Die globale Fähigkeit zu Handeln

12. Dezember 2010 | Von | Kategorie: Artikel, Blog, Cancun, Klimawandel, Kommentare

Eine Meinungsäußerung von Günter Heß

In der Klimazwiebel wurde folgende Frage gestellt:

“Cancun: The return of the global capacity to act?”

Ich finde es interessant diese Frage auch hier zu diskutieren und beginne mit meiner Antwort.

Die Fähigkeit zu Handeln in Bezug auf Klimawandel erfordert, dass wir technische Lösungen zur Verfügung haben, die den Wohlstand aller Menschen mehren und ein bestimmtes Temperaturziel oder eine bestimmte absolute CO2-Emission der Welt zu erschwinglichen Preisen erreichen.

Cancun stellt die Fähigkeit zum Handeln nicht her
Deshalb stellt der Gipfel in Cancun die Fähigkeit zu Handeln nicht her, da er sich nicht an technischen Lösungen orientiert. Darüber hinaus glaube ich nicht, dass das Kyoto-Protokoll jemals diese Fähigkeit hergestellt hatte.

Ich kann mir nicht helfen aber wenn ich dem Schauspiel in Cancun zuhöre und darüber lese, dann habe ich das Gefühl, dass die falschen Leute am Tisch sitzen. Das Diskussionsklima ist merkwürdig und der Geist der herrscht scheint mir falsch. Das folgende ist mein subjektiver Eindruck und ein Bauchgefühl.

Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie Ablass suchen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie ihren ökonomischen Vorteil suchen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie Wiedergutmachung suchen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie das Geld anderer Leute wollen. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie von einem Dogma geleitet werden. Ich beobachte Menschen, die verhandeln als würden sie ihre Rechtschaffenheit zeigen wollen. Alles in Allem es zeigt sich normales menschliches Verhalten.

Greenpeace-Aktivisten bei Cancún: Alle Erwartungen übertroffen Quelle: http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,734080,00.html

„Smart-goals“ sind gefragt
Wie auch immer, was ich selten beobachte sind Menschen die versuchen schlaue Ziele („SMART goals“) zu setzen und eine Technologie-Roadmap mit Meilensteinen zu skizzieren. In meinen Augen ist der ganze Verhandlungsprozess deshalb nicht an den Lösungen orientiert, sondern orientiert an den individuellen Motiven von Staaten, Organisationen und Lobbygruppen.

Kleiner Einschub: Im Projektmanagement bezeichnet man als „smart“ Ziele, die spezifisch, messbar, akzeptiert, realisierbar und terminierbar sind.

Es ist meiner Meinung nach von Anfang an eine Fehlkonstruktion auf Emissionsziele zu setzen, die auch noch relativ statt absolut sind. Stattdessen brauchen wir „smarte“ Ziele wie diese:

Kohlekraftwerke in 2040 haben einen Wirkungsgrad größer 50% und einen Energiepreis von 3 ct/kWh.

Oder glaubt jemand, dass China in 2040 keine Kohle zur Energiegewinnung benutzt? Oder ein anderes Ziel:

Photovoltaik-Module erreichen in 2030 einen Energiepreis von 8 ct/kWh.

Das sind jetzt nur ausgedachte Beispiel zur Verdeutlichung, bitte nicht wörtlich nehmen. Meiner Meinung nach brauchen wir ein Industriekonsortium das den technologischen Fortschritt treibt und die technischen und wirtschaftlichen Ziele erreicht. Das Konsortium sollte vorwettbewerblich ausgerichtet sein und so ausgestaltet werden, dass die handelnden Industrien aus Eigeninteresse teilnehmen.

Auf die Technologie-Roadmap dieses Konsortiums müssen nun befreit von Wunschpolitik alle Technologien gesetzt werden, von der „Atomenergie“ bis zur Windkraft. Technologien dürfen nur eingeführt werden, wenn sie die Ziele auf der Technologie-Roadmap erreichen und die Fähigkeit der Technologien validiert ist.

Lösungen die nichts bringen müssen wieder abgeschafft werden

Die Umweltzonen haben nicht den erhofften Erfolg gebracht Quelle: http://www.welt.de/wissenschaft/article11556601/Umweltzonen-sind-teuer-und-wirkungslos.html

Rapsfeld: Mehr Biosprit hat negative Folgen. Quelle. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,727695,00.html

Rapsfeld: Mehr Biosprit hat negative Folgen. Quelle. http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,727695,00.html

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Technologien oder Lösungen einzuführen bevor sie wirtschaftlich und technisch sinnvoll sind, erniedrigt die Fähigkeit zu Handeln. Die Meilensteine und die Preisziele, sowie die Leistungsziele sollten gemeinsam von der Staatengemeinschaft bzw. uns Menschen als Kunden gesetzt werden.

Das Konsortium könnte nach dem Vorbild der SEMATECH geformt werden. In diesem Industriekonsortium werden seit Jahren entlang einer Technologie-Roadmap (ITRS) erfolgreich technische und wirtschaftliche Ziele erreicht die sehr anspruchsvoll sind.

Die meisten Halbleiterfirmen sind aus Eigeninteresse an diesem Konsortium beteiligt.SEMATECH und ITRS geben der Halbleiterindustrie die Fähigkeit zu Handeln und technisch und wirtschaftlich anspruchsvolle Ziele zu erreichen.

Nur wenn wir auch bei den Energietechnologien “smarte“  wirtschaftliche und technische Ziele setzen und  Technologien nur einführen, wenn sie diese Ziele erreichen, nur dann erhalten wir auch in der Energietechnologie die Fähigkeit zu handeln.

Quelle: http://www.welt.de/politik/ausland/article11554415/Die-Apokalypse-muss-noch-ein-bisschen-warten.html

Fähigkeit zum Handeln muss erhalten werden
Ein Abschlusspapier in Cancun kann uns diese Fähigkeit nicht zurück bringen. Wir hatten diese Fähigkeit nämlich nach meiner Überzeugung noch nie. Höchstens Hoffnung und Sorgen.

Hoffnung und Sorgen alleine reichen nicht und sind schlechte Ratgeber. Man muss Lösungen hart erarbeiten, um die Fähigkeit zum Handeln zu bekommen.

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Das Titelbild zeigt den Ausbruch des Mount Merapi in Indonesien.

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18 Kommentare
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  1. Lieber Herr Heß,

    danke für den sehr anregenden Artikel. Ich teile Ihre Ansichten und sehe auch ein großes globales Manko in der Handlungsfähigkeit und das nicht nur in bezug auf energetische oder klimarelevante Fragen.

    Sind die Innovationsträger und -erbringer Schuld an der Misere? Ich glaube nur zum Teil ist hier eine subventionsgierige Bequemlichkeit eingetreten. Das Dilemma liegt wohl eher an den unzureichenden oder einengenden Rahmenbedingungen seitens der politischen Entscheidungsträger, die lieber ihre eigenen Vorstellungen voranbrigen möchten, als die vorhandenen Potentiale voll auszunutzen. Gefördert wird so oft der schnelle Erfolg, das Event oder gar die Ineffizienz.

    Es geht wohl eher um Wettbewerb als um Wachstum und Wohlstand für alle. Verbissen kämpft man um die Durchsetzung neuer Technologien, deren Erfolg allerdings sehr im Ungefähren bleibt und wofür die Vorraussetzungen noch nicht einmal geschaffen wurden. Innovationen, die diese Technologien nicht unterstützen oder dem modernen, ethischen Anspruch nicht genügen werden behindert, schlecht geredet oder mit gesetzgeberischen Maßnahmen regelrecht verhindert, wie zum Beispiel bei der Grünen Gentechnik.

    Das Korsett für die Handlungsfreiheit ist einfach viel zu eng geschnürt und die gestreckten Zeitabläufe gefährden die ökonomische Effizienz. Die stete Orientierung auf das Globale, wirkt durch die Ignoranz der Unterschiedlichkeit der Protagonisten zusätzlich hemmend auf diese Prozesse. Letztlich wird eben der Prozess der Handlungsfindung gefeiert, wenn man zum Handeln unfähig ist.

    Beste Grüße B.

  2. Lieber Herr Bibliothekar,
    Sie schreiben:

    Sind die Innovationsträger und -erbringer Schuld an der Misere? Ich glaube nur zum Teil ist hier eine subventionsgierige Bequemlichkeit eingetreten. Das Dilemma liegt wohl eher an den unzureichenden oder einengenden Rahmenbedingungen seitens der politischen Entscheidungsträger, die lieber ihre eigenen Vorstellungen voranbringen möchten, als die vorhandenen Potentiale voll auszunutzen. Gefördert wird so oft der schnelle Erfolg, das Event oder gar die Ineffizienz.

    Das ist genau der Punkt. Die Politik bzw. die Lobbygruppen geben die Lösung vor. Das ist methodisch falsch. Der Erfolg in der Halbleiterindustrie liegt darin, dass die Förderung im vorwettbewerblichen Bereich stattfindet, und dass das Erreichen der spezifische Ziele gefördert wird, ohne die Lösung vorzugeben. Manchmal werden gezielt bestimmte Technologien vorwettbewerblich gefördert, wenn anders keine Lösung ensteht da der Initialinvest zu hoch ist.

    Sie schreiben:

    Es geht wohl eher um Wettbewerb als um Wachstum und Wohlstand für alle.

    Richtig. Dadurch, dass bestimmte Lösungen gefördert werden streiten die verschiedenen Lobbygruppen, welche Lösung mehr Geld bekommt, unabhängig davon wie wirksam sie ist. Würde man Ziele vorgeben und vorwettbewerblich fördern, würde die Industrie zusammenarbeiten.

    Sie schreiben:

    Letztlich wird eben der Prozess der Handlungsfindung gefeiert, wenn man zum Handeln unfähig ist.

    Das erscheint mir typisch für den Elfenbeinturm der Universität . Der Schwerpunkt liegt in der Beobachtung eines Problems und nicht in der Entwicklung von echten Lösungen und deren Umsetzung in der Realität.
    Platt gesprochen. Man macht immer nur aufmerksam auf Probleme und erwartet von den anderen die Umsetzung der Lösung. Deshalb schreien auch die Lobbygruppen immer nach Verboten und Geboten für bestimmte Lösungen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  3. Hallo,

    ich beobachte in letzter Zeit eine Abkehr von den eigenen Überzeugungen dieser Webseite. Kann das sein?

    Ging es sonst meist darum den Klimahype zu entlarven und eine Vermeidung des CO2-Ausstoßes als unsinnig zu enttarnen, so scheint man hier neuerdings umgeschwenkt zu sein um ebenfalls eine Einsparungspolitik zu vertreten -- nur mit anderen Mitteln. Diese Tendenz finde ich äußerst schade.

    Gruß

  4. Lieber Herr Hess,
    Ihre Vorstellungen zum Fortschritt der Technologie sind sicher zu begrüssen. Ich frage mich nur, in welchen Bereichen das wirklich gewollt ist. Sie schildern ja selber ihre Eindrücke der Diskussion in Cancun und die Tatsache, dass smarte Lösungen nicht so richtig im Zug der Zeit liegen. Selbst wenn man die Reduzierung von Co2 für wichtig hält, dann ist alles was da so angedacht wird, nicht dazu geeignet das zu erreichen. Auch bei den Umweltzonen in unseren Grossstädten ist es nicht wichtig, dass sie wirklich Feinstaubreduzierung bringen, sondern einfach, dass sie da sind. Es ist auch überhaupt nicht interessant, ob Kohlekraftwerke mal mit mit 50% Effektivität betrieben werden können, wir wollen sie einfach nicht mehr. Wir wollen unseren Gasmotor im Keller, der Kraftwärmekopplung macht und vernetzt mit der restlichen Siedlung die Defizite der Solarpanelen und Windmühlen ausgleicht. Das ist cool. Was das kostet ist nicht so interessant. Wir haben es ja und den Planeten retten wir so auch.
    In der gleichen Richtung sind Haltungen zu sehen, die Kernkraft nicht nur für eine unausgereifte gefährliche Technologie ansehen sondern schlicht und einfach für die Menschheit niemals beherrschbar. Das gleiche gilt sicher auch für die Grüne Gentechnik.
    Ich gehe seit Jahren fast täglich an einem Grafitti vorbei des Inhalts *Klonen darf sich niemals lohnen“. Solange ’niemals‘ und ‚dürfen‘ noch akzeptierte Kategorien der Technologiediskussion sind, werden ihre Vorstellungen wohl leider auf Teilbereiche begrenzt bleiben.

  5. Lieber Herr Straten,
    Sie beschreiben sehr schön, warum die Technologiediskussion in unserem Land in diese Richtung läuft. Ich bin ganz bei Ihnen und wir stimmen da überein.

    Ich möchte deshalb ihre Frage weiter beleuchten:

    Ich frage mich nur, in welchen Bereichen das wirklich gewollt ist.

    Es sollte meiner Meinung nach gewollt sein von den hart arbeitenden Menschen in diesem Land, die zur Zeit ihr Geld für technisch und wirtschaftlich ineffiziente Technologien wie Biosprit und in Bezug auf das Ziel CO2-Reduktion unwirksame Lösungen wie das EEG geben müssen.

    Es sollte meiner Meinung nach auch gewollt sein von Menschen die glauben, dass die Klimakatastrophe naht, da nur technisch und wirtschaftlich effiziente Technologien und wirksame Lösungen wirklich global CO2 reduzieren werden.

    Es sollte meiner Meinung nach auch gewollt sein von Menschen die glauben, dass die Klimakatastrophe nicht naht, da sie dann ihr Geld wenigstens für technisch und wirtschaftlich effiziente Technologien geben.

    Es sollte also von allen gewollt sein, die an Lösungen interessiert sind und nicht an Lifestylekosmetik, Lippenbekenntnissen oder Lobbyismus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  6. @ P. Kuehne

    Ich sehe die Entwicklung dieser Seite äußerst positiv, gerade auch weil Aspekte an der Peripherie der Klimawandeldiskussion aufgegriffen werden. Wobei Peripherie eigentlich der falsche Ausdruck ist, eigentlich geht es darum auf welche Grundannahmen die allgemeinen Überzeugungen von Skeptikern und Alarmisten beruhen.

    Natürlich ist es wichtig auf die Fehler und Unzulänglichkeiten in den Publikationen der Alarmisten hinzuweisen, ja diese so wirksam wie möglich in der Öffentlichkeit darzustellen. Dabei auch noch die Rolle der Medien und Politik in den Fokus nehmen. Doch das wird nicht ausreichen.

    Wenn man jemand bekämpft muss man sich mit ihm auseinandersetzen, dabei hilft es nicht, seinem Gegner als tumben Buhmann hinzustellen, sondern man muss verstehen wie dieser wirklich denkt, was hinter seinen Äußerungen und Aktionen steht. Gleichzeitig muss man dies auch bei sich selbst tun. Dabei treten erstaunliche Unterschiede zutage, auch innerhalb der jeweiligen Fraktionen.

    Ich finde dies alles äußerst spannend und finde das dieser Block auf dem richtigen Weg ist.

  7. @ Kuehne:

    Ging es sonst meist darum den Klimahype zu entlarven und eine Vermeidung des CO2-Ausstoßes als unsinnig zu enttarnen, so scheint man hier neuerdings umgeschwenkt zu sein um ebenfalls eine Einsparungspolitik zu vertreten – nur mit anderen Mitteln. Diese Tendenz finde ich äußerst schade.

    Das mag auf den ersten Blick so aussehen, ist aber eine Frage der Interpretation im Konjunktivischen (was für ein Satz!). In der Tat schwenken wir ein bißchen vom Destruktiven ins Konstruktive. Ich beispielsweise vertrete nach wie vor die Überzeugung, daß der Klimawandel ein Nichtproblem ist, dem sich Politik nicht widmen sollte.

    Nun ist es aber so, daß es kaum möglich scheint, „Klimapolitik“ einfach zu beenden und ad acta zu legen. Dazu sind zu viele Strukturen entstanden, die sich verfestigt haben. Außerdem hat man es geschafft, viele Leute dazu zu bringen, sich vor dem „Klimawandel“ zu fürchten. Letztendlich ist die Auseinandersetzung mit dem Thema für Politiker daher auch eine Art der Wähleransprache bzw. Wählerbindung.

    Wenn wir aber das Thema nicht so einfach loswerden, müssen wir als Skeptiker in die Rolle der Gestalter schlüpfen. Die Alarmisten sind ja mit allen ihren Ideen zur Senkung von Emissionen bislang gescheitert. Ein Faktum, dem allgemein zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Hätten wir Skeptiker vielleicht die besseren Konzepte? Weil wir das Thema genau nicht mit Weltrettung, sondern vielmehr mit „Geldrettung“ verbinden? Weil wir vielleicht besser wissen, was funktionieren kann (und was nicht) und weil wir vielleicht besser wissen, wie man Klimapolitik so umsetzt, daß alle unsere ökonomischen und sozialen (Freiheitsrechte) Bedenken berücksichtigt werden?

    Ich denke, es ist an der Zeit, den Versuch zu unternehmen, die Deutungshoheit über Klimapolitik zu übernehmen. Wenn Demokratie die Herstellung eines Interessensausgleiches zwischen unterschiedlichen Ansichten darstellt, dann sollten wir das auch leben. Besser: Vorleben.

    Bislang werden in der Klimapolitik allein die Interessen der Alarmisten berücksichtigt. Die Interessen der Skeptiker nicht. Besteht die mögliche Lösung darin, das Gegenteil zu etablieren? Besser wäre es, aber möglich ist es eben nicht.

    Also müssen wir uns wohl oder übel auf Ideensuche begeben, wie denn eine zwischen Skeptikern und Alarmisten ausgleichende Politik aussehen könnte, die die Interessen beider Seiten berücksichtigt.

    Hierzu ist Herr Hess auf dem richtigen Weg. Aber ich werde seinen ersten Text als Autor hier (herzlich willkommen!) später noch kommentieren. Dauert ein paar Tage, bis ich wieder voll mitwirken kann (berufliche Belastung).

  8. Lieber Herr Kühne

    In der Tat entwickelt sich diese Plattform zu einem intellektuell hochwertigen Akademikerdebattierclub.
    Gepflegte Umgangsformen mit den Individuen der Pro-Fraktion um den Anschein der Seriosität zu wahren, hochgeistig verfasste Artikel die artig Missstände anprangern, dialektisch saubere Argumentationen……streckenweise eine wahre Pracht zu lesen.

    Otto Normalo versteht nur noch Bahnhof und wendet sich gelangweilt ab…….und temporale Polterköppe vergeht die Lust zu poltern…….oder überhaupt noch Kommentare abzugeben.

    Auf gut deutsch……..Onkel Heinz fühlt sich Fremd im eigenen Haus.

    MfG

  9. Lieber Herr Heß,

    Sie schreiben:

    Es ist meiner Meinung nach von Anfang an eine Fehlkonstruktion auf Emissionsziele zu setzen, die auch noch relativ statt absolut sind.

    Nach meiner Auffassung sind die gesetzten Emissionsziele sehr wohl absolut und nicht relativ. Denn „x% Minderung gegenüber einem Basisjahr“ sind eine absolute Größe, da die Emissionen des Basisjahres ja absolut feststellbar sind.

    Ihrem Vorschlag, stattdessen auf „smarte Ziele“ zu setzen, kann ich mich aber vollumfänglich anschließen. Mit solchen Zielen, etwa bezogen auf Wirkungsgrade der Energieumwandlung oder auch deren Kosten würden sich relative Emissionsminderungen ergeben. Etwa in der Form einer Abkopplung des Anstiegs von Emissionen vom Wirtschaftswachstum. Das ist ein vernünftiges Ziel und nach meiner Meinung auch erreichbar. Interessanterweise wurde ein derartiges Vorgehen von China vor dem Kopenhagen-Gipfel ins Gespräch gebracht. Und verhallte weitgehend ungehört.

    Daß wir die Fähigkeit zum Handeln angesichts der Klimafrage nicht haben, nicht hatten und auf Basis der laufenden Prozesse der internationalen Klimadiplomatie auch niemals haben werden, ist evident. Ihrer Ansicht, daß die falschen Leute über die falschen Themen diskutieren und die Fähigkeit zum Handeln nur über eine stringente Innovationspolitik mit der Industrie als Treiber gewonnen werden kann, schließe ich mich ebenfalls an.

    Ich neige mittlerweile der Ansicht zu, daß all die Beteiligten, von den nationalen Regierungen über die UNO-Gremien bis hin zu den NGO’s auch in Wirklichkeit an einer Lösung überhaupt nicht interessiert sind. Denn nur ungelöste Probleme, ob sie nun real oder erfunden sind, eignen sich für den Aufbau langfristig tragender Strukturen, die neben einer Meinungshegemonie auch noch finanzielle Zuwendungen sichern.

    Hier ist der Punkt, an dem wir die öffentliche Meinung drehen und die Alarmisten vor und her treiben können. Das Thema wird uns hier daher weiter beschäftigen.

  10. Lieber Herr Heller,
    sie schreiben:

    Nach meiner Auffassung sind die gesetzten Emissionsziele sehr wohl absolut und nicht relativ.

    Schon richtig. Es kommt durch die Prozentrechnung natürlich immer ein absoluter Wert heraus. Aber die willkürliche Festlegung des Basisjahres macht das ganze problematisch und relativiert die Leistung einiger Staaten.
    Sie schreiben:

    Ich neige mittlerweile der Ansicht zu, daß all die Beteiligten, von den nationalen Regierungen über die UNO-Gremien bis hin zu den NGO’s auch in Wirklichkeit an einer Lösung überhaupt nicht interessiert sind. Denn nur ungelöste Probleme, ob sie nun real oder erfunden sind, eignen sich für den Aufbau langfristig tragender Strukturen, die neben einer Meinungshegemonie auch noch finanzielle Zuwendungen sichern.

    Ich finde das ist ein sehr wichtiger Punkt. Neben den Idealisten gibt es eben auch eine Vielzahl von Krisengewinnlern bewußt oder unbewußt, die an das Geld ran wollen, das die westlichen Länder geben. Und da haben sie völlig Recht, solange ein Thema ohne Lösung bleibt, fliesen die Geldmittel. Das können sie auch sehr gut studieren an der Armutsdebatte in Deutschland. Die Definition von Armut ist so gewählt, dass es immer „Arme“ geben muss, es sei denn die meisten Menschen verdienen annähernd einen Einheitslohn. DDR eben. Beim Klimawandel ist es genauso. Ob 2°C oder 1.5°C ,die Klimamodelle werden immer eine lokale Änderung ausrechnen und es wird sich jemand melden dem das Sorgen bereitet. Es wird Anträge geben diesen Effekt zu mindern oder durch Geld zu lindern. Ein Faß ohne Boden.
    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß
    P.S. Die Statistik zählt im Grunde nur von Armut bedrohten Menschen. Die Journalisten und die Wohlfahrtsverbände ignorieren das regemäßig und sprechen von „Armen“.

  11. @ Heinz Eng #8

    Wozu die Aufregung? Ich finde es jedenfalls besser, dass wir hier auf (zumindest) ein gewisses Niveau beim Umgangston wert legen. Was passiert, wenn man das nicht macht kannst Du beim Hoffmann oder bei Readers Edition sehen.

    Wir wollen hier ausdrücklich andere Meinungen zulassen (und machen das aus meiner Sicht auch), nur will ich hier keine Beschimpfungs- und Pöbelorgien, wie sie in anderen Blogs an der Tagesordnung sind. Wenn dadurch etwa ein „Vennecke“ abgeschreckt wird, finde ich das auch nicht wirklich bedauerlich. Und für das Niveau der Artikel sind einzig die Autoren verantwortlich, und da ist hier jeder eingeladen eigene Beiträge zu verfassen, wie er es für richtig hält.

  12. @Rudolf

    Zu Artig, zu angepasst, zu sehr darauf bedacht die Klima/Gaija-Gläubigen nicht all zu sehr zu provozieren……..ok, am Abgang von Ökologismus.de war klar zu erkennen, wie weit diese Typen gehen, wenn sie ihr Glauben bedroht sehen.

    Ich verstehe Euch ganz gut……nix für Ungut……..immerhin ist das eine deutsche Domän und toll angreifbar von Abmahnanwälten/Umwelt-Stalkern und was weiß ich noch an kaputten Freaks da draussen, die sogar auf unsere Nationalflagge pissen.

    Deutschland ist krank, Meinungsfreiheit Tod und alles bückt sich schon im Voraus vor den zukünftigen Machthabern.
    Ich bin nicht mehr aufgeregt, nur noch verbittert…………..eine Entwicklung im Lande die durch nichts und niemanden mehr aufzuhalten ist, macht mich depressiv.

    Schöne Weihnachten noch….solange wir politisch korrekt dieses Fest noch feiern dürfen.

    MfG
    Heinz (der verbitterte) Eng

  13. @ Eng:

    Ich verstehe Euch ganz gut……nix für Ungut……..immerhin ist das eine deutsche Domän und toll angreifbar von Abmahnanwälten/Umwelt-Stalkern und was weiß ich noch an kaputten Freaks da draussen, die sogar auf unsere Nationalflagge pissen.

    Sie verstehen da aber etwas vollkommen falsch. Siehe mein Kommentar #7 und vor allem den von Herrn Heß #5.

    Wir haben hier keine Angst. Und schreiben tatsächlich exakt das, was wir denken. Wenn es in die Richtung Pielke/Nordhaus/Shellenberger u.a. vom Breakthrough Institute läuft, dann ist das in meinen Augen ein Fortschritt. An der Art, wir Pielke von den Alarmisten bekämpft wird, erkennt man doch, wie sehr denen solche Ideen wehtun.

  14. @Heller

    Das Problem, Sie versteht keiner mehr!

    H.E.

  15. Herr Eng, was genau verstehen Sie denn nicht?

    Der Punkt ist: Die von den Alarmisten geforderten Maßnahmen (bspw. EEG und Emissionshandel) haben nachweislich nicht dazu geführt, daß irgendwelche Emissionen vermieden wurden. Nach mehr als 20 Jahren „aktiver Klimapolitik“ von der behauptet wurde, sie wäre durch die Wissenschaft zwangsläufig gefordert, steigen die Emissionen global schneller als je zuvor.

    Dieser Politikansatz ist also gescheitert. Und die Alarmisten ziehen daraus die Schlußfolgerung: Weiter so wie bisher, nur mit noch stärkerem Engagement. Das muß und wird prinzipiell scheitern. Warum, steht bspw. oben im Text von Herrn Heß, ich habe darüber geschrieben in „Wo die Innovation herkommt“, Nordhaus, Schellenberger und Pielke sowie der Rest vom Hartwell-Team debattieren genau das seit einigen Wochen in vielen bedeutenden Publikumsmedien.

    Wenn die Alarmisten also trotzdem ein „weiter so“ fordern, so hilft das dem Klima nicht. Da dies derart offensichtlich ist, kann es nur so sein, daß die Alarmisten in Wahrheit etwas völlig anderes erreichen wollen. q.e.d.

    Mit dieser Argumentation, so meine Erfahrung, kann man überzeugen.

  16. Lieber Heinz Eng,

    in diversen anderen Blogs wird auch heftig gestritten, oft auch nur rumgepöbelt. Die Standpunkte sind meist klar, da die Guten, dort die Bösen -- je nach Standpunkt. Die Kontrahenten ergehen sich im zitieren von allen möglichen Quellen, nur um dem anderen seine falschen Schlüsse vorzuwerfen, oder dessen Boshaftigkeit bloß zu legen. Und wenn man mal in diesen Blogs einige Jahre zurück blättert, sieht man, es hat sich nicht viel verändert. Stellungskrieg sozusagen, wenn Sie mir den Vergleich erlauben.

    Mich interessiert das Thema Klimawandel eigentlich nur insoweit, wie es Politik, Gesellschaft und Wirtschaft tangiert. Ich denke Ihnen geht es ähnlich. Sie als Praktiker haben ja ständig mit den Auswirkungen der derzeitigen Politik zu tun.

    Manchmal bringen es Zitate auf den Punkt: „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“. Und so dürfen wir uns fragen, welche Früchte denn die derzeitige Politik eingebracht hat. Bislang nichts, außer Spesen. Und genau an diesem Punkt sollten wir angreifen, wie Herr Heller sagt:

    Wenn die Alarmisten also trotzdem ein “weiter so” fordern, so hilft das dem Klima nicht. Da dies derart offensichtlich ist, kann es nur so sein, daß die Alarmisten in Wahrheit etwas völlig anderes erreichen wollen. q.e.d.

    Es gilt aber auch zu beachten, dass es den Alarmisten an sich nicht gibt, auch hier, wie bei den Skeptikern, gibt es viele verschiedene Standpunkte und Überzeugungen.

    Sich mit diesen Facetten auseinander zu setzen, ist kein abgehobener akademischer Diskurs, sondern notwendig um aus den Stellungskrieg heraus zu kommen. Ich verstehe die Argumentationskette von Herrn Heller sehr gut, und ich bin kein Akademiker, sondern einfacher Handwerksmeister. Also auch eher dem praktischem Denken verhaftet.

    Was mich ein wenig betrübt an Ihren Worten, ist die Verbitterung die daraus spricht. Ja ich weiß auch, es gibt viel in diesem Land was man einfach nur zum kotzen finden kann, das darf aber nicht dazu führen, dass wir unsere Seele vergiften lassen.

    In diesem Sinne noch ein letzter Spruch aus einem Kinderbuch welches ich sehr mochte: „Teach me to laugh, save my soul“ (lehre mich lachen, rette meine Seele).

  17. Hallo Onkel Heinz,
    ich möchte das was Herr Heller und der Quetin Quencher schrieben nur ungern wiederholen und den beiden lediglich beipflichten.
    Das gegenseitige beschimpfen (bsp. ReadersE.) kann ab und an erheiternd und entspannend wirken, ist aber auf Dauer und wenn man wirklich etwas erreichen will nicht sehr produktiv.
    Es ist nicht alles verloren, es gibt auch in der Politik des Ursprungslandes der Co2 Hysterie langsam Leute die aufwachen und beginnen öffentlich fragen zu stellen.
    Also Onkel Heinz, nicht alles so Eng sehen da ist noch Licht.

    MfG
    Karl Rannseyer.

  18. So sieht er also aus, der Anfang vom Ende des großen Klimabetrugs …

    …EU joins Russia, Japan and Canada -- EU will only renew Kyoto Protocol if agreement covers all major economies at the same time. …--…After 15 Years, Europe Kills Its Unilateral Kyoto Policy …

    das war zu erwarten.

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