Die Energiewende läuft immer langsamer, trotz massiven Ausbaus der Erneuerbaren Energien!!!

3. Januar 2019 | Von | Kategorie: "Erneuerbare Energien", Biomasse, Blog, Energieerzeugung, Ökologismus, Ökologistische Mythen, Photovoltaik, Politik, Wasserkraft, Windkraft

Strommix-vs-instEE

Die Grafik spricht für sich! Seit 2007 hat sich der Anteil der Eneuerbaren Energien (Sonne, Wind, Wasser, Biomasse) im Strommix (Brutto) von ca. 14% auf ca. 35% erhöht, hat sich also etwas mehr als verdoppelt. Währenddessen wurde die installierte Kraftwerksleistung der Enereubaren Energien von knapp 35 GW auf über 115 GW ausgebaut, hat sich also mehr als verdreifacht! Die Diskrepanz zwischen Ausbau der Erneuerbaren Energien und deren Anteil im Strommix wird immer größer! Es findet ein massiver Ausbau der Erneuerbaren Energien statt, deren Anteil im Strommix wächst aber nicht mit selber Rate an, sondern wesentlich langsamer. Die Ursache: Strom aus Erneuerbaren Energien wird nicht bedarfsgerecht produziert und kann mangels an Speicherkapazitäten auch nicht gespeichert werden. Somit geht mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien immer mehr Strom verloren. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wird inzwischen soviel Strom produziert, dass Überkapazitäten entstehen und man die Anlagen abschalten muss. Ein Großteil des installierten Kraftwerksparks steht dann still. Hinzu kommt, im Hintergrund muss eine volle Reserve an konventionellen Kraftwerken (Kohle, Gas, Öl) vorgehalten werden, die einspringen kann, wenn die Sonne nicht scheint (nachts) und der Wind nicht weht (bei Flaute).

In den nächsten Jahren ist also damit zu rechnen, dass bei Sonnenschein und Wind immer mehr Strom verschenkt werden muss und immer mehr Photovoltaikanlagen und Windkraftanlagen einfach still stehen werden, da deren installierte Leistung und damit der Kraftwerkspark jenseits jeder Vernunft ausgebaut wurde.

Gerade die Grünen sind der Meinung, dass die Energiewende gebremst würde, obwohl der Ausbau der Eneuerbaren Energien massiv vorangetrieben wird. Gebremst wird hier, da mit dem Ausbau immer mehr Anlagen still stehen müssen. So einfach ist das.

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17 Kommentare
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  1. Strom für ein ganzes Jahr: Die Windkrafträder in Deutschland haben im Dezember fast 15 Mrd. KilowarrstundenStrom erzeugt. Das enspricht dem Jahresstromverbrauch von Berlin. In der Praxis fehlt es jedoch bislang an Speichern. Dazu ein schönes Sonnenuntergangsfoto mit zwei großen Windrädern und einem ganz kleinen Großkraftwerk am Horizont. (Heute in der SWP unter Wirtschaft) So verarschen die Medien, die den Unsinn gut heißen, fast täglich den Bürger. Mainstream mit Meinungsfreiheit, wo bleibt das Hinterfragen? Physik und Chemie rechtzeitig abgewählt, was?

  2. Wenn alle deutschen Windräder während einer Starkwindphase laufen würden, dann würde der Überschussstrom seit Anfang 2017 exponentiell (ca mit dem Quadrat der seit 2017 installierten Leistung) ansteigen. Es ist allerdings billiger Windkraftwerke im Wind abzustellen, als Strom zu Negativpreisen zu exportieren. Allerdings muss dieser Phantomstrom abgestellter Windräder auch bezahlt werden. Egal wie, die Effizienz des gesamten Deutschen Windparks bricht deshalb zwingend mit zunehmendem Ausbau ein. Deshalb werden die Kosten jetzt erst recht explodieren. Zum Glück macht das europäische Ausland den Windkraftirrsinn nicht mit, denn dann würden alle ihre phasenweisen Überschüsse zur selben Zeit loswerden wollen, da Starkwindphasen von großräumigen meist europaweiten Wetterlagen bestimmt werden und positiv korellieren. Der viel gepriesene ebenfalls irrsinnig teure Netzausbau schafft da so viel Abhilfe, wie ein Tropfen auf den heißen Stein. Aber mit Vernunft hat das ja alles schon lange nichts mehr zu tun.

  3. Wozu sollten sich die Grünen auch um Gesetze der Physik kümmern? Gesetze kann man schließlich ändern. So denken die.

  4. Laut dem Fraunhofer-Institut lag 2018 der Anteil aller erneuerbaren Energiequellen an der öffentlichen Nettostromerzeugung bei 40,4%.

  5. @4 Wolfram Mayr

    Interessant ist doch der Nettostrom-Verbrauch für Deutschland. Dieser ist bis jetzt noch nicht bekannt. In 2017 lag er bei 530 TWh, in 2007 bei 541 TWh. Anteile:
    2007;Industrie 47%, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen 25%, Haushalte 26% und Verkehr 2%.
    2017;Industrie 47%, Gewerbe/Handel/Dienstleistungen 27%, Haushalte 24% und Verkehr 2%.
    Quelle 1

    Quelle 2

  6. @Mayr

    Wobei bei den Nettowerten die Verluste bei Braunkohle etc., berücksichtigt sind, die Verluste bei Sonne und Wind aber nicht. Wie gesagt, Sonne und Wind stehen immer öfter still. Wird in der Nettoberechnung aber nicht berücksichtigt.

  7. PS

    Zudem war 2018 eines der sonnigsten Jahre in Deutschland. In diesen Jahr wird PV daher in der Leistung pro Quadratmeter stark abfallen.

  8. Michael Krüger schreibt am 16. Januar 2019 12:26
    Zudem war 2018 eines der sonnigsten Jahre in Deutschland. In diesen Jahr wird PV daher in der Leistung pro Quadratmeter stark abfallen.

    Haben Sie eine Glaskugel bei der Hand Herr Michael Krüger.

    1. Wie das Solarjahr 2019 wird kann noch keiner abschätzen.
    2. Stark abfallen kann die Leistung pro Quadratmeter gar nicht, da reden wir von einer Größenortung von -5% als Maximum, das wird natürlich bei den abgelieferten kWh durch den PV-Zubau mehr als ausgeglichen.
    3. Die neuen PV-Anlagen die in 2019 errichte werden haben ohnehin höhere Erträge je m² als die alten Bestandsanlagen. Die werden ja auch im Flächendurchschnitt mit berücksichtigt, daher ist ein starkes abfallen der durchschnittlichen Leistung pro Quadratmeter zu 2018 eigentlich unwahrscheinlich.

  9. Oje, noch so ein Solarfanatiker, der mit Prozenten im einstelligen Bereich handelt. 😉

    Gewiss doch, damit wird die Energiewende gelingen. Vor allem in der Nacht, wenn die Sonne am stärksten scheint. 😉

  10. Hallo Herr Michael Krüger.
    die Prozente im einstelligen Bereich.

    Nun die Strommengen von PV
    2014 = ca. 36,1 TWh
    2015 = ca. 38,7 TWh
    2016 = ca. 38,1 TWh
    2017 = ca. 39,4 TWh
    2018 = ca. 46,3 TWh

    Nun die Strommengen von Wind
    2014 = ca. 57,9 TWh
    2015 = ca. 80,5 TWh
    2016 = ca. 80,1 TWh
    2017 = ca. 105,6 TWh
    2018 = ca. 113,3 TWh

    Nun die Strommengen von der Braunkohle
    2014 = ca. 155,8 TWh
    2015 = ca. 154,5 TWh
    2016 = ca. 149,5 TWh
    2017 = ca. 148,4 TWh
    2018 = ca. 146,0 TWh

    Nun die Strommengen von der Steinkohle
    2014 = ca. 118,6 TWh
    2015 = ca. 117,7 TWh
    2016 = ca. 112,2 TWh
    2017 = ca. 93,6 TWh
    2018 = ca. 83,0 TWh

    Nun die Strommengen von der Kernkraft
    2014 = ca. 97,1 TWh
    2015 = ca. 91,8 TWh
    2016 = ca. 84,6 TWh
    2017 = ca. 76,3 TWh
    2018 = ca. 76,1 TWh

    Und nun ??????????

  11. @Werner Müller:
    Danke für die Auflistung.

    Ich schaue immer mal wieder hier vorbei und es erstaunt mich immer wieder dass so ein „Faktenfanatiker“ wie Hr. Michael Krüger nicht weiß /akzeptiert, dass die die installierte Kraftwerksleistung der Erneuerbaren Energien in kWp angegeben wird und beispielsweise PV-Anlagen bei 70% abgeregelt werden. Der normierte kWp-Wert dient vor allem der Vergleichbarkeit.

    Mit der Netto-Dauerleistung eines konventionellen KWs hat die kWp-Angabe also herzlich wenig zu tun. Dabei gibt es immer noch /wieder die gleichen Plattitüden dass EE-Strom nicht bedarfsgerecht erzeugt würde. Das trifft bei PV schon mal gar nicht zu und provoziert den Hinweis, dass bspw. AKW auch nicht bedarfsgerecht produzieren. Um da bischen gegenzusteuern hat man damals die Nachtspeicherheizung erfunden und gefördert …

    Aber wenn ich zurückblicke schmunzel ich noch über die Häme und Entrüstung hier im Blog über die EEG-Förderung, als PV weniger als 1% der Nettostromerzeugung deckte. Heute ist es deutlich mehr, die PV-Anlagenkosten sind deutlich gefallen und die EEG-Vergütung als Technologieanschub ist deutlich schneller gefallen, als es in früheren Gesetzen vorgesehen war …

    Die bisherigen düsteren Prophezeihungen eines Hr. Krueger zu den EE sind jedenfalls nicht eingetroffen …

  12. Falls noch immer jemand von dem günstigen Atomstrom träumt: Veranschlagte Baukosten Hinkley Point C (Großbritannien) aktuell zwischen 20-30 Mrd Euro (wegen Fertigstellung frühestens in 2025 wird es sowieso deutlich teurer) für eine vergleichsweise geringe Anzahl von 1 Mio Haushalten, die damit versorgt werden sollen. Vom Staat garantierte Einspeisevergütung: 60 Cent/kWh auf 30 Jahre. Kostenübernahme der Entsorgungskosten (Atommüll und Abriss) in unbegrenzter Höhe durch den Staat (so, wie es die GroKo auch für Deutschland vor einigen Monaten für die noch laufenden AKWs beschlossen hat -die gedeckelte Summe in niedriger 2stelliger Milliardensumme, welche die Betreiber dennoch dafür aufbringen müssen, kann man getrost weglassen!). Der britische Rechnungshof hat schon 2016 wegen mangelhafter Wirtschaftlichkeit empfohlen, die Investition in Hinkley Point zugunsten Wind und Solar umzuschichten.

    Der einzige Grund für AKW-Neubauten ist ein militärischer.

    Aktuelle Ausschreibungen in BRD für Windparks werden ohne Einspeisevergütung vergeben und beinhalten bereits die Kostenkalkulation/Rückstellungen für den Rückbau. Würden alle geeigneten Dachflächen für PV genutzt, wären wir auch hier einen großen Schritt weiter. Die Module kosten mittlerweile nicht mehr als eine hochwertige nicht Strom produzierende Fassade. Wegen der zu erwartenden Produktionsüberschüsse gibt es mittlerweile viele Speichermöglichkeiten, allen voran z.B. Power to Gas. Deren Ineffizienz im Wirkungsgrad ist wegen der günstigen Gestehungskosten fast egal. Das ist jedenfalls alles immer noch günstiger als Atom und Kohle und deren Folgekosten, die oftmals noch gar nicht eingepreist sind. Z.B. zahle ich alleine für meine Gebäudeversicherung um 100% erhöhte Beiträge für Sturmschäden seit dem Einstiegspreis vor sechs Jahren (Differenz 300,- Euro im Jahr). Und das ist bei weitem nicht der einzige Bereich, wo wir die fossilen Energien quersubventionieren -von den direkten staatlichen Subventionen für Kohle und Atom in Billionenhöhe (!!!) über die letzten Jahrzehnte mal ganz abgesehen.

  13. Noch ein kleiner Nachtrag: Meine PV-Anlage auf dem Dach hat 17 kWp und leistet reell bei voller Einstrahlung max. 15,5 kWp. Sie wurde bislang noch nie vom Netzbetreiber abgeregelt -auch nicht 2018, wo über das gesamte Jahr ungefähr 12% mehr kWh produziert wurden als im Durchschnitt. Trotzdem kommt es natürlich zu Überlastungen im Netz, z.B. bei Knotenpunkten bei Hamburg, wo das Netz durch überflüssigen Kohle- und Atomstrom blockiert wird und wegen derer überfälligen Abschaltung nicht in der Lage ist, sämtlichen Windstrom in Spitzenzeiten durchzuleiten. Über das gesamte Jahr kann ich nominell mit dem Ertrag auf einer Fläche von 100qm vier gleichwertige Häuser (200qm) mit Energie versorgen, und zwar komplett (also auch mit Heizenergie über Wärmepumpe). Bereits ohne Speicher kann ich 55% meiner gesamten verbrauchten Energie incl. Heizung simultan abdecken, ohne auf irgendeinen Komfort zu verzichten. Nur prophylaktisch für den Fall, dass noch immer jemand meint, die Sonneneinstrahlung reiche in (Nord!-) Deutschland nicht aus, um PV effizient zu betreiben. Wer jetzt noch freiwillig bereit ist, für teureres Geld AKW-Gaus ein Kauf zu nehmen (bzw. die schon im Normalbetrieb anfallende Strahlung bzw. den nicht entsorgbaren Atommüll) oder schlechte Luft einzuatmen (Feinstaub, CO2, Quecksilberbelastung, Blei, Cadmium, Dioxin etc.), dem ist sowieso nicht mehr zu helfen.

  14. @Fridtjof Sturm

    „Wegen der zu erwartenden Produktionsüberschüsse gibt es mittlerweile viele Speichermöglichkeiten, allen voran z.B. Power to Gas.“ Wo gibt es die „vielen Speichermöglichkeiten“ denn???

    Und das Problem der gesicherten Leistung haben Sie bei Ihren tollen Beislpielen trotzdem ignoriert.
    Ausserdem geht es nicht nur um die Versorgung von x Haushalten, die immer so schön herangezogen werden, sondern auch um Industrie und Ballungsgebiete. Und es kommt eben nicht nur auf „kWh“, sondern auch auf „kW“ an.
    Siehe Abwurf von Aluminiumwerken.

    @Joe: PV-Anlagen produzieren bedarfsgerecht? Ach..auch nachts?

  15. Mit den Speichermöglichkeiten, die natürlich Bestandteil eines umfangreichen Umbaus der Energieversorgung sein müssen, wird auch die erforderliche Leistung bedarfsgerecht vorhanden sein. Alternative Energien sind nicht „PillePalle“, auch wenn das manche Leute immer noch gerne so kommunizieren möchten.

    Ansonsten läuft es auf den unsinnigen und von Politikern v.a. der schwarz-blauen Fraktion gern herausgehauenen Satz hinaus: „Umweltschutz ist ja gut, aber er darf nicht zu teuer werden und nicht zu Lasten der Industrie gehen“…

    Entschuldigung, aber wo sind denn die Alternativen zu einem umweltgerechten Umbau der Energielandschaft?! Und das meine ich wohlgemerkt: wirtschaftlich! Leute: bilanziert doch bitte einmal die tatsächlichen Kosten und lasst nicht immer die Hälfte bzw. noch wesentlich mehr einfach weg!

  16. @Fridtjof Sturm #15

    Wirtschaftlich lohnt sich CO2-Vermeidung kaum. Siehe die Modellrechnungen des Ökonomen und Nobelpreisträgers William Nordhaus und die Ergebnisse des Kopenhagen-Konsenz-Zentrums:

    http://parabellum.minimalstaat.de/content/kommenden-generationen-droht-arbeitsfreier-freitag

    Der Philanthrop Bill Gates unterstützt auch nicht die Weiterentwicklung Erneuerbarer Energien, sondern die der Atomkraft. Und das nicht aus einer Laune heraus, sondern weil er seriöse Berater hat.

  17. Der Philanthrop Bill Gates unterstützt auch nicht die Weiterentwicklung Erneuerbarer Energien, sondern die der Atomkraft. Und das nicht aus einer Laune heraus, sondern weil er seriöse Berater hat.

    Das liest sich aber in Bill Gates eigenen Worten ganz anders 😉
    https://www.gatesnotes.com/Energy/A-critical-step-to-reduce-climate-change (von Mai 2019)

    Atomkraft ist nur dazu da Renewables zu unterstützen. Sonst setzt er auf Speicher und neue Stromleitungen.

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