falle einer Insolvenz erst dran, nachdem die Ansprüche aller anderen Gläubiger bedient sind……

  70. Beim üblichen Finanzierungsmodell der ‘EE’ fällt auf, dass es vor allem ein großartiges Geschft für die Banken ist, den die werden zuerst bedient, vor der Rendite für die Betreiber. Und für die Zinsen reicht’s allemal.
    So wird aus einem Modell, das damit beworben wird, dass es sich gegen die ‘Großen’ enden würde und nun enlich mal auch den ‘Bürgern’ die Möglichkeit gibt, im kleinen Kapitalrendite zu erwirtschaften, tatsächlich wieder eine wunderbare Blase die das Großkapital mästet.

    Die Betonung des ‘Bürgers’ in der Ökoszene ist vielsagend:
    Die Ökobewegung ist bürgerlich im Sinn eines usgeprägten Klassenkampfes.
    Die bürgerliche Fraktion ist eine Zwischenschicht. Sie blickt voller Neid auf die ‘Kapitalisten’, die wirklich reich sind, grenzt sich aber nach unten strikt gegen die früher Proletariat, heute Prekariat genannte Unterschicht ab.
    Kennzeichnendes Merkmal der Bürgerschicht ist ein Leben in wohlhabenden, vor allem aber gesicherten Verhältnissen; typisch ist der unkündbare, pensionsberechtigte Beamte des gehobenen Dienstes -- nicht zufällig auch ganz genau der typische grüne Stammwähler.
    Sie verachten die Unterschicht, mit der sie keinerlei Solidarität empfinden, sondern von der sie im allgemeinen glauben, dass es denen eigentlich noch viel zu gut geht. Das (von oberflächlichen Lippenbekenntnissen abgesehen) völlige Fehlen sozialverantwortlicher Grundsäze in ihren Ansichten und Programmen spricht Bände!
    Sie sind zerfressen von Neid gegenüber den Kapitalisten mit wirklich grossem Vermögen, von denen sie sich vor allem durch ihre Scheu vor Risiken unterscheiden. Die typische Mentalität des Kleinbürgers lässt es nicht zu, den bescheidenen Wohlstand so aufs Spiel zu setzen, wie dies mittelständische Unternehmer zum Beispiel tun, die innovativ und dynamisch mit allen damit verbundenen Risiken auf dem Markt bestehen müssen.
    Mühelose Gewinne (die sie den Kapitalisten andichten) hätten sie gern, aber risikolos muss es sein, am besten mit einer Staatsgarantie, wie sie es bei Gehalt und Pension gewohnt sind. Gegen eine Ausbeutung der Unterschicht haben sie dabei nicht das geringste einzuwenden, in dieser Hinsicht sind sie radikale Kapitalisten.
    Dieser gleichzeitige Klassenkampf nauch oben und nach unten typisiert sie.

    Betrachtet man die Ökobewegung unter diesem Aspekt des bürgerlichen Klassenkampfes, macht auf einmal alles Sinn: Das EEG ist ihrer Mentalität genau auf den Leib geschneidert. Es verspricht garantierte, risikolose Kapitalgewinne auf Kosten der Unterschicht und wälzt unternehmerische, riskante und kostenträchtige Investitionen auf die ‘Kapitalisten’ der EVU-Großunternehmen ab. Die Bürgerliche Fraktion hat sich dazu einen Pseudo-‘Markt’ geschaffen, auf dem sie sich risikolos bewegen können, eine Art Spielwiese, aud der sie ihre Träume ausleben können.
    Klimawandel und Umweltschutz sind nur ideologische Vehikel, mit denen sie ihre egozentrische und asoziale Politik rechtfertigen.

    Dummerweise sind schlaue und risikofreudige Kapitalisten ihnen dennoch auch in ihrem geschützten Revier haushoch überlegen; so kommt es zu Wind- und PV-Pleiten, die ihren Traum vernichten, so kommt es dazu, dass das Großkapital in Gestalt von Banken und Versicherungen wieder der eigentliche Gewinner ist, genau so wie Großinvestoren, die sich nicht mit ein paar PV-Modulen auf dem Dach oder den paar Windrädern vor der Stadt begnügen, sondern zum Beispiel Offshore-Kraftwerke im großen Stil bauen, um die Subventionen in Maßstäben abzugreifen, auf die die Kleinbürger schon wieder voller Neid blicken und giften.
    Sie wurden über den Tisch gezogen durch ihre eigene Gier.

  71. @ Tim Hardenburg:

    Wenn versucht wird, ‘Genussrechte’ an den Mann zu bringen, steht die Pleite drohend vor der Tür, das ist eine alte, immer wieder bestätigte Geschftsregel.
    ‘Genussrechte sind der allerletzte Strohhalm in aussichtsloser Situation, Bauernfängerei, weil man woanders schon kein Geld mehr bekommt. Mit so was will man der Oma in den Sparstrumpf greifen.

  72. @Tritium

    Mit so was will man der Oma in den Sparstrumpf greifen.

    Wir sagen Danke – PROKON überzeugt 40.000 Anleger

    Durchschnittlich hat jeder unserer Anleger knapp 17.000 Euro bei PROKON investiert. Viel deutlicher zeigen aber folgende Zahlen, dass PROKON seinem Anspruch gerecht wird, die Genussrechte in der gesellschaftlichen Mitte mit ihrer ganzen Breite zu platzieren: Die jüngste Inhaberin von PROKON Genussrechten hat gerade vor einem Monat das Licht der Welt erblickt, während unsere älteste Anlegerin stolze 105 Jahre alt ist. Über 60 % der Anleger haben bis zu 10.000 Euro PROKON Genussrechte gezeichnet und nur knapp 2 % haben mehr als 100.000 Euro angelegt. Die Statistik belegt: PROKON bietet sehr erfolgreich vielen Kleinanleger eine Alternative zu Banken und Versicherungen und richtet sich eben nicht nur an wenige Wohlhabende.

    …..Omas Sparstrumpf.

  73. #76. / #77.

    Hallo Tim, Hallo Tritium,

    den windigen Charakter der Prokon-Genussrechte hat Stiftung Warentest schon 2010 erkannt.

    http://www.test.de/themen/geldanlage-banken/meldung/Prokon-Genussrechte-Windige-Werbung-1852031-2852031/

    gruß
    karl.s

  74. #78

    Hallo Karl,

    das hatte ich schon in #74 gepostet.

    LG Tim

  75. #79. Tim Hardenberg

    kommt davon, wenn man nur die Hälfte liest ;-)

    gruß
    karl.s

  76. Nun ja, unser um Ohrfeigen bettelnder Troll gibt wenigsten mal Gelegenheit, darauf hin zu weisen, dass PV weitaus gefährlicher ist als Kernkraft:

    Die Berufsgenossenschaft meldet:
    Im Jahr 2010 ereigneten sich 123 meldepflichtige Arbeitsunfälle beim Aufbau oder der Wartung von Photovoltaikanlagen, davon zwei mit tödlichem Ausgang,

    Im gleichen Zeitraum kam es zu keinem einzigen tödlichen Ufall in deutschen Kernkraftwerken, obwohl diese mehr als zehn mal so viel Energie lieferten.
    Auch in Japan waren die Folgen der ‘Atomkatastrophe’, was den Schaden an Leben und Gesundheit betrifft, weniger schlimm. In Fukushima starb bekanntlich NIEMAND an der Strahlung.

  77. @Thorsten

    Ich habe Silvester mit Familie und Freunden tief eingeschneit hier im Wallis verbracht!

    Weiß ich doch. Zusammen mit Tina Jossen.

    Den Winterurlaub können Sie dann gleich als Klimasünde 2011/12 beichten.

  78. @Thorsten
    Kommentar-Direktlink Thorsten Seifert· 31.12.11 · 23:08 Uhr

    Thorsten Seifert 31. Dezember 2011 23:35
    Thorsten Seifert 1. Januar 2012 06:09

    Gibt das steuerfreie Nachtzuschläge ?

    [Edit: Eigentlich sollten #77 und #78 auch nach hierher verschoben werden. Nur, WordPress lässt mich nicht. An alle Leser: diese beiden Beiträge bitte Gedanklich auch in die Off-Topic Arena einreihen. RK]

  79. Sehr schöner Artikel, Danke! Auch Dank an die meisten Kommentatoren für ihre sachlichen Beiträge. Leider ist es in anderen Foren so, dass ganz schnell der grünen Mob über einen herfällt, sobald man ihre Ideologie kritisiert oder gar Fakten bringt. Hier habt Ihr sie in Griff, diese Geiferer.

    Ich wähne den ollen Energie-Ossi aus “Ökologismus” unter Euch.

  80. Ich hatte leider noch nicht die Zeit, den Artikel durchzulesen, werde es aber so bald wie möglich tun! Dieser Artikel ist zwar viel kürzer, aber sicher auch lesenswert: “Aktuelle Energiemythen”:

    http://www.sciencebusters.at/sections/science-fu/posts/301

    Anscheinend sind den grünen Atomkraftgegnern Opfer von anderen Kraftwerken völlig egal -- wie Opfer linker Gewalt, aber das ist ein anderes Thema…

  81. @ConstanzeW

    Ich wähne den ollen Energie-Ossi aus “Ökologismus” unter Euch.

    Hihi, Du hast ihn gefunden………….willkommen.
    Das Thorsten muss ich entschuldigen, der kann nix für sein Zustand, aber anstatt zum Arzt zu gehen, will er unbedingt die Therapie hier machen.
    Naja, da is Hopfen und Malz verloren.
    Knurrrr…….der Pittbull is in the House

  82. So, es reicht. Alles zum Thema “Thorsten und wie er die Welt sieht” kann ab sofort hier diskutiert werden:

    Am Thema vorbei

    (….) Um es kurz zu machen. Ich lasse e s nicht zu, dass die Diskussion um diesen Artikel mit nichtssagenden Allgemeinplätzen zugemüllt wird. Das alles kann von jetzt an hier passieren. Viel Spaß dabei.

    Entsprechende Kommentare aus diesem Forum sind dorthin verschoben.

    P.S.: Ich bin im Urlaub. Also benehmt Euch!

  83. Danke, Rudolf.

  84. Wo kriegt man eigentlich die Rohdaten zum Windkraftgraphen mit 15-Minuten-Auflösung ?

    Ein frohes Neues Jahr!

  85. Für interessierte:

    Die Rohdaten zum Windkraftgraphen mit 15-Minuten-Auflösung findet man hier:

    http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-wind

  86. Bravo, Herr Kipp!

  87. Anscheinend sind den grünen Atomkraftgegnern Opfer von anderen Kraftwerken völlig egal — wie Opfer linker Gewalt, aber das ist ein anderes Thema…

    Nein, das gehört schon hierher:
    Ich beobachte seit Jahren mit zunehmendem Entsetzen, wie zum Beispiel bei den Castor-Transporten von der Regierung das Recht gebeugt wird, um die erroristischen Straftaten des von grüner Seite aufgestachelten Mobs zu decken.

    Auch das ist Teil der Propaganda, mit der suggeriert wird, dass es ‘das Volk’ wäre, welches gegen Kernenergie eingestellt wäre, um dann nahtlos die schwachsinnige, unlogische, aber geadezu zum Dogma erhobene Schlussfolgerung zu ziehen, dass ergo das Volk für die ‘Erneuerbaren’ sein müsse

  88. Ein paar Anmerkungen:

    1)
    Der Aufwand zur Umrüstung von Wechselrichtern zur Umgehung des 50,2-Hz-Problems wird im Artikel unverhältnismäßig übertrieben. Selbstverständlich messen die WR schon heute die Netzfrequenz -- wie sollte auch sonst die Einhaltung des vorherigen Gridcodes bei Überschreitung von 50,2 Hz erfolgen?
    Die technische Nachrüstung beschränkt sich somit auf die WR-Firmware.

    2)
    In der Praxis könnte die Umsetzung einer Härtefallregelung natürlich ungleich komplizierter und aufwendiger ausfallen -- das muß aber keineswegs der Fall sein. Ich möchte davor warnen, daß EEG-Kritiker diesbezüglich übertriebene Bedenken und Folgen/Folgekosten heraufbeschwören, die sich dann später als maßlos übertrieben herausstellen.

    3)
    Ebenfalls erachte ich es als schädlich, wenn -- scheinbar um des Effektes großer Zahlen willen -- Zahlen wie ‘150 Millionen verlorene kWh’ in den Raum gestellt werden. Wenn die genannte Zahl stimmt, so bewegen wir uns gegenwärtig in der Größenordnung von ~0,4% Verluste, bezogen auf die Windenergieeinspeisung … und so sollte man das auch m.E. fairerweise kommunizieren … nämlich intelligent. Jawohl, das ist jetzt mal ein (bescheidener) Intelligenztest für EEG-Kritiker…

    4)
    Der weitgehende Verzicht auf detaillierte Quellenangaben zu den vielfältigen Behauptungen stellt ein einfaches aber auch einfach vermeidbares Angriffsziel für Kritiker dar. Unzweifelhaft erforderte diese Arbeit umfangreiche Quellenrecherche und es ist bedauerlich, daß man dem doch recht überschaubaren Dokumentations-Zusatzaufwand nicht Rechnung getragen hat, um die Arbeit gegen solche Kritik zu härten. wflamme empfiehlt zotero.org. Wirklich.

  89. @Wolfgang Flamme #88
    Zu ihrem Piunkt 3.
    Solche Zahlen einfach in den Raum zu stellen, liegt vielleicht an dem Titel ‘Die Energiewende ist schon gescheitert’. Besser wäre vielleicht gewesen ‘Die Energiewende wird scheitern, wenn nicht in den nachsten 10 Jahren Strom im wirklich grossem Masstab gespeichert werden kann’. 2010 waren es nur 0,4% der Wndenergieeinspeisung, die bezahlt den Bach heruntergegangen sind. Wie wird das aber in Zukunft sein ? Nach einer Studie der Uni Rostock wird der Windeinspeisungsüberschuss gemessen am Windprofil 2008 und den Projektionen für den Ausbau der Windenergie und verbesserten Regelmöglichkeiten fossiler Kraftwerke 2020 3,2% betragen und das mit Spitzen z.B für den März von 834 GWh. Man hätte wohl besser mal projiziert, wieviel wir da wegschmeissen müssen.

  90. Ich denke, es kommt sehr auf die Intention eines solchen Artikels an.
    Die Kritik an der ‘Energiewende’ ist nun einmal vor allem politisch; da wird schwarz-weiss gemalt und das ist auch in Grenzen ganz in Ordnung. Ich habe auch noch keinen Leitartikel gesehen, der ein Literaturverzeichnis gehabt hätte.
    Konkret kann man das durchaus am Punkt 3 von Herrn Flammes Kritik festmachen: Selbst wenn es nur eine einzige Kilowattstunde gwesen wäre, deren Nichtproduktion bezahlt wurde, wäre dies ein Skandal!

  91. Lieber Wolfgang.

    Deine Kritik zu 1.) ist vollkommen berechtigt.
    Dahingehend habe ich mal versucht mich durch die Materie zu ackern, ist komlizierter als ich dachte.
    http://www.vde.com/de/fnn/arbeitsgebiete/tab/seiten/50-2-hz.aspx
    Beschreibt schon mal so einige Problemchen, blöderweise ist die VDE-Norm (VDE-AR-N 4105) kostenpflichtig, so das ich da keine weiter Aussage zu machen kann.
    Im Photovoltaikforum haben sich eine Leutchens so ihre Gedanken bezüglich der Neuregelung gemacht, was in etwa die Probleme aufzeigt die anstehen.
    So wie ich es verstanden habe, wird unser derzeitiges Netz mit den 0,2 Hertz Grenzen umgebaut auf wohl 2 Hertz-Grenzen, also von 48-52 Hertz um den Anforderungen der fluktuierenden Einspeisungen der EE nachzukommen.
    Welche Auswirkung das auf Endgeräte und sonstige elektrotechnischen Verbraucher haben wird, kann ich nicht sagen, da fehlt mir die Erfahrung, jedenfalls hatte ich 2011 in meiner Anlage verstärkt mit Ausfällen (Elektronik) zu kämpfen, deren Ursachen nicht geklärt werden konnten.

    PS. So sollte fundierte Kritik an einen Artikel aussehen, dat regt mal wieder das Hirnschmalz an, Danke Wolfgang.
    MfG
    Heinz Eng

  92. Guten Morgen allerseits :-)

    hier mal eine aktuelle Nachricht aus dem Handelsblatt Morningbrief

    Deutschland privat: Einfache Bürger kontrollieren knapp 40 Prozent der Solar-, Wind- und Biogasanlagen im Lande. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie der Marktforschung Trendresearch, die dem Handelsblatt vorliegt. Zum Vergleich: Die großen vier Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW kommen zusammen auf nur auf sechs Prozent Marktmacht. Fazit: Die Energiewende wird von unten vorangetrieben

    .

    Man beachte den letzten Satz! Hier wird wieder mal suggeriert, die Politik folge dem Wunsch der einfachen Bürger, was natürlich absoluter Quatsch ist. Es mag ja sein, dass z.B. über Prokon-Genussrechte vor allem Privatkapital abgesaugt wurde, was aber nicht heißt, dass der “einfache” Bürger hier irgend etwas kontrolliert.

    Was lernen wir daraus? Die Volksverdummung geht in 2012 ungebremst weiter.

    mfG
    karl.seegert

  93. @Nachtrag.
    Lieber Wolfgang
    Deine Kritik 4.) kann ich nicht ganz folgen, der Autor hatte im gesamten Beitrag 32 Direktlinks (falls ich mich nicht verzählt habe) gesetzt, also reichlich Quellen zum Rumstöbern.
    Was speziell fehlt Dir denn an weiterführenden Links noch?

    PS. Danke für Dein Hinweis auf den Grabber.
    MfG
    Heinz Eng

  94. Apropos Energiewende, so kann man dat natürlich auch machen….

    Pausenprämie für Großverbraucher

    Das Wirtschaftsministerium plant eine Verordnung, mit der bei Stromknappheit Industriebetriebe vom Netz getrennt werden. Dafür sollen sie eine Entschädigung erhalten…

    Ganz toll dat, nur frag ich mich mal wieder, wer darf dafür die Entschädigung am Ende wieder zahlen, der kleine Stromkunde?
    H.E.

  95. @Tritium

    Konkret kann man das durchaus am Punkt 3 von Herrn Flammes Kritik festmachen: Selbst wenn es nur eine einzige Kilowattstunde gwesen wäre, deren Nichtproduktion bezahlt wurde, wäre dies ein Skandal!

    Puh … Nee. Nu lassen wir mal die Kirche im Dorf ! Nackte Mengenangaben ohne Relation sind missverständlich.

    Ich meine, die Kritik Punkt 3) von Wolfgang Flamme ist völlig berechtigt, und mache das mal an der irreführende Methodik der AGW-Vertreter fest, antrophogenen CO2-Emissionen möglichst dramatisch aussehen zu lassen. Da ist immer von “Mrd. Tonnen CO2″ die Rede, um die prozentuale Relation (Promillebereich) zu verbergen.

    Angesichts der umfangreichen Information dieses Artikels ist dieser kleine Fauxpas gut zu “verschmerzen”.

  96. #94. Heinz Eng

    Ganz toll dat, nur frag ich mich mal wieder, wer darf dafür die Entschädigung am Ende wieder zahlen, der kleine Stromkunde?

    na klar, Heinz, wer denn sonst. Verkehrte Welt, mehr kann man zu dem Schwachsinn eigentlich nicht sagen. Es mag ja sein, dass damit Lastspitzen kurzzeitig aufzufangen sind, aber das kann doch wohl nicht der Normalfall sein?!

    mfg
    karl.s

  97. @Heinz
    du schreibst zu W.Flamme #88:

    So sollte fundierte Kritik an einen Artikel aussehen (…)

    Dem schliesse ich mich an! So oder ähnlich.

  98. Hmmm, gestaffelte Abschaltung um das Netz vor dem Zusammenbruch zu bewahren -- Heinz, da musst dich doch fühlen wie früher, in der DDR*.
    Für eine führende Industrienation ist das eine Bankrotterklärung, ganz ungeschminkt, ganz unbestreitbar. Es bestätigt den Titel: Die Energiewende ist schon gescheitert!

    *
    Die Regelung betraf außer den Industriebetrieben auch staatliche Einrichtungen wie Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Ämter. Überstiegen die Anforderung die Produktionsleistung, wurden die beantragten Kilowattstunden vom Ministerium gekürzt und dem Verbraucher entsprechend niedrigere Kontingente zugeteilt. Die Einhaltung dieser Zuteilungen war gesetzlich vorgeschrieben. Durch die EnVO war der Staat berechtigt, in die Verbraucherrechte für freien Strombezug einzugreifen. Ziel war es, die Stromversorgung auch in Zeiten hohen Stromverbrauchs störungsfrei zu gewährleisten. Um bei Kraftwerksausfällen eine Abschaltung des Netzes zu verhindern, wurden verschiedene Versorgungsstufen eingerichtet, die dreimal täglich im Rundfunk ausgerufen wurden. Meldepflichtige Stromabnehmer waren verpflichtet, die Nachrichten jeden Werktag abzuhören und bei entsprechenden Warnstufen den Stromverbrauch einzuschränken.”

  99. @C-O

    Weißt Du, beim Lesen des Artikels bin ich auch über die Stelle mit der “Frequenzmessung der WR” gestolpert, hatte dann aber keine Zeit das zu vertiefen und dann kam der Auftritt Team-Thorstens und ich vergass die Angelegenheit, leider.
    Ich gehe grundsätzlich bei Wolfgang Flamme davon aus, das seine Kritiken fachlich fundiert sind und als solche ernst zu nehmen sind. Gelegentlich lasse ich mich leider zu viel von meinen Emotionen beeinflussen, was dann leider zu unüberlegten Äusserungen geführt hat, die ich im nachhinein sehr bereue.
    Naja, man kann noch ja dazulernen, sich steigern, sich verbessern………das Leben ist eine ständige Weiterentwicklung.

    Nur bei wirklichen Dummschwätzern (will jetzt keine Namen nennen) werde ich weiterhin ungehalten reagieren, nur das ich zukünftig die Fäkalien dorthin entsorge wo sie hingehören, ins Klo.
    MfG
    Onkel Heinz

  100. @ C-O #95.

    Ich glaube, du hast den Punkt nicht verstanden: Niemand, nicht einmal Rahmstorf, hat etwas dagegen EINE Tonne CO2 zu erzeugen, denn dabei geht es nur um die Grössenordnung, nicht um die Handlung an sich.
    Es ist jedoch skandalös, auch nur EINE Kilowattstunde ‘nichtproduzierten’ Strom zu vergüten -- da geht es um das Prinzip!

  101. Und da geht die nächste Solarfirma -- nach China:

    Anleger feiern Sunways-Deal mit Chinesen
    Sunways hatte am Wochenende eine Kapitalerhöhung angekündigt, die ausschließlich von LDK gezeichnet werden kann. Nach Abschluss dieser Transaktion werde die chinesische Firma ein Drittel der Anteile an Sunways halten. Darüber hinaus sei für Ende Januar ein Übernahmeangebot für die übrigen Eigner von Sunways geplant.

    Übrig bleibt dann ein deutscher Firmenmantel, ein deutsches Vertriebsbüro und deutsche Arbeitslose. Die Gewinne, die der Oma durch das EEG aus der Tasche gezogen werden, fliessen nach China.

  102. @Tritium
    Ich habe mal gründlich nachgedacht…….Achtung, jetzt wirds Gefährlich, *grins*

    In der DDR wäre die Energiewende schlicht weg ins Wasser gefallen, mangels Material.
    Eigentlich ist die Bezeichnung “Ökosozialismus” völlig falsch, denn die NIE sind eine rein kapitalistische Erfindung, mittels Lobbyisten als EEG in Gesetzesform gegossen, um auf Kosten der armen Mehrheit der Bevölkerung eine neue Art von Ausbeutung zu etablieren.
    -Der “geniale” Handel mit Luft bedient die “arme Finanzwelt” und den Staat mit Geld, für nix.
    -Der komplette Umbau der Energieinfrastruktur bedient ganze Industriestrukturen mit neuen Aufträgen und teilweise exorbitante Gewinne.
    -Die Gefährdung des Weltklimas gibt den Führungseliten die Mittel in die Hand ihre Völker mit Verbotsorgien Mundtot zu machen, nicht zuletzt mit der Gewissheit genügend “nützliche Idioten” in den Reihen der Ausgebeuteten zu rekrutieren
    -Zum Schutz des Weltklimas kann man die Kollonialzeit mit anderen Mitteln weiterhin Aufrecht erhalten und entsprechende Völker weiterhin unterdrücken.
    -Wissenschaften………….da sag ich jetzt lieber nicht, was mir gerade im Kopp rumsaust.

    Im Grunde genommen war der Sozialismus nur die arme Schwester des Faschismus, womit ich mir jetzt wahrscheinlich wieder die Prügel der Allgemeinheit auf mich gezogen habe.

    Die einzig wahre Bezeichnung sollte daher ……Öko-Diktatur……….heissen.
    Ups, ich muss wech……..vorsichtig nach allen Seiten äugend.
    H.E.

  103. @Heinz

    Eigentlich ist die Bezeichnung “Ökosozialismus” völlig falsch, denn die NIE sind eine rein kapitalistische Erfindung, …

    Jein. Da sind schon realsozialistische Elemente eingeflossen. Nämlich Mangel und Verschlechterung als Verbesserung und Fortschritt zu verkaufen. Planwirtschaftliche Denke dito.

  104. Nöö Tritium
    Mangel war nur die “Einsicht in die Notwendigkeit” trotzdem so viel wie möglich rauszuholen.
    Geflügelter Spruch zu DDR-Zeiten…..”aus Scheixxe Gold machen”……das war aber nur der offizielle Teil der DDR.
    Der inoffizielle Teil hatte sich olle Ulbrichts Leitspruch auf die Fahnen geschrieben……..Aus unseren sozialistischen Betrieben ist noch viel mehr raus zu holen…….was man auch heute noch an so manch ostdeutscher Datsche oder Eigenheim-Klitsche erkennen kann.
    Das DDR-Volk war Zweigeteilt, die mit…..und die ohne “blaue Fliesen”, besser gesagt, Westverwandschaft.
    40 Jahre Sozialismus konnten trotz Stasi, trotz Partei, trotz Indoktrination von Kindesbeinen an den Menschen nicht ändern, Egoismus, Gier, Neid und Machtbessenenheit sind anscheinend unausrottbar.
    Nun versucht man das über die grüne Schiene, doch auch diese Religion ist nix weiter als die Unterstützung der Machtelite bei der Unterdrückung des einfachen Volkes, mit den üblichen Drohgebärden, zur Strafe in der Hölle (überhitze Erde) im Jahre 2100 zu landen.

    Alle diese vorgenannten Systeme haben eins gemeinsam, sie hassen freie, selbstständig denke Menschen wie die Pest.
    Uff, genug Philosophe und Staatsbürgerkunde…..sonst wird mir wieder Übel.
    Onkel Heinz……..Aushilfsphilosoph

  105. Achso……planwirtschaftlich…….wahrscheinlich hätten sich die ostdeutschen “Inschenöre” gleich darüber Gedanken gemacht wie der Strom aus Wind und Sonne vor Ort gespeichert werden kann, um sich den unnötig und materialintensiven Netzausbau zu ersparen………is aber nur ne These von Onkel Heinz.

  106. Nun ja, sozialistisch ist natürlich bei der ‘Energiewende’ vor allem, dass die parasitäre Insel der EEG-Planwirtschaft die Kosten und Risiken ‘sozialisiert’, nämlich zwangsweise auf die Bürger abwälzt, während die Gewinne kapitalisiert werden.
    Im Grunde wurde da das schlechteste beider Systeme miteinander verschmolzen, zum Nutzen der Parteibonzen der neuen Art.
    Der DDR-Vergleich war von mir auch nicht politisch gemeint, obwohl sich da auch einiges aufdrängt, sondern im Hinblick auf eine ‘Marodisierung’ der Infrastruktur. Wir zehren von der Substanz, vom alten Netz, von den alten Kraftwerken, beides einstmals vorbildlich und mit grossen Sicherheitsreserven als zuverlässigstes Elektrizitätsnetz der Welt ausgebaut.

    Andere Parallelen kann man eher zum Stalinismus ziehen, z. B. wenn Misserfolge und Mängel als Sabotage und Konterrevolution gebrandmarkt werden, statt zu hinterfragen ob nicht etwa das Konzept an sich mangelhaft ist.

    Natürlich ist auch das absehbare Ende der Wende ein Anknüpfungspunkt: Noch tönt es zwar “Die EE in ihrem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf”, aber wir wissen ja, was solche Sprüche wert sind :-)

  107. @Tritium

    Im Grunde wurde da das schlechteste beider Systeme miteinander verschmolzen, zum Nutzen der Parteibonzen der neuen Art.

    Ausgezeichnete Zusammenfassung, die ich hiermit zur vollsten Zufriedenheit unterzeichnen kann.

    Und bitte nix gegen Ochs und Esel, werden das doch zukünftig unsere hypermodernen, nachhaltigen, bioenergiegefütterten neuen Fortbewegungsmittel.

    Grins und wech

  108. Bzgl. der ‘Prinzipienfrage’ will ich darauf hinweisen, daß wir derzeit bei der Bereitstellung ~5% Netzverluste akzeptieren, die wir natürlich auch alle bezahlen müssen, ohne etwas davon zu haben. Hier stellt sich doch ganz deutlich die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Empörung.

  109. Netzverluste sind physikalisch bedingt, Herr Flamme, und nicht politisch gewollter Ausfluss eines planwirtschaftlichen Monopols.

  110. @ Wolfgang,

    Ich finde es schon sinnvoll auf diesen Aspekt hinzuweisen, über die Art will ich jetzt nicht streiten.

    Sehe ich mir die Tabellen des ohnenhin schon schöngefrickelten Kombikraftwerks an, dann schwankt der Betrag der ungenutzten Windstromerzeugung zwischen 18 und 25% der gesamten Windstromerzeugung, je nachdem, wie der Wind übers Jahr so wehte. Und das trotz der Pumpspeicherwunder und Exportträumereien.
    Demnach käme zukünftig je nach Ausbau schon ordentlich was zusammen.

  111. Tritium,

    Sie mißverstehen den Kern meiner Argumentation; die Netzverluste wären durchaus deutlich reduzierbar. Die derzeitigen ~5% Netzverlust verstehe ich daher eher als praxisnahen Hinweis auf die ungefähre Höhe wirtschaftlich vertretbarer Verlustvermeidungskosten … in dem Sinne, daß eine deutlich höhere Investition in Netzinfrastruktur und Instandhaltung durch den zurückgewonnenen Wert der vermiedenen Verlustarbeit wohl nicht aufgewogen würde.

    Überträgt man das auf die Verhältnisse beim Windstrom, wo Erzeugungs- und Verbrauchsschwerpunkte räumlich tendenziell weiter auseinanderliegen als man es bei der konventionellen Erzeugung angestrebt hat, dann läge ein wirtschaftlich vertretbare Optimum vermutlich sogar noch oberhalb der schon jetzt akzeptierten Verluste.
    Anders ausgedrückt: Selektives Abwürgen und Entschädigen könnte uns durchaus erheblich günstiger kommen als ein ehrgeiziger Netzausbau, der möglichst jede regenerativ erzeugte kWh auch nutzen (oder grenzüberschreitend verschleudern) will.

    Facharbeiten, die diese Problematik grundsätzlich klären, habe ich allerdings bisher nicht auftreiben können. Das ist schon verwunderlich, wo doch heute schon regenerative Stromversorgungs-Simulationen für 2050 bemüht werden.

  112. Aah, danke Wolfgang Flamme!

    Das “Anders ausgedrückt” (#111) hat mir geholfen zu verstehen, was gemeint ist.

    Beste Grüße B.

  113. Danke, Herr Flamme, da hab’ ich Ihre Intention tatsächlich falsch gesehen.

    Dennoch bleibt natürlich die grundsätzliche Oppsosition gegenüber derartigen staatlichen Eingriffen in das Witschaftsgeschehen.
    Verluste in Kauf zu nehmen, weil sie wirtschaflich sind, das heisst, weil ihre Vermeidung teuerer käme als die Inkaufnahme, ist nämlich auch wieder etwas ganz anderes als die zwangsweise Einführung einer hoffnungslos unwirtschftlichen Technik per Zwangsgesetz mit folgender ‘Schadensbegrenzung’ durch Bezahlung der Nichtproduktion.

    Am einfachsten wäre es dann wohl, wenn man Entschädigung gleich für den Nicht-Bau der Windräder zahlen würde…

  114. @Tritium #113
    Sie haben es erfasst. Bei der Subventionierung der Landwirtschaft gibt es ja schon ähnliches. Es ist sicher besser notleidenden Grundbesitzern so zu helfen, als die ganzen Folgekosten zu tragen, um die unsinnige Produktion irdendwie zu nutzen. Wenn es einem dann gelingt durch Stromproduktion mit Windkraft wirklich einen sinnvollen Beitrag zu leisten und damit auch noch mehr als die Entschädigung zu verdienen, dann ist das um so besser.

  115. Hab da was gefunden, das etwas Einblick in die Thematik “Netzverluste” bringt.

    Verlust- und Verlustenergieabschätzung
    für das 380-kV-Leitungsbauvorhaben Wahle – Mecklar

    Interessant die Verluste zwischen Kabel und Freileitung, wenn diese Arbeit korrekt ist.

    MfG

  116. Hallo Lentje,

    als einer der nichtprivilegierter Letztverbraucher mache ich mir eben so meine Gedanken, welche Forderungen und Maßnahmen bei der ‘Energiewende’ letztendlich im Interesse der Allgemeinheit liegen. Da wäre bei diesem Beitrag zunächst mal die Behauptung, daß 2010 ‘ca. 150 GWh’ Ökostromproduktion/Windstromproduktion nicht genutzt werden konnten … zunächst habe ich nur mal versucht, diese Zahlenangabe allein zu hinterfragen/relativieren. Noch den Kontext kritisch zu hinterfragen, in dem diese Angabe präsentiert wurde, dazu bin ich ja noch gar nicht gekommen -- das hatte auch bereits der Herr Straten (#29) übernommen.

    Was das Kombikraftwerk betrifft … naja, die dokumentierten Zeitreihen sind teilweise gar nicht plausibel und ich habe das halt trotz einigen Aufwandes nicht klären können -- das weißt Du doch noch? Mehr als eine berechtigte Skepsis bzgl der amtlichen Schlußfolgerungen aus diesem Projekt läßt sich daraus aber leider nicht ableiten.

  117. Bibliothekar,

    die Spitze ist angekommen. Ich versuche mich eben (sicher mehr schlecht als recht) an meiner individuellen Synthese aus dem Einfachen, was einfach falsch ist zugunsten des (IMO) Richtigen, was aber ohne das einfach Falsche viel zu kompliziert und unverständlich wäre.

  118. @Heinz Eng #115
    Ich wohne an der geplanten Wahle Mecklar Leitung. Ich komme hin und wieder in Diskussionen mit den Freileitungsgegnern. Die sind ja nicht gegen diese Leitung und sind auch für die Energiewende. Sie wollen einfach eine HGÜ-Light-Leitung als Kabel. Das ist natürlich nicht im Sinn des Netzbetreibers Tennet. Ich kann nicht beurteilen ob eine 380 Kv Leitung da einen Sinn macht und welche Vorteile sich Tennet davon verspricht. Ich weiss, dass eine HGÜ-Leitung nur zum Durchleiten des Windstroms einfach Schwachsinn ist. Ihr Link zeigt nun zwar, dass eine Verkabelung einer 380 Kv Leitung mehr Verluste bedeuten würde als eine Freileitung, aber das wird die Verkabelungsfreunde nicht beeindrucken, die wollen ja eine andere Technologie und sehen da auch noch die Zukunft drin und in Tennet ein rückständiges Unternehmen. So richtig gute Argumente gegenüber dieser Denkweise habe ich auch noch nicht gefunden.

  119. Herr Eng,
    Erdverkabelung auf 400kV-Ebene ist Stand der Forschung/Hoffnung, auch wenn das bei Oswald bisweilen anders klingt. Bislang wurden so meist nur Kurzstrecken von wenigen km Länge -- bevorzugt (besser notgedrungen) im urbanen Bereich -- realisiert und auch die haben häufig mit Problemen zu kämpfen. Zwischenkompensation ist m.W. überhaupt noch nirgendwo realisiert worden. MTTR beträgt nicht selten mehrere Wochen bis Monate, Muffen- und Endverschlußfehler sind ein regelmäßiges Ärgernis.

    Die Österreicher haben die anderweitig aufgetretenen Probleme mal in einem umfassenden Dokument im Zusammenhang mit ihrer Salzburgleitung zusammengetragen, das müßte ich nochmal ausbuddeln -- doch das hier ist auch schon eine schöne Einführung.

  120. Herr Straten,
    das hier ist doch schon ein Argument, oder?

  121. #12. Wolfgang Flamme

    Herr Straten,
    das hier ist doch schon ein Argument, oder?

    Danke für den Link, der ist bestimmt nicht nur für Herrn Straten interessant, da m.E. die Kosten je km überschlägig auch für andere Trassen angesetzt werden können. Das Kostenargument an sich ist aber schon schlagend.

    mfg
    karl.seegert

  122. @Herr Flamme
    Danke für den hoch interessanten Film.
    Ich persönlich kenne ja nur die “Sprengkraft” auf der 20 KV Ebene, explodierte Schalter, zerschossene Muffen, Spuren von Lichtbögen in schlecht gewarteten Trafostationen bis hin zu schwerst verbrannte Mitarbeiter von Tiefbaufirmen, die mal so eben ein 20 KV Kabel angebaggert haben, da kann ich mir zumindest die Folgen bei einen 380 KV Kabel ausmalen, wenn dat dann mal hochgeht.

    Viel wichtiger war in diesen Beitrag aber die angesprochene Reparatur eines solchen Kabels/Muffe im Bezug auf die Spezialfirmen. Schon auf der 20 KV Ebende findet man kaum noch Elektrofirmen die für diese Spannungsebene Muffenmonteure haben. Die Ausbildung ist verdammt teuer und am Ende ist man dann auf die Aufträge der Netzbetreiber angewiesen um die Investition in die Weiterbildung des Mitarbeiters wieder reinzuholen.

    Tja, und dann kommt auch noch Papa Staat per Wirtschaftsministerium/Bundesnetzagentur und verlangt vom Netzbetreiber eine jährliche Einsparung der beeinflussbaren Kosten um 1,25% (Anreizregulierung), vom regulierten Preis der Durchleitungsgebühr die per aufwendiger Antragsgestaltung ermittelt wird, will ick garnicht erst sprechen.

    Inzwischen, so scheint es jedenfalls, sind die Netzbetreiber aller Ebenen die Doofen der Nation, Durchreguliert bis in die Haarspitzen aber gleichzeitig die tolle Energiewende stemmend und am Ende vom Bürger geprügelt, wenn der dann die Realisierung des dringend benötigten Netzausbaus angeht.
    Meine Forderung dahingehend, wenigstens ein Energieministerium zu gründen das die staatlichen Anstrengungen bündelt, denn bisher pfuschen da 3 Ministerien alleine schon auf der Bundesebene mit rum.

    Ende Teil 1.

  123. Teil 2
    Noch interessanter ist das Papier, das Herr Flamme für Herrn Straten verlinkt hat.
    Neben den enormen Kosten der Kabelvarianten finde ich eins besonders lehrreich, die Antragsstellung (S.37).

    5 Tonnen Papier für 260 Km geplante Hochspannungsleitung, 1835 Ordner die an insgesamt 470 Adressaten gesendet werden müssen, von diesen bearbeitet werden, anschließend zurückgesand werden, vom Netzbetreiber ausgewertet werden müssen (einschließlich aller Einwänden der entsprechenden Träger), vor Ort treffen mit den Entscheidungsträgern, eventuelle Umverlegung der geplanten Trassen samt Neuplanung, Klärung Eigentumsverhältnisse……..und so weiter, und so weiter und nochmal so weiter.
    Tja, und das ist der normale Werdegang OHNE Bürgerbeschwerden/Bürgerinitiativen……….und nach Stuttgart 21 wissen wir ja, was aus Großprojekten in dieser Republik so werden kann, wenn der Bürger nicht will.

    Wer wie ich auch nur ein kleines Zipfelchen der gelebten Praxis kennt, weiß das die großspurige Energiewende genau an den Punkt “Netzausbau” scheitern wird, noch vor der Realisierung der dringend benötigten Großspeicher.
    Der Bürger also, der dringend die KKW und am besten gleich noch die Kohlekraftwerke weg haben will, stemmt sich dann lokal gegen jede Art von Ersatzmassnahmen, die seine angeblich beführwortete Energiewende dringend benötigt……..Deutschland hat fertig, Energieflasche leer.

    MfG
    Heinz Eng

  124. @Heinz #123

    Der Bürger also, der dringend die KKW und am besten gleich noch die Kohlekraftwerke weg haben will, stemmt sich dann lokal gegen jede Art von Ersatzmassnahmen, die seine angeblich beführwortete Energiewende dringend benötigt……..Deutschland hat fertig, Energieflasche leer.

    Aber in Augen diverser Öks sind die bösen Skeptiker die s.g. Bremser der EE.

  125. Ach Krishi, wenn Du nur im Ansatz wüsstest was es an Arbeit und Mühe kostet auch nur ein Kabel/Wasserrohr durch die Stadt zu ziehen, bräuchteste täglich ein Beissring damit die Zähne nicht vorzeitig zerknirschen.

    Niemand will mehr eine Versorgungsleitung auf seinen Grundstück, was dann bis zur einstweiligen Verfügung gehen kann trotz eindeutiger Gesetzeslage, selbst die Koordinierung der Leitungsverlegung im öffentlichen Bereich gestaltet sich oft nervenaufreibend, geförderte Straßen/Gehwege dürfen 5 Jahre nicht aufgerissen werden, so manch Fläche steht in der Verkaufsplanung der Kommune, oft spielt das Wetter nicht mit, oft fühlen sich Bewohner von den Baumassnahmen stark verärgert, die Archäologen wollen auch sehen was da so in der Erde ist, die Naturschutzbehörde macht jeden Baum der gefällt werden muss zum Staatsakt…..und manchmal kommt dann auch noch die Kontrolle diverser Behörden, selbst das Arbeitsamt lässt nach illegalen Arbeitskräften suchen.
    Gerade im Niederspannungsnetz der letzten Meile ist der Aufwand enorm, grabenlose Verlegearten oft nicht möglich aber aufgrund enormen Solaranlagenzubau so manch Längsnetz nicht mehr zeitgemäß……manche Netzbetreiber haben dann mehr Kosten beim Umbau/Verstärkung als die Solaranlage jemals an Geld einspielt.

    Joo, alle gucken nur auf die fetten Hochspannungsleitungen…….aber die eigentliche Hauptarbeit bei der Energiewende haben die Energie-Leutchen in den Städten und Gemeinden, einschließlich der umzulagernden Durchleitungsgebühren.

    Dat is keine Energiewende, dat is lediglich eine Verlagerung der Rendite von den bösen Monopolisten hin zu den guten EE-Gewinnern, ausbaden dürfen diesen Dreck andere, einschließlich des kleinen Stromkunden, der sich nicht wehren kann.
    MfG

  126. …und die bösen Netzbetreiber und die Atom- und Kohlelobby…

    Ge nau diese Schuldzuweisungen sind entlarvend:
    Ein besonders spezifisches Merkmal totalitärer Ideologien und Systeme ist der Umgank mit dem eigenen Versagen.
    Die rationale Antwort auf auftretende Probleme ist das Überdenken und Infragestellen der eigenen Absichten und Pläne; stetige Korrekturen an Weg und Ziel sind für jedes Projekt eigentlich selbstverständlich, denn nur diese Flexibilität führt letztendlich zum Erfolg.
    Die diametrale Antwort ist die Schuldzuweisung. Sie ist völlig unproduktiv und verstellt die Selbstkritik. Dadurch gehen Ressourcen verloren, Fehlentwicklungen zementiert, Kosten erhöht und letztendlich das Projekt selbst undurchführbar.

    Es ist zum Beispiel bezeichnend, dass die Ära des Stalinismus von Schuldzuweisungen beherrscht wurde, Soschenyzin schildert dies unnachahmlich. Niemals ist der grosse Führer, niemals die Ideologie schuld, stets sind es Konterrevolutionäre, Spione und gedungene Saboteure, die die herrlichen Pläne vereiteln.
    Dieses geistige Klima ist auch in den Reihen der Ökologisten heimisch und es ist recht offensichtlich, dass sehr viele von ihnen lieber heute als morgen eine Klima-GPU einführen würden, wenn sie denn nur könnten:
    UN: Den Klimawandel zu leugnen ist kriminell
    Nun, kriminell ist es in meinen Augen allerdings eher, Kritik zu kriminalisieren. Aus solchen geistigen Brandstiftungen können sehr reale ‘Umerziehungslager’ werden, wie wir aus vielen leidvollen historischen Erfahrungen mit ‘grosssen Transformationen’ (Schellnhuber) wissen.

  127. Tritium,

    genauso ist es. Die übergreifende “Schuldzuweisung” ist aber unsere Schuld, über unsere Verhältnisse zu leben.

    Man muß nur die Handschrift dieser Behauptungen erkennen, dann sieht man, egal ob Kommunismus, Nazismus oder Ökologismus, es liegen immer die gleichen eugenischen Muster zu Grunde.

    England und die USA leben tatsächlich über ihre Verhältnisse. England schon seit über 100 Jahren und die USA seit der Gründung ihrer Bundesbank, die seitdem fest in privater englicher Hand ist. Diese beiden Länder versuchen anderen Ländern einzureden, sie lebten über ihre Verhältnisse UND , um die Welt zu retten, müßten sie kürzer treten.!!!

    Entschuldigung, wie blöd muß man sein oder die Welt sein, wenn sie den beiden defizitären Finanzzentren glauben schenken. Das Gegenteil ist der Fall, dem Deutschen , dem Chinesen und ALLEN mit Handelsüberschuß wird durch ein schlitzohriges 100 jähriges Finanzsystem, erfunden von British Empire, das Geld aus der Nase gezogen mit der Botschaft, ihr lebt über eure Verhältnisse.

    Klimawandel ist doch nur ein kleiner Teil der vorhandenen Geschichtsfälschung, Lügen und Intrigen, die sich diese Jungs ausgedacht haben, um ihre Macht zu sichern.

    Dass diese Betrachtungsweise absolut richtig ist, hat die London TIMES im Jahre 1919 eindeutig belegt. Sie hat geschrieben: „Wenn Deutschland in den nächsten 50 Jahren wieder Handel zu treiben beginnt, ist dieser Krieg umsonst geführt worden.“

    Und der SUNDAY CORRESPONDENT hat am 16. September 1989 noch eins draufgelegt, als die deutsche Wiedervereinigung anstand: „Wir sind 1939 nicht in den Krieg eingetreten, um Deutschland vor Hitler oder die Juden vor Auschwitz zu retten. Wie 1914 sind wir für den nicht weniger edlen Grund in den Krieg eingetreten, dass wir die deutsche Vormachtstellung in Europa nicht akzeptieren können.“

    England und die USA kämpfen um ihre Macht --
    die Krise frißt ihre Kinder

  128. @Heinz Eng,

    schön, wieder von Dir (und Gleichgesinnten) zu lesen. Schreiben werde ich hier als Laie kaum, aber das Lesen macht echt Spaß und man lernt dazu.

  129. Hallo Constanze…. Frohes Neues Jahr auch!

    Schön, dass sich hier nicht nur Trolle melden.

  130. Hih Constanze

    Ne Frage, warst Du dat mit den bestickten K….tüten?
    Ansonsten, schön das de da bist^^

    Onkel Heinz……ehemalig E-O

  131. Das Handeln unserer Politiker, insbesondere der in Physik promovierten Bundeskanzlerin, die es mit Sicherheit besser weiß, ist in höchstem Maße gemeingefährlich, unmoralisch und verantwortungslos. Schließlich nehmen sie ohne Not das Risiko von großflächigen Stromausfällen und Netzzusammenbrüchen in Kauf.

    Wenn mich nicht alles täuscht, hat die gute Kanzlerin in Moskau studiert. Frei nach Strauß also die 5. Kolonne Moskaus. Und da durften mit Sicherheit keine Systemkritiker der Bildung fröhnen.

  132. @Horst

    …..der in Physik promovierten Bundeskanzlerin…

    …..apropos….. hier ist Dinner for Angie

  133. @E-O Heinz

    Ne Frage, warst Du dat mit den bestickten K….tüten?

    Du denkst an “Perlita” ?

  134. @Wolfgang Flamme #120
    Vielen Dank für den Link. Die Antwort, die die HGÜ-Befürworter auf Kostenargumente haben ist in der Regel, dass Tennet mit einer Drehstrom-Freileitung auf eine veraltete Technologie setzt und der Einsatz einer modernen Technologie sich langfristig dann doch rechnen würde, oder so ähnlich.
    Ich weiss nicht, ob eine Höchstspannungleitung Mecklar-Wahle ohne das Problem der Windkraft im Norden einen Sinn macht. Ich gehe nur davon aus, dass eine HGÜ-Trasse nur für die Durchleitung des Windstroms Sinn macht. Ich lasse mich da gerne eines Besseren belehren, aber wenn ich recht habe, dann wird hier einfach eine gewaltige Kapitalvernichtung gefordert.

  135. @133 Krishi

    Joo, mir fiel nur nich der Name ein………kann aber auch ne andere nette Dame sein, im Grunde genommen egal.

    @Gerhard
    HGÜ ist ein Punkt zu Punkt Verbindung, da is nix mit Verteilung unterwegs, da is nur stur geradeaus.

    MfG

  136. Herr Straten,

    Ich nehme mal an, es sollte heißen: ‘Ich gehe nur davon aus, dass eine HGÜ-Trasse nur für die Durchleitung des Windstroms keinen Sinn macht.’?

    Nun, auch bei HGÜ wäre eine Freileitung die deutlich günstigere, wartungsfreundlichere und langlebigere Variante, insofern stellt HGÜ allein wohl kein explizites Argument für eine Erdverkabelung dar.

    Nach allem, was ich bisher aus dieser Richtung vernommen habe, lautet der eigentliche Wunsch, es möge doch möglichst alles einfach irgendwie unsichtbar werden, koste es eben andere, was es wolle. Und das ist im Grunde ein berechtigter Anspruch der Betroffenen -- denn wenn man schon persönlich nicht angemessen mitprofitieren darf(, dann will man wenigstens so wenig Nachteile wie möglich in Kauf nehmen müssen.

  137. Der Absturz der EE-Unternehmen geht weiter:

    Kurs von Windturbinenbauer Vestas stürzt ab

    Chinesische Unternehmen setzen Ökoenergiebranche unter Druck

    Für die verschlechterte Lage machen die Dänen Verzögerungen bei Projektabschlüssen vor allem in Europa verantwortlich. Probleme beim Aufbau einer Fabrik in Lübeck-Travemünde, die als Grund für die Prognosesenkung im Oktober genannt wurden, seien aber inzwischen gelöst.
    Die Vestas-Zahlen werfen ein Schlaglicht auf die immer noch ungelösten Probleme der Windkraftunternehmen. Die Branche leidet unter Preiskämpfen, steigenden Personalkosten und hohen Kapitalanforderungen beim kostspieligen Bau von Windparks auf hoher See.
    Auch die Solarbranche kämpft mit Überkapazitäten und Preisverfall -- vor allem angetrieben durch die stark expandierenden chinesischen Unternehmen. Nach diversen Pleiten in den USA mussten zuletzt der deutsche Solarpionier Solon und der Kraftwerksentwickler Solar Millennium Insolvenz anmelden. Ein Ende der Misere ist nicht in Sicht. Experten erwarten 2012 eine Fortsetzung der Konsolidierungswelle. Zum Jahresauftakt hatte das chinesische Unternehmen LDK die Übernahme der Konstanzer Solarfirma Sunways angekündigt.

  138. …Omas Sparstrumpf (#72)

    So sieht dann die Volksvermögensbildung in der Realität aus:

    Solar-Millennium-Pleite: 16.000 Kleinanleger müssen um ihr Geld bangen

    Die Pleite von Solar Millennium trifft vor allem Menschen, die ihr Geld privat bei dem Sonnenkraftwerkshersteller angelegt haben. Rund 16.000 Kleinanleger müssen um ihr Erspartes fürchten -- fast ebenso viele Aktionäre dürften ihr Geld nie wieder bekommen.
    Die Kleinsparer stellen die Mehrheit unter den Anlegern, von denen die Ökoenergiefirma Solar Millennium Geld eingesammelt hat -- und jetzt müssen sie um ihre Ersparnisse bangen. 16.000 Privatanleger sind von der Unternehmenspleite betroffen, wie der Insolvenzverwalter Volker Böhm nach einem Blick in die Bücher des Konzerns herausgefunden hat.
    Die Gläubiger, die der Erlanger Firma Geld für den Traum von der sauberen Energie geliehen hatten, teilen sich nun Forderungen in Höhe von fast 227 Millionen Euro -- mit dem Geld hat Solar Millennium seine Kraftwerksprojekte finanziert. Nach Schätzungen der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger haben die Kleinanleger durchschnittlich 12.000 Euro angelegt -- vor allem in Teilschuldverschreibungen des Unternehmens.

  139. Hier mal aktuell was zur Energieversorgung in welt-online (hatte ich gerade auf EIKE gelesen)
    http://www.welt.de/print/die_welt/wirtschaft/article13799106/Glueckssache-Versorgung.html

  140. Und hier noch einen hinterher.
    http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article13798376/Oesterreich-rettet-die-deutsche-Stromversorgung.html

  141. Na also! Endlich schreibt mal jemand über mich! :-))

    …..Es gibt eine schöne Geschichte in den Abenteuern von Tim und Struppi des belgischen Zeichners Hergé. Beide sind zusammen mit Kapitän Haddock Gefangene auf einem Schiff, das explosives Material geladen hat. Auf hoher See bricht ein Feuer aus……

    novo-argumente.com (Horeis):

    Was Sie schon immer über Energie wissen wollten, aber nie zu denken wagten (Teil 3)

  142. achgut.com (Keil):

    Die Energiewende ist bereits gescheitert -- Teil 2

  143. @Kipp 85 danke für den Link, aber ich habe mich unverständlich ausgedrückt.

    Mich interessieren nicht Rohdaten täglich, sondern fürs ganze Jahr. Also muß ich bei der EEX dafür entweder 365 Chaptchas ausfüllen oder ein Vermögen für den Zugang zu deren ftp-servers zahlen.

    gibt es eine andere möglickeit, die ich noch nicht gefunden habe?

    was ich bei der eex auch noch nicht gesehen habe, ist der zugriff auf die historischen daten zu den tagesaktuellen inhalten der tatsächlicen produktion. (ausser wohl ueber suendhaft unverschämte abzockerei)

    also falls ich was übersehen habe, oder es eine andere datenquelle gibt: her damit

    mfg

  144. @struppiger Tim.
    Hmm, warum kommen Teil 2 und 3 eigentlich nicht bei uns?

    Dafür gibt der bundesrepublikanische Alltag wieder allerlei Kurioses zu Besten, auf das die EE-Lobby noch mehr abfetten können.
    Anbieter von neuer Förderung begeistert

    Die zum Jahresanfang eingeführte Vermarktungsprämie für regenerative Energie wird von der Ökostrombranche begeistert angenommen.

    …Mit Start des neuen Fördersystems fallen damit -- für Januar -- etwa 40 Prozent des Windstroms aus der direkten Förderung des Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) heraus. Die Erzeuger verzichten auf die nach dem EEG garantierte Einspeisegebühr in der Hoffnung, ihren Strom am Markt teurer absetzen zu können. Doch das ist ein Markt “mit Netz und doppeltem Boden”, wie der Präsident des Verbands der Industriellen Energienachfrager (VIK) Volker Schwich sagt. Denn falls sich im Nachhinein herausstellt, dass die Markterlöse unter denen der EEG-Förderung lagen, wird die Differenz zu Lasten der Stromkunden ausgeglichen. Abgerechnet wird immer erst im Folgemonat. Die Betreiber tragen damit kein Risiko -- doch erwirtschaften sie einen Überschuss, dürfen sie ihn behalten.

    Na da haben se sich ja was feines ausgedacht, risikolos noch mehr Gewinne mit ihrem Zufallsstrom abfetten, löhnen darf es am Ende eh wieder der kleine Stromkunde, welch eine Frechheit das auch noch als Erfolg zu verkaufen.
    Naja, der Deutsche mag gern nachhaltig aufs Kreuz gelegt werden, damit er sich wohlig fühlen kann dem Weltklima genützt zu haben.
    Mir liegen da allerlei “Fäkalworte” auf den Lippen (ihhhh) die ich aber aus Eigenzensurgründen diesbezüglich lieber im Kopf behalte, als hier im Blog für allgemeines Unverständnis zu sorgen.

    Onkel Heinz……wo is mein Kübel?

  145. Ach übrigens, Smart-Meter

    Kanadier protestieren gegen Spion im eigenen Haus

    Die Aktion betrachten viele Kanadier als erheblichen Eingriff in ihre Privatsphäre. “Wir nähern uns immer mehr der Globalisierung an – irgendwann werden wir womöglich von Brüssel aus regiert. Diese Dinger funktionieren wie Big Brother”,…..

    ….Smartmeter-Gegner fürchten neben der Überwachung ihrer Privatsphäre aber auch einen enormen Anstieg der Strompreise. Als die Smart-Meter-Technologie 2007 in der ostkanadischen Provinz Ontario eingeführt wurde, schnellten die Stromkosten wegen der Time-of-Use-Technik – also der detailgenauen Stromablesung – um 55 Prozent in die Höhe. Das könnte auch British Columbia drohen, fürchten die Bewohner, deren Stromrechnung bislang nach dem Jahresverbrauch erhoben wurde. …

    …Dabei würden staatliche Versorger wie BC Hydro mit der kostspieligen Einführung der Smart Meter in die Schulden gezwungen und dadurch leichter Opfer einer feindlichen Übernahme…….

    ….Die in Kanada und den USA eingesetzten Geräte würden 100.000 Mal stärkere Signale aussenden als europäische Smart Meter, so die Kritiker. Abgelesen werde bis zu 13.000 Mal täglich in Minuten-Intervallen. ….

    Bezeichend der Spruch…….womöglich werden wir bald von Brüssel regiert.……..der mir nicht mehr aus den Kopf gehen will, schätzt da jemand die Lage realistischer an als wir denken?
    Tja, und die Verbilligung des Stroms trat definitiv nicht ein, im Gegenteil, die smarten Preise stiegen um 55%, was den deutschen Beführwortern so garnet schmecken dürfte, hat man doch endlich mal ein paar reale Zahlen als Argumentationshilfe zur Hand.

    Orwell lässt grüßen und eines Tages haben wir dann aus Effizensgründen den Chip im Körper, irgendeine “gute” Begründung wird uns unsere “Ökologische Einheitspartei Deutschland” schon schmackhaft machen.
    Onkel Heinz….die Woche fängt ja schon gut an.

  146. Es fällt mir nicht viel ein, was den bisherigen Kommentaren hinzuzufügen wäre, nur: auch von mir vielen Dank für den tollen, umfassenden Artikel! Ich habe das pdf bereits an einige Grünlinge meines Bekanntenkreises verschickt.

  147. heinz #145

    ein wie ich finde wichtiges zitat hast ausgelassen!

    Aus Sicht der Bürgerbewegung Stopsmartmeters würde dieses Geld nur eingespart, weil die digitalen Geräte die Angestellten, die bislang zum Stromablesen übers weite Land geschickt wurden, nun arbeitslos machten. Die Gegner wollen nun lieber ein paar Dollar höhere Gebühren zahlen, aber dafür die Arbeitsplätze und ihre analogen Geräte behalten.

    das argument ist so treffend und einfach, ich bin bis heute nicht darauf gekommen.

    genau so kann und muss man argumentieren um den gegenüber zum nachdenken zu bringen.

    oder sowas. frei nach meinem lieblingsmotto ‘lernen durch schmerz':

    Smartmeter-Gegner fürchten neben der Überwachung ihrer Privatsphäre aber auch einen enormen Anstieg der Strompreise. Als die Smart-Meter-Technologie 2007 in der ostkanadischen Provinz Ontario eingeführt wurde, schnellten die Stromkosten wegen der Time-of-Use-Technik – also der detailgenauen Stromablesung – um 55 Prozent in die Höhe. Das könnte auch British Columbia drohen, fürchten die Bewohner, deren Stromrechnung bislang nach dem Jahresverbrauch erhoben wurde.

    quelle:

  148. @Micha
    Natürlich hast Du vollkommen recht, aber ick kann ja nich den ganzen Artikel zitieren, ansonsten gibbed wegen den Rechten Probleme.
    Lach….aber wozu gibt es aufmerksame Mitstreiter^^

    MfG

  149. lieber heinz, ich hab ein kleines schamkerl für dich, und für den rest natürlich auch :)

    *wiwo 01/02.2012; seite 30; Forum: Mythos: Kosten der Energiewende; Eine Replik auf den Beitrag von M.Zeil (FDP) von H. J. Fell (B90/Grüne)

    Entweder hält H.J. Fell alle für blöd oder wir (als land) sind es wirklich!

    ansonsten gibt es nun auch einen offiziellen hilferuf von meinem Lieblingsbahnbetreiber:

    …warnt die Konzerntochter DB Energie davor, das 40 Jahre alte E.ON-Kraftwerk in Datteln wie geplant im Januar 2013 abzuschalten. Derzeit liefert es rund drei viertel des Stroms, den die Bahn im Ruhrgebiet braucht. Da sich der Bau eines Steinkohlekraftwerks in Datteln verzögere, könne ‘in den verbrauchsstarken Wintermonaten bis einschließlich März der Zugverkehr je nach Witterung und Wochentag nur mit Einschränkungen von bis zu 30 Prozent aufrecht erhalten werden’ warnt der DB-Energie-Geschäftsführer Hans-Jürgen Witschke.

    sowie folgendes Zitat aus dem selben Artikel:

    …Sollte Datteln abgeschaltet werden, könne das ebenfalls in die Jahre gekommene Lünener Kraftwerk den Bedarf nicht mehr allein decken, schreibt Witschke. Falle auch dieses aus, führe das ‘mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zu einem kompletten Netzzusammenbruch der Bahnstromversorgung im gesamten Westen Deutschlands”

    Quelle beidiger Zitate: WiWo9.1.2012 01/02.2012; Seite 9

    Und das beste ist, die deutsche bahn hatte vor nicht all zu langer zeit mit dem tollen ökostrom geworben, den sie bei der RWE(?) eingekauft hat.

    PS
    hab die beiträge leider ni online gefunden.

  150. muuuhhhhhh

    @admin

    mal bitte in meinem beitrag #149 ‘schamkerl’ durch ‘schmankerl’ ersetzen, sonst is das bisl arg verwirrend :D

    thx

  151. @Micha

    Hihi, Dein verschämter Artikel is doch gut, also nix wo ein Kerl sich schämen muss, also Du.
    Dat Fellbüschel is ja auch extrem aktiv bei Eurosolar, der muss ja so quatschen……und Grüne halten grundsätzlich den Rest der Deutschen für dusselig, die gehe da ganz von sich aus.
    Waldorfkindergarten mit anschließender ganzheitlicher Steiner-Schulbildung…………Kuhhörner Nächtens uff´n Agger vergraben……….wat verlangste da noch?

    Na und die Bahn…..Pleitenverein mit grünen Anstrich, demnächst werden se wieder die Dampfloks ausgraben um wenigsten noch ein paar Leutchens transportieren zu können, ups die fahren ja mit Kohle…….

    Ganz nach Wischmaier…….Land der Bekloppten und Bescheuerten
    Mir wird auch Angst und Bange

  152. #151

    ha, erwischt… :P

    ich war sogar kurz davor nen leserbrief auf den beitrag von h.j. fell zu scheiben, aber das wäre dann so viel das es ni in nen leserbrief passt.
    nur leider fehlt mir die zeit (…und mein alter favoritenordner zwecks zahlen um die ohren hauen, scheiss alter laptop :D ).

  153. Energiewende, dezentral, erneuerbar…….Bürgerwindparks, Bürgersolarparks……..und Blah, blah, blök.

    Oettinger rät E.on und RWE zur Fusion

    Günther Oettinger hat gute Ratschläge für E.on und RWE: “Bei allem Respekt”, sagt der EU-Energieminister. Deutschlands Energieriesen seien im Weltmaßstab “nur Regionalliga”. Um künftig mit Giganten wie Exxon oder Gazprom zu konkurrieren, sollten sie eine Fusion erwägen.

    Liberalisierte Strommärkte machen sowas schon mal, Konzentrationsprozess vom Feinsten und der deutsche Kleinkram versinkt in der Gülle der Biogasanlagen.
    Dat ist Realität und nicht wat grüne Konzernbasher gerne haben möchten.
    Tja, olle Öttinger mal wieder unverblümt bis es schmerzt, ob dat Mutti auch so gut gefällt?

    Leute, macht die Oogen uff, ihr seid nur Kanonenfutter für die EE-Industrie, während andere die fette Knete machen.
    Ups, ick muss wech.

  154. Wie nachhaltig sind denn die EE, so wie sie sich derzeit konkret abzeichnen, wirklich? Das Standardargument, daß etwa in ein paar tausend Jahren die Sonne immer noch scheint und der Wind immer noch bläst, wenn das natürliche Uran möglicherweise schon aufgebraucht wäre, vergreift sich in der zeitlichen Größenordnung und macht den Fehler des anekdotischen Thales, der in die Sterne sah und dabei in ein Loch vor seinen Füßen fiel.

    Das Verständnis der Nachhaltigkeit kommt übrigens nicht aus der Ökologiebewegung. Es kommt aus der Wirtschaftsgeschichte – genauer gesagt aus der Forstwirtschaft, bei der es heißt: Nur so viele Bäume fällen, wie man vorher gepflanzt hat. Das bedeutet, dass erfolgreiches Wirtschaften die natürlichen Ressourcen im Blick hat.

    Das Gegenteil von nachhaltiger Wirtschaft ist also Raubbau, die rasche Ausnutzung und Gewinnabschöpfung der vorhandenen Substanz. Diese Substanz sind aber nicht nur natürliche Ressourcen, sondern auch die technische Infrastruktur, der Bildungsstand, die erwirtschafteten Vermögen etc.

    Derzeit werden die EE als Raubbau betrieben: Raubbau an der Kulturlandschaft, Raubbau an der Elektrizitätsinfrastruktur (Netze dauernd im Risiko- und Verschleißbetrieb, Mißbrauch anderer Kraftwerke als Regelsklaven mit niedrigerem Wirkungsgrad und höherem Verschleiß), Raubbau an den gewachsenen Industriestandorten (Abwanderung wegen Kosten und Unsicherheit der Energieversorgung), Raubbau am Volksvermögen (Verzicht auf Wachstum heißt Umverteilung und Verbrauch der vorhandenen Werte).

    Ginge es überhaupt anders? Da stellen sich grundsätzliche Fragen, etwa: Ist eine auf Mangelverwaltung beruhende, gewollt wachstumsfreie Wirtschaft mit angebotsgesteuerter (vulgo instabiler) Energieversorgung in der Lage, energieeffiziente Technologie wie beispielsweise Hochleistungs-LED als Leuchtmittel selbständig zu entwickeln und zu produzieren? Klingt vielleicht albern, aber wenn man ein modernes Aluminiumwerk nach ein paar Tagen Stromausfall praktisch wegschmeißen kann, sollte jeder wirklich an Nachhaltigkeit Interessierte wohl einmal darüber nachdenken.

  155. achgut.com (Miersch):

    Die Energiewende ist bereits gescheitert -- Teil 3

    Von Günter Keil

  156. Mal was zur Energiewende, neuen Kohlekraftwerken und der CO2-Bilanz:

  157. #154. Fluminist

    Ginge es überhaupt anders? Da stellen sich grundsätzliche Fragen, etwa: Ist eine auf Mangelverwaltung beruhende, gewollt wachstumsfreie Wirtschaft mit angebotsgesteuerter (vulgo instabiler) Energieversorgung in der Lage, energieeffiziente Technologie wie beispielsweise Hochleistungs-LED als Leuchtmittel selbständig zu entwickeln und zu produzieren? Klingt vielleicht albern, aber wenn man ein modernes Aluminiumwerk nach ein paar Tagen Stromausfall praktisch wegschmeißen kann, sollte jeder wirklich an Nachhaltigkeit Interessierte wohl einmal darüber nachdenken.

    Hallo Flumi,

    das hieße ja, die eigene Ideologie in Frage zu stellen. Und das wird nicht passieren. Da wird vielleicht ein bißchen Kosmetik hier, ein bißchen Änderung da betrieben, aber grundsätzlich wird sich da nichts ändern. Auch da wiederholt sich Geschichte. Wie war das noch mit dem Endsieg und der Mauer, die noch in 40 Jahren steht?

    gruß
    karl.s

  158. Hmm, wie alt ist denn die Sendung, wenn die Kempfert davon spricht das die KKW ja nun länger laufen?

    “Es macht kein Sinn neue Kohlekraftwerke zu bauen, gerade vor dem Hintergrund das wir jetzt die Kernkraftwerke länger laufen lassen…….”
    Ist diese Sendung eventuell vor Fukushima aufgezeichnet worden?

    Ups, ich habs gefunden……26.01.10 war die Sendung, wer matscht denn solch alten Müll wieder ins Netz?

    Komische Sache das, vor allem weil diese Sendung noch vor dem Atomausstieg gebastelt wurde.

  159. Struppi

    Ähähm…….Dat ist nur die in Scheibchen geschnittene Version unseres Artikels hier für die “Achse”…………um den Artikel etwas dem Format anzupassen, oder manchen Leser nicht zu überlasten.
    Onkel Heinz…….der Meckerkopp

  160. #157 Karl Seegert
    Ja, Endsieg und Mauer sind auch Beispiele für ideologischen Raubbau, der sich als großen Fortschritt für die Menschheit, das Glück künftiger Generationen verkaufen wollte, de facto von der im verhaßten Vorläufersystem aufgebauten Substanz lebte und dann seine unausweichliche Pleite erlebte -- was natürlich nicht heißt, daß es nicht hinterher immer noch Schlaumeier gäbe, die die Ideologie für prinzipiell richtig hielten und sich allerlei Gründe ausdenken, warum sie ihrer einzigartigen und alternativlosen Qualität zum Trotz irgendwie nicht funktioniert hat…

    Ich wollte nur darauf hinweisen, daß die NIE nicht nur technisch nicht gescheit funktionieren, sondern nicht einmal so nachhaltig sind wie immer behauptet wird -- und das wäre ja ihre einzige Existenzberechtigung. Daß dieselben Leute von “erneuerbar” und von “nachhaltig” daherfaseln, erweckt leicht einen gegenteiligen, aber falschen Eindruck. Das müßte all den aus der öffentlichen Hand geförderten Instituten und Gesellschaften zur Nachhaltigkeitsforschung irgendwann einmal auffallen, wenn sie denn wirklich ihre Hausaufgaben machen und nicht nur Sprechblasensondermüllrecycling betreiben würden!

    (Fromme Wünsche wird ja wohl noch haben dürfen!)

  161. Insbesonders möchhte ich auch auf die Verlagerung des Raubbaus hinweisen:

    -- Rodung von Tropenwäldern
    -- Griff nach norwegischer Wasserkraft
    -- Import von ‘Biomasse’, Produktion auf Kosten der Lebensmittelversorgung
    -- Belastung ausländischer Elektrizitätsinfrastruktur.
    -- Massiver Rohstoffabbau für die Fertigung von PV-Modulen, Windradgeneratoren, Stromleitungen.

    Die methode ‘Aus den Augen, aus dem Sinn’ ist geradezu charakteristisch für den Ökologismus, er ist nicht nur kurzsicht in zeitlicher, sondern auch räumlicher Hinsicht: Was nicht direkt wahrgenommen wird, existiert nicht, was jenseits der Grenzen geschieht, wird nicht bilanziert.

  162. #160. Fluminist

    Das müßte all den aus der öffentlichen Hand geförderten Instituten und Gesellschaften zur Nachhaltigkeitsforschung irgendwann einmal auffallen, wenn sie denn wirklich ihre Hausaufgaben machen und nicht nur Sprechblasensondermüllrecycling betreiben würden!

    Ich tippe mal, die werden ihre Hausaufgaben nicht machen ;-) Wer sägt denn schon an dem Ast, auf dem er sitzt. Und mit Sprechblasensondermüllrecycling läßt es sich ja scheinbar ganz gut leben, bislang jedenfalls.

    gruß
    karl.s

  163. Klimarettungs-Kollateralschäden (ZEIT):


    Blutiger Ökostrom

    Mit Ministersegen schreddert ein Kraftwerk geschützte Fische.

    (…)Bei hohem Elektrizitätsbedarf schießt das Speicherwasser zurück in den Fluss und erzeugt neuen Strom. Einst bunkerte das über 50 Jahre alte Pumpspeicherwerk Atomstrom. Das war unerwünscht und wurde lange politisch blockiert. Nun laufen die Turbinen wieder und produzieren »Ökostrom«. Doch der ist blutrot.

    Denn das alte Werk saugt zwar mit Urgewalt bis zur Hälfte des Elbwassers an, verfügt aber über keine geeigneten Rechen oder Siebe zum Schutz der Fische. Sie werden in den Turbinen gehäckselt oder durch den hohen Druck getötet(…)

  164. Tja, wie olle Onkel Heinz schon damals sagte, die deutsche “Energiewende” geht auf Kosten unserer europäischen Nachbarn, die jetzt anfangen uns langsam den Stinkefinger zu zeigen.

    Polen hat genug vom deutschen Strom

    Hierzulande boomen Photovoltaik und Windkraft dermaßen, dass die innerdeutschen Netze völlig überlastet sind. Weil zu viel Überkapazitäten durch Polen umgeleitet werden müssen, gibt es nun diplomatischen Ärger. ….
    …..Die europäischen Nachbarn seien verärgert über die schwankende Ökostromeinspeisung aus Deutschland in ihre Netze, da dies die Stabilität ihrer Versorgung gefährde. Die Energiewende laufe in einigen Bereichen zu schnell….

    Inzwischen weiß das inzwischen schon der letzte Dorfpolitiker aber es tut sich trotzdem nix in der deutschen Energiepolitik. Die Geister die man rief wird man nun nicht mehr los, der Gesetzgeber steht vor einen Scherbenhaufen und weiß nicht mehr, wie er aus der selbstgenbauten Mausefalle wieder herauskommen soll.

    Selbst Greenpeace unkt schon……

    Ohne den raschen Neubau von Stromtrassen dürfte daher der Druck derer zunehmen, die die ganze Energiewende für Harakiri halten….

    Und wieder ein nationalistischer Alleingang Deutschlands, nur das der diesmal “grün” getarnt ist…….kennt man ja aus der deutschen Geschichte ja schon mehrfach, erfreut unsere Nachbarn auch jedes mal von Neuen.

    H.E.

  165. SPON: Unions-Fraktionsvize attackiert Röttgen

    Der stellvertretende Chef der Unions-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs (CDU), macht Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) für die steigenden Strompreise aufgrund der ausufernden Solarförderung verantwortlich. “Ich verstehe nicht, warum bis jetzt nichts getan wurde, um zu verhindern, dass der Strompreis durch die erneuerbaren Energien für Bürger und Unternehmen kräftig steigt. Norbert Röttgen hätte längst gegensteuern müssen”, sagte Fuchs dem SPIEGEL.

    “Es kann nicht sein, dass über 50 Prozent der Fördermittel in die Solarenergie gehen, die rund drei Prozent zur Stromherstellung beiträgt. Herr Röttgen muss diesen Irrsinn beenden.” Zusagen, der Ökostromaufschlag bei der Stromrechnung lasse sich auf 3,5 Cent pro -- Kilowattstunde begrenzen, halte er für “utopisch”, so Fuchs. “Ich befürchte einen weiteren Anstieg. Röttgen muss jetzt schnell Maßnahmen ergreifen, um explodierende Strompreise zu verhindern.”

  166. #165. Tim Hardenberg

    auch noch aus dem SPON Link:

    Fuchs fordert, den Ausbau von Solarstrom auf “500 bis maximal 1000 Megawatt im Jahr” zu begrenzen. “Sonst wird der Strom unbezahlbar. Wir erleben gerade eine Umverteilung von unten nach oben: Hartz-IV-Empfänger oder Mieter zahlen die Solaranlagen von wohlhabenden Hausbesitzern und all denen, die ein Dach haben, auf das sie eine Photovoltaik-Anlage setzen können”, so der CDU-Politiker.

    Hallo Tim,

    schön, dass man das in der CDU mit der Umverteilung auch schon mal mitbekommt. Aber besser spät als nie! Begrenzung des Solarstromausbaus ist natürlich quatsch, komplette Einstellung jeglicher Fördermaßnahmen und Zwangssubventionen kann nur das Gebot der Stunde sein. Aber immerhin scheint es immer mehr Leuten zu dämmern, dass das mit dem EEG nicht unbedingt so das “Grüne” ist.

    gruß
    karl.s

  167. @karlchen

    Aber immerhin scheint es immer mehr Leuten zu dämmern….

    …angesichts der kollektiven Energiewende-Besoffenheit unserer Großen Kulturrevolutionäre und des tagtäglichen martialischen Gedröhnes ihrer medialen Erfüllungsgehilfen bin ich leider nicht so optimistisch, dass es den Leuten wirklich „dämmern” wird, solange wir hier keine kubanischen Zustände haben…

  168. Ach, es gibt schon deutliche Zeichen der Wende.
    Im Lokalblättchen stand vor kurzem ein alner Artikel über den doch ausnehmend milden Winter.
    KEIN WORT von ‘Klimaerwärmung dabei!
    Zwei Fachleute, Meteorologen, einer im Staatsdienst, einer privat, wiegelten unisono ab: “Nicht sbesonderes, alles im Rahmen des langjährigen Durchschnitts!”.
    So sieht das Ende aus. Es kommt nicht mit grossem Knall, sondern das inzwischen peinliche Thema wird einfach nicht mehr erwähnt, siehe Waldsterben, siehe Ozonloch usw.

    Das Fundament bricht weg! Dann folgt der Bau selbst auch bald. Due Palastrevolution von Herrn Fuchs ist die erste Ankündigung.
    Dass aber ausgerechnet ein CDU-Abgeordneter die ‘Umverteilung von unten nach oben’ anprangert, während die SPD und die Linke sie freudig und geschlossen abnickt, zeigt den desolaten und derzeit hoffnungslosen Zustand dieser Arbeiterpartei-Mumien.

  169. @Tim Hardenberg #167
    Man aber doch öfter Stimmen, die bist jetzt recht ruhig waren. So wird Hans-Peter Keitel vom BDI heute in einer dapd-Meldung bezogen auf die Solarförderung folgendermassen zitiert:

    “Es macht wenig Sinn, ein Kleinkind bis zur Schulreife im Brutkasten zu belassen”, erklärte er. Die Förderung alternativer Energiequellen für die Energiewende nach der Abkehr von der Atomkraft sollte “technologieneutral” sein.

  170. @tritium #168
    “Arbeiterpartei-Mumien” ist richtig gut .Die Smarties ala Wullf haben da längst das Ruder übernommen. Langfristig geht da aber ohne Unterstützung der Basis nichts. Zumindest bei der SPD wird man das in der Führung wohl sehr schnell merken, dass die Schmerzgrenze der persönlichen Belastung bei vielen Anhängern wohl längst erreicht ist. Da sind natürlich noch die vielen, die sich im Bereich Anti-AKW und unser Dorf wird Energie-Autark engagiert haben. Die werden ihre virtuellen Erfolgserlebnisse nicht so schnell vergessen. Den Schaden an der Geldbörse nimmt ihnen ja auch die Allgemeinheit zwangsweise ab. Betrifft das aber nur die Anhänger ihrer Mumien ?

  171. @ Gerhard Straten:
    Tja, die SPD steht jetzt an einem Scheideweg. Sie muss herausfinden, ob es besser ist, sich wieder auf ihre traditionellen Wähler zu besinnen oder ob dort weiter orientierungslose irgendeine ‘Mitte’ gesucht wird, indem man angeblichen Trends nachläuft, statt selbst welche zu setzen.
    Versucht sie sich weiter als Lehrerpartei und Grünimitat, geht’s bergab, denn dann füllen andere das Vakuum.

  172. @Tritium #168

    Ach, es gibt schon deutliche Zeichen der Wende.
    Im Lokalblättchen stand vor kurzem ein alner Artikel über den doch ausnehmend milden Winter. KEIN WORT von ‘Klimaerwärmung dabei!

    …stimmt, es werden – zwar noch sehr verhalten – völlig neue Töne in einigen Medien angeschlagen (nicht nur in den lokalen Käseblättchen):

    Als Erklärung für den vergleichsweise milden Winter wird bei SPON sogar auf El Niño verwiesen.

    Für den aktuellen Winter scheinen die Forscher recht zu behalten: “Nach einer massiven Abkühlung sieht es derzeit nicht aus”, sagt Frank Böttcher vom Institut für Wetter- und Klimakommunikation. Nach ein paar Kältetagen dürften bald wieder milde Westwinde die Oberhand gewinnen -- schließlich hat die pazifische Wetterküche den europäischen Winter dieses Jahr auf “mild” programmiert.

    ….tatsächlich einmal eine nüchterne Betrachtungsweise, die ganz ohne Klimakatastrophenhysterie und böses CO2 auskommt.

    Doch nun zeigt die Studie von Hans Graf und Davide Zanchettin: Nach einem El Niño über dem Zentralpazifik gibt es Frostwinter in Europa -- die Temperaturen liegen dann durchschnittlich um drei bis vier Grad niedriger als in anderen Wintern. Die Winter nach El Niños sind damit die kältesten in Deutschland. Entsprechend warm falle der Winter 2011/2012 aus, dem kein El Niño vorherging: “Bereits im Herbst habe ich anhand unserer Daten einen milden Winter vorhergesagt”, berichtet Graf.

    ….da schau her, es scheint tatsächlich langsam in einigen Köpfen zu dämmern, auf welche Weise ein hochkomplexes, nichtlinear-gekoppeltes System wie das globale Wettergeschehen funktioniert.

  173. Jaja….und die Energiewende scheitert von Tag zu Tag immer mehr…..

    Süddeutschland findet keine Gasinvestoren

    Bayern und Baden-Württemberg finden keine Geldgeber für neue Gaskraftwerke. “In Süddeutschland brauchen wir dringend zuverlässigen Ersatz für die Kernkraftwerke”, sagte der bayerische Wirtschaftsminister Martin Zeil (FDP) der “Financial Times Deutschland” (FTD). “Doch das Problem in den Gesprächen mit den Investoren ist immer wieder die mangelnde Rentabilität.” ……….

    Ach ja, dat konnte ja niemand vorraussehen von den ganzen Ökoinstituten die uns mit Machbarkeitsstudien überschwemmt haben, während die EE-Fuzzis für 20 Jahre eine garantierte Rendite bekommen, sollen die anderen den ganzen Mist ausbaden (Netzbetreiber, Kraftwerksbesitzer) und haben nun anscheinend keinen Bock mehr dazu.

    Aber ach…….selbst den tollen EE geht es finanziell gerade an den Kragen…..

    Offshore-Windpark-Risiken nicht kalkulierbar

    Offshore-Windparks sind in der Bauphase sehr kostenintensiv und bergen unvorhersehbare Risiken. Das musste auch die HypoVereinsbank erkennen und hat ihre Risikovorsorge für den Nordsee-Windpark “Bard 1″ der Bard-Gruppe auf 710 Millionen Euro aufgestockt…….

    Lol…..ein 400 MW- Windpark kostet demnach 2,9 Mrd. Euro………na dann viel Spass beim Ausbau der Off-Shore Windkraft, die nötigen Leitungen mal nicht einberechnet.

    Die Maske fällt, die Blase platzt und nun kann selbst der blödeste Beführworter den Irrsinn der EEG erkennen, wenn er mal seine ideologische Scheuklappen abnehmen würde.

    Es geht steil Bergab mit Deutschland.
    H.E.

  174. @Onkel Heinz

    Lol…..ein 400 MW- Windpark kostet demnach 2,9 Mrd. Euro………na dann viel Spass beim Ausbau der Off-Shore Windkraft, die nötigen Leitungen mal nicht einberechnet.

    ….im Bereich On-Shore ist es wohl auch nur eine Frage der Zeit, bis die Windmühlenbesitzer aus ihrem Renditerausch aufwachen.

    Weltmarktführer kämpft mit Fundamentschäden (vdi-nachrichten, 2009)

    So mancher Betreiber von Windkraftanlagen fragt sich inzwischen, ob die Fundamente, auf denen die teuren Anlagen 20 Jahre stehen sollen, auch so lange halten werden. Jetzt könnte eine Schadenswelle auf die Branche zurollen.

    Aufgrund der Höhe der Windturbinen, ihrer Kopflastigkeit und dem damit verbundenen Hebel sind die Fundamente hohen mechanischen Belastungen ausgesetzt. Diese werden über einen Flanschanschluss vom Turm in eine Stahlkonstruktion abgeleitet. Gelingt das nicht, sind Risse in Fundamenten, Betonabplatzungen und wackelnde Turbinen die Folge.

  175. #174

    wackelnde Turbinen

    Hauptsache, der Wind schickt keine Rechnung … dafür leistet er auch keinen Schadensersatz, wenn er den Mast umwirft …
    Sollten die Bedenken hinsichtlich der Fundamente stichhaltig sein, so zeigt das nur einmal mehr, mit welcher Blauäugigkeit solche Anlagen hingestellt werden … man schwafelt von Öko-Hightech, verläßt sich aber auf Lowtechlösungen (Betonklotz in den Acker, Mast hinten und vorne angeschraubt, wird schon halten). Wenn der Mast umfällt oder Turbinenflügel oder brennende Generatorteile davonfliegen, dann ist es Pech und höhere Gewalt …
    Man vergleiche damit einmal, mit welcher Sorgfalt alles in einem Kernkraftwerk auf mehrfache Nennbelastung ausgelegt und auf Störfälle aller Art vorbereitet und abgesichert ist!

  176. @Flumi

    Wenn der Mast umfällt oder Turbinenflügel oder brennende Generatorteile davonfliegen, dann ist es Pech und höhere Gewalt …

    …wobei Windmühlenhersteller bei Fundamentschäden, die letztendlich zum Totalausfall der kompletten Anlage führen können, m.W. keine Haftung übernehmen, da die Fundamente von den Betreibern selbst erstellt werden müssen. Deshalb werden Investoren wohl so wenig über derartige Risiken aufgeklärt….. könnte sich schließlich negativ auf den Umsatz auswirken.

  177. Windanlagen rechnen sich nun einmal für den Betreiber zuletzt.

    Der Hersteller baut billig, billig, die Konkurrentz muss unterboten werden. Von High-Tech ist da sowieso keine Spur: Beim Fugzeugbau werden wesentlich höhere Anforderungen gestellt, man denke nur an Hubschrauber-Rotoren, die Rnormen Fliehkräften und Lastwechsenln ausgesetzt sind und zudem eine wesentlich komplexere Steuerung haben. Dagegen sind Windräder primitive Spielzeuge. Dazu kommt die Mentalität, am ‘Fleisch’ zu sparen und nur nach Lehrbuch zu dimensionieren. Völlig korrekt, doch mehr als eine krumme Brücke im Land zeigt, dass es in der Praxis eben doch nicht ganz so zugeht wie im Lehrbuch und der ISO-Norm.

    Die richtigen Verdiener sind aber die Kreditbanken und Versicherungen, die vorrangig an die Einnahmen kommen. Für die reichen die Einnahmen allemal. Für die Anleger oft nicht mehr. Wird dann aber an der teuren Bruchversicherung gespart, weil die erträumte Rendite sich nicht einstellt und die Anleger murren, dann ist der Totalverlust ein sehr reales Szenario.

  178. In Hamburg Ochsenwerder gab es z.B. Fundamentschaden

    Windkraftanlagen, Ochsenwerder
    Risse im Fundament
    Auftraggeber:
    Windfang e.G. FrauenEnergie Gemeinschaft
    Die Windgeschwindigkeiten drohen die Windkraftanlage
    aus dem rissigen Fundament zu heben.

    Seite 17

    http://bontech-int.com/Prospekt/Prospekt%20komplett.pdf

  179. #173. Heinz Eng

    Das musste auch die HypoVereinsbank erkennen und hat ihre Risikovorsorge für den Nordsee-Windpark “Bard 1″ der Bard-Gruppe auf 710 Millionen Euro aufgestockt…….

    auf Deutsch heißt das, dass die HypoVereinsbank die bereits gebildete Einzelwertberichtigung aufgestockt hat. Eine Einzelwertberichtigung bilde ich ja nur dann, wenn ich damit rechnen muß, dass ich die Forderung nicht mehr in Gänze durch normale Tilgung und-/oder Sicherheitenverwertung einfahre. Das heißt aber auch, dass die HypoVereinsbank für derartige Finanzierungen kaum oder gar nicht mehr zur Verfügung stehen wird!

    karl.s

  180. #177. Tritium

    Die richtigen Verdiener sind aber die Kreditbanken und Versicherungen, die vorrangig an die Einnahmen kommen

    Hallo Tritium,

    das würde ich so nicht verallgemeinern wollen. Wie am Beispiel von Heinz in Bezug auf die HypoVereinsbank zu sehen, hat diese eine dreiviertel Milliarde EUR sprichwörtlich in den Wind geschrieben. Das ist auch für solch eine große Bank kein Pappenstiel. Die werden sich sehr wohl überlegen, da nochmals mit einer Finanzierung zur Verfügung zu stehen.

    gruß
    karl.s

  181. @Andreas Baumann #178

    Die Windgeschwindigkeiten drohen die Windkraftanlage aus dem rissigen Fundament zu heben.

    Sind die Risse im Beton im Bereich der Außenwandung des eingelassenen Stahlrings, auf den der Turm aufgeflanscht ist, erst einmal so groß, dass größere Mengen Regen- und Tauwasser eindringen, dann vergrößert sich das Problem zunehmend. Das anstehende Wasser bewirkt durch die Schwingungsbelastung während des Betriebes der Anlage einen Auf-und-Ab-Pumpeffekt, der den Zement im Bereich des Ringes mehr und mehr auswäscht, wobei dieser Prozess schließlich zu einem Komplettversagen des Fundamentes führen kann, wenn dieses Problem nicht rechtzeitig erkannt und mit einer (sicher ziemlich kostenaufwendigen) Fundamentsanierung behoben wird. Die Anlage wird dann tatsächlich so wackelig wie ein alter Backenzahn und muss verschrottet werden. Beim Repowering, also dem Rückbau der Anlage, treten dann die nächsten Probleme auf, z.B. beim Recycling der GFK-Rotorblätter. Eine m.E. recht brauchbere Analyse dieser Problematik findet man hier:

    Recycling von Rotorblättern aus Windenergieanlagen – Fakt oder Fiktion?

    Das Materialrecycling kann auf zwei prinzipiellen Wegen erfolgen: der Auflösung des Materialverbundes einerseits und der Beibehaltung des Verbundes andererseits. In beiden Fällen ist in der Regel eine weitergehende Zerkleinerung des Rotorblattmaterials unabdingbar. Nach heutigem Erfahrungsstand sind dabei drei Problemkreise zu berücksichtigen:

    1. es gibt kaum geeignete Werkzeuge für diese Dimensionen

    2. der Verschleiß an den Werkzeugen ist enorm

    3. die Staubentwicklung mit Freisetzung von Feinteilchen oder die Ausgasung von Restgehalten an Lösemitteln können zu Problemen bei der Arbeitssicherheit und dem Gesundheitsschutz führen…..

  182. Strompreise elektrisieren Betriebe

    Jeder fünfte Industriebetrieb hat wegen der unsicheren Energie- oder Rohstoffversorgung bereits Aktivitäten ins Ausland verlagert, oder er plant dies. Das ergab eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), an der sich 1520 Unternehmen beteiligten. Das hält DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann für alarmierend: Er befürchtet, dass Deutschland im Zuge der Energiewende an Attraktivität für ausländische Investoren verliert.

    Nicht die Eurokrise, sondern steigende Energiepreise nennen die Unternehmen als ihr größtes Problem: 86 Prozent befürchten, dass sie für ihr Geschäft an Bedeutung gewinnen. Mehr als der Hälfte machen mögliche Stromausfälle oder Spannungsschwankungen Sorgen……

  183. Aus der wundersam verquarksten Welt des Ranga Yogeshwar:

    achgut.com (Schulze): Yogeshwars Blackout

    …..Gegen Ende der Sendung lernen wir noch das Smart Meter kennen, mit dessen Hilfe der Stromkunde seine Kosten optimieren könne, indem er Strom dann verbraucht, wenn er verfügbar und damit billiger ist. ….. Waschen nachts um drei im Mietshaus? Den Sonntagsbraten sicherheitshalber nur noch an windigen Wochenenden auf den Speiseplan setzen? Licht einschalten nur, wenn im Sommer mittags um 12 die Sonne gerade auf Solaranlagen knallt? Viel Vergügen.

    Aber das ficht die Macher von Quarks nicht an: Vielmehr wird dem Zuschauer ausdrücklich mit auf den Weg gegeben, er habe nun einmal in der schönen neuen Energiewelt seine Nachfrage an das Angebot anzupassen. Nach dieser Logik müsste bei Klopapier-Mangel auch mal der Stuhlgang auf nächste Woche verschoben werden…..

  184. @ Tim Hardenberg #183

    Ich habe heute Morgen die Erlaubnis des Autors bekommen, den Artikel hier einzustellen. Dann können wir ihn hier auch im Detail diskutieren.

  185. @Rudolf Kipp

    super!

  186. noch’n lesenswerter Artikel:

    Schleichende Energiekrise

    …… Die “Energiewende” ist ein schönes Wort: Die Bezeichnung “Wende” suggeriert ein leichtes Umschalten wie von Zauberhand und einen schnellen Wandel. Doch zeigt die Technikgeschichte, dass das Energiesystem zu den langsamsten Strukturen der Entwicklung gehört. Eine “Wende der Energie” ist ein Widerspruch in sich -- eine ganz und gar ideologische Konstruktion, die keine Kilowattstunde produziert. In der Realität baut sich gegenwärtig eine weltweite Energielücke auf. Der Mangel frisst sich mehr oder weniger schnell in die verschiedenen Volkswirtschaften und in das Alltagsleben der Haushalte……

  187. @Tim #186
    Der Artikel enthält aber auch ideologisches Gewäsch:

    Der Atomausstieg ist moralisch sehr fragwürdig. Er ist es auch aus einem konkreten historischen Grund. Die Welt befindet sich demografisch in einer Übergangsphase. Es wird wohl noch ein Jahrhundert dauern, bis sich die damit verbundenen, sprunghaften Veränderungen stabilisiert haben. Für diese Zeitspanne brauchen wir Übergangslösungen und Provisorien.

    Fiktive Zukunftsvorstellungen werden zu Schein-Fakten erhoben. Wie sich die Welt in den nächsten hundert Jahren entwickelt ist nicht eimal grössenordnungsmäßig vorhersehbar. Man vergleiche die Zukunftsvorstellungen von 1911 mit der heutigen Realität. Was hat der sogenannte Atomausstieg mit Moral zu tun? Lol.

  188. Hihi, passend zu obigen Titelbild gibbed jetzt was Leckeres zum angucken.

    Rotorblatt eines 100 Meter hohen Windrades bricht ab

    Teile fliegen über 200 Meter weit Im unterfränkischen Landkreis Haßberge ist ein Windrad zerborsten und teils mehrere hundert Meter weit durch die Luft geflogen. Wie die Polizei am Montag mitteilte, wurde von den umherfliegenden Teilen niemand verletzt……

    Der Betreiber vermutete, dass heftiger Wind den Schaden verursacht haben muss. »Möglicherweise hat eine überraschend starke Windböe das Rotorblatt abgeknickt«, sagte der Geschäftsführer des Unternehmens.

    Heftiger Wind?
    Sind dat nicht WINDräder?
    Klimahyper sagen für die Zukunft verstärkte Extremwetterereignisse voraus……aber wir mach mit Wind unseren Zukunftsstrom, irgenwie Gaga, wenn ihr mich fragt.
    H.E.

  189. @Onkel Heinz

    Hihi, passend zu obigen Titelbild gibbed jetzt was Leckeres zum angucken.

    …..hier is noch ne Zugabe aus’m letzten Jahr.

  190. An der Solar-Front tut sich was….

    Rösler legt Plan zur Solarkürzung vor

    Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) will eine feste Obergrenze für den Bau neuer Solaranlagen und damit die Förderung zugunsten der Verbraucher deutlich einschränken. Der den Koalitionsfraktionen zugeleitete Vorschlag sieht vor, dass bis einschließlich 2020 in Deutschland Solaranlagen mit einer Leistung von rund 34.000 Megawatt installiert werden dürfen. Da es bereits jetzt 25.000 Megawatt (MW) gibt, blieben nur noch 9000 MW, also jährlich etwa 1000 MW. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr gingen 7500 MW neu ans Netz. Zudem soll es ständige Förderkürzungen geben, um den Ausbau zu regulieren. …….

    Halbherzige Notbremse aber unter heutigen politischen Bedingungen wohl das einzige was man sich erlauben darf.
    Tja, da dieser Gesetzentwurf nicht mit dem Umweltminiserium abgestimmt ist, dürfte olle Röttgen wieder mal aus den Socken hüpfen und Mordio schreien.

    So nebenbei versucht man den zukünftigen Strommangel schon mal finanziell lukrativ zu machen…..

    Bericht: Geldprämie für Stromabschaltung

    Große Energieverbraucher in der Industrie sollen künftig Geld bekommen, wenn ihnen im Notfall der Strom abgestellt werden kann. Das sieht eine vom Bundeswirtschaftsministerium erarbeitete «Abschaltverordnung» vor,…………

    Bis zu 60.000 Euro pro Jahr pro Abnehmer…………und wer wird das wieder bezahlen müssen?
    Sicherlich wird dat dann auch wieder umgelegt auf den kleinen Stromkunden um die Ecke, kennen wir ja schon.

    Tolle Energiewende die wir uns gerade einbrocken……….Deutschlands Rückentwicklung zum elektrotechnischen Entwicklungsland, naja irgendwie müssen wir ja unseren Exportüberschuss einstampfen…..würde so manchen Markteilnehmer bestimmt gut gefallen.

    Irrenhaus Deutschland

  191. Energiewende-Deutschland im Jahre 2030?

    Palm Springs, CA, 2009

    „This once was a pristine, natural, desert eco system.”

  192. #191. Tim Hardenberg

    und in 10.000 Jahren werden Archäologen bei Ausgrabungen einen seltsamen Wald entdecken…….Oh, sieht das “Scheixe” aus.

    karl.s

  193. #190. Heinz Eng

    Rösler legt Plan zur Solarkürzung vor

    und wird auch gleich von einer “kompetenten” Dame attackiert, siehe hier

    karl.s

  194. @Karl.S

    Rösler vertrete nach wie vor die Interessen der vier Stromriesen, sagte die rheinland-pfälzische Politikerin der «Frankfurter Rundschau»

    Und da isse wieder….die berühmte Lobby-Keule um sich das Denken zu ersparen……andersrum sollte man die Dame fragen welchen Wirtschaftsverband Sie denn vertritt oder ob Sie direkt aus China bezahlt wird.
    Erst puscht man künstlich per Zwangsgebühr einen Industriezweig, dann bejubelt man die überteuert subventionierten Arbeitsplätze, dann merkt man das diese Sache aus dem Ruder läuft……….aber jedes Gegensteuern ist sofort durch die pöse Atomarfossile Strommafia induziert, bähhhh.

    Ach übrigens………«Exitus der deutschen Solar-Industrie». ist doch eh schon im vollen Gange……..und Elektriker und Dachdecker wandelns sich halt von Solararbeitern wieder zurück in ihre alten Berufe, die Jubelzahlen waren eh nur reine Makulatur.
    Einzig die SeelenSolaranlagenverkäufer trifft es hart, die können aber ruck zuck zum Energieberater umschulen, da sind ja noch jede Menge Arbeit für die Bauindustrie drin, bei der energetischen Kondomisierung unserer Oma klein Häusschen.
    H.E.

  195. und wird auch gleich von einer “kompetenten” Dame attackiert

    Ich zitiere die Dame mal:
    Bei einer möglichen Obergrenze für neu ans Netz gehende Solaranlagen befürchtet sie den «Exitus der deutschen Solar-Industrie».

    Diese Dame betreibt einen so unverhohlenen Lobyismus, dass man nur staunen kann über diese Chuzpe.
    Man stelle sich einmal vor, der Wirtschaftsminister würde als Begründung für seine Kürzung der EEG-Subventionen sagen, er befürchte “den Exitus der vier deutschen EVU’s”!
    Das fogende Gekeife wäre ohrenbetäubend! Doch eine grüne Witschaftsministerin kann frech als Sprachrohr ihrer Lobbygruppe auftreten, obwohl sie damit nur zu deutlich zeigt, wer die Fäden bei ihr zieht.
    Unglaublich!

  196. @karlchen #193

    und wird auch gleich von einer “kompetenten” Dame attackiert,

    …..zumindest macht die „kompetente” Dame auf ihrer eigenen Website schon mal vollmundige Versprechen:

    Wenn Unternehmer fordern: „Der Wettbewerb ist hart genug, da brauchen wir Unterstützung von unserer Wirtschaftsministerin und keine dogmatische grüne Agenda“, dann will ich dem Wunsch gerne nachkommen. Ich sehe es als meine Aufgabe an, den Betrieben in Rheinland-Pfalz eine Hilfe zu sein.….

    ….Ich freue mich auf die Arbeit mit Ihnen im Jahr 2012 und ich stelle meine Kraft gerne auch im kommenden Jahr uneingeschränkt in den Dienst der Allgemeinheit, insbesondere für die Wirtschaft, insbesondere für Rheinland-Pfalz.

  197. #194, 195, 196

    Wie grün bin ich, fragt Eveline Lemke auf Ihrer Website

    Ich werde aber auch oft gefragt, wie GRÜN ich selbst wirklich bin. Die Menschen wollen ja authentische Politikerinnen. Deshalb verweise ich dann gerne auf das, was ich tue.

    So ist unser Kühlschrank zu Hause fast vollständig mit Bioprodukten und Produkten aus regionaler Herstellung gefüllt. Ich fahre privat einen umgerüsteten Pkw, den ich auch mit Biodiesel tanke, und besitze eine Bahn-Card, die ich auch benutze. Mein Dinestfahrzeug ist übergangsweise gemietet. Es ist ein Audi A6, der 137 Gramm Kohlendioxid pro 100 Kilometer ausstößt. Wir suchen aber noch nach einem Auto mit noch besseren ökologischen Grundeigenschaften. Das wird sich sicherlich finden. Ich wohne in einem Energiespar-Haus und habe vorher einmal ein Öko-Haus gebaut und einmal eines öko-energiesparend saniert. Ich halte auch Anteile an einer Bürgerenergiegenossenschaft und investiere so in unsere Erneuerbaren Energiezukunft. Ich behaupte, kein “Besser-Mensch” zu sein und lebe in dieser Welt, wie jede andere Familie auch. Aber ich stelle mir die Zukunft anders vor als sie sich zu entwickeln scheint. Und an den Rahmenbedingungen für eine andere Zukunft baue ich mit, regional in Rheinland-Pfalz, ohne dabei die Welt aus den Augen zu verlieren.

    Frau Lemke behauptet, kein Besser-Mensch = kein Gutmensch zu sein. Ich behaupte mal das Gegenteil :-)

    karl.s

  198. Unsere Hellseher (Heinz, Tim, Struppi & Co) habens doch gewußt:

    Wirtschaftsminister Philipp Rösler hat eine „Abschaltverordnung“ erarbeitet: Demnach sollen Industrieunternehmen künftig Geld dafür erhalten, dass ihnen im Notfall der Strom abgestellt werden kann. Wer die Kosten dafür tragen soll, steht auch schon fest.
    Industriebetriebe sollen künftig Geld dafür bekommen, dass ihnen im Notfall der Strom abgestellt werden kann. Die vom Wirtschaftsministerium erarbeitete „Abschaltverordnung“ sieht dafür nach Informationen dieser Zeitung ein maximales pauschales Entgelt von 60.000 Euro je Abnehmer und Jahr für entsprechende Verabredung zwischen Netzbetreiber und Betrieb vor. Die Kosten werden auf das Netzentgelt umgelegt, das in den Strompreis einfließt, den die Verbraucher zahlen. Da nur wenige Großverbraucher dafür in Frage kommen, dürften die Mehrkosten nach Schätzung der Regierung den Betrag von 102 Millionen Euro im Jahr nicht übersteigen.Industriebetriebe sollen künftig Geld dafür bekommen, dass ihnen im Notfall der Strom abgestellt werden kann. Die vom Wirtschaftsministerium erarbeitete „Abschaltverordnung“ sieht dafür nach Informationen dieser Zeitung ein maximales pauschales Entgelt von 60.000 Euro je Abnehmer und Jahr für entsprechende Verabredung zwischen Netzbetreiber und Betrieb vor. Die Kosten werden auf das Netzentgelt umgelegt, das in den Strompreis einfließt, den die Verbraucher zahlen. Da nur wenige Großverbraucher dafür in Frage kommen, dürften die Mehrkosten nach Schätzung der Regierung den Betrag von 102 Millionen Euro im Jahr nicht übersteigen.

  199. @Flumi

    ….dürften die Mehrkosten nach Schätzung der Regierung den Betrag von 102 Millionen Euro im Jahr nicht übersteigen.

    ….macht nix, is Portokasse ….und bezahlen tut es ja eh der Puffer-Pöbel.

  200. 60.000 € ?
    Das ist lächerlich.
    Dafür lässt sich doch kein Betrieb auf so etwas ein.

    Die Kupferhütte Aurubis macht13 Milliarden Umsatz/ 300 Millionen Gewinn im Jahr und ein Stromausfall legt sie mindestens 12 Stunden lang lahm.
    Macht 18 Millionen Umsatzeinbuße und mindestens 400.000 € Verlust!

    Ergo kann es sich nur um eine Pauschale für die Bereitschaft handeln, während die eigentlichen Betriebskosten die bei einer Abschaltung entstehen, gesondert gezahlt werden.
    Zahlen (lassen) muss die Ökolobby, auch wenn’s schwerfällt, sonst ist der Wirtschaftsstandort Deutschland nämlich noch schneller eine ‘blühende Landschaft’ als ohnehin zu befürchten ist. Und da werden die Industriebetrieb ordentlich die Hand aufhalten, sie sind nämlich einfach in der stärkeren Position.

  201. #199 Außerdem ist das ja erst einmal nach dem Prinzip Hoffnung gerechnet. Nach Schätzung der Regierung von vor ca. einem halben Jahr war ja die ganze Energiewende für einen Appel und ein Ei zu haben.

    Nachher wird das wie immer dann doch ein bißchen teurer…

    #200

    Und da werden die Industriebetrieb ordentlich die Hand aufhalten, sie sind nämlich einfach in der stärkeren Position.

    … oder, wenn es ihnen zu blöd wird, (oder schon vorher) auf Standorte mit stabiler Energieversorgung ausweichen. Sicher eine große Investition, die sich aber rechnen kann -- die Arbeitskräfte in D sind ja auch nicht die billigsten.

  202. achgut.com (Reiger):

    Energiewende in Aktion

  203. @Tim
    Geiler Artikel bei Achgut, tolle Zusammenfassung der bescheuerten Energiewende.
    Aber ick wäre ja nicht der Pittbull der ich bin, wenn ick da nicht noch einen drauf setzen könnte.

    Besiegelt: E.ON baut weltweit 11.000 Stellen ab

    Davon entfallen auf Deutschland rund 6000 Stellen, wie das Unternehmen in Düsseldorf mitteilte. Damit sollen die Kosten bis 2015 auf 9,5 Milliarden Euro gesenkt und so mehr Spielraum für Investitionen geschaffen werden. Der Konzern, der mit den Folgen des Atomausstiegs zu kämpfen hat, einigte sich mit den Gewerkschaften Ver.di und IG BCE auf einen entsprechenden Tarifvertrag. Die Arbeitsplätze sollen weitgehend ohne betriebsbedingte Kündigungen sozialverträglich wegfallen……..
    E.ON hat wegen des Atomausstiegs bis 2022 Verfassungsklage eingereicht und hofft auf Milliarden-Entschädigungen vom Bund.

    Und die nächste Klatsche für 6000 Menschen die bisher Tariflohn bekommen haben und wer wird am Ende wieder die Milliardenentschädigung für die Zwangsenteignung zahlen müssen, wir blöden Steuerzahler.

    Apropos zahlen………hier folgt die Klatsche für uns Stromkunden.

    Strompreise werden wieder erhöht

    Schlechte Nachrichten für Stromkunden -- sinkende Strompreise sind nicht in Sicht. Im Gegenteil: Das unabhängige Verbraucherportal Verivox hat ermittelt, dass in den kommenden Monaten weitere Stromversorger die Preise um rund 3,5 Prozent erhöhen werden. …..
    …Die Netznutzungsentgelte sind im Jahr 2012 im Vergleich zum Vorjahr um durchschnittlich fünf Prozent angestiegen….

    Ja meine lieben Leidensgenossen, da stecken dann die Netzentgeltumlagen, mit denen das stromintensive Gewerbe gefördert wird, mit 0,151 Cent/kWh mit drin……….auch von uns dummen Michel zu löhnen.
    Die Energiewende ist wie ein Fass ohne Boden……….die Strompreise explodieren an breiter Front und wir haben noch nicht mal angefangen uns wirklich energietechnisch zu wenden.
    Na Prost Mahlzeit.
    Wuffff

  204. Tja, und dann guckt man mal über den Tellerrand übern großen Teich……..und kriegt gaaaanz große Kulleraugen.

    Obama läutet neuen Kurs in der Energiepolitik ein

    Barack Obama spricht in seiner Rede auch über Erdgas. Dahinter steckt eine Revolution im amerikanischen Energiesektor, die bei Umweltschützern großes Unbehagen hervorruft.

    Krach, Bumm, Klatsch………
    Während deutsche und europäische grünbesudelten Selbstbescheisser auf Kosten der einheimischen Bevölkerung dat Klima schützen wollen, zeigt uns der Rest der Welt den fetten Stinkefinger.
    Während wir Deutschen energiewenderisch von einer Strompreiserhöhung zu nächsten stolpern, während wir schon heute anfangen den Strommangel mittels Abschaltung von Industriebetrieben zu planen, während wir uns ganz Deutschland mit Vogelschredder und Krähenspiegel vollpappen……….nutzen andere Nationen rotzfrech ihre eigenen fossilen Rohstoffe ungeniert, als ob es kein Morgen gibt.
    Während besonders die fanatischen deutschen Klimaapostel das Ende der Welt postulieren, wenn wir nicht endlich unsere Kohlekraftwerke wegschmeissen, geht am anderen Ende der Welt der Ausbau fossiler Energieerzeuger lustig fröhlich weiter, während wir uns gerade staatstragend kastrieren, haben andere Eier in der Hose und scheren sich ein Dreck um dat Klimagebrabbel.

    Deutschland wach endlich auf, ansonsten schläfst Du morgen wieder in Erdhöhlen.

    Onkel Heinz………dat musste ick jetzt einfach mal los werden

  205. #204

    … als ob es kein Morgen gibt.

    Paßt ja paradoxerweise auch auf unsere Energiewender, die sich große Sorgen machen, daß es in hundert Jahren zu heiß oder zu radioaktiv sein könnte, denen es aber völlig egal zu sein scheint, ob wir in 10 Jahren überhaupt noch was zu beißen haben.

  206. Im Wandel der Zeit:

    2004
    Greenpeace
    http://www.greenpeace-aachen.de/archiv/energie/spiegel.php

    ….Danach bleiben die von den Stromkunden aufzubringenden Kosten für das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG-Umlage) auch bei weiterem Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG) gegenüber dem jetzigen Stand praktisch konstant.

    Die EEG-Umlage betrug 2004 0,51 Ct/kWh.

    2005
    Bundesumweltministerium
    http://www.heuersdorf.de/stpreis.pdf

    Der Anstieg der EEG-Umlage nimmt in Zukunft ab und wird einen Durchschnittshaushalt selbst bei sehr dynamischem Ausbau nicht mehr als 3 Euro pro Monat kosten. Ab Mitte des nächsten Jahrzehnts geht die EEG-Umlage wieder zurück.

    Die EEG-Umlage betrug 2005 0,69 Ct/kWh

    2006
    Ingenieurbüro für neue Energien
    http://www.ifne.de/download/zfe30_2006_2_Stromerzeugung_EE.pdf

    Insgesamt ist zu erwarten, dass die monatliche EEG-Umlage von heute etwa 0,54 Ct/kWh bis zum Jahr 2017 auf maximal 0,93 Ct/kWh ansteigt.

    Die EEG-Umlage betrug 2006 0,88 Ct/kWh

    2007
    Solarportal 24
    http://www.solarportal24.de/nachrichten_12479_verbraucher_sparen_mit_dem_eeg_mehr_ein_als_es_kostet.html

    Schon heute sparen die Verbraucherinnen und Verbraucher mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz deutlich mehr Geld ein, als sie für das Förderinstrument zahlen. Das größere Stromangebot aus Wind, Wasser, Sonne Bioenergie und Erdwärme führt zu einem dämpfenden Effekt auf die Strompreise, so der Bundesverband Erneuerbare Energie BEE.

    Bundesumweltministerium
    http://www.bmu.de/klimaschutz/nationale_klimapolitik/doc/40550.php

    Durch die EEG-Novelle erhöht sich die EEG-Umlage auf den Strompreis etwas. Nach geltendem Recht wäre sie bis Jahr 2015 auf ein Maximum von etwa 1,4 ct/kWh angestiegen, danach sinkt sie wieder. Durch die jetzt beschlossene Novelle, die den Offshore-Windstrom besser vergütet, erwarten wir einen Wert von ca. 1,5 ct/kWh im Jahr 2015.

    Die EEG-Umlage betrug 2007 1,03 Ct/kWh

    2008
    Bundesumweltministerium
    http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/42786/40870/

    Trotz eines anhaltend kräftigen Anstiegs der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von derzeit etwa 15 Prozent auf rund 30 Prozent im Jahr 2020 und rund 50 Prozent im Jahr 2030 steigen die von den Stromkunden aufzubringenden Mehrkosten (die so genannten Differenzkosten) nur noch bis etwa Mitte des kommenden Jahrzehnts leicht an. Mit einer EEG-Umlage von maximal 1,5 Cent/kWh liegt diese dann nur geringfügig über ihrem aktuellen Wert von etwa 1,2 Cent/kWh.

    Die EEG-Umlage betrug 2008 1,16 Ct/kWh

    2009
    Bundesverband Erneurbare Energien
    http://www.bee-ev.de/_downloads/publikationen/studien/2009/090318_IfnE-Studie_AEE-BEE-Ausbau-EEStrom2020.pdf

    Die EEG-Umlage …wird im Preispfad EE-Branche ihr Maximum bei rund 1,4 Ct/kWSh etwa 2013/2014 erreichen.

    Die EEG-Umlage betrug 2009 1,31 Ct/kWh

    2010
    Bundesumweltministerium
    http://www.solar-und-windenergie.de/blog/?tag=eeg-umlage-entwicklung-inder-zukunft

    Nachdem auch 2010 in den Medien immer wieder behauptet wurde, die Erneuerbaren Energien seien seit Jahren die wichtigsten Preistreiber der Strompreise, belegt jetzt eine Studie des BMU das Gegenteil. An der Untersuchung, waren unter anderen das Frauenhofer IWES und das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt beteiligt.
    Die EEG-Umlage für 2011 wird sich nach einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Umwelt (BMU) rund 2,8 Cent betragen. Die Untersuchung beschäftigte sich mit “Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland bei Berücksichtigung der Entwicklung in Europa und global“ und sieht auch für die kommenden Jahre keine explodierende EEG-Umlage.

    Die EEG-Umlage betrug 2010 2,05 Ct/kWh und stieg 2011 auf 3,53 Ct/kWh

    Für 2013 ist eine Umlage von 3,66 -- 4,74 Ct/kWh prognostiziert.

  207. #205 Fluminist

    ob wir in 10 Jahren überhaupt noch was zu beißen haben.

    mein Lieblingsbild dazu

    gruß
    karl.s

  208. Ups…..der nächste Solar-Pleite-Kandidat?

    Conergy überrascht mit tiefroten Zahlen

    Hintergrund des drastischen Preisverfalls für Solarmodule sind die weltweit massiven Überkapazitäten. Viele Solarfirmen stehen stark unter Druck, Verluste sind an der Tagesordnung. Nur wenige Stunden vor Conergy hatte Q-Cells am Dienstag mitgeteilt, dass das Eigenkapital aufgezehrt ist, operative Gewinne erst 2013 wieder zu erwarten seien und die Gläubiger dem Unternehmen im Nacken säßen. Bereits im Dezember hatten der Branchenpionier Solon und der Kraftwerksentwickler Solar Millennium Insolvenz anmelden müssen.

    So weit, so mies………..aber wenn man dann den Boss der Solarlobby anhört, wird einem so richtig schlecht.

    Solarlobby-Chef verteidigt aggressiven Kurs

    Die Solarförderung belastet die Verbraucher, doch der Umweltminister kappt die Kosten nur langsam. Ein Grund ist die aggressive Lobbyarbeit der Branche. Im Interview erklärt ihr oberster Interessenvertreter Carsten Körnig, warum er Anruflawinen bei Abgeordneten für demokratisch hält…..

    Richtig, man muss den Politikern nur laut genug auf den Füssen rumtrampeln und schon klappte dat mit den tollen Subventionen, die passenden dusseligen Ausreden und den Maserati hintern Haus, hat man ja dann immer parart.
    Tja, und um die Ecke lauert dann die Windkraftlobby und tritt den gebeutelten Politiker von der anderen Seite auch noch “klimatisch wertvoll” vors Schienenbein…..und schon ist die deutsche Energiewende in Sack und Tüten.

    Sack……das Ding womit die Lobbyisten ihre fetten Gewinne wegschleppen
    Tüten……..von Aldi und Co., weil sich der zahlende Pöbel nicht mehr leisten kann, wenn er gleichzeitig auch noch Strom verbraucht.
    Wie lange wollen wir uns eigentlich noch von diesen Typen verarschen lassen?
    Würg und wech

  209. @Tritium
    Leider hängt Dein Artikel in der Moderation fest wegen den 8 Links die Du eingefügt hast und ick habe keine Rechte um den freizugeben, sorry.

    @Admin
    Guckt ihr mal rein, ist echt interessant was Tritium zusammengetragen hat.

    MfG
    Heinz Eng

  210. Guckt ihr mal rein, ist echt interessant was Tritium zusammengetragen hat.

    Heinz, ist doch unter 206 zu lesen, oder?; Dank an Tritium für diese Fleißarbeit. Sollten wir an Röttgen schicken, der doch aktuell meinte, 2017 sei Schluss mit der EEG-Umlage.

  211. @Carl
    Lag zum Zeitpunkt meines Kommentares noch auf Halde und harrte der Moderation.

    Aber bevor uns der Ernst der Lage langsam zur Verzweifelung bringt……….guckt mal dat nette Bildchen:
    http://tinyurl.com/7olmo3v

    Ich muss immer noch lachen…..
    H.E.

  212. @Tritium #206
    Ein höchst aufschlußreicher Zeitrafferblick. Ich habe die Werte für 2004 -- 2011 einmal geplottet -- gibt wieder mal einen ganz tollen Hockeystick … da sollten PIK & Co mal ran …

  213. #206. Tritium

    Die EEG-Umlage betrug 2010 2,05 Ct/kWh und stieg 2011 auf 3,53 Ct/kWh

    Für 2013 ist eine Umlage von 3,66 — 4,74 Ct/kWh prognostiziert.

    ja, ja, was interessiert mich mein Geschwafel von gestern, denken diese grüngelackten Protagonisten. Und wer glaubt, die prognostizierten Umlagen für 2013 seien das Ende der Fahnenstange, irrt gewaltig. Weder gibt es Speicher, noch ist der erforderliche Netzausbau bislang erfolgt, nicht zu vergessen die smarten Grids. Darüber hianus werden weiter NIEs in die Landschaft und aufs Dach gepappt, was das Zeug hält. All das kommt noch oben drauf, auch wenn unsere grüngesprenkelte Kanzlerin was von 3,5 Cent als Obergrenze gefaselt hat.
    karl.s

  214. gibt wieder mal einen ganz tollen Hockeystick…

    …der jedoch seinen Höhepunkt erreicht hat und in Zukunft ganz bestimmt nicht weiter wachsen, sondern sinken wird, so wird jedes Jahr verkündet.
    Während ein Temperatur-Hockeystick, der tatsächlich abgeflaut ist, natürlich zukünftig ganz bestimmt wieder rasant nach oben gehen wird.

  215. @ Tritium
    Ja das ist eine seltsame Funktion, immer mit gefühlter negativer Ableitung (oder wenigstens zweiter Ableitung) und doch immer schneller wachsend!

    Aber Spaß beiseite, die Werte 2004 -- 2011 zeigen klar exponentielles Wachstum (die Logarithmen wachsen praktisch linear), und das war vor der “Energiewende”. Durch den jetzt forcierten EE-Ausbau geht die Sache jetzt vermutlich ins Hyperexponentielle (oder zumindest wird der Exponentialfaktor größer) -- und im Gegensatz zum Klima ist kein natürlicher negativer Rückkopplungsprozeß in Sicht, der die Sache einbremsen könnte, bevor der Wirtschaftsstandort Deutschland nachhaltig ruiniert ist.

  216. @ Fluminist:

    Schon allein der Offshore-Wind wird weiter für munteres Wachstum sorgen!

    Dabei ist aber zu berücksichtigen, dass die EEG-Umlage ja keineswegs die Gesamtkosten der EE beinhaltet!
    Netzausbau -- und zunehmender schlechterer Auslastung der geeschwollenen Netze! -- und die damit verbundenen Konzessionsgebühren, erhöhte Brennstoffkosten und vermehrter Verschleiss bei den konventionellen Regelkraftwerken werden ja im ‘normalen’ Strompreis versteckt.
    Dazu kommen
    -- Ausbau des Hochspannungsnetzes für die ach so ‘dezentralen’ EE.
    -- Baukosten für eine ganze Generation neuer Backup-Kraftwerke sowie deren laufende Subventionierung, da sie zu Marktbedingungen nicht rentabel sind.
    -- Die Speicher, welche wahrscheinlich bedeutend mehr Kosten verursachen werden als die EE-Stromproduktion

    Das sind noch eine ganze Reihe weiterer exponentieller Kostenkurven, die sich allesamt addieren; ein typischer Fall von positiver Rückkopplung! Da können wir die ‘Klima(Kosten!)sensitivität’ mal so richtig life erleben!

  217. „Das Risiko eines Blackouts ist größer geworden“

    Der Chef des zweitgrößten Energiekonzerns Europas, GDF Suez, übt Kritik am deutschen Sonderweg in der Energiepolitik. Er fordert im Sinne der Netzstabilität mehr Solidarität zwischen europäischen Ländern.
    …Die Staaten müssten viel besser kooperieren und dürfen nicht nur einseitig auf den Klimaschutz achten. Die anderen beiden Ziele, die Sicherheit der Versorgung und die Wettbewerbsfähigkeit, seien auch wichtig.

    Wie ick ja nun schon mehrfach betont habe, die deutsche “Energiewende” ist ein nationalistischer Alleingang der elektrotechnisch ganz Europa gefährdet.
    Aber nicht genug das wir selber auf Kernkraft verzichten, nein wir wollen auch gleich noch unsere direkten Nachbarn per EU verbieten sich eigene Reaktoren hinzustellen.
    Macht die Atomangst den neuen Deutschen MItläufer etwa zum Nationalgrünen?

    Naja, dafür schicken die EE-Lobbyisten wieder mal ihre 5. Kollone los um zu verhindern das jemand am EEG herumwerkelt.

    EEG: NABU warnt vor Blockade der Energiewende

    Das EEG biete nach wie vor die einzige Garantie, dass der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland tatsächlich erfolgt und die Kohlekraftwerke schrittweise verdrängt……….

    Die Naturschützer sehen die Photovoltaik neben der Windenergie an Land als wesentlichen Träger der Energiewende im Stromsektor. “Mit drastischen Kürzungen der Solarförderung würgen wir den weiteren Ausbau ab, erreichen aber sicher keine wesentliche Entlastung für die Verbraucher bei der EEG-Umlage“…….

    Tja, dreimal darf man raten wer da von wem geschmiert wird oder wer schon heute kräftig an der Energiewende mit verdient.
    Wenn man dann aber noch so offensichtlich lügt bei der EE-Umlage, dann wirds langsam peinlich.
    In # 206 hat uns Tritium ganz klar die jahrelange Lügerrei selbst der “besten” Öko-Institute und sogar des BUM aufgezeigt und dokumentiert, wer das noch abstreiten will, sollte sich mal behandeln lassen.
    Kann man die nicht abwählen oder aus den Land schmeissen?

    Würg und wech

  218. @ Fluminist:

    Hier ist eine interessante Seite über das weitere Wachstum der EEg-Umlage:

    Wind- und Voltaikstrom-Kosten – die Realität!

    Die Seite ist mit etwas Vorsicht zu geniessen, liefert aber gute Basisinformation und lenkt den Blick auch auf weniger geläufige Aspekte.

  219. novo argumente (Keil):

    Deutsche Energieirrwege: Die Energiewende ist schon gescheitert

  220. Bundesnetzagentur-Präsident Jochen Homann
    „Beim Ausbau der Energienetze gibt es Grund zur Sorge“

    Ohne den schnellen Netzausbau gerät die Energiewende in eine Schieflage, warnt der neue Regulierungschef. Zur Not müssten Kosten sozialisiert werden, um voranzukommen. …..

    Was sich da abspielt, sieht ein bisschen wie Erpressung aus.

    Tennet hat unter den vier Übertragungsnetzbetreibern die größten Lasten zu schultern und sieht sich dazu aus eigener Finanzkraft nicht in der Lage, solange der niederländische Staat als Eigentümer von Tennet oder andere Investoren kein zusätzliches Kapital zur Verfügung stellen. Hier geht es nicht um Erpressung, sondern um eine objektive Unmöglichkeit,……

    Neue Besen kehren gut, nachdem der alte Chef einmal zu oft die Wahrheit gesagt hat, darf jetzt ein Neuer die Netzbetreiber nerven.
    Dumm nur, das deren Kapitaldecke zu dünn ist um unsere tolle Energiewende zu stemmen, also darf dann der Stromkunde wieder aushelfen, wie immer eigentlich bei den Irrsinn, Namens “Erneuerbare Energien”.

    Dafür stehen jetzt schon andere auf der Matte und erhoffen sich ein tolles Zusatzgeschäft………

    Lobby will Ökostrom im Gasnetz speichern

    Energie-Agentur und Erdgas-Lobby wollen Energie aus Wind und Sonne am liebsten in Form von Ökogas speichern. Die Idee, das Erdgasnetz als Stromspeicher zu nutzen, hat auf den ersten Blick viel Charme. Experten warnen jedoch vor einem teuren Hype……

    ….”Power to Gas rechnet sich aus eigener Kraft bei Weitem nicht”, sagt Kurt Oswald, auf Energiewirtschaft spezialisierter Partner der Managementberatung A.T. Kearney. “Durch die aufwändige Konversion des Ökostroms würde sich ein Gaspreis von etwa 80 Euro pro Megawattstunde ergeben -- das entspricht dem Dreifachen des Großhandelspreises für konventionelles Gas.”

    Machte nixe, dafür basteln wir dann auch noch ein Zwangbezahl-Fördergesetz, mit der Energiewende lassen sich doch vielfältige Gewinne rausschlagen, der doofe Bürger zahlt ja weiterhin ohne nennenswerten Widerstand.
    Na dann, die Zinsblase muss unter allen Umständen weiter am Leben erhalten werden………Deutschland muss ja noch 30 Jahre für das ESM-Paket bluten und das geht nur, wenn man die eigene Bevölkerung ausnimmt wie ne Weihnachtsgans.
    H.E.

  221. Betreff: Atomkraftwerke….
    Ohh ja, die sind sehr gut zur Deckung von Peaks. Vielleicht sollten Sie sich nochmal genauer informieren.
    Es gibt Grundlastkraftwerke und andere. Grundlastkraftwerke sind AKWs und KKWs.
    Die Anfahrzeit eines AKWs dauert Tage. Warum? Weil die Brennstäbe eine gewisse Temperatur erreichen müssen, damit es dann auf Volllast fährt. Aber es dauert keine Tage ein AKW runter zuregeln, sondern NUR Stunden!
    Somit ist ein AKW in keinster Weise geeignet Peaks, etc zu decken. Dafür gibt es Kohlekraftwerke, diese können zur Deckung der Grundlast und Peaks eingesetzt werden und insbesondere Peakzeiten werden von ihnen abgedeckt, mit den Gaskraftwerken.
    In Kohle- und Gaskraftwerken wird die ganze Zeit Brennstoff verheizt und somit Wasser erwärmt. Dieser Dampf wird je nach Strombedarf in die Turbine geleitet. Damit werden Stromschwankungen ausgeglichen.
    Somit ist Ihre Behauptung, dass Solarzellen AKWs ersetzen, bzw deren Funktion bzw AKWs die Stromschwankungen decken sinnfrei.[Anbei: Wenn es jetzt noch mit dem Lesen, Verstehen und Einholen von Informationen klappt, dann sind wir schon einen großen Schritt weiter… ]

    Betreff: Stromimporte und -exporte
    Es gab und wird immer Stromimporte, sowie -exporte geben, ansonsten müsste man jegliche Verbindung zu den Stromnetzen unserer Nachbarländer kappen.
    Hier übrigens eine Quelle: “Der Stromexport 2011 lag in den ersten sechs Monaten fast 17 Prozent über den Importen. Das Statistische Bundesamt gab am 20.09.2011 in Wiesbaden den deutschen Stromexport mit 27,9 Terrawatt-Stunden an (1 Terrawatt-Stunde (TWh) = 1 Milliarde Kilowattstunden). ” [Ach sorry, eine staatliche Quelle und die ist natürlich gefälscht]
    Dies sind die Ex- und Importe NACH der Abschaltung von AKWs. Desweiteren, VOR der Abschaltung von den AKWs, waren die Stromexporte über das Jahr so hoch, wie die Stromerzeugung von 4 ganzen AKWs.

  222. #221

    Unsinn. Der limitierende Faktor beim schnellen Runter- und dann wieder Hochfahren ist allein die Xenonvergiftung. Wenn ein KKW im Hot-standby steht (und die Xenonvergiftung abgeklungen ist) kann es innerhalb von Minuten seine volle Leistung erreichen.

    und zu den Stromex- und importen: Nun die ersten 3 Monate ihres gewählten Zeitraums waren die KKW ja tatsächlich noch in Betrieb. Danach gings allerdings steil den Berg hinab. Insgesamt hat Deutschland aufs Gesamtjahr gerechnet 2011 wohl noch leicht Strom exportiert, wie das 2012 aussieht ist ne andere Frage. Und ich weiss nicht so recht was Deutschland noch von Stromexporte haben soll, bei dem es noch Geld drauf legt (Stichwort negative Strompreise).

  223. Die Anfahrzeit eines AKWs dauert Tage. Warum? Weil die Brennstäbe eine gewisse Temperatur erreichen müssen, damit es dann auf Volllast fährt

    Ein KALTES Kraftwerk muss immer langsam hochgefahren werden, damit sich keine zu grossen Spannungen in den Werkstoffen aufbauen. Bei Kernkraftwerken macht man das mit den Hauptkühlmittelpumpen, die das System durch Reibungswärme schön gleichmässig auf Betriebstemperatur bringen.
    Würde man die Steuerstäbe ziehen, ginge das theoretisch blitzschnell, das wäre nämlich ein typischer ‘Kaltwasserunfall’ -- Die Kettenreaktiion ist um so heftiger, je kälter der Moderator ist!

    Doch der interessanteste Aspekt dabei ist, dass für die Regelung der typischen Leistungsänderungen bei Wind- und Solareiinspeisung die Kraftwerke eben im warmen Standby gehalten werden müssen. Da heisst, sie verbrauchen Brennstoff ohne etwas zu produzieren. Das gleiche gilt für Teillast:

    In Kohle- und Gaskraftwerken wird die ganze Zeit Brennstoff verheizt und somit Wasser erwärmt. Dieser Dampf wird je nach Strombedarf in die Turbine geleitet. Damit werden Stromschwankungen ausgeglichen.

    Sie vergessen dabei, dass der Dampf nicht einfach zurück gehalten werden kann. man muss ihn vernichten, indem er direkt in den Kondensator geleitet wird.
    Die dadurch nötige Brennstoffvergeudung ist erheblich!
    Tatsächlich ist der Mehrverbrauch an Brennstoff so groß, dass all der zusätzlich eingespeiste Wind- und Solarstrom praktisch überhaupt keine fossilen Brennstoffe spart! Die CO2-Emissionen werden nicht gesenkt!
    Das bewiesen eine ganze Reihe von Untersuchungen mit realen Daten in den USA, den Niederlanden, Schottland und Irland. Die Bentek-Studie ist nur ein Beispiel. Zitat:
    Paradoxically, using wind energy in such a way that it forces utilities to cycle their coal generation often results in greater
    SO2, NOX and CO2 emissions than would have occurred if less wind energy were generated and coal generation was not cycled.

    Paradoxerweise führt Windenergie, wenn sie Kohle-Kraftwerke dazu zwingt, ihre Erzeugung herauf- und herunter zu fahren, oft zu mehr SO2, NOx und CO2-Emissionen als bei Dauerbetrieb ohne bzw. weniger Windeinspeisung.

  224. Lastwechselfähigkeiten deutscher KKW

    Im Bereich von 40 -- 100% der Leistung sind die deutschen KKWs auf Lastwechsel von 10% pro Minute ausgelegt. Das betrifft das Hochfahren. Eine Leistungsabsenkung ist praktisch in jeder gewünschten Geschwindigkeit möglich.

  225. … und nur darauf kömmt es an. :-)

  226. Schöner Artikel! Und gut dass die sog. Energiewende einmal detailliert beleuchtet wird. Im Moment sind es ja v.a. deutsche Politiker und Medien die die Menschheit wirklich für total dumm verkaufen wollen. “Weil in Japan die Erde bebt, sind wir in D jetzt total gegen Kernenergie” -- das war so dermaßen plump und niemand hat sich darüber aufgeregt. Es wird ja gerade so getan als wäre jeder der es wagt, sich für die Nutzung der Kernenergie einzusetzen, ein Verbrecher. Obendrein war die ganze Argumentationslinie geschmacklos open end. Bei dem Beben in Japan kamen viele Menschen ums Leben und Tausende wurden vermisst und unglücklicherweise wurde ein Kernkraftwerk schwer beschädigt; und über dieses eine Detail wird in Mitteleuropa andauernd berichtet nur um eine politische Meinung zu schüren, die Tausenden Verschütteten hingegen spielen keine Rolle. Und niemand -- kein TV Sender, keine Zeitung, keine Radiostation wagt es diese plumpe “Stimmungsmache” in Frage zu stellen! Da ist es wirklich sehr angenehm mal so einen Artikel wie diesen zu lesen! Danke!

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